Amtliches VerMndigungsblatt des Kreises Marburg.
Tageszeitung für (das früher kurhessische) Overhessen
Die „Oberhesfische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 4 Ml. durch die Bost 4.20 Mk. Ausgabe B mit „Oberh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr — ^ür oussaNend« Nummern infolge Streik, oder elementarer Ereignisse kein Ersatz.— Verlag von Dr. E. Httzeroth. — Druck der Unio.-Buchdruckerei von Joh. Stig. Koch, Markt 21/23. — Fernsprecher 65.
Marburg
Dienstag, 21. Septbr.
tScheiding.)
1921
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Mr. 229
Mmud roniHMert M.
: tob. Paris, 20. Sept. (Havas.) Millerand hat, dem Wunsche der Ration nachgebend, sich entschlossen, di« Kandidatur für die Präsidentschaft an« i «nehmen. - ;/i- .
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wb. Paris, 20. Sept. Millerand hat heute zachmittag den Präsidenten der Republik in Rambouillet einen Besuch abgestattet. Rach seiner Riick- fskehr hat er den Text der Abdankungsbot- fchaft des Präsidenten den Präsidenten des Senats und der Kammer zustellen lassen.
Basel, 20. Sept. Der „Motin" meldet: Der Dustcmd des Präsidenten Teschancl hat sich derart derschlinnnert, daß der Patient unter ständige Bewachung gestellt werden muß. Jede geistige Anstrengung und politische Betätigung ist dein Präsidenten streng untersagt worden. Er wird noch diese Woche zum dauernden Aufenthalt nach Südfrankreich über-
Der M Wem und Mmds;. -
Der deutsche Einspruch verworfen.
wb. P a r i s, 20. Sept. Der Oberste Rat hat ht seiner heutigen Sitzung einstimmig beschlossen, den deutschen Protest gegen die Volksbefragung in .Lupen und Malmedy zu verworfen und eine Entschließung angenommen, durch die der endgültige Üebergang der beiden Kreise in die belgische .Souveränität anerkannt wird. In der Saarfrage ' wurde das Rücktrittsangebot des Herrn v. Boch an- gtznommen und der frühere Bürgermeister von s Saarlouis Dr. Hector an seiner Stelle zum Regie- rungsmitglied ernannt.
L- In Belgien war man auf diese Entscheidung vorbereitet, und die Bürgermeister waren ange« -Wiesen, sie mit Elockengeläute und Flaggenschmuck |u feiern. Dem Oberkommissar der Verven Kreise ;!st der Baronstitel verliehen worden.
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Die ߫e li DierWti.
Reue Verhaftungen.
f" wb. Schoppinth, 20. Sept. Am 15. Sept, waren dem Zechenmeisterassistenten der Eiesche- tzrube etwa 120 000 M. Löhnungsgelder von etwa 'tz—10 bewasfneten Banditen auf der Landstraße i.Eieschewald-Mys'' 'st geraubt worden. Heute spormitiag gelang . yicr, sechs an dem Raub be- feUigte Personen und einen der Haupträdelsführer bei den Augustkrawallen festzunehmen.
Ächte Abberufung des Fürsten Hatzfeld.
wb. ' crlin, 20. Sept. Die Zeitungsmel- dungen fäii einer Abberufung des Fürsten Hatzfeld non seinem oberschlesischen Posten entsprechen ,1a keiner Weise den Tatsachen. Zu einer Abbe- irufung liegt nicht der mindeste Anlaß vor. Es ist vielmehr zu wünschen, daß uns diese bewährte Kraft auch weiterhin erhallen bleibt.
General Leroud in Paris.
wb. Oppeln, 20. Sept. (Amtlich.) Die taternationale Kommission teilt mit, daß General Lerond nach Paris berufen worden ist und am 18. September die Reise dorthin angetreten hat.
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Schließung des evangelischen Diakoniffenhauses
, iw Posen.
wb. Berlin, 20. Sept. Die polnische Regierung hat das evangelische Diakonissenhaus in Pofen als ein von Deutschen geleitetes Unternehmen irrtet Liquidation zu stellen beschlossen. Das evangelische Diakonissenhaus ist in mustergültiger Döeise mit allen modernen therapeutischen Einrichtungen ausgeftattet. Von Anfang an wurde das Krankenhaus allen Leidenden ohne Unterschied der Konfession und Rationalität zur Verfügung gestellt. Der vorstehende Beschluß der polnischen Re- tzirrung stellt einen schweren Eingriff in die durch Ha- Minderheitsabkommen gewährleistete Freiheit 'Nx Religionsiibnng der Deutsch-Evangelischen :$0(6116 dar.
Die Brüsseler Finanzkonferenz.
- In der ..Deutschen Alla. Ztg." werden die Vorarbeiten für die Brüsseler internationale Finanz- Inferenz besprochen, an der über 30 Staaten be- Aligt sind. Deutschland sei in durchaus korrekter Weise eingeladen worden. Mit Deutschland weise W« Konferenz freilich auch noch keinen geschlossenen »Kreis auf, denn es fehle Rußland. Aus einer Betrachtung der Persönlichkeiten, durch welche die Mkrfchicdeneit Staaten vertreten werden, gehe her
vor, daß auf der Brüsseler Finanzkonferenz bei der ersten großen Arbeit des Völkerbundes vor der politischen Oeffentlichkeit die besten Kräfte wirken würden.
Der Srieg in Dien.
Tarnopol, Brody und Dubno von den Polen genommen.
wb. W a r s ch a u , 20. Sept. Der polnische Ee- neralstabsbericht vom 19. September besagt: Die Polen haben bei der Verfolgung des Feindes nach schweren Kämpfen Tarnopol und Brody g e n o m m e n. Einer polnischen Abteilung gelang es auch Dubno zu besetzen. In der Richtung auf Kowno wurde eine bolschewistische Abteilung ans Kleban verdrängt. Sehr bedeutende feindliche Kräfte werden am Njemen und an der Schtara zusammengezogen.
Ein polnisches militärisches Sondergericht.
wb. K o p e n h h a g e n, 20. 'Sept. , Berlingsks Tidende" meldet aus Warschau: Cs wurde ein be- sonderet polnischer Militärgerichtshof eingesetzt für die Untersuchung aller Angelegenheiten betreffs der Pflichtversüumnis während des Krieges mit Rußland. Der Gerichtshof, der aus drei Generäle» besteht, begann bereits seine Tätigkeit. Oberstleutnant Krynicki wurde vor den Gerichtshof unter der Anklage gestellt, dem Feinde militärische Geheimnisse verraten zu haben. Krynicki war dis rechte Hand des frühere» Vizekriegsministers Ro- cynfki, bYr vor einigen Tagen zuriickgetreten ist. Man bringt seinen Rücktritt mit der Anklage gegen Krynicki in Verbindung.
Das enge Verhältnis zwischen Frankreich und Polen.
wb. Pa r i s, 20. Sept. Dec Warschauer Mitarbeiter der „Information" halte eine Unterredung mit Marschall P i l s u d s k i, der ihm u. a. sagte, es würde keinem polnischen Staatsmann glücken, eine Partei zu schaffen, die nicht unbedingt franzose»freundlich sei. Auf der anderen Seite sei es ebenso. Man könne sich kein französisches Kabinett denken, das nicht polenfreund- l i ch wäre. Es habe ehemals eine Partei gegeben, die nicht gefühlsmäßig, sondern aus politischen Gründen hoffte, die Lage Polens durch eine Entente mit den Zentralmächten, besonders mit Oesterreich, zu verbessern. Aber heute bestehe dieser politische Grund nicht mehr.
Unterbrechung der polnisch-litauischen Verhandlungen.
wb. Kowno, 20. Sept. Die litauische Delegation ist gestern abend aus/Kalvarja nach Kowno zurückgekehrt,- da dj/ Verhandlungen unterbrochen sind. Die litauische Delegation schlug vor, zwischen der litauischen und polnischen Armee eine neutrale Zone zu errichten. Polen lehnte diesen Vorschlag ab und bestand darauf, daß die litauischen Truppen sich auf die Foch-Clc- menceau-Linie zurückzögen, was Litauen ablehnte. Die polnische Delegation erklärte, daß unter solchen Umständen eine weitere Besprechung unmöglich sei und fuhr nach Warschau zurück. Der polnische Außenminister schlug in einem Funkspruch der lettischen Regierung vor, daß die weiteren Verhandlungen zwischen Polen und Litauen in Riga stattfinden mögen. Demnach betrachtet Polen die Verhandlungen nur als unterbrochen.
Aufstand in Ostgalizien.
wb. Moskau, 20. Sept. R^ch hier eingcirof- fenen Meldungen brachen in Ostgalizien Aufstände aus. Die Aufständischen konzentrierten in den Karpathen starke Streitkräfte. Die Aufständischen setzen überall ukrainische Verwaltungen ein.
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Die Deutschen in Südwestafrika.
wb. London, 20. Sept. Tic „Times" meldet, daß die deutschen Kolonisten des vormaligen Deutsch- Südwestaflika dem General Smuis, der sich ans einer Inspektionsreise befand, in Windhuk eine Denkschrift überreichten, worin sie erklärten, die Verwaltung Deutsch-Südwestafrikas als Teil der südafrilanischen Union würde eine Verletzung des Friedens- Vertrages bedeuten und den einmütigen Wünschen der Einwohner widersprechen, die nicht in dir Rassenpolitik der Union hineingezogen zu werde:: wünschen. Tie Denkschrift fordert das Fortbestehen deutscher Einrichtungen, Zulassung deutscher Kultur, Rück- kehr nach Südwestasrika der unter Kriegsrecht auS- gewicsenen Deutschen, Errichtung eines dcntschcw Konsulats, da- Deutsche als Amtssprache und Beibehaltung des bürgerlichen Gesetzbuches, da die Einführung des in Südafrika geltenden römisch-holländischen Rechts einen Rückschritt um Jahrhunderte be
deuten würde. In feiner Antwort erklärte General Smuts, die Deutschen sollten es für immer aufgeben, um Unterstützung und Hilfe nach Deutschland auszuschauen und müßten einsehen, daß ihr Schicksal von nun an unauflöslich mit dem der Union verknüpft fei, > । . :
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Groß-Berlin.
Die Stadtrats-„Wahlen".
Berlin, 21. Sept. Bei der gestern fortgesetzten Beratung der Stadtratswahl im Wahlausschuß des Berliner Magistrats verließen die sämtlichen bürgerlichen Mitglieder die Sitzung und beschlossen, nicht weiter an den Beratungen teil- zunehmeu. Dec Grund war, daß die beiden sozialdemokratischen 'Parteien die bürgerlichen Anträge ablehnten.
Die Haltung des Ministers des Innern.
tob. Berlin, 20. Sept. Im Hauptausschuß des preußischen Abgeordnetenhauses erwiderte Minister Severiug auf eine Anfrage, daß das Ministerium beim gegenwärtigen Stande der Dinge jede Stellungnahme zum Magistrat von Groß-Berlin adlehneu müsse. DaS nächste Wort hätte der Oberpräsident. Weder er noch Staatssekretär Freund hätten diesem auch nur im Geringsten vorgegriffeir. In anderen Fällen, wo ungeeignete Personen in Staatsstellungen berufen worden seien, hätte er sie nach Erweisung ihrer Mängel rücksichtslos entfernt, so den Landrat Pfaff und andere.
Der Proteststreik der Straßenbahner.
Berlin, 20. Sept. Laut „Vossische Zeitung" hat die Direktion dec Großen Berliner Mraßenbahn mitgeteilt, daß die Funktionäre der Angestellten und Arbeiter einstimmig beschlossen haben, am Mittwoch in einem eintägigen Proteststreik gegen die Wahl des Professors Giese zum Verkehrsstadtrat zu treten.
Der Terror gegen Dr. Löwensteins Gegner.
lieber die Störung bczw. Vereitelung von Protest- versammlnngen gegen die Wahl Dr. Löwensteins zum Stadtschulrat von Groß Berlin wird noch berichtet: Mit Ansn ahme der Zeutrumsversammlungen, die ohne besondere Zwischenfälle durchgeführt werden konnten, und der Versammlung der jüdischen Reli- gionsvcreine, wurden alle Versammlungen durch Mas- fenansgcbot Unabhängiger und kommunistischer Elc- meiile gestört und teilweise vereitelt. Es kam in den Versammlungslokalen, besonders im Zirkus Busch und im Kriegcrvercinshaus in der Chausseestraße zu wüsten Austritten und Prügeleien. Einigen Damen wurden die Kleider zrrrisfen. Tie Bürgerlichen wurden mit Knüppeln, Dolchen und Messern bearbeitet. Zahlreiche Personen mußten sich in ärztliche Behandlung begeben. Die Sicherheitspolizei griff zwar überall ein, sie war aber der drohenden Haltung der unabhängigen Massen gegenüber nicht gewachsen und verzichtete daher ihrerseits auf Anwendung von Gewalt. Sie hat es in keinem Falle fertiggebracht, Ruhe und Ordnung wieder herzustcllen und den Versamm- lnngsbesnchern ihr gesetzliches Recht zu schützen. Tie Unabhängigen haben dann ihrerseits Versammlungen eröffnet, Ivobei sie vielfach unter sich selber sich in die Haare gerieten, weil sie wegen der Handhabung der Geschäfte sich nicht einigen konnten. Rote Taschentücher, an Spazierstöcke gebunden bildeten die „Hoheits- Zeichen". In den wirren Reden, die sich dann entwickelten, bildete immer wieder das Hauptmotiv der Satz: „Wir haben die Mach t!" Wie diese Machi gehandhabt werden soll, hat man zu verhüllen sich gar keine Mühe mehr gegeben: Terror und Diktatur wurden proklamiert. Eine sozialdemokratische Lehrerin — wicht eine unabhängige — erklärte: „Sollte bei der Wahl Dr. Löwensteins der Lehrerstreik Tatsache werde», so iverden die sozialistischen Eltern dafür sorgen, daß dieser Streik ins Wasser fällt. Wir haben in Berlin die Macht. Sollte der Lehrerstreik kommen, dann wollen wir zum. ersten Mal die Diktatur des Proletariats praktisch ausüben."
Be rlin, 20. Sept. Der Vorstand des BezirkS- verbandes Groß-Berlin der sozialdemokratischen Partei Deutschlands warnt im „Vorwärts" die Arbeiterschaft vor der Teilnahme an der am 21. September angesctzten kommunistischen Demonstration.
Lipp« iiii» Preußen. Die Mitteilung von bet unmittelbar bevorstehenden Einverleibung Lippe-Det- molds in Preußen ist nach einer Wolff-Meldung unzutreffend. Es fanden lediglich auf Anregung Lippes Besprechungen mit Lippeschen Vertretern in Berlin statt. Da Lippe seit dieser Zeit nicht mehr auf die Angelegenheit zurückgekommen ist, nimmt man in 'der preußischen Regierung an, daß die Sache fallen gelassen worden tst. Bon Preußen wird keine Initiative ergriffen.
Bit »ezlemv- nut Nnmlrilr.
Die Forderungen der Postbeamten.. ' :: f wb. Berlin, 20. Sept. Zu den Meinung« Verschiedenheiten zwischen dem Reichsfinanzminte ster und dem Reichspostminister über die Ei« stufung der Beamten in die Besolbungsorbnuitzß verlautet, daß es sich um Forderungen der Poftbft amten handelt, die sich aus der Höherstufung bt< Landes- und Finanzbeamten ergaben und vom Rcichspostministerium im Einvernehmen mit beft Beamtenbeirat schon vor Monaten erhoben rou» den. Heber die Forderungen schweben zur neue Verhandlungen. i
kg. Berlin, 20. Sept. Wie auS Kreisen bet Rcichsfinanzministeriums gemeldet wird, betragen bit Neuforderungen des Reichspostministeriums und beß Vcrkehrsministeriums für Lohnaufbesserungen mehr alß 1 Milliarde March für die keine Deckung vorn Händen fei. , >
Rückkehr des Reichspräsidenten.
tob. Berlin, 20. Sept. Der Reichspräsident kehrt voraussichtlich morgen früh von einem kurzen Erholungsurlaub im Süden nach Berlin zurück.
Beschleunigte Erhebung bet Besitzsteuern.
wb. Berlin, 20. Sept. Staatssekretär Mösle aus bem Reichsfinanzministerium befindet sich gegenwärtig auf einer Dienstreise, um mit den Präsidenten der Landesfinanzämter bezüglich der beschleunigten Erhebung der Besitzsteuern, besonders des Reichsnotopfers, sich zu beraten. Ein« Besprechung, woran die Bezirke der Landesftnanz- ämter Cassel und Darmstadt beteiligt waren, fand am 15. September in Frankfurt a. M. statt. Gegenstand der Beratung waren der Stand der Vorarbeiten zur Ausführung der Steuergefetzs und bk Maßnahmen für bie beschleunigte Erhebung des Reichsnotopfers. Im Laufe dieser Woche finden Besprechungen gleicher Art in Bayern, Thüringen und Sachsen statt. Am Donnerstag wird Mösle mit den Veranlagungsbehörden der Bezirke Groß- Berlin und Brandenburg dieselben Fragen behandeln.
Um b(e Erweiterung bet Regierung.
Die Erörterung bet Frage, ob möglicherweise bie parlamentarische Erunblage bet Reichsregie- rung verbreitert werben kann, hat zu bem Gerücht geführt, baß bet Vizekanzler Reichsjustizminister Dr. Heinze aus bem Reichskadinelt ausscheiben, zum Gesanbten in Bukarest ernannt unb in btt Vizekanzlerschaft burch ben Reichswirtschaft»« Minister Dr. Scholz ersetzt werden soll. Dazu er« klärt der „Pressedienst der Deutschen Volkspartei", daß die Auseinandersetzungen über eine Grweite- rung der Regierung rein theoretischer Natur finb^ da bie Sozialbemokratie wiederholt erklärt habe, sich an der jetzigen Koalition nicht beteiligen z» wollen und andererseits die gegenwärtigen Siegte« runysparteten es ablehnen, die Wünsche der E« zialdcmokratie in Bezug auf eine neue Mehrheit« bildung zu erfüllen. Alle Gerüchte, die tm A« schluß an diese theoretischen Erörterungen auf, träten und die von einer Aenderung in der Kabinettszusammensetzung wissen wollten, entbehrte«, soweit sie bie Mitglieber bet Deutschen Bolkspart« betreffen, jeber Drunblage.
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England.
Der Bürgermeister von Cork.
wb. L o n b o n, 20. Sept. Eine amtliche Erklärung über ben Hungerstreik bes Bürgermeister» von Cork besagt, bet Bürgermeister habe von Beginn feiner Gefangenschaft an bie Vorrechte genos« sen, bie ben politischen Gefangenen zuerkannt würben. Er habe niemals Gefangenenkleibung tragen müssen. Seitbem er sich burch feine Steigerung Nahrung zu sich zu nehmen, in einen Echwächezu- stanb gebracht habe, liege er im Hospital zu Bett unb genieße bie beste ärztliche Pflege. Zwei Pfle-. gerinnen verweilen abwechselnd Tag und Nacht « seinem Lager. Ein ausgezeichnete» Essen stehe aU seinem Bett bereit. Die Pflegerinnen sei« bemüht, ihn zum Essen zu bewegen.
Rach einer Reutermeldung ist bet Bürgermeister von Cork sehr schwach, jä>och noch immer bei Bewußtsein Die „Sunday-Times" ist bet Ansicht, baß der Bürgermeister von ben ihn besuchend« Freunden unb Berwanbten Nahrungsmittel erhält.
wu. A in st e r b a m , 20. Sept. Wie englische Blätter melden, hat der Bürgermeister von Eork am 40. Tage seines und seiner Kameraden Hungerstreik an bie Iren ber gesamten Welt eine Bot- chaft gerichtet, ht ber er erklärt, baß er nicht glauben könne, ba» englische Voll werde bie Durch-