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Amtliches VerMndlgungsblatt des Kreises Marbmg.

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Tageszeitung für (bas früher kurheffifche) Oberhessen

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Di«Oberhesflsche Zeitung" erscheint sechsmal rvöchenklich. Bezuqsprei« monatlich 4 Mk., durch bi« Poft 4.20 Mk. Für «uafaSenbe Nummern infslar Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag von Dr. T. Hitzeroth. Druck der Univ.-Buchdruckeret von Joh. Ang. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher 55.

. Marburg

Montag. 30. August

«rwfhtg.)

Der Nnzeiaenprei, beträgt fHr die Sgrsp. Zeile 75 Vfg. und 10% Aufschlag, amtlich» und auswärttge 1. Mk., Reklamezeile 8.00 Mk. Jeder Rabatt gilt al» varrabakt. Sei Auskunft durch die Geschäftsstelle und Vermittlung der Angebote 25 Psg. Son­dergebühr. Bei Beträgen unter 20 Mk. müssen mir da» Port» für die Rechnung berechne». Postscheckkonto: Rr. 5015 Amt Frankfurt e. Main.

55.3M

1920

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r Skklichk AW.

Der Umschwung der militärischen Lage w Ungunst, n tzt» Russen deutet heilte schon politische Entwicklnngs- «zglichleitcn an, die i» ihrer Auswirkung für die gefawk welt politische Lage von allergrößter Trag- Mike werden können.

i Ein völliger ZusmnnwnLmch Polens, wie ein gleich ^Schicksal der Russen würde unter den gegenwärtigen weltpolitischen Verhältnissen, für die deutschen Lebens- ditnessen nicht von Vorteil sein. So wenig wir wünschet: könilen, daß ein Soiosetrußlatid sich auf dir Dauer nach sowjetistischen Methoden behauptet, s, wenig können wir wünschen, daß im politischen. Mstem unseres größte» östlichen Nachbars die Dik- tatar bei Bolschewisten durch eine Diktatur der Enten- kiffc» abgelöst würde. Die unmittelbare» Lebens- lsteeessen Rußlands drängten auch die bolschewistischeu Ra^ttzabcc zu einem Anschluß nach Deutschland, vor

i tilya, zsn einer Schaffung einer natürlichen Grenze . Und damit zu einem direkten Handels- und Wirtschaffs- rcrkchr zwischen den beiden Völkern und Ländern. Ättt

: rin Ziel der russischen Bedingungen an Polen bil- bcie ja auch die tatsächliche Beseitigung des sogenannten Korriosrs^, des Puffers, den ter Fricdensvertrag von Versailles unten gröblichster Verletzung deutscher Rechte und unter Bergewaltiqung deutschen Gebietes tisä deutscher Bewohner zwischen die deutsche und bis russische Grenze legte. Di? Entente suchte sich <mf diese Weis: eine ständige Kontrolle für alle Mziehnngen zwilchen Deutschland und Rußland zu schasse», und' die Polen übernahmen dabei die Rolle des Gendarmen. Dieses Ziel der Entente n'.üßte. ß'i einem Obsiegen der Polen nur umso stärker locken. . Die Russen sind heul« in einer kritischen - Lage, Hast im Innern Rußlands bedenklich gärt ist eine-Tatsache. Bei-dem Mangel an zuver­lässigen Nachrichten aber kann man die Stärke dieser Kruste und damit ihre Erfolgsmöglichkeiten nicht ab- schätze». Daß indessen das russische Heer ein so uii- btdingt sicherer Faktor sei, muß mau bezmeiseln. Die

rafft fdien Arntceführer von heule haben dank einer s xa«; ungewöhnlichen Disziplin in der Hauptsache ihre s Jenke in der. Hand. Die Moral einer solchen Truppe, zumal nach dem ungeheiamten siegreichen Dahinschrei- s fei?, mnß bei der nunmehrige» Verwirrung und Zer

rüitung naturgemäß ebenfalls empfindlich» (eiben, Ge- : schickt gearbeitet könnte mit solchen verbitterten Mas- ' sen ein Umschwung von einem Extrem ins andere

sehr wohl erreicht werben. Die Ereignisse ans den ' allerletzten von uns selbst unmittelbar erlebte» Zeiten

sind dafür Zeugnis genug.

Di: Regierung in Moskau kann sich nur halten, Wenn ihre rotc Armee erhalten bleibt. Für Moskau kommt cs daher heute in allererster Linie darauf au, mit tunlichster Beschleunigung einen Frieden zu er­reichen, der ihr wenigsteus die. bewaffnete Macht iulackt läßt. Heute fi.ld es die Polen, die sich als oic Herren buch in der Bestimmung der FrickenSbedingungen tmsspielen können.' Ob die Nachrichten- von einer heuen Sammlung russischer Kräfte richtig sind, läßt sich schwer beurteilen. Man wird aber gut tu», in I derartigen Mitteilungen Zweifel zn setzen. Nach allen Erfahrungen, ist es eilte ungeheuere Schtoiecig- : feil, geschlagene Heere wieder akriousüereit zu machen.

Man lönntc jedenfalls auf eine noch lange Hinziehung der militärischen Operationen sich gefaßt mache», und ob dazu die Moskauer Negierung sich bereit finden lassen wird, erscheint doch recht fraglich'. Es naht jetzt schon der Winter. Vom Oktober ab jedenfalls müßte der Kampf erstarren. Ob die Russen es dajin kommen lasst u wollen, um sich zur Neuaufnahme der Offensive int Frühjahr zu rüsten, darf man auch als fraglich hiustellen, denn gerade Rußland hat im jetzigen Augenblick das größte Interesse daran, sein Heer inner- üch wieder zu organisieren.

Tie innige Allianz, zwischen Frankreich uich Polen läßt q'.j die Entschlossenheit Frankreichs schließen, sich die 40 Milliarden Franken, die das französische Volk F Rußland für das strategische, zum Aufmarsch gegen > Deutschland bestimmte polnische Bahnuetz geliehru Hal, Wiederznholen Tie militärische Wendung in Polen

ist durch Franlreich veranlaßt worden, dessen Hunderte »on Tanks rechtzeitig in die Kämpfe eingriffen, und cheujo bestiinmcnd in den Gang dec Ding: eingriffen, | wie f. 3t im Westeck. Diese französische Beteiligung l hat bereits die Russen zu der Frage veranlaßt, ob nicht ein Kriegsgrund für Rußland gegen Frankreich gegeben fei. Fn bei Tat liegen diese Tinge viel ernster, als ' es erscheinen mag. Es fragt, sich nur, ob die Russen den Kampf gegen Frankreich auszunehmen bereit sind, «mb die Beantwortung dieser Frage hängt wiedecum davon ab, wie die sowjetistischen Machthaber über den Zustand ihres Heeres, feine innere und äußere iEidcistandskrast urteilen.

Die Folgen müßten, ob nun die Dingen heute oder in Jahren sich demgemäß entwickeln, für Deutschland von allergrößter Bedeutung sein.. Ob Frankreich dir

deutsche Neutralität noch achwn würde, ist eb-rn so raglich, wie e5 höchst zweifelhaft wäre, ob die Russen ihrerseits die deutsche Grenze respektieren würden. Ern russisch sranzösischer Konflikt, der die Polen an Seiten Frankreichs finden würde, müßte unweigerlich deutsches Gebiet zum Schlachtfelde machen.

Eine Möglichkeit, wenigstens Zeit zu gewinne», böte ein für Polen sowohl, wie für Rußland annehm­barer Frieden von Minsk. Wenn Minsk das Versailles des Ostens werden sollte, dann wären di? kommenden Gefahren viel größere und airch für unsere unmittel­baren Lebensinteressen viel eingreifendere, als sie bei der jetzigen. Gestalt der Dinge für uns gegeben er- scheinen. Ein solcher Frieden von Minsk würde Deutschland in eine Feuerzange neh-.nen, aus der es kern Entrinnen mehr gäbe. Es würde aber auch nicht nur ganz Europa, sondern die ganze Welt vor neue Qualen und Lasten stellen, weiche eine Aera des Unfriedens, der Unruhe und. neuer, um vieles schlim­merer Kriege Hervorrufen würde.

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wb. Kopenhagen, 28. Ang. DieNational- Ttbeitbe"' meldet aus Helfingfors, daß alles darauf hindeute, daß Pelersburg gegenwärtig eine schwere Krisis durchmache. Jeder freie Handel ist verboten und alle Geschäfte sind geschlossen. Es werden zahl- reiche Haussuchungen vorgenommen. Regierungsftind- liche Demonstrationen sind an der Tagesordnung. Für hie polnisch: Front werden zahlreiche Zwangsaus- hebungen vorgeiwmmen. Große Truppenabteilungen gehen von Petersburg aus au die Front.

Wb. Berlin, 28. Ang. Nach einer Meldung derB. Z. c. M." wurden in dem Prozesse des Mos­kauer NevolutiouStribuual gegen die Mitgliedc des sogenannten taftischcn Zentrums alle Angeklagten außer dein Fürsten Prussow zum Tode durch Er­schießen, jedoch unter Anwendung der Amnestie, ver- .urteilt Demgemäß wurden u. a. der Fürst Tubetzkoj zn Zwangsarbeit und die Gräfin Alexandra Tolstoi zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

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AM-MW HtltreiiliiR I« SimsMk».

Bruthen, 28. Nug. Die Vertreter bet den Ischen uns polnischen politischen Parteien und Gewerkschaften haben heute einen Aufruf au das oberschlestsche Volk gerichtet, worin es heißt: Genug des Blutes und der Schrecken! Die Vertreter der deutschen und der polni­schen Sache haben sich zusammengefunden, um unserem Volk die Ruhe und den Frieden und ungestörten Arbeit 'viederzugeben. Es werden dann nochmals dir bereits bekannten Punkte aufgezählt, auf deren Grundlage eine Verständigung erzielt werden soll. Zum Schluß beißt es: Lasset ab von allen Grivalttatrn, legt die Waffen nieder und kehrt zu Eurem Tageswerk zurück.

Ei» Weißbuch über Oüerschlesie«.

Benthe», 30. Ang. Von de» deutschen »nd vol- nischen Parleieu werden die Vorgänge in Oberschlesien in einem Weißbuch niedergelegt werben, das der ge­samten deutsche» Presse und ben amtlichen Stellen zu­gehe» wirb.

Zusammenstoß mit bett Polen bei Fraustadt.

tu. G l o g a u, 28. Aua. Im Kreise Fraustadt griffen polnisch« Soldaten gemeinsam mit polnischen Zivilisten vie Soldaten der denischen Sicherheitswehr in Lache an. Es kam zu einer lebhaften Schieberei. Die polnischen Angreifer wurde» schließlich mit Verlusten zuruckgeschla­gen. Auf deutscher Seite gab es einen Verwundeten.

Berlin, 28. Aug. Die Unruhen in den ober- schlefischen Kreisen Eroß-Strelitz und Oppeln nehmen weiter zu. Es haben neue Kämpfe zwischen polnischen Banden und der Sicherheitspolizei um den Ort Mela- pane stattgefunden. Den Insurgenten wurde ein Ma­schinengewehr und Dum-Dum-Geschosse abgeuvmmen. Mehrere Banditen wurden verhaftet und in das Oppel­ner Gefängnis übergeführt.

Dum-Dum-Geschosse bei ben polnischen Insurgenten.

MYSlowitz, 28. Aug. In der Nacht »um heutigen Sonnabend fanden Wieder heftige Schießereien seitens der polnischen Insurgenten statt. Ein deutsches Geschäft tmrrbr ausgeplündert. Am heutigen Morgen rückten italienische Truppen in MysloW.ß ein, um die Ruh: wieberherzusteiken.

Die polnische Regierung zu den oberjchlefischen Vor­gängen.

Warschau, 30. Aug. Das Ministerium des Aeuße- ren stellt fest, daß die polnische Regierung von dem Vorsitzenden der interalliierten Absiimmungskommiffion in Oppeln General Leroud niemals eine Note erhalten hat, in der das Eintücken von polnischen Truppen in Oberschlesien festgestellt wird. Alle MeQungen über eine solche Note entbehren jeder Grundlage.

Auch da» polnische Kriegsministerium bestreitet mit bezug auf die Meldungen der - auswärtigen Presse daS Auftreten polnischer Truppen in Oberschlcsien. Tue als Beweis für die Truppensendnng?» angeführte angebliche Erklärung deS polnischen GeneralstabeS fei auS der Luft geriffen. > i 'S ! !

Berlin, 2d. Aug. Gegen die polnischen Gewalt­akte und die Mißhandlungen der Deutschen in Ober»

chlesien fand heute nachmittag im Lustgarten eine gewaltige Protest-Kundgebung der in Berlin lebenden Ooerschlesier statt, an der etwa 50000 Personen teil- nahme». Bon 7 verschiedenen Stellen sprachen Zeugen der furchtbaren Greuelszenen in Oberschlesien und Redner aller politischen Parteien. Zum Schluß wurde einstimmig eine Resolution angenommen,

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Die Pariser Presse nimmt die Ereignisse in Ober- schlesien besonders in Breslau zum Anlaß gegen Deutschland zur Hetze. Einzelne Blätter drohen wie­der mit dem Einmarsch ins Ruhrgebiet. DerMatin" chreibt:Einfache Entschädigungen genügen nicht. Eine feierliche Entschuldigung, an der die Stadt als Zeuge der Frankreich zugesügtrn Schmähungen teil­nehmen muß, ist notwendig. Die Schuldigen müssen so hart bestraft werden, daß an eine Wiederkehr solcher Angriffe nie mehr zu denken ist. Die französische Regierung wird dies alles verlangen und die deutsche Regierung hat die Mittel, diesen Forderungen gerecht zu werden. DasEcho" erhebt die Anklage, daß btt Unruhen von deutscher Seite organisiert seien »nd zwar von den militärischen Stellen.

Berlin, 29. Ang. Die nach Oberschlesien ge­reisten Mitglieder der Berliner Ententekommission sind heute Nacht nach Berlin zurückgekehrt. Sonntag früh indet in der französischen Botschaft eine Konferenz der Botschafter der drei afiticrleii Staaten statt, um zu der Lage in Oberschlesien tt. a. auch zu den Vor­gängen in Breslau Stellung zu nehtnen. Aus Kreisen der französisckwn Botschaft wird uns nitlgeleilt, daß Frankreich außer der Bestrafung der Schuldigen Ga­rantien gegen eine Wiberholung ähnlicher Vorgänge verlange, cveiituett durch ständige französisch« Schutz- wachen in ben Könsulatsgebäuden.

Der nÄHoWe Krieg.

Bom russisch-polnischen Kriegsschauplatz.

wb. Rotterdam, 28. Aug. Nach einer Londoner Meldung haben die polnischen Heere jetzt den größten Teil von dem ethnograpbische.n Pole» erobert. Im Nor­den harrt nur ein ziemlich kleines Gebiet südlich von Litauen seiner Befreiung. Von Brest-LitoWsk bis an oie galizische Grenze fällt die polnische Front ungefähr mit der Citrzonlim'e zusammen. In Galizien aber halten die Polen ein ziemlich großes Gebiet außerhalb dieser Linie b-sttzt, einschließlich d-es Gebietes von Lemberg, welches der Ol-eiste Rat Rußland zugesagt bat.

Königsberg, 29. Ang. Die Russen melden die Einnahme von Bialvstok. Oestlich von Bialysto dauern di: Kampfhandlungen an. In Galizien macht sich wach­sender bolschewistischer Widerstand im Ouellgebiet der Zlota Lipa bemerkbar. -

Der Abzug aller betvafsneten Bolschewiki iu Wilna erfolgte am 25. August, während die Dienststellen in Wilna die Stadt bis gestern abend 8 Uhr verlassen wollten. D::rch Verochnung wurde bekannt gemacht, daß von jetzt ab ine Verwaltung des Stadt- und Landkreises Wilna allein den litauischen Veiwaltungsotganisationen zukommt. Gleichzeitig Wurde über Stadt- und Landkreis Wilna der Relügernngszustand derhängt. Gestern erfolgte die end- gültige Besetzung Wilnas durch die litauischen Truppen.

Bemerkenswert ist, daß hie Polen an der Grenze Gräben und Berschanznngen mit der Front nach Deutsch­land gebaut haben. Die Polen fürchten offenbar eine Verbindung Deutschlands mit ben Russe» und glauben, sich durch Vorbeugung-maßnabmen schütze» zu müssen.

wb. Rotterdam, 28. Aug. ®trNieuwe Rot- Ijerdainsche Courant" ineldet aus London, daß eine tfroße Anzahl nissischer Truppen, auf der Flucht vor den Polen, die litauische Grenze überschritten und die Waffen abgegeben habe». Die Litauer haben toeUere Grenzüberschreitungen mit Rücksicht auf die Lebens­mittelknappheit verboten.

Rotterdam, 29. Aug. DieMommgpcst" meldet von der^olnischrn Nordsront: In Ausnutzung der Erfolge am oberen Njemen greifen di« Pole» die russisch« Front auch bet Pinsk-Sloniu an, um hier das russische Zentrum zurückzudrängen oder zu durch­brechen. Bis jetzt zeigt sich kein Nachlassen des russi­schen Widerstandes.

DieTimes" meldet aus Warschau: Nach der Ein­nahme von Grodno werden die Russen aus die Bahn WilnaLidsa zurückgedrängi. Zwischen Slonin und Pinsk werfen die Russen Schützengräben mtf.

Reue russisch« Armeen? :

wb. Paris, 29. Aug. Wir dieJnsormation" aus Aocichau meldet, erklärte Pilsudski dem Vertreter des Blattes, die Bolschewisten würden sich nicht mit ihrer Niederlage begnügen. Von beit 70 Divisionen, die, sie gegen Polen bereinigl hätten, seien nur noch 30 übrig. Sir seien aber dabei, neue Armeen aufzustellen. Augenblicklich zögen sie sengend und mordend durch Ost­galizien und bewaffneten Bauernbanden. Die mir zuge- gangenrn Meldungen, sagte Pilsudski, geben mir ba3 Recht zu behaupten, daß die Bolschewisten in Ostgalizien mit 15 neuen Divisionen eine neue Offensive m großem Stil vorbereiten, : J ... : ..... ....

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Eine Ententeaktion iw der Ostsee.

Swine münde, 28. Aug. DirOstserwattr" er* fährt aus gut unterrichteten Ostsee schifsahrtskreisen. daß dir Entente eine internationale Aktion in der Ostsee vor­bereitet. Ein englisches und französische» Geschtvader wird zwischen Memel und Danzig zusammengezoge». Die­ses Geschwader hat die Aufgabe, die effektive Blockade gegen Rußland durchzuführen. Die öffentliche Blockadecrllä- rung ist in den nächsten Tagen zu erwarten. Den 'kandinavischen Regierungen ging dieser Tage von Seiten der Entente «ine Note zu, in drr sir aufgefotdett werben, feine Produkte .Nahrungsmittel oder Kriegsgerät nach Rußland zu senden.

Wb. Washington, 29. Aug. Dec Marinesekretär Daniels teilt mit, daß der PanzerkreuzerPittsburg" ben Befehl erhallen habe, von Reval nach Danzig zu gehen, um bi« Amerikaner zu schützen. ,

Berlin, 29. Aug. Aus Danzig wird gemeldet: Bmr den im Hafen eingelausenen sechs englisch«« Kriegsschiffen sind einige hundert Matrosen getan« btt und in Kasernen der Stadt unlergebracht. Weitere einig« hundert sind zur Beivachunz der Bahnlinie Dan« zigThorn nach dem Korridor abgegangen. Der Dan­ziger Hafen und die Niederlassungen im Hafengebict sind durch englische Torpedoboote geschützt, betten­der radikalen Arbetterschaft soll für die bevorstehende Woche die Ausrufung des Generalstreiks im Freistacch Danzig vorbereitet werden, wenn die englischen Kriegs­schiffe nicht zurückgezogen werden. i ,

Munition durch Danzig durchgelassen. '

DieKöln. Ztg." meldet aus Danzig: Eine gewisse Enffpannnng der Sage ist dadurch eingetreten, daß die Damzigrr Eisenbahner in der Erkenntnis der Ernstes der Lage beschlossen, die Militärtransporte für Polen durch "Danzig hindurchzuletten, tote der Friedenspertrag und das vorläufige Daitzig-polntsche Abkommen «S erheischt . ; 11

Bon General Wrang«!. "r'

Rotterdam, 29. Aug.Daily Mail" meldet auS Paris, hier sind Funksprüche aus Odessa von der Eifelturmstatlon ausgenommen worden, die erken­nen lassen, daß die Funkmstation Odessa in den Hän­den der Armee Wränge! ist.!

tob. Rotterdam,.28. Aug. Wie au8 London g& meldet wird, erklärte Kerenski in einem Interview, et sei ein entschiedener Gegner Wrangels, in dem er genau so wie früher in Denikin und Koltschak einen TiKator sehe. Die Unterstützung, die Wrangel vom AuÄande her geleistet toürde, würde alle Klassen der russtschtn Bevöl- völleruitg an die Sette der Sowjetregierung bringen. J j

Die russisch-polnischen Verhandlungen. s!

Paris, 29. Aug. Nach einerTemps"-Meldüng aus Warschau sollen btt Bolschewisten bereit sein, nach' - Unterzeichnung eines Wassenstillstandes in Minsk die. Besprechungen über den Frieden in Warschau sortzu- setzen. Der Minister des Aeußern begibt sich morgen nach Brest-Litowsk zn einer Besprechung tnU, dem Führer der polnischen Delegation. Nach demselben Blatt fand gestern eine Zusammenkunft der Partei­führer des Reichstage» in Warschau statt. Die Kon« ferenz beschäftigt« sich mit dem Antrag auf sofortige Einberufung des Reichstages, der aber abgclehnt wurde. Nur die Kommissionen für Krieg und auswärtige Angelegenheiten werden in der nächsten Woche zu­sammentreten. r !

wb. Stockholm, 28. Aug. (HavaSZ Infolge der schlechten Verständigungsmöglichkeit zwischen Minsk und Polen haben die russischen Behörden beantragt, dm Sitz der Vechandlungm in ein neutrales Land zu verlegen. J 1

wb. Rom. 28. Aug. LautJdea Nazionale" hak der Papst Polen angeraten, nicht über seine Grenzen hin- auszugehei'. und bei den Fnedensverhandlungen eine» ver­söhnlichen Geist zu zeigen. ;

Rach Minsk Riga.

Warschau, 30. Aug. Der Rat der nationalen Verteidigung beriet am 28. d. Mts. unter Vorsitz detz Ltaatspräsibente» Pilsudski über die mitttärijche tittb politische Lage und beschloß, die polnische Delegation in Minsk anzuweisen, die Verlegung des BerhandlungSorie» nach Riga »tt fordern. -

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Die irische Frage.

Pari», 28. Aug. Havas verbreitet folgende Mel­dung aus Irland: Di« Unruhen in Belfast dauerten gestern an. Es wurden zahlreiche Häuser in Brand ge­steckt und geplündert. Eine Zivilperson wurde getötet, mehrere verletzt. In Dundalk wurden zwei Wohnhäuser in Brand gesteckt. Bei dem Feuer sollen drei Ange­stellte verbrannt worden sein. Vor dem Gefängnis in Brixton versehen über 1000 Polizei beamte, darunter 300 zu Pferde, ben Sicherheitsdienst, um weitere Zu- iammenrottuween der Menge zu verhindern. Ein Soldat eines englischen Regiments wurde bei einem Ueberfall getötet und mehrere andere verletzt. Au» Rache plünderte das Regiment die Stadt Qu?e.".stown. Der Schaden ist bedeutend.

tob. Paris, 29. Aug. Nach einer HavaZmeldung auS London ist gestern nachmittag di« Kasern« im West« teil von Belfast ich die Sinnfeiner angegriffen worben, E» kam »u «inet Schlacht, bei der es viele Verletzte gab.