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fet GegenstatG tmt schwebenden' Verhaudlimgerl. Der Minister sagte noch in üblicher Weise Pflege öes Sportes, des Geistes noch Gemütes, der Kinderpflege ufro. zu und jchlost mit einem Ausblick ans glücklichere Leiten.

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Die Aufhebung der Kartosfel- bervirtschaftung.

Ger Ausschuß für Volkswirtschaft des Reichstag? beschloß heute vonniitag endg ültig mit 16 gegen 12 Stim­men die Aufhebung der Kartosselbewirtschastung tiom 15. September b. 38. ab. Für die Freigabe der Kar­toffeln stimmten sämtliche Mitglieder der bürgerlichen Fraktionen, dagegen nur die Sozialdemokraten und dir unabhänggien Sozigldemokraten. Tie abgeschlossenen Lieferungsverträge aus Kartoffeln bleiben bestehen, außer­dem mutz die Reichskartosfelstelle mindesten- 20 Mil­lionen Zentner Kartoffeln als Nvtreserve ankaufen. Der Ausschutz tagt weiter und bespricht vorläufig heute nach­mittag die Fleischversorguug.

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Deutsches Reich.

Dr. 6t*»we in der Schweiz. Sex deutsche Mini­ster des Auswärtigen, Dr. Simon», der zur Zeit in der Schweiz auf Urlaub weilt und im Hotel .Berner Hof" abgestiegen ist, hat in Begleitung de» deutschen Gesandten in Bern, Dr. Müller, de« Bundespräsiden­ten einen offiziellen Besuch abgestattet.

Do« vstprentzische «bstimmnngsgeblet. Die vot- schatterkonferenz übersandte am Sonntag de« Präsi­denten der Friedensdekegation die Entscheidung über da« ostpreutzische Abstimmungsgebiet. Darin werden die Orte Lobenstein, Klein-Rappern und Groschken von Deutschland abgetrennt und Polen zugeschlagen. An­scheinend handelt es sich jedoch um eine bereit« über­holte Entscheidung bes Obersten Rate», denn die inter­alliierte Kommission in Allenftein erwähnte bei ihrem Abgang diese Entscheidung mit keinem Wort und über­gab da« ostpreutzische Abstimmungsgebiet einschließlich dieser drei Ortschaften de« deutschen Reich«- und Staatskommissar. Zur Uebernahme de» westpreutzi- schen Abstimmungsgebiete« wird noch von denReuen Westpreutz. Mitteilungen" aus Marienwerder vom 17.8. gemeldet: Um 3 Uhr nachmittags fand ein kurzer lleber- gabeakt im Gebäude der Landschaft, dem bisherigen Sitz der interalliierten Kommission, statt, wobei der deutsche Bevollmächtigte für das westpreuhische Abstimmungsge­biet Graf von Baudissin und der Vorsitzende der inter­alliierten Kommission, Exz. Pavia, Ansprachen hielten. Um 6 Uhr abends wurden die Fahnen der alliierten Delegation vom Gebäude der Landschaft feierlich her­untergeholt. Bei der Abfahrt des Conderzuges der in­teralliierten Kommission sang die auf dem Bahnhof versammelte MenschenmengeDeutschland, Deutschland über alles". Die Polen besetzten gestern vormittag von Mewe aus das ihnen durch die Entscheidung des Botschasterrates in Paris zugefprochene Gebiet auf dem östlichen 38eichselufer. Die Besetzung wurde größten­teils durch polnische Gendarmerie ausgeführt. Da man deutscherseits befürchtete, die Polen würden sich Grenz- überschreitungen und andere Uebergriffe zu Schulden kommen lassen, waren für heute Nacht umfangreiche Vorsichtsmaßregeln seitens der deutschen Behörden ge­troffen worden. Die Rächt ist indes ruhig verlaufen. Biele deutsche Einwohner haben da» Polen zugespro- chene Gebiet fluchtartig mit ihrer Habe zu Fuß und Wa­gen verlassen. Eine Hilfsaktion für die Flüchtlinge wurde in Marienwerder in die Wege gekettet.

Die Deutsche Bischofskonserenz wurde gestern früh In Fulda unter dem Vorsitz -es Kardinals Dr. Bertram- Breslau eröffnet.

Die Orgesch. In der gestrigen Kabinettsfltzung machte lautB. T." der preußische Minister de» Innern Severing längere Ausführungen über die Orgesch und rechtfertigte das Vorgehen des Oberpräsidenten HSrfing. Da die Ausführungsbestimmungen zum Entwaffnungs- geseh noch nicht bestätigt seien, so entstehe ein Bakumn, das seiner Ansicht nach nur durch entschlossenes, selb­ständiges Eingreifen der Einzelbehörden aufgehoben werden müsse. 3» den Händen der der Orgeich ange­schlossenen Bereinigungen befänden sich bereit« so große Mengen von Waffen, daß nur erfolgreichste« Vorgehen einen Erfolg gewährleisten müste.

Direkte Funleutelegraphische Verständigung mit Amerika. Wie der Leiter des deutschen Telegraphen­wesens Ministerialdirektor Dr. Bredow mitteilt, haben in Berlin Verhandlungen stattgefunden über die Herstellung direkter funkentelearaphischer Verbindungen mit Amertta für den Privatverkehr. Bo« Tage »et Aufhebung bes Kriegszustandes wird die Radio Torpo- ration formell zum funkentelegrapbischen Verkehr mit Deutschland zugelaffen werde«. Bis dahin wird der Verkehr ohne besondere Vereinbarung abgewickelt. Gleichzeitig wird eine zweite amerikanische Gruppe, die neugegründete Radio Lommunication in Rewyork, wo­ran das große Zeitungsunternehmen von Hearst be­teiligt fein soll, eine Großfunkstelle Lei Rewyork er­bauen, ebenfalls für den Privatverkehr mit Deutschland. Durch Eröffnung dieser neuen Verbindungen ist erst­malig seit 1914 die Möglichkeit geschaffen, nicht nur Telegramme nach Nordamerika, sondern auch nach Mit- telamerika, Japan, China usw. unter Vermeidung der Londoner Weltzensur abzusenden und aus diesen Län­dern zu empfangen.

Betriebsriitekongreß. Berlin, 18. Ang. Der Vorwärts" erichtet: Der geschüftsführende Aus­schuß und der provisorische Beirat der Betriebs­rätezentrale, der allgemeine deutsche Sewerffchafts- bund und die Arbeitsgemeinschaft freier An­gestellten verbände haben beschlossen, die Vertreter der Betriebsräte zu einem Kongreß der Betriebs­räte Deutschlands am 5, und 6. Oktober nach der Neuen Welt", Berlin, Hasenheide, zusammen- tefen.

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v Sie Dienststelle der Admiralität teilt mit: Der japanffche DampferUrne Marn" ist a« 28. Juli von Schanghai abgefahren. An Bord befinden sich 26 deutsche Männer, 28 Frauen und 32 Kinder, ferner 9 Oester­reicher, 2 Ungarn und ein Türke.

Ä3In, 17. Aug. Oberstaatsanwalt Dr. Schneider hier hat sich von Köln entfernt. Wegen seiner früheren Tätigkeit al» Kriegsgerichtsrat hatte der belgische Staat einen Haftbefehl gegen ihn erwirkt, wovon er Kenntnis bekommen hatte.

Amsterdam, 17. Aug. Rach einer Meldung aus London ist der Postanweisungsverkehr zwsschen England Md Deutschland wiederhergestellt.

Ludwigshafen, 17. Aug. Wie diePfälzische Post" meldet, sind die Differenzen mit den Metallarbei­tern in Ludwigshafen jetzt beigelegt worden. Die Ar- Seit wird Montag früh wieder aufgenommen.

SlÄlvkkMM- SItzMg vom 17. August.

Dien. Vorsitz in der heutigen Sitzung führte in Ver­tretung der Stadtv. Trälisch. Unter Mitteilun- gen zur Kenntnisnahme wurde die in der letzten Ver­sammlung der Gewerbetreibenden beschlossene, von uns mitgeteilte Eingabe, in der dagegen Verwahrung ein­gelegt wird, daß den nichttariftreuen Firmen keine städtsschen Arbeiten übertragen werden, zur Ver­lesung gebracht. Stadiv. Weber meinte, die Stadt­verordneten sollten gegen das unverantwortliche Gebühren des Gewerbevereins und der 3nnungcn Verwahrung ein­legen, das fei ja ein gänzlich veraltetes, vorsintflutliches Verhalten. Stadiv. Schaefer II. war gegenteiliger Mei­nung: den Magistrat ginge dies absolut nichts an, das sei Sache der beiderseitigen Interessenten. Stadtverocd. Dolf meinte, die Eingabe stehe wohl einzig da in Deutschland Der Getverbeverein habe sich nicht besser blamieren tonnen, denn die Kommunen seien dazu da, vorbildlich zu wirken. Bürgermeister M « e l l e r war der Ansicht, datz der Magistrat im Interesse der Ruhe, der Arbeitsfreudigkeit, den geregelten Verhältnissen unb der schnellen ungestörten Arbeit fo handele. Er sei wün­schenswert, daß immer überall Tarifverträge abgeschlossen würden. Stadtv. Euker meinte, datz brr Mam'strat beide Teile hätte hören müssen und nicht nur die G«oerk- schaste«. Stadtv. Weber hält es nicht nur für das Recht, sondern für eine Pflicht des Magistrats so zu handeln. Damit war der Fall erledigt.

Der kürzlich als Schied sm an» gewählte Buch­halter Ritter hat abgelehnt, well er Junggeselle fei. Die Versammlung war recht geteilter Meinung darüber, ob zur Ausübung eines Schiedsmanns die Erfahrungen eines Junggesellen genügen, weil »st auch StrriÜgketten mit Frauen in Frage kommen. Andererseits wurde auch nicht verkannt, datz es besonders in der Vorstadt Weiden- Hausen nicht so leicht sei. einen Schiedsmann zn finden Es wurde schließlich, nachdem eine ganze Anzahl Redner ltefprochen, beschlossen. Herrn Ritter diese- Amt zu be­lassen.

Zur Feststellung des Hanshaltsplaner für die ordentlichen Einnahmen und Ausgaben im Rechnungs- iahr 1920 wurde mitgeteilt, daß diese Sache verschoben werden müsse. Bürgermeister Mueller kam auf die Ge­werbe« und Grundsteuer zu sprechen. Es mützten die gleichen Opfer wie im Vorjahr gebracht werden. Stadtv. Schaefer H. meinte, daß das 6. und 6. Quartal so niil -mtergeschlupft fei. Bürgermeister Mueller brachte einige Ziffern zur Berlesung, aus denen hcrvorging, datz auf 3000 Mark 14 Mark, aus 8500 Mark 63 MM und aus 32000 Mark 264 Mark Gewerbesteuer kämen; bei der Grundsteuer standen die Ziffern in ähnlichem Verhältnis. Der Vorsitzende begründete ausführlich die erneute B" lastung auch damit, datz der Stadt die Neichszuichüfsc nicht verloren gehen. Stadtv. Schaefer 1L meinte, die Stadtverordneten seien nicht unterrichtet gewesen, was Stadtv. Weber bestritt, zugleich stellte er Vergleiche an zwischen der Steuer auf das rn'chseirikommensteuersreie Einkommen und der Gewerbesteuer von 32000 Mark. Auch der Stadtv. Ehmer stellte i» Abrede, datz ein Irrtum oder ein Mißverständnis vorliege.

Zur l^willigung weiterer Mittel für Rotstands­arbeiten wurden zunächst für die Erdarbeiten der neuen Cttatze Nr. 80 hinter dem bauvtbahnhof 206000 Mark gefordert. Die Begründung lautete wie folgt: Die Zahl der Rottlandsarbn'ter beträgt z. Zt. etwa 80, die Zahl der autzerdem unterstützten Erwerbslosen zirka 70. ES ist täglich mit der Einstellung von nenen Er werbslosen zu rechnen, für welche neue Arbeiten bereit­gestellt werden müssen, insbesondere für die verheirateten und solche die die einzigen Ernährer ihrer Familien sind. Größere Entlassungen aus hiesigen Fabrikbetrieben find beretts erfolgt, "heitere stehen bevor. Bei den für die Erdarbetten der Strotze Nr. 80 beantragten Mitteln han­delt es sich um fast reine Löhne, sodatz dir Arbetten sich sehr gut als Notstandsarbeiten eignen. Mtt einem größeren Zuschutz seitens des Reichs in Höhe von rund 75000 Mark kann gerechnet werden. SSri dem zweiten Anträge wurden noch wettere 78000 Mark gefordert. Hier handelt es sich nm Arbeiten in der Afföllertzraße, die ebenfalls Arbeitslosen Beschäftigung geben sollen. Stadt». Stein beantragte, bei den Notstandsarbeiten auch die Hofstadt zu berücksichtige»: das Pflaster dort ist bekanntlich nicht das beste. Stadtv. Schaefer!, wünschte mehr Deaussichfigung bei solchen Arbeite.'.. Stadtv. Wolf nahm die Arbeiter in Schutz: man müsse die Ernährungsverhältnisse berücksichtigen: die Erwerbs­losen feien Opfer der Folgen de» Kriege» und man müsse ihre Arbettsfrendigkett heben. Die Arbettsgerätt müßte die Stadt liefern, denn nicht alle feien im Besitz va» Schippe und Hacke. Stadtv. Walter erinnerte an die Heusingerstraße, die doch beschlossen sei. Stadt». Schae­fer II. wünschte ordnungsmäßige Arbeitseinteilung. Stadtv. Blthap» meinte, daß manchmal Ärbeitslose sich meldeten, die leicht andere Arbeit finden könnten. Etwas mehr Pflichtbewußffein sei zu wünschen. Stadtv Frl. Grotefend führte aus, es sei nicht fo leicht, sich auS einem ganz anderen Beruf in eine neue Arbeit hineinzufinden, die Arbettsfrendigkeit müsse gehoben toei- deu. Stadtv. Suck hielt die vorgesehenen Presse für Schanfekn und sonstiges Arbeitsgerät für recht hock: das tonne vielleicht billiger beschafft werden. Stadtvanmeister Köster gab die Erklärung ab, datz für Orouung Sorge getragen würde und ging auch kurz aus die anderen An­sichten ein. Die beiden Anträge wurden bar.it ange­nommen. nachdem ein Dringlichkeitsantrag wegen einer kleinen Aeuderung einet Straßenflucht eingeschaltet wor­den war.

Bei der Rachbewilligung von Mehrausgaben gegenüber den Voranschlägen in der Oberrealfchnle und ber Elisabethschule für 1919 handelt es sich um eingetretene Mehrausgaben gegen den Voranschlag im Betrage von 22 230,16 bezw. 17 302,50 Mark. Tie Deck­ung ist aus Schulgeldmehreinnahmen möglich gewesen. Es wurden allerhand Wünsche laut, mehr Reinlichkeit in den Schulen, keine wetteren Zusammenlegungen im Winter, Heizsparvorrichtungen nsto. Die Vorlage wurde dann angenommen. Ebenso wurde die Anschaffung einer Nähmaschine für die Fachschule beschlossen.

Zur Erhöhung der Sätze der stadssettig an die Kliniken für hier nicht Untenlützungswohusitzberechfigte zu zahlenden Kur« und Pftegekosten und Bewilligung der dadurch entstehenden Mehrkosten wurden die neuen Tarife vorgetragen. Die verdoppelten Sätze beanspruchen weitere 8000 Mark. ES erfolgte Zustimmung.

Die folgenden Puntte: Nachbewilligung für den Slek- tromotor der Kläranlage, Einbau eines Aborts im städtt- chen Hause Markt 10, bauliche Instandsetzung des i 2d fischen Hauses Sngclgaffe 9 und Bewilligung der llmzugskosten deS Stadtbaumeisters wurden angenommen.

Länger unterhielt man sich schon über die Verstärkung deS PolizeierekutivperfonalS um 6 tzilfs- beamte. 3m Laufe der Aussprache, bei der die Dienst­obliegenheiten der Polizei erörtert wurden, beantragte Stadtv. Stein den Achtsturcheutag für die Polizei. Diese Sache soll in einer späteren Sitzung, nachdem mitt­lerweile Erhebungen angestellt, erledigt werden, weshalb auch der Äntrag von der Mehrheit abgelehnt wurde. 3m übrigen wurde btt Vorlage mtt bgn Wunsche gcurh-

migf, daß bei den Dewerbungm Marburger Einwohner berü.ffichtigt werden.

Ebenso erfolgte die Bewilligung der Mittel einer HilfSvollziehungsbeamtenstelle bei der Stcdtkasse.

Als dringlich wurde noch der auSgelegte Antrag zur ik-ualordnnng endgültig genehmigt. Damit^var die Tagesordnung erschöpft. Bürgermeister uc Her erinnerte au die Kartoffelversorgung der Einwohner M.ir- burgs, die bei Aufhebung der ZwangSbewirtschaftung mehr Sorgen wie jemals bereiten dürfte. Es bleibe dem Magi­strat wieder weiter nichts übrig, alS Verträge mit dem Er- Migcrverband abznschließen. DaS sei allerdings ein großes Risiko, denn wenn die Stadt nicht kaufe, bestände die Frage, ob überhaupt Kartoffeln hierher kämen, denn in feinem Jahre sei Oer verlangte Bedarf geliefert worden. Wenn die Kartoffeln frei gegeben würden, suchten einzelne Leute möglichst große Mengen zu bekommen. Es würde auch so viel von Preisabbau geredet. Die Verhandlungen mit der Landwirtschaft hätten biS jetzt zu keinem Er­gebnis geführt und der von letzterer Seite jetzt bekannt gewordene Vorschlag Kartoffeln für Minderbemittelte für 20 Mark zu liefern und int übrigen 30 Mark für den Zentner Kartoffeln zu verlangen, toürbe wohl Schwierig­keiten haben. Er stände auf dem Standpunkt der einheit­lichen Präs?, sonst bekämen die Mitü>erbennttetten über­haupt keine Kartoffeln. Wenn btt Landwirte 30 Mark für den Zentner Kartoffeln bekommen könnten, würben sie sie nicht für 20 Mark abgeben. Ein einhettlicher Richtpreis sei nicht zu umgehen. 3n seinen weiteren Ausführungen kam Bürgermeister Mueller ans mu- laufende Gerüchte über verdorbene Lebensmittel usw. zu sprechen Solche Erzählungen richteten großen Schaden an. man möge ihn immer davon in Kenntnis sehen, damit öfstntlich Aufklärung gegeben werben tonne. Damit hatte die Sitzung, der diesmal nicht ein einziger Gast beinwhnte, ihr Eiche erreicht.

Um unsere Universitäten.

Berlin, 17. Ang. Wie die Abendblätter melden, werden im preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung keiner­lei Pläne wegen der Schließung einet preu­ßischen Universität erwogen. Der Vorsitzende der Deutschen Studentenschaft in Göttingen wurde telegraphisch hiervon verständigt. Die An­gelegenheit dürste auch schon deshalb nicht mit einem einfachenDementi zu erledigen sein, weil ja nicht unbekannt ist, daß von maßgebenden Stellen der beseitigen preußischen Regierung ganz offen darüber gesprochen wird, daß auch im Uni­versitätswesen eine energische Sparsamkeit durch- gestihrt werden muß. In diesem Sinne äußert sich auch Prof. Estland imJenauer Volksblatt". Er schreibt hier:

Wir müssen uns auch auf diesem Gebiet daran gewöhnen, nicht mehr die reiche Nation von einst zu fein. Aber wenn dem auch so ist, so sollte man doch Vorschläge, die zu ihrer Durchführung gemacht werden, vorher bet weite ft en Öffent­lichkeit zut Kritik unterstellen. Aber ehe Entscheibungen, z. B. über die Zusammen­legung von Univerfitäten in Preußen, getroffen werden, muß auch die Oeffontlitkeit gehört werden. Es scheint, als ob Preußen einschneidende Maß­nahmen zu treffen gesonnen sei. Dementis ändern an dieser Sachlage nichts, und *an kann sehr wohl die Nachricht von der bevor­stehenden Aufhebnn einzelner Universitäten dementieren, wenn man sich ent­schlossen hat, sie nicht aufzuheben, wohl aber zusammenzulegen.

Zusammenlegung ober Schließung, das bleibt sich gleich. Soviel auch uns bekannt ist, werden diese Pläne eingehend besprochen. Was Marburg anbetrifft, so hat ja auch ein sozialdemokratisch, r Redner einiges ausgeplaudert. Er hat damals die befonbersreaktionäre Haltung der Marburger Studentenschaft als Grund für etwaige Schließung genannt. Das paßte damals in« Bild, traf aber nicht den Kernpunkt bet Sache, denn die politische Haltung der Studentenschaft ist das weiß die Regierung natürlich auch überall die gleiche. Für Marburg dürste es nöttg sein, sich rechtzeitig mit diesen Plänen bekannt zu machen. Die Frank­furterStistungs-Universi'at, die völlig über- siüssig war und ist. fordert heute schon Staats­zuschüsse eon einer halben Million. Hier hätte der Staat Geld. Soll etwa Marburg jetzt unter den schlechten Verhältnissen eher leiden als andere?

Marburg und Umgegend.

Äetberg, 18. August (Srnting).

^Universität. Brivatdozent Dr. Heinrich Mutsch- mann hier hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehr­stuhl der englische» Sprache und Literatur an der Uni* derfität Dorpat angenommen.

* Jubiläum. Man schreibt uns: Bei der Entwicklung, die das Verhältnis von Arbeitgeber zu Arbeitnehmer im allgemeinen anzunehmen droht, dürsten Berichte wie bei nachftehenbe bald zu dem Stoff eines Märchens gehören, die mit den Worten beginnen:Es war einmal? Mit um so größerer Freuds wollen auch wir daher einen Mann ehren, ber neben Tüchtigkeit im Beruf eine seltene Treue feiner Firma während nahezu zweier Menschenalter hindurch bewiesen hat. Karl Hoffmann trat am 19. August 1870 in die be­kannte Marburger Firma Wilh. Holzhauer ein, ist alfo am 19. August d. I. 60 Jahre ununterbrochen in der gleiten Firma tätig. Sein erster Thef Wilhelm Holzhauer ist dahingegangen, dessen Sohn Jakob Holzhauer, der das Geschäft zu großer Ent­faltung brachte, starb im Jahre 1917, «nb heute inb es bie Söhne von Jakob Holzhauer, z« deren bewährtesten und besten Mitarbeitern der Jubilar in seltener körperlicher Rüstigkeit und ungebeugter Arbeitskraft und »frenbigfeit zählt. Wenn mit dabei erwähnen, daß zwei weitere Angestellte in Kurze auf ihr 56jährige« Jubiläum zurückblicken dürfen, .sechs andere das 25jährige Jubiläum sinter sich haben, während mehrere das 25jährige demnächst feiern können, so darf daraus wohl auf ein selten gutes Einvernehmen zwischen 'Arbeit­geber und Arbeitnehmer in dieser Firma geschlaf­en werben. Möge biefes langjährige Arbeits- Verhältnis vorbildlich auch auf die Heranwachsende

schäft mit den im Ausstand befindlichen Arbeiter« Mfi, solidarisch. Bereits am Montag abend hatten Per- fag'

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der hiesigen Arbeiterschaft und das unglaubliche r P th l.

spräche habe man die sonst so ruhige Marburger gute Arbeiterschaft aufs höchste gereizt, und diese habe (k kräftig

Mtt., 5.

Arbeitgebern im Maler- und Weißbinderberuf

bei ähnlichen Fällen zu gleicher Tat auf. Nachdem Mr., 3.

gestern in brr Versammlung gemachten Mitteilungen

. Frl. 'S

gebers zurückzuführen sein, daß sie nichts nachzahieu

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den 20. August Benefizvorstellung:Der Meineidhauer""

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w AMB1, Abt. 1/ J26 9erlin*JohanBi$thaL

erhallen und vom 1. Oktober ad Anerkennung des Tarifvertrags bei Zahlung ber »ollen Löhne. Auch

nur al» solche, wenn fit von Bühl aus einzeführt sind.

rSenn sie hier gewachsen sind, werden sie als hiesig« ;

betonte, daß an den Marburger Lohnverhältuisscn ein Teil der Arbeiter selbst schuld sei, indem sie

Verhalten des reaktionären Marburger Unter­nehmertums. Durch das Ablehnen der Tchleds-

mermann (Frankfurt) das Wott. In langen Aus­führungen schilderte Redner bie Lohnverhältniffe

nicht gefällt. Tie ausständigen Schreinergehilfen be­gaben sich znm Rathaus und sandten ihre Lettreie« zmn Bürgermeister Mueller, der die Regelung bet

scheinen ber Marburger Arbeiter zeige, bah ihre Geduld am Ende fei. Dem Zusammenhalten bet gesamten Marburger Arbeiterschaft sei es z« danken, daß nochmals verhandelt wurde. Er er­wähnte besonders, daß die gesamte Arbeiterschaft durchaus keinen Eesallen an den fortwährenden Lohnerhöhungen hätte; mit viel größerer Freude würde ste es begrüßen, wenn cindlich einmal mit einem Abbau der Lebensrnittel- und sonstigen Be­darfsartikelpreise ernst gemacht würde, denn jede Lohnerhöhung bedeute eine Verschlechterung bei Lebenshaltung rind bedinge noch lange nicht einen einigermaßen befriedigenden Ausgleich. Bei den heutigen Verhandlungen sei man über die ur-

auSverkauftes HauS bat Künstlern des städt. Sommer» iHeaters ihren Dank für bie geleistete außerordentlich an- j

tob. W torde hin

Demonstrationszug an. Auf dem Marktplatz an- gekommeu, erhielt Herr Ege eine Ansprache, womit die Demonstration ihr Ende erreicht hatte.

* Eine neue Arbeitseinstellung. Wäh- rond die Bauarbeiter, wie wir erfahren, auf Grund der

4,10 Meli Keg« 7,5!

7,20 Mtr

Ro hier !-be toui e-dcrschro , svra (jfitotnin iin tuuri

noch Herr Schleicher (Frankfurt) und Herr Kaifet (Marbach) gesprochen hatten, trat man zu einem

M Wett hichährigt

»nerstag

' R*eetrai

Zweffchen" bezeichnet werden, spricht nicht mit.

LHeattr, Ä»a$trtt, Sersammluiizen «st».

Städt. Gommertheater (Dir. Otto Hcne uing). Heute Mittwoch 7*/i Uhr zum zweiten unb- letzten Male OperettenabendWenn dich die bösen Bnbetkl locken" mit ber Musik von Rudi Gfaller. Freitag,!

2 Mir.

.Frl. Si l Frl M

f Sinti: * Di­nge Au

e TS6 > Besuch cn bis 2. Tci

4,35 dl abgerungen und zwar rückwirkend vom Hewichtwe 1. Juni bis zum Tage der Arbeitsniederlegung am Mr., 3. i 9. August. Die Vereinbarungen können beider- z, g. Böck

Mtt., 3. !

5. E. Böck

Herren G< Herr Moo Wtsßer, § hwmnt, bi !ihres Spoi ttte Siegei friege-Erge heleistete i

Mitglieder ümgsfest.

( Schn Kary, Ar Lind 6,4< 4,65 Met, Lmd 3,48

Wege : tr., 2.

Stnh' 4 ,40 Mi oraiij grlfioße ranzi 5,

'() F

neunter gegenüber den Bauarbeitern, Malern und' Weißbindern und wegen Ablehnung bes Schied^ spruchs des Schlichtungsausschusses und des Demo, bilmachungskommissar^ zu demonstrieren. Cor. genannte Berufe befanden sich bereits ttn Muj.! stand, und eine Einigung mit den Unternehmer» konnte nicht erzielt werden. Aus diesem Grunde erklärte sich die gesamte Marburger Arbeiter,

Qcräiucnppaa

Dsneranon wirken. Dem Jubilar übe

wir hiermit unsere besten Wünsche dar tinb.,U|r ab daß er in körperlicher und geistiger Frische sich no.^ manches Jahr seines Berufes erfreuen möge.

* Protest Versammlung. Gestern nach mittag gegen 3 Uhr versammelte sich di« hiesig Arbeiterschaft aller Berufe in der städtischen Fest».

Halle, um gegen das Verhalten der hiesigen Unter-

hiesig«« Gewerkschaftskartells Herr Henkel et. gangen, öffnete die Versammlung und erteilte Herrn Zim-

gesetzten Löhnen. Das Geweröegericht, bas sich geftera tztr., 6. mit der Sache befaßte, hat eine Entscheibuug noch

1 ?Lzelfi m 3agbwc

wach! .«»»tret üfÄS

Zwetfchen angesehen und kür ste gilt der Preis, oer für Utlt heimische Zwctschen festgesetzt ist. Ob sie alsBühler

zur Selbsthilfe gegriffen durch Brbeitsnieder- fetten z legung. Sie erhebe Protest, und das zahlreiche Er-'

seittg mit 14tägiger Kündigung aufgehoben wer- tzeinstoße den. Unterdessen waren auch die Verbandlungru Mtr., 3.

im Baugewerbe beendet. Herr Hüttmaun (Fcanl- gebtr 5,1 surt), der hier die Verhandlungen geleitet hatte,

SystemMüller I ,^« "1,1111

Scheunenbauten 1 jeder Art

---------- Art*ft«rMB»«r

nicht die Energie besitzen, aufzulreten. Bet dcn-Mtr., 7.-$ heurigen Verhandlungen habe man erreicht, daß g, Kraft die Facharbeiter einen Stunden lohn von 4,50 <4 tonfen: 1 und die Hilfs- und Tiefbauarbeiter einen solchen Kugelfchorl von 4,30 J4 mit Rückwirkung vom 1. Juli 1926 g, Urber

sprüuglichen Forderungen hinausgegangen und Mtr., 5. habe einen Stundenlohn von 4^0 und 4,75 dl ver- Hammer!v laugt. Nach langen Verhandlungen habe man de«

würben. Der Ausstand pflanzte sich dann schnei! tS feiten-

»ort Werkst Site zu Werkstätte fort. «gekaufte

* Born Wochenmarkt. ?Iuf dem Wocheniuarft Kkerung entstanden Mrinnngsverschiedruhnten über hiesige und |t «{jfr ,, auswärtige Zwetschen. Sog. Bühler Zwesschen gelten

Sache in die Hand nehmen solle. Der Ausstand soll, , wie man uns mitteikt, auf die Erklärung eines Arbeit-

von neuem. (Segen 3 Uhr kehtten die »tretet .. s- der Maler und Weißbinder unter Führung ihr«;

Bezirksleiters Henn Zimmermann von den ver, £

Handlungen zurück, und nun nahm die Protest. Mai

Versammlung ihren Anfang. Der - Vorsitzende bes

Jebtt 4,6 dieser Redner betonte die Notwendigkeit des Zu- Mtt., 6. sammenhaltens der Arbeiterschaft und feeberte kt^uSwer

die Arbeit wieder ausgenommeu haben, sind heute früh stl. Dreht die Schreinetgchikfen in den Ausstand getreten. Es jchlagball handelt sich am die Nachzahlung dec Tiffecenz zwischen Bigtoiani den seitherigen und den vom Schlichtmrgsausschilß sefi

vcit tiU. uugu|i JiL'iärui firuuiiy. uwuci p i

Bolksstück von Ludwig Anzengruber. DaS ganze Personak ist beschäftigt. Zweiftlsohne werden alle Theaterfreunde i ^cn b««t< an diesem Abend gerne Gelegenheit nehmen, durch ein: EZ2 '

Handlungen mit dem Bürgermeister der Stadt 'U stattgefunden, um eine Einigung zu erzielen. «estor Gestern nachmittag begannen die Verhaublunge,- Kräftig b