Amtliches DerkünLigimgsblatt des Kreises Marburg.
Tageszeitung für (Das früher kurhessische) Oberhessen
Mr. 2«
rte „£)berheifil*e Zelt»«," erf*eiid fe*imal wö*entlt*. — Ve<«g*prei« monatlich « Mk.. bur* bi, Poft 4.20 Mk. Hingabe B mit „Dberb. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr.— ilür «mfeCutbt Vummerw infolge etreits ebet elementarer (Steiqniffe fein $ri»X. — Serina een Dr. C. Atleretb. - Trn< ber Untn.=Hu*bru<trei een 3eb. Lng. Kech, Warft 21 23. — Fernsprecher 55.
Marburg
Montag. 25. Oktober
(Silbbarbt.)
Der «niefgeneteia beträgt flr bie Seele. Aelle 7b Pi,. nab «nfldilea, amtliche enb eetmartige L- Mf., Meflemeietle S.M «f. Jebet Haben «tlt al» Barra bat. Bei Suitenft dnrch bie »eichälteftelle enb «ermittle», ber Wegebate 7b «t«. 6a». bergebibt. — Sei Beträgen »»ter 20 KL mSflen mir bat Barte für bi« Rechnung berechnen. — SefH*e#fente: Jtt. 5015 let Xranfmrt a. Meta.
55.3M iri
Sie innere Soge.
>>' Die geplante Umbildung der deutschen Staaten.
wb. Berlin, 23. Oft. Dem' Beschluß der Ra- ttenalversammliing entsprechend wurde beim Reich?- Ministerium de? Innern zur Vorbereitung des Voll pt§r des Artikels 19 ber Ncichsversassung eine Zentralstelle für die Umbildung der deutschen Lander in Form eines Gutachteraussckusses gebildet. Dem Aus'ckuß gehören Mitglieder des Reichstags und des Reichsrats sowie Sachverständige auf verschiedenen, für b;e -üsung der Frage bedeutsamen Gebieten an. Tie Zentralstelle wurde auf den 3. 11. zu DC; konstituie- ftnben Sitzung nach Berlin berufen.
Bcsch^eun »te Veranlagung der Besitzsteuern.
' wb. Berlin, 23. Okt. Wie an zustäudiaer Stelle »erlanlet, bereiste Uuterstaatsfelrtär Moesle l-tzt- hin die Laudessinanzämter, um die beschleunigte Veranlagung der Bcsitzsteuern, - besonders des Reichs nalopfers in die Wege zu leiten. Da eine gründliche Veranlagung des letzteren Monate erfordern würde, wird man sich zunächst mit einer vorläufigen Veranlaauna begnügen. Ue'-er die beschleunigte Erhebung eines Teiles des Reichsnotopfers ist noch Nicht entschieden.
Der Reichstaqsprästbent über die Lage.
wb. Berlin, 23. Okt. Der Präsident des Reickis- Mges, Lobe, äußerte sich gegenüber einem Vertreter der Schweizerischen Depeschenagentur über die innere 8te u. a.: Soweit sich die Lage übersehen läßt, ist vorläufig noch mit dem F o r t b e si a n d der bisherigen Regierungskoalltlon zu rechnen, die zwar keine absolute Mehrheit hinter sich bat, ater auf tnoMtronenbe Duldung der Nachbarparteien rechnet. Sine Erm-iteruv.» nach rechts oder links erscheint auf absebbare Zeit aus- Seswlcmen. Die beiden kommunistischen Richtunaen werten sich bald verschmelzen und die beikien frztalistischen dürften durch die Verhältnisse halb «e- «etiat werden, gemeinsame 9Wilit zu machen. STOet diese rubiae Entwicklung tt" ' eint durch zwei roirtirfnft HAe Faktoren gefährdet: Gelingt es nicht, weiterer 9fr-- beitslosigkeit und größerer Teuerung Einfalt zu gebieten, dann könnten die verzweifelten Massen bie Bchige Entwicklung auf das fchwersie bedrohen. Verliert Deutschland die Koblenschätze Oberschlesiens, dann ist nicht nur der Lebensnerv unserer Wsefchaft ge- teeffen, sondern auch die Erfüllung der Versailler Ver- t«ges unmöglich, dann würde die Grundlage für den Wiederaufbau Deutschland» zusammenbrechen.
Die Entwaffnungsaktion
ist r ■ -Hin (Keienffanb einer Interpella #•« d"r Sozialdemokraten gemacht worden, die «lkasilich der Haushaltob-ratungen mit zur Debatte gestellt werden soll. Die Reichsregier"ng »irb eine genaue statistische Aufnahme der aüaf-- fenabgabe dem Reichstag und der Öffentlichkeit »erkegen. Ab Hand dieser Aufst llung wird der Aeichskommiflar die Prüfung dahin vornehmen, »elche Bezirke ungenügend abgeli'fert haben, stltr diese Prüfung werden hauptsächlich die durch Unruhen heimg'-sucht^n Bezirke, namentlich Groß- Verlin, das Rubrrevier, die sächsischen und mitteldeutschen Industriegebiete, herangezogen werden. 3* November ist eine allgemeine Nachfuchung ta den betreff nden . Bezirken vorges hen. Die Naffenabgabe ist im übrigen befriedigend verlaufen, stellenweise wurden mehr Waffen abgegeben, •(« behördlich angenommen werden konnten. Das trifft aber nicht für alle die erwähnten gesährde- J Bezirke zu.
Entsassaung, nirt Bewafsnrnz.
Ka. Der Rat des Völkerbundes geht z. Zt. da- * t um, ein Programm aufzustellen, nach dem die »einen Staaten, die dem Völkerbunde beitreten
»«len, ihre Heere einschränken sollen. Di» großen t»,«rialistischen Staaten aber denken nicht daran. »«» Beispiel zu folgen. Frankreich unterhält fol- JEe Truppen: 1. in Frankreich 378 000 Mann, i» ir Nardafrika 188 000 Mann. 3. in Deutschland i 110 900 Mann. 4. auf Kriegsschauplätzen in Ostkuropa und Klein-Asien 92 000 Mann. 5. in den Kolonien 59 000 Mann; also insgesamt 627 000 ^kann. England und Amerika betreiben fieberhaft die Flottenrüstung. Man fragt sich mit Recht, legen w e n sich diese Rüstungen richten, nachdem Angeblich Europa beruhigt und wahrhaft vorbild- »tche Zustände in der Welt hergestellt sein sollen.
j-- Da» Geschäft.
die militärischen Vertreter der interalliierten «rbenvachungskommission in Deutschland die Vernichtung Eller Dieselmotoren anslreben, werben einer deutschen KchiffSwerft und einer Hamburger Firma anS England i ^ilselmotoreu der a&oelieferten deutschen U-Boote zum Eaui angeboten. Wenn in Deutschland alle Diesel- 5^9rni laichtet werden, so kann die englische Industrie, ** die ßeraabten U-Bootmotoren verwrrtch, natürlich
bessere Geschäfte nach Deutschland machen, als wenn üe deutsche Konkurrenz noch leistungsfähig wäre.
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Die Abreise ber Bolschewisten- Agenten
ist am Samstag Vormittag erfolgt. Mit Sinowiew 'inb Losowski r illen e‘toa zwanzia mestere russische Bol' sch-wisten-Agenten, die in letzter Zeit in Deutschland imitatorisch tätia war n. In ihrer Veg'-i'ung örfand sich auch brr Führer der Linksimabhängigen Adolf ^ofsmann. Dir MitgTder der rnfiiMjen Gew erst fchaf's'Drlegat''on waren am Vorabend in das Säte' Warschauer Sof verbracht worden, wo Sinowjew und Losowski nicht weniger als 15 Zimmer inne haften. Etwa ebenso viel weitere Zimmer war-n vollständig büromäßig und mit einem sta-ken Dersgnal. das T,g and Nacht ntit den Schreibmaschinen arbeitete, besetzt. Die Russen harten eine anß rordenflich rege Tätipf n- trotz ihrer po'izeilichen Ueberwachung entwickelt. Si' •mtif'naen zahllose kommunistische Abordnungen. S e batten sich zu ihrer persönlichen Sicherheit eine eigene Leibwache, gebildet aus Kommnnisten geschafien, die überaus rigoros im. Hotel gegen alle Personen, die nichts mit den Russen zu tun hatten, vorgingen Tas G päck der Russen war am Vorabend schon auf 'wei qr-ßen Lastauto- verstaut worden. Am Sawstao Vormittag wurden unter Begleitung eines starken Vohz-i-Anfoebote? die Russen zum Stettiner Bahn- bof gebracht, w« nebst 'ahlreich-u komminnttischen Anhängern auch ber inoffizielle Vertreter der russischen "owiet-Rrp,ch'ik V'gdor Kopp anwesend war. ßu Zwischenfällen ist es nicht gekommen. Tie Russen rüsten mit dem sah'v'anmästigen -fuge nach Stttin von wo sie noch am fe'ben Tage mit dem Pvstoampser nach Reval weiter b-kördert wurden.
Weiter wird über die Abreise gemeldett Einige Kam» •nnniflinn'n bitten sich mit arn6»n Sträußen roter stellen einaefunden. die sie den russischen Genossen über- "tch'en. Auf dem B.rbnbos entfnannen sich bann zwischen s?n dort anwesenden Kommunisten ff eine Kämpfe um sen B-sstz ciefer Blum-n, die von den ait»iifinvf-ne*’ Vussenfübrern aus dem Kuvee Herons zum Andenken v-r- l,ilt wurden. Die Belizes batte dafür gesorgt, daß für die Russen zw-i Rbteife referni-rt wurden. Im G-gen- >h zu den Führern, die zweller Klaue fuhren, waren die Begleiter der Russen in her dritten Dagenklasse unter- zebrscht.
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Dem Bürgertum „Knmpf bi» auf« Mester"k
wb. Berlin. 24. Okt. Die Reukommunisten rind die Kommunisten vernnstaft'ten beute vormittag In der Reuen Melt und In den ’ baru»-Sölen Versa mm fünften, die aber nur schwach betucht waren. E» wurde gegen die Ausweisung der beiden Bolschewistenführer Sinawsew und Los»w<-ki protestiert, wobei Däumia und Stöcker von den Neukommunisten und Bever und Walcher von den Kommunisten dem Bürgertum den Kampf b.i s auf, Messer on'aaien. Ribard Müller forderte zu endlichem tatkräftigen s, an dein auf. Allem Anfchein nach sei die Ausweisung bet Nu"en auf Beeinflullunq durch die Ententevertreter «urückzufödren, die nach einem Anschluß Deullchland« an die Internationale für den Bestand de, Kapitolis mu» fürchteten. Die Bourgeoisie hätte sich jefet hinter die Eewerllchaften verschanzt. Darum gelte e, einer feit, den Kampf gegen die Gewerkfchaften und anbere-feit, ihre Eroberung. Auf der Straß' kam e, nachher noch zu erregten Auseinanderlei-ungen jmischen Kommunisten und Mitgliedern der Ä. A. P. D.
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Die Ernährungslage.
Die Äert»ffe? p<rTetgneg.
Der Reichsausschuß der deutschen Landwirtschaft hat sich mit Vertretern de« Kartofselhandel, und der Verbraucher am 28. September dahin verständigt, daß der Kartofselpreis nicht über 25 X hinausgehen und daß weiter angestrebt werden fall, ihn in den hierfür geeigneten Gebieten unter diesen Preis zu senken. Inzwischen bat sich aber, wie der Reichsausschuß der Landwirtschaft in einem Schreiben an die Zentralarbeit,- gerneinschafi erklärt, die Tatsache ergeben, daß von großen Verbänden der Industrie, won Gemeinden unh anderen Organisationen Kartoffelaufläufe unternommen werden, bei denen bk Grenze von 25 X nicht inngehalten, sondern sogar über 84 bis 36 X hinaus- gegangen würde. Unter diesen Umständen fei es den Verbänden bet Landwirtschaft nmöqlich, die Verein- fiarunten vom 28. September praktisch durchzuführen. Der Reichsausschuß wendet sich deshalb an die beteilig« ten Kreise mit der Bitte, diese Aufkäufe einzu- tellen und auf diese Weise den Kartoffelmarkt fo chnell wie möglich ht ruhigere Bahnen zu lenken.
Tie. Pressestelle des Retchsausschusse» der Deutschen Landwirtschaft teilt mit: In einigen Tageszeitungen wurde kürzlich behauptet, baß Brennereien Kartoffeln zum Preise von 60 bis 120 X für ben Zentner zur Schnapsbereitung aufkaufen. Daraufhin setzte bet Verwertungsverband Deutscher Spiritusfabrikanten eine Belohnung von 10 000 X für benjenigen aus, ber da« Zutreffen dieser Behauptung nachweisen könnte. E» hat sich jedoch «i r m a 2 d gemeldet. 3m ädrigen
würde sich kaum semand finden, ber bei den genannten Preisen eine Schnapsbereitun.g betreiben würde, di» nur unrentabel sein könnte.
Ungenügende Getreideablieferung.
Rach einem Rundschreiben de» Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft an bie Landesregierun aen sind die Ablieferungen von Brotgetreide im laufen, den Wirtschafiejahre trotz rechtzeitiger Gewährung von Frühdruschp^mien unbefriedigend geblieben Es wird angenommen, daß die Landwirtschaft ibre Vorräte, statt an die öffentliche «Hand, an den Schleichhandel abgebe. Deshalb hat der Reichs- Minister die Landesregierungen dringend ersucht, auf die Vollzugsbehörden einzuwirken, baß sie bie Land wirte zur Ablieferung ihrer Vorräte anhalten und ihnen die strenge Durchsührung der bestehenden Vor- Ichrlslen einschärfen.
Hauptversammlung der Landwirtschafts-Gesellschaft.
Mit einem Gruß „an den letzten Sfiirrnftcrrn des Deutschen Reiches und ber deutschen Landivirtllbast in die Verbannung" eröffnete ber frühere Landwirtschafts. Minister v. Cchorlemer bie 86. Hauptversammlung ber Deutschen Lonbwirtschasts Gesellschaft. „Wir hoffen", so erklärte er weiter, „baß die Regierung und auch bie Vertreter ber Land- und Industriearbeiter einsehen, daß ein Abbau ber Preise von landwirtschaftlichen Er- Zeugnissen nut bann möglich ist, wenn bie E e - stehungskoften finken. Die Zwangswirtschaft scheint nach ben bisherigen Grfahrunaen völlig abgetan zu sein. Sßae uns nottut. äff Verständigung mit dem legitimen Handel und den Verbrauchern, damit die Vreise erträglich sind und der Erzeuger bestehen kann Gegen ben Illegitimen Zwischen handel, der eine wucherllche Preissteigerung betreibt, muß mit aller Entschiedenbeit eingeschritten werden. Es gilt, untere Landwirtschaft auf Ihrer bisherigen Höhe zu erhalten. Nur so kann Deutschland gefunden."
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Oberschlesien.
Volke bundesstaatliche Selbständigkeit zugesichert.
wb. Berlin, 23. Okt. sAmtlich ) Der Aus« 'chusi für Auswärtige Angelegenhe'ten fetzte am Samstag rormi tag die Beratung über d'e Eewäh- rung der bundesstaatlichen Autonomie für Ober- 'chlesien fort. Es waren u. a. anwesend der Reichs- 'anzlrr sowie die Re^che-minister dos Aeustern und des Innern, ferner die oberfchlesischen Abg-ord- neten des Reichstags und der preußischen Land^s- nerfammfung. Das Ergebnis der Ve^hanblungen 'ft: Die Reichsr'gterimg wirb demnächst ein Ee'eb "^bringen, das in Oberfchlesien nach besten (Rit= Reibung für Deutschland die volle glied- staatliche Autonomie tinjiihtt, wenn die ohe"schlesisch» V'völkerung sich für diese Autonomie •rffä’-t. Die Annahme des Gesetzes im Reichstag ist nach den Verhandlungen des Auufchustes und b*n dort von den Vertretern sämtlicher Parteien abgeg benen Erklärungen gesichert.
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wb. Beuthe « , 24. Oft. Die Bewaffnung der Befatzungstruppm zeigt sick> ein anderes Bild insofern, als Tanks in größerer Zahl in 06er« 'chlrsten auftreten. So rückten beute in Beuchen 'ech'ehn Tanks ein: auch in anderen oberfchlesischen Städten sind Tanks in Erf-b in"ng g'treien.
wb. Oppeln, 24. Oft. Das Schwurgericht bat den polnstchen Staatsangehörigen Tischlerlehr- üng Ritza, bet zusammen mit dem polnischen Staatsangehörigen Hirfe einen Revierförster und einen Hilssförster durch Re^olverschüste getötet und die Leichen beraubt hatte, zum Tobe verurteilt.
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Neue polnische Schikanen.
verbot von Truppentransporte» durch de» Korridor.
~ tob. Berlin, 23. Oft. Die durch den Vertrag »ov Svoa Deutschland anferleote Verringerung des Heeres auf eine Stärke von 100 000 Mann ist bisher olanmäßio vorgeschritten Neurrdings entstehen dagegen binsichtlich ber Organisation der für Ostpreußen bestimmten deile des Reichsheeres Schwierigkeiten, die zu einer unerwünschten Verzögerung Veranlassung geben. Bereits Antanq August war durch das Re'chswebrministeri'im an- "eorduet nn» der interalliierten Kontrollkornmistion fcunf Uebersevdung des betreffenden HeereSvrrordnnnasblattes mitaeteilt worden, daß aus Anlaß der Heeresumbitduna »ine Reihe von Truppenteilen im Bereiche be5 Wehrkreis- 'ommandos 3 umgcsormt und «n daS Wehrkreiskommando 1 nach Ostpreußen abgegeben werden follten. Von der 'nttraOiirrten Kontralllommissior. wurde jfafn dir »raa- .lifotorifche Maßnahme Einspruch nicht erhoben. Die volnilche Regiening lehnt nunmehr unter Verletzung des -m 9. Januar in Varis geschlossenen Abkommens über den militärischen Verkehr durch den polnischen Korridor die Durchfahrt der Truppenteile na.tb Ostpreußen ab. trenn nicht die Genehmigung des Vorsitzenden ber interalliierten Kontrollkommission, Generals Rollet, dazu b.ngedracht würde. Dieser bat bie Genehmigung nur für den Personalbestand der Truppen, nicht aber für deren Pferd«, Achrzcugr, Lellridung »nd Ausrüstung erteilt.
Der nach dem vorerwähnten Panier Ab'.ommen DraOch» land zustehende Eisenbahntransvsrt Truppen, ist durch diese die Beiugnüte bet interalliierten Kontralllommtsswu 8 berschreitende Entscheidung praltikch un m sg- l i ch geworden, da die Truppe bet Trennung von tbrnn Viordebestande. Bekleidung, Ausrüstung und Prtvatbesitz überhaupt nicht verwendung-fähig wäre. Die Treppen müffen aber in ben neuen Garnisonen Verwendung-- bereit eintreffen und können nicht darauf rearten, bi# tbre Ausrüstung nsw. au» vielerlei Crtcn zutammeng'schafft wird. E- ist deSba'b, um dem Bb'omm-n van Svaa gerecht zu werden, beschloskeu worden, bte Tran-varte -ber kee nach Ostvretißen zu fahren, trabet nicht ver- unnt wird daß damit eine erbcbürf)? Verzögerung gegenüber den Bahntransporten eintritt, daß die dem Reiche zur Last fallenden Kosten erbebl-ch bflber werden unh btt erforderliche Schiffsraum trotz nnffrem Tonnagemangel der Volkswirtschaft entzogen toerben muß.
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Sil Saut la Wz.
fleht« polnifchr» Heeresberichte mehr.
wb. M a r s ch a u , 23. Okt. Der polnisch- Her« -esbericht vom,21. Oktober lautet: Ta bte Je'ub» leligkeiten an der bolschewistischen Front e i n g e« ft eilt sind und ber Waffenstillstand von Riga unterzeichnet ist, wirb die Veröffentlichung oott Berichten bes Generalstabes eingestellt.
Wie Pole» Zrligowfki ^beearouiert^.
wb.. R o ro n 6 , 23. Oft. Es ist festgrstellt, batz die polnische Regierung bie Truppen des Genera!# Zeligowski, bie die litauische Hauptstabt brfctzi hat. 'en, eifrig unterstützt. Am 20. d. Mts. stellte» litauische Flieger fest, baß zwei Zuge in brr Richtung von Warschau nach Wilna fuhren. Sicheren Nachr'chten zufolge zählen bte Truppen Zeligowskt« zwei Divisionen. Ebenso kommen von Warscha» 'Passen- und Muntlionstransporte. An ber Front» tinie wurden vier Tanks uab Panzerautos festge» stellt. Eine Basis für Flugzeuge wirb eingerichtet. Tie Zusammenziehung polnischer Truppen en bet litauischen Frontltnie läßt vermuten, batz bie Po« (en wieber angreifen wollen.
llebertritt deutscher Soldaten nach Slteuew.
wb. Berit», 24. Okt. Die Meldungen übet den Uebertri't deutscher Mllttärsormationrn vo» Ostpreußen nach Litauen werden von zuständiger Stelle als autzerordon'lich sta-k übertrieben bezrich» net. Einzelne Fälle von Ibbergängen nach Litauen sind vorgekommen: sie sind durch bi» ge» ringen Dewachungsmöglichfelt-n zu erklären, bi« der deutschen Regierung für bie Grenze zur Ber- sügnllg stehen. Daß größere g-schloff ne Formatio« nen Lbergetreten sind, ist an amtli.ber Stelle nicht bekannt. Der Oberpräsibent von Ostpreußen hat bie Bevölkerung gewarnt und Maß'egeln getrof» len, um bas Ueberschrelten ber Grenze durch ge» schlossene Verbände zu verblndern.
Die gesährliche Wrangelsrout.
wb. tz e l s i n g f o r s , 23. Okt. Rach den letz» ten Nachrichten aus Sowjetrußland sind % bet Truppen von Petersburg nach ber Südfront entsandt worden. Die Führer bet Sowjetarmee sind äußerst nervös und gehen bei der Auswahl der Offiziere für bie Gübarmee sehr behutsam vor. Viele höhere Kommanbostrllen sinb von Uuteroffi- zierrn und Soldaten besetz' worben, deren kommunistische Anschauungen nicht tm Zweifel steh n. T'e llnterhaltungsfosten bei A rmee müssen von bet Bevölkerung getragen werden, wodurch besonders ;n Arbeiterfreisen große Unzufriedenheit hervorgerufen wird.
9t*r» Erhebungen gegen die Bolschewisten.
wb. H e l s t n g f o x 5 , 24. Cft4 lHavas.s Ma» meldet aus Mo-fau, daß in ben G>oi:"ernements Perm, Jekaterinburg unb^Wiaika ernste Erhebungen gegen die Boffchewisten stattgesunde» habe».
9l8tetußla»d enb firmen tf».
wb. Konstantinopel, 23 Oft Rachrtch» ‘en aus amerikanischer Quelle zufolge hat bit Sowjetregierung ber armen fchen Regierung eine» Waffenstillstand und die Zurückziehung bet Truppen von bet armenischen Grenze vorprsl)lagen unter der Bedingung, daß Armenien mit Sowjet- rußland in enge Dezirhungen trete.
Der Emir ee» fisghoniftan zwischen velichewisten und CngtSubf nu
Wb. Paris, 23. Oft. Rach einer Privatmelduntf des „Temps" an- London steht der Emir von Afghanistan, der sich wegen des Vormarsches der Bol« schewisten von Buchara beunnihige. im Begriff, sich ausS neue den Engländern in Jndren zu nähern. Rach bem „Daily Erpreß" habe er an den Bize- tonig von Iudirn geschrieben, nm ihn zu ersuchen, bil englische Mission nach Kabul zu entsenden. Der 6mtt habe auch siiranzicll« Schwierigkeiten, jctwem ihm lot