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Anpolitische Tagesnachrichten.
Ein Uebersall «ef eine Villa. Berlin, 14. Oft. Ein i&aerer Raubüberfall wurde auf eine Villa in der »alandrellistratze zu Lankwitz verübt. Es hatte sich
Bande von 5 Mann zusammengeschlossen, von «nen der Haunttäter, der Kellner Hermann als Elaatsauwalt Schülke und der Dreher Hartmann als Eraatsllnwalrschastssefretär, sowie drei Beamte der Berliner Sicherheitspolizei als Kriminalwachtmeister Wirafen. Die Verbrecher legten ein gefälschtes Schreies des Berliner Polizeipräsidiums vor tutb wollten
steht auf dem Standpunkt der Volssoziali-
Scharnke sKleinhandel) befürchtet den de» Kleinhandels von der EoziaU- Es wurde di« Bildung einer Kommission von
injj da kN'UNgs- gegeben, 10. dir zu über«
!ter hat« icfe zu« SaLtzim- U ' j
I wb. Paris, 14. Oft. Nach einer Radiomeüning ans London ist durch eine der letzten Noten die zwischen Loudon und Moskau gewechselt wurden, sestzestellt wor« lat, daß am 17. Januar ein englischer Zivilingemeur ebne Gerichtsverfahren auf Befehl einer außerordentlichen Kommission hingerichtet wurde.
Wb. London, 14. Oft. Die Lronautische Kaufe- renz beschäftigte sich gestern mit der Frage des Betriebes wn Luftfahrzeugen, die mit einer Dampfturbine wlstelle des Benzinmotors anSgestattet sind. Gegenwärtig Melden von den englischen Behörden Flugzeuge mit Dampfturbinen ansprobiert.
Wb. H e l s i» g s o r t, 14. Dtt. 80 französische Flücht- Xhtflt aas Rußland sind gestern in Stockholm erngetrvfstn. -9 davon wer^n heute nach Kopenhagen tveiterreisen.
Fiume,
dchlnnonzios Wehrmacht.
Wb. Amsterdam, 14. Okt. Die „Times" meldet »ss Fmme, daß d'Annunzio m einer Rede erklärt hat, haß er, wenn die italiemsche Regierung die Räumung -irgend eines Gebietteils btr Adria befehlen sollte, selbst fowrt dieses Gebiet besetzen werdet dazu ständen ihm genügend Truppen zur Verfügung. Wenn er dann von den Südslawen angegriffeu würde, so werde, davon fei er über» last, gsr«z Italien für die Verteidigung der Herrschaft <nt der Adria aufstehen und die italienische Regierung Itoingrn, ihn zu unterstützen. — Der Korrespondent der „Times" meldet, daß d'Annunzio über 6000 Mann gut «usgerüsteter Truppen verfüge, außerdem über 90 Flug- Heuge, ein Schlachtschiff, zwei Kreuzer, fünf Minen« fuchschiffe und 10 kleinere Fahrzeuge.
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Politische Tagesnachrichten.
In der Aussprache des Reichskehlenrats über die Hm obliegende Aenßernng zur Sozialisierungsfrage erklärte Geh. Bergrat Wtnghaa » (Deutsche Bergbauvereinigung) die Sozialisierung für in tret« fchtedener Richtung gefährlich. Dr. Breudle (Ver- -«nchervertreter) hielt die Sozialisierung angesichts des elf gemeinen wirtschaftlichen Tiefstandes für unangebracht und b. Bredow (Verbraucher) für zweckwidrig. Es werde gar nicht zu vermeiden fei», daß ein Staatsbetrieb aus der Sache werde, und davor habe er große Furcht Buch die Verteilung in der Hand des Staates gebe zu großen Bedenken Anlaß. Wie- | i n ß e t (Handel) warnte entschieden vor solchen Ex- -erimcnten. Löffler (Arbeitnehmer) und Werner (Betriebskeamter) traten für die Sozialisierung ein.
Rotter- Robert ie Red« ei'oe er* en, daß । Häu- 5er nach befinden ihcriien sem Gr» )ärt ssen
15 Mirgliedern beschlossen, der Bergwerksdirektoren, Verbrauchet und Arbeitnehmer angehören und die ihre Arbeiten am 24. Oktober aufnehmen wird.
Das bayerische Ministerium de« Aeußeren. Im bäuerischen Staatsbaushaltsausschuß wurde beim Haus- fytU des Staatsministeriums des Aeutzern ein sozialdemokratischer Antrag eingebracht, vom L Januar an dieses Ministerium aufzuheben. Ministerpräsident ». Kahr erklärte, daß die Regierung zunächst nicht beabsichtige, die Aufhebung des Ministeriums des Neustem zu verfolgen. Die Aufgaben des Außenministeriums hätten sich seit dem Frühjahr in unerwarteter Weise vermehrt und vertieft. Ferner sei nicht nur die Reicksregierung gewillt, eine besondere Vertretung in München einzurichten, sondern auch Sachsen und Württemberg hätten ihre Vertretungen beib-halten. Der Antrag der Sozialdemokraten wurde eit allen gyen 8 sozialdemokratische Stimmen adge- khnt.
Die Bestattung der Gattin des Admirals Scheer. Der frühere König Friedrich August hat zur Feuerbe- stattunq der Gattin des Admirals Scheer einen Vertreter entsandt, der am Sarge der Verstorbenen einen Lmb-erlranz nieder legt.
Kommunistische LandtaMkandidaturen. Nach einer Meldung der „Kreuzzeitung" haben die Kommunisten beftfcloiien, in allen Wahlkreisen Preußens für die be- Wrstehenden Landtagswahlen eigene Kandidaten auf- Mtel'en und den Mehrheitssozialisten und den llnab- Hängigen jede Unterstützung zu verweigern.
Dee Graudenzee .Gesellige", der letzte Hort des Eeutschtums in „Pommerellen", ist von einem polnischen Konsortium angekaust worden und soll fortan in *atimmlpolnischem Sinne geleitet werden.
Einftellung der holländische, Milchzufuhr nach de« Kuhraobiet Die holländischen Zeitungen melden, daß ^ie holländische Milchzufuhr nach dem Ruhrgebiet eingestellt worden ist.
Der italienische Minister de« Auswärtigen Graf «forzg ist zurückgetrrte«.
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it AusfcG « Fori» tgemeingj » Unin<
Äirper (verbrauchende Industrie) erklärte, es könne um einen Ilmbau handeln. Wagner (Arbeit-
$t-, «wnbsn 14. Okt.' Etwa Hunderi b-tvassuL Esten dte Gendarmerie von Dumanway tu der EJSaft W an. Es ist iu tinem Kampf g-Lmmen.
m L-ndsnderry entstand em Stratzenkampf, wobei Mesonen verwundet wurden. Ebenso kam <S aus der Quais von Dublin zu einer Schießern zwncheu Msti'.en und Soldaten. Militär mußte die Ordnung berftelfeit.
Dublin Castle" veröffentlicht eine Meldung, wonach WBern abend in einem Hause in Tintrrn in bet Grasichast Lx-soch sich eine heftige Explosion ereignete, die das fc2U5 vstiommen zerstörte. Sieben Männer, die sich in Inn Hause befände», wurden getötet, außerdem lind fünf »änner vcrtvundet worden, die in Gewahrsam genommen »jorbi’n sind. Man nimmt allgemein an, daß die Männer inst der Herstellung von Bomben beschäftigt gewesen sind.
Dee drohende Berzarbeiterausstand.
i k». London, 14. Okt. (Havas.) Das Ergebnis Ifr Abstimmung der Bergleute rom e am Donnerstag H« Bergleutekonferenz zur Kenntnis gebracht. Die zzmfchläge bet Arbeitgeber wurden mit 635 093 gegen $1428 Stimmen verworfen. — Amtlich wird mit- ^teilt: Die Konferenz der Bergarbeiter beschloß, daß Ate StteikankLudigungen am 16. Oktober fällig würden.
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eine Durchsuchung Nach gefälschtem Selbe mrb" eine Beschlagnahmung der gesamten Wertsachen vornehmen. Ein Beamter der Sicherheitspolizei war nur zum Schein bei diesem Raubüberfall tätig und hatte vorher die Lichtenselder Kriminalpolizei davon in Kenntnis gesetzt. Die Polizei hatte das Grundstück mit Beamten besetzt, die in dem Augenblick in die Villa eindrangen, als die Verbrecher das Grundstück mit ihrer Beute ver- lafjen wollten. Es entspann sich ein heftiges Feuergefecht. Hierbei nnirde der Haupttäter, bet angebliche Staatsanwalt, durch einen Kchuß getötet, ein anderer Verbrecher durch Schüsse verletzt. Die übrigen konnten verhaftet werden.
Raubüberfa«. Hamburg. 13. Ott. In Blankenese gingen abends ein Herr und eine Dame, die sich bei Verwandten aufgehalten hatten und ins Ausland reifen wollten, am Elbstrand fpazieren. als drei Männer sie mit Revolvern bedrohten, dem Herrn die mit viel Geld gefüllte Brieftasche abnahmen «nd der Dame die Fingerringe abnehmen wollten. Als dies nicht gelang, versuchten die Räuber, der Dame die Finger ab- zufchneiden. Sie hatten ihr schon empfindliche Schnitte beigebracht, al» Stimmen laut wurden, die die Banditen pir Flucht nötigten.
Grobfeuer ta einem Kraftwagenpark. Saarbrücken, 14. Okt. (Ein Großfeuer brach heute früh 6 Uhr in der ehemaligen Artilleriekaserne St. Arnual aus, das auf den französischen Automobilpark übersprang. Die Löscharbeiten gestalteten sich sehr schwierig, weil die Zufuhr von Waffer ziemlich mangelhaft war. Der Brand blieb fast unbemerkt, da dichter Nebel herrschte. Sowett bis jetzt feststeht, find 70 Personenwagen und 2000 Magnete sowie viele wertvolle Zubehörteile dem Brand zum Opfer gefallen. Die gesamte Repataturwerkstätte ist ein Raub der Flammen geworden. Rur mit Mühe konnte ein großer Teil von Fahrzeugen, die fich in der Werkstätte befanden, gerettet werden. Die Entstehungsursache ist noch nicht bekannt. Der Schaden soll fich auf etwa 30 Millionen Mark belaufen.
Auf eine Mine gelaufen. Stockholm, 14. Okt. Der griechische Erzdampfer „Nikos" ist vor Westervik an der schwedischen Ostküste auf eine Mine gelaufen und gesunken. Von der Besatzung find zwei Mann umgekommen; die übrigen wurden nach WestervU eingebracht.
Marburg und Umaeaend
Marburg, 15. Oktober (Eilbhatdt).
'Der Prozeß gegen die Marburger Zeitfreiwilligen. Wie torr bereits mitgeteilt haben, findet die Berufungsverhandlung gegen die Marburger 'Studierenden wegen der Vorgänge In Thüringen im nächsten Monat vor dem Schwurgericht •in Easfe! statt. Wße uns mitgeteilt wild, ist c5 manchem unverständlich, daß, während die erste Verhandlung hier vor dem Kriegsgericht stattfand, die erneute Verhandlung vor dem Casseler unb nicht vor dem hiesiacn Schwurgericht statlfinden soll. Nach der nunmehr nach Aufhebung der Militärgerichtsbarkeit maßgebeichen allgemeinen Strasprozcßordnnng ist ein Gerichtssteild hier nicht begrüirdet. Inständig ist das Gericht dir begangenen Tat oder das-enige Gericht, in dessen Bezirk einer der Angeklagten feinen Wohnsitz hat. Der vorübergehende Aufenthaltsort des Studenten in der Universitätsstadt zwecks keines Studüuns begründet keinen strafrechtlichen Gerichtsstand gegen ihn. Der Gerichtsstand des Wohnsitze? ist in Cassel gegeben, weil hn Landgerichtsbezirk Cassel — nämlich in Eschwege — einer der angeklagte« Studenten beheimatet ist, als» sein Wohnsitz hat. Für Bezirk des hiesigen Landgerichts ist keiner der Angekl.rgtrn beheimatet.
* Semester-Anfang. Mit dem heutigen Tage nimmt das Winterhalbfahr an der hiesigen Universität feinen Anfang. Die Vorlesungen beginnen wir schon mitgeteilt, am 26. Oktober. In den Straßen der Stadt macht sich bereits der lebhaftere Stuben» tenverkehr bemerkbar.
* Dnchergericht. Gestern fand nach längerer S?aufe wieder einmal eine Sitzung deS Wuchergerichts statt. Als erste Angevagte erschien eine Händlers- fron aus der Gegend von Zimmersrode, die dort 50 Pfund Kalbfleisch ausgekauft hatte, um dieses nach Frankfurt zu chrerer Schwägerin zu bringen. Als sie im Begriffe war, abzufahren, wurde ihr da» Fleisch beschlagnahmt. In der gestrigen Hauptvechandluiig machte die Frau geltend, das Fleisch rühre von den zahlreichen Rotschlochtnngen, die infolge der Maul- und Llauenseuche dort stattsinden, her. Diese Schutz- behanptung wurde sowohl vom Büraermeister wie auch von dem dortigen Bertrauensmann bestätigt unb hinzu- gefügt, daß daS Fleisch der Nvtschlachtung-n viel- fach kartensrei verkauft worden sei. Das Gericht sprach die Angeklagte frei. — In zwei Fällen handelte es sich dann um unbefugten Handel mit Tabokwarea. Urteil: 400 und 50 Mk. Geldstrafe. — Eine Fran, aus der Brcdenkopfer Gegend, die sich mit dem Aufkauf von Butter und Mehl in Oberhörlen befaß' mtb diese Lebensmittel an Bekannte in Elberfeld weiter- gegeben hatte, wurde in eine Geldstrafe von 200 Mk. genommen. — Zwei Frankfurter Hamsterer unternahmen einen Ausflug in die Gegend von Borken und Speckswinkel. Damit es nicht so auSsah, ließen sie sich ihre Rucksäcke und Taschen von zwei Seutcn tragen nnb benutzten and) teilweise ein Fuhrwerk. Alle Beteiligten Personen hatten sich nun wegen dieser Landpartie zu verantworten. DaS Urteil lautete gegen einen Angeklagten auf Freisprechung, einer wurde zn 1 Woche Gefängnis und 400 Mk. Geldstrafe, einer zu 3 Tagen Gefängnir nnb 100 Mk. Geldstrafe und bet brüte zu 2 Tagen Gefängnis und £0 Mark Geldstrafe verurteilt, ferner wurde gegen den Hauptangeschuldigten wegen nnentschuldigten Ausbleibens vor Gericht ein Hastbcschl erfaßen.
* Schöffengericht. Bei den folgenden Verhandlungen in der gestrigen Sitzung handelte eS sich außer den bereits «ttgeteilten in der Hauptsache nm kleinere Uebertretunßfn kriegswirtschaftlicher Bestimmungen.
* Ein Fahrradmarder. Heute früh stellte ein junger Mann sein Fahrrad am Hirschberg vor eine Haustür, um in dem Hause etwas zu besorgen. Als et herauskam, war das Rad verschwunden. "Im Falle eines Angebots fei mitgeteilt, daß das Rad Torpedofreilauf, dunkel-violetten Rahmen und gelbe Felgen hat. Auf der Lenkstange ist der Name Eberhard Wißner, Wermertshausen, eingraviert. Mitteilungen nimmt die Polizeibehörde entgegen.
* Eine Stadtverordnetensitzung findet nächsten Dienst^ nachmittags 6 Uhr statt, .
* Ein« FachfPuke f?r LvkomöÜvfAhrer. Nach guter Vorbereitung fanb am 13. Oktober hier, im Schulzimmer des BetriebswerkmeistereigebäudeS die Eröffnung der Fachschule sür Lokomotivführeranwärter statt. Erschienen waren der Vorstand des hiesigen Maschinen-- amts, Herr RegierungSbanmeister Breuer, der Vorsteher der hiesigen Betricvswerkmeisterei, Herr Werkstattenvor- fieber Wächtler, und Herr Lehrer Triesckmaun. Letztgenannte Herten haben es in liebenswürdiger Weise übernommen, den Unterricht an die 33 anwesenden Loko- motivführeranwärtrr zu erteilen. Der Ottsgrnppnwor- sitzer.de der hiesigen Lokomotivbeamten-OrtSgtnpve dankte im Namen der Lokvmotivbeamten den anwesenden Herren. Lehrern, die sich in den Dienst der guten Sache stellen wollen, besonders Herrn Regierungsbaunteifter Breuer und Herrn Werkstättenvorstehet Wächtler für ihre Bemühungen und Vorarbeiten, wodurch es möglich wurde, die Fachschule ,n eröffnen. Ferner dankte er der hohen Eisenbahnverwaltung für das Entgegenkommen in der Fachschulfrage. Besonders großer Dank gebührt aber der Lokomotivführerorganisation selbst, ine es stets für ihre vornehmste Pflicht gehalten hat, durch geistigen Ausstieg das Allgemeinwiffen ihrer Mitglieder zu erweitern und zu fördern. Den Herren Anwärtern legte er warm ans Herz, daß sie nicht nur Vorbildung, sondern auch tnere- lische Eigenschaften besitzen müssen, denn die Eigenatt deS LokomotitchiensteS erfordert schnelles Handeln und liebet- legen, jede Sekunde ist kostbares Gut. Sam Schluß forderte der Ottsgruvpenvorsteher die Anwärter auf, in dem kommenden Schnlfahrr recht fleißig t« lernen, den Herren Lehrern stets Achtung und Gehorsam entgegenzubringen, damit auch bei ihnen der Wahlspruch zur Wabrbtit werde: Durch oeistigen Fortschritt zum materiellen Wobl. F.
• Die Bestimmungen über Ladenschluß. Die Polizei teilt mit: Es liegt Veranlassung vor, darauf dinzuweisen, daß nach dem Gesetz vorn 18. 3. 1919 die offenen Verkaufsstellen (mit Ausnahme der Apo- tbeken) für den geschästlicken Verkehr von 7 Ahr abends bis 7 Uhr morgens geschlossen sein muffen. Hiernach dürfen Kunden in offenen Verkaufsstellen nach 7 Uhr nicht mehr bedient werden. Die beim Ladenschluß anwesenden Kunden dürfen noch bedient roerden. An 20 Tagen im Jahre, welche von der Polizeiverwaltung von Fall zu Fall bekamtt gemacht werden, dürfen die Verkaufsstellen bis 9 Uhr abends für den geschäftlichen Verkehr geöffnet sein. Auf diese Bestimmungen wird htngewiesen, um die Geschäftsleute vor Unannehmlichkeiten zu bewahren. Das Bediene» von Kunden durch die Hintertüren ufw. ist selbstverftöndlick auch verboten. Auch'an den Sonnabenden müssen die Läden um 7 Uhr geschlossen werden. An Sonntagen dürfen nur offen gebalten werden: Blumengeschäfte von 11%—1% Ahr, Zeitungshandel von 11%—1% Ubr, Konditoreien von 11%—iMr Uhr, Roheis darf von 7'4—9% Uhr verkauft werden, Milchbandel ist von 8—2 Uhr gestattet. An den letzten 3 Sonntagen vor Weihnachten, am letzten Sonntag vor Ostern und am letzten Sonntag vor Ostern unb am letzten Sonntag vor Pfingsten dürftn alle offenen Verkaufsstelle» von 11% Uhr norm, bis 6 Ahr nachm. offen gehalten werden.
• Handwerker - Versammlung. Man schreibt uns: Arif die heute Abend bei Seebode statt- findenden Handwerkervetsammlung wird hiermit nochmals hingewtesen. Der Reichsverband des deutschen Handwerks, von dem der Handwerkerbund für Kurhessen und Maldeck ein Untervetband ist, hat fich innerhalb Jahresftist zu einer machtvollen Organffation entwickelt, die in der Lage ist den anderen wirtschaftlichen Verbänden gegenüber die Interessen des Handwerkerstandes auf btt? nachdrücklichste zu vertreten. In Zukunft werden die das Handwerk berühtenden Gesetze unter Mitwirttmg des Retcksverbandes gelchaffen werden. 10 000 Handwerker nahmen dieser Tage in Hannover an dem Festzug des 1. Bundestages des Norddeutschen Handwerkerbundes teil. Anfang November wirb in Gaffel der 1. Bundestag des Handwerkerbun- dss für Kurhessen unb Waldeck ftattfmden. Bis dahin sollte jeder Marburger Handwerker dem Handwerker- Hund als Mitglied beigettete« fein und hierdurch mit- helfen, daß dieser Bundestag zu einer mächtigen Kundgebung des hesfisch-waldeckischen Handwerkerstandes wird. Hoffentlich kommt jetzt der Marburger Handwerkerstand zu der Erkenntnis, daß nur ein Eefanttzu- sammenlchluß das deutickt« Handwerk über dir schweren Zeiten binwegheffen kann.
♦ Der Hausfrauen-Berei» teilt uns mit: In der nächsten Zett werden wir die Freude haben, eine der Dertteterinnen der Hausfrauen im Retchs- wittschaftsrat, Frau Emma Kromer, Mannheim, hier über ihre Tätigkeit in diesem fvreche» zu hören. Im ganzen find 5 Frauen und 321 Männer in den Retcks- wirlichaftsrat eingezogen: ein Wort über das Verhältnis dieser Zahle» zu sagen, erübrigt fich. Da der ange- kündigtc Vortrag einen sehr lehrreichen und interessanten Abend uns z» geben verspricht, machen wir schon heute auf ihn aufmerksam. Er soll uns Hausfrauen aufklären, warum wir uns organifiert haben, und warum wir dies tun mufften. Organisation unb Zusammenschluß ist ja heute die Parole in allen deutschen Landen, sie steht auf den Fahnen sämtlicher Berufszweige und muß besonders auf dem Banner bet deutschen Hausfrau mit leuchtenden Farben geschrteben fein. Bisher war es meist so, daß kleinliche Dinge und Jnter- effen für die Frauen der Beweggrund zum Eintritt in den Verein waren. Für die wahrhaft große» Gedanken ist das aber geradezu vernichtend, denn für diese muß vor allem mehr Verständnis gezeitigt werben. Mehr Berufsbewußtsein fördert den Zusammenschluß, unb bieser Zusammenschluß verkürzt unsere Bedeutung für die gesamte Volkswirtschaft und Dolksernährung. Nachdem hn Anfang dieses Jahres die langerstrebte Einigung der städtischen und ländlichen Hausfranen in Ferm eines Kartells anf dem gemeinsamen Boden der Berufsorganisation Gestalt genommen hatte, wurden kürzlich auf einet gemeinsamen Sitzung bet Vorstände beider Verbände eingehende Beratungen gepflogen, um gangbar« Wege gemeinsamer Arbeit zu finden, fedoch bei aller Weite des Blickes zur Erreichung der beiden Verbänden gleichwichttgen Ziele auch die Sonderheiien jeder einzelnen Organisation |u ihrem Rechte kommen zu lasse«.
* Verleihung. Bei der gestrigen Mitteilung be- tteffs Verleihung des Eiserne« Kreuzes L Klasse muß es Ferber (n'cht Serber> hcißcn.
Theater, Senzerte, Ferfemmfnnge« ufw.
*Klavierabend Kwafl-Hodapv. Der morgen im PkilippShaus statt findende Klavierabend von Frieda Kwast-Hti>app begegnet erfreulicher Weise auch hier lebhaftem Interesse, die Nachfrage nach Eintrittskarten ist in den Neufeldt'schen Musikalienbandlungen sehr rege. Die Künstlerin hat soeben in Karlsruhe nach dem einstimmigen Urteil der dortigen Presse daS gleiche Programm mit glänzendem Erfolg vorgetragrn.
* D ie Lichtspiele, Bahnhofstraße, schreiben: Die Leitung bringt schon heute Abend ein neues Programm unb zwar einen Grotzfilm, bet auch hier einen wohlverbienten Beifall finden wird. ^Niemand weiß e»*4 ist der Titel dieses gewaltigen Gesellschaftsfilrns, tg der Hauptrolle dte elegante» Darsteller Joh. Rie
mann in® Edith Zoska. Der Film enthält eine Reih« wirksamer Bilder neben einer Fälle reizenbet, entzückend gestellter Kinderszenen. Die ersten Vorstellungen beginnen heute 5 «nd 8 Uhr.
:: E wSdorf, 14. Oki. Heute trat der vom hiesigen Schulvorstande einstimmig gewählte und von der Regierung zu Cassel bestätigte Herr Lehrer Koch aus Nieder- klein bit neu errichtete 2. Lehrerstelle an.
):( Eterzh««fen,15. Okt. Am nächsten Sonntag findet hier die Einweihung des Kriegerdenkmals statt. Die Feier beginnt Vt2 Uhr nachmittags.
(0 Aus bet Rabenau, 14. Okt. Die Kartoffelernte im Lnmdatal ist Beruhet. Dir Landwirte sind mit dem Ertrage zufrieden und spreche» von einer guten Mittelernte. Im Gegensatz zu «oberen Gegenden war hier die Kattofselernte nicht früher als in sonstigen Jahre». Ein« Bauernregel in bjr hiesigen Gegend lautet: „St. Gall, Kraut unb Kartoffeln im Stall." In diesem Jahre dürfte die 5rfbarbnt am Gallusmarkt (13. Oktober. in Grünberg) kaum beendet fein. Die Dickwurzernte ist noch fest im Gange. Auch hier sind die Bauern mit dem Ertrage zufrieden.
-o- Kirchhain, 14. Olt. Die Waffenablieferunz hat bis hente, zum Tage bet vollen Prämienauszahlung, folgendes Ergebnis gezettigt: 71 Karabiner, 34 Gewehre, 12 Revolver oder Pistolen, 3 M.-G.-Schlösset. 2 M.-G.» Läufr. etwa 3000 Patronen und eine Artillerie-Zielvorrichtung. — ©inen empfindlichen Verlust erlitt ein hiesiger Landwirt dadurch, daß ihm eine wertvolle Kuh aus der Weide verendete. Der anfänglich gehegte Verdacht, daß das Tier an einer ansteckenden Krankheit eingegangeni sei, wurde wieder ntedergeschlagen, da nach «nzeheuder Nntersuchung des »ach der Wafenmeisterei Marburg verbrachten Tieres nichts festaestellt werde» konnte. — An dem von der Treuhag-Cassel vcransialkten Vuch- führungskursuS beteiligen sich etwa 25 Herren. Der Kursus, der in Kürze beendigt sein wird, findet im Saale des Hotel Mosebach statt.
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Hessen-Nassau und Nachbargebiete.
Cassel, 14. Oft. Statistische Erhebungen haben ergeben, daß die Bautätigkeit nn vergangene« Sommer* halbsohr in btt Provinz Hessen-Nassau auf dem Lande weit stärker war, wie in den 'Städten. Man bringt! diese Tatsache mit der leichteren Beschaffung aller Materialien in Zusammenhang.
Schotten, 18. Ott. Die Vogelsbetabahn wird wahrscheinlich eine reckt hohe Dividende verteilen können, denn toch niemals wurde auf ihr ei» solcher Verkehr von Schiebern unb Hamsterern beobachtet, als In diesem H erbst. Sämtliche Züge sind buchstäblich mit Reisenden vollgepropft und zudem noch mit Koffern, Kisten unb anderen Gepäckstücken jum Verstauen von Getreide, Obst und Kartoffeln, überfüllt. E» ist geradezu unerhört, daß von den Schleichhändlern nach fachmännischer Abschätzung täglich mehr als 1000 Zentner außer Landes verschleppt werden und darn.t d-r Allgemeinheit entzogen werde«.
mr. F r a n k f u r t a. M., 14. Oft. Der Frankfurter Magistrat warnt nockimals vor dem Zuzug nach Frankfurt, da keinerlei Möglichkeit besteht. Zu- ziehende unterzubringen. Die Wohnungsanmeldung ist überhaupt bis zum 1. Januar gesperrt. — DaS Lebensmittelamt soft bis zum Ende des Jahres völlig abgebant werben. Nur die Wteilung für Brot- und Krankenversorgunq bleibt bestehen. Tie Angestellten werden größtentnls entlassen ober her Erwerbslosen- fursorge zugeführt. Auch- die Kohlensttile soll in wesentlichen Teilen eingeschränkt werden. — Der Erfolg der dritten Frankfurter Messe wird dadurch gekennzeichnet, daß ireit über die Hälfte der Aussteller ihre Plätze schon für die nächstjährige Frühjahrsmesso bestellt hat. — Die Millionenunterschlagungen des 21jährigen Bankbeamten Willi Hetznet belaufen sich auf vier bis fünf Millionen. Hetznet hat in Gegenwart des Staatsanwaltes ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die Unterschlagungen sind das W'rk weniges Tage. Der als Mittäter in B ter acht körnende Kaufmann Scharold «uS Nürnberg ift wahrscheinlich ins Ausland geflohen. Er hat ungefähr 60000 Mark erhalten. — Der Techniker Pistor wurde zu neun Monaten Gefängnis verurteilt, weil er große HeiratS- schwindeleien begangen hat, obwohl «t Familienvater ist. i
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Letzte Nachrichten.
Hamburg, 15. Oft. Gestern erfolgte auf beit Norbdeutschen Sprengstofstverken in Quickborn eine schwere Explosion, burch bie ein Arbeiter getötet unb 22 verletzt wurden.
wb. Zürich, 13. Okt. Nach einer „Times"-Mel- düng aus Moskau beträgt die Bevölkerung Petersburgs 899 000 Seelen, darunter nur 345 000 Frauen. Selbst. eva»s.»luth. Gemeinde. Sonnabend,
16. Oktober, nachm. 5 Uhr: Beichte. Sonntag, 17, Oktober tErntedanksestV vorm. */510 Uhr: Predigt* gotteSdienst und heil. Abendmahl. Kollekte.
Adventisten-Gemeinb«, Am Grün 26, Hinterhaus. pari. GottcSdionsi Sonnabend Nachm. 2 Uhr: Sabbatschule unb Prediot._________________________
Wetteraussichten für Sonnabend, 16. Oktober: Vorwiegend nebelig »nd trübe, einzelne, meist leicht« RegDenfälle.
3-rankworttich für oen uottMchcn Teil: Kurt Hai nie; filr den örtlichen nnb Provinz Ttil' Wild. Wißner«
Kursbericht
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Bankhauses Baruch Strauß.
Rertetd «e> greatfurt, de« 14. Oktober 1920.
Utentruf 29, 136 7371, 7372, 7373. H-M«. _
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