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Amtliches DerkündigungsLlatt des Kreises Marburg.

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Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

Rr. 199

Di«Oberhtsstich« Z«>tu«z" «richeint s»ch»»»l Wöchentlich. Seguqeptti» monatlich 4 Mk., durch die Pest 4.20 Mk. Ftir au,fallend« Nummern infolge Streik» «der «leetewterer Lreigntffe fei« Ersitz. Verlag een Dr. L. Hitzeroth. Druck der L«t».-vuchdrscker«I »en J,h. Aug. Koch, Stet ft 21/2$. Feinsprecher SS.

Mavbuvg

Freitag, 27. August

(Crnttag.)

«nzeiIenpreio beträgt für di« Sgesp. Zeile 76 Pfg. und 10/. «ufschla^ amtlich« ««* auamarttge 1. Mk., ReName.elle 2.00 Mk. Jeder Rabatt gilt al, Varrad«,t. Ss* ®***te*ft durch die Geschäft»stell« und Vermittlung der Aagedet« 26 Pfg. Gee« dergebähr. Bei Beträgen unter 20 Mk. müssen mir da» Bort» für di« Rach««»« berechnen. Poftscheckkont«: Rr. 5016 Amt Frankfurt «. Mai«.

55.3i|ri

1921

öttlkk» dkl vEk« ZdlMKtt?

f D.; Bor einer neuen russischen Offensive.

' wL. Königsberg, 26. Ang. (Lagebericht.) Dec ^»lnische Vormarsch ist anscheinend in der Linie Prost- KnOssowiez-Bialystock zum Stillstand gekom­men. Abgedrängte bolschewistische Abteilungen lagen bis um 8 tthr vormittags nordwestlich von Kolno noch im Kampf mit den Polen. Au der Zentrnms- front ist die Lage unverändert. Oesilich von Lemberg Srtlichc Erfolge der Polen, die weiter südlich zur Be­setzung der Dniestrlinie führten. Bolschewistische Nei- terei erreichte im Rillten der Polen westlich von Lemberg den Ort Stryj, wo sie den Eisenbahnverkehr störte.

Bromberg, 26. Aug. Meldungen polnischer Mieger besagen, daß bereits in den nächsten Tagen mit einer neuen russischen Osfenfive gerechnet werden must. Ne zurückgehenden bolschewistischen Truppen wurden in gut ausgebautcn Aufnahmestellungen ausgenommen und umgruppiert. Der Kern der bolschewistischen Armee fei durchaus intakt geblieben. Im Raum von Vrest- Ltiowsk wurden bedeutende russische Truppemnassierun- gen wahrgenommen. Gefangene Cowjetkommissarc sagen aus, das; der Rückschlag eingetreten sei, weil die russische Kavallerie in der Verfolgung der Holen sich zu weit vom Kern des Heeres entfernt habe und die rück- wärtigen Verbindungen durch den allgemeinen Auf­stand der polnischen Bauern gestört wurden.

Paris, 26 Aug. Nach einer Meldung desMa- tin" aus Warschau haben die Ruflen neue Verstärkun­gen en5 Zentra lrußland an die Njemenlinie herange- zoaen.

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wb. Moskau, 25. Avq. (Durch Funkforuch.) In den Abschnitten von Drest Litowsk und Moldawa sind örtliche Kämpfe mit wechselndem« Erfolge im Gange. Abschniu Lemberg: Südöstlich der Stadt wird unsere ; Akten evfotcrteich fortgeseht. Dee Feind leistet Wider­stand und geht zum Gegenangriff über. Im Abjchn.it Haliisth «rrcichte» unsere Truppen den Flrch Gnilaja Liva und lämpsien um den Ueeergang. In der Krim und im Abschnitt Cherson auf dem rechten Ufer des Dnsepr werden für uns erfolgreiche Kämpfe fortgesetzt.

wb. Paris. 26. Aug. DerMatin" erfährt aus Warschau das; Abteilungen dec zweiten polnischen Eardclegion Grodno besetzt hätten.

wb. Paris. 26. Aug.Daily Erpresst' meldet aus Warschau, das; 5 neue russische Divisionen, die kürzlich zur Verstärkung der russischen Westfront angenommen feien, gemeutert hätten und sich weigerten, ange­sichts dec verzweifelten Lage amdrr Front dorthin ab- W-ehe.a. "

wh. Brüssel, 26. Aug. Die ZeitungPeuple" [ ierichtr!: Der mit Munition für Polen beladene ameri- WtMifche DampferMarcella" konnte infolge der Oppo- -'-sition der Hafenarbeiter Antwerpen nicht verlassen.

Dir schweren Verluste der Russen.

London, 25. Ang. Reuter erfährt von zufiändi- fi£i Seite: Die Polen melden, das, sie 63000 Gefangene, gemacht nnd 200 Geschütze und 1000 Maschinengewehre erlcuiet haben.

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Die lleberhitte auf deutsches Gebiet.

Abtransport nach dem Zuneru Deutschlands.

wb. Berlin, 26. Aug. Der Uebertritt der Russen aus ostpreußisches Gebiet ergibt folgendes Bild: Die i Gesamtzahl betrug bis gestern abend, soweit es sich Ulrichen läßt, rund 50000 Mann. Es wurde der Uebeilritt von weiteren Abteilungen erwartet. Die Tuiwaffnung vollzog sich bis jetzt reibungslos. Nur bei Kletn-Lefclsieuen ist ein kleiner Zwischenfall vor- gekommen. Dort versuchten anscheinend Polen die übertretenden Russen, die bereits deutsches Gebiet er- Reicht hotten, zu entwaffnen. Der Vorfall wird noch «vfgekiärt. Die llnterbringung wird nach Möglichkeit beschleunigt, und zwar stehen hierfür zunächst zur Verfügung die Lager von Arys und Eydtkuhnen. Ein- tztlne nn Lande herumziehende Trupps werden all- lkahlich tn diese Lager übergeführt. Die Waffen wer­be,! teilweise zerstört, da die sichere Bewachung einer trotzen Menge nicht möglich ist. Ter Gesnndheits- sllstand war bisher leidlich. Allerdings sollen einige ^leckfiebersätlc sestgestellt 'morden sein. Die erforoec- ichen sanitären Maßnahmen sind eingeleitet worden, tf herrscht viel Elend unter den Russen, besonders l erb alb, weil sie nur Coiojetgcld besitzen, das niemand tnnehmen will. Es wurde veranlasst, daß eine Möq tidtfeit zum Einwechseln dieses Geldes geschaffen wird. Die bei der Truppe befindlichen zahlreichen Pferde in Pflege gegeben. Vorkehrungen gegen die Einschleppung von Seuche« sind eingeleitet worden. $a Reichswehr »nd Polizei zur Bewachung der großen Hahl von Russen nicht ausreichen, wurden in ö«u ^triligteit Kreisen Ostpreußens vom Oberpräfidenlcn Unterstützung Orts Iv ehren aufgeboten. Die Abbeförderung der Internierten ans Ostpreußen über 6tt von Pillan nach Sivinemüude nnd weiter nach

Lägern im Innern Deutschlands ist eingeleitet Morden, begegnet aber erheblichen Ochwiekigkeiten. Der

Transport wird voraussichtlich beute abend vs-i.

Pillan abgehen. Bom 30. August ab sollen täglich 1000 Mann befördert werden. Eine Steigerung der Zahl ist in Aussicht genommen worden. An der Grenze sind Mitglieder der interalliierten Kontrollkommission ans Königsberg eingelrofsen. Leider ist es infolge­dessen zu einer Demonstration gegen alliierte Offiziere gekommen. Der Kommandant des dort liegenden Reichswehrbataillons hat sofort in ritterlicher Weise diese Offiziere gegen weitere Belästigungen geschützt. Ter preußische Minister des Innern entsendet zur Unterstützung des Oberpräsidenten mehrere Kommissare nach Ostpreußen.

kg. Berlin, 27. Aug. Nach einer Berliner Mel­dung von gestern hat die alliierte Kontrollkommission in Berlin den Auftrag erhalten, die Entwassnung der nach Ostpreußen übergetretenen Russen zu überwachen irnd dem Obersten Rat Bericht zu erstatten. Mit­glieder der alliierten Kommission sind am Donnerstag nach Ostpreußen abgereist.

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MMWklkkMmsikkiW an MM

Verhandlungen nur mit Pole«. Verzicht auf di« polnische Arbeitermiliz.

wb. Paris, 26. Aug. Havas berichtet aus Lon­don, es sei ein Funkspruch, wenn a: h unvollkommen, aus Moskau eingctrofsen, durch den die Sowietregie- rung der englischen Regierung antwortet. Sie erklärt darin, ihre Bedingungen seien niemals als Ultimatum aufzufassen gewesen. Sir sei bereit, darüber mit der polnischen Regierung, aber nur mit ihr allein ohne irgendwelche Einmischung von außen, zu ver­handeln. Um in bezug aus den Weltfrieden ein gün­stiges Ergebnis zu erzielen, teile man dec englischen Regierung mit, daß die russische Regierung nicht weiter darauf besiehe, eine Arbeitermiliz in Polen arrsrüsteir zu lassen. Sie glaube deshalb, zu einem vollständigen Einverständnis mit England über die Jriedensbediugnugen zu kommen.

wb. London, 26. Ang. DieTimes" erfährt, daß der Bericht, nach bau Kamenew und Krassin ihre Pässe verlangt haben sollen, unrichtig sei.

Fortsetzung der Verhandlungen in Brest-Litowsk?

wb. Pari», 27. Aug. HavaS teilt nach einer Warschauer Meldung mit, daß der Vorsitzende der pol­nischen Friedensdelegation tu Minsk ersucht worden ist, mit Rücksicht ans die schlechte Funkenverbindiing mit Minsk sich in Brest-Litotvsk einzufindeu. Weiter wird von einer Kundgebung der polnischen Regierung berichtet, irt der sie versichert, daß trotz der militärischen Erfolge ihre Fr-bdeusausichten die gleichen geblieben find wia vor der Abreise der Delegation nach Minik. Auch jetzt noch erstrebe Polen einen dauernden sich auf Recht und Ülcrechtigkclt stützeuden Frieden. Die Herstellung freund- s.hastlichcr Beziehungen ;u dem russischen Volke sei auch nach Ansicht bet polnischen Regierung eine Grundlage zur Beruhigung Osteuropas.

Die Stäckkehr General Weygands «ach Paris.

wb. Paris, 26. Aug. Aus der Rückkehr des Gene­ral Weygand von Warschau nach Paris, der sich zweifellos viele Zivilmitglieder der verbündeten Missio­nen anschließen werden, schließt dasJournal", daß Polen einen technischen Rat nicht mehr nötig habe. Anderer­seits müsse aus dec Rückbernsung deS Generals gefolgert werde», daß man der polnischen Regierung zeigen will, baß mau ihr die volle Verantwortung für die Operalion^n ber polnischen Armee an der ethnographischen Grenze des Landes überlassen wird. Sicherlich teilt mau in Paris nicht die Illusionen dec Leute, die für nötig halten, eine Offensive aufzugeben, bevor sie in Form von Friedensbedingungen zu einem vollständigen Ergebnis geführt hat.Aber die Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit des polnischen Staates müsse« wir sichen-. Das Ziel ist erreiche", sagt das Blatt,und wir werden Polen weiter unsere Hilft leisten durch Waffen-, Muni­tion- und Lebensmilteltransporte."

Nach demMatin" erklärte.General Weygaud bei seinem Abschied von Warschau, daß die letzte Woche ein Bündnis aus Leben nnd Tod zwischen Polen und Kaak- retch besiegelt habe.

Die Haltung der ««glliche» Arbeiterschaft.

wb. London, 26. Aug. Das Aktionskomitr« der englischen Arbeiterschaft hat nach Kenntnisnahme des Luzerner Kommuniques Lloyd Eegroe, wissen lassen, daß das Komitee in dem Kommunique einen Schritt zum Kriege und einen reaktionären Akt erblicke.

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Mahnungen zur Mäßigung.

wb. Paris, 26. Ang. Wie derMatin" wissen will, soll Ministerpräsident Millerand der Regierung in Warschau zu verstehen gegeben haben, daß es notwendig sei, daß den Russen mäßige Zriedensbediugungrn gestellt weichen, bautit der Friede in Mitteleuropa so rasch wie nur irgend möglich wiedrrhergestelli werde.

Nach einer Meldung derDaily Chronicle" haben außer Frankreich auch die übrigen Ententemächte Polen zur M ästig i! n g gegenüber Rußland geraiei! und ich vor allen Tinge» gegen einen Feldzug in russisches Gesiet ausaewlocheu-

wb. Washington, 27. Ang. Das StaatSdepar- tanent bestätigt die Absendung einer Note an Polen, mit ber Aufforderung um Bekanntgabe der Stärke der pol- nifehen Truppen und dem Ersuchen, die im Friedensver- trag vorgesehene Zahl nicht zu überschreiten. Gleichzeitig versichert das Staatsdepartement, daß es die offizielle Mitteilung erhalten habe, Polen werde den geäußerten Wünschen entsprechen.

Die Litauer in Wilna. '

wb. London, 26. Aug. Aus Kowno wird bet Times" gemelbet, daß litauische Truppen Wilna besetzt hätten. Die litauische Regierung hat bie Re­gierung in Moskau von diesem Schritte unterrichtet, um zu verhindern, daß Wilna in polnische Hände fiele. Tschitscherin beabsichtigt, Axelrod als Sowjetoertreter nach Kowno zu senden.

wb. K o p e n h a g e n, 26. Aug. Wie dieBerlingske Tibenbe" aus Kowno telegraphiert wird, ist Wilna von den Bolschewisten vollständig ausgeplündert wor­den. Die Bolschewisten haben, im Widerspruch mit allen getroffenen Vereinbarungen, die Bankdepositen wegge­führt, alle Warenlager ausgeräurnt und auch die Ma­schinen usw. entfernt. Litauen wird von den Bolsche­wisten jetzt auch die Räumung der südlichen litauischen Zone um Grodno verlangen, da die Besetzung dieses Teiles für Sowjetrußland nicht mehr strategisch not­wendig ist. Litauen wird im russisch-polnischen Kriege seine Neutralität behaupten.

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Sit Mm Mzigü.

Verstärkung der fremde« Besatzung.

wb. D a n z i g, 26. Aug. In der heutigen Sitzung des Staatsrates gab Oberkommissar Sir Reginald Tower eine Erklärung ab, in der er betonte, die verbündeten Möchte seien entschlossen, die Bestimmungen de? Flieden?- ixrtrogS zu erfüllen. Was aber in bett letzten Wochen in Danzig, geschehen sei, sei ein Beweis, baß die Stadt Danzig"noch'iucht ganz in Frieden und Ordnung zu halten sei. Ferner habe die bedauerliche Entschließung in der »erfaffuuggrbeuden Versammlung über die Neutralität bei den verbündeten Mächten Erstaunen und Erregung ltervorgerttsen. Die Stadt Danzig sei noch nicht Frei­staat und habe kein Recht, über die Neutralität zu sprechen. Tower kritisierte dann die Verhinderung der Beförderung von Munition. Passagieren und polnischen Rückwanderern. Dies sei mit bett Bestimmungen des Friedensverteages nicht vereinbar. Wenn mehr ausländische Truppen und Schisse Herkommen müßten, werde die Schuld daran Danzig haben. Ob Danzig ein Freistaat werde, hänge von den nächsten Tagen ab. Danzig habe die Bedingun­gen des FriedeuSvcrtrages und des Abkommens vom 22. 1. gartncht respektiert. Ob jetzt noch Zeit sei, dieses Unrecht wieder gut zu machen, das hänge allein von Danzig ah. Tie Stadt muffe die Kosten der stärkeren Brsatznug und die Nequisitionen von Gebäuden «. a. 6e» zahlen. Wenn bie Hafenarbeiter die Arbeit wieder aus- «ähmen, so werde das große Vorteile für sich haben. Es U'iute vieles wieder gutgemacht und Schweres ver­hütet werde». ,

Der Vorsitzende des Staatsrates, Oberbürgermeister Dr. Sa hm, enviderte hierauf n. a.: Bei Beurteilung der Sachlage muß man dreierlei unterscheiden: 1. Die Neutralitätserklärung der verfassunggebenden Versamm­lung. 2. bie Weigerung der Hafenarbeiter, Kriegsm.rteri.il ;u löschen und 3. die Gewaltakte gegen den Transport von Kriegsmaierial it. ä., das für Polen bestimtui ivar. Die verfassunggebende Versammlung hat lediglich an den Od.nksntrnissar den Antrag gerichtet, für daS Gebiet der freien Stadt Danzig die Neutralität zu erklären. Was bie Weigerung der Hafenarbeiter oageht, Munition zu entladen, so wird man nirgends in der'Welt einen Arbeiter zwingen wollen ober können, eine Arbeit zu lv eichr-n, deren Ausführung er ablehnt. Anders liegt ce mit den 0'uvaltakten, die auch nicht von den Hafeu- arbeiter» int eigentlichen Sinne verübt worden find. Die Staatsgewalt werde alles tu», um das Eigentum eines fremde» Staates mit beit zur Verfügung stehenden Poli- zeikcäste» zu schützen. Schwieriger liegt die Lage der Transportverhinderung, soweit e§ sich nm Kriegsmaterial, Lebensmitteln usw. handelt. Hier lag bisher eine Er- llaruug der verbündeten Mächte über bie von der Bevölke­re ug Danzigs gewünschte Neutralität nicht vor. Erst wenn eine Stellungnahme offiziell' erfolgt sein wird, wird die Ausgabe der StanUregierung sein, entsprechende Maßnahmen zu veranlassen. Wen» die Bevölkerung Duu- zigZ sich weigern würbe, den clivaige» Anordnungen des QLakvmmissrrs Folge zu geben, dann würde die Bot- iL-fterkousereuz besser ihre Schlüsse ziehe» könne». Die vcrkMmggkbende Versammlitng habe ihren Beschluß nicht gefaßt, getragen von irgend einer feindlichen Gesinnung itgen Polen, sondern von dem heißen Wunsch, die Heimat vem Kriege verschont zu halten. Er würde deyr Ober- ksmmissar dankbar sein, ttrenn diese Darstellung zur Kennt­nis der verbündeten Mächte und der Kotschafterloitseeeuz gcvcacht werde. - :

Nach einerTenips'-Meldung auS London sollen englische Kn eg sich if ft nach Danzig geschickt wer­den, um die dortigen Streitkräfte zu verstärken. ; .

Ivb. 23 e c f in , 26. Aug. DieTimes" verösseutluht Einzelheiten über eine» uugebiirhen Besuch Trotzkis in Deutschland. Tiefe Mitteilungen sind frei erfunden. Trotzki Hai seit Lriegsbegiu« deutsche» Boden überhaupt nicht betreten.

Ser WtnonlM In SterMleM

Weitere Ausdehnung.

wb. Oppeln, 27. Ang. Tie Atsistandsbewegung hat nunmehr auch bie Kreise Groß-Strchlitz und Oppeln ergriffen, in denen verschickent Ortr, darunter Malapanr von Ausständigen besetzt tootben sind. Die F.milie des Grafen Strachwitz in Groß-Stein ist geflüchtet. Bei Htmmelwih im Kreise Groß-Strehlitz kam es zu einer langen Schießerei zwischen Sicher­heitspolizei und Anfstgndigtn.. Lchicre bestehen, wie sich aus Gefangenenaussagen ergibt, aus lauter jungen Burschen im Mter von 1820 Jahren. Unter der beschlagnahmten Munition wurden einwandfrei Dum­dumgeschosse festgestellt. Der Parole auf Streik­abbruch haben die polnischen Arbeiter gestern nicht Folge geleistet. Deutsche Arbeitswillige werden an der Arbeit gehindert. Tie Umbildung der Sicherheits­polizei zur Abstimmungspolizei und der Abtransport der nichtoberschlesischen Beamten ist im Gange. Tie neue Polizei, die gegen die alte vermindert wird, kommt unter direkten französischen Befehl. Ueber dir Art ihrer Bewaffnung verlautet noch nichts.

wb. B e u t h e n, 26. Aug. Gestern wurde ein Auf­ruf der polnischen Berufsvereinigung und der polnische« Zentralberufsgenosienjchaft an die Bergarbeiter ver­breitet, der in Anbetracht ber Erfüllung der Wünsch« der polnischen Eewerffchaften diese zur sofortigen Ar­beitsaufnahme und zur Befolgung der Anordnungen der interalliierten Kommission auffordert. Diese ver- lprach die Beseitigung ber Sicherheitspolizei bis zun 31. August und ihre Ersetzung burch bie Bürgerwehr ferner die Ausweisung der seit dem 1. August Zu ge­wanderten und Vergütung de» an Leben und Eigentuin angerichteten Schadens. Wegen Bezahlung ber Streik­tage werbe weiter verhandelt.

Aus deutschen Eewerkfchaftskreisen verlautet, baß bort mit steigender Zuversicht bet Entwicklung der Dinge entgegengefehen werbe. Man glaubt, in kurzem wieder mit einem geregelten Wirtschaftsleben rechnen z» können. Bemerkenswert ist, daß zwischen den deut­schen und polnischen Gewerkschaften eine Einigung an* gebahnt wird.

Dieschutzbringende«" Pole«.

B e r l i n, 26. Aug. Die Blätter bringen eine Mel­dung der KopenhagenerRational Tibenbe aus War­schau, worin es heißt: Der polnische Eeneralstab erläßt eine Erklärung, wonach die polnischen Truppen in Ober­schlesien nicht etwa zur Besitzergreifung Obetschlesiens, sondern nur zum Schutze bet bedrohten Bevölkerung eingertickt seien. Dazu bemerkt dieVoss. Ztg.: Wenn eine solche Erklärung des Warschauer Eeneralstabe» tatsächlich vorliegt, so würde sie eine schwere Ver­letzung des Ftiedensvettrages beweisen. Es mutz verlangt werden, daß die Entente, falls sich di« Nach­richt bestätigt, nicht nut die sofortige Entfernung bet polnischen Truppen, sondern auch eine Entschädi­gung für den entstehenden Schaden herbeisührt. Im gleichen Sinne äußert sich derVorwärts.

Das passive Verhalte« der Franzose«. *

wb. Berkin, 26. Aug. Nachrichten au» Ober-( schlesien zufolge, breitet sich bet polnische Aufstand auf dem flachen Lande immer mehr aus. Das französische' Militär verhält sich «eiter passiv.

Berlin, 27. Aug. Wie demLokalanzeiger" aus Btysloiv'ch von vertrauenswürdiger Seite berichtok wird, besteht dort zwischen den Franzosen und Pole» eine Abmachung, wonach dir Ausständigen unbrauch­bare Schußwaffen bei den französische» Truppen gegerf gute Gewehre umtauschen könne».

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Die Deutschenverfolgungen.

Hindenburg, 26. Aug. Die Zahl der voll den polnischen bewaffnete» Banden erschlagenen deut­schen Arbeiter und Beamten steigt von Tag zu Tag, Die Zahl der Abgeschlachieten geht in die Dutzende, Tausende von Deutsche» sind flüchtig, Tausende ge- traiien sich nicht mehr in ihre Wohnungen und kam­pieren mit Frau und Kindern im Wald. Unter deq bis alt die Zähne bewaffneten polnischen Bande» befinden sich zahlreiche Angehörige der Haller^ Armee in vollster Ausrüstung. Die ReutralitÄs- verletznng durch die Polen ist ganz offenbar und wird' auch von der interalliierte» Kommission zugegeben. Die Arbeiterschaft de? Saarreviers, dessen ganze Kohlenförderung beit Franzosen zur Verfügung steht, wurde durch die oberschlesischen Arbeiter zum Sym­pathiestreik ausgefordert.

Tie westfälischen Bergleute luurbcit mrizrjordert, die dortigen Mtglteder der polnische» Beruf-rcreinig- ctng solange von der Arbeit fern zu hallen, bis bett» Mitglieder in Oberschlesien ihren Terror und ihr« Bestialitäten gegen die deutsche Arbeiterschaft ein stellen, wb. Königsberg, 26. Aug. Wie derKönigSb. Hactuttgschkn Zig." aus Thorn gemeldet wird, km» es dort am 2!, 8. zu schweren Ausschreitungen gegen >it Deutschen. Es werden jetzt alle 1550 Jahre alte Deutschen, auch die nach 1908 zugezogenen, ge­zwungen, entweder HrereSbiepste zu lrifte» oder füll