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Ein englisch-französischer Konflikt.

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wb. London, Aug. Lloyd George hat gestern

ein isoliertes Begehen dieser Art nicht zu dem von jedem, <

in einem Brief Int Kamenerv mitgeteilt, er habe von

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Um das Unglück voll zu machen

für feinen aus Syrien äertri ebenen Sohn Frais-

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London, 13. Ang. In offiziellen Kreisen ver­folgt man mit wachsender Besorgnis das Umsichgreifen der Volschewiften-Propaganda in England. Die Kom- muitisren-Propaganbastell« ist außerordentlich rührig und wird von zahlreichen Blätter» unterstützt.Daily Telegraph" spielt bereits den Agenten der Moskauer Rate-Regierung. Der Umstand, daß neuerdings auch die Arbeiterorganisationen eine russisch-freundliche Er- konntilis angenommen haben, läßt auf ein weiteres Ueberhandnebmen der Kommunistenagitaiiou schließen.^

London, 13. Aug. Tie englischen Eisenbahner- führer haben dem englischen Premierminister eine Eut- schließimg geschickt, daß die g e sa m t e britische EiseitbahnerschaftdieArbeitsofortein- stellen würde, sobald das Ministerium einen neuen Krieg mit Polen befürworten würde.

li­tt t

Die Lage im Saargebiet.

- tob. Saarbrücken, 12. Aug. lieber die Streik­lage berichten dir Blätter, daß sie im allgemeinen un­verändert sei. Einige Fälle der Wiederaufnahme der Arbeit im saarländischen Bahnbetriebe seien tagtäg­lich zu verzeichnen. Die Organisation des Verkehrs werde von den Verkehcstruppen in beschränktem Maße aufrecht erhalten. Der Bahnbetrieb bessere sich von Tag zu Tag, 33 Personen aus Saarbrücken und Saar­louis wurden gestern und heitte unter der Beschuldig­ung, an alldeutscher Wühlarbeit teilgenonvnen zu ha­ben, aus dem Saargebiet ausgewiesen.

Heut« nachmittag fand eine «Ätzung staK, in der die RegierMgSkommissipy die GewerkschastSksmiMio.n

verständigen Bürger Englands oder Frankreichs erwünsch­ten Ziele-führen kann.

tob. Amsterdam, Ist. Aug. DerTelegraaf" be­richtet aus London: Die Pariser Meldung betreffend die Anerkennung der Wrangelschen Rczicrnng hat geradezu eine Ueberraschnng, um nicht zu sagen S e n s a t i» n, her- vorgerufen. Der radikaleStar" veröffentlicht einen Artikel unter der Ueberschrist:Frankreich wirft dem FriedeneineitStockztoischendieBein t. Unter dem Hinweis auf die gestern abend veröffentlichte amerikanische Note, die von keinen Verhandlungen mit der Sotojetregierung etwas wissen toitl, erklärt derStar", daß die Bundesgenossen in der russischen Frage in zwei Parteien geteilt seien: Frankreich und Amerika ständen England und Italien gegenüber.

tob. Kopenhagen, 12. Aug. Wie dieNational- iibeiibe" aus Helsingfors meldet, rief das Eintreffen der englischen Flotte in der finnischen Bucht in den leitenden kommunistischen Kreisen Petersburgs Beunruhigung her­vor. Sinowjew erließ einen Aufruf mit der Ueberschrift: Sine neue Gefahr bedroht Petersburg!" In dem Auf­rufe heißt es:Die Jmverialksten der Entente reizen Finnland zu einem Angriff gegen Petersburg auf und gedeliken den Angriff mit der englischen Flotte zu unter­stützen. Wir wollen sehen, ob Englaist» es wagt, seine Drohung zu verwirklichen und ob das weiße Finland es wagen wird, nuS zu überfallen, nachdem wir cS einmal vernichtet haben!" Wir wollen sehen, ob die englische Flotte gegen Petersburg vorgehen tofcbj Wenn sie «S

tigern.

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tut, toerben die Arbeiter und Matrosen aufgesordert wer­den. für die Verteidigung der Stadt zu sorgen."

tob. Paris, 12. Aug. Wie die MocgenbkLiter auS London melden, wurde gestern im Unterhause erklärt, daß die englische Flotte im Schwarzen Meer nicht den Befehl erhalten habe, mit den Streitkräften des Generals Wränge! zusammenzuaicheiten,

Amerika und die Bolschewisten.

wb. Paris. 12. Aug. Havas berichtet aus Washing­ton vom 11. 8., dort werde versichert, daß die amerikanische Regiecung erst das Ergebnis der Verhandlungen in Minsk abwarten will, bevor sie die nötigen Schritte unternimmt, um die in der Note an Italien gegebenen Versprechungen bezüglich eines Eingriffes zur Erhaltung der polnischen Unabhängigkeit zu erfüllen. In diplomatischen Kreisen sehe man in der Tatsache, daß die Note an Italien gerichtet wvrden sei, ein Zeichen dafür, daß die ameri­kanische Regierung Italien vor jeder Anerkennung der Bolschewisten warnen tvill.

Eeneral Wrangels Programm.

tob. Paris, 12. Aug.Oeuvre" meldet: Der diplomatische Vertreter tret Regierung Südrußlands in Paris ist der ehemalige Botschafter in Rom, v. G i c r s.

D<rExrelsior" veröffentlicht Erklärungen über die Absichten der Negierung des Generals Wrangel, die iedenfalls von Giers stammen. Darin wird gesagt, das Hauptziel, das die Negierung Südrußlands verfolge, sei, dem russischen Volke die Möglichkeit zu geben, seinen freien Willen Über die anzunehmendc Regierungsform zu äußern. Die Gleichheit und persönliche Unverletzlich keil.aller rusfi- schen Staatsbürger ohne Unterschied der Abstammung und Religion sollten sichergestellt werden. Der Grund und Boden solle denen als Eigentum übertragen werden, die ihn bebauten. Ferner sollten die Interessen der Ar­beiterklasse und der Handwerker gewahrt werden. Die Regierung Südrußlands werde alle internationalen Ver­pflichtungen ,die die ehemaligen Regierungen Rußlands gegenüber auswärtigen Regierungen übernommen hätten, anerkennen: sie werde auch die Verpflichtung übernehmen, die Schüssen Rußlands zu bezahlen.

tob. Ko «.sta ntinopel. 12. Aug. Reuter: General Wrangel hat die Verbindung mit den Donkosaken berge« stellt und Alexandrowsk und Greschewik nach schwerem Kampf genommen.

sa! Mesopotamien, und England ist geneigt, seine Einwilligung zu geben. Frankreich dagegen wird, wie der Malin" schreibt, Protest gegen diesen gefährlichen Nachbar erheben.

Dee Eindruck in London.

tob. London, 12. Ang. Reuter: Unterhaus: Auf die Anfrage betreffend die Pariser Meldung, daß die französische Negierung beschlsssen habe, Arangels Regie­rung anzuerkennen, sagte Lloyd George, er habe die Meldung mit Ueberraschu ng und Besorgnis gelesen. Eine Mitteilung dieser Art sei ihm nicht zugcgangsn. Er könne kaum anuehmen, daß die Meldung korrekt sei, weil er sicher sei, daß Millcraud ihm die Ab­sichten der französischen Regierung bekannt gegeben haben würde, tvenn etwas Derartiges beabsichtigt gewesen wäre. Ein Vorschlag aut Anerkennung Wran- ,eks sei auf der Konferenz in Hythe nicht gemacht worden. Llsifd George fügte hinzu:W t r beabsichtigen nicht, Wrangel anzuerkennen außer in dem Fall, auf den ich gestern hingetvieken habe."

tob. London, 12. Aug. Im Unterhaus führte Maclean ans: Wenn die Pariser Meldung über die Aner­kennung der Regierung Wrangels tatsächlich den Be­schluß der französischen Negierung to'cdergibt, so ist eine neue Lage entstanden. Maclean sagte sodann: Dann muß Frankreich seinen Weg allein weiter gehen. Er fragte, ob- es die Ansicht der Regierung sei, da« Haus morgen in die Sommerferien gehen zu lassen . Bonar Lato er­widerte: So Ivar es ursprünglich beabsichtigt. Die Regierung hält jedoch jetzt dafür, daß eS besser ist, wenn bas Haus am Montag toirber zusammentritt. Ich hoffe, daß dir Lage bis dahin klarer geworden ist und .das Haus dann in btfc Sommerferien gehen kann.

tob. Amsterdam, 12. Aug. Nach einer Londoner Meldung desTelegraaf" hatte Lloyd George gestern abend eine Alkdienz beim König. Er wird seine Reise nach der Schweiz wahrscheinlich aufgeben.

tob. London, 12. Ang. Reuter: DiePall Mall Gazette" meftet: Dcr König hat seine Reise nach Schott­land angesichts des Ernstes der politischen Lage anfge- schoben.

tob. Paris, 12 Ang. Die Agentur HavaS veröffent­licht folgende Mekoung: Der briti'che Geschäftsträger hat dem Generalfekretariat des Ministeriums dec öffentlichen Arbeiten heute mittag eine Mitteilung seiner Regie­rung überbracht- AuS dcr Unterhaltung, die sich zwischen Werss» und Paleologue entstand, geht hervor, daß die beiden Negierungen im Begriff stehen, die Meinungsver­schiedenheiten. die sich zivischeu ihnen herausgebildet haben, in freundschaftlichem Geist zn prüfen. Sie behinderten übrigens in keiner Weise ihre enge Zusammenarbeit.

tob. London, 12 .Aug. DirMorning Post" ver­nimmt von gut unterrichteter Quelle, daß der frastzösisÄc Botschafter in London gestern nachmittag auf dem Aus­wärtigen Amt eine längere Unterredung mit Lord Curzon halte. Wir das Blatt tontet mitteilt, wird angesichts der neuen politischen Lage eine neue Zusammenkunft zwischen Lloyd George und Millerand als notwendig er­achtet. Sicher ist auf jeden Fall, daß Lloyd George am kommenden Montag im Unterhausr eine neue Erklärung abgeben wird.

London, 12. Aug.Times" schreiben: In die gegenwärtige kritische und drtiakte Lage ist dir fronzösische Meldung betreffend die Anerkennung Wrangels tote ein? Bombe eingeschtazsil. Mit dem französischen diplomati­schen Manöver wird den Deutschen und den Bolschewisten in die Karten gespielt. Unsere französischen Freunde, so sagt das Blatt, toissen, mit welchem Nachdruck wir für ihre Forderungen eingetreten sind, wenn wir der Ansicht waren, daß ihnen von Seiten unserer Landsleute feine Gerechtigkeit widerfuhr. Heute ist es Pflicht, mit gleichem Freimut unb gleichem Ernst darauf hinzuweiscn, daß

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

Moskau die Nachricht erhalten, daß die polnischen Dele­gierten noch nicht in Minsk cingetroffen seien. Lloyd George informierte Kamenew darüber, ihm von polnischer Seite eine Mitteilung zugegangen sei, die be­sage, daß die polnische Regierung bis zum 9. abends, noch keine Antwort von den Sowjets erhalten habe auf das Radiotelegramm vom 5. August, welches den Willen Polens kundgab. in Waffenstillstands- uni Friedens­verhandlungen cinzutreten.

wb. Warschau, 11. Aug. Reuter: Trotzki ist in Byalistok angekommen, too er sein Hauptquartier auf- geschlagen hat. ' i.

die Gewerkschastskommission Über ihre Stellungnahme in der Streitfrage unterrichtete. Die Regierung^1 kommission erklärte, daß sie erst dann mit den Ber- tretern der Beamten verhandeln wolle, wenn diese btt Arbeit restlos wieder ausgenommen hätten. Sie werde an dem Beamtenstatut nichts Silbent, aber c5 mit weitgehenbem Wohlwollen anwenden.

Die Regierungskommission veröffentlicht einen Teil der Dokumente, die am 26. Juli im Besitz des früheres Abgeordneten Ollmert tn Homburg aufgefunden root*' den seien, als Ollmert von einer geheimen Vcrsamm- \ (miß tu Heidelberg nach Saarbrücken zurückgekehrt sei. Die Dokumente enthalten nach der Regiernngsve» i offeniltchung das Programm für die Verwendung der! von der deutschen Regierung angeblich bewilligten 51/* Millionen Mark für den im Saargebiet arbeitende« Ausschuß des Hekmatdienstes. Ter wichtigste Punkt darin sei die Unterstützung der Presse, di« erstens i« der Verbilligung des Papiers für die deulfchen geh: titngei: zum halben Preise, und zweitens in der Mehr«' beliefernng mit Papier, um der Konkurrenz gegenüber i der reich belieferten französischen gewachsen zu fein, j unb drittens in der Organisation eines guten Nach!«, richtenbienstes anS dem unbesetzten Deutschland unb in das unbesetzte Deutschland bestanden habe, im Zu« sammenhang mit der Berliner unb Frankfurter Nach­richtenagentur des Saargebiets (Dr. Kraus, Berlin, Lützoivstr. 75). Dr. Kraus solle eint Nachrichten­agentur in Saarbrücken schassen, die durch bevorzugte Pressegespräche die Nachrichten für die Saarbrückener Zeitungen heranbrächte und sie ebenso für die große beutsche"Presse tiermitletit sollte.

Hebet die Lage am Mittwoch wird Weiler berichtet: Die Differenzen zwischen der Beamtenschaft und der Regiernngskommission bestehen noch immer in großer Schärfe fort. Zweimal täglich sind riesenlange mit drei Lokomotiven bespannte Schnellzüge zn beobachten, die mit französischem Personal über Zweibrücken Hombnrg in höchster Schnelligkeit das Streikgcbiet durchrasen, ohne daß ein Signal ertönt, und ohne daß die Schranken geschlossen werden. Längs bet Bahnkörper unb auf den Landstraßen wimmelt cS von französischen Posten und Panzerautos. Der Nal- verkchr in das Saargebiet ist ebenso rege wie die Auswanderung auS dem Saatgebiet. Der Einfuhr pfälzischer Blätter werden neuerdings Schwierigkeiten gemacht unb verschiedentlich sind auch schon Be- schlagiiahmnugen vorgekommen. Für die Reisenden werden besondere Erlaubnisscheine für die Benutzung der Notzüge ausgestellt, ohne daß Fahrkarten ansge- geben werden. Außerdem besteht vorläufig auch keine Fahrkarten-Konlrslle. Allenthalben werden verschärfte Paßkontrollen vorgenommen und jebermann tut gut, das Saatgebiet bis zur Wiederkehx geordneter Ver­hältnisse zu ineiben. Größere Zwischenfälle haben sich bisher noch nicht ereignet Bis zur Stunde ist Aus­sicht auf baldige Beilegung der Differenzen iwch nicht vorhanden.

Bochum, 13. Aug. Aug. Nach einem Privat­telegramm aus Saarlouis hat sich di« Lag« dort sehr zugespitzt. Fast all« Kommun al beamt« sind entflohen. All« Angehörigen der ehemaligen deut­schen Armee, vom Feldwebel aufwärts, sind int eruiert worden. Tie Lage ist trostlos unb die Stimmung ber Bevölkerung verzweifelt. Wie da­gegen aus Saarbrücken gemeldet wird, veröffentlicht der kümiiiaudiereitde General einen Erlaß, in anbetracht der tadellosen Haltung der Bevölkerung wird der Paß- zwairg aufgehoben und der Straßenverkehr bis nachts 11 Uhr freigegeben, Tie Zeitungen können unter Vor­zensur erscheinen,

wb. Paris, 12. Aüg. Havas meldet auS Saar­brücken, daß in den Wäldern um Saarbrücken herum 60 Eisenbahner festgenommen toutbeiu Sie verweiger-, teil die Arbeit und erklären, nur den von Deutsch­land Legebenen Befehlen zu gehorchen. Seit Mittwoch tagt das Kriegsgericht

Wie derL. A." meldet, ist der wegen Spionage- verdacht- im Auftrage der Saarregierung verhaftete Redakteur Ollmert and Saarbrücken rechtsrheinisch ent- kommtu. »

Trnppcnverstärkungcn in besetzteu Gebiet.

Berlin. 12. Aug . Wie Berliner Blätter höre«,, finden im besetzten Gebiete starke Tnippenzufammcuziehuu- gen statt, so in Mainz unb Köln. Man glaubt, daß dies« Truppen für den Fall bereit gestellt werden, daß vo« Ostpreußen auS Parteigänger der Russen in den Korridor cinzubrcchen versuchten. In diesem Falle sollten die Truppen zur Besetzung des RuhrgebictS dienen.

-* k. V- -

Kleine Nachrichten.

London, 12. Aug.Times" melden aus Teheran: Die Bolschewisten haben nach ihrem Bruch mit Kujschit Khan einen großen Teil bet Stobt Rescht geplündert und uiedergebrannt.

London, 12. Aug. (Reuter.) Die national« Konferenz' der Bergarbeiter Großbritanniens hat 6e» schloffen, unter den Bergarbeitern eine Abstimmung z« veranstalten über bU Frag«, ob mit Rücksicht darauf.

D. _ tck * it th»

Der nfflfrNhüHe Krieg.

Marienwerder, 12. Aug .Tie Russen stehen 50 Kilometer nördlich von Warschau. Die Haltung der russischen Truppen ist durchaus wohl diszipliniert, wenn sich auch unter ihnen plündernde Banden befinden. Die Vorbereitung des konzentrischen Angriffs aus Warschau ist in vollem Gange. Tie Russen erreichten gestern Kal- kszyn, wo sie nur noch 5 Kilom. von dcr Bahn Warschau- Sicdloe entfernt sind.

Wo bleiben die Polen. I-

' r Die überraschende Anarkennung Wrangels Hai plötz M wieder bedeutende Spannung in die politischen Geschehnisse gebracht. Der Zwiespalt bet französischen

' Md englischen Politik ist tiefer-unb ernster geworden, ggau darf deshalb in Deutschland nicht glauben, daß

i sich daraus ein Zerfall der Entente schon ergeben Iritrbe. Millerand wird, wenn er sieht, daß der Wider- paob Englands zu stark toi&, schon wieder einlenfett. Mtpo«tische Folgen dürft« die französische Extra­tour kaum haben. Außerdem glaubt dieFreiheit*' woh! mit Recht, baß die Sowjetregiening mit dem General Wrangel fertig werben wirb, ganz ohne Rück­sicht auf die mehr ober weniger moralische Unter- stützsug seitens der französischen Republik. Gegen Denkschlcknd aber ist bi« Entente noch völlig einig.

El« bekannter französischer Diplomat versuchte benr Kerrespoudenten derT. U." gegenüber da? Vor- ) gegen Millerands zu rechtfertigen, die Sowjetregiening habe einen unerheblichen Teil der rnssischen Nativkk Hütter sich. Nach beit eigenen Aussagen von Fros- foch und Cachin, die in Frankreich das extremste Kemeut verkörpern, zählt die Sowjetpartci nur 630000 Wtgliedcr. Es ist dies ein unbeträchtlicher Prozent­satz bei einer Bevölkerung von 120 Millionen.

Die Empsiublichkeit Lloyd Oieorges sei übertrieben. W sei bedauerlich, daß vielleicht der Eiudnrck erweckt Wird, daß das Einvernehmen dec Entente gestört sei. Stuf diesen Eindruck aber bauen sich alle Hosfiumgen itt Berlin und Moskau.

Tie Nachricht desDaily Telegraph" daß mög- ckicherweise die Moskauer Regicnnrg aus den Akt ber --srntzöfischen Regierung mit der Kriegserklärung ant- Worten werde, werbe in Paris allgemein nicht ernst genommen. Indessen wünscht man in politischen Krei- f jtn eine sofortige Eiiiberusuiig des Parlaments.

r Sie Anerkennung Wrangel» durch Frankreich.

' wb .Paris, 12. Aua. Die Pariser Presse berichtet, ; daß in der gestrigen Sitzung die s r a n z ö s i s ch e Regie­rung beschlossen habe, die Regierung des Generals Wran- tzel in Siidrußi'and anzuerkennen. In London habe diese Meldung eine große Erregung Hervorgernfen. Nach­dem dir französische Regierung bestimmte Nachrichten aus ilSarfchau erhalten habe, sei sie zu der Ansicht gelangt, haß die Polnischs Regierung energifchc Anstrengnrigen machen werde, bereit überzeugendes Symptom bie Ernen- rmng des Generals Weygand zum Oberbefehlshaber sei. Oeshalb habe man geglaubt, nicht das Recht ;u haben, iu sagen, die Sllliicrten gäben Polen den Rat, die Waffen eitler unheilvollen Bedingungen zu strecken. Man habe sich dazu enischlosfen, die Regierung Wrangels in Süd- Nlßlanü anzuerkennen. DerMatin" gibt zu, daß- diese Tatsache zu einer höchst bedauerlichen Meinungs- der schieben heit geführt habe, die einen recht leb- hasten Meinuiigsanstansch zwischen London und Paris

luv Folge haben werde.

lob. London, 12. Ang. (Reuter.) Die Note dcr ^'französischen Regierung an General Wrangel, worin dessen Regierung- anerkannt wird, war von Mille- : taub vorbereitet und vom Kabinett gebilligt. Der ^Berichterstatter des Reuierschen Büro» hat im fran-

Dle Oberhefflsche Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. «ezuqspreis monatlich 4 Mk., durch di« Psft 4.20 Mk. Für ausfallend- Rummern infolge Streik, oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. ^-rl-m o°»E. H «tzeroth. Druck der Üniv.-Buch^ruäerei von 2oh. Aug.Kvky, Markt 21/23. ^ernsprEcher 55.

i ergibt sich zur selben

Schwierigkeit.

^'stfchcn Außenministerium erfahren, daß die Ber- d uu-luiig der englischen Presse, das Personal des Außen- luiu-stcriums habe bie Politik der französischen Re- gicrung durchkreuzt, unbegründet ist.

F lob. Paris, 13. Aug. Di«Liberte" erfahrt: Wlugeftchts der großen Erregung in politischen sran- kzösifthcu Kreisen hätten parlamentarische Persönlich- pkeitcu gestern vormittag erklärt, es sei unerläßlich, bie Kammer unb den Senat unverzüglich einzuberufen.

wb. ,P a r i S, 12. Aug. Havas berichtet: Nach einer s Meldung desDaily Telegraph" aus London ging gestern in Kreisen, die mit den bolschewistischen Delegierten in Rerliudung stchcn, das Gerücht um, die bolschewistische Siiftoort cur die Anerkennung der Regierung des Generals Wränge! durch d-c französische Regierung werd« eilte offene Erklärung des Kriegszustandes zwischen Sowiet- Außland und Frankreich sein. Das genannte Blatt Hebt hervor, daß noch keine Bestätigung dieser Nachricht einge» troffen sei und daß ,'ie dah-r nur unter Vorbehalt anfge« Aommeu werden könne.

P«is ist überrafcht. Zum Eiulenken bereit?

Genf, 13. Aug. Test ersten Eindruck, bett die Anerkennung Wrangels in Paris hervorgerufen hat ist bei einer tiefen aber nicht durchaus freudigen Hebet raschung. So heftig auch die Nationalisten Presse tzkgen England und Lloyd George schaudernde Politik porgegaugen Idar, so erschreckt inan doch jetzt vor der Tatsache des d r o b e v b e n B r u chs mit E u g l a n b. Jedenfalls lassen bie Berichte ber Blätter erkennen, daß : Man schon setzt in Paris den Schritt Millerands für

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Freitag, 13. August (Crtitius.)

Der «Hieigeitprei» beträgt fit bie 8 geh». Zeile 75 Pf«, unb 10 */, «uff»!»«. «mtll»e .. w \ unb auswärtige 1.- Mk., ReNamezelle 3.00 Mk. Jeder Rabatt gilt ate «arrabatt. 33 AWlr|_ ' Bei »u.kunft'durch bie «eschäftsfteae unb Vermittlung ber Ingebote 35 Bfg. Son. ~, iergebibt. Bei Betrögen unter 20 Mk. müssen eit da, Porto für die Rechnung IS78 berechnen. Pastfcheckk-ni«: Rr. 5015 «mt Frankfurt a. Main.