Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Overheffen
(Scheiviag.)
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i-L/L Sonnabend. 10.Septbr.
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Erstes Blatt.
Am 6ei|.
Bon unserem Berliner Vertreter.
Zwar ist auch heute noch nicht der Zeitpunkt der .Kenfer Konferenz scstgelegt, aber unverkennbar sind die Vorbereitungen in den einzelnen Ländern auf die künftige» in Genf mit Deutschland zu führenden Verhandlungen abgestimmt. Man macht dabet die Be° »bachiunq, daß das eifernde Drängen, das namentlich in Frankreich vor Spaa geherrscht hatte, nun- Mehr einer zögernden Zurückhaltung gewichen ist. Ge- srade in Frankreich besieht anscheinend recht geringe Neigung, die Genfer Konferenz zu beschleunigen. Das xührt daher, Iveil man sich in Frankreich selber noch kein klares Bild über die an Deutschland in Genf zu stellenden wirtschaftlichen Forderungen zu machen vermag. Tas Bedenkliche des Verfahrens von S&aa, dahin gerichtet, den Deutschen einfach zu diktieren, hat man in den einsichtigeren Kreisen der Verbündeten sehr wohl erkannt und weiß zumal auch in Frank- reich, daß mit dieser Methode in Genf kein ersprießliches Ergebnis zustande gebracht werden kann.
* Der Charakter von Genf wird ganz anders als der von Spaa sein. In Spaa standen wir gewisses «eßen mit gebundenen Händen den Gegnern gegen- ßber. Cs galt, verbriefte und bestimmte genaue Abmachungen int Fricdensvertrage zu erfüllen und soweit die Unerfüllbarkeit notorisch war, einen annehmbaren Kompromiß zu schließen. In Genf wird Deutschlands Lage ganz anders sein. Jetzt handelt es sich um die Einigung über Fragen und Angelegen- heilen, die nur ganz allgemein in den Versailler Abmachungen umschrieben, zum Teil sogar nur ange- deutet sind. Damit tvird sich die Genfer Konferenz als eine reine Geschäftskonserenz darstellen, als ein Aussprechen zwischen den sachverständigen Beauftragten der Verbündeten mit den gleichen Sachverständigen Deutschlands. Die Lage für Deutschland wird die sein, daß es als Schüü>ner den Gläubiger:: sich gegenüber befindet und daß die letzteren das Interesse daran haben müssen, im Einvernehmen «nit dem Schuldner die zur Tilgung der ihm ob- licgcnben Verpflichtungen geeignet erscheinenden Mittel und Wege in vernünftigem Ausgleich zu suchen. ;■ Tie Form eines Diktats oder einer Androhung von Zwangsmaßregeln für den Fall, daß die deut- scheu Sachverständigen nicht den gegnerischen Vorschlägen beitreten zu können glauben, dürften daher recht wenig taugliche Mittel zur Förderung der Genfer Verhandlungen sein. Ob sie trotzdem angewandt werden, bleibt ja freilich abzuwarten, wobei aber immerhin zu bemerken ist, daß wir bei einer solchen Entwicklung der Dinge in Genf viel besser und freier daftänden, wie das in Spaa nottvendigerweise der Fall war. Cs kommt alles darauf an, wie Deutschland teiue prinzipielle Lage in Genf aufsaßt und wie die deutschen Unterhändler in Genf den daraus sich ergebenden Forderungen Genüge leisten. Als das Wichtigste erscheint vor allem das Frei machen von allen Illusionen. Es erscheint auch erforderlich, daß alles unterlassen wird, was zu unberechtigten Hoffnungen auf Genf Veranlassung geben könnte. Das gilt insbesondere für Aeußerungen amtlicher Persönlichkeiten, die eine gewiße Unbekümmertheit wegen des Ganges der Verhandlungen von Genf, ja selbst eine starke Sorglosigkeit und HasfnungSsreudigkeit an den Tag legen zu müssen glauben. Wir müssen uns immer bewußt sein, das; wir von der Hilfe oder gar der „Liebe" anderer garnichts zu erwarten haben, daß wir völlig auf uns selber gestellt sein werden. Wir dürfe: auch nicht vergessen, daß wir einem Gläubiger gegenüberstehen, der nach allen Erfahrungen, die man bisher mit ihm gemacht hat, es an rücksichts- , -loser Durchsetzung seiner Folgerungen nicht fehlen lassen wird. Aber wir müssen es gerade deshalb ablehneu, uns zu Zugeständnissen drängen zu lassen, deren Unerfüllbarkeit wir erkennen.
1 Trotzdem braucht man aber nicht die Hoffnung eu|' einen Erfolg aufzngeben. Gerade der Zwang, mit sachlichen realen Dingen sich befassen und mit ihnen als festen Faktoren rechnen zu müssen, dürfte vielleicht eine bessere Basis für die schließlich unumgängliche Annäherung zwischen den Beteiligten sein, als es diejenigen Stosse waren, bei denen bestimmte nationale Stimmungen und Leidenschaften mitspielen konnten. Der Zwang zur Sachlichkeit ist auch ein Zwang zum Verstehen und zum Verständnis. _
Das französisch-belgische Militärabkommen.
wb. Brüssel, 10. Sept. (Havas.) Laut »Nation Belge" ist da? Schreiben, durch welches das belgisch-französische Militärabkommen genehmigt wird, fertiggestellt und wird heute an die französische Negierung weitergeleitet. — Das
Die Not der
Mn md Frmzilm oentn Mte.
wb. Breslau, 10. Sept. Tie Unsicherheit in Oberschlesien nimmt immer unerträglichere Formen an. Im Kreise Rybnik ist die polnische Verhetzung so weit gediehen, daß selbst die den t sch en Kinder ans den Straßen mit Steinwürfen und Schlägen verfolgt werden. Selbst die Frauen werden gehin- dertj am Brunnen Wasfer zn holen. Die deutsche Bevölkerung sucht, soweit sie eine Möglichkeit dazu hat, die Gegend zu verlassen. Für das Verhältnis zwischen Franzosen und Polen ist folgender Vorgang bezeichnend, den das Zentrumsorgan, die „Volksstimme" au? Rybnik meldet: 2 Korporale und 3 Mann in französischen Uniformen verlangten von der Schwägerin eines Gastwirts, daß sie polnisch spreche und ihnen französische Spielkarten ausliefere. Dem ersteren; Verlangen kam die Frau nach. Französische Spielkarten halte sie nicht. Darauf drangen die Soldaten mit Messern auf sie ein. Auf ihrer Flucht kam ihr Schwager, der Gastwirt O^orek ihr entgegen. Er erhielt von den Franzosen zwei Ohrfeigen, die er hin- nahm, um sie nicht zu reizen. Ohne Ursache versetzte ihm darauf einet der Franzosen einen Messerstich in die Hand. Ein zweiter warf ein Glas gegen den Büffcischrank. Darauf setzte ein allgemeiner Angriff aus den Gastwirt ein. Er wurde mit Messern und Bajonetten schwer mißhandelt, wobei einer der Franzosen äußerte: „Meine Brüder sind im Kampfe gegen die Deutschen gcsallcn, dafür müssen alle Deutschen sterben." Der Mißhandelte wurde dann mt3 dem Fenster a u f den Hof geworfen, wo er schwerverletzt liegen blieb. Tie Angreifer versuchten nun vergeblich Jagd auf die Schwägerin, die über die Felder flüchtete, zu machen. Nachher suchten sie den verwundeten Oporek, offenbar um ihm den Todesstoß zu versetzen. Er war jckoch inzwischen in Sicherheit gebracht worden.
Im Preise Pleß wurde am gleichen Mittwoch Abend ein Pfarrer von bewaffneten Polen im Pfarrhausc mißhandelt. Alle Wertgegenstände, ein größerer Geldbetrag und Silbergeschirr wurden geraubt. In Laurahütte setzte die polnische Aürgerwehr einen Beamten der blauen Polizei gefangen, der einen Polenführer wegen Urkundenfälschung verhaftet und nach Kattowitz gebracht hatte. Sie erzwangen dadurch die Polizeibehörde in Kattowitz, die Freilassung des polnischen Verbrechers.
Sogar im Landkreise Oppeln greift das polnische Banditenwesen danenid um sich. Die deutsche Bevölkerung ist in ständiger Angst um Leben und Besitz. In beit größeren Orlen haben sich freiwillige Sicherheitswehren gebildet, die nachts die Dörfer abpaironil- tiereiu Auf einen Schutz durch die interalliierte Kommission rechnet niemand mehr.
„XX. Siöcle" ist der Ansicht, daß der Vertrag nut für den Fall eines Angriffes Geltung hat und daß es der belgischen Regierung fieisteht, den Charakter eines eventl. Angriffes f e l bst zu beurteilen. Auch hat die belgische Regierung volle freie Hand über die Höhe ihrer Aufwendungen für das Heer und die Marine.
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Neue Diktatpläne.
wb. Paris, 10. Sept. Nach dem „Echo de Paris" hat der belgische Ministerpräsident Delacroix bei seinem Aufenthalt in Paris vorgeschlagen, die Wiedergutmachungskommifsion in Paris zusammentreten zu lassen. In dieser Sitzung sollen dann die deutschen Delegierte» über die deutschen Wiedergutmachungspläne gehört werden. Am 15. Oktober soll in Genf eine Konferenz der verbündeten Regierungschefs stattfinden, welche die von der Wiedergutmachungskommission auf Grund der Beratungen mit den Deutschs» gemachte» Anregungen zur Kenntnis nimmt. Millerand habe den Vorschlag bereits gebilligt. Es steht noch die Zustimmung von Lloyd George nnd Giolitii ans.
Wie aus dem Leitaufsatz des „Temps" hervor- gsht, hat die französische Regierung gestern dem englischen Botschafter in Paris ihre Antwort auf die Frage übermittelt, ob der 24. September der französischen Regierung als Datum der Genfer Konferenz zusagen würde. Frankreich, das nach Genf und Brüssel dieselben Persönlichkeiten zu schicken gezwungen ist, ist aus praktischen Gründe» dagegen, daß die beiden Konferenzen gleichzeitig stattfinden. Außerdem nimmt die französische Regierung grundsätzlich dieselbe Haltung wie die belgische Regierung ein, nämlich die Angebott
Oberschlesier.
tob. Beuthen, 10. Sept. Am 7. September fand in Przelaika durch eine Gerichtskommission, der 4 Soldaten znm Schutz beigegäben waren, die Feststellung der 9 Opfer des Aufruhrs statt. Von den Leichen wurden 3 identifiziert, die übrigen Opfer sind unbekannt. 2 Leichen wiesen Herzschüsse auf, bei vier Leichen wurden Zerreißungen der Lunge infolge Schußverletzung fcsigestellt, bei einzelnen Leichen war die Schädeldecke zertrümmert. Einer Leiche fehlte der Unterkiefer, bei einer anderen waren das Bauchfell und die Leber durch Bajonettstiche verletzt. Die weiter« amtliche Untersuchung ist noch im Gange.
. Die Rechtlosigkeit der Bevölkerung.
wb. Benthe», 10. Sept. Das deutsche Ab- ftimmnnHskommissariat in Kattowitz hat an die interalliierte Kommission folgende Mitteilung gerichtet: Das neue Tumulifchadengefetz vom 12. 5. 20 hat für das oberschlesische Abstimmungsgebiet noch keine Geltung erlangt, da die hohe interaCiicrte Kommission es bisher nicht in Kraft gefetzt hat. Infolgedessen ist die oberschlesische Bevölkerung, die bisher schon sehr stark von der unmittelbaren Einwirkung von Tumult und Unruhen auf Lebe» und Gesundheit und Vermögen zu leiden hatte und bei der dauernd zunehmenden Spannung und Erregung in der Bevökerung auch weiterhin noch zu erwarten hat, außerstande, ihren billigen Schadensersatzforderungen gegen den Staat gellend zu machen. Dieser Zustand der Rechtsunsicherheit, um nicht zu sagen Rechtlosigkeit, hat zu lebhafter Beunruhigung der Bevölkerung geführt und ist unseres Erachtens nicht länger mehr anszuhalten. Wir richten daher in die hohe interalliierte Kommission die ergebene Bitte, das deutsche Tumultschadengesetz vom 12. Mai 1920 unverzüglich in Kraft zu sehen.
Erneute Borsiellungeu der deutschen Regierung.
wb. Berlin, 10. Sept. Die Reichsregierung erhob bei der Friedenskonferenz in Paris, dem Heiligen Stuhl und den Kabinetten in London, Paris und Rom unter eingehender Darstellung der gefährdeten Lage in Oberschlesien erneut ernste Vorstellungen, um durchgreifende Maßnahme» zur Wiederherstellung Vertrags- und gesetzmäßiger Zustände in Oberschlesien zu erwirke«.
Der neu« Polizeipräsident von Breslau.
Berlin, 11. Sept. Zum Nachfolger des Breslauer Polizeipräsidenten Ernst wurde laut „Voss. Ztg." Polizeirat Simons ernannt, der bisher die Vertretung des Präsidenten wahrnahm.
Deutschlands der Wiedergutmachungskommission zur Prüfung zu unterbreiten. -i n
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Die Deutschen sollen also »ach diesem Plan nur gehört werden. Entschließungen sollen nicht stattfinden. Diese sollen vielmehr erst von der Genfer Konferenz und zwar ohne Hinzuziehung der deutschen Delegierten gefaßt werden. Wen» dieser Plan tatsächlich besteht, würde er auf nichts anderes hinauslaufen, die Genfer Konferenz zu einem unerhörten Diktat zu machen. Bei einer solchen Behandlung der Dinge würbe Deutschland gar keine Mögt chkeit des Einspruches haben, es sei denn durch schriftliche Proteste, die erfahrungsgemäß in Paris einfach zu den Akte» gelegt werden. Noch hoben England und Italien ihre Zustimmung zu diesem belgisch-französischen Plane nicht gegebeir, und es besteht daher noch Aussicht, daß an dem Widerspruch Lloyd Georges und Eio- littis die Vergewaltigungsabsichten Frankreichs scheitern. Jedenfalls zeigt aber dieser offensichtlich vorzeitig ausgeplauderte französische Plan, wessen wir uns für Genf zu versehen haben. ; i:
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Die Entwaffnung Deutschlands.
wb. London, 10. Sept. „Daily Mail" meldet daß die Entwaffnung Deutschlands rasch vor sich gehe. Unter Aufsicht von Kommissionen der Verbündeten seien bereits mehr als 27 000 Geschütze unbrauchbar gemacht worden. Jede Woche würden 1000 Geschütze vernichtet, so daß die 5800 Geschütze, die laut Friedensvertrag »och unbrauchbar gemacht werden müssen, in etwa 6 Wochen zerstört sein wurde».
Der nM-MW Kries.
tob. Warschau, 10. Sept. Generalstabsbericht vom 9. September: Im Bereiche von Suwalki ist die Lage unverändert. Ein bolschewistischer Angriff auf Sidra wurde abgewiesen. Unsere an mehreren Stellen der Front durchgeführte AuSsallaktion führte zur Mir«, nähme von Maloryt. 'Der Feind führte Gegenangriff« aus, um die von uns besetzten Orte wieder zu gewinne», hauptsächlich jedoch, um den wichtigsten Knotenpunkt Shabinsec zu besetzen. Seine Angriffe blieben erfolglos. Die Bolschewisten führten bei der Aktion gegen Sha«, binsec sieben Jnfanierieregimenter in den Kampf» ' Unsere Beute in diesem Kampfe beträgt 8300 Ge« fange ne, 53 Maschinengewehre, vier Geschütze, ein Wag«. gon mit Artilleriemunition, viel Train mit Kriegs«! material und Lebensmittel, sowie zcvei Panzerzkige, ’ — Längs deZ Bug finden beiderseitige Patrouille»«' gefechte statt. In Kleinpolen (Galizien) ist die Lag« unverändert.
kg. Wien, 10. Sept. Aus Krakau wird voyl, Freitag gemeldet: Mit Brody und Taruopol sind di« Verbindungen weiter abgeschnltten. Tie Russen sinh V Donnerstag Nacht von neuem vor Brody erschienen/ das sie beschießen. 1 ■ ij
Neuer russischer Bvrmarsch? v X
kg. Genf, 10. Sept. Ein vom Eiffelturm auf- genommener Funkspruch besagt — laut dem Lyoner „Progres" — daß die russische Umgruppierung beendet sei. Das Armeekommando hat den Befehl erhalten z»m n e u c n V o r m a r sch der Roten Heere. *j
tob. Pari«, 10. Sept. Dem „Daily Telegraph" wird aus Kopenhagen gemeldet: Den bolschewistische« Zeitungen zufolge wird die Mobilisation und Organisation der roten Freiwilligen fieberhaft betrieben. Die neu geschaffene» Einheiten sollen für die polnische Front bestimmt sein. 1 /
Die Lage in der Ukraine.
tob. Paris, 10. Sept. Havas meldet über den Aufstand in der Ukraine, daß die Aufstän« dischen Jekaterinoslaw und Nikolajew genommen haben. Alle Verbindungen der Bolschewisten mit Odessa sollen abgeschnitten fein. Petljura habe eingewilligt, unter folgenden drei Bedingungen! mit Wrangel zusammen gegen di« Bolschewisten j »orzvgehen: 1. Anerkennung der Unabhängigkeit der Ukraine, 2. Bildung einer einheitliche« j ukrainischen Armee, die alle ukrainischen Kontingente in der Wrangelschen Armee aufnimmt, unter ukrainischem Kommando steht und nur in der Ukraine operiert, 3. Wiederherstellung der ukrainischen V>erwaltung in allen von den Bol« schewisten zurückeroberten Gebieten. i'
Verzögerung der Rigaer Verhandlungen. X/
wb. Paris, 10. Sept. Nach einer Radio- Meldung aus Warschau werden die Verhandlungen in Riga nicht vor dem 18. September beginnen.
wb. Kopenhagen, 10. Sept. Die litauische Regierung schlug der polnischen Regierung vor, die polnisch-litauischen Fragen in Riga zusammen mit den polnisch-russischen Verhandlungen zu erörtern. Wie der Warschauer Korrespondent der „Berlingske Tidende" meldet, steht die pol« Nische Regierung auf dem Standpunkt, daß die beiden Angelegenheiten vollkommen getrennt behandelt werden müßten. \
Warschau, 10. Sept. (Havas.) Die litauische Regierung hat der polnischen Regierung zur Er« ledigung des Streites eine Konferenz in Kalwarjn oorgefchlagen. !*
London, 10. Sept. Die Polen, die Schwte- rigkeiten bei der Reife ihrer Friedensdelegation von Danzig nach Riga befürchten, haben die bri. tische Regierung ersucht, einen englischen Kreuzer zur Beförderung der Delegation zur Verfügung zu stellen. ■.»
Kamenew reist »ach Moskau.
wb. P a r i s, 10. Sept. Wie der „Matin" aus London meldet begibt sich Kamenew demnächst zur Einholung neuer Instruktionen nach Moskau. Krassin bleibt in London.
Rußland will an der Donaukonferenz teilnehm«».
wb. Amsterdam, 10. Sept. „Telegraas" meldet aus London: Kamenew hat der englischen Regierung mitgeteilt, daß er von Tschitscherin eine Note erhalten hat, worin gefordert wird, daß Rußland an der Donaukonfere:" " ihme. Die Donaufrage bilde für Sowj. ; und di« Ukraine eine Lebensfrage. ijX.j
Französisch-polnischer Handelsvertrag. "'s
wb. Parts, 10. Sept. Blättermeldungen zufolge wurde zwischen Frankreich und Polen eid Handelsvertrag abgeschlossen. Polen liefert an Frankreich hauptsächlich Holz, Zucker und Flach«