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Amtliches Derkllndigungsblatt des Kreises Marburg.
Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen
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< ®ff., kur* kie Veit 4.86 Mk. A»«ß«be B mit »Oberd. Srert-Zte." 1 Ak. mehr.— ^ir emfeHenke Summern infolge Streik» aber «lemrwterer eteignifle kin 6r|at. — Serien m« Dr. C. Litzeratb. — Dreck der Mnii>.4Bu*krnj»tei in 2oh. See. Koch. Merkt 2123. — Herntete*« 56.
Marbuvg
Freitag. 12. Novbr.
IRebekrmz.)
Der Bmeigewtelf beträgt ffir kl« Sgelp. Zelle 7k Df«, unk 16% InfiAlec ewtll*« und ««Swäriige 1.- Wf, Reklernereile 3.00 Mk. j«ber Sebert ,ilt eie Venebett. Sei Bn»fn«ft kni* kie Selchüit,stelle nnk Setmittleng bet Re,«bete 75 VH. Gen. dergedätzr. — Bei Sättigen enter 20 Mk. mißen eit da» Sette fit kle Xe*aang berechnen. — SoftiLeckkent»: St. 5016 Bat Sranl ett e. Stete.
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Feste der „Sieger".
tob. Paris, 11. Nov. Heute vormittag wurde imttr starker militärischer Begleitung das Her; ilambettas und die Leiche des „unbekannten Sol-
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vom Bahnhof nach dem Pantheon übergcsührt. hier Hirst der Präsident der Republik Millerand eine .Engere Rede, worin er Gambetla als den Perkörperer 664 kr Politik der nationalen Verteidigung feierte. Mil- teaTib schloß mit den Worten: „Frankreich und die jvivitisation sind gerettet." Die Urne mit dem Her; Marn beilas und die Urberreste des „unbekannten Ssl- kten75 rden dann im Zuge nach dem Triumph- kgen gebracht, wo sie ausgebahrt wurden.
Hstsbruch w">en verschiedener strafbarer Handlungen ein host befehl ergangen ist. Trotzdem hat man dielen Agenten HeS Lmssifchen Bolschewismus ruhig g-etv ähre »-las- r<i. _ Auch hier hätte ein sofortiges Zugreisen das .kchlinuuft« verhindert. Inzwischen bat der Berliner Regierst ein Ultimatum an die Ausständigen gerichtet, ;W unter Androhung der Entlafsunq die soforttqe Wie- ^deraufnahme der Arbeit vrelangt. Noch den vorliegende:! Meldungen hat er damit Erfolg gehabt.
ff Daß sich gegen die Verordnung des Reichspräsidenten Mn linksradikaler Seite Widerstand erbeben würde, war ruszusehen. Aber es mutz überraschen, daß sich auch Eewerkschasten gegen sie wenden in der falschen Voraussetzung, al? werde das Koalitionsrecht als solches tznsetastet. Die „Köln. Ztg." weist treffend daraus hin, Ni der gewerkschaftliche Gedanke durch diesen Ausstand MA seinen härtesten Stoß in seiner ganzen Geschichte Mitten der btt Gewerkschastsorganisation fast in Irümmer geschlagen habe. Das Blatt meint, den Ge- Nrkschasten müsse die neu« Verordnung wie eine Er- Mung erscheinen, wie das Wegwälzen eines schweren Meine«.
Di« „Deutsche Tageszeitung" beklagt die „Halbheit" tza Verordnung,' denn zu den lebenswichtigen Betrieben, deren Aufrechterhaltung erstrebt werde, gehörten vor allem toch die großen Berkehrsan st alten und dir Land- Wirtschaft.
9to. 756 I» ff- tceet, "8-12.
Nachmittags fand vor dem Rathaus auS Anlaß Jubiläumsfeier der Republik eine Gedenkfeier statt. Bei Eintritt der Dunkelheit wurde das Herz ®am- tettaä wieder nach dem Pantheon überführt und der *9W ^Grfl mit den sterblichen Neberresten deS unbekannten । ^oldet'-n im Triumphbogen bis zu feiner endgültigen l 1 ai'fbewahrt. Am Abend durchzogen Fackel-
'«LSdie Hauptstraßen der Stadt. Auf den öfsent- scheu Plätzen wurden Volksbelustigungen veraustiltet.
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rir Strorimi les ReißsskWeilei.
h Am Mittwoch ist der Reichspräsident mit einem ferfcfi gegen den Ausstand der Berliner Elektrizität^ gcheiier lgegen die sozialistisch orientierte Gemeinde Groß- gkrtl«9 aus den Plan getreten. Der Erlaß fußt auf einer I gemeinschaftlichen Aktion des Reichskabinetts nnd btt jnttitzifchen Regierung. Rein äußerlich betrachtet ist er hnmsrhtn ein Fortschritt gegen das bisherige Gewäbren- । festen der Streikanarchie in den städtischen Berliner Wlekwizitätswerken. Zweifellos bedeutet er einen Vor- ! |»6 der Reichsregicrung, die in dem Willen, dem Streik--
. verbrechen zu steuern, die widerstrebenden Kräfte (b. h. in erster Linie die preußische Regierung) mit sich gerissen I |et ES ist festgestellt worden, daß in den Berliner WleVrizitStswerken wie in einer großen Anzahl von । Maatsbetrieben eint UeberfüllevouPers onal be- । Mstigt wird. Die Technische Nothilfe wäre unter fetten Umständen imstande gewesen, die Ausständigen | > lefBommen zu ersetzen und die Bettiebe wieder in Gang « bringen. Hätte die vreußische Regierung sofort die I Waste der Technischen Notbilse nrft aller Energie gegen । kn wilden Ausstand angesetzt, so wäre er wahrscheinlich
Mr wld zufammenaebrochen. Statt dessen hat man hie Technische Nothilfe wieder zurückgezogen und den Ullsstündigen unter der Voraussetzung, daß sie die Not- standsarbeiten verrichten, das Feld wieder überlassen. Aumnehr wird ftl dem Erlaß deS ReichSvräsidenten dem M'ichsm.inisttr des Innern die Befugnis zuaelvrochen, KotstandSarbeiten vorzunebmen und die Notstands- tzersergung zu sichern. Tiefe? zu erreichen wäre «ch obue Erlaß möglich gewesen. Di« Uebertmgnng Vt Befugnisse an das Reichsministerium deS Innern - bedeute!, eine fühlbar« Korrektur bet preußischen Behörde. DaS sofortige energische Eingreifen der preußi- : Men Behörde hat man auch sonst sehr stark vermißt. So wird seht berichtet, daß gegen den Führer der Aus- lär-bigcn, den Kommunisten Svlt, schon vor dem Streik-
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«5 bestehen. ^Der König drückt die Hoffnung <ni$, iie Schwierig', ite>r, die sich in Zukunft ergeben
*Brn der sranzösischen Republik ein Telegramm, in dem dem franzSsischen Belke die unveränderliche Zuneigung Bewunderung des gesamten britischen Holkes auS- llizo ^ckte und erklärt, das im Kriege zwischen den beiden ui43| S’Rent geknüpfte Band werde auch im Frieden alle
tob. London, 11. Nov. Im gesamten brittschen ^ich« furch heute, am zweiten Jahrestage des Wafsen- KÄstaudeS, eine Gedächtnisfeier für die im Weltkriege WsRenen britischen Soldaten statt. Um 11 Uhr vor» __ ruhte für zwei Minuten jebe Betveguug verstummte jeher Laut. In London fanb unter Be» *Ekung des Königs, der Prinzen, der MmiHer, Mmiräle Fuhr- *** Generäle die feierliche Enthüllung de» Denkmals »oozen. bie Beisetzung des „unbekannten Kriegers" in der ^estuftnstcr Abtei statt. Der König sandte an den Präsi-
Wiederaufnahme der Arbeit inBerlin
tob. Berlin, 1L Nov. Die Arbeiter der städti» fchen Elektrizitätswerke haben die Arbeit in allen Betrieben toiebet ausgenommen.
Nachmii agS 5 Nhr wurde in den durch den Ausstand skillgelegten Werken in Moabit und Rummels- bürg die Arbeit in vollem Umfange wieder ausgenommen. Im Gaswerk Tegel wird die Abstimmung über hie Wiederaufnahme der Arbeit morgen früh IC Uhr stattsiuden. Nachdem voraussichtlich heute naclft der Golpastrom wieder angeschlossen wird, wird es möglich sein, morgen früh den elektrischen Strom in vollem Umfange abzugeben.
Die ?lrbkiter der Charlottenburger städtischen Gaswerke beschlossen in der heutigen Betriebsversammlung, den AuSstand abzubrechen und morgen früh die Arbeit in v»llem Umfange ttne^-tr auszu nehmen.
wb. Berlin, 11. Noo. Nach dreistündigen Verhandlungen zwischen der Mreklion der Großen Berliner Straßenbahn und den Vertrauensl-uren brr Straßenbahner haben sich die Straßenbahner bereit erklärt, von morgen, Freitag, ab, wieder zu -fahren. Da die Reinigung der Schienen und Weichen eine mehrstündige Tätigkeit erfordert, wird der Straßen- bahnverkehr nur allmählich wieder aufgenommen werden können.
Wie btc Blätter mitteilen, sind während der fünf Tage Dunkelheit, die infolge deS Ausstandes d-r Elek- trizftätsarbciter in den Straßen von Berlin herrschte, für rund 1’/» Millionen Mark Waren der verschiedensten Art ans Wohnungen und Geschästsräumeu aller Stidttnertel gestohlen warben. _ .„.2
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In den Kommentaren der Blätter über bie Beendi- aung des Str-iks der Eletrizitätsarbeiter klinat es wie rin Aufatmen über die endliche Beseitigung des Alps, der auf dem Berliner Wirtschaftsleben lastete. Die „Tägliche Rundschau" zollt der Reichsregieruna Tank für ibr Einschreiten durch den Erlaß der Verott>nnng des Reichspräsidenten gegen die wilden Streiks. Die „Freidrit" bezeichnet das Ende des Streiks als einen Mißerfolg der Arbeiter. Für die beteiligten Arbciterkategorien sei nichts erreicht toorben. was nicht auch ohne diesen Streik hätte erreicht werden können. Das Blatt verurteilt
könnten, überwunden und die gemeinsamen Ziele beider Nationen verwirklicht 4. erben. Lloyd George sandte ein Huldigungstelegramm an Marschall Fach.
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Kundgebung für Revision des Friedensvertrag«.
wb. Amsterdam, 11. Nov. „Westminster Gazette" meldet, daß heute in K'.ngsway Hall in London eine Kundgebung stattsinden wird, bei der die Revision de» Friedensvertrags gefordert werden soll. Unter den Sprechern be- finden sich die Parlamentsmitglieder Barnes und Kennworthy. General Gough hat erklärt, der Fri densvertrag fei sowohl vom moralischen als auch vom Zweckmästigkeitsstandpunkt durch und durch schlecht und habe kein einziges gute, Ergebnis zutage gefördert, wie es alle, die im Kriege gehofft haben, erwarteten. Gough fuhr fort: Wir haben gehoffi, Gerechtigkeit und Billigkeit zwischen den Nationen zu erreichen und das ehrliche Halten von Versprechen. Wir gedachten einen guten und dauernden Frieden zu erreichen, der notwendigerweise auf den guten Willen gebaut werden mustte. Der Frirdensvortrag hat nichts dergleichen geschaffen. Wenn er nicht so abgeandert wird, daß irgend ein wirtschaftlicher Neubau Europas tattfinden kann und irgend ein Gefühl der Wohl- anständigkeit geschaffen wird, um zwischenvölkische Zusammenarbeit zu ermutigen und zustande zu »ringen, wird Europa vor Ablauf eines Jahrhunderts zugrunde gehen, und England wird dann in den Zusammenbruch hineingezogen werden
Der Kampf kn Irtan».
wb. London, 11. No». Sämtliche irische Eisen- babnlinien mit Ausnahme der Great Northern Rmlwav werben Crnhe dieser Woche stillaelegt werden, nm das aufständische Süd-Irland absuschneiben. Bon änderet Seite wirb ptmeldet, daß sich die Eisenbahner weigern, i ioliristen und Militärvtrsonen zu befirbem.
wb. Paris, 11. Nov. Noch einer „Mattn"-Meldung nur London ttn-rke gestern abend in dem Trinitv-Kolleg in Dublin das Mitglied des Unterhauses, Oberst Malone, verhaftet, weil er am vergangenen Sonntag in Loudon in einer Rede republikanische Ziele verfolgte.
Die RepressaNendrohang amerikankscher Ire».
wb. Washington, 11. Nov. Der englische Set» chafter hat die Aufmerksamkeit de» Staatsdepartement» darauf gelenkt, daß nach einer nach Irland gelangten Meldung Nergeltuugsmaßregeln gegen englische Unter» tonen in Amerika angedroht würden, fall» England deg
das isolierte Vorgehen bet ElektrizitätSarbeiter, da ihre ArbeftSnirderlequng daS Lebensinteresse eint- großen Wirt;ch<iftsbe,irkS mit einer Millionenbevölkerung getroffen habt, dir vorwitgtnd den arbeitenden Schichten ingeLArrn.
Tie streikenden Hilfskräfte, bie dem Magistrat ein Ultimatum gestellt hatten, haben beschlossen, um dir Finanzen bet Stadt nicht unnötig zu beschweren, bi» zur ^-lung des netten HauSbaltS von weiteren Lohn- 'orbentngen aMeben zu wollen.
Neue Nrbeitslosenkundgebungen.
B e r l i n, 11. Nov. Heute mittag drang ein Trupp von mehreren hundert Arbeitslosen in bie Turbinen» kobrik d r A. E G., Huttenstraße, ein und forderte dir Arlkiter auf, sich sofort darüber schlüssig zu werben, ob sie an dem Generalstreik teilnehmen wollten. Eine Abte'lung der Sich-rheitrpolizei räumte die Fabeikhüfe von den Eindringlinzen. E ne Stunde später büdrte sich am Alexanderplatz ein Zug von etwa 300 Personen, der mit roten Fahnen die Jannowitzbrücke entlang zog. Zu erheblichen Störungen ist es nickt gekommen.
Ksmmunistische Generalstreikhetze.
Berlin, 12. Nov. Der „Vorwärts" veröffentlicht folgende Aufforderung des Dorstandes des Bezirksverbandes D rlin der S. P.D. Berlin: Die Kommunistisch« Betriebsrätezentrale will die Betriebsräte Erosi-Derlins zum Sonntag, 14. November, zu einer Versammlung einloben, in der sie einen Generalftreikbeschlutz durchbrücken will. Für die auf dem Boden der S. P. D. stehenden Betriebs- leute gelten nur die Beschlüsse der Gewerkschaften und unserer Partei. Wir fordern daher die Betriebsräte auf, der Versammlung fernzubleiben. Einer von dort ausgegebenen Eenerasifreikparole wird sich die Arbeiterschaft mit allen Mitteln, erforderlichenfalls mit Gewalt, widersetzen.
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Rücktrittsabsichten Oberbürgermeister Wermuth»?
Berlin, 11. Nov. Da» „B.T." will wißen, daß Oberbürgermeister Wermuth schon vor einiger Zeit in vertrautem Kreise Rücktrittsabsichten bekannt gab. Er wolle die Uebergangsgeschäfte noch leiten, bann aber von seinem Posten abtreten.
Repreffalien von Militär und Polizei in Irland nicht bis zum 14. November »in Ende bereitet
wb. 92ernt;ort, 11. Nov. Gestern abend haben Anhänger der irischen Sache eine britische Flagge, die vor dem Kapitol-Theater aufgezogen war, fierunter- gerissen und verbrannt.
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Amerika.
- wb. Loudon, 11. Nov. Reuter meldet au*» Nkwvork, daß zahlreiche Preisverminderungen eingetmeu sind. Die Volksfpctfeanstalten haben ihre Preise um 23 v. H. herabgesetzt. Desgleichen fand eine beträchtliche Pcersverminderuug für lertilicaren und Mäunerbeklciduirg statt Auch Rohzucker sank beträchtlich im Preise. Zu Minneapolis stellte sich der Preis des Mehlrs seit 4 Jahren wieder auf 10 Dollar die'Toune.
tob. Amsterdam, 11. Nov. „Datltz Ehronirle" meldet au$ Newhork, daß beit Schätzungen des amerikanischen LondwirtschaftsamteS zufolge bie Mais-, Reis-, Kartoffel- und Tabakernte in bleiern Jahre die größte in bet Geschichte der Bereinigten Staaten fein werde. Desgleichen berj'Mjne auch C-mad« ein« Rekordernte, die auf 460000 Pfund Sterling geschätzt wird.
tob. Paris, 11. Nov. Die „Liberte" glaubt zu wissen, daß die englische Regierung eingewillig! habe, daß die in der WiederUutmachuugsfrage vorgesehene Konferenz in Genf nicht über den 15. Februar hinansgeschobe« werde.
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Die Adriasrage gelöst.
«b. Santa Margherita, 11. Nov. Die Besprechungen zwischen der italienischen und südslawischen Delegation wurde heute wieder ausgenommen. SNinisterprosident Mesnitsch gab seiner Freude Ausdruck, daß das Abkommen zwischen den beiden Ländern gerade am Geburtstage des italienischen Königs abgeschlossen wurde. Gr schlug die Absendung eines Huldigungstelegramms an den italienischen König vor. Am Donnerstag nachmittag findet eine Besprechung bei Chefs des italienischen Generalstabes bet Feldarmee und der
Marine mit ben militärischen SachversiSndiHiG SLdslawien» statt.
wb. London. 11. No». Die „Times" ettftel aus Santa Margherita, die adriatische Frage saß gelöst. Nach der getroffenen Regelung werd« M» Grenze von Istrien beinah« ganz in einem ftth Südslawien günstigen Sinne festgesetzt. Fiume werde unabhängig.
Bit Boot Im Olten.
Der Zugang zur Krim erzwungen?
tob. Paris» 11. Nov. Nach einer Londoner Meldung der „Humanitö" kündigt ein Telegramm aut Mokkan an, daß die Roten Truppen den Zugang zur Halbinsel Krim erzwungen haben. Nach hcstig-u Kämpfen sollen sich die Bolschewisten in den Besitz der Landenge von Perekop gesetzt haben. Eine Tivisiou bet Generals Wrangel soll sich ergeben haben. Di« östlich der Krim gelegene Stadt Srwatsch ist von de« Bolschewisten besetzt worden.
Litauisch-bolschewistifche Offensive gegen Zeligowskt
wb. London, 11. Nov. Neuter erfährt au» polnischer Ouclle, dah die Litauer am 7. November von Kowno aus unter Mitwirkung der Bolscke« wisier. die Offensive gegen Zeligowskt fepr haben.
Die Ueberttitte noch Litauen.
wb. Königsberg, 11. Nov. Wie von zuständiger Seite mitgeteHt wird, bestätigen die Vernehmungen der nach Litauen iibergetretenen und von dort zn» rllckgekehrten Deutschen, die zunächst im Durchgangslager Eydtkuhnen geiammelt wurden, die bishertoeit amtlichen Deröffentlichungen, wonach e» stch nicht um außergewöhnlich viele Ueberttitte über die Grenz« bandelt: e» scheinen nut etwa 400 bis 600 Krenziiher. schreitungen stattgefunden zu haben. Die Mehrzahl der Uebergetretenen gehört« der Anfangs Oktober aufgelösten Polizeitruppe an. Mangel an gelgneteu Arbeit» stellen scheint in den meisten Fällen der Grund $u bet Handlungsweise gewesen zu sein. Uebereinstlmmenh wird erklärt, daß die Uebergetretenen keine Waste« mitgenommen haben.
wb. Kowno, 1t. Nov. Die litauische Telegta» phen-Agentur meldet: Die Polen erschießen litauilche Gefangene. Eo erschaffen sie Masor Romonewski und 9 Soldaten. 3 Offiziere wurden schwer mißhandelt.
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Bolschewistische Wirtschaftspolitik.
Abschaffung aller Zabsunoe« für wirtschaftlich« Leistungen.
wb. Moskau, 10. Nov. Ein Erlaß be» Nate» der Volkskommissare schasst sämtliche Zahlungen für wirtschaftliche Leistungen des Staates ab. Hierunter fallen auch die Abgaben für Gas. Elektrizität, Waffer, Telephon und die Kosten für öffentliche Bauten. Spätestens am L Januar werden bie Zahlungen für bei, Passagier- und Güterverkehr abgeschafft.
Dazu bemerkt die „Voff. Ztg.": Der Grund für diese Freigebigkeit der Sowsetregierung ist der, daß die Preise für die einfachsten Lebensbedürfnisse unermeßlich hoch sind, so baß sie b o ch k e i n M e n s ch, mit Ausnahme der Schieber und der höheren Sowset- beamten, erschwingen kann. Das Dekret wirb aber wohl das Schicksal seiner Vorläufer teilen und auf dem Papier bleiben; denn Telephon, öffentliche Bauten und Paffagierverkehr gibt e» schon lange nicht mehr.
Einschränkung be» Eisenbahnverkehr».
Infolge Mangel» an Heizmaterial find für be« Eisenbahnverkehr in Sowjetrußland weitere Einschränkungen angeorbnet worben. Die Zahl bet Personenzüge auf der Strecke Petersburg—Moskau ist auf ein Zugpaar herabgesetzt worben. Der Verkehr auf der Newa-Vorortbahn bei Petersburg ist gänzlich eingestellt worden. Der Sonntaasverkehr auf der Petersburger Straßenbahn fällt künftig au».
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Der Präsident versuchte vergeblich, sich verständlich z» macken und schloß schließlich zwei deut'che Abaeordnett für 5 Sitzungen aus, mit denen sich die übrigen solidarisch erklärten. Im übrigen rechnet man mit einem Ausdruck einer Regierungskrise.
Im Namen de» Klubs der deutschen sozialdemokratischen Sbgeorbneten verhandelten die Abgeordnete« Kech und Ezermak mit dem Vkinisterpräsidenlen übet die durch die parlamentarischen Ereigniffe eingetretee» volitische Lage. Sie schlugen insbesondere vor, die Ver- ügung bett, die Entfernung de, Kaiser Joses-Denkmal» in Teplitz außer Kraft zu setzen. Der Ministerpräsident erklärte, daß nach seiner Kenntnis sich die tschechische« Parteien mit bet Tvrage beschäftigen, wie die Denkmal» rage in einer beide Nationen befriedigenden Weise , regelt werden könnte '1
Tschecho-Slorvakei.
Die „Wiedergutmachungs"-Fraae. u» W9 Kaiser gram Isfes Denkmal i« Teplitz.
Die Ereignisse in Teplitz bähen in der Prager Na
tionalversammlung eine große Erregung heroorgerusen, da der Ministerpräsident erklärte, daß da? Kaiser» Joses-Denkmal in Teplitz entfernt werden müsse. Die deutschen bürgerlichen Abgeordneten erhoben sich von ihren Plätzen und stimmten die „Wackt am Rhein" an.