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Amtliches- VerkünLigungsblatt des Kreises Marbmg.

Tageszeitung für (das früher kurheMfche) OLerheffen

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Aufmarschplan, nach dem auf polnischem Boden bereitgestellte Streitkraft sich z« gegebener Zeit des gesamten AbstimmungrgeLiete» bemäch­tigen fallen. Zur Durchführung der Aufgabe sol­len aus einem Teil der Einheiten dieser Kreise

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Deutsch'polnischer Gefangenenaustausch.

irl>. Berlin, 15. Sept. Gestern hat in ntsch der dritte deutsch-polnisch« Gefangenen-

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- .Nach der amtlichen Einladung des Völker- dtiirdsrates zu der Finanzkonferenz in Brüssel ist eine Beschränkung der Rechte der Delegierten von Drutschsand, Oesterreich und Bulgarien gegenüber den Delegierten der anderen Länder in keiner Weise erwähnt.

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Neue englisch-französische Konferenz.

mb. Pa r i s, 15. Sept. (Havas.) Der Bericht­erstatter desExcelsior" glaubt zu wissen, daß eine «rue Zusammenkunft Lloyd Georges mit Mille- «nd vorbereitet werde, die in 2 Wochen, vielleicht h Biarritz, stattfinden soll. : . ....

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Amerika.

Demokratihche Riederlag«.

tob. London, 15. Sept. LautTelegraaf" meldet dieTimes" aus Washington, daß die Demokraten bei den örtlichen Wahlen im Staate Maine eine vernichtende Niederlage er­litten haben. Der republikanische Gouverneur wurde mit einer Stimmenmehrheit von 60 000 ge­wählt. Alle Kongreßmitglieder und Behörden von Maine werden Republikaner sein. Di« ll n -

8int »Me Stole an general Le And.

tob. Berlin, 15. Sept. Der deutsche Bevoll­mächtigte für den Abstimmungsbezirk Oberschlesien übergab dem Präsidenten der interalliierten Kom- nlission in Oppeln, General le Rond am 14. Sep­tember folgende Note:

Die deutsche Regierung ist im Besitze von pol­nischen Operationsplänen, organisatorischen An­ordnungen, von Meldungen und Beschien die in ihrer Gesamtheit einen neuen Beweis für die Ab­sicht einer gewaltsamen Besetzung Ober­schlesiens und für das Bestehen einer hierzu ge­schaffenen geheitnen polnischen Kampforgani- satio» erbringen. Es darf anheimgestellt werden, die Originaldokumente im Auswärtigen Amte durch einen Beiwümächtigtei» einsehen zu lassen. Aus dem Material ergeben sich folgende Einzel­heiten, die zum Teil auch den Schlüssel zu den Vorgängen der letzten Wochen liefern: Das ge­samte Abstimmungsgebiet ist von einer geheimen Organisation in 9 Bezirke gegliedert, die nach b:n landrätlichen Kreisen untergeteilt sind und zahl­reiche Rayons umfasien. Innerhalb der Rayons sind Zehnerfchaften organisiert, die die kleinste Kampfeinheit darstellen. Jeder Rayon muß min­destens verfügen über eine Sturm- und einerMa- fchincngewehr-Zehnerschaft, um die sich die Jnfan- tericzehnerschaften gruppieren. Tie Zehner« schäften bestehen aus besonders verpflichteten Orts­eingesessenen. Nach dem Stand vom 1. Juli 1920 zählen diese Organisationen 11736 Köpfe. Da­neben besteht eine den Rayons eingeglicderte Hilfsorganisation des polnischen Sebstschutzes, der aus den Arbeitern der Hütten, Gruben und der Eisenbahn sowie aus den Mitgliedern von Sport- und Gesangvereinen gebildet ist. Zu ihr gehört auch der Verband der Hallertruppen, der anfangs Juli bereits 2000 Mann umfaßte und dessen Mit­glieder durch Vermittlung des polnischen Roten Kreuzes in Beuchen ihren militärische» Sold wei­ter erhalten. Die Leitung der gesamten Organi­sation ruht bei dem Oberkommando, das auf pol­nischem Boden in Sosnowice feiten Sitz hat und dem die Verständigung mit den polnischen höheren Behörden obliegt. Aufgabe der Organisation ist. sich des Haup t i ud u st r i eb ezir k s mit den Kreisen Tarnowitz, Beutheu, Hindenburg, Katto- witz und Pleß zu bemächtigen. Insgesamt

Breslau, 15. Sept. Die interalliierte Kommis- fiou l-er?jcir.erte dem Fürstbischof Bertram in BreSla» die Einreise nach Obeffchlesien zur Weih« der neuen Antonicnkirchr in Lubofchgtz (Kreis Oppeln).

kg. Berlin, 15. Sept. Rach Meldungen au« dem Reiche haben sich bisher über 30 Ortsgruppen, der S.P.D. für den Wiedereintritt in bla Reichsregierung ausgesprochen. In den Kreisen der Mehrheitsparteien wird mit der Entscheidung des sozialdemokratischen Parteivorstandes für kom­mende Woche gerechnet.

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Scheidemann über die Lage.

Borlänfig keine Beteiligung an der Regierung.

Cassel, 15. Sept. Heute Abend fand im Stadt­park «ine Funktion ärversammlung der S. P.D. statt, die schr stark besucht war. DaS Referat hatte Ober­bürgermeister Scheidemann übernommem Er wies darauf hin, datz die Borg äuge im Osten, der Kampf zwischen Rußland und Polen für Deutschland gefahrdrohender sei, als vielfach angenommen werde. Es fei nur dringend zu wünschen, daß schnellstens ein« friedliche Verständigung Platz greife. Die voll­kommene Besiegung Polens durch Rußland toürbe dir Sowjetisierung Polens bebeitten. Und wenn wir bet| Bolschewismus für Deutschland auch verhüten öiw ten, so müßten wir wahrscheinlich doch wieder zatzhi lose Putsche, vielleicht auch einen Bürgerkrieg, über uns ergehen lassen. In dem Augenblick, W denk wir den Bolschewismus haben, halte« ihn auH

wird. Auch die Unterbringung der Gefangenen in der Kernburg in Posen gibt zu Beanstandungen keinen Anlaß mehr, was der Fiirsorgekommifsar auf Grund persönlicher Besichtigung bestätigt.

Der deutsche Gesandte in Warschau teilt mit, die polnische Negierung habe sich in der Frage der Rückführung der Soldauer Flüchtlinge zu Verhandlungen an Ort und Stelle bereit erklärt.

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England.

wb. Paris, 15. Sept. WieMarin" aus London meldet, erklärte Lloyd George in einem offenen Briefe, daß die Regierung die Absicht habe, die Staatskontrolle über die Kohlenindustri« rückgängig zu mach«». Er habe immer an­erkannt, daß die Gewerkschaften die Interessen der Mitglieder auf industriellem Gebiet vertreten. Wenn aber eine Gewerkschaft versuche, in die Funktionen der Regierung einzugreifen, so werde ihr energisch «ntgegengetreten werde».

wb. London, 16. Sept. Nach einer H'avasmel- düng au? Lpndon berichten verschicken« Zeitungen, daß die Regierung beabsichtige, in den nächsten Tagen einen Aufruf zu erlaffen zur Aushebung von Frei­willigen mit dem Zwech sie für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in Irland W verwenden.

wb. Paris, 15. Sept. Nach einer Meldung des Motin" aus London hat derDaily -erald" dar An­gebot der Unterstützung von 75 000 Pfund Sterling der Sowjetregierung nicht anenomme«. Redakteur Mey- nell, der dar Geld angenrmmen hatte, wurde ent» lasten. _ - . :

Der erst« sozialistische Amtshaupt»««» in Sachsen ist der zum Amtshauptmann der Amtshauptmannschaft Chemnitz ernannte Stadtrat Dr. Markus.

Italien.

wb. Mailand, 15. Sept. (Stefani.) Bei den gestrigen Verhandlungen der Delegierten der In­dustriellen des Melallgewerbes haben sich Diffe­renzen herausgrstellt. Die eine Richtung ist für absolute Ablehnung der Vorschläge des allgemei­nen Arbeiterbundes, die andere Partei will die Vorschläge besprechen. Eine neue Zusammenkunft ist für Donnerstag angesetzt. Di« Zeitungen find der Hoffnung, daß der Konflikt einer Lösung ent­gegengehe Die katholische Volkspartei hat einen Antrag an die Regierung gesandt, der diese auf­fordert, durch eine gemischte Kommission eine Ver- handlungsbasts schaffen zu lassen.

wb. Laibach, 15. Sept. Den Blättern zu­folge ist die Lage in Triest immer noch äußerst ge­spannt. Noch immer wird in den Straßen ge­schossen. Die Gefängnisse sind mit Verhafteten überfüllt. Militärische Abteilungen durchziehen die Straßen, auf denen sich nach 10 Uhr abends niemand mehr zeigen darf. Gestern nachmittag sollte der Generalstreik abermals ausbrechsn. Er wurde aber abgelehnt.

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Polnischer Kriegsbericht.

u>b. Warschau, 15. Sept. In dem Geueral- siabsbericht vom 14. 9. heißt es: Bolschewistische Abteilungen, denen es gelang im Bereiche von \ Nvhalyn durchzubrechen, wurden auf der Linie des Flusses Swierz aufzuhalten. Im Raume von ßokal erkämpften sich unsere Truppen den Ueber- tzang über de» Bug und drangen nach schweren Äamyfcn bis Tartakow vor. Der Ort wurde be­seht,' der Feind erlitt große Verluste. 'Unsere ge- .ten die berittene Armee Budjennys kämpfenden Divisionen besetzten Wladimir Wolynsk. Öfen 13. !>. wurde Kowel von unseren Truppen besetzt. Es wurden 5000 Gefangene gemacht, 36 Geschütze, zwei Pcmzerzüge, drei Flugzeuge, vier Lokomotiven, 300 Waggons und sehr viel Kriegs- :Mterial erbeutet. Nördlich von Kobrin an der Chaussee nach Prushany trafen wir auf einen hartnäckigen Widerstand des Feindes, der unter f tuiserem Kreuzfeuer schwere Verluste erlitt. Es wurden 200 Gefangene gemacht. Gestern früh 9 W griffen die Li tauet trotz des verabredeten Waffenstillstandes unsere Abteilungen in Seiny Hemmtet an und dringen weiter in südwestlicher t Achtung vor. i ;~

EH Die Vollmachten bet polnische« Friedens-

|R: abordnung.

r wb. London, 15. Sept. DieTimes" meldet bus Warschau, daß die nach Riga gehende polnische diedcirsdelegation Vollmachten zur Unterzeich­nung eines vorläufigen Friedens, über den zu- tzkrich mit einem Waffenstillstand verhandelt wer­den soll, erhält.

glichen irinann, Spesen, nehme, - Kein Ite um

! MMMn Mlkltt Siitzmto.

wb. Paris, 15. Sept. DieAgence Radio" «eldet, daß die in der Presse veröffentlichen Mit- ietkmge» über das Befinden Deschanels richtig «nd. Der Gesundheitszustand des Präsidenten der ^rpudlik ist mehr und mehr Schwankungen unter« 'yorfen. Deschanel ist gezwungen, sein Amt nje­de rzu le gen. Es ist auch richtig, daß sich der Ninisterrat am Freitag mit dieser Angelegenheit befassen wird.

WieJournal" mitteilt, rechnet man damit, daß Mitte nächster Woche eine Zusammenderufuug des Parlaments erfolgt zu einer außerordentlichen Tagung, in der nur der Rücktritt Descha- e e t s *uiib das Dekret über die Einberufung der Nationalversammlung verlesen werben soll, die verWungsmäßig innerhalb 48 Stunden nach dem Austritt des Präsidenten zusammentreten muß.

DerEclair" und zahlreiche andere Blätter be- hüupten, daß Millerand nicht für den Präsidenten- Men kandidieren werde.

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Die Brüsseler Finanzkonferenz.

tob. Paris, 15. Sept. Havas berichtet aus London, daß an der Brüsieler Konferenz am 24. tz Mts. alle Staaten, einschließlich der Vereinigten ktaatcn, durch je drei Delegierte vertreten fein «erden. Deutschland, Oesterreich und Bul­garien werden eingeladen, Delegierte zu entsen­den, die aber nur beratende Stimme haben

drei Bataillone Infanterie, eine Stoßtrupp- und eine Maschiirengetoehrkompagnie überraschend zu- sammengezogen werden, um die Westgrenze zu be­setzen. Die übrigen Einheiten, formiert zu einem Bataillon Infanterie, drei Stoßtrupp- und drei Maschinengewehrkompagnien, sollen, unterstützt vom Selbstschutz, die in der Basis gelegenen Städte nehmen und etwaigen deutschen Widerstand brechen. Insgesamt wurde Mitte Juli hierfür mit rund 10 000 Mann gerechnet, darunter die oben erwähnten 2000 Mann vom Verband der Haller- lnippen. Diese Streitkräfte versammeln sich bei Ezeustochan, Bendzin, Sosnowice und Oswiecim. In einem Operationsbefehl vom 11. Juli 1920 wird im Interesse der Geheimhaltung befohlen, es solle den eigenen Leuten vorgefpiegrlt werden, daß der Zweck der Organisation dir Abwehr einer deutschen Aeberrumpeluug sei.

Zum Schluß weist V.'- Role daraus hin, daß ein schweres Verhängnis, für das die interalliierte Kommission die Verantwortung tragen Wirde, von den Abstimmungsgebieten nicht mehr abzuwenden sei, wenn die polnischen Vorbereitungen nicht unterdrückt würden. Bei der polnischen Re­gierung, der Friedenskonferenz, dem Heiligen Stuhl den Kabinetten in London, Paris und Rom feien die erforderlichen Schritte unternommen worden.

Ein polnischer Geheimbefehl.

Berlin, 15. Sept. Die Blätter verösfeni- lichen noch eine Meldung derSchles. Volksztg." einen polnischen Eeheimbefehl, der die Aeberschrift Landesverkeidgung Oberschlcsien" trägt und unterzeichnet istOberkommando i. V. Zgierski". Der Geheimbefehl beginnt mit den Worten:Wie den Herren Kommandanten bekannt ist, bereiten wir uns zu einer neuen Aktion vor, die durch eine Versammlung der Bezirkskommandanten be­schlossen worden ist." Er gibt dann Anweisung, die Bezirke aufs neue zu organisieren und in Kom­pagnien einzuteilen, die je 150 Mann umfassen sollen. Bei jeder Kompagnie sollen 15 bis 20 Ver­trauensleute Stoßtrupps bilden, dereu^ Zweck den Kommandanten bekannt sei. Im Falle des Be­ginns einer Aktion durch die Deutschen habe jeder Kommandant anzuordnen, daß die Ortschaft, wo di« Bewegung beginne, besetzt werde und sofort den Ortskommandanten zu bestimmen. Weitere Informationen würden die Kommandanten nach Verfügung des Oberkommandanten erhalten.

^-lausch statgefunden, und zwar sind 81 bisher in ^inischer Gefangenschaft gewesen« Deutsche frei- krlasien worden. Es ist anzuerkennen, daß in ; Dister Zeit dem Bestreben der Auswärtigen Amts, Freilasiung der Reichsdeutschen herbeizuführen, polnischer Seite «ehr entgegengekommen

wb. T a n z i g, 15. Sept. Die polnische Friedens- Delegation, die heute mit Sonderzug hier «ingetrossen ich ist mittags mit drei englischen Torpchobooiszer-

Beliebtheit Wilsons scheint an der Ntedey luge der Demokraten schuld zu sein. /-"

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Die Frage des Wi^»ereintrittr der Mebrbeitssotziat-' demokraten in die Regierung steht neben der Frag« bd Fallenlassens der Genfer Konferenz weiter im Bordergrnnl dec politischen Presse^rörienmgen. Maßgebende Per. sSnlichkeitcn in den Reihen der Sozialdemokraten map denke nur an die schroffe Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der Deutschen Volkspartei durch den früheren MichS- kanzler Hermann Müller find entschiedene Gegner einer; Bcteilhiuug an einer Koalition, in der auch die Deutschs Volkspartei sitzt. Andere, vor allem ältere, Führers der Mehrheitssozialdemokratie sind etwas anderer Mei^ nung, jedeusalis würden sie deshalb in der Beteiligung der Deutschen Volkspartei an einer Koalition kein Din- deruisEsehen, weil sie damit rechnen, daß der überragend« Einfluß dank der Parteistärke ia doch den Mehrheits^ sozialisteu zufallen müßte. Tie Richtung, die sich gegen eine Mitarbeit mit der Deutschen Voltspartei im Kabinest sträubt, zielt offenbar auf eine Auflösung deS gegen- würtigen Reichstages ab. Nuir sind die Regierungspar< teicn zwar der Ansicht, daß es erwünscht wäre, wenn dies parlamentarische Basis ein breiteres Ausmaß hatte, alS das gegenwärtig der Fall ist. Aber die Dinge liegen dochj nicht so, daß die gegenwärtigen Regierungsparteien förm< lich auf den Wink der Sozialdemokratie warten, um sie wieder in die Kabinetts- und Parlaments-Gemeinschfat aufzunehmen. Die Sozialdemokraten haben sich seiner­zeit freiwillig aus der Negierung ausgeschaltet. Sie haben das getan entgegen den Vorstellungen, die ihnen von den übrigen in Betracht kommenden Parteien ein* schlies-lich der Deutschen Volkspartei unter Berufung auf ihre Berantworttingspflicht gemacht worden sind. Die Sozialdemokraten haben damals beiseite stehen zu müssen geglaubt, weil sie die agitatorische Konkurrenz der IInab* btxnri.x« knechteten. ES iss nicht gut denkbar, daß nun, da nach der vermutlich falschen Ansicht der MehrheitS- sozialseluokrateu die Sorge vor der konkurrierenden Ein* Wirkung unabhängiger Agitation geschwunden ist. die Mchrheitssozialdcmokraieit M't ihren Ansprüche» an di« anderen Parteien herantreten, wie wenn inzwischen nicht» vor gefallen wäre. Die Haltung der beiden größten Re­gierungsparteien kennzeichnet sich in folgender Weise:

Der Führer der Deutschen Volkspartei, Abg. Strese» .mann, vertritt in seinenDeutschen Stimmen" bie Meinung, der Sozialdemokratie stehe selbstverständlich federzeil die Möglichkeit frei, in die bisherige Koalition einzutreten, wodurch ein vernünftiger Ausgleich zwischen Bürgertum und Sozialdemokratie gegeben sein würde. Ein Ausscheiden der Deutschen Bclkspartei aus der Re­gierung lehnt Abg. Stresemann ob; denn nach feiner Meniunz wäre c:tte solche Verzichtleistung des Bürger­tums aus entscheidenden Einfluß in der Reichsregierung nicht überlegt. Die parteioffiziöseZentrums-Parla- mcvttkorrespondenz" bringt zum Ausdruck, daß das Zen­trum enlfchloffen ist, an der Koalition mit der Deutschen Volkspartei festzuhalt««. Sie erklärt es für UN- derständlich, wanim die mchrheitssozialistische Presse in fcirfem Augenblick e5 für gut befinde, da? Kabinett Fehcen- bach zurZielscheibe überhitzter, nnveraniwortlicher, dema­gogischer Angriffe" zu machen. Da? Zentrum^ habe seinerzeit den Sozialdemokraten, als es sich um die Bildung der Regierung handelte, den Eintritt nicht nur einmal, sondern wiederholt und nachdrücklichst angeboten: sie seien trotz allem hartnäckig auf ihrem ablehnenden Stand­punkt verblieben. Wenn es fetzt ihr Wunsch wäre und fit selbst die Initiative ergriffen, wieder an der Regierung tcliznnehmen, so werde man zweifellos diesem Begehren näherkreten. In diesem Augenblicke scheine ajxt bh die Stimmung der Mehrheitssozialisten gar nicht tit dieser Richtung zu gehen. Vielleicht wolle man nur den Unabhängigen gegenüber durch eine möglichst scharf« Hervorhebung einer oppositionellen Stellungnahmeab*, setoanberte Anhänger wiedergewinnen".

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Ihr, te igrüw.

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