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j schwächt ist, um den englischen Interessen tu ?lsien «ich! mehr hinderlich zu sein, das heißt, vorausgesetzt, daß es England nnnmehr gelingt, mit Rußland ein „gutes Einvernehmen" zu erzielen. Hieraus zielt heut:
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T'widersetz!, weit mehr aber noch auf das ferne Asien . «itb Indien, das durch das Umsichgreifen des Bol-
tu. London, 12. Aug. Selbst die Gegner Lloyd Georges geben zu, baß die Rede den höchsten Erwartung gen entsprochen hat. Auch die „Times" nennt di« ' Rede einen bemerkenswerten Erfolg. Das Blatt hebt hervor, daß sie unter Urn gemäßigten Arbeitervertreter« den giößten Erfolg zu verzeichnen hat, wie unter Lloyd Georges eigenen Parteimitgliedern. Denselben EiRiruck empfangt man anS den Blätter« aller Richtungen, ob«' chon sich unversöhnliche Aeußerungrn darunter befinde««
Paris, 12. Äug . DaS „Journal" zeigt sich über die Rede sehr ungehalten und der „Figaro" bedauert, daß Lloyd George den engen Zusammenhang der russische«! und der deutschen Frage nicht «infehen will Bon den russischen Friedensbttnngungcn hält man namentlich Mt! Klausel, welche die polnischen Eisenbahnen den Russe», zur freien Verfügung stellt und ihnen eine ständige Verbindung mit Deutschland sichert, für gefährlich.
Saint Briee hebt im „Echo de Paris" hervor, daß der englische Ministerpräsident mit seinen Ausführungen soweit gekommen ist, daß er den Räten die Mittel angtbt, um unbestraft zu triumphieren. ,
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Frankreichs Stelluugsnichme gegen die Sowjets.
Paris, 11. Aug. ltzavas.) Me französische Re- gierung hat den französischen Handelsattache in London angewiesen, weder Beziehungen noch Besprechungen mit Kamenew und Krassin, de» Vertretern der Sowjet- regiernng, zu unterhalte«.
Paris, 11. Aug. (Havas.) Die französische Regierung beschloß angesichts der militärischen Erfolge, der festen Stellung der Regierung de? Generals Wrang«! und bet erhaltenen Versicherung bezüglich einer demokratischen Form der Verwaltung als tatsächliche Regierung diejenige von Südrußland anzuerkennen. Ein französischer diplomatischer Vertreter wird nach Sebastopol mit dem Titel eines Hoben Kommissars geschickt werden.
Wb. Paris, 11. Aug. Nach einer Meldung des „Malin" glaubt man in offiziellen französischen Kreisen nicht recht daran, daß die russische Regierung die russische Schuld an Frankreich anerkennen werde. In offiziellen Kreisen Frankreichs ist von einem derartigen Angebot nichts bekannt. Im Gegenteil spricht man von einem Funkspruch, den Tschitscherin au Kamenew gesandt habe, und in dem dieser Kamenew beauftragt hat, keine Abkommen über die russische Schuld zu treffen, ohne vorher von Moskau dazu di« spezielle Erlaubnis erhalten zu haben. '
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, die ganze englische Politik hin.
Der dritte große Verbündete der Enteute, Jjalicu, . hat sich inzwischen ebenfalls fast offen auf dir 'Seile
Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marbmg.
Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberheffen
Rr rMZ-pMHe Srlffl.
Königsberg, 11. Aug. Hebet die Lage auf dein russisch-polnischen Kriegsschauplätze an der Grenze Ostpreußens wird hier berichtet: Mlawa ist endgültig von den Bolschewisten genommen. Die Polen habe«, 'ich auf Soldau zurückgezogen, in dessen Umgebung sie Befestigungen ausheben.
kg. Köln, 12. Aug. Nach einer Meldung de«' holländischen Büros aus Warschau haben gestern Abend, die Russen die Nordsrout zwischen Cjechanow und ■ Wlaclowk durchbrochen. Die russische Kavallerie' 'steht vor Belsh. 1 i
kg. Genf, 12. Aug. Nach einer Meldung au» Warschau ist Malow südlich von Ostrolenka von be«f Russen besetzt worden.
Berlin, 12. Aug. Das Umgehungsmanöver im Norden und Süden gegen Warschau soll, wie den Mor-! genblättern berichtet wird, sich mit überraschender Schnell ligkeit entwickeln. Im Norden sind die Polen bereit? bi? Soldau zurückgegangen. Die Not der Warschauer Be> völkeruuz ist aus ihrem Höhepunkt angelangt, ebenfalls der Wucher. Tie Lebensmittel wurden restlos beschlagnahmt. Die Eiienbahnfahrkarten befinden sich in den Händen von Schiebern, die sich für eine Fahrkatte Warschau-Danzig bis zu 4000 Mark bezahlen lassen. Ostpreußen wird von bolschewistischen Propagandisten überflutet. Die aus Warschau marschierenden roten Truppen sind gegenüber den polnischen Verteidigungskräfte« angeblich in etwa fünffacher Uebermacht.
Kopenhagen, 11. Aug. Auf einem dänische« Dampfer trafen heute au» Danzig gegen 200 polnische Flüchtlinge hier ein, die Polen verlassen haben au» Furcht, daß die vorrückenden Bolschewisten den polnischen Korridor sperren. Sie befinden sich sämtlich in trauriger Verfassung. Ein« Anzahl der Flüchtlinge wird morgen mit dem dänischen AuSwandererdampfee United Staates ihre Steife nach Amerika fortsetzen,
Amsterdam, 11. Aug. Nach einer Warschauer Meldung hat die amerikanische Gesandtschaft alle amv« rikanischen Bürger, die nicht auS dringenden Gründe« zum Bleiben gezwungen find, angewiesen, Warschau heute Nacht zu verlassen. . . v.
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'1 fiter Rußland mit einer säst liebenswürdigen End I^fomidigung des russischen Vorgehens, allerdings be- MHlcitct von dem Fnigerdrohen, daß „wenn die Konferenz von Minsk erfolglos bleibt, den Polen durch die Entente wenn auch keine Truppen, so doch der Rat Und die Erfahrung der Alliierten und ein verschärfter wirtschaftlicher Druck zur Seite ständen." Ein schwa- Hee Trost für Polen! Tiefe etwas zweideutige Haltung Englands, die in krassem Gegensatz zu derjenigen : ^Frankreichs sieht, ergibt sich aus den Interessen deS englischen Weltreiches, die hier keineswegs mehr paral-
$u Japan, rollig isoliert, zu einer unterwürfigen Freundschaft gezwungen. Die Franzosen hingegen »ahmen den Traum eines Europas Ludwigs UV. wieder auf von einem ohnmächtigen und zerrissenen Deutschland, einem gleichsam nicht vorhandenen Rußland und einem treuen, bequemen und abhängigen Polen.' So verband sich bei beiden eine antideutsche, mit einer aniirnssifchen Politik, und wenn für Frankreich das geschichtliche Polen als Mauer zwischen der germanischen und der russischen Welt wesentlich war, so besorgten zugunsten Englands die Koltfchaks, Denikin, PeltjnrS das Geschäft, Rußlaiid in Zerrissenheit zu erhallen, und Turkestan, Persien, die kaukasischen Pkovinzen und sogar die Rordküste des Schwarzen Meeres seinem Einfluß zu entziehen. Während indes die Franzosen, durch Haß und Rachedurst verblödet, ihre Augen nur auf den errungenen Sieg gerechte, hielten, sah England bald ein, daß eine gleichzeitig antideutsche und antirussische Politik schwierig und gefährlich sei, — gefährlich, indem sie zu einem deutsch russischen Block süyren mußte. Es galt daher: auf innerer Svüe zu manöverieren und, der Wirllichr keit Rechnung tragend, sich sowohl Deutschlanv als Rußland zu nähern unb mittelst Zugeständnisse» an beide zu verhindern, daß sie durch Ber-
s aus einer gewissen Erbitterung gegen England und ! Frankreich heraus, die den Hauptvorieil aus dem Weltkriege für sich davon trugen und bei der Beute-
|6enu je bedroht ist. England hat offen gesagt, das sBedürfnis mit Räte-Rußland in besten Eiuvernehmen
Sie Meute, MMd mi Solen.
? In dem jetzigen Ringen zwischen Rußland und ßfoleu ist vielleicht von viel größerer Bedeutung als bisher zutage getreten ist, die llneinigteit der Mente. Frankreich hält mit Polen durch dick und ßü« und nimmt dabei offen eine feindselige Haltung «genüber Rußland ein. Nun ist immerhin interessant, haß das Rußland, wie es heute im Kriege gegen Polen steht, nicht so ohne weiteres als das Sowjet- Mßland, das sogenannte Räte-Rußland, angesehen werden kann. Tie Rote Armee, wie sie jetzt im «ürmifchen Vorwärtsgehen Polen überrennt, setzt sich Merkwürdigerweise zusammen aus dem Gesamt Ruß- Ijexb, das heißt den heutigen revolutionären und den chemaligen zaristischen Elementen. Es mag manch Wahres bartut sein, wenn behauptet wird, daß Lenin, selbst wenn er den besten Willen habe, seine rote Urmee nicht mehr von dem Borwärtsstürmen auf War- gait aufzuhalten vermöge, daß vielmehr dieser Dik- or des heutigen Rußland sich schon zu weit in ter Hand der Führer der roten Armes befindet.
Im Gegensatz zu Frankreich steht England so zu sagen gegen Polen und die letzte Rede Lloyd Georgis ifci Unlerhause bedeutet beinahe eine Verbeugung gegen-
kg. Pari», 12. Aug. General Noullet ist na^. Königsberg abgefahren. Seine Reise steht in Verbindung mit den bisher angekündigten Schritten dq Entente, di« deutschen Truppenversmnmlungen in Og» preußen rückgängig zu machen.
tofc Basel, 12. Aug. Wie polnische Blättel berichten, find nunmehr ungarische Truppenforwatt»- nen in Stärke von insgesamt 15 000 Man« aus dem Wege nach Polen, um unmittelbar gegen bt< roten Truppen zu kämpfen. Der StaatSpräsideal hat dem ungarischen LandeSverweser Horthy ein Daw«^ kestelegramm für die Truppenhilfe übermittelt. Jj
Amerikas Stellung zu Pole«.
Washington, 11. Aug. Das Staatsdepartmnevi hat als Antwort auf eine italienische Anfragedem ml* Nischen Botschafter eine Not« überreicht, in bet H tetW. Das amerikanische Volk wünscht btt rerntormle Jntegrü« und die Unabhängigkeit Polens ausrechtzuerhalten. Dm Bereinigten Staaten sehen in der Anstrengung getoufet; Stecife, den Waffenstillstand herbeiruiührrn, nichts Uaz angebrachtes. Sir wollen sich aber a« der Friedenikonseren, ganz Europa- m dieser Frage nicht 6eki(igex.
Nach Blättermeldungen au- Washington wird sich di- amerikanische Regierung allen Maßnahmen widersetzen, die auf einen offenen Krieg der Alliierten gegen Rutzlaa« hinauslaufen. Man hält e- für möglich, daß der dr^v deut für die Wiederaufnahme der mterallnerten Bwcralx und Gewährung wirtschaftlicher Hllse für Polen nntr^k-n werbe Man glaubt aber nicht an den Erfolg einer folgen Blockade, da die Blockade tatsächlich bereit? seit geraunter Zett in Kraft sei, ohne daß die Haltung der ©ütojetrentd. rung dadurch im mindesten beeinflußt worden sei.-
Lrttland «nb Rußland.
tob. Kopenhagen, 11. Aug. Da» !ettisch-rnss-.schr Flirdensabkommen bestimmt n. a., daß dir von bewm Parteien brabsichügt« Volksabstimmung im Gebiete vs» Trisw« und Dünaburg nicht stattfind« soll, Dagrg«
<ll?A*»1t***»* D«r Anzeigenpreis beträgt für dl« Saesp. Zell« 75 Pfg. «nb 10 •/, »uffchl-g, ««tlich»
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Bedingungen bestehen würden, die die Unabhängigkeit Polens als eine freie Nation nicht garantieren. Der Völkerbund könne nicht gleichgülttg bleiben, wenn eines einer Mitglieder durch eine militärisch aggressive Regierung, wie die der Sowjets, in seiner Existenz bedroht ei. Die Sage sei ernst, und deshalb müsse man jedes Wort abwägen, bas man gebrauche. Es sei unvereinbar mit dem moralischen Rechte, daß irgendeine Macht die Vernichtung einer anderen Macht als Strafe für einen Angriff ihrer Regierung verlange. Man müsse auch Rück- icht nehmen auf Europa. Er habe noch etwas zu sagen zu Gunsten der Bedeutung Polens. Die Unabhängigkeit Polyis und seine Existenz als unabhängige Nation, bildeten einen wesentüchen Teil des Fr-edensgebäudes Europas- und teilte der Nationen, die an der Aufrechterhaltung fceä europäischen Friedens interessiert sind, könne sein Verschwitzen gleichgülttg lassen. Eine neue Austeilung Polens sei nicht nur ein Verbreche», sondern bedeute auch eine Gefahr. Das müsse man als Grundlage der englischen Politik sesthalten. Deshalb habe man auch-in Spaa eingegriffen. Lloyd George sprach sodann von dem dem polnischen Vertreter tu Spaa gegebenen Verbreche» und von den Ereignissen, die zur Aölehuunü der vorgeschlagenen Waffenruhe geführt haben. Das' Ziel der in Hythe festgelegten Politik der Alliierten sei. einen Frieden, gegründet auf der Unabhängigkeit eines ethnographischen Polens, sicherzustellen. Ein anderes Ziel hübe sie nicht. Da? war der einzige Zweck bet pol- nischcn Verhandlungen. Am Montag hätte die Wall enruhe cinfreten sollen und am Mittwoch hatten die Bolen über den Frieden verhandeln wollen. Man trolle doch England wegen dieser Differenz vom Montag zum Mittwoch nicht in den Konflikt verwickeln. Werde in Minsk ein Ergebnis erzielt, dann werde man nicht eingreifen, um irgend ein für Polen annehmbares Abkommen umzuswßen
Amsterdam, 11. Aug. Nach Verlesung der bolschewistischen FriedenSbedingungen (Wir haben die Bedingungen bereits gestern zum Abdruck gebracht. Statt 15 000 Ma:m lese man aber 50000. D. Red.) bemerkte Lloyd George: Sofort »ach Empsang ber Bedingungen habe ich die Note Frankreich und Italien jur Kenntnis gebracht. Wir haben der polnischen Regierung unsere ersten Eindrücke mitgeteilt. Ich halte es aber nicht für angebracht, darüber hinaus weitere Bemerkungen zu machen, da dies bedeuten würde, daß wir der polnischen Regierung die Verhatü>lungen aus der Hand nähmen. Ich bin aber der Meinung, daß eine neue Lage entstanden ist.
f Nach den Erklärungen Llovd Gkorgc? bedauerte Asquith, daß der Völkerbund nichts unternommen habe, um den polnischen Angriff zu verhindern und daß der Oberste Rat nicht intervenierte. Clynes erklärte namens der Arbeiterpartei, diese werde ihre Haftung revidieren, wenn es sich zeigen sollte, daß Polens Unabhängigkeit bedroht werde. Auch die Arbeiterpartei erkenne die Not- toendigkeit der polnischen Unabhängigkeit für den Weltfrieden an. Lloyd Robert Cecil sprach die Befriedigung aus. daß England unter keinen Umständen zu Kriegs- Maßnahmen übergehen werde, falls es fich nicht um die Verteidigung Polens handele.
tob. Amsterdam, 11. Aug. Bevor Stobt) George sich gefiern zum Parlamcm begab, emvfing er zusammen mit Bonar Sato den Arbeit sm nutzer Mac Namars und eine Anzahl Deputationen von Arbeiterführern, darunter auch den Präsidenten des Bergarbeiterbundes, Smillie, den. Leiter ber parlamentarischen Arbeiterpartei, Adamfon, ferner O'Grady, Oberst Woogwood und andere Abord- nungen. Sic machten Llovd George von den vorgestern Abend angenommenen, gegen den Krieg mit Rußland gerichteten Protestentschließungen Mitteilung, worin mit c un"Generalstreik als dem äußersten Mittel gedroht wird. Nach Mitteilungen eines Mitgliedes der Abordnung wurde l-i« Besprechung auf beiden Seiten in freundlicher und offenherziger Weite geführt. Liotzo George ersucht« die Deputationen seine Erklärung im Parlament abzulvarten. Er sagte, der Vertrag von Versailles, durch den die Unabhängigkeit Polens geschaffen wnrde, müsse um jeden Preis aufrechterhalten bleiben.
Inzwischen dauern die Kundgebungen der englischen Arbeiter gegen einen neuen Krieg mit Rußland an. U. a. haben 170000 Zimmerleute und Tischler in Manchester erklärt, daß sie sich weigern würdeiH KriegsmateVal, wie i B. Flugzeuge uiw., herzustellen. Der Dockarbeitcr- bund sandte an Lloyd George einen Protest gegen einen Krieg mit Sowjetrnßland mit der Begründung, daß Polen een Angriff begonnen habe.
London, 11. Aug. (Reuter.) Der AkttonSausschuß der Arbeiter, teer von Lloyd Georges Rede nicht befriedigt ist, hat beschlossen, für Freitag eine nationale Konferenz der Gewerkschaften einzuberufen, um über die von der organisierten Arbeiterschaft zur Bekämpfung eines Gegenkrieges mit Sowjetrußland zu. befolgende Politik, die nötigenfalls auch die Proklamierung des Generalstreiks umfassen wird, zu beraten.
Amsterdam, 11. Aug . Dem „Telegraast^ zufolge sind die englischen Blätter in ihren Artikeln über di« Rede Lloyd Georges optimistisch gestimmt. Alsdann toitb die Hoffnung ausgesprochen, daß eine Einigung zustande kommen möge und ein« endgültige Regelung der europäischen Fragen an einem Konferenztisch, an dem dir Alliietten, Rußland und dir anderen Staaten ihre Plätze haben. 1
tob. Amsterdam, 11. Ang. Die „Times" meldet, daß zwei Mitglieder ber russischen Handelsdelegation in aller Eile nach Moskau abreisten, um im Namen Kamenew- intb Krassin- bei der russischen Regierung darauf zu dringen, daß die englischen Bedingungen in Sachen der polnische» Frag« angenommen werden. Sie begaben sich «i Bytch tinti Zerstörers zunächst nach Kopenhagen.
Gut. - jchcivic-mus tutb das Borrücken der Roten Armee mehr 4Fl (Vlinlorth Tlrtf rtHMt oesoot. das
i lnuq Deutschlands und Annullieriing Rußlands. Als ; beides erreicht schien, sahen die Engländer sich endlich in Indien sicher und Wesr-Mitlelasien in aus
: schließlich englischen Herrschaftsbereich vorwanbeit, d.i-
’en baltische Provinzen, Duodezrepubliken und reaktionäre Generäle mobil erhalten bleiben. Frankreichs »linde wütende Hartttäckigkät verhinderte die Aus- ührung sowohl dcS einen als des anderen Planteiles, rnb die imperialische Narrheit der Polen sorgte für !>en Rest. Die russischen Heere haben in beträchtlichem Umfaug das alte Rußland wiederhergestellt, die Klein- tacten zu Friedensverträgen gezwungen und durch Zerschmetterimg ^Polens die gemeinsame Grenze mit Deutschland wiederhergestellt. Lenin will die unmittelbaren Beziehungen zwischen beiden Ländern wredcr- herstellen, und in Berlin beginnt man zu begreifen. Wir glauben nicht an die Absicht Lenins, den Bol- 'chewismuS nach Deutschland zu bringen. Der russische Sieg über beit Verband, den wir als endgültig betrachten, wird vielmehr die Basis zum europäischen Wiedermifbau bilden, die französischen Pläne der Einkreisung Deutschlands zerstören und Rußland und Deutschland die Möglichkeit gewähren, sich bei der Wiederherstellung ihrer Macht zum Wohle Europas gegenseitig zu unterstütze». Schließlich fei noch einer, ebenfalls aus dem „Tempo" erschaffende» redaktionelle» Stimme gchacht, mit den maßgebende» Kreisen Italiens sich deckend, sich gegen de» Frankreich zu-- geschriebenen Plan richtet, Italien zu bestimmen, seine ostpreußischen Besatzuugstruppen beit Polen zu Hilfe zu senden. ES scheint hiernach, sagt das Blatt, daß ich die früheren Verbündeten Italiens über dieses immer noch einer Täuschung hingebeu. Auf die Tcil- «ahme Italiens au irgendeiner gegen Rußland gerichteten Aktion sei in keiner Weife und unter keinen Umständen zu rechnen. In dieser Politik sei das amtliche Italien mit allen Schichten des italienischen Volkes durchaus einig. Italien schulde diese Politik nicht nur sich selbst, sondern Europa, daß, wofür es Nicht an Zeichen fehle, durch die Schuld Frankreichs und Englands in einen zweiten Weltkrieg gehetzt zu werden drohe, «S schulde sie den Opfern dieser beiden Mächte und der Menschlichkeit.
,, Der Zwiespalt zwischen Frankreich und England in der Frage des Verhältnisses zu Sowjet-Rußland geht schon daraus hervor, daK ausgerechnet jetzt Frankreich jede Verbindung mit den Sowjets ablehnt, während England und Rußland sich geeinigt habe». Ein Moskauer Fimkspmch nennt die englischen Bedingungen. Diese sind:
Beide Parteien enthalten sich aller mittelbaren ttnb unmittelbaren Feindseligkeiten gegeneinander. Die beiderseitigen Kriegs- und Zivitgefangenen werden heimbefördert. Es wir» ein Abkommen auf Grund des privaten zügesügten Schadens abgeschlossen werden, wobei England auf sofortiger Zahlung nicht besteht. England erkennt die von der Sowjeiregierung im Hinblick aus den beiderseitigen Warenaustausch ausgestellten Bedingungen an.
Ter Volkskommissar Tschitscherin hat Kamenew mitgcteilt, daß die Sowjetregierung diese Bedingnnen vorbehaltlos annfmmt.
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tob. London, 11. Aug. Im Unterhaus sagte heute Llovd Georg: in Anwesenheit von Kamenew und Kraf'.in, die in einer Loge den Verhandlungen beiwohnten, er wolle heute eine Erklärung über die ernste Sage in Mitteleuropa abgcben. Er habe versprochen, bevor er sich zu irgend einer Handlung verpflichte, dem Unterhause davon Kenntnis zu geben. Er habe noch die Hoffnung, daß der Friede aufrecht erhalten werden könne. Tie Session werde aber End: der Woche geschlossen und deshalb müßten noch gewisse Maßnahmen getroffen werden, die man unter bestimmten Umständen anwenden werde. Er bedauere, daß die polnisch! Offensive trotz der Warnung Frankreich? lind Englands ausgenommen worden sei. Ei« schwierige Sage würde entstehen, wen« btt Bollchttvistea mrs den
' Rußland- gestellt und zwar der revolutionären Sirö- Vuuig feiner Bevölkerung folgend und nicht zuletzt
; Verteilung Italien stark an die Wand drückten. Um kj die ganze Stimmung Italiens zu kennzeichnen, möchten teil- ein Urteil des „Tempo" anführen, das ein Schlag- | licht aus die Verhältnisse in Italien wirst, das aber auch deshalb interessant ist, weil es die jetzige Welt- ' lege tresjend und mit kräftigen Strichen kennzeichnet.
Prof. Salvutorelli schreibt im „Tempo": Die Ber- bandSpolitik ging von zwei Axiomen aus: Berstümme-
ß leben nicht zuletzt auch wegen der gewaltigen Boden* ätze und reichen Rohstoffquellen des weiten Russen- JRrdje?, zumal der ehemalige gefährliche russische Kon- 'kitrrcut in Asien durch den Weltkrieg hinreichend ge-