anderes Ziel als das den Massen vortzetäuschk« der Behebung der Erwerbslosigkeit. Die Sozialdemokraten haben alles Interesse daran, sofort nach Wiedereintritt in die Regierung mit in erster Linie das Reichsarbeirsmimsteri'.im in ihre $Sanb zu bekommen. Darum richten sie ihre Kritik gegen die Tätigkeit des Reichsarbeitsministeriums, um aus diese Weise die Plattform für ihren zu erhebenden Anspruch auf Besetzung dieses Ministeriums durch einen ihrer Genossen sich zu schaffen. Nach dem Urteil aller sachverständigen Kreise hat noch kein ArbeitSministcrium so ausgezeichnet gewirkt, wie gerade jetzt unter dem Einfluß von Dr. BraunS. Aus Brauns ist übrigens auch die Einrichtung deS besonderen WirtschastSauSschusses im ReichS- kabinett zurückzuführen. Es ist schon so: Die Sozialdemokraten möchten der jetzigen Regierung und den sie biHMdrn Parteien die schwere Arbeit und damit die BcrantwoMich- keit für die Führung der polittschen und wirtschaftlichen Geschäfte des Reiches in den kommenden Wintermonatrn überlassen. DaS gibt dann eine gute Grundlage für eine billige Agitation, mittels derer die RechtSfozmlisten unirr Ausnutzung der Spaltung der Unabhängigen hoffen, in größerer Mandats stärke als bisher in tinue neu zu wählenden Reichstage zu erscheinen, um dann — wenn irgend möglich — die Führung in einer neu zu bildenden Regierung zu übernehmen. Man mutz diese Absichten *m Anfang en durchschauen. Und sie müssen gerade fai bürgerlichen Lager erkannt werden.
5er Sri« la Men
Heiteren Mißerfolg« der Rätetruppe«.
rob, Warschau, 2. Okt. Generalstabsbericht der polnischen Arme« vom L Oktober: Die Bet» gung der i» den Kämpfen bei Lida zerstreuten Eowjetdiviston entwickelt sich weiterhin für ans günstig. Am 29. September rückte die Truppe bee Obersten Deba-Biernacki bi» Nowo-Trodek vor. Die vom 20. bi» 30. September gemachte Beute beträgt 25 000 Gefangene, 100 Geschütze. Bei Data» nowitschi machten Posener Abteilungen 1000 Gefangene, erbeuteten 86 Maschinengewehre und sonstige« Kriegsmaterial.
mb. Rotterdam, 2. Okt. Laut „Rieuwr Rotterdamsche Courant" meldet der Wochenbericht de» britischen Kriegsministerium« unter der Ru» brik Sibirien: Alle bolschewistischen Divifionen haben die Ostfront verlassen. Die Bolschewisten verlieren in Sibirien bedeutend an Boden. Antt- bolschewistische Streitkräfte find in Tomsk, Nikolajewsk und anderen Orten aufgetaucht. Auch ein Teil des Heeres der Regierung von Werchne- lldinsk hat sich gegen die Bolschewisten erklärt und diese verlassen.
wb. Konstantinopel. 2. Okt. Heeresbericht des Generals Wrangel: Die 13. rote Armee, die auf ihrer Flanke und im Rücken angegriffen ist, zieht stch fluchtartig nach bet» Dnjestr zu- rück. In der Gegend von Alexandrowsk find die Bolschewisten auf einer Front von 200 Kilometern auf der Flucht. Wir haben mehr al» 1000 Eesan» ' gene gemacht, erbeuteten 50 Geschütze, mehrere hundert Maschinengewehre, acht Panzerzüge, drei Panzerautomobile, sieben Flugzeuge und viel Kriegsmaterial. Auf der ganzen taurischen Front melden unsere Aufllärungstruppen lebhafte Tätig- fcit
wb. Paris, 2. Okt. Rach einer Meldung au« Helstngfor» berichtet die „Iswestjia" au» Moskau, daß am 27. September in der Krim vier Kosaken» divifionen Sowjetrutzlauds zur Armee Wrangel übergegangen seien. y
; Die russischen Forderungen in Riga. / "
wb. Kopenhagen, 2. Okt. Der Warschauer Korrespondent der „Derlingske Tidende" telegraphiert nach halbamtlichen Meldungen aus Riga: S« scheint in den Friedensverhandlungen eine u n» günstige Wendung «'»getreten zu sein, da Joffe, wie man annimmt, auf Befehl Trotzkis, eine Reihe rusfifcher Forderungen vorgelegt hat, auf die Polen nicht eingehen will. Die rusfische Abordnung erklärt u. a., daß Rußland ni ch t in die Eingliederung Wilnas und Grodnos in Polen einwilligen könne, da, wenn diese Städte in den Bereich Polens kämen, da» eine ständige strategische Gefahr für Rußland bedeuten würde. Die rusfische Sowjetregierung verlangt daher, daß die polnischen Truppen fich au» Litauen zurückziehen. Ferner verlangt Re, daß in Ostgalizien eine Bolksab- sttmmung abgehalten wird und daß der Teil von Wolhynien, der östlich des Bug liegt, an Rußland fallen soll. Diese letzte Forderung rief in Warschau besondere Mißstimmung hervor.
Gekämpft.
Roman von Otta Alster.
U) >; ! Fortsetzung, "•£'
k! 6. KapitL
Unter den Passagieren, dir der soeben Migekonnnene Dampfer bei Norddeutschen Lloyds in Bremen landete, befanden sich zwei Personen, die die besondere Aufmerksamkeit der llmstchenden erregten. Es waren rin kleiner alter Herr mit einem Eulengesicht, gekleidet in einen langen grauen Rock, über dem ein altmodischer Mantel hing, und eine schöne, blonde, junge Frau, deren schlang kräftige Gestalt ein ein- faches dunkles Kleid und ein grau« Reifemantkl umhüllte.
'ii Gepäck schienen die beiden Reifende« «tr wenig Pt besitzen. Der Herr trug eine alte Reisetasche in ber Hand Und hatte eine andere Tasche ani schwarzem Bebet um die Schulter gehängt. Die junge Frau hatte außer ehret kleinen braunen Handtasche kein Gepäck. Ein nicht sehr großer Lederkoffer, der neben Ihnen auf der Erde stand, schien ihre gwqp übrige Garderobe zu enthalten.' •
Der kleine Herr sah' fich neugierig unk. '' ir „Ein interessanter Fall", sagte er mit leicht knar- dender Stimme. „In Texas hätten sich schon fünf phwarze oder braune Tagedieb« unseres Gepäcks be- Mächtigt, hie, scheint sich niemand 1M uns zu bt> kümmern." !
!■ „Wolle« Sie nicht einmal jenen Mann dort fragen? M- scheint eis Gepäckttäger zu jeia°, bemerkte die jtofle Fra» -
Die ft,sfisch-fl««ischen Verhandlungen vor de« S Scheitern. >
wb- Helstngfors, 3. Okt. Am Freitag wurde auf der Dorpater Konferenz festgestell, daß in den zur Besprechung stehenden drei Hauptfragen zwischen Finnland und Rußland eine Verständigung nicht.erzielt wurde. Die Verhandlungen find somit in ein sehr kritisches Stadium getreten und drohen zu scheitern. Rußland verlangte die Vertagung der Konferenz für zehn Tage; die Finnlander gewähren aber nur einen Aufschub bis Montag.
Polnisch-litauischer Waffenstillstand, l
wb. Paris, 8. Okt. Havas berichtet aus Warschau: ÄRe gemeldet wird, soll zwischen Polen und Litauen ein Waffenstillstand abgeschlossen und eine Demarkationslinie festgesetzt worden sein.
Polnische SeenMrletznng in Ostpreußen.
wb. Reidenburg, 2. Okt. Eine schwere Grenzverletzung haben fich, wie die „Neidenburger Zig." mitteilt, polnische Posten an der Grenze bei Wolla zu schulden kommen lassen. Am 28. 9. wurde der Altfitzer Friedrich Krajewski aus Scharnau von polnischen Posten aus deutschem Boden ohne jeden Grund erschossen. Die polnischen Posten schleppten die Leiche auf polnisches Gebiet, wahrscheinlich um den Anschein zu erwecken, al» sei er wegen unerlaubten Grenzübertrittes dort erschoßen worden. Es wurde einwandfrei festgestellt, daß Krajewski die Grenze nicht überschritten hat. Die von amtlicher Seite eingeleiteten Berhandluagen wegen Auslieferung der Leiche verliefen ergebnislos.
Ansstand«be«egu>8 in Ritterußland?
- wb. Kopenhagen, 2. Okt. Der „National- tidende" wird au» Helstngfors telegraphiert, daß fich in Rußland eine Ausstandsbewegung ausbreite. An vielen Stellen kam es zu Unruhen. In Petersburg sollen mehrere Kommifiare e r s ch o s - s e n worden sein. An der Westfront herrsche große Unruhe. Die Bevölkerung fordere den sofortigen Frieden. Trotzki soll verwundet und Bud- j e n n y vor ein Kriegsgericht gestellt worden sein.
wb. Pari», 8. Okt. Das „Echo de Paris" verbrMet eine Meldung aus Helstngfors, daß zwölf Delegierte der Friedenskonferenz nach ihrer Ankunft in Moskau ohne weitere» erschossen worden seien.
Angriff gegen Armenien. "rr
wb. London, 2. Oft. Die ,/Times" meldet au» Konstantinopel: Den letzten Berichten aus Transkaukasien zufolge fdjelnf der Angriff auf Ar. menien begonnen zu ha^n. Die von Türken geführte kurdische Streitmacht hat Olty angegriffen. Die Bolschewisten, die den Friedensvertrag mit Armenien noch nicht unterzeichnet haben, senden Truppen nach der neutralen Zone bei Zanezur und in der Richtung auf Kamerlu (10 Dielen von Eriwan).
Die türkischen nationalistischen Blätter melden die Ankunft eines Abgesandten der russischen Räte» regierung in Angora.
Afghanistan in Sorge vor den Bolschewisten.
wb. London, 2. Okt. Einer von englischen Blättern veröffentlichten Reutermeldung zufolge herrscht in der Hauptstadt von Afghanistan Kabul infolge der Einnahme von Buchara durch die Bolschewisten und die Flucht des Emirs von Buchara die größte Erregung. Man glaubt, daß der Emir von Afghanistan eine Abordnung nach Indien senden wird, um zu versuchen, mit Eroßdritannisn ein Verteidigungsbündni» gegen die Bolschewisten zu schließen. — Bisher hieß es, daß der Emir Verhandlungen mit Sowjetrußland gegen England führt.
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Italien.
wb. Grosfeto, 2. Okt. Zwischen einer kleinen Gruppen von Arbeitern, de unter dem Gesang anarchistischer Lieder die Straßen durchzogen, und der Polizei kam es zu einem Zusammenstoß, bei dem ein Eisenbahnarbeiter verhaftet wurde. Als mehrere Manifestanten die Befreiung des Verhafteten erzwingen wollten, mußte die Polizei zu ihrem Schutze von der Waffe Gebrauch machen. Ein Eisenbahnarbeiter wurde erschossen. Daraufhin wurde ein zweistündiger örtlicher Aus stand verkündet, der fich auch auf die Eisenbahn erstreckt.
„Er steht in der Tat so aus. He, guter Freund, würden Sie die Güte haben, unser Gepäck ins Hotel zu bringen." ; _
„In welches Hotels fragte der Gepäckträger gleichmütig.
,Lo — bas ist ein interessanter Fall! Wir wissen e- fettet nicht. Können Sie uns — vielleicht ein Hotel empfehlen?"
Der Gepäckttäger sah fich die Fremden genauer an, Und da er keine große Vornehmheit an ihnen entdeckte, nannte er den Namen einer Hotels zweiten Ranges.
„Gut. Gehen wir dorthin", entschied der Heine Herr.
»ÄH rate Ihnen, einen Wagen zu nehmen, es iß ziemlich weit bis dahin," meinte der Gepäckttäger.
„Auch gut; so besorgen Sie uns einen Wage»"
„Schön. Wollen Sie mir bitte folgen."
Er lud das Gepäck auf die Schütter und ging auf tat Halteplatz der Droschken zu. : .».«■« ; t, _.
Di« beiden Fremden folgten. V * ' ° '
«Ich wette, Frau Mary", sagte tac kleine Herr lachend, „Sie hätten sich in dieser neuen Wett nicht zurechtgefundrn." '
„Ich bin Ihnen sehr dankbar, lieber Doktor, daß ich in Ihrer Gesellschaft reisen durfte. Sie haben mir ein großes Opfer gebracht."
„Ein Opfer? Ei der Tausend!, Ich halt« eS für einen sehr interessanten Fall mit einer schönen, jungen Dame reisen zu dürfen, namentlich wenn man dieser jungen Dam« feinen kleinen Dienst erweisen kann. Ich wollt« ja sowiesa zu deut Anthwpologcnkongreß in Berlin. Da kaut es mir auf di« paar Wochen früher auch nicht au." - -—- " -
Tschecho-Slorvakei.
Ei« Protest gegen die Versklavung der Deutsche« in der Tschecho-Slowakei.
Wien, 8. Okt. ” Die deutschen Abgeordneen und Senatoren der tschecho-slowakischen Rattonal- versammlung haben an den Völkerbund eine Denkschrift gerichtet, in der sie zunächst gegen die Einverleibung von 6 Millionen Deutscher in die tschecho-flowakische Republik protestieren. Sie klagen dann vor aller Welt die tschecho-slowakische Republik an, daß sie in den ersten drei halben Jahren ihres Bestehens, gestützt auf eine national« chauvinistische Beamtenschaft und auf die Gewalt der Bajonette, in Gesetzgebung und Verwaltung brutale Tschechifierungspolitik betrieben, jede wirkliche Demokratie unterdrückt und die Deutschen jeden Einflusses auf Leitung und Verwaltung des Staates beraubt hat. Die deutschen Abgeordneten und Senatoren richten daher an den Rat des Völkerbundes die Bitte, die tschecho-slowakische Regierung zur Durchführung ihrer im Ertrag von Saint Germain übernommenen Verpflichtungen zu veranlassen und eine unparteiische internationale Kommission in die Tschecho-Slowakei zur Prüfung der Befchwergen des deutschen Milli onenvolkes zu entsenden.
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Die Spaltung der U. S. P.
wb. Stuttgart, 3. Okt. Auf der Landesversammlung der U. 6. P. Württembergs, die Sonnabend und Sonntag in Tannstadt stattsand, wurde die Spaltung der Partei vollzogen. Rach stürmischer Aussprache und dem schsteßlich angenommenen Anträge der Anhänger der Moskauer Bedingungen, den Landesvorstaad zu wählen, verließen etwa 70 Delegierte den Verhandlungssaal, während di« Anhänger Moskaus, 170 Delegierte, weiter tagten. Während Stöcker über die 3. Jnter- »attonale referierte, schlug ein Versuch, Trispien, der mit der Minderheit gegangen war, zur Erstattung seines Referat« zu bewegen, fehl. Die Minderheit tagte in einem anderen Lokal und erließ eine Kundmachung, in der sie sich als die rechtmäßige ll. S. P. Württembergs erklärt« und dem bisherigen Landesvorpand das Verttauen aussprach.
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Die Frankfurter Messe.
wb. Franksurt a.M., 3. Okt. Der erste Tag der 8. Frankfutter Internationalen Messe hatte euren Mesenbesuch auszuweisen. AuS dem Inland, wie insbesondere auch aus dem Ausland sind Tausende von Einkäufern bereits erschienen. DaS Geschäst ließ sich am erster. Tag« in einer großen Zahl von Branchen sehr gut an und war im ganzen recht befriedigend. AuS Schweden sind mehrere hundett Einkäufer ein» getroffen, ebenso ist ein Sonderzug au8 Dänemark bereits angekündigt. Für di« nächsten Tage ist eine große Zahl weiterer Meßgäste aus dem Auslande angekündigt.
Die von ber Deutschen Gesellschaft für Auskands- buchhaudel anläßlich der Messe ins Leben gerufene Ausstellung „Das deutsche Buch" wurde heute in den Räumen des Diktoria-Meßhauses mit einer RH« des Vorsitzenden der Gesellschaft Pros. Kippenberg eröffnet. Die Ausstellung solle dazu beitragen, dem deutschen Geistesleben die alte Weltgeltung neu zu gewinnen. Da die Möglichkeit wirklicher allgemeiner internationaler Buchausstellungen für absehbare Zeit entschwunden scheine, müßten zunächst nationale Aus» stellungen Statthalter dafür sein. Man beabsichtige, dies« Ausstellung, wenn auch in bescheidenere» Ären- zeu, dem Ausland« vor Augen zu führen.
,Aus den Ausschüssen.
Der preußische Haushaltsausschutz erledigte den Haushalt des Ministeriums des Inner». Dr. Leidig (D. Dp.) wünscht S?1' rcinsetzung des Landrates v. Münchhausen in !" ttlage und fragt nach der Art der Untersuchung — Sachen der Spitzelzentrale in Magdeburg. Er wünscht Ausgleich der Gegensätze zwischen Preußen und dem Reich und befürwortet schleunige Neuwahlen. Minister Severing wiederholt feine Erklärung, daß er sich bemühe, Reibungen mit dem Reiche zu vermeiden. Das Wahlgesetz habe nicht schneller vorgelegt werden können. In Sachen der Spitzel-
„Aber Ihre Patienten, Doktor?"
„Mein Eiihn hat sie mir abgenommen. Der Mister Wilson — wissen Ste, den an Delirium leidenden Herrn — hat übrigens der Teufel schon geholt. Und Mistreß Motsons Fettherz ist überhaupt nicht mehr zu heilen — was soll ich da noch in Louisville?"
Die junge Frau lachte ein wenig, wodurch ihr ernstes Gesicht für einen Augenblick wunderbar verschönt und erhellt wurde.
Mitllerwelle war man bei tat Droschken angekommen. Der Gepäckttäger wurde entlohnt, der Kutscher erhielt seine Weisung, die Fremden stiegen ein und rollten davon, dem Heinen, in einer engen, sehr beichten Sttaß« gelegenen Hotel entgegen.
Hier wollte ihnen der Kellner nur ein Zimmer an- weisen, da er sie für ein Ehepaar hielt. Der Heine Herr belehtt« ihn ober, daß die Dame seine Tochter sei, und so «rhiellen sie zwei Heine, nebeneinander- liegende Zimmer. In das Fremdenbuch, daS ihnen sofott vorgelegt wurde, schrieben sie sich ein als Dr. med. William Wellcomc uni) Frau Mary Meerwatt aus Louisville in TexaS. ■ —
„So weit wären wir also", sagte der Heine Doktor mit freundlichem Lacheck, als er nach einer Weile in Marys Zimmer trat, „Jetzt können wir unsere Operationen beginnen."
Mary, die — nachdem sie sich umgekleidet hatte — <mt Fenster stand und traurig auf die belebte Straße hinaussah, wandte sich um und entgegnete:
„Gewiß — aber welchen Weg sollen wir ein- Magen? So hoffnungsvoll toi« ich zurrst war, fo verzweifelt bin! ich jetzt. Wie sollen wir in dieser Stadt die Spur des Verschwundenen finden?"
(Fortsetzung >l<;'
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Hochschulnachrichten.
X Hindenburg Ehrendoktor aller technischen Hoch schulen. Rach einer Meldung der „Deutschen Allg. Ztg- aus Hannover überreichte ver Rektor der Technische« Hochschule Hannover Feldmarschall v. Hindenburg läßlich seines 78. Geburtstages eine Urkunde «”i Ehrendoktor der sämtlichen deutschen technischen schulen.
X Geheimer Hofrat Dr. Richard Falckenberg, orderrn kicher Professor der Philosophie an der Untoerpi®! Erlangen, ist in Jena, wo er zu Besuch weilte, w
Politische Tagesnachrichteu.
Deutschland nnd der Völkerbund. Am Begrüßung;, abend des in Braunschweig tagenden Pazifisten!«!, gresses nahm Legationsrat v. P r i 11 w i tz als Vertreter des Auswärtigen Amtes teil. Seine Rede ist bemerkenswert. Er sagte u. a.: „Die deutsche Regierung hat bis jetzt keine amtliche Kenntnis von irgendwelchen Schritten erhalten, nach denen Deutschland in den Völkerbund ausgenommen werden so!!. Die Regierung muß aber damit rechnen, daß sie stbn kurz oder lang in dieser Angelegenheit vor die Entscheidung gestellt wird. Für Deutschland liegt kein« Beranlaffung vor, sich zur Aufnahme in den jetzigen Völkerbund zu drängen, so lange in btt Röhe unserer Grenzen noch Krieg geführt wird. Wenn die Zeit gekommen sein wird, wo Deutschland in den Völkc-dimb eintritt, wird es von dem mangelhaft organisierten Vökkerbirnd an den besser zu organisierende!: appeb lieren. Bislang hat es mit seinen Berufungen an den Völkerbund trübe Erfahrungen gemacht."
Zur Rechtsreform sind dem Reichstage-»nehrcre Gesetzentwürfe zugedacht, die im Reichsjustizministerium bereits feniggesteill sind. Es handelt stch um die schon früher vom Parlament verlangte Strafprozeßreform, aber auch um ein vollständig neues Slrosgesotzbuch. Im Strasprozeßoerfahren soll die Zuständigtcii der Schöffengerichte erweitert, der Schwurgerichte finge« schränkt werde». Ferner ist auch ein Jugendgericht- gesetz vorgesehen, das die Berechtigung des Richters zur Erkennnrrg auf Erziehungsmaßnahmen seftkegi. Dos Strafmündigkeitsalter wird von 12 auf 14 Jahre er- höht.
Erzberger. Der „Germania" wird von zuverlässiger Seite mitgeieilt, die Meldung von der Beschiiftigunz Erzbergers im Reichssinanzministerinm sei unrichtig.
llaruhen in Meißen. Der „Deutschen Allg. wird aus Dresden von Unruhen in Meißen bericht«! Da der kranke Oberbürgermeister die Wünsche der Erwerbslosen nicht sofort befriedigen konnte, drang bi« Menge ins Rathaus ein. Die Stadt wurde von der staatlichen Eicherhettspottzel bejetzt. Der Haupiradels- führer, Kommunist Kuppe, wurde verhaftet.
Der Mörder Oberftlt. v. Klüvers begnadigt. Durch Erlaß ber preußischen Staatsregierung ist die gegen beit Mörder des Oberstleutnants v. Klüver. btm: Militärinvaliden Otto Bauer, durch Urteil b« Schwurgerichtes in Halle vom 3. Jul! 1919 erfand« Todesstrafe in lebenslängliche Zuchthausstrafe uw gewandelt worden.
Folge» ber Teuerung. Wie aus München gcirnioC wird, teilte in einer Sitzung des Kommunalverbauds- ausjchuffes Prof. Dr. Fischler vom Lebensmittelanck mit, ber Äranfenftanb in München habe gegenwärtig eine Höhr wie nie zuvor. Der Grund liege darin, daß große Kreise der Bevölkerung infolge der zunehmenden
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„Meine liebe Frau Start)7', sagte der Doktor eifrig „das ist allerdings ein intcressaikter Fall, aber doch nicht fo schwierig, wie Sie sich denken. Heute ver-i schwindet ein Mensch nicht mehr spurlos, wenn rt nicht gerade ermordet, in möglichst viel« kleine Stück« zerlegt nnd zu Asche verbramrt wird. Und selbst dann ist es noch eine Frage, ob die Chemiker ihn nicht in einem Haufen Sand zum Beispiel wieder entdecken toüiben! Ein einziger Messingknopf eines Mantels — ja, ein Schuhnagel kann zürn Witderausfiicheu eines Berschwundkneii führen. Ich könnte Ihnen da vo» einem Mann erzählen, der durch einen Ungar ermorbd tourite...." ,
zentrale sek er mit ber Untersuchung durch Hoerfi^ nicht ganz einverstanden. Er wünsche weniger 2e.- rausch. Die Landräte in Wittlage und Stolzena»n hätten nicht auf ihren Posten belassen wergen ffaz neu. Er wünsche, daß die Arbeit in Preußen fi»! künftig reibungsloser vollziehe mit Rücksicht auf- die bevorstehende Ernährungskrisis. Lüdilkri (Dtn. Vp.): Der Minister wünsche Einigung auf einer Plattform für gemeinsame Arbeit) batu müsse die Regierung vorangehen. Er kritisiert hj, Besetzung des Landratsamtes in Schweidnitz. Seine Partei habe am 6. Juni Vorlegung de, Wahlgesetzes vor den Ferien verlangt. In Vernav bestehe heute noch ein Arbeiterrat. Er bemängelt, die Haltung des Regierungspräsidenten in Str,i sund, der in einem öffentlichen Lokal g«ohrs?'> worden sei und dann gebeten habe, die Sache nich' in die Oeffentlichkeit zu bringen. Derselbe Prüfi.' dent habe widerrechtlich den Landrat von Rüg,, zwangsweise beurlaubt. Er bespricht den Fall by sozialdemokratischen Abgeordneten Kneifel, be, der Polizeipräsident in Breslau durch einen Krj, minalbeamten in Liegnitz habe verhaften lasse, und den er dann veranlaßte, sein Mandatsverzicht zu unterschreiben mit dem Anerkenntnis, daß et dabei im Einvernehmen mit dem Vorstande bet sozialdemokratischen Partei Riederschlcfiens ge, handelt habe. Dr. Negenborn (Dtn.Vp.) weist Angriffe des sozialdemokrattfchen Abgeordnete, Müller zurück. Auch seine Partei wünsche reibungslose Arbeit in Preußen, aber dann müsse bet Minister bei der Stellenbesetzung mehr Rücksicht auf die Wünsche bürgerlicher Mehrhei, ten nehmen. Jetzt werde dem Kreise Freystadj wieder «in Sozialdemokrat aufgezwungen. Etz fragt, wieviel Landratsämter zurzeit kommisiaiij^ verwaltet werden, wieviel kommissarisch zu besetze, seien und wiederholt den Wunsch nach Vorlegung einer lleberficht über die Vermehrnng des Beamtentums seit bet Revolution.
69. Lebensjahre am Herzschläge gestorben. /Ij
X Zum Rektor der Technische« Hochsch^
Aach«« ist für die Zeit vom 24. Oktober 1920
Ende Juni 1922 bei o. Professor für Vermessung- bei künde Dr. Paul East ernannt werde» < ^Wk.