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Amtliches VerMndlgungsblatt des Kreises Marbmg.

Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberhessen

Marburg

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icc und

Konferenz von

Störung einet Kriegergedenkftier.

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Knt> Kommunisten die Domstufen, wo die Rcdner-

aus ein der

wb. Warschau, 13. Sept. (Havas.) Die litauische Regierung hat gebeten, daß die französische und die eng- lische Regierung bei den Verhandlungen, die zwischen Polen und Litauen in Kalvarja stattfinden werden, ver­treten sind. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Kabinette in London und Paris diesen Vorschlag annchmen werden.

Durch werde schlutz lands

seine wirtschaftlichen und kulturellen Bedürfnisse das oberschlestsche Proletariat zum festen An- an die anfwärtsstrebende Arbeiterklasse Deutsch- gedrängt.

Regierung davon überzeugt sei, daß die Moskauer Regrc- Äl«g ihren Versuch, siche in die inneren Angelegenheiten

sich aus.

Die Krise, die innner ernster.

tob. bendr"

würde» nicht eher tviedcr ausgenommen, bis die britische

t sei, daß die Moskauer Regic-

ciner Reih? lettischer Bürger aus Litauen stellt^ der let­tische Minister des Aeutzern der litauischen Regieruirg eine Note zu, in der die sofortige Ausarbeitung einer Neber- einknnst verlangt wird^ durch die die gegenseitigen Rechte lettischer und litauischer Bürger in beü>cn Ländern sicher­gestellt würden. Die litauische Regiecun« erklärte in ihrer Antwort, daß die Ausweisungen, die nur lettische Bürger betroffen hätten, die sich nach dem Jahre 1915 in Litauen niedergelassen hätten, sofort eingestellt werben würden in der Voraussetzung, daß Lettland die Aus­weisung litauischer Bürger gleichfalls rinstclle. Die let­tische Regierung wartete jedoch das Eintreffen der Ant­wort, die binnen 48 Stunden verlangt worden war, nicht ab, sondern befahl allen in Libau und Riga wohnenden Litauern, Lettland zu verlassen. Sogar das litauische Konsulat erhielt einen solchen Befehl. Man nimmt schock

Wb. L o n d o n, 18. Sept.Weekly Dispatsch" kündigt den Rücktritt de» britischen Kolonialminister», Lord Milner, an.

wb. Pari», 13. Sept. Wie derTempS" «tl Zürich meldet, ist nach einem Radiotelegramm aus Mos­kau Silvia Pankhurst am 11. September in Peters­burg anackommen. Sie begibt sich nach Moskau, um am zweiten Kongreß der dritten Internationale teilzunehmen.

wb. Paris, 13. Sept. Havas meldet aus London: Daily Mail" zufolge hat der deutsche Geschäftsträger Sthamer am Samstag sein Beglaubigungsschreiben als deutscher Botschafter für England überreicht.

wb. Konstantinopel, 13. Sept. Reuter be­richtet: Die sozialistischen Führer Ramsah Maedonald, Tom Shaw und Snowden begaben sich heute nach Batum, wo sie die sozialistischen Verhältnisse Georgien», att Gäste der georgischen Republik, studieren wollen. In ihrer Begleitung befinden sich HuySmans, Vanderveche mck Renaudcl.

Stc^t Rybnik geplant sein. Die bisher in Nybnik befindliche italienische Besatzung ist in allerletzter Zeit stark vermindert worden, uitb es besteht die Befürch­tung, daß der zurückgebliebene Rest der italienischen Truppen, dem polnische» Angriff nicht gewachsen sein wird.

tob. Rybnik, 13. Sept. Der Belagerungszustand über Stadt und Kreis Rybnik ist heute aufgehoben worden. Heute nachmittag wurde ein Beamter der Sicherheitspelizei auf dem Heimwege von der Hoimgrubc von unbekannten Täter» erschossen.

Die Forderungen bet oberschlesifchen Sozialdemokraten.

wb. Beuthen, 13. Sept. Der heute in Hinden­burg abgehaltene Parteitag der S. P. D. Oberschlesiens beschloß, den Willen des oberschlesifchen Proletariats zur Aufrechterhaltung des Friedens in Oberschlesien und der Sicherung der Neutralität des Landes kund­zugeben. Die Breslauer Ausschreitungen wurden auf das schärfste verurteilt und die Sicherung der unbeein­flußten Entscheidung des oberschlesischen Volkes über ihr Schicksal gefordert. Der Parteitag lehnte die Autonomie Oberschlesiens ob, ba Oberschlesien nur im Anschluß an ein starkes Gemeinwesen gedeihe.

Frage der Munition für Polen geschehen sei. An einer, ähnlichen Demonstration im Southwark-Park t» Lon­don nahmen 4000 Personen teil. >

tob. London, 13. Sept. (Reuter.) 60 Sinnfeiner überfielen die Küstenwackstation Lorrhead t» der Grafschaft Antrim, überwältigten einen Offizier und fünf Mann, bemächtigten sich der Revolver, Munitümtz Teleskope und des Signalmaterials und enttarne».

Großbritanniens einzunnschen, aufgegeben habe. Lloyd George brachte gegen Kamenew vier Anklagen vor: 1.daß er am Verkaufe der kaiserlich-russischen Juwelen in Eng­land beteiligt sei, 2. daß er Verhandlungen geführt habe betreffend Unterstützung des extremen sozialistischen Blattes Daily Herold" mit 75 000 Pfund Sterling, 3. daß cr Beziehungen mit einer britischen Arbeiterorganisation gehabt habe, die sichAktionsrat" nennt, 4. daß Rußland absichtlich die britische Regierung mit Bezug aus die Klausel, über die Bürgermiliz in dem Entwurf für den Waffenstillstand mit Polen irregeführt habe. Kamenew stellte alle Anllagen kategorisch in Abrede. Krassin wurde ausdrücklich von den Anklagen, die gegen feinen Kollegen gerichtet wurden, ausgenommen. Es, wurde darauf hingewiesen. daß die Verhandlungen über die Han- velsbeziehnngen nicht als abgebrochen betrachtet werden.

Ti« neuer Fragebogen für die Räteregierung.

wb. London, 13. Sept. Wir aus Londoner politischen Kreisen in Erfahrung gebracht worden ist, hat Kamenew, der sich auf der Reife nach Moskau be­findet, einen neuen Fragebogen mitgenommen, den er der Sowjetregierung zur Beantwortung vorlegen wird. Die Antwortnote der russischen Regierung wird Ka­menew wieder nach London zurückbringen.

Millerand über die Lage.

wb. P a r i 5, 13. Sept, lieber die Sowjetfrage Von Journalisten befragt, erklärte Millerand in Air­les-Barns, da bestehe das Abkommen zwischen den Ver­bündeten, das vor 8 Monaten abgeschlossen worden sei: Handelsbeziehungen, keine politischen Beziehungen. Dieses Abkommen sei bisher loyal angewandt worden, er glaube aber, daß der einzige Artikel, den Rußland einführe» könne, die Propaganda sei, und an deren Einfuhr nach Frankreich habe er nicht das ge­ringste Interesse. Rach demJournal" habe Millerand gesagt, um endlich zum Frieden zu kommen, ^nüsie man Polen den Rat geben, sich zu mäßigen, sowie alle Verträge im Geiste der Mäßigung und der Loyalität

denen fick nicht nur Deutsche, sondern auch Hollands Reni rare und sogar ein Belgier befinden.

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Die Vernichtung der französischen Munition. .

/? Der verhaftete Haupträdelssührer. :

,f wb. Erfurt, 18. Sept. Am Freitag ist der tzaupirädelsführer Kühn der an der Vernichtung der französischen Mnmtion auf bem Erfurter Güter- bahnhof beteiligten Eisenbahnarbeiter verhaftet und kn da» Erfurter Gerichtsgefängnis eingeliefert worden. idarauHm zogen am Sonnabend nachmittag gegen B Uhr mehrere hundert Eifenbahnarbeiter, denen sich auch Transportarbeiter anschlossen, vor das Gerichts- jgef&gHi?. um ihren Genossen zu befreien. Al? diesem Verlangen nicht nachgegeben werden konnte, suchte »ran den Untersuchungsrichter, der den Haft­befehl ausgefertigt hatte auf, um von ihm die Frei- lcffung des Verhafteten zu zwingen. Man fand ihn «Ser rckcht. Inzwischen waren auch genügend Beamt- zur Stelle, soöaß di« beabsichtigte Befreiung unter«- blieb. Kurze Zeit bar auf kam die Sicherheitspolizei He da» Gefängnis besetzte. Wie verlautet, beabsich- kkgen die Eisenbahnarbeiter die Freilassung ihres Ge- Koffeadurch einen Streikzu erzwingen. Die Trans- |»rta»6ri1cr sollen sich teilweise mi' ihnen solidarisch erklärt Hoden.

Li.--. * *.

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Str nM-MMe stritt.

leb. Königsberg i. Pr., 13. Sept. (Lagebericht.) In Fortsetzung ihrer Angriffe im Abschnitt von Cholm überschritten die Polen den Bug und besetzte!-, die Ortschaften Lubomir, Horodno, Butmer. Zer Ort Samahany wurde erreicht. Oestlich von Brost-Lis owsk wurde Kobryn von den Polen genommm.

Siusruj an die russischen Offiziere ASrangrl».

wb. Amsterdam, 13. Sezt. Den englischen Blät­tern zufolge, richtete die russische Regierun» einen von Lenin, Trotzki und Bruffilow unterzeickiieten Avt^ll au die in Wrangels Heer stehenden russischen Offiziere, worin sie diese auffordern, ihre schmähliche Rolle als Diener der Polen und Franzosen aufzugeben. Den Offizieren wird völlige Amnestie zugesagt, wenn sie in das Sowjetheer eintreien. Zum letztenmale strecke ihnen die Sowjetregierung Sie versöhnende Hand ent­gegen.

wb. Konstantinopel, 13. S-pt. Reuter: Ge­neral Wrangel meldet heftige Kämpfe in der Gegend von Iekaterinoslato. Eine Rote Brigade einschließlich des Stabes und des Trains will er gefangen haben.

Die bevorstehenden Berhandlunge» i» Riga.

tob. London, 13. Sept. Nach derDaily Mait" geht die polnische FriedenZdelegatiou am Dienstag ftn Bord von zwei, englischen Torvrdshvotszerstörern nach Riga. Fürst Sapieha begleitet sie.

tob. Paris, 13. Sept. (Havas.) Wie derTuily Telegraph" venrimmt, meldet das Rigaer Blatt Sevodsia", Tschitscherin iverde als Bevollmäch­tigter der russischen Delegation nach Riga kommen, um die russisch polnischen Friedeusdechanblungrn zu leiten.

Räterußland und die Westmächte.

Die Borwürfe gegen Kamenew.

tob. London, 13. Sept. Die Blätter bringen Einzelheiten über die dreistündige Unterredung Komenows Daily News" schreibt: Tie Unterredung zeichnete sich durch das Fehlen jener Cordialilät aus, die die früheren Unterredungen zwischen dem ersten Minister und dem mit Lloyd George vor Komenows Abreise nach Rußland. Sowjetdelegierkn kennzeichnete. Sloijb George beschul­digte Kamenew tatsächlich einer Zahl von Vertrauens­brüchen und erklärte ihm, wenn er nicht selbst um seinen Paß gebeten haben würde, würde ihm dieser trotzdem aus- gehändigt worden sein. Die politischen Verhandlungen

Außerdem sieht noch ein Streik der Londoner Elektri- '.itäisarbeiter bevor, die sich mit ihren Kameraden von Nordeugland, die au-gesperrt sind, solidarisch erklären werden. Ferner erwartet man auch ein- Streikbe­wegung unter den Postaugesiellten.

tob. Paris, 13. Sept. Wie sich derTemps" aus London melden läßt, haben heute zivischeu Lloyd Geor^ und verschiedenen Kabiuettömitgliedern Besprechungen statt- oefuitben. Der Premierminister hat die von den ver­schiedenen Ministerien vorbereiteten Plän« studiert, um im Falle eines Generalstreiks die lebenswichtigen Betriebe aufrechtzueryalten. Der Vorschlag, das Parlament zu sammenzuberufen, sei nicht ins Auge gefaßt. Das Par­lament werde erst am 19. Oftober znsammentreten.

r" , Irland.

wb. Paris, 13. Sept. DerMatin" meldet aus London, daß 200 königlich-irische Polizeibeamte eine Entschließung angenommen haben, in der sie die F r e i- lafsung des Bürgermeisters von Cork und der an­deren politischen Gefangenen, die gegenwärtig die Nah­rungsaufnahme verweigern, verlangen. Die Entschlie­ßung spricht sich auch gegen die bedauerlichen Repres­salien aus, die von der Polizei und den Soldaten vor­genommen werden, mögen die Provokationen auch noch so heftig sein.

wb. London, 13. Sept. An der Sinnfeiner-De- monstration in Glasgow nahmen 10 000 Personen teil. Di« Redner tadelten es scharf, daß es der britischen Arbeiterschaft nicht gelungen sei, bezüglich Irlands I »ine vernünftige Aktion einzule'iten, wie dies in bet

Sie Laßt ie DtoWM

tob. Breslau, 13. Sept. Nach Mitteilung zuverlässiger Quelle soll für die nächsten Tage neuer polnischer Putsch zur Besetzung

anzuwenden, wie dies schon auf der Luzern ausgesprochen worden sei.

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England.

Die Au-standsbemegung breitet

mb. London, 13. Sept. (Havas.)

' Litauen und Lettland. 1

Kopenhagen, 13. Sept.Berlingöke Ti- erfnbri aus Kowuo: Anläßlich der Ausweisung

der englischen Industrie droht, wird

Reken dem drohenden Bergarbeiterstreik und der Aus­sicht auf einen Solidaritätsstreik der Eisenbahner und Transportarbeiter droht eine Krise in der Baumwoll- industrie infolge von Lohudifferenzeu. Man spricht bereits von einem Generalstreik für Ende dieser Woche.

,t" wb. Paris, 13. Sept. Der Sonderberichterstatter tz« Agentur Havas berichtet aus Aix-les-Bains: Die ßcheotendste Entscheidung der ßufammenTunft ist die pegtagring der Genfer Konferenz, wenn nicht bereu1 wCljwmene Fallenlassung. Der Verzicht auf diese Konferenz wird wahrscheinlich in Frankreich ohne Betonten ausgenommen werden, wo man bekanntlich bei Ansicht ist, daß das Verfahren der Wiedergut- lee^uegSToinmiffion der Methode direkter Verhand- tungw mit den Deutschen vorzuziehen ist.

Bach der zweiten Unterredung zwischen Mitteraich tztzch Giolitti, die gestern von 3V, bis 6 Uhr nach- vütags dauerte, empfing Millerand die anwesenden ftoeertafifteii und erklärte, daß eine Antwort von Lloyd George auf den belgisch-französischen Vorschlag hiskwc noch garnicht habe eintreffen können, Giolüti HOr nicht die geringsten Einwendungen gemacht.

Wieder ein Notschrei vonBefreiten".

ivb. B e r l i n, 13. Setzt. Aus dem bisher unter dem panier:Neutral-Moresnet" bekannten Ländchen, das durch den Friedensvertrag ohne Volksabstimmung Belgien Mesprochen tourbe, ist der Reichsregiening eine Petition zugegangen, in der die Bewohner über ihre jetzige Lage, über die Verschlechterung in Bezug auf die Sozial- tzersicherung, die steuerlichen Verhältnisse und namentlich darüber Beschwerde führen, daß ihnen das Recht der Setbsibeslimmnng versagt wurde. Die Gesuchsteller bitten inständig aus dem jetzigen Znstairde erlöst zu werden. Sie ivcilen deutsch bleiben und versichern, daß bei einer Abstimmung nicht nur alle Deutschen, die die Mehrzahl der Bewohner ausmachen, sondern auch die meisten Holländer und Neutralen für Deutschland stimmen wür­den; in zweiter Linie tvünschen sie neutral zu bleiben, keinesfalls aber wollen sie belgisch werden. Dem Gesuch sind Listeu mit zahlreichen llnterschrifteu beigefügt, unter

r wb. Erfurt, 13. Sept. Gestern fand hier auf Sn» Krick»rich Wilhelmplatz eine große vaterländische Bkbenffeier für die im Weltkrieg Gefallenen statt, Pt der sich Taufende von Teilnehmer eingefunden hatten. Zu Beginn der Feier versuchten Mitglieder be» Internationalen Bundes der Kriegsbeschädigten

DerVölkerbund".

Da» ftanzösisch-belgisch« Militärabkommen.

wb. A tu sterdam, 13. Sept.Westminster ®a= jette77 brückt ihr Bedauern aus, daß Frannkreich und Belgien nich! die Absicht haben, ihr Militärabkommen bem Völkerbünde vorzulegen. Das Blatt schreibt, eS sei eine Lebensfrage für beit Völkerbund, daß ft nicht u ui gangen und überlistet werde. Die französische und belgische Regierung würden den schtoer- mn Präzedenzfall schaffen, wenn sie bei bet ersten Velegeuhci: keine Notiz von den klaren Zwecken be§ Dimdes nehmen. Sie feien es sich selbst und den fcdfa^cn des Bundes schuldig, alle derartigen Ab- en zu veröffentlichen und sofort der Genehmi- jmrg des Völkerbundes zu unterbreiten,

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ll Der Völkerbund ist eben nur als Mittel zur Ve- ftfHßitng der Herrschaft derSieger" gedacht. Rur hoffnungslose Illusionisten konnten und können etwas <nbcre5 behaupten und glauben,

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' Bis berliner tkMlmnI. T

Ein Berliner Mitarbeiter schreibt un»: 1 -

Ein anschauliches Beispiel dafür, wie die Sozia!« demokrateil regieren- wo sie dir Macht besitzen, biete» die gegenwärtigen Vorckinge in Groß-Berlin. Hier ist cs durch eine nnbegrechliche Gleichgültigkeit der Berliner Bevölkerung bei den Geineiudetoalsten möglich geworden, daß die Unabhängigen und die Mehrheitsfoziallstn» zu­sammen über 123 Sitze gegenüber nur 99 sämtlicher ande­ren Parteien verfügen. Hie vereinigten Sozialisten sind nun daran, ihre Macht gründlich zu etabliere». Sie beginnen dort, mu besten N» Herrschaft begründet toetben!Ni, nt-uitb bei der Aemterbesetzung. Der bisherige Oberbürgermeister Wermuth hat (Knabe vor den bereinigten Herrschern gefunden, so daß er auch weiter Oberbürgermeister des neuen Groß-Berlin, einer Gemeinde von etwa 4»/- Millionen Einwohnern, bleiben wird. Die Mehrheitssozialisten drängten ihm ober in dem zweiten Bürgermeister einen Aufpasser an die Seite, der außer seinem so«ioldetnokratischen Parteibuch über feine andere Qualifikation für diesen Posten, auf den nur ein gründlich erfahrener Kommunal-VerwaltungSbeamter gehört, verfügt. Für den Stadtshndikus, die einzige Stelle dieser Art, schlagen die MehrheitSsoziafisten einen bisherigen sozialdemokrafischen Siadtvewrdneten vor, der Ebenfalls in der Kommunalverwaltung nicht die ge­ringste praktische Erfahrung aufzuweifen in der Lage ist. Der nnaol'ängige Schriftsteller Dr. Löwenstein ist zum Stadtschulrat der Gemeinde Groß-Berlin gewähft worben. Sckon als dieser Name zuerst auftauchte, haben sich alle bürgerlichen Parteien ohne Unterschied ihrer sonstigen toeitau5einanbcrgebenben Weltanschauungen ge­schlossen gegen diese Kandidatur gewandt. Das Gleiche geschah durch die erdrückende Mehrheit bet Berliner Lehrer­schaft. In seiner Kandidaten rede hat et al» seinen wich­tigstenProgramm"-Punkt seine Absicht verkündet,daß in Zukunft das Schwergewicht der Erziehung an» dem Elternhause in die Schule verlegt werden tnflffe". Die Kinder sollen also dem Einfluß de» Elternhauses völlig entzogen toetben. Man wird abwarten müssen, ob sich die Berliner Eltern das wirllich gefallen lassen. Gerade in einer Großstadt und noch dazu bei den Berhält- niifeti, wie sie in Berlin als einer Weltstadt mit a$e» Schmutz und Schlamm herrschen, ist eS eine Unmöglich­keit, der Schule allein da» Erziehungswerk zu überlasse«. Ohne die allerinnigste Verknüpfung des Mernhause» mit ter Erziehung der Kinder würde eine Generation heran« wachsen, die den Nachfahren einmal zum Schrecken go« reichen tourbe, aber man muß ia sich daran erinnern, ba| die Unabhängigen mit als ein Hauptziel für die Erreich­ung ihrer Zukunstspläne den Umstand betrachten, schon in die Jugendherzen ihre Ideen zu pflanzen. Die<» abhängigen gehen aber noch weiter, indem sie für wichtigsten Stadtratsstellen berüchtigte und fontirro-ri-- tierte Persönlichkeiten berufen, so x <t den ehemalloar Poli'reipräsdenten Eichhorn, der als Organisator großen spartakistischen Putsche im Januar 1919 für in» nutzlos versoffene Blut Hunderter von Menschen veraui- wortlich ist. Weitet haben bfe vereinigten Sozial-^:- mit der Bonffung von ehrenamtlich tätigen Persöiilichkri. -r. in die St-cktverwaltung gebrochen. Solche Persönfic,' feiten werden nicht mehr berufen, damit die Sozialisten nut ihnen genehme, b. h. parteiamtlich abgestempelte mck demgemäß auch in entsprechendem HörigkeitSverhältni» befindlicheMitarbeiter" erhallen.

Diese Vorgänge werden natürlich eine überragende politische Bedeutung haben. E» handell sich um eine Gemeinde von 41/» Millionen Bewohnern, also vm ein Gebiet, da» viel größer ist, wie manche» deutsch. Land. Wa» hier pofitifch und parteipolitisch vorgeht, muß naturnotwendig in gewissem Umfange auch auf bfe Ver­hältnisse in den Ländern und im Reiche abfärben. Aber bei allem Traurigen ist e» doch gut, daß diese» Gtotz- Berliner sozialiWche Partri-Cremvel einmal vor unsere» Augen ertvächst. Es ist ja in der Tat dazu angetan, viele» die Binde, die sie um die Augen tragen, wegruteiße». J i

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fammlung zu sprengen. Einigen gelang eS, die dort aufgevflanzte fchwarz-weiß-rote Fahne zu t*nif.tnen; cani) die Kriegervereinsfahne wurde zer­rissen. Es kam zu Zusammenstößen zwischen Mit- gtiriHrn der Krieger vereine und den Ruhestörern. Die Sicherheitspolizei wurde alarmiert, brauchte jedoch nicht ernzufchreiten. Nach der Feier, die, obwohl immer­während durch Zwischenrufe gestört, fortgesetzt wurde, durchzogen Kommuiüsteu und Mitglieder des Inter­nationalen Bundes der Kriegsbeschädigten unter Bor- autragung roter Fahne« dir Hauptstraßen der Stadt.

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tridüne ausgestellt war, zu stürmen und die Per- j litauische Antwort eingetroffen ist.

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