Ä
»
W-rdc
Bielefeld.
lest! en
Me
tn? vor «reibt dc
;. tob.
«Hört, i
kirt-cha
ft /nb hat sich der besten Plätze sinv die „neuen Reichen", die da?
terlogen «e bemächtigt.
Bedürfnis des Theaterbesuches in sich entbetft haben, aber noch nicht soweit sind, um nun auch die dafür notwendigen Toiletten anzulegen. Tas alte Segen, Publikum aber hat, soweit es sich noch den Luxus eines guten Platzes im Theater leisten kann, durch die Not der Zeit gelernt, in der Kleidung zu sparen, und die meisten Tarnen, die früher die Zierde der Logen bildeten, müssen jetzt in billigem Aufputz oder iS altmodischer Toilette erscheinen, wenn sie das Theate» besuchen."
deutschlandslehre de- Hauptmanns Schmude gingen sie ans Werk, sich und den Ihren eine Heimstätte zu schaffen, ein« Sicklung.
Sie kauften in Cassel eine dem Militärfiskus .gehörende Baracke, brachen sie selbst ab, brachten sie zur Bahn, von dort zum See und bauten sie wicker aufs auf der zur Sicklung gewühlten Landzunge. Zehn Abteilungen wucken eingebaut, die Frauen und die Kinder kamen von Wilhelmshaven in die neue Heimat, gemeinsam wurde gekocht, und die Männer legten Gärten und Felder an, bauten den eigenen Kohl, die eigenen Kartoffeln, und daneben hatten sie den Bau von zehn Eigenhäusern begonnen.
Aus einer Feuer« und Kochstelle sind inzwischen schon vier geworden, bis zum Frühjahr sollen die Häuser fertig werden. Es ist viel Arbeit, denn die zehn sind selbst Zimmerer, Maurer, Tapezierer, und was an Handwerl zum Häuscrbau gehört. Tann aber wollen die zehn Dcckoffiziere wicker den maritimen Beruf ergreifen, der ihnen fest on5 Herz gewachsen ist. Der Edersee will Schiffer sehen, gewandte, den An- fockerungen des Fremdenverkehrs getvachseue Boots- feufc. Wen freut nicht solche deutsche Tatkraft?
Der Seitenausschnitt. Auf der Suche nach neuen und aufsehenerregenden Formen des Dekol. letss find die Pariser Modekünstler bei einer ganj originellen Form angelangt, dem Seitenausschnitt Bei diesem Kostüm find Vorderseite und Rücken immerhin mehr bedeckt, als es im letzten Winter der Fall war. Dafür aller klafft zwischen dem Vorderteil und dem Rückenteil des Obergewande« zu beiden Seiten eine Lücke, die nur durch drei dünne mit Edelsteinen besetzte Streifen unter den« Arm notdürftig überbrückt wird. Mit den Schultern, die durch schmale Achselbänder geziert find, ind also zugleich die beiden Seiten des Körpere bis zur Hüfte „ausgeschnitten". ।
Gin Problem. Ein Engländer, der augcnschein. scheinUch keine großen Sorgen hat, hat sich währent seines Badeaufenthaltes eingehend mit einer Frage beschäftigt, die er seinen Mitmenschen mitteilt „Warum", so schreibt er, „haben so viele Menschen eine Vorliebe, ein. Vein übers andere zu legen wenn sie sitzen? Ich habe auf meinen Reisen im Eisenbahnabteil beobachtet, daß durchschnittlich 7 Personen die Beine gekreuzt haben und nur eine beide Beine auf dem Boden hat. Von 109 Per- onen, die ich auf der Strandpromenade sitzen sah, hatten 83 die Beine gekreuzt/ Unter 4 Leuten, mögen es Männer oder Frauen, Jungen oder Mädels ein, sitzen immer 3 mit übereinandergeschlaaenen
Beinen da."
Märtyrerinnen der Schönheit. Welchen Qualen und großen Operationen sich französische Damen unter werfen, um ihre Schönheit wiederzuerlangen, davon erzählt Helene du Taillis im „Figaro". Sie roofmt« küMich einer Operation in der Klinik des berühmten „Cefichts-Spczialiften" Dr. Bourgaet bei. Es handelt« ich um eine Patientin, dec ein Doppelkinn entfernt und mehrere Runzeln, die ihr Gesicht entstellten, br- icitigt werden sollten. Diese enlsagungsvelle Schön» heitssucherin wurde auf den Operationstisch gelegt und durch eine Einspritzung von Kokain anästistert. Rasch und sicher brachte ihr dec Arzt mit einem Messe« einen tiefen Schnitt hinter jedem Ohr bei und ver- kürzte die Haut um etwa zwei Zoll. Die Patientin zeigte Zeichen großer Nervosität, wenn sie auch, keinen eigentlichen Schmerz zu fühlen schien, und überstand die Prozedur des Nähens mit Anwendung der gröi-ten Willenskraft. Nach dem letzten Stich - wurde ihr ein Spiegel gereicht, und sie konnte ihr Gesicht erblicken, befreit vom Doppelkinn, glatt und rund, ohne die ent« teilenden Rubeln.
ein
vö. jci es j flkbie »kganis Nlkcrb setzen to tzcheißer JDrgamO p etwa KEW! fatrcii tzir Eng such dur im der fctbunbt Lorichla tob.
tet, wui h§ die 8ii6 übe Verde er Eefitiug nahmen, verwend tzendki, 'S
Platina-Schmuck, so wird au» Tokio geschrieben, ist in Japan zur Mode geworden. In allen Ständen wird er jetzt getragen. Dies ist auch eine der Folgeerscheinungen des Krieges, der in Japan zahlreiche neue Millionäre geschaffen und auch den arbeitenden Klaffen gebracht hat.
Grün verlieren. Blau dagegen bringt eine gewisse Färbung ins Gesicht und Wird daher für einen blassen Teint kleidsam, für eine blühende Gesichtsfarbe it'tv kleidsam fein. ' Volle tiefe Tone des Blau eignen sich am besten für dunkle Brünetten, Während die helleren, blasseren Nuancen dieser Farbe dem rosigen Stint einer Blondine eine entzückende Folie verleihen. Gelb ist vielen Vorurteilen unterworfen, die durch- ans nicht immer stimmen. Blasse Tomen wolüit es nicht tragen, weil sie fürchten, noch bkäfscc ouszufohtu. Dies ist ober nicht der Fall. Sondern gerade eine gelbliche Tönung der Haut wick durch eine gelbe Doilette gehoben und erscheint klarer und frischer. Drange verleiht dem Teint, wenn er rein ist, eine besondere Leuchtkraft. Dagegen ist Braun int alb gemeinen unkleidsam, es sei denn, daß goldbraune Töne des Haares mit dem Brann des Stoffes zn- sammenkltugen. Schwarz steht zu jedem Teint gut, mit Ausnahme zu ganz blasser Gesichtsfarbe. Eine dunkle Haut wird aber bei einer schwarzen Toilette eine gewisse Aufhellung durch Creme oder Weiß^Mtanzen, tnindrstens an den Stellen, wo dos Schwarz des Moides dicht neben der Haut steht. Grau kleidet inur einer hellen klaren Gesichtsfarbe: lila ist die Farbe der Blonden, und das dunkle Rot soll von Brünetten bevorzugt wecken.
. z ' >' -------*------
Die Frauen essen mehr.
Daß die Frauen in der Gegenwart mehr essen als ir früheren Zeiten, behauptet der Ernährungs- Physiologe Walter M. Gallichen: er stützt sich dabei auf die Angaben, die er in zahlreichen Gasthäusern tot- tfitf Familientisch gesammelt hat. Nach dem KtfW Spruch, daß der, der viel arbeitet, auch viel essen muß, wäre diese Erscheinung nicht erstaunlich» die Fran ist ja heute in viel höherem Maße am Erwerbsleben beteiligt als früher. Zweifellos hangen die geringen Arbeitsleistungen, die man bisweilen bei Arbeiterinnen beobachtet hat, mit ungenügender Erfahrung zusammen; denn die Frau hat bisher der Magenfrage nicht die Aufmerksamkeit zugewendet, die ihr der Mann entgegenbringt. Mag es mit der größeren Sensibilität des weiblichen Organismus oder mit änderen Dingen zusammenhängen, jedeitfalls gibt eS viele Frauen, die auf regelmäßige Mahlzeiten keinen Wert legen, sondern sich mit Kaffee und Tee, mit Süßigkeiten oder allerlei wenig nahrhaften Leckereien „ernähren". Nun ist aber die Ernährung der Frau als der eigentlicheit Erhalten» des Menschengeschlechts für die Gesamtheit und für den Staat von höchster Wichtigkeit; die Gesundheit und Kraft eines Volkes ist in vieler Hinsicht eine Frage der guten weiblichen Ernährung. Die bisherige Vernachlässigung des Essens, )ie bei so vielen Frauen zu finden war, hat chronische Maaei!Verstimmungen, Schwäche und ungenügende Arbeitsleistung der Frau hervorgerufen und dadurch überhaupt ungünstig gewirkt. Gallichan sieht den Grund dafür, daß die Frauen heute mehr essen, in der Erhöhung ihrer Löhne. Die Frau macht an Zubereitung und Feinheit des Essens höhere Ansprüche als der Man«: eine grobe kräftige Kost behagt ihr nicht. Und sie ißt daher wenig. Wenn sie genug Geld hat, kann sie sich eine feiner zubereitete und leichtere Kost leisten und wird daher mehr nahrhafte Dinge zu sich nehmen. Die Art, Ivie viele arbeitenden Frauen bisher lebten, war geradezu gesundheitsschädigend. Eine Arbeiterin, die morgens etwas Kaffee und Brot zu ich nimmt und sich dann mit Brot bis zur Abendmahlzeit behilft, wick so hungrig und geschwächt zur Hauptmahlzeit erscheinen, daß sie nicht imstande ist, !)ann eine genügende Nahrungsmenge zu sich zu neh- mestt Die Frau lernt allmählich, je mehr sie zur Arbeit gezwungen ist und den Kampf mns Dasein aufnimmt, die Wichtigkeit des Essens erkennen, und eS ist nur ein notwendiger Selbstschutz, wenn sie jetzt mehr ißc als früher. ■ < :
seiner !t Frage, tbe n 1 Zeichen
Das neue Publikum in der Loge.
„Was ist ans dem "Logenpubli-nm geworden'?" Diese Frage wirst ein Theaterbesucher in einem Londoner Blatt auf und berührt damit den Wechsel der Gäste auf den teueren Plätzen, der nicht nur in London, sondern auch in den Theatern der übrige» europäischen
Aber es ist nicht nur die Provinzlerin, die in die gestellten Netze gehen kann. Auch ganz geriffene Eroß- stadtpflanzen sind nicht vor .Ueberrumpelung sicher denn Genußsucht und Eitelkeit machen dumm und kurzsichtig. Auf welche Niesenschwindel und Maftengaune- reien gerade die angeblich so „Helle Berlinerin" noch jahraus, jahrein herein zu fallen pflegt, weil sie sich zu sehr durch Tand und Talmtglanz bestechen läßt, davon sprechen die Verhandlungen in den Eerichtssälen Bände.
Der Aufklärungsunterricht müßte an dieser Stelle mit allem Nachdruck einsetzen. Schon in den mittleren Klaffen der Volksschulen in Stadt und Land, im Anschluß an die Eeographiestunde z. B. ließe sich das sehr gut erreichen, sobald man die Länder berührt, in welche sich besonders stark der Strom der Auswanderer ergießt. Neuerdings stehen die südamerikanischen Staaten wieder auf der Tagesordnung. Aber die bereits von allzu voreiligen Einreisenden gemachten Erfahrungen lasten sie als Siedelungs- und Erwerbsgebiet für knapp bemittelte Deutfche wenig geeignet erscheinen. Für
Die Allgewalt der Mode.
Ww oft Hoven sich schon manche Kreise gegen die sprannifche Herrschaft der Mode aufgeb äuiut und beschlossen, den launischen Wechsel ihrer ost zu kapriziösen n:id widersinnigen Einfälle nicht mehr mitzu- »nachen. Aber die Mode hat stets über solche Eman- i zipationsgelüste triumphiert, und die Welt schmachtet j heute mehr denn je in ihren Ketten. Woher rührt i totn diese unwiderstehliche Vs acht der vielgeschmähten ,Dame? Welche Gründe veranlassen die Frau, sich :l>fn Geboten der Mode willenlos zu unterwerfen? Man hat gesagt, daß die Mode mit ihren Gesetzen zjllur die Wünsche der Männer befriedige und daß die ssFrauen sich nur dem strengen GebSt unterwerfen, itzvcil es ihnen die Aufmerksamkeit der Männer sichert. Vlbn auch wenn plötzlich die Herren der Schöpfung von diesem Eckenball fortgetveht würden, so würde die Fran doch nicht aufhören, die neuesten Toiletten zu tragen. Die Allgewalt der Mode beruht vielmehr darin, daß sie letzten Endes die Bedürfnisse der vcrschickensten Naturelle befriedigt.
Der englische Dichter Maurice Lang hat dies ein« Wtal psyschologisch sein ausgedrückt. „Die Fortschrittlichen und Eigenbrödlcr", sagt er, „sehen in dem steten Wechsel der Moden ein Mittel, um ihre Person "'s der Allgemeinheit hcrauszuheben. Während das 'tznoderne Leben alles gleich zu machen strebt und uns dlle in dieselbe Uniform stecken .möchte, will ein Urtrieb brr. Menschennatur Verschiedenheit und Unter- schicke. Selbst das einfachste Mädchen sucht sich durch knie ^schleife oder eine Haarspange aus der Menge hcrauszuheben. Diese Tendenz der Mode lcuchtet ans allen Katalogen hervor, denn da wecken die Modelle
Pfannkuchen-Nezept. Zutaten: 250 Gramm Mehl, '4 Päckchen von Dr. Oetkers „Backin", l- Päckchen von Oetkers Eiweißvulver, Salz und Milch. Zubereitung: Das mit dem Eiweißpulver gesiebte und gemischte Mehl rührt man mit bet Milch glatt an und salzt nach Geschick. Kurz vor dem Backen gibt man das „Vackin" hinzu und bückt die Kuchen in einer Pfanne auf beiden Seiten
Frauen kommen sie erst recht^nicht in Betracht, ebensowenig wie die Balkanstaaten oder die slawischen Länder der ehemaligen Donaumonarchie.
Daher kann man, von berufener Stelle — und diese vertreten, wenn sorgende Eltern nicht mehr vorhanden sind, Vormünder, Lehrer, Erzieher — nicht fest genug einschärfen: Haltet euch fern von Eelegenheitsbekannt- f(haften, besucht nicht Vergnügungsstätten, wo es drunter und drüber geht, meldet euch nicht auf Zeitungs- inferat, bevor ihr den Rat erfahrener Personen eingeholt habt und schließet nicht eigenmächtig Verträge ab.
Ich kam vor etlichen Jahren einigermaßen in'Verlegenheit, als mich eilte fünfzehnjährige Schülerin, die gerade vom spurlosen Verschwinden eines jungen Mädchens in Hamburg in der Zeitung gelesen hatte, in ihrer Harmlosigkeit fragte: „Aber was geschieht denn nachher mit diesen Mädchen? Was wollen die Händler eigentlich mit ihnen? Ist das so, wie früher die Zigeuner Kinder raubten?" Ich hielt es dann für das Richtige, einige Andeutungen über die grauenhafte ..Sklaverei" zu machen, welche diesen unglücklichen Opfern droht. Am nächsten Tage sprach ich darüber mit der Mutter der Schülerin, und diese meinte zwar: ..Ich bin doch dafür, daß junge Mädchen aus unseren Kreisen so lange als möglich in ihrer harmlosen Unschuld gelaffen werben; sie sollen garnicht ahnen, daß -s so etwas Häßliches in bet Welt gibt!" Aber wenige Tage barauf hatte gerade die Tochter dieser Dame bann eine sehr eigentümliche Begegnung auf der Straße mit einer anscheinenb höchst Vertrauen ein- flößenben Person, bie sich, Gebrechlichkeit vorschützend, von ihr über den Damm führen ließ und bann zu einer Tasse Schokolade in ber nahen Konditorei einlud. Nur in Erinnerung an meine Warnung wurde von dem jungen Mädchen bie verfängliche Einladung ber alten Gräfin abgelebnt, was. wie es sich nachher heraus- stellte, auch sehr am Platze gewesen war, denn bas , Manöver hatte sich am nämlichen Tage wiederholt. '
' ——*--
Die Deckoffizier-Kolonie.
Von Rudolf H e y n e m a n n (Cassel).
J Sie trügen mit Stolz die blaue Uniform der Kaiser- ikheü Marine. Ihr Lebensberuf war der Dienst auf dem „Kasten." Da riß die Revolution das stolze Gebäude der deutschen Flotte zusammen. Kein Beruf wehr, keine Aussicht in einem verwandten unter» zukommen — was tun?
Im Herzen Deutschlands, im Waldecker Ländchen, entstand kurz vor dem Kriege ein großer See. Das Staubecken der Edertal-Sperre. Der größte See Mitteldeutschlands. Und ein schöner. Grun- bewaldete Berge säumen seine User. Der mächtige Ban der nnzerstörten Burg Walbeck auf spitzem Verg- k.gel spiegelt sich in der weiten Wasserebene, auf deren Grunde man bei niederem Wässerstaude manch modernes Vineta sieht: Die Grundmauern der Ortschaften, die der Talsperre zum Opfer fallen mußten.
Vci Ederbringhausen schiebt sich eine Halbinsel in den See hinein. Zehn Deckofiizicre, auf der Suche nach einer Bleibe, sahen diese Landzunge und sprachen: Hier ist gut sein, hier laßt uns Hütten, bauen! Der Gedanke wurde in die Tat umgesetzt. Nach der Neu-
schön braun. — Gute Rezepte werben honoriert von ben Trocknungswerken Oetfer & Co.
Nr MUMM !It witier to Smr.
Don Dr. Ella Mensch.
Am Eiftbanm des Mädchenhandels zeigen sich neue Keime und Triebe, deren Aufkommen während der Kriegsjahre die geschloffenen Grenzen hinderten. Jetzt, Wo alles wieder offen ist, wo die Handelsunternehmun- pen auf allen Gebieten «insetzen, blüht auch jenes dunkle Geschäft von neuem auf, das jedes Jahr unzählige weibliche Opfer fordert.
Wohl sind die Behörden aufmerksam auf das lichtscheue Treiben jener Bestien in Menschengestalt, die unter allen möglichen harmlosen Vorspiegelungen und Verlockungen sich ihre Beute suchen, wohl ist die Bahnhofsmission nach wie vor auf dem Posten, wohl arbeiten ganze Verbände, wie der mit seinen Zwergvereinen über alle Kulturländer verbreitete „Bund der Freundinnen junger Mädchen" dahin, daß Unerfahrenheit, Hilslosigkeit ober Leichtsinn jugendlicher Wesen nicht jenen Schlingen anheimfalle, welche geschäftskundige Raffiniertheit mit unglaublicher Geschicklichkeit zu legen versteht — das alles reicht noch picht hin, um dem furchtbaren Molochsopfer endgültig dis Nahrung abzuschneiden. Am gefährdesten sind nach wie vor die Mädchen vom Lande und aus kleinen Orten, die nach der Großstadt kommen, um sich daselbst eine Stellung oder ein vorteilhaftes Engagement zu suchen, bas ihnen entweder ein Zeitungsinserat oder auch eine auf dem Tanzboden oder bei einer Kinovorstellung gemachte „Bekanntschaft" in ben lachendsten Farben schilderte.
Zunächst ist der Respekt vor dem gedruckten Wort bei schlichten Leuten noch immer groß. Das muß doch wahr sein, wenn es heißt: „„Feine Künstler- gescllschoft sucht Mädchen mit angenehmen Aeußern tmb anstelligem Benehmen behufs Ausbilbung zur Sängerin. Freie Station. Glänzender Verdienst." Ober: „Filmagent, der den Balkan bereist, sucht noch einige junge Damen als Teilnehmerinnen. Ausbildung frei. Lohnender Verdienst." und dgl. Auch unter wohllautenden Heiratsofferlen verbirgt sich die Fangkralle des Mädchenhändlers, heften Eeschäftsmethoden nach Bedarf, Volks- und Zeitstimmung wechseln.
In der Hauptsache kann als Leitfaden für atte, die dem unsauberen Gewerbe die Bewegungsfreiheit lähmen möchten, das Material dienen, das s. Zt. M. Baer in dem in der Serie der „Großstadtdokumente" erschienenen $>eft „Der internationale Mädchenhandel" zusammengetragen hat. Zu den früheren Tricks und Methoden sind noch einige neu, dem Zeitgeist abge- toonnen, hinzugekommen. Wen» die Händler und die in ihrem Dienst arbeitenden Organe schon früher mit Vorliebe in eleganter Aufmachung die Tanzböden besuchten ober solche junge Mädchen beobachteten, hie am Postfchalter sich ihre Senhungen unter ..postlagernd" abholten, in der nicht immer unberechtigten Annahme, haß Vergnügungssucht und Heimlichtuerei hie Brücke zum Abenteuer bauen, so muß jetzt bie Ausbilbung fürs Kino ben Köber ^ergehen. Daß hie Verwenbung für hie Flimmerwanb garnicht jo im Hanhumbrehen zu erreichen ist, baß auf bet Lichtspielbühne eigentlich nur her routinierte Darsteller Erfolge zu verzeichnen hat 1— was versteht davon ber Laie. Sich hinstellen, ein paar Bewegungen machen, lachen unb meinen — und hie Sache ist fertig?
Auch die Politik muß herhalten. Anzeigen wie: „Junge sympathische Mäbchen können ihr Glück als Volksrednerinnen machen. Ausbildung frei", sollen sich als Fallstricke erwiesen haben.
Man mutz nur bedenken, datz der Wunsch unb di« Möglichkeit, viel Geld bei geringer Anstrengung zu verdienen, beute mehr als je in undisziplinierten Gehirnen spukt und jungen Leuten die Köpfe verwirrt. Ihr Glück möchte jede gerne machen. Hat sich dann ober ein solch lebenshungeriges Wesen in das Gewühl eines Großstadt bahnhofs hinlocken lassen, um von dem Agenten ober auch ber Agentin in Empfang genommen tzu werben, — bann ists gewöhnlich schon zu spät. Die Vampire sorgen schon dafür, daß ihr Opfer sich weder I an Polizist, noch Bahnhofsmifsion wenden kann, llnb wo soll heute ein aus der Provinz einreifendes Mädchen, das nirgends Bescheid weift, nicht einmal, wie And wo cs ein Adreßbuch fordern kann, bei ber herrschenhen Wohnungsnot Unterkunft finben! Weder , .Möblierte Zimmer noch Gasthausräume sind für mW- ' Mn Preis zu crhalteip Die Angst, auf ber Straße lie , fien zu bleiben, hat schon manche ben Müdchenhänblern ' ! zugctricben. <
ö>roft- unb auch Mittel-Städte beobachtet wird. „Während des Krieges bin ich nicht im Theater gewesen", chreibt er, „und erst jetzt habe ich meine rege-mäßigen Besuche wicker ausgenommen. Unter so manchen Veränderungen siel mir keine so stark aus wie dec völlige Wechsel des Bildes, das die Logen darbietcu Vor dem Kriege waren etwa 90»» der Logengaste in einem West-End-Theater in Gesellschaftskleidung. Sie stellten das eigentliche Logenpublikum dar, und die anderen 10»o, bie Fremden und die, die sich dahin „vertm-feu" hatten, zählten nicht mit. In den Logen unb Rangen >er vornehmsten Theater gehören jetzt die Herren und Damen im Gesellschaftskleid zu den Ausn.thmcn. und von dem typi-chen Logeupnblikuui, das inan früher auf den ersten Blick erkannte, ist jetzt fast nichts m-br zu scheu. In einem Operetten-Theater, das sich früher ruhmcn konnte, das eleganteste Log-eupublisum von London zu haben, fand ich mehr als die Hälfte der Gäste in gestreiften Anzügen, Blusen und ähnlichen Kleidungsstücken. Ei» neues Publikum ist in die Tina-
Allerlei.
Teuer und bunt. Die neuesten Toiletten, in Paris die Herbst-Saison eröffnen, zeichnen st-- durch zwei Dinge aus; sie find furchtbar teuer un> furchtbar bunt. Der geringste Preis für ein ti-’ faches Schneiderkleid beträgt 975 Frs.; doch loste, sie meistens zwischen 1400 und 1600 Frs. Ein c:n, faches Nachmittagskleid ist nicht unteT 1600 b ‘- 1900 Frs. zu haben, während bie Abend-Toilett^ in ganz schlichter Ausführung 2000 Frs. kosten und bei reicherer Garnierung bis zu 9000 unb 10 oog Frs. emporschnellen. Die hohen Preise werden be. sonders durch die Verwenbung von Pelz erklärt ber bei einer feineren Garnierung nicht fehles darf. Für diese Kostspieligkeit, gegen bie bie Ein. käufer vergebens protestieren, sucht man burch ein* erstaunliche Buntheit zu entschäbigrn. Weiß wich überhaupt nicht mehr getragen unb Schwarz nach Möglichkeit vermieben. Rosa, blau unb alle zar. teren Farben sinb ganz unmorbern. Man bringt bie grellsten und schreiendsten Farben zusammen, und sucht gerade durch diese wilden Kontraste ben Kleibern eine persönliche Note zu verleihen.
Agierten
Millr
wo. P « Erflä "rcstwnb • Er f und ter mili •ften nu "ioliomu- * 5ran'r(
nur fi Mat, dm Hbarn 6 ! gleichet tonnen. Sättig f ckensarü ' gewesen
Dr. U Z>b. Bei chastcrS roenten 1 Mayer £'fter bei «ch ab. .aller 6 Hknsverti Küche»
to6 5 kr des , krau f.i isf her l eie ft ort ’i üachtuug Ktotge r l«b kö»! Heu bei iehlen. htn n t ter Enten hum n hchierstat hfnj die ichäbjg lebe Lloi fee Gn: fähig um iuhdem
in: er als „neu", „originell", „appart" usw. au« gepriesen. (Sine andere Gattung von Menschen aber verabscheiit icke Unterscheidung von den anderen. Das sind die Leute, bie unter keinen Umständen anffaHcn -vollen. Sic bckämpfen die Mode, solange sie neu ist, aber sie verfallen ihr unweigerlich, wenn sie zur Herrschaft gelangt ist, denn wenn alle das neue Gebot angenommen haben, müssen auch sie sich fügen, um nicht abzustechen. Beispiele für diese verschiedenen Type» kann man fast in jeder Familie finden, wenn irgend eine besondere Extravaganz austaucht. Die Tochter bekennt sich mit Begeisterung zum tiefen Aus- ichuitt und zum Reifrock, während die Mutter entsetzt dagegen protestiert. Aber ein Jahr später muß auch die Mutter daran glauben, denn nun tragen ja alle diese „unerhörte Neuerung", und so nimmt sie denn als ganz selbstverständlich die Dinge an, die sie vor 12 Monatei. für unmöglich erllärt hat."
Der Teint und die Modefarben.
Kühne Fatbcnzusammenstellitngen spielen gegen tvärtig in der Mode eine so wichtige Rolle, daß" die Tmuen mehr als bisher darauf achten müssen, daß sie auch diejenigen koloristischen Töne wählen, die zu ihrem Teint und zu der Farbe ber Haare ober Augen passe«. Das Grün z.B., bas gegenwärtig in ver- fchiedeneu grellen Tönen sehr beliebt ist, macht Haft, sodaß nur diejenigen, die eine blühende Gesichtsfarbe dämpfen oder auf der anderen Seile eine fahle Bleichheit zu einer wärmeren Blässe umwände!n wollen, .solches Grün tragen dürfen. Alle Damen, deren Teint keine ausgesprochene Farbe hat, werben durch
»CTiftl § fifhnben