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Kampffront gebildet, die von Sosnowice über MyslowitzBogutfchützLaurahütte Baingow- Eroh-DrombowkaScharleyRa^dzionka läuft. An dieser Front findet eine strenge Kontrolle statt. Von hier aus scheinen die Polen in der Richtung der Städte KattowitzBeuthen vorzustoßen.

B e u t h e n , 22. Aug. Die Nacht vom 21. zum 22. August ist überall ruhig t)e*ntfen. Die Ort­schaften rings um Beuthen sind fast ausnahmslos in der Hand bewaffneter Polen, stellenweise treten auch Leute in polnischer Uniform auf. In Katto­witz ist ebenfalls alles ruhig. Der Belagerungs­zustand wird von den Franzosen streng durchge­führt. Die Meldung von einem polnischen Ein­bruch in die (=>tabt und der wilden Flucht der deut­schen Einwohner entbehrt jeder Grundlage. Die Ortschaften um Kattowitz sind nach wie vor in pol­nischer Hand. In Myslowitz ist polnisches Mili­tär eingetroffen.

E l e i w i tz, 23. Aug. Aus den von Polen be­setzten Gebieten der Kreise Kattowitz und Beuthen find im Laufe des Sonnabend 500 Flüchtlinge hier eingetroffen: 400 wurden gestern nachmittag nach Kandrzin weiterbefördert, wo der Verband hei­mattreuer Oberschlesier für Unterbringung und Verpflegung sorgt. Inzwischen treffen neue Flücht­linge aus dem Kreise Pleß ein, die in Eleiwitz ge­sammelt und ebenfalls nach Kandrzin weiterbeför­dert werden.

Vismarckhütte, 23. Aug. Eine zumeist aus jungen Leuten bestehende Bande überfiel gestern kurz nach 3 Uhr nachmittags das Rathaus, das von der Polizei hartnäckig verteidigt wurde. Die Angreifer verloren 5 Tote und einige Ver­letzte. Als schließlich eine vorübergehende fran­zösische Patrouille eingriff, brach die Bande den Kampf ab und zog sich zurück. Gegen 6 Uhr war die Ruhe im großen und ganzen wiederbergestellt.

T a r n o w i tz, 23. Aug. Im Kreise Tarnowitz kommt es ständig zu schweren Ausschreitungen. Ueberfälle auf Einwohner von Förstereien und Wirtschaftsinspektoren, Entwaffnungen von Gen- darmKriepoften und Mißhandlungen von Lehrern wiederholen sich ständig. Das Bauerndorf Larisch- hof wurde ausgeplündert, das Vieh gestohlen.

Intervention der Alliierten in Oberschlesien.

Kattowitz, 23. Aug. Bei den Unruhen in KaUowitz erlitt die Sicherheitspolizei folgende Verluste: Tot sind 1 Offizier und 3 Unterbeamte verwundet sinh 12 Beamte. Die Gefangenen sind inzwischen zuriickgekehrt.

Reuter meldet über die Vorgänge in Kattowitz am Freitag: Die korrekte Haltung der deutschen Behörden wird auch in den französischen Berichten zugegeben. Die Vorfälle können keine Veranlas­sung für England geben, feine im Versailler Ver­trag hinsichtlich Oberfchlesien übernommenen Ver- pflichtungen abzuündern.

Kattowitz, 22. Aug. Gestern Nachmit'ag wurde der Sicherheitspolizei von den französischen Behörden der Befehl erteilt, die Kaserne nicht eher zu verlafien, bis ein schriftlicher Befehl des Gene­ral Gracier vorliege. Als Grund wird die Tat­sache angegeben, daß den Gefangenen der ersten Hundertschaften in Myslowitz, über 100 Beamte, die Uniformen von den Polen weggenommen wor­den find und die diese für sich verwandten. Um einem Mistbauch und Verwechslungen vorzubeu­gen, ist der Befehl ergangen. Die Sicherheitspolizei ist tatsächlich seit gestern vom Straßendienst in Kattowitz ausgeschaltet.

tu. Berlin, 21. Aug. Wie dieVosi. Ztg." von unterrichteter Seite erfährt, ist das Gebiet öst­lich von Beuthen und Kattowitz, auf dem sich pol­nische Banden und Soldaten nach Kämpfen mit der Sicherheitspolizei eingerichtet haben, von in Marsch Meisten französischen und italienischen Truppenkörpern der interalliierten Kommission zerniert worden. Im Laufe des heutigen Tages durfte in den einzelnen Ortschaften die Säube­rungsaktion vorgenommen werden.

Kattowitz, 22. Aug. Wie die interalliierte Kommission amtlich mitteilt, verhängte sie am Freitag morgen, sobald sie von den Vorgängen in Laurahütte, Echoppinitz und Myslowitz unterrich­tet war, den Belagerungszustand über den Land­kreis Kattowitz und ließ die Ortschaften durch in­teralliierte Truppen besetzen. Die Entwaffnung wird durchgefiihrt. Alle erforderlichen Maßnahmen zum Schutze der Grenze werden getroffen. Die Kommission fordert alle vernünftigen Bürger auf, zur sofortigen Aufnahme der Arbeit und die Wie. deryerstellung der Ruhe und Ordnung beizutragen.

Kattowitz, 22. Aug. Eine Abordnung der Führer der deutschen Parteien sprach am Samstag bei General ©tarier und Oberst Blanchard vor und trugen die schwere Sorge der deutschen Bevöl­kerung vor. Sie forderten die Wiederherstellung des Rechtszustandes. Die Vertreter der interalli­ierten Kommission machten die bindende Zusage, daß die Entwaffnung in den Aufstandsgebieten durchgeführt werde. Der Belagerungszustand über Kattowitz wird wieder aufgehoben, sobald die Ruhe wieder hergestellt ist. Die Sicherheit soll von deH Deutschen und Polen wahrgenommen werden.

Ententetruppen aus dem ostpreußischen Abstim­mungsgebiet haben von Strausberg bei Berlin ihre Fahrt unterbrochen. Wie verlautet werden die Transporte zum Teil für Oberfchlesien reser­viert bleiben, falls die dortigen Vorgänge eine schnelle Verstärkung der alliierten Besatzungsarmee notwendig machen.

tob. Breslau, 32. Aug. Aus Kattowitz wirb berichtet: Tie französischen Besaßungsbehörden zeigen seit gestern offensichtlich das redliche Bestreben, auf unblutige Art und Weise die Ordnung wieder her- zustellen. Die Polen werden zur Abgabe der Waffen anfgefordert. Seit dem Sintreffeii des Oberstleutnant Caput und des Stabchefs General de Rond ist ein offenbarer Umschwung in dem Verhalten der fran­zösischen Besatzungslrnppeu zu bemerken. Die Trup­pen zeigen unermüdlich, daß ihnen alles daran liegt, der Sicherheitspolizei zu helfen, den Frieden in Ober­schlesien wiederherzustellen. So bat sie verschiedent­lich der Sicherheitspolizei die ihr von den Polen abgenommenen Pferde, Waffen ufw. wieder zugestellt. Die Hundertschaft in Lipine, die von mehreren Tau­send Polen belagert wurde, ist auf Veranlassung des Kriegskontrolleurs in Königshütte befreit wordkn.

Ser > Krieg.

tob. Königsberg, 23. Aug. Lagebericht: Tie Polen haben Mlawa und die Gegend nördlich von Trzasmysz und südlich von Ostrolenka erreicht. In dem Grenzabschnitt JanowFlammberg fanden gestern und heute andauernd Ueberschreitungen von Teile» der 4. bolschewistischen Armee statt. Das polnische Zentrum nähert sich der Eisenbahn OstrolenkaBia- listok. Im Vormarsch auf Biaiistok überschritten die polnischen Truppen den Naretv bei Bransk und süd­westlich von Viels!, bolschewistische Angriffe auf Brest« Litowsk und bei Grubenschow wurden abgeioiefen. Grubenschow wurde genommen. Der bolschewistische Vormarsch auf Lemberg erreichte die Gegend östlich und südöstlich der Stadt.

tob. Königs be rg, 21. Aug. Soldau wurde heute früh von den Polen besetzt. Ihre Patrouillen haben bereits Jllowo erreicht. Der Rückzug der nörd- lichen Teile des russischen Nordflügels über Mlawa ist in Ordnung erfolgt Jedoch scheinen noch stärkere Kavallerieabteilungen nördlich von Chiechanow im Rückmarsch zu sein. Nördlich von Chiechaiwlv und westlich von Püitusk waren nur geringe Fortschritte des polnischen Offensivstoßes zu verzeichnen. Die über Wyschlow vorgehende erste Armee kämpfte füdwestlich von Ostrom. Das polnische Zentrum erreichte auf der ganzen Linie den Bug. Oestlich von Cholm und bei Hrubieczoto verstärkten sich die bolschewistischen Angriffe. Hart östlich und nördlich von Lemberg wird gekämpft.

tu. Warschau, 21. Aug. Nach amtlichem pol­nischen Bericht sind in den lebten Kämpfen 18 000 bolschewistische Gefangene eingebrachi ivorden.

Ein russischer Bericht.

Moskau, 22. Aug. Operationsbericht der rusfifchen Sowjetrepublik vom 20. August: Zm Ab­schnitt Plonsk und Ciechanow dauern hartnäckige Kämpfe an. Zm Abschnitt Warschau kämpfen un­sere Truppen westlich der Linie MyskowStani- slawow. Zm Abschnitt Beft-Litowsk sind Kämpfe westlich des Flusses Bug im Gange. Abschnitt Lemberg: Unsere Truppen entwickeln ihren Vor­marsch und haben nach Besetzung des Fleckens Elimjomy kämpfend die Linie der Ortschaften öst­lich und südöstlich von Lemberg erreicht. Wir machten 300 Gefangene und erbeuteten 20 Ge­schütze. An den Abschnitten Tarnopol und Butschatsch haben unsere Truppen den Strypafluß überschritten und gehen kämpfend in westlicher Richtung vor. An der Krimfront im Abschnitt Orschow besetzten unsere Truppen nach hart­näckigem Kampfe die Station der Ortschaft Wasil- jewka und erbeuteten einen Zug mit Verstärkun­gen. An der Kaukasusfront an der Küste des Asowschen Meeres landeten feindliche Truppen bei der Siedlung Achtyrskaja. Unsere Truppen, die ihnen entZegengesandt wurden, haben den Kamps aufgenommen. . ,... ;r-.

Polnische Siegeszuversicht.

tob. Amsterdam, 22. Aug. Nach einer Low doner Meldung entwickelt sich die polnische Gegen- ossensive so erfolgreich, daß in gewissen politischen Kreisen bereits Besorgnis geäußert wird, daß die Polen zu weit gehen. Lord d'Abernon und Jusserand begaben' sich von Posen nach Warschau, um mit General Weygand, dessen Ansichten jetzt in Polen maßgebend sind, über die Möglichkeit der Fest­setzung der äußersten Grenzen des polnischen Vor­marsches zu sprechen. Marschall Foch, der zweifel­los be: Urheber des strategischen Planes ist, soll, wie verlautet, gegen einen weiteren Vormarsch auf russisches Gebiet sein, ebenso wie er gegen einen früheren Vormarsch gegen Kiew gewesen ist. Er ist der Meinung, daß die Polen sich darauf be­schränken müssen, das etnographische Polen von den roten Truppen zu säubern.

Paris, 21. Aug. Aus Warschau wird gemeldet: Als General Wehgand zur Rettung Warschaus be­glückwünscht wurde, sagte er, daß, wenn die polnischen Offiziere jcht wüßten, wie sie ihren Sieg ausbeuten könnten, die bolschewikischen Heere bald zu bestehen aufgehört haben würden.

tob. Kopenhagen, 21. Aug. WceBerliirgske Tidende" aus Warschau telegraphiert wird, hielt gestern der Verteidigungsrat eine lange Geheimsitzung ab. -Marschall Pilsudski wohnte der Sitzung bei, der man im allgemeinen große Bedeutung beimißt. Bon bett Fronten wird gemeldet, daß leichte Artillerie und' Automobilabteilungen den Russen schwere Verluste bei* brachten. Tie Artillerie folgte den polnischen Stoß­trupps auf den Fersen und überschüttete die flüch­te,wen Truppen mit einem vernichtenden Schnellfeuer, Die Berichte heben das Verhalten der französischen Ofsiziere hervor, die in den ersten Reihen kämpften, uni die Truppe» durch ihr Beispiel anzufeuern. Dieses Beispiel wirkte auf die polnischen Ofsiziere ansteckend, allerdings mit dem Ergebnis, daß viele gefallen sind, was um so »lehr ins Gewicht fällt, als die Polen tut: über verhältnismäßig wenig Offiziere verfügen.

Rotterdam, 21. Aug. Nach einem Telegramm decMorningpost" ans Warschau Hai der polnische Staatsrat der Delegation in Minsk neue Instruktionen erteilt, die der veränderten militärischen Lage Rechnung tragen. Auch die Sonnabendsitzung der beiden Dele­gationen wurde löiebcr vertagt, die Forderung nach Enlwaffiiuiig lehnen die Polen jetzt ab,

Zuversicht Trotzkis.

London, 20. Aug. Nach einem hier eingetroffe- üeu Funkspruch erllärte Trotzki in einer Rede während einer Sitzung der Räte:

Der vorübergehende Stillstand unserer Truppen vor Warschau ändert die Lage in keiner Hinsicht. Die polnische Front ist in zwei Teile geteilt. Die eine Front ist die militärische bei Warschau, die andere die diplomatische bei Minsk. Den Frickensverhand- lungen in Minsk kommt außerordentliche Bedeutung zu, weil sie sich auf einer veränderlichen Grundlage entwickeln, die den heftigen Bewegungen der Arbeiter ausgesetzt ist, Großbritannien macht eine Krise ohne­gleichen durch. Tie Erregung der englischen Arbeiter« - schäft wegen der Verhandlungen im russisch-polnischen Konflikt tut sich kund. Obwohl das Schicksal de« Revolution von der polnischen Front abhängt, be­ginnt auch der Front des Generals Wrangel große Bedeutung znzukommen, denn mit Hilfe der fran­zösischen Flotte versucht er, die Operationen auch aus die Küste des Schwarzen Meeres auszudehnen, um so die Gebiete des Ton- und des Kubanbchirktz z« erreichen. :

Wo ist die rote Arme«?

tob. Paris, 21. Ang. Ter Diplomat des ..Paris Midi" fragt: Wo ist die Rote Armee? Man könne doch nicht glauben, daß einig« Freiwillige, die von französischen Truppen geführt würden, genügt haben, um die Atmee nicherzukämvfen. Mair mässe vor­sichtig uild llug sein. Bevor mau voll einer endgültigen Niederlage der Röten Armee spreche, müsse man erst wissen, wo sie fick befinde. Man habe allen Anlaß, zu glauben, daß die Polen bis jcht nut vorgeschobe­nen Elementen begegnet seien, die namentlich ans Kavallerie bestehen, die in aller Eile auf Warschau vorgedrungen seien. Das Gros der Roten Armee müsse zurückgeblieben sein, vielleicht im Bezirk von Brest-Liiowsk.

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Nach eiltet Havasmcldung aus Malta hat der amerikanisch« DampferNorthpines" in- Saloniki Munition für Polen gelaßen und ist am 17. August nach Danzig unter polnischem Kommando in Sce gegangen.

' Paris, 22. Aug Rach demPetit Patifien" ist der Botschafterkonferenz ein Protest gegen den Beschluß der konstituierenden Versammlung von Danzig, im russisch-polnischen Krieg neutral zu bleiben, übermittelt worden. Dieser Einspruch soll

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Negierung die Ausschreitungen unterstützt habe. Die dnltfKe Regierung kann nicht glauben, daß derartige tksführnngen sich wirklich in dem Bericht einer so und verantwortli'heu Stelle befinden. . Sollten gor. anderer Seite solche Behanpllingen festgestellt toerle«, so wäre dies eine frivole Verleum­dung. Tie Beschuldigung ist handgreiflich

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der Vorsitzende der deutschen Friedensdelegation Paris dem Präsidenten der Friedenskonferenz eine P,tc überreicht, in der es heißt:

Die Bildung bewaffneter Banden aus der orts- yggffeffenen Bevölkerung läßt sich mit den Bestim­mungen des Friedensvertrages ebensowenig verein­baren, wie die Anwesenheit ortsfremder bewaffneter Elemente. Nach Zeitungsnachrichten soll in dem Be­richt des Generals Lerond bemerkt sein, daß die deutsche

Dl« ..OdettzeMche Zeitung" erscheint sechsmal wi-chentltch. Bezugspreis monatlich 4 Mk durch die Post 4.20 Mk. Für ausfallend« Nummern infolge Streik, oder xrstttz. «erlag von Dr. T. Hitzeroth. Druck bet Unio.-Buchdrückerei »en Sch. «ug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher 55.

auf -chts):, ; und

ha?:: eS sich die deutsche Regierung angelegen sein kasseu, ans die Vermehrung der Kohlenförderung in Oberfchlesien.hiiizitwirkeii. Die Steigerung der Kohlen hördcning wäre aber in einem in fingierten Lande nicht erreichbar. Tie dei'.tsche Regierung erwartet von den verbündeten Regierungen, daß sie unverzüglich für dr» Schutz deS Lebens und Eigentums der ftiedliä)«« Bevölkerung sor.zcn.und damit Vorbedingungen schaf­fen werden, die zur ungestörten Fortsetzung der Arbeit in diesem für das Wirtschaftsleben von ganz Europa fo wichtigen Bezirke erforderlich sind.

i atm Mai»» (uff iegäee. erdrtt» enteilß reisen, einer rmeid. nt z, Krieg Iah« 1 unter toller» Univ.» Schrift f. Dr ichichte Mach wich/ roün.

Marburg

Montag, 23. August (erwtiwg.)

Kattowitz, 21. Aug. Bis Mitternacht war »lies ruhig und der normale Zustand dürfte bald wieder hergestellt fein. Die Besatzungstruppeu sind tofifommen Herr der Lage. Der Landkreis Katto- icktz befindet sich dagegen vollkommen in den Hän­den der Zufurgettten, die heute ihr Unwesen auf den Kreis Pleß ausdehnten. Hier wurde der Ort Anhalt ongi^ünbet. Zmilin und Lerurn sind be­droht. Die Bevölkerung flüchtet. An einzelnen Diten fam es zu schweren und verlustreichen -Kämpfen zwischen der Sicherheitspolizei und den Infsländifchen. Zn Bogutfchütz, Laurahütte und .Myslowitz, wo die Hundertschaft entwaffnet und Srfüngen genommen wurde, unterlag die Sicher- heitswehr, weil an Zahl und Bewaffnung die Po­len überlegen sind. Das Auftreten regulären pol­nischen Militärs scheint festzustehen. Der Belage- ^ngszustand ist über Kattowitz-Land ausgedehnt varden, dürfte aber auch über den Kreis Pleß ver­hängt werden. Der Bahn- und Postverkehr ist 'm ^ufstandsgebiet unterbrochen. Die Streikbewegung der polnischen Bergarbeiter dehnt sich aus und war Hs gestern abend bis in die östlichen Erenzreviere ei Hindenburg vorgedrungen. Die Rotstands- arbeitcn werden, fo weit Meldungen vorliegeii, «errichtet. Zu Beuthen und Glciwitz und in ganz ^rrschlesicu westlich von Pleß ist alles vollkom­men ruhig.

Berlin, 21. Aug. Wie aus Obe rsch le­hret, gemeldet wird, befindet sich das gesamte Ee- di«t nördlich, östlich und südöstlich von Kattowitz i« den Händen polnischer Arbeiterbanden, die teil- Mrise über die Greine herübergekommen sind. Die ^nskowitzer Sicherheitspolizei wurde gestern von * Polen hart bedrängt und es gelang nur einem deinen Teil, sich zuriickzuziehen. Die meisten wur- überwältigt und nach Kongreßpoleu vec- Jfeppt. Die französischen Truppen verhielten sich ei bieten Kämpfen vollkommen passiv. Sie sagten zu versuchen, die verschleppten Sicherheitsbc- ^rken nach Rvbnik zuriickzubriugen. Gegenwärtig bricht tn Kattowitz Ruhe.

Beuthen, 21. Äug. Nach den vorliegenden Weidlingen hat sich eine stark besetzte regelrecht«,

Eingriff i teil'| f uns«- | ter die ß nd. inj lden isiI inb fit' milche, > rfaffe, p tri; ehe!

« ruq f Masst imtng, sgehq.

Der Anzetgenprei, beträgt fflt die Saesp. Zeile 76 Pfg. und 10*!o Buffchlaa, amtliche w- w # und eneeartig« 1 Mk., Reklame,eile 3.00 Mk. Zeder Rabatt gilt al, Varrabatt. 33

Bei Auakuuft durch die (keschäftrstelle und Vermittlung der Anaebsi« 25 Pfg. £»n« ----

dergebühr. Bei Beträgen unter 20 Mk. muffen wir da» «Otto für di« Rechnung berechnen. Pasticheckkanto: Rr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Amtliches Derkündigungsblatt oes Kreises Marburg.

Tageszeitung für ldas früher kurhessische) Oberhessen

Ts-pve» sichen in Oberfchlesien nicht, da die Eoilveränität des Deutschen Reichs ansgeschaltet; und die Eicherliells- wehtAifai auf vier Mann ein Gewehr.... Die Pflich­ten, bi* sich aus dieser Sachlage für die Reick srcgierumi ergeb'», sind offenbar; Die deutsche Bevölkerung in Orerfchlesieu starrt herüber nackt dem Sitz der Reichs- ttgirnmg, von der allein ihr Rettung kommen kann. Die gesamte deutsche Bevölkerung aller 6tbt tfi f c ii. In tzOschewalo brennt, von den Polen tug^ünbei, die Billa des Generaldirektors, anderstvo lie- irn auf der Strafte diebuchstäblich in Stücke gerissenen" Erichen von 11 deutschen Arbeitern. Blut säireit zum 'Himmel. Darf es ungestraft weiter vergossen werben, «ii wird nicht nur Oberschlesien eine Wüste, Obcr- fhl'efiens deutsche Bevölkerung verjagt oder zu Heloten iinabgtbrückt1 auch ba-5 Reich wird in seinem Lebeus- «r» getross.'n.

r Unter der Ucvcrsck-nst: ,.Tcr Ernst der Lage" schreibt terTag": Die Polen schreiten zur gewaltsamenEr- dbeuiug" von Obencklesien vor. Die großvolnischeu Hetzei' arbeiten dabei Hand in Hand mit den Behörden ter Republik Palen. Und oie Franzosen? Wec Acht, oaß sie sich durch ihr ganzes bisheriges Verhallen "bereits mmblenobar kompromittiert haben, der will