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Amtliches DerNnLigungsblatt des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

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(»ItofrreM.)

Einnahme von Wilna durch die Polen

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seitdem nichts mehr gehört. Ter Reich sssnanz

hat nun im Reichsrat angekündigt, daß das

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krediten aufbau können.

für diesen isen Staaten, die den Wieder« nicht aus eigenen Mitteln finanziere« und endlich die Wiederherstellung und Bei«

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«nb niSis sehen will, und die sich aus irgend les Wunder verläßt.

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besferung der Welttransporlmittel, also namentlich des Schiffahrtsverkehrs für die Wiederaufnahme des internationalen Handelsverkehrs.

Das ist ein umfassendes und großzügiges Pro­gramm, von dem man nur wünschen kann, daß es alsbald in die T a t umgesetzt werden könnte. Aber bis zu dieser Tat hat es noch'weite Wege. Genf wird eine Etappe auf diesem Wege sein. Es wird nun alles darauf ankommen, daß die in $ rüffel vereinigten Finanzmänner bei den Regierungen ihrer Länder auf die Ve r w t r k l i ch u n g der in Brüssel beschlossenen Richtlinien hinwirken. So. weit Deutschland in Frage kommt, steht einem Streben in der bezeichnete» Richtung nicht» im Wege.

rob. Paris, 9. Okt. General Niessel wurde zum Ches der französischen Misston in Polen ernannt.

und den Führern der Don-, Kuban-, Terek- und Astrachankosaken ein Bündnis abgeschlossen worden., rob. Paris, 9. Okt. Wie verlautet, ist der ehe­malige russtsche Botschafter in Paris, Maklakow, zum Botschafter der Regierung von Sübrußland, d. h. der Regierung de» Generals Wrangel, in Paris ernannt worden.

Die Agentur Radio läßt sich aus Warschau melden, daß Nikolai 'Nikolajewitsch zum Generalstab des Generals Wrangel gehöre.

TieOderhe,fische Zeitung" erscheint sechsmal »ö»entlich. - «e,-gspreis monatlich 4 «k., durch die Poft 4.2« «k. Ausgabe B mitVb-rh. Eport-Ztg 1 Mk mehr - - elementarer Ereignisse kein Ersatz.

die auf neudcutsche Weise zu Amt und Würde gekommen sind, können entbehrt werden. Das gilt auch für die Dutzende von Pressestellen, von denen die Dresse für ihre beruflichen Aufgaben garnichtS hat, und die sich vielfach zum Schoden der Presseinterelsen betätigen. Gerade dir Presse hat daS größte Interesse daran, daß der Stand der Pressevertreter und die Aufgaben der Presse nicht zu Borwänden für Sinekuren gemacht werden.

Wir haben vernommen, daß das Reichskabinett dem Reichssinanzminister vor kurzem erweiterte Voll­machten gegeben hat. lieber den Inhalt dieser Voll-

Dir ZkufstandsgcrLchte.

wb. London, 9. Okt. Der Korrespondent Lcs Daily Telegraph" in Kopenhagen übermittelt eine Nachricht aus Riga, wnoach sich dort mit gro­ßer Hartnäckigkeit das Gerücht aufrecht erhalte, datz in Moskau ein großer Aufstand ausgebrochen sei.

Tschitscherin wünscht Friedensoerhaudlungen mit Rumänien.

wb. Kopenhagen, S. Okt. Wie derBerlingske Tidende" aus Helstugfors gedrahtet wird, veröffentlicht dieKrasuaja Gazeta" ein Telegramm von Tschi­tscherin an Take Ionescu, worin der russische Minister des Aeußeren erklärt, daß die Sorojetregieruug noch immer keine Antwort auf ihren letzten Friedensvor­schlag an die rumänische Regierung erhalten habe. Tschitscherin betont den Wunsch, bald von neuem eine friedliche Verbindung zwischen Sorojetrußland und Ru­mänien herzustellens er schlägt neue Friedensoerhand-

Das Urteil des Vizepräsidenten der Reichsbank.

wb. B r ü s s e l, 9. Okt. (Havas-Reuter.) Der Bizeprästdent der Reichsbank, v. Glasenapp, einer der Delegierten zur Finanzkonferenz, erklärte in einer Unterredung mit einem Vertreter de» Etoile Velge" auf die Frage, ob Deutschland ix der Lage sei, den von der -Konferenz gutgeheitzenen Grundsätzen Rechnung zu tragen, Deutschland müsse, wie andere Ländr, Sparsamkeit üben und arbeiten. Aber, so fuhr er fort, wir find in ein« nützlichen Lage, denn da, grotze Elend und bei Hunger find oft schlechte Berater. Die durch den drohenden Einmarsch in da» Ruhrgebiet und die Lage in Oberschlefien hervorgerufene Beunruhi­gung ist dazu angetan, unserem guten Will«, Fesseln anzulegen. Die finanzielle Lage Deutschs

Die polnischen Friedens- Bedingungen.

Warschau, 10. Okt. lieber die polnischen Friedensbedingungen verlautet:

Die beiden Partein find sich darüber einig, datz die Unabhängigkeit der Ukraine und von Wcitz- ruthrnien, soweit diese Länder auf der russischen Sei e der Waffenstillstandslinie liegen, anerkannt w'rden msitz. Man verpflichtet sich gegenseitig, sich nicht in die internen politischen Fragen zu mischen. Polen braucht seinen Teil der russischen Schuld nicht zu bezahlen. Rußland zahlt an die polnischen Staatsangehörigen eine Vergütung für die durch den Krieg veranlaßten Schulden. Rußland gibt die polnischen Archive und historischen Wertsachen zurück, ferner auch die nach Rußland verschleppten Maschinen und Mobilien. Man erwartet, daß in Weißruthenien eine nationale Regierung gebildet wird.

M ne« Segiernns in Silnn.

wb. Wilna, 9. Okt. Die Litauische Telegra­phenagentur meldet: Am 7. Oktober unterzeich­neten die Polen in Gegenwart einer interalliierten Schiedsgerichtskommission einen Waffenstillstands- oertrag mit Litauen und erkannten die Demarka­tionslinie als endgültig an. Roch am selben Abend griffen die Polen trotz der dringenden Warnung der interalliierten Kommission die litauischen Stel­lungen unerwartet an, durchbrachen die Demarka­tionslinie und setzten mit ungewöhnlich starken Kräften den Vormarsch gegen Wilna fort. Die interalliierte Kommission steht diesem neuen polni­schen Waffenstillstandsbruch machtlos gegen­über. Es entspannen sich erbitterte Kämpfe in der Gegend von Shosli. Auf beiden Seiten gab es große Verluste. In Stadt und Land bildeten sich Bürgerwehren. Die polnische Uebermacht ist so groß, daß es ihnen gelang, bis fünfzehn Kilometer südlich von Wilna vorzubrech n. Da matt damit rechnen muß, datz die Palen auch ihr Versprechen, Wilna unberührt zu lassen, treulos brechen, ent­schloß sich die litauissbe Regierung, die Ministerien und Aemter nach Kowno zurückzuverlegen. Die interalliierten Kommissionen erklärten sich bereit, den Schutz der litauisch"n Inter essn in Wilna wahrz.unehmen, falls es Polen gelingen sollte, sich der Stadt zu bemächtigen.

wb. Kowno, 10. Okt. (2it. Telegr. Agentur.) Die letzten Ministerien verließen die Hauptstadt Wilna nach ordnungsmäßiger Räumung am 9. 10. Es waren am 9. 10. erbittert» Kämpfe an der Front in Wilna hörbar. Die Bevölkerung ist er­regt. Die Juden flohen aus Angst vor Pogromen. Miliz hält die Ordnung aufrecht. Die Kontroll­kommission des Völkerbundes ist ans Snwalki nach Wilna gereist, um mit b'n litauischen Regierungs­vertretern den Sachverhalt zu untersuchen.

Rach hartem Kampf haben die Polen am 9. 10. Wilna eingenomMen. Die angreif»nden Trupp-n sind zusammengestellt aus vervolten Bewohnern Ostlitauens, die von General Soligowsli gesüh t werden. Soligowski hat in Wilna eine neue R e - g i e r u n g ausgerufen, dessen Oberhaupt er selbst ist und an der Gu'sb'fiber teilnehm-n. Sie ver­langen, datz die Litauer das ganze früher von Po­len besetzte Gebiet verlassen und datz eine Volksab­stimmung stattstnde.

Dieser Finanzbevollmächtigte wird unter der Verantwor lichkeit des Reichsfinanzministers stehen. Dieser also wird für die Maßnahmen und Anordnungen des Finanzbevollmächtigten die po­litisch parlamentarische Rechenschaft ablegen müs­sen. Im übrigen wird aber dieser Finanzbevoll- mächtigce die weitgehendsten Rechte ausüben müssen. Seine Befugnisse werden sich auf alle Ge­biete der Reichsfinanzverwaltung zu erstrecken haben, vor allem auf die Erhebung der Steuern. Er wird auch mit ne-en Vorschlägen zur Behebung der Finanznot des Reiches an die berufenen Stel-

machten und über die Mittel zu ibrre Ausführung haben wir aber seitdem nichts mehr gehört. Der Reich'ssnanz-

nehme". _____

über hinweggehen dürfte. Es ist auch zu begrüßen, daß

Kabinett alsbald die entsprechende Formulierung vor- Wir sind der Meinung, daß keine' Minute dar--

der Reichsfinanzminister darauf dringen will, daß diese Anweisungen nicht in einem Gebeimschrank liegen bleiben, sondern der vollsten Oessentlichkett unterbreitet werden. Als Grundforderung muß aufgestellt werden, daß kein Anspruch irgend eines Ministeriums er'vllt werden kann, sobald da? Reichssinanzministerium Einwendungen da­gegen erhebt.

Unsere Finanzlage läßt sich das dürfte nun jedem flat sein, nur aus dem Wege der Stcucröeschassung nicht beordnen. Es sind vielmehr ganz große umfassende und einschneidende Maßnah­men erforderlich, die jeden von uns auf das Tiefste be­rühren werden. Der demnächst zusammentretende Reichs­tag wird mit diesen Dingen sich in allererster Linie zu be­fassen haben. An dqe Volksvertreter tritt die ernsteste Entscheidung heran, vor die sie je gestellt waren.

Ein Betonterer Finanz- Bevollmächügier.

Berlin, 10. Okt. Zur Durchführung der Beschlüsse des Reichskabinetts vom 22. September über Maßregeln zur Gesundung der Aeichsftnauzen ist ein Reichs­kommissar ernannt worden, der dem Rcichssswinz- ttinifter beigeordnet ist und unter der Mitarbeit der Ministerien seine Tätigkeit auszuüSrn bat Dieser wichtige Posten ist dem Präsidenten des Landrksinanzamtes Unter» Weser Dr. Karl 5-i;rtr«»en morde«.

Die osipreutzischen Orts- und ' Grenzwehren.

tob. Paris, 9. Okt. Die Botschafterkonferenz beschloß am 6. Oktober, dem deutschen Ansuchen auf Verlängerung der am 10. Oktober ablaufenden Frist für die Entlassung der Miliz in Ostpreußen nicht stattzugeben.

Anmerkung des W. T. B.: Die Meldung ist augenscheinlich unrichtig. Die deutsche Regie­rung stellte den Antrag auf Verlängerung der Frist zur Entlassung der einberufenen Mannschaften der Orts- und Erenzwehrcn nicht. Vielmehr wurden die aufgebotenen Ortswehrleute, ungefähr 1000 Mann vor dem 1. Oktober,' die Mannschaften der Erenzwehr, etwa 2000 Mann, am 8. Oktober ent­lassen. Die deutsche Regierung hatte dagegen beantragt, keine Einwendung gegen die Aufrecht­erhaltung der letzten Organisationen der Orts- und Erenzwehr zu erheben, solange zwischen Rußland und Polen nicht der Friede geschlossen ist. Bei die­ser Organisation handelt es sich lediglich um die listenmätzige Feststellung derjenigen Männer, die im Falle äußerer Bedrohung bereit find, sich jur Verfügung der Regierung zu stellen.

-i R>t diesen Zuständen muß so rasch als möglich an stnde gemacht werden. ES ist ein unglaublicher Zustand.

sich !xi3 bettelarm gewordene Deutsche Reich heute 'täten Minister- und Beamten-Avvarat leistet, den es sich in den Zeiten seines wirtschaftlichen Hochglanzes |iid?f Gestattet hat. Wir haben heute 12 Ministerien itaettiiler 6 in früheren Zellen. Es ist wahr, daß bei tiefer Aemtervermehrung vieltech bestimmte Partei- Aünsche maßgebend waren. Wir haben cs ja gerade ;iet Umbildungen und NeubiDungen des Kabinetts oftmals beobachten können, welcher Schacher mit diesen Aemlern ;ietri<SeN wurde und wie man neue Ministervosten erfand, ' vrr nm der Angst gewisser Parteien, um ihrenEinfluß" tegewflfcer den anderen Parteien gerecht zu werden. lUtn»gema6 fetzten solche neuen Persönlichkeiten ihren :Etofo darein, durch eine Anhäufung von Bergen von Akten ihre Nützlichkeit und Notwendigkeit zu beweisen.

Parlament wurde mit Gesetzen bestürmt, in denen ßch Rente keinMeuschmehrauskennt. Das alles -tefordatee wieder ungeheure Beamtenkörper. Heute sind Ne meisten Ministerien Wasserköpfe, die der gesunden Entwicklung des gesamten Organismus hemmend und schädigend, im Wege stehen.

Wo bleibt bet eiserne Besen? Es muß eine gründliche Auskehr gehalten werden. Die Säuberung muß ganz *6tn anfangen und ganz unten enden. Dutzende, ja vwnbeite ganz neu eingerichteterStellen", solche nicht im Sinne von Einzelämtern, sondern von ganzen iweamtenkörpern, können ohne Schaden für die neudeutsch« Mepubllk entbehrt werden. Biele Taufende vonKräften",

vor.

General Wrangel.

Kopenhagen, 9. Okt. Rach einem Tele- aus Sebastopol ist zwischen General Wrangel

<TOI Der Bwjeigenptei» beträgt ffr ktt Saefo. Zelle 75 Pfa. and 10% «affilaa. »«tttche VltttOllVQ I und eaaeaitlge 1.- Äf., Reklame,eile $.00 Mk. 5«»»» Rabatt gilt al, Barradalt.

s s Of+rtfiAr IBe« Baakimst durch di« «elchiffsteüe am» vermitttaag der »aaefiat« 75 Pfg. Saa-

ÜJlOtltCIQ, 11. DuOOdt dekgedüdt. - Bet Beträge* aalet 20 «L müHew wir da» Part, für »i« Rechnu«, ------ 1 derechaea. Paftlcheckkanta: Ät. 5015 Bat gtenhert a. State.

Bm Grotfmis in Mel

Die Brüsseler Konferenz ist zu End«. E» war vor. vornherein im Grunde nicht ihre Abficht, be* stimmte praktische Ergebnisse zu zeitigen. Brüssel b->t vielmehr eine, unter den obwaltenden Um­ständen durchaus zu begrüßende, Gelegenheit z» einer allgemeinen Aussprache von Vertretern aller interessierten Mächte. Und dazu gehört schließlich heute die ganze Welt. Darin liegt ja auch die Be­deutung von Brüssel, daß es seit 1914 die erste Weltkonferenz war. Und daß diese erste große internationale Versammlung den Weltwirtschafts- "rggen und Weltwirtschaftsklagen, die unter den obwaltenden Verhältnissen allen Ländern gemein» am sind, gewidmet war, ist das charakteristisch« Zeichen der Zeit. Brüssel sollte die Plattform für eine gemeinsame Aussprache über die Ursachen der Sorgen und über die Mittel zu ihrer Behebung -ein. Irgend welche sofort in die Praxis umzu- setzende und zur unverzüglichen Verwirklichung ge­eignete Defchlüffe konnten unter solchen Umständen nicht erwartet werden. Die Konferenz hat sich darum auch darauf beschränkt, bestimmte Richt­linien als das Ergebnis ihrer Beratungen aufzu­stellen, denen aber eine außerordentliche wirt­schaftliche und politische Bedeutung zukommt. Als Willensmeinung eines Parlaments großer, mitt­lerer und kleiner Rationen der Erde, von Vertre- t?rn der kriegführenden, neutralen sowie der gänz­lich außerhalb der kriegerischen Ereignisse stehen­den Völker müssen diese Richtlinien hoch gewertet werden. In ihnen wird als erste Bedingung für die Wiederaufnahme des internationalen Handels­verkehrs die Forderung ausgesprochen, daß bet Friede tatsächlich wieder hergestellt wird. Daraus ergibt sich die ausdrücklich zugestandene Bestätigung des gerade von deutscher Seite immer wieder befiagten Zustandes, daß wir immer noch in einerKriegs-Atmosphäre" leben, di« einer friedlichen Entwicklung im Wege steht. Wenn di« Brüsseler Konferenz ausdrücklich von dem Bor> handensein einerStimmung für Vorbereitungen zum Kriege" spricht, so kann man darin eine Be­zugnahme auf die ständigen französischen Drohun­gen mit der Besetzung des Ruhrgebiets erblicke«. Der Wunsch Brüssels, daß auch innerhalb bet Staaten die Ruhe wieder hergestellt werde, ist auf Deutschland ebenso gemünzt, rote auf Verhältnisse in den Siegerftaaten. Man denke nur an di« schweren Sorgen, di« England wegen der irische« Vorgänge bedruck««. Brussel wünscht weiter al» Voraussetzung für die Verbesserung der finan­ziellen Lage eine Verständigung der Völker. Sie ist Vorbedingung für die Handelsfreiheit, die eben­falls nach dem Wunsche der Brüsseler Konferenz unverzüglich wieder hergestellt werden soll, da­durch,daß die künstlichen Beschränkungen und Preisunterschiede beseitigt werden". Unmittelbar im Zusammenhang damit müssen die fortdauernden Schwankungen der Valuta, die auf die Wiederauf­nahme des internationalen Handelsverkehrs läh­mend wirken, beseitigt werden. Die Konferenz wünscht weiter die (Einräumung von Handels-

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zy Milliarden Schulde«.68 Milliarden Iahres- : fehlbetrag.

Unser Berliner r*-Mitarbeiter sendet uns fol- gende weitestgehend« Beachtung hetzchende Aus- stihrnngen über bie katastrophale Finanzlage Deutschlands, über beten Schwere sich welle Kreise noch immer nicht Har zu sein scheinen.

L Seiten Kreisen dies Volkes ist bas Grkühl für bie Kcdeutung bcr Milliarbenziffern von heute vollständig abbenben gekommen. Aber bas ist noch nicht einmal bas Schlimmste, baß wir es heute mit ungeheuerlichen Mil- lÄlttzensummen in unserer Ausgaben- unb Schulden- «rtischaft zu tun haben, sondern das Fürchterliche unserer ggge besteht darin, daß diese Ausgaben und Schulden sich täflütfi n einer geradezu phantastischen Weise v e r -1 Nehren. Wir haben heute überhaupt keinen sicheren Wchaltspunkt, der uns gestatten würde, mit feiten Sum- h«r zuverlässig zu rechnen. Man kann es begreifen, wenn in hem Berichte über die Reichsratssihung zum Ausdruck pbiwflt wurde, daß die Ausführungen des Vertreters des Keichsiinanzministeriums einen niederschmettcrn- tzrn Eindruck machten. Es ist fürchterlich, innerhalb Peniger Tage hören zu müssen, baß bas Defizit beS NeichShaushaltcs für dieses lausende Fahr, bas anfangs etwa 15 bis 20 Milliarden beziffert war, später dann 'Pll M Milliarden und noch vor wenigen Tagen in bcr KaSmettssitzung mit 40 Milliarden angegeben war, in- Dische?- aus 68 Mitliarben Mark angewachsen ist. 88060 Millionen Mark sinb banach im Reichshaushalt das laufenden Jahr noch ungedeckt. Man versuche mir einmal, sich eine Vorstellung von dieser Tatsache zu machen. Alke Begriffe versinken gegenüber solchen Ver- HK'uisstn in5 Leere. Man kann es »erstehen, daß der kertreier des Reichsfinanzministeriums die Frage au?- varf, ob unter diesen Umständen das Reichsnotovfer über- Ham'! noch einen Zweck habe. Sein Ertrag ist ans 45 iNäharbeit Mark, jedoch zahlbar innerftalb 3 0 Jahren beranichlagt. Dieser Betrag also würbe noch nicht ein« Iteal dazu ausreichen, zwei Drittel des Defizits von heute jii decken!

b SS Milliarden Defizit stellen eine drrizebnfaH höhere Summe dar, als bie sämtlichen Reichsschulden vor dem kriege betragen haben: sie machen den fünften Teil de? firmten vor dem Kriege vorhandenen Volksvermögens i Sus! Dieses Tesizit könnt« unmittelbar nur dann ge­deckt werden, wenn jeder von uns, ob Mann ob Frau, ei Greis ober Säugling sofort einen baren Betrag von p 1500 Mark dem Reiche auslieferte. Unsere Schulden von heute, die schon annähernd 5 0 0 Milliarden Mark

I Bettog#«, noch vor einem Vierteljahr konnte man KmLen, cs feiennur" 300 Milliarden Mark wür- jim nur dann abznt'ggen fein, wenn jeder Deutsche, fciebetnm vom Greis bis zum Säugling etwa 10000 Kc'.T auf den Tisch dcZ Dauses niederlegte.

ck So stehen die Dinge. Mau kann cs verstehen, daß tont auch der Rcichsrat, die Vertretung sämtlicher beut Keräiiber, die rücksichtsloseste Anwendung der Forde- srimg der Sparsamkc it verlangt. Aber gerade dieser Lmrkt ist mit der trübste. Es ist tatsächlich eine heiI- ikvse Schleuderwirtfchaft eingcrisicn, ein Jn- idenka- ''-Ken. das zu der allerschärfsten Kr'tll ifortir "->«? im laufenden Haushaltsplan trotz unterer Mrarneirng und trotz unserer jammervollen Finanzlage 45 080 neue Beamtenstellen geschaffen wor- i Beit sind, ist nicht zu verstehen. Man muß Ne Frage aufwerfen, wo denn hier bie K 0 ntr 0 lle

§ Parlaments ist. Man kann es begreisiich sin- jden, daß der Ve-trctcr des Reichssinanzmimstcriums vor tzem Reichsrat dem Reichstag «inen Rüssel erteilte um -deswillen, weil er bei der Bewilligung von Ausgaben die iBereifftrffung von Deckungsmittcln versäumte. Das ist Tat ein nur zu berechtigter Vorwurf. Aber im Har imewt herrscht gegenüber unserer heutigen Finanzlage du: gewisse Resignation, eine Stimmung, die den Ent- Medüngen ans dem Wege zu gehen trachtet, die

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