fenrtoStotoa rln8 N.owomo§kofwk nZrd'NH von Alexandrow haben große Erhebungen gegen den Bolschow iS- UuS stattgestinden.
Sine Kundgebung der Moekau« Regier«»«.
tu. Moskau, 25. Aug. In einer Kuickgebung her russischen Regierung heißt es:
Wir glasen dem polnischen Arbeiter und verlangen, daß er bewafinet wird. Dir glauben der pol- tzrischen Bourgeoisie nicht, deren Delegation jetzt den Frieden sabotiert. Wir müssen deshalb an der Front einen entscheidenden Kamps führen.
Eine Resolution der Moskauer Gouvernements- konferenz stellt es als unbedingt notwendig hin, die Westfront mit allen Mitteln zu unterstützen und gleichzeitig die Front Wrangels zu vernichten. Alle Par'ci- organnationen werden ausgefordert, eine schnelle Parteimobilisierung durchzuführen und die Frage der Unterstützung der Westfront zu erörtern.
tu. Zürich, 25. Aug. Englisches Zeit» ngsmel- bungen aus Moskau und Petersburg zufolge hat bi- bolschewistische Regierung die Schließung'einer großen Anzahl nicht lebenswichtiger Fabriken in Petersburg tinS Moskau angeordnet, um alle Arbeiter in die Armee einzustellrn. An alle Männer bis zum 40. Lebensjahre sind in den letzten Tagen Einberufungs- befehle ergangen.
tu. London, 25. Aug. Ein polnischer Publizist in London teilt mit, daß bei den Kämpfe« am Sereth von den Polen fünf bolschewistische Propagandazüge erbeutet wurden, die gewaltige Mengen revolutionärer Broschüren und Plakate in ungarischer und tschechischer Sprache enthielten. DaS Material war zur Verteilung fn Ungarn und der Tscheche» Slowakei bestimmt, um die Massen für das Rätesystcm vorzubereiteu. Die Insassen der Züge wehrten sich mit äußerster Energie toib zündeten schließlich bie Züge an, die halb verbrannt in die Hände der Polen gerieten. l
Verstärkung für Danzig?
wb. Paris, 25. Aug. Nach einer Meldung au? London besteht die Absichch die Besatzung von Danzig bedeutend zn verstärken und zwar durch die englischen französischen und italienischen Truppen, die im Abstimmungsgebiet von Allenstein und Marienwerder jetzt Überflüssig geworden sind. Sir Reginald Tower hält eine Verstärkung der Besatzung um 25000 Mann für notwendig.
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diese und' ihre Häuser unter sorgfältrge VewaHurtz gestellt. Auch zum Schutze von Lloyd George - in Luzern sind entsprechende Vorkehrungen gcirossen.
Paris, 25. Aug. „Malin" meldet ans Loudon: Der Bürgermeister von Cork erhielt Mittwoch morgen im Gefängnis die letzten Sakramente.
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fcß. Lands n, 25. Aug. Die gestern in Dublin akkrhalteue irische Friedenskonferenz nahm eine Resolu tion an, die u a. besagt: Ter Friede in Irland tanr nur durch die Bewilligung vollständiger nationaler Selbst- regierung im Rahmen des britischen Reiches bei völlige, 'lnabhäugjgkeit der Verwaltung und des Finanz- und Steuerrvescns hergcstellt werden. Tie Konferenz mißbillig! den Oiedanken der Ausübung des Lctvassntten Zwanges gegen 025 iwrdöstliche Ulster. Ulster muß ein freier ver iragschlicßender Teil fein. Ferner nahm die Konseren? eine Resolution an, worin bie- Regierung gebeten wird m Interesse des Friedens die gegenwärtige Politik der Unterdrückung ouszuheben und eine Politik' des Ber- zeihens zu befolgen. Es wurde ein ständiger Ausschuß ■mannt, der beauftragt wurde, die Resolution dem Premierminister und dem Kabinett vorzulegen.
Kleine Nachrichten.
Mexiko-Stadt, 25. Aug. Der Räuberhaupt- man» Zamora ließ die sechs Amerikaner frei. In Gefangenschaft befinden stch noch ein Engländer und ein Amerikaner, für die Lösegeld gefordert wird.
W a s h i n g t o n, 25. Aug. (Havas.) Der ehemalige deutsche Passagierdampser „Imperator" war von der englischen Regierung zusammen mit sechs anderen Dampfern bei amerikanischen Regierung zur Heim- schaffung der Truppen zur Verfügung gestellt worden. Da die amerikanische Regierung bisher die Dampfer der englischen Regierung noch nicht zurückgegeben hat, hat die englische Regierung nunmehr nach Washington eine Eiiilchüdigungsforderung gesandt.
Rach einer Meldung der „Information" aus New- york ist das Frauenstimmrecht nun bestätigt worden. Dadurch erhöht sich die Unsicherheit über den Ausgang der Präsidentschaftswahlen.
Rach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Washington soll Gouverneur Eox gegen die republikanische Partei We Anklage erhoben haben, sie habe bedeutende Summen zusammcngebracht, um bie Präsidentschaft zu kaufen.
Rach einer Blättermeldung wird Marschall Foch die geplante Reise nach Amerika im April kommenden Jahres antreten.
Mailand, 25. Aug. Rach einer Meldng des
Sie Entarte md Mmd.
• ’ Genf, 25. Aug. -Das Pariser „Journal" meldet: Die durch Funkspruch am Montag «ach Moskau ab- begangene Note Englands in der russisch-polnischen Frage enthält den Zusatz, daß' die Alliierten ihre der Sowjetregierung gemachten Zusage « am 28. d.Mts. sür aufgehoben ansehen werden und daß sie-den Bündnisfall für Polen alsdann als gegeben ansehen. — „Echo de Paris" meldet: Der alliierte Kriegsrat iß im pol- Kisch-russischen Streitfall zu einet Sitzung für den 80. d.Mts. einberusen.
Der Lyoner „Progreß" meldet aus Paris, daß die am 30. d. Mts. ablaufenden Einberufungsordres für die eingezogenen zwei Jahrgänge bis 30. September durch Beschluß des Ministerrates verlängert worden sind.
wb. London, 25. Ang. Äavas.) Kamenew und Krassin haben ihre Pässe verlangt und sollen bie Absicht haben, London am kommenden Freitag wieder zu verlasien.
'' tu. Bern, 25. Aug. Giolitti hat dem Korresvon- benten der „Daily Telegraph"' auf seiner Reise NmWn Luzern und {Bern eine Unterredung gewährt. Ucbec Me Besprechungen mit Lloyd George erklärte et u. baß die Luzerner Zusammenkunft für ibn eine der größten Genugtuungen in seinem Leben bedeute. Ueber die russisch-polnische Frage sagte Giolitti: Es ist unzulässig, baß die Sowjets Polen ein Rcgierungssystcm mit Gewalt «ufzwingen, welches in Rußland selbst vertagt hat. Ich i glaube gegenwärtig mich nicht zu irren, wenn ick bc- j Haupte, daß der Bolschewismus bald ansgewittschastti haben wird, da er mit der Regierung, die durch ibn entstanden ist, keinen Fortschritt Erbeutet, wohl aber die Rückkehr zur Barbarei. AuS dieser Krise wird Rußland vollständig umgetonnbelt hervorgehen. Bezüglich der fta-i» zSsisch-italienischen Beziehungen hat Giolitti die lieber- zeugung, daß man auf der nächsten Zusammenkunft zu einer ähnlichen Einigung gelangen wird, wie das in
i Luzern mit dem englischen Ministerpräsidenten der Fall wat. Meine Anstrengungen bezwecken, alle Berschiedrn-
: Herten, die zwischen Italien und den alliierten Rationen - entstehen könnten, aus dem Wege ,u schaffen.
Mailand, 25. Ang. In einem Ausruf bet Ai- ' beiterpaitei, den bet „Avanti" veröffentlicht, werden ! bie Arbeiter Italiens aufgefordert, am 29. August Ver- ' fammlungen abzuhalten, in denen bie sofortige Anet- : fennung bet russischen Sewjetregietung verlangt wer- i ben soll. __j;
i Der Bürgermeister von Cork.
: wb. London, 25. Aug. Der Bürgermeister von , Coick, der zur Srrteibignng der irländischen Ideen gegenwärtig im Gesängms einen Hungerstreik ausführt, ringt mit dem S^be. Adamsou, bet Chef der Arbeiterpartei j im Unterhaus, begab sich gestern zu dem Minister des \ Innern, nm die Freilassung deS Bürgermeisters zu be- | wirken. Dieser erklärte, daß eint Aenderung in der Be- i thnmung der Regierung nicht eintreten könne, und daß (Nr Bürgermeister nicht in Freiheit gesetzt weiden dürfe. (K>ie Schwester des Bürgermeisters von Cork hat en - Lloyd George yach Luzern ein Telegramm gerichtet, in iber sie erklärt, daß, falls ihr Bruder Herben würde, jba8 irländische Dolk den Ptemierministet und bie Rc- (gierung für den Mord verantwortlich machen werde, j wb. London 25. Aug. In der Sitzung bet irifchen i Friedenskonferenz in Dublin wurde eine Resolution, in 'welcher die Freilassung bei im Hungerstreik befindlichen Bürgermeisters von Cork verlangt wird, mit begeisterter
i Zustimmung angenommen.
, London, 25. Aug. Eine Meng« von 3000 MLu- Kern und Frauen versuchte gestern Abend gegen das j Brixtongefängnis, wo der Bürgermeister von Cork i befangen sitzt, vorzudringen. Die Menge, aus deren j Mitte Rufe wir .Hoch bie Rebellen!" „Es lebe Sinn- -kein!" ertönten, wurde von der Polizei zurückgetriebcn. ''Die Kundgebung dauerte noch einige Stunden an. ! Das Befinden bei Bürgermeisters, der sich jetzt seit i 18 Tagen im Hungerstreik besindet, war gestern abend -kchr bedenklich. Da man für den Fall seine- Tode?
fltgeg Kabinettsmitglied« befürchtet, find
„Eecolo" erklärten sich bie Angestellten des Vatikan mit bet vorgeschlagenen Regelung ihrer Lohnsorberungen durch monatliche Zulage von 60 Lire nicht einverstanden und beschlossen, bie Lohnbewegung fortzusetzen.
Mailand, 25. Aug. Der „(Sortiere della Sera" berichtet aus Perugia, baß im Zusammenhang mit bem Lanbarbciterstrelk bet Generalstreik ausgerusen worben sei.
Warnung vor polnischen Auftäufer
Berlin, 25. Aug. Nach Meldungen auS Schlesien reifen dort und in anderen Teilen Deutschlands polnische Anfkäuser herum mit dem Auftrag, deutsches Getreide für Polen zu kaufen. Die Anfkäuser unterhalten Zentralen, die in Breslau, Königssitzrg und oinderen Städten errichtet worden sind. Ei toir£ vor den Aufkäufern auf das dringendste gewarnt. "
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Deutsches Reich.
— Unsere Ernährung. Rach der Rückkehr des Reichs- erniihrungsministers Di. Hermes aus London ist eine Sitzung sämtlicher Ernährungsmlnistei in Berlin in Aussicht genommen worben. Bei biefer Zusammenkunft sollen Maßnahmen für ben Uebergang zur freien Be- wirlichaftung von Fleisch und Kartoffeln sowie zur Versorgung mit Brotgetreide zur Regelung des Vertriebs von Bier tmb zur zukünftigen Zuckerbewitifchaftung zur Behandlung kommen. Außerdem stehen noch Maßnahmen zur Verhütung von Preistreibereien anläßlich der Lockerung der Zwangswirtschaft, zur Ausgestaltung bet Preisprüfungsstelle sowie zur Einhaltung von Jnteiimspreisen auf ben freigegebenen Gebiete» ans bet Tagesordnung.
Amsterbam, 25. Aug. Der „Telegraof" melbet aus Lonbon: Der englisch« Lebensmittelmiiilstcr hatte eine Besprechung mit bem deutschen Ernährungsminister Dr. Hermes. Die französischen, italienischen unb belgischen Mitglieder des ständischen Ausschusses des Ober sten Rates wohnten der Besprechung bei.
— 3» btt Untttttbimg mit bem Außenminister Dr. Simons wird von Berlin mitgeteilt, daß mindestens ein Mißverstehen des Ministers seitens des Ausfragers vorliegen müsse, Di. Simons werde sofort nach seiner RÜÄehr dazu Stellng nehmen.
— Zusammen tritt der neuen Wehrkammer. We bie Telegraphen-Union melbet, wirb bie Vereinigte Wehr- unb Marinekammer am 1. September zusammen treten, um Über bas Wehrmachtversorgungsgesetz eingeheub zu beraten.
— Som Kaistrpaar. Ein Bericht bes „Äteutrc Amstetbamsche Courant" aus Oldenzaal teilt, btr ,,R. ®. C." zufolge, aus guter Quelle mit, daß bet Gesundheitszustand der Kaiserin Auguste Viktoria gegenwärtig befriebigenb ist. Sie leibet an einem Herzfehler. dock finb neuerdings schmerzhafte Anfälle nicht erfolgt. Der Besuch bei Prinzen Eitel-Friedlich unb Oskar, bie bereits wieber nach Deutschland zurückgekehrt finb, ist nicht mit der Krankbeit bet Kaiserin in Beziehung zu bringen. Auch bei Kaiser befindet sich durchaus wob! unb hat sich in seinem neuen Wohnsitz auf Schloß tc Doorn bereits gut eingelebt.
— Der sozialbernokratifche Parteiarrsschutz. der g-fl-i>- in Berlin tagte, nahm laut „Vorwärts" in lebhafter Aussprache zu ben Vorgängen in Oberschlefien Stellung. Der Parteivorsihende Wels kennzeichnete ben chauvi nistischen Krieg Polens gegen Rußland, roamte aber zugleich davor, ben Erklärungen her Staatsmänner Sowietrußlands unbedingt Glauben zu schenken Deutschland müsse eine vollkommene, ehrlich« unb loyale Neutralität bewahren. Im Zusammenhang bamit wtrtbt auch bie Pilgerfahrt her Ilnabhännigen nach Moskau besprochen unb ihre Rückwirkung auf die Par teikonstellation in Deutschkanb erörtert. Die Tapes orbnung des foziakdemakratischen Parteitages würbe entsprechenb ben Vorschlägen bes Parieivorstanbee gestern vom Parieiausschuß einstimmig folgendermaßen angenommen: 1. Bericht bes Parieivorstanbes, Referat von Wels über bie allgemeine politische Lage. Referat von Bartel» über Organisation. 2. Bericht bei Reichstagsfraktion. 3. Bericht bet Kontrollkommission. 4. Bericht vom internationalen Sozialistenkongreß in Genf (Referent: Meefeld-Köln). 5. Die Wohnungsfrage.
-Referenten voraussichtlich Paul Hirsch unb* Luglerk- Fieiburg). 6. Die Revision des Parteiprogramms. (Referent Dr. Adolf Braun.)
— Bayerns Stellng zur „Orgesch"-Frag«. In der Frage der Orgesch bat ein entscheidender Ministerrat in "Bagern noch nicht staitgefunben. Die bayerische Justiz steht aus dem Standpunkt, daß das Verbot der Orgesch *uf Grund des Soaer Abkomniens unzulässig ist, da das Spaer Abkommen kein Strafgesetzbuch darstellt. Sollte die Reichsregierung bem Staub» vimkt bei preußischen Regierung beitreten, so müsse die Reichsiegietlmg an Bayern ben Antrag stellen, bet Orgesch die Rechtmäßigkeit zu entziehen. In diesem Falle würde bie bäuerische Verwaltungsbehörde zu entscheiden haben. Die ganze Angelegenheit des Sturms zeaeu die Orgesch gewinnt ein neues Gesicht, wenn man erfährt, baß neben bet Reichsregierung allen glieb- siaailichen Regierungen bei Schaffung bet Or- gesch bis ins kleinste Zweck, Ziel unb Statuten bet Orgesch bekannt gegeben, unb baß alles von ihnen gebilligt worben ist.
Der Reichspräsident in Freudenstadt.
tu. Freudenstadt, 25. Aug. Reichspräsident Ebert ist in Begleitung des Ministerialdirektors Dr. Meißner, sowie des württembergischen Gesandten in Berlin Hillenbrand hier eingetroffen. Heute abend wird Ministerialdirektor Dr. Simons aus der Schweiz hier erwartet, der mit dem Reichspräsidenten Besprechungen über die politische Lage haben wird. Da der Präsident während des hiesigen Aufenthaltes die Geschäfte fortsührt, werden in den nächsten Tagen weitere Staatsmänner erwartet. ,
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Stockholm, 25. Aug. Laut „Astrmblabet" hat bie schwedische Regierung bem schwebischen Roten Kreuz 160 000 Kronen zur Verfügung gestellt für ben Heim- transpoti bet Kriegsgefangenen in Rutzlanb. Der Generalfekretär bes Roten Kreuzes teilt mit, daß bie Summe hauptsächlich zum Einkauf von Kleibern unb
Kopp noch erklärend» Worts Über bie seitherigen VerhauS» hingen auch mit dem "Bund der Landwirte, hiuzusügie,, sanden lebhaften Anklang. Es folgte eine längere Auseinandersetzung, an der sich eine ganze Anzahl Versamm- lungsbesncher beteiligten, über ben Anschluß des Bundes der Landwirte, wobei bemerkt wurde, daß dieser seiner Zeit die einzige Vertretung der Landwirtschaft treibenden Bevölkerung gewesen sei unb wobei auch baranß hingetoiefen wurde, daß hier in Hessen bie Mitglieder des Bundes auch zugleich dem Hessischen Bauernverein' angehötien. Dem Anschluß deS Bunbes an den t«nb- verband stimmte man zu. Die Führung behält nach wi» vor der Hessische Bauernverein.
Eine lange Aussprache verursachten bie Dreschmaschi» nenlöhne, die von den Landwirten zu hoch befuubtit; wurden. Die Versammlung erklärte sich einstimmig für den Satz von 20 Mark ohne und 25 Mark mit Preffh' die Stunde.
Landwirtschastsschuldirektoi Schlicht hielt dann einen kurzen Vortrag. Zur Bekämpfung deS Unkrauts empfahl er die Anschaffung von Hederichsvritzcn, ferner fei auf bessere Düngung Wert zu legen. Die Hauptsache sei, bie; Verwendung guten Saatgutes, das sich durch gant be«’ deutende Mehrerträge gut bezahlt mache. Es inüss- sich jeder Landwirt darüber klar fein, welche? Saatgut sich am besten für sein Boden eigne. Der Saatgutwechsel würde viel zu wenig beachtet. Man solle sich Saatgut aus den anerkannten Saatgutwirtschasten beschaffender Originalsaat beziehen, die allerdings teuer sei. Die Landwirte müßten sich da auch nntcreiwiber austauschen und" helfen, damit immer größere Erträge erzielt würden. Seines Anficht nach gebe es im Kreise Marburg keine gut« Mittelernte, besonders bei den Kartoffeln. Also auch hier Saatgutwechsel. Der Saatwei-en müsse gegen den Braud unbedingt gebeizt werden. Herr Müller vom Erzeuger- verband wies darauf hin, daß dieser sich zur Beschaffung guten Saatguts erboten hätte. Die Bestellungen müßten umgehend auf Grund des Rundschreibens erfolgen und ztvar durch Mitsendung von Saslkarieu. Auch über die Saatkartoffeln müßte» sich bie Landwirte schlüssig werden.
Arzneien für die durch bas Lager in Narva gehenden Gesangeneu verwendet wird.
Hamburg, 25. Aug. Der Dampfer Mongolia brachte von Newyork 1340 Passagiere, meist Deutsche, Polen, Litauer, bie teils mit Dampfer, teils mit Sonderzug »eiterge^en. Außerdem hatte er 31 Sack Poft an Boid.
tob. 8er Mu, 24. Aug. Wie der Generalbevollmäch- tiqie des HerzoghauseS Anhalt mitteilt, ist die nach der „Neuen Berliner Zeitung" verbreitete Nachricht, daß die verwitwete Prinzessin Joachim von Preußen sich mit einem Herrn Guerard verlobt habe, unrichtig.
Saarbrücken, 25. Aug. Der Skabtrat stimmte einem Antrag zu, rin Angebot bet französischen Behörden anzunehmen, wonach der Stabt ein zinsloses Darlehen in Höhe von 3 Millionen zur Verfügung gestellt werben soll zur Wiederherstellung unb Möblierung von etwa neunzig Wohnungen in den hiesigen Kasernen für französische Unteroffiziere unb Offiziere. Die Summe soll in fünf oder zehn Jahren amortisiert werben, unb zwar nur der Bettag von 2 Millionen, während für den Rest bet Summe die Möbel in den Besitz der französischen Behörde übergehen sollen. Man nimmt an, baß durch diese Maßnahme 60 Wohnungen in bet Stobt für bie Bevölkerung wieder frei werden.
Hamburg, 25. Aug. Der Hafenhetriebsvere-n hat die Forderung der organisiriten Hafenarbeiter auf Erhöhung des Tagelohnes von 48 auf 70 abgelehnt. Die Arbeiter beschlossen, an ihrer Forderung festzu- halten und gegebenenfalls am 1. 9. in den Ausstand zu treten. Die Hafenarbeiter von Sternen, Wilhelmshaven, Nordenham und anderen Häfen haben sich dem Vorgehen der Hamburger angelchlossen.
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Hessischer Bauernverein.
* Marburg, 25. Aug.
Im Stadtsale sand heute eine Generalversammlung des Hessischen Bauernvereins statt. Der Vorsitzende. Heit Kapp-Wolsshauseu, wies anfangs auf die Wichtigkeit des Besuchs der Versammlungen hin, beim die Zeiten, denen wir entgegengingen, seien recht ernst, besonders für die Beuern. Bei dem ersten Punkt der Tagesordnung handelte tS sich tun die Lieferung der Winterkartosiekn für die mmbi". bemittelte. Bevölkerung der Stadt Marburg. Der zweite Borsitzcnde, Herr Mink- Wolfshkwsen, berichtete zunächst über die Frag- des Preisabbaus, die in letztet Zeit die Gemüter beschäftige. In feinen Aussühniiiaen legte er u. a. bar, daß di Frage von den Landku-rten wohl erwogen werden müsse, denn die Pwdnftionskosten würden immer höher. Er brachte Ziftcrn znr Verlesung, aus denen zur Genüge hervorging. wie die Düngemittel fortwährend in kaum glaublicher Weise immer teurer würben und fügte Be- rechinrngeu bei. and denen sich zeigte, daß dabei jeder Geivinn. den sich doch sonst jedermann berechne, aus geschlosfen ist. Es handele sich jetzt hauvtsüchlich um die Kartoffeln. Die Pflichtkartosselu müßten zu den fesigesehten Preisen geliefert werde», was die Bauern übrig behielten, darüber müßten sie frei verfüge» können. Sie wollten aber Entgegenkommen zeige» und den Min- dcrbemittelien billigere Kartosselu liefern. Herr Kavv schloß sich diesen Ausführungen an. Die Wiitterkartosselu müßten für diejenigen, -die nicht in der Lage seien, sie sich zusammen zn kaufen, sichere,estellt werden. Er sehe aber nicht ein, daß man die anderen, die es könnten, die ihre Zeit meist in Liegcstühleu znbiächten und Roma-x lesen, so billig bcliyere. Die Karlossckerute falle übriger«3 ir.: Kreise Marburg diesmal schlecht aus: man könne wob' mit einem Ausfall von 50 Prozent rechnen. Aus der Mitte brr Versammlung wurde angeregt, bi6 die Stad! •Lrreit Ammoniak als Gegenleistung für die biffigen Kar- tofstln ebenfalls billiget zur Verfügung stellen möchte Die Stadt möge, wen» sie das nicht wolle, von ihrem Ammoniak, den sie teuer vetkause, das Geld für die Kat- tcijcl» für die Minderbemittelte drauflegen. (ferner regle man an, daß bei Festsetzung der Gemüsehöchstpteise auch die Erzeuger gefragt würden. Die sliihceigen Preis deckten die Erzeugerkosten nicht. In der weiteren Aus spräche wurden die Schwierigkeiten der Kartoftelliefe- rung an bie Minderbemittelten nicht verkannt. Dies«3 Bedürftige» wären schwer festzustellen. Wo die Kartoffeln zu 20 Mark angeboten würden, sei jedenfalls eine gute Ernte. Das richtige sei, wenn die Bauern die versprochenen 25 Mark bekämen und die Stadt bei ber Minderbemittelten das Fehlende zulege. Es wurde schließlich ein Antrag des Herrn Mink angenommen, durch die Vettrauensmänuet festzustellen, wieviel Kartoffeln für Minberbeuitttesic geliefert werden können. Liegt das GZamtergebnis vor, so bietet der Vorstand bet Stad! Marburg bie Kartoffeln an und wünscht dasür als Gegenlegung billigere Abgabe von Ammoniak, der dann nach Maßgabe bet Lieferung verteilt wird.
Der ftdtocriretenbe Geschäftsführer, Herr Stub. Bohl, hielt daun einen behütenden Vortrag über bett Zusammenschluß bet Lanswittschast, ber durch bie Gründung des kurhefsischen Landverbandes, der alle land- wirffchaftüche» Organisationen zusammenfasse, »um Ausdruck gekommen sei. Seine Ausfühmngen, denen Herr
Zletreffs ber LandtagSivahlen wurde beschlossen, es so zu lassen, tme bei ben Reichstagswahlen unb keine befcr.be- rett Listen mifzustellen.
Unter Verschiedenem wurden Uitterstützgngsgesuche. ;o B. sür die Sturuigeschädigteit in Michelbach, eine Witwe, der zwei Pferde cingegairgen finb itnb für den in Not geratenen srüheren Reichstagsabgeordneten Dr. Böckel w.'t- gebracht. ES soll in den Ortsgruppen gesammelt werden. Der Geuicindc Dilschhausen, ioo alles verhagelt ist, soll bei ber Beschaffung von Hafer durch Bermittlung bef ErzeugerverbandeS geholfen «erden.
Dann kam bei der vorgeschrittenen Zeit, *3 war bereits .3 Uhr vorbei, noch etwas ganz neues. Bürgermeister Freudenstein-Marbach, dm schon mehrfach sich an der Aussprache beteiligt batte, beleuchtete an ber Hand bog vc-rschiedeneii Beispielen bie Schaden der Zwangswirtschaft und teilte schließlich mit, daß bie Verbraucher- Organisation, bereit Sitzung er am Sonntag in Ccvvtl beige.'vohnt hätte, ihn unb den ebenfalls anwesenden Herrn Waldschmidt aus Cappel beauftragt hätten, wegen der direkten Belieferung n,ib bet Abschaffung der Zwangswirtschaft mit dem Baueriivcreiu in Berhandliingen zu treten. Arbeiter niib Bauern müßte» Hand in Hand gelieu, damit endlich die Beihältuifse sich änderten. Herr Waldlchmidt schloß stch ihm an. Er berichtete über die seitherige» Verhandlung, n in der Angelegenheit und schil- berle bie Notlage, bie auch unter ben kleinen Lenken auf dem Lanb sich immer mehr breit mache. Die EtwetbS- k'igk>t würde immer grdßrr unb bamit auch die Not. Zu jeder Gemeinde müßten Witischastskommissionen aus Erzeugern unb Verbrauchern eingerichtet werden. Mit gemeinsamen Kräften müffe ba zugegrifscn werde», w» die Wurzelu des UebelZ zu sinden seien. Aachdem die Herren Kapp, Müller und andere dazu gesproehen, memtc Hcri Kaiscr-Giffeloerg, bet Hebel müsse in Berlin au- gesetzt werden. Schließlich wurde auf Vorschlag eure Koinytission grioahlt, welche sich den weiteten Vetbanb- fnnnen auschließen soll. Die Herren Bürgermeyter Ranch-Wolssbausen, sowie die Landwirte Laner-Fron- hausen und Laiiet-Beltershauseii nahmen bie Wahl an. Damit endete die Bersammlinig, bie fick fast bis Ilkhr anÄehnte.
Marburg und Umgegend.
Marburg, 26. August (6tnting).
♦ M ar bürg bleibt Garnison. Entgegen den umlaufenden Gerüchten, daß Marburg seine Gatnn.o» ganz unb gar verlieren würde, erfahren wer, baß ^ies nicht zntrifft. Etwas anderes ist es, ob die Jäger hier bleiben, oder rin anderer Truppenteil hierher kommt. Hl-rilbe>- schrillt noch nicht endgültig fnt;mieben zu lein.
* Ernennung. Regierungsasiessor Vaupcl ward« zum Regietungsrat und Vorsteher des Finanzamt» Biebenkosff ernannt.
* Für ehemalige Kriegsgefangene. Mau schreibt uns: Für Einreichung der Gesuche um eine toitt- fchastliche Bnhilse war als Schlußterimn der 25. Mm von der Kriegsgesangeucnheiw.kehrstelle augesetzt worden. Trotzdem gehen jetzt noch säst täglich Gesuche ein, obtoohl wiederholt in den Zeitungen auf obigen Termin hmge« wiesen war. Run wild endlich von Berlin ans Lchmn gemacht Die Rrichszcntrale für Kriegsgefangene hat ^en Endtermin auf bm l.Oktobe r 1920 ststgesetzt. Später eingehende Anträge »erben nicht »mhr benückirck- tigi Anträge der jetzt »och ans der Gefangeufchast mim- kehr'eicken ehemaligen Kriegst-llnehmer müssen späteums ?> Monate nach Enrlassung aus dem Heeresdienst der Kii-gsgefangenenheimkehrstelle Marburg, Milhelmstr. -1», Oberstleutnant Geßner, eingereicht tverden.
* Neue Einmarkscheine. Die Reichckchnloen- verwaltnng hat neuerdings Darlehenskassenscheme zn l Mark vom 12. August 1914 ausgegeben, bie an wteje be5 roten Nummern- und Sternpelaufbrncks emen i-lchen rta? bla»-violetter Farbe tragen. Die sonstige Ans- sübmng ist unverändert geblieben.
'• Eine Verbrauchet - Organtsatton, ivelch« unter Wahrung bet berechtigten Interessen der Erzeuget diejenigen bet Verbrauchet sch^-« utG ernen Damm gegen die Schieberei und Wuchew, "richtm, will, ist in bet Bildung begriffen ober hat sich Won. ge- bildet. Das Nähere ist aus dem Schlüsse bes Bericht» über die Versammlung des Hessischen Bauernvereins ersehen. „ ... .
• Der Holzaibeitet-AriSstaud ist, tote man uns mitteilt, seit heute beendigt Die Verhandlungen, d>e > aestern bis in die spät en Abendstunden dauerten, führten auf Grundlage be8 gestern mitgeteiltcn Entscheids zu einer Einigung. —:--------------
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