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AmMches VerMnLigungsLlaü des Kreises Maromg.

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

Marburg

Donnerstag, 23. Septbr. JVÄ

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Generalstabsbericht vom 21. September

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der Staaten durch Erhebung eigener Steuern und möglichung von Zuschlägen zu den Reichssteuern. Hebung und Verwaltung sämtlicher Steuern und gaben, einschl. Zölle und Verbrauchssteuern durch Staat, Ausdehnung des Besteuerungsrechies der

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wb. Mainz, 82. Sept. Das ftanMsche Kriegs­gericht, das gestern gegen 8 algerische Schützen wegen Sittlichkeitsverbrechen, begangen an einem jungen Deutschen unter Anwendung von Gewalt, $u ver­handeln hatte, verurteilte zwei der Angeklagten z« 10 bezw. 8 Jahren Zuchthaus und Degradation. Der dritte Angeklagte tonnte der Mittäterschaft nicht übev« führt und mußte fveigesprochen werden.

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Polnischer Kriegsbericht.

Warschau, 22. Sept. Im

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Die Oberbürgermeisterwahl.

wb. Berlin, 22. Sept. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung wurden bei der Wahl des Oberbürgermeisters 107 Stimmen für den bisherigen Oberbürgermeister Wermuth, 50 Stimmen für den früheren Oberbürgermeister Straßburgs, Sch wander, abgegeben. Die Deutschnationalen waren im Saale nicht an­wesend. Während der Verhandlung kam es zu einem großen Tumult, als der deulschnationale Stadtverordnete v. Eynera dem Oberbürgermeister oorgeworfen hatte, daß er stets seine persönlichen Ansichten in den Vordergrund zu schieben ver­standen und die Presse in seinem Sinne beeinflußt habe. Die Stadtverordneten der Linken erhoben sich bei diesen Worten und bedrohten den Redner, so daß nur durch das Dazwischentreten anderer Stadtverordneter weitere Zwischenfälle verhindert wurden.

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1921 *

Un'cre Truppen haben auf der ganzen Linie den Zbrucz erreicht und teilweise überschritten. Die Beischewisten ziehen sich eiligst zurück, wozu die Br-aSlkerung die Transportmittel liefern muß. In Wolhynien erreichte unsere Reiterei den Gorin und nahm Ostrog und Derashufa. Nördlich des Pr'.pet wuchs unsere Beute in den Kämpfen im Bereiche von Prushany auf 2250 Gefangene und 25 Maschinengewehre. Weiter nördlich wurden bei brknndungsausfällen Gefangene gemacht, die die Ankunft neuer Sowfetdivisionsn aus der sibirischen Armee an der Njemenfront bestäti­gen. Die Litauer verstärken ihre Stellungen.

Der Abtransport der internierten Russen beendet.

wb. Königsberg, 22. Sept. Der Abtrans­port der etwa 50 000 über die ostpreußische Grenze getretenen und in Ostpreußen internierten Rusten nach dem Innern des Reiches ist bis auf kleine, zu Aufräumungsarbeiten zurückbehaitene oder in­folge Erkrankung nicht transportfähige Reste voll­endet

Derheilige Krieg zur sozialen und nattonale« Befreiung".

wb. Moskau, 19. Sept. (Funkspruch.) Bei der Eröffnung des Kongrestes von Baku, der die Delegierten aller Völker des Ostens vereinigt, fand eine imposante Kundgebung gegen die englisch- französifchen Imperialisten statt. Genoste Sinow­jew eröffnete den Kongreß durch eine Rede mit der Aufforderung an die Völker des Ostens, sich zu ver­einigen und der kommunistischen Internationale anzuschließen. Er richtete einen Appell an die un­terdrückten Völker des Ostens, worin er sie auffor­derte, sich gegen ihre Unterdrücker zu verbünden und den heiligen Krieg der sozialen und natio­nalen Befreiung zu erklären. Der Aufruf Sinow­jews wurde mit begeisterten Ausrufen ausgenom­men. Der Kongreß beschloß, die Völker aufzufor­dern, den heiligen Krieg zu erklären. Erst nach Unterbrechung einer halben Stunde konnte Sinow­jew wieder das Wort ergreifen und seine Rede beschließen.

wb. M o s k a u , 18. Sept. (Funkspruch.) Lloyd George hat die politischen Verhandlungen mit Rußland abgebrochen. Cs darf sich daher nicht be­klagen, wenn sich jetzt ein« große Bewegung gegen Großbritannien in Asien aus. breietn wird.

Aus dem besetzten Gebiet.

Der Raub von Eupen und Malmedy.

wb. Berlin, 22. Sept. Das preußische Staatsministerium beschloß, die Reichsregierung zu ersuchen, beim Völkerbundsrat gegen die Entschei­dung über die Angliederung der Kreise Eupen und Malmedy an Belgien im Hinblick auf die hierbei begangene Verletzung des Artikels 34 des Der« sailler Vertrages Rechtsverwahrung einz'i« legen. : j

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meinden und Eemeindeverbände zur Befriedigun­eigener Bedürfnisse. Entscheidende Mitwirkung der Bundesstaaten in den Angelegenheiten des Post- und Eisenbahnwesens und der dem allgemeinen Verkehr dienenden Wassersttahen de, Staatsgebietes. Ausbau und Betrieb der Wasserkräfte durch die Staaten. Dir Gliederung der Reichswehr zu Lande in bundes­staatliche Kontingente. Das selbständige Recht der Staaten, für Zwecke der öffentlichen Sicherheit und Ordnung den Ausnahmezustand ftlt das Staatsgebiet zu erklären und für diese Zwecke über ihre Kontingente zu verfügen. Regelung des Schulwesens durch die Staaten al» eine» der Hauptgebiete der einzelstaet­lichen Kulturpolitik. Von Reichs wegen jedenfalls eine für ganz Deutschland unzweideutige Festlegung der Sicherungen der Kindererzirhung nach dem Millen der Erziehungsberechtigten. >t

Forderungen wie die, daß die Einzelstaate» mit auswärtigen Staaten Verträge schließen dür­fen, werden auch von Kreisen, die das föderali. stische System al» das ssir Deutschland geeignetste ansehen, für bedenklich im Hinblick auf die Reichseinheit gehalten. Es ist aber zu berücksich­tigen, daß solche Forderungen erst die Folge der im Gegensatz zu der bürgerlichen Ordnungspolitik in Bayern stehenden Parteiwirtschaft in Berlin sind. Das beste Gegenmittel gegen übertriebene föderalistische Forderungen ist eine Politik, sie sich von parteipolitischer Einseitigkeit frei hält und mehr Respekt vor dem historisch Berechtigten und Gewordenen hat, als es im neuen Deutschland üblich ist.

, ihm wenigstens die gefährlichsten Zähne aus- i. Wir wnuschen, daß der Magistrat mich! : besoldeten, sondern auch ans unbesoldeten crn besteht. Ferner halten wir Maßnahmen

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scheu Beschuldigungen auf Wahrheit beruhen oder, wie das Organ des polnischen Abstimmungskom­missariats, dieOberschlesische Erenzzeitung", be­hauptet, auf Lügen. Wenn auch die deutschen Nach­richten von einer Organisation der Polen richtig wären, so fragen wir: Wer würde wagen, von uns oberschlesischen Polen zu verlangen, daß wir uns knechten lassen, ohne uns zu verteidigen." Die Gazetta Ludowa" gibt damit, wie auch schon ver- 'chiedene andere polnischen Zeitungen es in ver- ichiedener Form taten, das Bestehen polnischer Ee- heimorganisationen zu. Andere polnische Blätter, wie die erwähnteGrenzzeitung", das Organ Kor- fantys, leugnen auch weiterhin die Echtheit der veröffentlichten Dokumente. Es bleibt abzuwar­ten, was Korfanty zu dem Eingeständnis derGa­zetta Ludowa" sagen wird. > 1.-4I j-.v. 1

Die neuen Aufstandspläne. ~!11

wb. Breslau, 22. Sept. Wie bekannt, plan­ten die Polen in Oberschlesien einen neuen Aufstand, der am 18. September beginnen sollte. Durch die Enthüllungen über die polnische geheime Kampsorganisation ist der Ausbruch die­ses neuen Aufstandes verzögert worden. Dies wird durch den Inhalt von Befehlen bestätigt, die in den letzten Tagen von dem polnischen Oberkom­mando in Sosnowree herausgegeben wurden. Da­nach sollte die verschobene Aktion nunmehr in der Nacht zum 23. stattfinden. Als Parole wird in den betreffenden Befehlen für den 22. September Zwisiestwo" (Sieg), für den 23.Haller" ange­geben. Auch diesmal sollte der Aufstand von den Kreisen Benthen, Kattowitz, Tarnowitz, Eleiwitz und Hindenburg ausgehen, die anderen Kreise sollten in der nächsten Nacht folgen. Heber die erste Aktion bei diesem neuen Aufstand besagen die Befehle, daß alle wichtigen Gebiete durch Ver­trauensleute besetzt, der Belagerungszustand aus- gerusen und alle Macht von den Bezirkskommandos und den geheimen polnifhen Kampforganisationen übernommen werden sollte. :

Der Emir von Afghanistan an Lenin. 1

wb. Taschkent, 17. Sept. (Funkspruch.); Aus Kabul ist folgendes Telegramm des Emir» j von Afghanistan an den Vorsitzenden des Rate» j der Volkskommissare, Genossen Lenin, eingetrof» > fen:Mit dem ersten Funkspruch der Funken« station, die mir von ihnen al» Geschenk übersandt wurde und welche für mich von großem Wert ist,, bringe ich Ihnen, Genosse Lenin, meine Anerken«j nung zum Ausdruck."

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Der «nzeiaenprei» beträgt ftt bi» 8ge[p. Zeile 76 Pf«, uwb 18% Lufschlaa, amtliche und ausmartige 1. Mk., Reklamejeile 8.00 Mk. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. ' Auskunft durch die Seschäflsftelle und Vermittln», der Aagebot« 26 Pfg. 6«x- Bei Beträgen unter 20 Mk. muffen mit du« Port» für di« Xechnun«

Merg ui M.

Die Bayrische Volkspartei, die den selbständig gewordenen bayrischen Flügel des Zentrums dar« stellt, hat auf ihrem Parteitag in Bamberg di« Ziele ihrer Politik in einer bemerkenswerten Ent« fchließung niedergelegt. Daß sie eine Anhängeri« der bundesstaatlichen Verfassung ist, war hinläng­lich bekannt. Ebenso, daß sie die Grenze der bun« dessiaatlichen Selbständigkeit möglichst weit ge« zogen sehen will. Dr. Heim, der Führer der Bayrischen Volkspartei, hat sich in diesem Sinne immer sehr deutlich ausgesprochen, wenn er gegen die Weimarer Verfassung als den Grabstein der bundesstaatlichen Selbständigkeit in seiner derbe» Art wetterte. Die Bamberger Entschließung ent« hält aber mehr. Sie legt auch die Forderungen im einzelnen fest, in denen sich die bundesstaatlich« Selbständigkeit auswirken soll. Sie fordert u. a.5

Das Recht der einzelnen Staaten, ihre Staatsform und Staatsoecfaffung selbst zu bestimmen. Die be< schlcunigte Ermöglichung der Bildung von Einzeb stauten auf verfassungsmäßigem Wege. Keine weiter* Beeinträchtigung der Selbständigkeit der Staaten durch neue Gesetze und Verordnungen. Das Recht der ein­zelnen Staaten, in Angelegenheiten ihrer eigenen durch, die Rrichsverfassung gegebenen Zuständigkeit mit au* moillgen Staaten Verträge abzu« schließen und Vertreter bei auswärtigen Staate»; zu bestellen. Die Sicherstellung der Steuerhoheit

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Breslau, 22. Sept. Zn Lbrrschlesieu kann von einer allgemeinen Beruhigung der Bevölkerung noch nicht gesprochen werden. Im Bezirk Kcttto- witz stehen die Grenzorte Baingow, Przelaika, Nodszin, Schopp'mitz und Eichenau noch vollständig unter dem polnischen Terror. Aus Baingow sind inzwischen sämtliche deutschen Familien geflüchtet. Hier forderten die Tage während des Patsches ins­gesamt 25 Tote. Dazu kommen die schweren Ver­luste der Sicherheitswehr mit 10 Toten und 40 Verwundeten. Ebenso unhaltbar sind die Zustände in Myslowitz. Dort herrscht nur die polnische Po­lizei, wofür in der vorigen Woche von der Stadt­verordnetenversammlung unter dem Einfluß der polnischen Stadtverodneten 130 000 ^lt bewilligt werden mußte». Im Kre'ise"Meß liegen die Ver­hältnisse ähnlich wie im Kreise Kattowitz. Es wurde bisher nichts getan, um die Grenze gegen Polen abzuschließen. Im Grenzoris Wohlan im Kreise Pleß tat sich nach dem Putsch eine eigene Republik mit einem Präsidenten an der Spitze auf. Vor einigen Tagen wurde eine italienische Patrouille aus derRepublik" Wohlau beschossen. Darauf wurde ein Kommando von 100 Italienern nach Molau gesandt. Aus Eroß-Dombrowka (Kr. Beuthen) flüchteten die letzten deutschen Familien. In Radzioi-kau (Kr. Beuthen) finden ab und zu noch immer Schießereien statt. Aus Mirchowrtz, Do die Polizei noch immer nicht den Dienst auf- nehmen konnte, flüchteten 30 deutsche Familien. Im ganzen Erenzstrich herrscht der polnische Ter­ror nach wie vor. Gewalttätigkeiten sind an der Tagesordnung. Man kann durchschnittlich jMn Morde, Einbrüche und tleberfälle auf den Tag rechnen.

Im der letzten Zeit kamen folgende Einzelfällc polnischen Terror? vor: In Schoppinitz wurde hie Ao- summungspolizri mit Gewalt gehindert, sechs Per­sonen, die an einem Raubüberfall aus die Löhnuugs- empsänger der Gieschegrnbe beteiligt waren, zu ver­hafte». In Eichenau wurde gestern die Wohnung eines Kaufmanns von den Polen überfallen, die Frau niedergeschlagen und 12 000 Mark in Gold- und Silberjachen geraubt. Am Sonntag hielten auf der Straße BeuthenTarnowitz drei Burschen einen Zug fest Und versuchten suntzer dem RuseTas ist ein: Heimattreuer!" einen Beamten ans Tarnowitz zu er­schlagen. In der Nacht zum Sonntag lourbe der Güterbahnhof in Beuthen von einer polnischen Bande beschösse!!. In einem Zuge zwischen Beuthen und Tarnowitz veranlaßten die Polen unter dem Ruse Bernichlung der Heimattreuen^' eine Schlägerei, wobei mehrere Personen schwer verletzt wurden. In Ober-Radoschau wurde ein Bergmann von 20 pol­nischen M.beiiern in-ißbandelt, weil er dsutschgesiunt urrd früheres Mitglied des Grenzschutzes war. In Ruschmow (Kr. Hindenburg) wurde ein gewisser Uba von den Polen totgeschlagen. In Agneshütt; drang ein polnischer Stoßtrupp in ein Gasthaus ein, wo eine Hochzeit statlfaud. Tie Bande war mit Re­volvern bewaffnet und mißhandelte einen Wachtmeister der blauen Polizei in der fürchterlichsten Weise. Man halte die Absicht, ihn zu verschleppen. Die Abstim- mnngspolizei in Kattowitz konnte den Wachtmeister erst nach einem schweren Gefecht mit der Bande befreien. Tie Zusammensetzung der neuen Abstim- mnngspolizei läßt nicht hoffen, daß den Gewalttaten und der.: Terror durch ihr Eingreifen ein Ende bereitet wird, da die Abstimmungspolizei zumeist unter pol­nischem Einfluß steht. ±

Ei« polnische» Eingeständnis. : '

wb. B r e s l a u , 22. Sept. Folgendes wert­volle Geständnis bezüglich der polnischen Geheim­organisationen bringt dieGazetta Ludowa" in Kattowitz in ihrer Ausgabe vom 21. 9.:Wir wol­len uns nicht länger dabei aufhalten, ob die deut-

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für notwendig, durch welche den Bezirken Schutz gegen die Maßnahmen von Berlin geboten wird. Das Jn- krasttre-eu des Gesetzes muß bis zum 1. Oktober 1921 .Pnausgtsch'oben werden,

»1 Alg r. Faßbender (Ztr.) fuhrt dieLos dou Be.'.!!:"-Rewegnng mit aus die Mißstände der Betiiuer Verwaltung zurück. Tie Wahl des jüdischen Dissl'dcnien Dr. Löwenstein zum Stadtschulrat stößt Mbst in jüdis^ru Kreisen auf lebhaften Widerspruch, cheuso auch in breiten Arbeiterschichten. Wir tier- 'langen die Revision des ganze» Gesetzes über Groß- 'Bcrfin und empfehlen dazu die Bildung eines neuen parlamentarischen Ausschusses von 29 Mitgliedern.

Avg. Heilmauii (Soz.) bittet, die Anträge ab pilehnen, da es sich hier um Gelegenheitsgesetzes Lacherei schlimmster Art handle. Auch seine.Partei Lüusche, daß an die Spitze der Fachressorts die besten Fachmänner treten ohne Rücksicht auf die Partei- pgehSrigkeit und verwerfe entschieden den Machtstand- pUl-.kt. Wir haben den Unabhängigen vor Augen hksührt, wie unklug es sei, die Bürgerlichen aus kiii Magistrat ausznschließen. Aber die Unabhängigen Lollleu mit den Rechtspatteieu nicht .zusammen- '«rbciteu. Wir luareit also in der Zwangslage, ent­weder mit den Unabhängigen zusammenzugeheu oder mit den Bürgerlichen. Im letzteren Falle wären die 11601'1; ängigen von jeder Verantwortung befreit ge- tkrsen. Das durfte angesichts ihrer Stärke in Berlin keineswegs geschehen. Ter Behauptung, Preußen und das Reich würden durch die Berliner Vorgänge er- fchüttert, müsse er widersprechen. Der Ansschußbera- tung stimme er zu.

Abg. T 0 m i n i c u s (Dem.): Ans dem Zugeständ­nis, daß die Sozialdemokraten aus einer Zwangslage Hrraus gehandelt hätten, ergibt sich von selbst, daß Richt Gerechtigkeit und Sachlichkeit die Leitmotive waren. Dadurch, daß der jetzige Magistrat in allen Bezirksverwattungen mit sozialdemokratischen Partei­isch: ist, wird der Wille des Gesetzgebers in sein Gegenteil verkehrt. Ter Redner spricht sich für den Tentrumsantrag aus. Die beiden anderen Anträge halte er für bedeullich

Abg. Leid (U. S.): Die Anträge stellen ein Aus- tiahmegesetz gegen die Berliner Sozialdemokratte dar. Wir werden mit aller Macht jede Verschlechterung hes Gesetzes bekämpfen.

Nachdem Abg. H 0 l l m a n n (Dt. Vpt.) nochmals hegen die Wahl Dr. Löwensteins zum Stadtschulrat Anspruch erhoben hatte, und namentlich die Proteste j« Berliner Lehrerschaft begründet hatte, werden die Euttäge dem Ausschuß für das Groß-Berliner Gesetz überwiesen.

Der Antrag Adolf Hoffmann (U. S.) auf Ge- tvähning von Zuschüssen und Ueberteuerungsgeldern tat die Gemeinden und gemeinnützigen Baugesell- feaften wird, nachdem Abg. Dr. Krüger (Dem.) vor

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Hjr Anträge auf Hinausschiebung bezw. Revision ! 1 des Gesetzes über Grob-Berlin.

Sitzung vom 22. September.

' Zur ersten Beratung sichen die Gesetzesaitträge fet Abgg. Her gt (Deutschnatl.), Dr. v. Richter

Vpt.) und Faßbender (Ztr.) auf Hinaus­schiebung des Gesches über die Gründung einet geuen Stodtaemeinde Groß-Berlin.

Abg. Lüdicke (deutschnatl.): Das Gesetz über Droß'Berliu ist nur mit geringer Mehrheit vom Hause Mgenommen worden. Das Saturn für das Jakrast- treten des Gesetzes muß hinausgeschobeii werden. Bis |utn 1. Oktober lassen sich unmöglich alle Vorarbeiten erwöglichen. Es muß auch vermißen werde», daß die sozialdemokratischen Parteien das Verfahren, das M! in der inneren Stadtgemeinde Berlin einge- jfchlagen wird, wo sie jede Mitarbeit der bürgerlichen Harte ien zurnckweisen, ans Groß-Berlin aiisdehnen. Mks Tinef iteucr großer Gefahreiikoefizieiit kömmt hinzu !tie Kreditschwäche von Groß-Berlin. Die Zustände Mn Berlin, wo man ans den Widerspruch bezüglich der Wahl des Stadtschulrats feine Rücksicht nimmt, sich aber einem Machtwort der Straßenbahner ohne Hrüsung beugt, werden ans Preußen und das Reich picht ohne Wirkung bleiben. Der Redner beantragt Ausschi'ßberatnng.

Abg. Dr. Leidig (Dt. Vpt.): Die Unabhängigen werde.: von den Mehrheitssozialisten in einer Weise unterstützt, die sogar den gesamtkn sozialdemokratischen Führen: verleidet ist Unter der Gewaltherrschaft der llnalhärigigen kann Berlin nicht gedeihen. Wir sind liegt:; das Gesetz gewesen, stellen uns aber jetzt auf feiner Boden. Aber wir wollen den Versuch nicht

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