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Amtliches Derkllndigungsblatt des Kreises Marburg.

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Tageszeitung für ldas früher kurheffifche) Oberhessen

TUOderheMMl« 3cttung" er|*fint fetbema! roödttntlidl. Feiag»rr«i» monatti» 4 Wt bur* die tieft 4.20 Mk. fluegabe B mitDbetb. Epoit-Ztg." I Mk. mehr. Sss Rüt auifaüenbe Kummern infolge Glreit» ebtt elementarer (Ereignlflf tfin Gnat. /Ile LUU Verlag »»» Dr. t. $>i111 etb. Druck der llnin.-t'u*bnide:el oon 2oh. Lag. Noch, Markt 21/23. Fernlvrecher 55.

Marburg

Montag. 1. November t-lebelaaz.)

Der «nzeiJenprei» beträgt fit dl« 8gel». Aelle 75 Vf«, aad 10% eefjd>l«|. amtltck» und ««wattige 1 Mk., Reklamezelle 3.00 Mk. Jebet Rabatt gilt al» Varrabatt Bei luitenft durch die Geickiäll,stelle »ad Bermittiung der Angebote 75 Vf». Gen- dergrdühr. Bei Beträgen unter 20 Mk. müllen mir da» V»rt, für di« Rechauag berechnen. Pofticheckkonto: Rr. 5015 »ml graakiurk a. Mala.

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Die deutsche Rete iiber die Dieselmotoren.

Sie deutsche Note über die Dieselmotoren ist am Sonnabend in Paris übergeben worden. Nam An- pcht der Interalliierten Kontrollkommission soll für Deutschland die Verpflichtung bestehen, die U-Boots-Dieselmotoren, gleichviel, ob sie sich im Eigentum des Reiches oder in Priva Hand brfin- den, zu zerstören und eine Neuherstellung in Zu­kunftn «unterlassen. Demgegenüber weist die deutsche Vgierung darauf hin, daß Artikel 188 Ab. satz 3 nicht von einetZerstörung", sondern von einemAbbreche n der Unterseebrote spricht. Lrtikel 189 setzt ausdrücklich auseinander, daß die Wiederv-rwendung der aus dem Abbruch der veberwasierschisfe und Unterseeboote herrührenden Segenstande, Maschinen und des Materials zu ge- verdlichen Zwecken zulässig ist. Wenn das für die eingebaut gewesenen Maschinen gilt, so mutz es erst recht für die noch nicht verwendet gewesenen Anwendung finden. Die deutsche Regierung weist ferner darauf hin, datz es sich bei dem schnelllaufea- den Dieselmotor keineswegs um eine ausge-

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fprochene Kriegsmaschine handelt. Der Dieselmotor

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»urde schon vor dem Kriege für die Industrie ge- I baut und in ihr verwendet. In einer besonderen

Denkschrift wird darauf hingrwiesen, datz es sich bei den zu vernichtenden Mengen allein um einen Ma­terialwert von iy2 Milliarden Mark handelt, mit besten Zerstörung ein weiterer indirekier Schaden von mindestens dem gleichen Betrag verbund"n fein würde. Viele Betriebe müßten stillgelegt werden, Tausends von Arbeitern würden ihr Brot verlie- l ten. Nur wenn die Arbeirsfähigkeit der dsu.schen

Zndustrie erhalten und weitereatwickelb wird, kann Deutschland die ihm durch den Friedcnsvertrag und das Pro okoll oon Spaa auferlegten Verpflichtung gen erfüllen.

Nur 489000 Milchkühe?

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Berlin, 31. Okt. Verschiedene Blätter lasten sich meiden, datz die an Deutschland gestellte Forde­rung auf Ablieferung von 810 000 Milchkuh n auf i. die Hälfte ermäßigt werden solle. Auch diese

«mäßigte Forderung ist noch katastrophal."

Der deutsch, Luftverkehr freigegeben.

f ' wb. Berlin, 30. Okt. Die Gefahr der Stift« tegung des deutschen Luftverkehrs ist a b g e w e n - bet. Nach Aufklärung verschiedener M ßrerständ- : Niste Mg die interalliierte Luf schiffthartskontroll- : Kommission das über verschiedene große deutsche Lustverkehrsfirmen verhängte Verbot der Ausfüh­rung weiterer Flüge in Deutschland zurück. Fer­ner erklärte sie sich bereit, die in Wien und Königs­berg hefchlagnahmten dkutschen Flugzeuge frei- z u g s b e n. Auch dagegen, datz mit rein zivilen Luftfahrzeugen weitere Flüge ins Ausland ausgr- pihrt werden, erhebt sie keine Einwendungen. Auf­recht erhalten bleibt nur das Verbot von Äuslands- flügen für diejenigen Flugzeuge, die früher Mili­tärflugzeuge waren und deren Verwendung für den

F zivilen Luftverkehr die Kontrollkommission aus Entgegenkommen g ftattete; für den Inlandsver- krhr können auch dies, Flugzeuge ungehindert wei- ; ter benutzt werden.

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wir, nken gte«

f-' wb. Paris, 31. Okt. WieTemps" mitteilt, ist bei hier gestrigen Sitzung des Botschafterrates General Fach tzugegen gewesen. Seine Anwesenheit sei borans zurück- znsShren, daß dir Frage der Vergütung für die Mitglieder der Kommissionen in Deutschland sowie die Frage der ° i Kosten für die Unterbringung der Besatzungstruppen in j den Rheinlanden besprochen wurden.

! »b. Amsterdam, 31. Okt. Der Vizekanzler der : Universität Oxford wendet sich öffentlich gegen da) ! Schreiben der Oxforder Professoren an die deutschen j Universitäten und erklärt, daß die Universität n/,t3 mit .Mefem Schreiben zu tun habe.

f' mb. Edinburg h, 31. Okt. Llop> George itanbe »um Lordreltor der Universüät gew5ylt.

. Ctne »itteleuropäische Wirtschaftskonferenz.

p Berlin, 30. Ost. Hebet eine mitteleuropäisch» Wirtschaftskonferenz wird derDost. Ztg." zuver- jlässig aus Wien gemeldet, datz in Washing on heute i ibekanntgegeden werde, dem Wicdergutmachungs- fausschutz in Paris werde von feinem Unterausschuß

Wien ein Vorschlag unterbreitet werden, als i»lne Art Fortsetzung der Brüsseler Finanzkonferenz Eine Wirtschaftskonferenz des gesamten mittclcuro- !späischen Staatenblocks einzuberufen. Tie An- i tegung gehe besonders von den Vereinigten Staa­ten und England aus. An dieser Konferenz sollten Deutschland, Deutsch-Oesterreich, die Tschecho-Slo. \ ^atei, Südslawien, Polen und Ungarn, vielte cht | ^uch Rumänien und Bulgarien teilnchmen. Auch w Tefln-Hm. waltens und Belgiens '.< ist er.

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Die enM-ImzöWn ReimiV- Sfrlliehentellw.

Handelsbeziehungen mehr wert al, Leschlagnahmerecht.

wb. L o n d o n, 30. Okt. Zum Verzicht Englands auf daS Recht der Beschlagnahme deutschen Privateigentum- bemerkt dieWestminster Gazette": Tie englische Rr- gietung ist zu der verständigen Auffassung gelangt, das die Wiederherstellung der Handelsbeziehungen m e h r W e r t für unS habe, als daS Recht, deutsche Güter mit Beschlag zu belegen, um die Zahlung einer ntsvikchen Entschädigungssumme zu erzwingen. Wenn Franlreich glaubt, daß unser Handel durch die Maßnahme der eng­lischen Regierung einen Vorteil gegen Ober dem französi scheu bandel erringe, gibt es dagegen ein sehr einfache- Mittel: Frankreich braucht nur unserem Beispiel zu folgen.

wb. Pari«, 30. Okt. Nach einerMatin"-Mel- dung aus London erklärte Asquith in einer Rede in Leicester, der Handel mit dem ehemaligen Feinde müsse alsbald in vollem Umfange wieder ausgenommen wer­den. Nur durch einen allgemeinen Warenaustausch könne die volle Tätigkeit in Eroßbritannien wieder er­möglicht werden. Es gebe keine schlechtere und ver­hängnisvollere Politik, als sich zu weigern, aus einem Lande wieder Waren aufzunehmen, mit dem man ehe­mals Krieg geführt habe.

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wb. Paris, 31. Ost. DaSJournal des Döbaks" erklärt, offenbar halbamtlich beeinssusst, es enttvreche nicht den Tatsachen, daß, wie einige Blätter behaup­tet hätten, die sranzöfische Regierung aus die Note der englischen Negierung, in der sie dem Botschgsterrat von ihrem Entschluss, nvj gewisse Rechte aus dem Friedens- Vertrag von Versailles zu verzichten, Mitteilung machte geantwortet habe. Die französische Reaierunz werde sirl daraus beschränken, ihrem Geschäftsträger in London ge­naue Instruktionen zu erteilen, im Laufe feiner Unter­haltungen mit Mitgliedern der englischen Negiernng «uv den ernsten Charakter binznw'isen, den die isolierte Hal­tung irgend eines der Verbündeten in Bezug auf di' Ausführung des Friedensvertrages een Versailles haben könne.

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England.

Die Ueberführuug bei Bürgermeister» wg Cork.

wb. Paris, 30. Oft Nach einer Meldung des ..Petit Par'sten" aus London weigerten sich bei der Ankunft der Leiche des Bürgermeisters oon Cork auf dem Bahnhöfe von ksolvhead «ine Schwester und meh­rere Brüder des Bürgermeisters zuzulasscn, dass der Sarg aus dem Eisenbahnwagen von Polizisten und Soldaten auf den oon der Regierung zur Verfügung gestellten Dampfer getragen werden sollte. Es kam zu einem Handgemenge, und die Angehörigen des Bürger­meisters mieten mit Gewalt weggebracht werden.

wb. London, 30. Okt. In Dublin fanden Trauer­feierlichkeiten fiit den Bürgermeister von Eork vor dem leeren Leichenwagen in Gegenwart einet riesigen Men­schenmenge statt. In Queenstown weigerten sich Eisen­bahner, in einem Zuge nach Cork bewaffnet« Wach­mannschaften mitzunehmen.

wb. London, 31. Ott. Die Leiche Mac Swin­neys wurde ins Rathaus von Eork übcrgeführt. Un­geheure Menschenmassen bildeten Spalier. Im Laufe des gestrigen Tages zogen Tau'ende an der aufgebahr- tcn Leiche vorbet Der Geschäftsverkehr in der Stadt wurde eingestellt

Der enzlifche N«chefeldzug in Irland.

wb. London, 31. Ott. (Reuter.) Gestern abend verwüsteten mit Gewehren und Beilen bewaffnete Soldatenabteilungen fünf Stunden lang die Ortschaft Templemore (Grafschaft Tipperary): viele Geschäfte wurden geplündert und niedergrbrannt Es fanden auch zahlreiche Schiebereien statt, doch sind Verluste an Menschenleben nicht zu verzeichnen. Die Ausschreitun­gen erfolgten zur Rache für xn Überfall auf ein militärisches Lastauto bei Tisp.-raeq vom '8. f kiobcr. bei dem die Sinnfeiner orei Sotdatm töteten und fünf andere verwundeten. »

Der englisch« Flottrnstlltzpuntt Kopenhagen.

Der erste Lloyd der englischen Admiralität erzählte einem Berichterstatter derTimes, dass eine grössere Kreuzfahrt, die er im Spätsommer und Herbst dieses Jahres unternommen habe, Ben Zweck gehabt hätte, die englischen Marinestützpunkte, darunterKopen­hagen, den Stützpunkt unseres Ostseegefchwaders. zu besichtigen. Für die Dänen wird es interessant sein zu erfahren, dass ihre Hauptstadt hier al» englischer Flottenstützpunkt bezeichnet wird.

Deutsch-Oesterreich.

Das Endernebn-'S der Wohle«.

wb. W i e n, 30. Okt. Nach den vorläufigen Be­rechnungen der Hauptwahlbehörde werden im Er- mitteluwgsverfahren die auf die Restst-mmen ent fallenden 15 Mandate in folgend': Weife verteilt: Erotzdeu'sche Volkspartei 7, Sozialdemokraten 4. Chrisilichsoziale 3, Bauernpartei 1. Der n-ue 175 Abgeordnete zählende Nationalrat hat also fol­gend» Zujamsenfetzunr: SoziLldemokuuea,

Thrisillchsoziale 82, Erotzdeutsch« Volkspartei 23, Bauernpartei 4 und bürgerliche Arbeitspartei 1.

Italienisch« Ausschreitungen gegen deutsch« Bürget.

Bozen, 30. Ott. Beim Abmarsch eine» italieni­schen Grenadierregiment» kam es zu einem Zwischen­fall. Ein Tiichlergefelle, der eine Pfeife rauchte und beim Vorbeimarsch lachte, bekam von einem Offizier eine Ohrfeige. Auch andere Bozener Bürger, die bei dem Abmarsch Bemerkungen machten, wurden von einem italienischen Offizier mit einer Reitpeitsche ko schwer misshandelt, datz sie bluteten und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mussten. Die deutschen Bür­ger wurden beschuldigt, dass sie der italienischen Fahne kein« Ehrenbezeugungen erwiese» haben.

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Der tschechische Terror gegen das Deutschtum.

wb Wie». SO. Ott Die Blätter erfahre» über "Frag, bass in Teplitz und Reichenberg in Böhmen nn brm Nanonalseierb-me des tschechischen Staate- grosse Ausschreitungen tschechischer Legionäre ilattgtfnnben haben Mehrere Leomuärr verlangten die Verbüllunz des Tevlitzer Soifer Josef-Denkmals. Später kam vom Stattbnlterbei rat der Auftrag, das Denkmal zu verhüllen. Plötzlich hrongrn Legionäre unter dem Vorwande, von einem Fenster des alten Stadthauses aus würden die Vorgänge ",s dem Marktplätze photoaranhiert, in da? alte Stadrhaus ein, rissen die deutschen Orienti'cruugstafeln herab, zcr- 'chluq.n die Fensterscheiben und verlangten vom Amts- bircktor die Auslieferung des Photographen. Als bei Bürgermeister eingreifen wollte, warfen sie ihn hinan- inzwischen wurde das Denkmal unter dem Jubel der 'schechischen Soldaten verhüllt.' Die Legionäre erllärten, nenv da- Denkmal nicht bi- Sonntag bekeitigt sei, wür­den sie die- selbst tun. Auch van den Strassenbabn- -vagen wurden die deutschen Ausschristtaleln herunterge- Assen In seiner Nachmittagsfktznng protestierte her Stadtrat gegen diese unter den Angen verantwortlicher Regternngsorgane verübten, eine» Rechtsstaates un­würdigen Gewalttaten. In Reichenberg drang tne Gruppe von Legionären in da- RathaiiS, weil der Stadtrat eine Festversammlung der Legionär« vor dem NatbaiiS verboten batte, welche die Statthalterei später gestattete. Tie Legionäre bedrohten den Bürgermeister und forderten von ihm den Schlüssel zur RathauSloggm Schreiend und drohend zwangen sie ihn tschechisch zu spre­chen. Bürgermeister Baier erRSrtt aber, dass Reichen- berg eine deutsche Stadt sei. Tie Legionäre he- brohten den Bürgermeister tätlich, bi- er endlich enf Anraten tschechischer Abgeordneten erklärte, der Gewalt weichen zu müssen. Auch der Reichenberger Stadtrat er­ließ eine Kundgebung, worin die Vorgänge, die eine liest Erniebrigung der Deutschen bedeuteten, als !ür einen Rechtsstaat unerhört bezeichnet wurden und in oer schärfste Bewahrung dagegen eingelegt wurde.

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Die griechische Thronfolge.

Der Standpunkt König Konstantias und Prinz Pauls.

wb. 2»gern, 31. Okt. Di« Schweizerische De- peschen-Agentur erhält oon Herrn Streit, dem ehemaligen Minister des Königs Konstantin die Mitteilung, datz die griech sch? Regierung durch ihren Gesandten in Bern gestern beim Prinzen Paul wegen der Thronfolgefrage einen mllndlchen Schrieb unternommen habe, worauf der Prinz er­widert habe, datz er den Standpunkt der griechischen Regierung nicht teile, datz er nach der V rfassung berufen sei, den Thron zu besteigen. Der griechische Thron gehöre vielmehr seinem Vater, und Kron­prinz sei sein älterer Bruder Georg, die beide niemals aus di« ihnen zustehenden Rechte ver- sich et und nur gezwungen ihr Vaterland ver­lassen hätten. König Konstantin mache Me Rück­kehr nach Griechenland lediglich von der freien Willensäusserung des griechischen Volkes abhängig., und er selbst würde nur dann die Krone annehmen können, wenn das griechische Volk sich unzweideutig dahin ausspräche, dass es die Rückkehr des Königs Konstantin nach Griechenland nicht wünsche und den Kronprinz Georg von der Thronfolge ans- schlietze.

Di« Beifetzckng König Alexander«.

wb. Paris, 30. Oft. TasJournal" meldet au? Athen, dass die Veifetznng de? Königs Alexander gestern stattgesunden Hot. An der Feier nahmen der Kronprinz von Schweden und der Regent von Persien teil. Tie übrigen Höfe und die verschiedenen Staatsregierungen liehen sich durch diplomatische Missionen vertrete«.

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Oberschlesien.

De» Pole» entrönne».

Breslau, 30. Okt. Nach derBreslauer Zta gelang «s dem Breslauer Tierarzt Dr. Tuchler, der oon den Polen verhaftet und in Krakau interniert war. zu Fuss unter unjäglichen Mubjalen und Entbeh­rungen die deutsche Grenz« bei Myskowitz zu überschrei-

Stilltet Seiisleg.

28. SitzungvomSO. Oktober. Fortsetzung der politischen Auslprnch«.

Präsident fioebe eröffnet die Sitzung um 10,25 Uhr. Fortsetzung der politischen Aussprache.

Abg. Schisser (Dem.f: Wir müssen jede Gelegenheit benutzen, um immer wieder auf» neue nachdrücklichst Ver­wahrung gegen den Versailler Vertrag ein.zulegen. Do­ll n r e ch t, da- kn ihm verkörpert ist, muß immer mietet gekennzeichnet und unserem Volke in- Gewissen finge« hämmert werden. Daß Wilson nicht an leinen U Punkten fest hielt, ist ein Verbrechen nicht nur an un-, sondern an der ganzen Welt. Wir baden ein ur­kundliches Recht auf die Abrüstung der Alliierten, das im Friedensvertrag niedergelegt ist. Auch aus die Re­vision de- Vertrages hoben wir nicht nur ein moraft« ich es, sondern auch ein urkundliche- Recht nuf Grund der Montelnote. Leider bestehen immer noch allzu ge­ring« Hoffnungen dafür, dass die Erkenntnis für dos Recht sich in der Welt durchsetzt. Ter Völkerbund ist »um Gespött der Welt geworden. In oie schwerst« Lage ist zwejfello- England geraten. Äbaesehen von keine« erfolglosen Bemühungen um Russland, ist ssnnr innere Politik durch die Arbeiterbewegung a»fs schwerste belastet. Schiffer wendet sich bann geegen die Ausführun­gen Scheidemann» und nimmt General ». Seeckt und die Offiziere in Schutz. Er gibt ut. dass zahlreiche Fehler begangen worden sind, aber die Tatsache sei den Militär­hoch anzurrchnen. daß sie in strenger Pstichterfüllnna sich' der traurigen und schmerzlichen Arbeit der Abrüstung unterzogen haben. Im übrigen habe Roske in General v. Seeckt den ihm treu und zuverlässig erscheinende» Mann berufen. Zu erwägen ist eine Geivinnbeteilmung im Bergbau. Bon Herrn Heim haben wir gute Vorschläge in bet Art gehört. Die beiden Soziallfierungsvorschläz« würden nur zu einer starke»

Bürokratisierung de- Wirtschaftslebens nähren. Die Frage des Achtstundentages muß über« Ptfift werden. Nur wenn eine Förderung der Produktion -rreichl wird, ist diese Errnngenlchast wirklich eine solche^ ronfl werben bie Arbeiter selbst geschädigt. Der lieber» lang zur freien Wirtschaft ist sehr schwer. Wir müsse« ibn aber durchmachen. Der Preisabbau allgemein kann allerdings erst einsetzen und damit der Lohnabbau, wen» gen ügend Güter erzeugt werden. Der Mechanis« mn- unserer Sreuergseetzgebung hat bisher versagt. Ti« Steurrgesetzgebuiig hat Formen angenommen, di« unverständlich werden. Hier muss eine Entlastung vuck der Beamten eintreten. Unheimlich ist die Ervansio» krrft beS Beamtentum-. Die Arbeiten werden durch die vielen Schreibereien und Rechner-irn nur per« mehrt. E- soll fa ein Ausschuss eingesetzt iverden zur 'Prüfung der Vereinfachung der Verwaltung, aber von seiner Tätigkeit habe ich noch nicht- gehört. Auch eine Reform bet Rechtspflege ist nötig. Sie muß ver-änfscht werden und volkstümlicher. Von der Regiening verlinge» wir, dass sie tatsächlich regiert. Die Regierung ist nicht der Bediente de- Parlament-. Die Regierung ist nicht auSführendeS Organ. Sie bat nach ihrer eigene« Neberzengung zu bandeln. Andererseits muss die ewig« Unruhe und die Gerüchte von einer Ministerstürzerei auf* bären, damit endlich mit dem Aufbau begonnen werde« kann.

Abg D ä n m i g (U links): Tie Ministerreden hab«« zum Ausdruck gebricht, daß mir

am Rande des Abgrundes stehen.

Auch wir werden alles tun, nm den Versailler Vertrag unwirksam zu machen. Tie Streiks in England und Frankreich sind Sturmzeichen. Täiimig Polemisiert a,-<ie» die Rechte und fragt, ob fit wirklich glaube, die Mo­narchie wieder aufritfitea zu können. Sie werd« es niemals fertig bekommen. Dir wissen, dass es mit '-hnen einen Kampf Auge um Auge, Zahn um Zahn geben wird? darauf bereiten wir uns vor. 55ir- wollen die Enteignung. Ein« Sozialisier-ing unter Schonung her Unternehmer ist eine Fare«. Alle Zeiter­eignisse müssen auSgenutzt werden, um die ,

Mobilmachung der Arbeiterschaft '

vvrzubereiten. Tie neukommunistische Partei werde des*' halb ihre Kräfte einl-tzen, um die Arbeiterschaft aukzu« peitsche». DieReichSwehrmüsseverschwin« den. Die Gntroafrnung hätte dafür gesorgt, daß bie Arbeiterschaft entwaffnet Worten sei. Tie Orgesch-Orga« nisationen seien dagegen völlig gerüstet. Die Arteiteg - würden zielbewusst vieler Macht eine andere gegenüber» stellen. Tie ganze Steuermacherei fei ein Unsinn, -nsere Gesetzmacherei Lug und T rüg, das parlamentarisch« Tvsttm ein Sohn Rur daS Rätesvstem sei geeignet, das Recht der Arbeiterschaft zu wahren.

Abg Müll c r - Franken (Coz.! polemisiert gegen bl« beiden Vorredner und betont, bie Gewinnung der Arbeiter­schaft erfolge nicht im Parlament, sondern in Botts« Versammlungen. Zur Autonomiefrage in Cie» 'chlesien m-inte ter Redner, Oterichlesien tolle selbst ent­scheiden, ob es bei Preußen bleiben wolle: beim Reich« bleibe eS jedenfalls. Daß ter Vertrag von Berioille» revidiert werden solle, sei klar. Im Ernsiial!» «st die Reichswehr kein geeignete- Instrument |u« Schutze der Republik. Eine erfolgreiche Nieden'chl-'aung des polnijchen Ausstandes in Oberjchlfsien. zu ter rod moralisch berechtigt geroejen wären, hätte dieiV'kbunf des Ruhrgebiets zur Folge gehabt. Ti« vinetmiebunt Deutschlands in einen neuen Krieg wird die Arbeiterktoisg unbedingt zu verhindern wisjen. Die Fälle ter tirmy* Überschreitung b::rd> bemannet« Santen nach l?iiau«<

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