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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
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Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen
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Marburg
Nummern intolae Streiks oder /** < *.
Dr L Hi tz.ro t§. - Druck der S0NNaveNd, 7. AllgUft kt 21/23. - Fernsprecher 55. (Lruting.) 1
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Erstes Blatt
Zwischen London und Minsk
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Eine neue Konferenz in Boulogne.
lebenswichtigen Häfen einem DominsöupaAament zu- mischen. - Der ursprüngM)e Plan, die Frieden. ' — - . _ - Z . ... »»ZV 4* til? t n i »»» am tTOn tl
delegairon sofort nach Minsk zu entsenden, ist
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mit Polen über einen Sonderfrieden oet# handeln. Die Sowjetregierung erklärt ferner, datz Krassin und Kamenew Vollmachten hätten, um den Frieden abzuschließen. Die Sowjetregierung weigert sich jedoch, den Vertretern der Rand« staaten Zutritt zu den Friedensverhandlungen zu gestatten. i
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fallen gelassen worden.
Der Standpunkt der Moskauer Regierung.
wb. Paris, 6. Aug. In der Havas-Meldung erklären sich die Doschewisten bereit, die Verhandlungen über einen Waffenstillstand und den Friedensvertrag aufzunehmen, sobald polnische Delegierte in Minsk eingetrofsen sind und sobald sie den Beweis dafür hätten, daß diese Delegation die erforderlichen Vollmachten besitzt, um über den Frieden zu verhandeln. Die Sowjetregierung erklärt sich außerdem bereit, die volle Unabhängigkeit Polens zu garantieren und Polen günstige Eren, ze« ja gewähren, aber di» Sowjetregierung wolle
um Hinblick aus die innerpolitische Wirkung einrö Ein- smarschcS brr Rätetruppen in Deutschland — ohne tm- terc? auch dem unpolitischen deutschen Bürger klar sein.
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Die englische Schlappe in Mesopotamien.
wb. Rotterdam, 6. Aug. Die Nachricht über die schweren Verluste der britischen Streitkräfte in Mesopotamien hat in London großes Aufsehen erregt. Man weist darauf hin, daß der Verlust von 300 Mann beinahe dem dreier Kompanien gleichkommt. Außerdem gingen verloren 262 Pferde und Maultiere, ein Feldgeschütz, 72 Magen, 12 Maschinengewehre und 89 Trans- xortkarren. Den Blättern zufolge ist eine neue Division aus Indien nach Mesopotamien abgesandt worden.
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überlassen. England sei bereit, Opfer zu bringen, aber eine Einigung mit dem irischen Volt werde erst möglich sein, wenn es auf übertriebene Forderungen verzichte.
wb. London, 6. Aug. Das Unterhaus nahm die Vorlage über die Einführung außerordentlicher Gerichtshöfe in Irland mit 289 gegen 71 Stimmen in zweiter Lesung an.
Asquith, der vielfach durch Zurufe unterbrochen wurde, griff die Vorlage scharf an. Die Negierung gebrauche eine Cromwellsche Maßnahme, ohne einen Cromwell zu besitzen.-r.Lloyd George erwiderte den Angriff seines früheren Kollegen mit gleicher Schärfe. Er fragte, wie denn die Lage in Irland gewesen sei, als
SeitlW ne! ile Lege im D’ten.
>■ Die Tinge im Osten beginnen eine Gestalt anzunehmen. bei der Deutschland und die deutschen Interessen unmittelbar in Mitleidenschaft gezogen werden können. Die bstiteregierung will offensichtlich mit Polen aufräumen, um nach erfolgter Bolschewisierung der russischen Räterepublik ein- oder anzugliedern. Deshalb hat sie die Einleitung von Verhandlungen mit Polen hinauSge- |5gtrt, um Zeit zu gewinnen, ihre militärischen Erfolge in einer Weise aus»nbauen, die ihr die politischen Früchte unmittelbar in den Schoss werfen muß. So weit ist es nun. Die Londoner Konferenz, auf der die tzesamlen Ostfragen unter Ausschluß Deutschlands nach bett Erfordernissen der englischen Wellpolitik geregelt werden sollten, ist off-nbar ins Wasser gefallen.
Lj Es bleiben jetzt nur noch zwei Wege: entweder „vor- ständig!" sich Rußland tatsächlich mit den Polen allein ^ber den Friedensschluß oder aber die Westmächte nehmen den Kamps mit militärischen Machtmitteln gegen Rt'.ßlaud chuf. Im ersteren Falle werden jene von der Bc- istimtnung des Schicksals im Osten schlankweg ausgeschaltet. jfFn Erkenntnis dessen 'herrscht in London und Paris j jetzt die allergrößte Aufregung. Frankreich insbesondere sieht seine finanziellen Interessen in einer solchen 5 Entwicklung b^r Dinge auf das schwerste gefährdet, während England seinerseits die nette Lage deshalb mit be
er „Cromwell-Asquith" die Zügel der Regierung geführt habe. Im Jahre 1918 bestand in Irland ein Heer von 150 000 Mann, das verräterische Unterhandlungen mit den Deutschen führte, um im Augenblick der grössten Gefahr England in den Rücken zu fallen. Es sei unmöglich, die Aufsicht über die für England
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Widergutmachung beschlossen. Die deutschen Gegenvorstellungen wurden verworfen. Die militärische Ehrung der Trikolore in Berlin ist unter den gemeldeten Begleiterscheinungen nicht als \ Genugtuung angesehen worden.
Die deutsche Note, die die Regierung abgesandt l harte, um den Flaggenstrsit mit Frankreich durch Anrufung des Dölkerbundschiedsgerichts aus der ! Welt zu schaffen, wird voraussichtlich heute in ' Paris überreicht werden.
Berlin, 6. Aug. Eine Besprechung von Reichswehrossizieren der Berliner Garnison nahm zu der von Frankreich verlangten Maßregelung des Offiziers der Reichswehr Stellung, der die ■ Trnppenabteilung beim Salut der Trikolore vor dein Botschaftsgebäude am Pariser Platz befehligt hatte. In der Besprechung der Reichswehroffiziere wurde das Verhalten des zu Unrecht beschuldigten r Haupmanns als korrekt bezeichnet und ihm die Solidarität der Reichswehr ausgesprochen.
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Dee schweizerische Eeneralsiabschef. Ter Schweizer Bundesrat hat Oberstlcutnam Sonderegger, der Nit einiger Zeit das Amt des Eeneralsiabchrfs vorübergehend verwaltet, endgültig als Chef des Eeneralstabes Sewähst.
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Die unerledigte Flaggenfrage.
Reue Sühneforderung.
Genf, 6. Aug. Der ,Aemps" meldet: In der Berliner Flaggenaffäre hat der französische ,Ministerrat in feinet Donnerstagsitzung die Aufrechterhaltung der Forderung nach Sühn« und
'ja auch alle Hebel in Bewegung, um bei der Neuorb- jnung bet wirtschaftlichen Vezichunge» Rußlands zu den Mächten vor jeder anderen Konkurrenz zuerst aus dem -Platz zu feilt Diese Pläne stehen nun in Gefahr, vereitelt zn werben. Und als „lachenden Dritten" sehen Ibie englischen Politiker Deutschland int Hintergründe stehn Im zweiten Falle, baß die Westmächie Polen ,wit allen Machtmitteln zu Hilfe eilen, was ja eigentlich iihre Pflicht wäre, ist die Lage heute derartig, baß die Erfolge bet Russenheere soiveit gediehen sind, 'haft eine -Hilfe für Polen zu spät käme. Das würbe auch der
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Warschau, 7. Aug. Die polnische Negierung hat an die Bewohnet Warschaus folgenden Aufruf erlassen:
Bürger der Hauptstadt! Der Feind befindet sich nur einige Werst von Warschau. Die Hauptstadt des Polcureiches steht vor einer drohenden Gefahr, wollt ihr vaterlos werden, wollt ihr euch wie Sklaven benehmen? Niemals! Das heldenmütige Lemberg hat zur Verteidigung Tausende von Freiwilligen gestellt, und im Augenblick der Gefahr stand ganz Lemberg unter Waffen. War- schau, das ebenfalls Ruhmesblätter in seiner Geschichte zu verzeichnen hat, muß dem Beispiel Lembergs folgen. Zur Verteidigung der Hauptstadt müssen alle Bürger in Reih und Glied treten. Der Tag ist gekommen. Es gibt keine Wahl, entweder kämpfen bis zum Aeußersten und damit Sieg und Freiheit oder Sklaven. Die Hauptstadt wird sich nicht ergeben! Börger zu den Waffen!
Witos.
Der Stadtrat beschloß, einen Rat zur Verteidigung der Stadt zu bilden, der aus 11 Personen bestehen und die Aufgabe haben soll, die Tätigkeit der Bevölkerung Warschaus zur Verteidigung zu- sammenzusassen.
Berlin, 6. Aug. Wie dem „B. 1.“ aus Königsberg gemeldet wird, sind an der Nordfront die Polen weiter zurückgegangen und halten die ausgebaute Linie Chorzele—Pultusk. Da die bei Wodli» vgrbe^riteieu polnischen Stellungen nordwestlich von Warschau liegen, steht im übrigen fest, daß die Polen Warschau strategisch bereits auf- gegeben haben.
wb. P aris, 6. Aug. liebet die Lage in Polen schreibt der „Temps", man habe den Eindruck, daß in den militärischen Operationen ein, vielleicht nur augenblicklicher, Stillstand eingetreten sei. Di: roten Truppen schienen nach dem ungeheuren Vormarsch der letzten Tage Ruhebedürfnis zu hckben. Ihrer Artillerie scheine es an Munition zu fehlen, und ihre Infanterie besitze ungleichmäßige Bewaffnung. Ihre ausgezeichnete Kavallerie scheine ermüdet zu sein.
Erfolgreiche polnische Gegenstöße.
wb. Kopenhagen, 6. Aug. Nach einem hier eingetroffene» Telegramm meldet der polnische Generalstabsbericht vom 5. Aug.: Die polnische Gegenoffensive entwickelt sich günstig. Bolschewistische Truppen in Galizien, die den Sereth überschritten hatten, wurden wieder auf das andere Ufer zurückgeworfen. Stobt) ist von den Polen zurilckerobert worden. Durch ein neues polnisches Heer, das den Abschnitt zwischen dem Narew und dem Bug besetzt hielt, wurde der Feind bis über die Grenze des Grodnoer Bezirks zurückgeworfen.
M 8kW dirrlltt BtiWiw j» MW. £ ' Die polnischen Bedingungen. :
wb. Warschau, 6. Aug. Der „Kurjer War- zawski" berichtet, daß das Kabinett gestern den ganzen Tag über die dem bolschewistischen Fne- densvorschlag gegenüber einzunehmende Stellung beriet. Die Entsendung einer Friedensdelegation wird von der vorherigen Antwort der Bolschewisten auf die polnischen Bedingungen, die der Sowje^egierung in einer besonderen Note übermittelt werden sollen, abhängig gemacht. Diese Bedingungen sollen wie folgt lauten: 1. Anerkennung der Souveränität des polnischen Staates, 2. Verpflichtung der Sowjetregierung, sich in die inneren Angelegenheiten Polens nicht einzu-
wb. Paris, 6. Aug. Die Pariser Abendpress« verbreitet eine Nachricht der „Morning Post" au» Paris, in wenigen Tagen werde in Boulogne eine neue Konferenz statsinden. Milleraud und Lloyd George würden Über die Lage beraten, über bi« verdächtige Haltung der Sowjetregierung und insbesondere über ihre Beziehungen zu den Deutschen. — Das „Journal des Dubais" schreibt: Die Nachricht, daß eine neue Blockade Rußlands gcplank sei, erhalte für den Augenblick keine Bestätigung. Aber es sei sehr wahrscheinlich, daß etwas Aehn- liches geschehe angesichts der Antwort, die Tschitscherin gestern habe nach London gelangen lassen. Auch dieses Blatt bestätigt, daß eine neue Zusammenkunft in Boulogne zwischen Millerand und Lloyd George im Grundsatz beschlosien sei, daß man jedoch noch nicht wisie, an welchem Tage die Kon« ferenz ftatlfinbe. j
Kerne englischen Truppen nach Polen?
wb. London, 6. Aug. Reuter stellt gegenüber anderslautenden Presienachtichten fest, daß keine Vorbereitungen getroffen worden sind, um Truppen oder Kriegsmaterial nach Polen zu entsenden. Der Rüstungsrat habe sich mit der Frag« der Entsendung von Truppen nach Polen besaßt. Zwei Divisionen, die nach Vlärtermeldungen zur sofortigen Verfügung stehen sollen, könne» stjfc t
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Berlin, 6. Slug. Nach einet Meldung bet „Boss. Zeitg." aus Swinemünde ist ber Streik bet Beamten und Arbeiter der Ueberlandzentrale beendet; nachdem durch die Vermittelung des Demobilmachungskommissars eine Einigung zustande gekommen ist.
tob. Elberfeld, 6.Slug. Seit einigen Tage« macht sich mich in der Industrie des bergischen Landes eine starke Mißstimmung unter den Arbeitern gegen den Steuerabzug bemerkbar. In den letzten Tagen wurden die Arbeiter bei den Werkleitungen verschiedener großer Unternehmungen, unter anderem auch in ber. Farbwerken Beyer, vorstellig, um bie bereits vom Lohn abgezogenen Steuern zn rückzuerhalten. Gestern Nachmittag verlangten bie Angestellten des Warenhauses Tietz in Elberfeld Befreiung vom Steuerabzug und Rückzahlung ber bereits eingehaltenen Gelber. Da eim Einigung zwischen ber Firma und bem Personal nicht ber« be-gefährt werden konnte, wurde das Kaufhaus geschloffen
Essen, 7.Aug. Die Verhandlungen zwischen dem siechenverband und den Bergarbeiterverbändeu übet verschiedene Lohnsragen im Ruhrbergbau, die Ablösung bet Lebensmittelscheine itnb bie Forderung ber Arbeiter Über Tag, bie 10 Prozent Lohnerhöhung für Sonntags- arbeit verlangen, haben bisher zu keinem Ergebnis go- führt and ,i»d vorläufig abgebrochen worden. Am Montag sotten neue Verhandlungen ausgenommen werden.
wb. Chemnitz, 6. Aug. Amtlich wird gemeldet: In bet Stacht zum 6. August gelang es der Landessiche- runaSpolize« auf bet Straße Ebersbach—Zwickau ein Auto mit 13 bewaffneten Insassen anzuhalten und sestzunehmeit. DaS. Sfuto führte große, rote Plakate mit sich, welche di- Ausschrist batten: „Mieder mit der Regierung, Be- wassnung des Proletariats. Slusrusung der Räterepublik!" Die Unterschrift lautete „Der Bollzugsrat".
rtrclität wahrt und die Deutschland von England zugedachte » Rotte des „festländischen Degens" oblehut, muß — auch
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wb. Rotterdam, 6. Aug. Der politische Mitarbeiter des „Manchester Guardian" schreibt über die russisch-polnische Frage: „Die letzte englische Note scheint etwas übereilt abgesandt worden zu sein, ohne daß zuvor die ganze diplomatische Frage ausreichend erwogen wurde. G» scheint einiger Grund für He Hoffnung zu bestehen, daß die Note nicht als Ultimatum angesehen zu werden braucht. Die Tatsache, daß die russische Delegation, die inzwischen ihre Beglaubigungsschreiben aushändigte, mittcilte, daß sie auf Grund der Vollmachten nicht nur zum Verhandeln über den Frieden, sondern auch zur Unterzeichnung des Friedens berechtigt ist, könnt« vielleicht die ganze Lage verändern. Die Namen der Vertreter, lieten Unterschriften den Friedensvertrag bekräftigen würden, sind Kamenew, Krassin, Miljutin und Rothstein." — In der Besprechung der militärischen Lag« bemerkte der Korrespondent, das russisch« Heer könne binnen weniger Tag« im Besitze de» polnischen Korridors sein, so daß der einzige Weg, worauf Munition nach Polen gesandt werden könnte, versperrt sein würde. Es sei außerdem klar, daß Im Kriegsfall« mit Rußland, all« Verbündeten i nne t4 Schwierigkeiten bekommen würden. Demgegenüber stehe bie Tatsache, daß bie Verbünbeten über die furchtbare Waffe ber Blockade verfügten. Beide Parteien hätten nur zu gewinnen, wenn eine gemeinsame Verständigung herbeigesüL«^ werden könnte.
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wb. Amsterdam, 6. Apg. Der politische Korrespondent des „Daily Chronicle" glaubt Grund für die Annahme zu haben, baß mit Ruck- sicht auf bie kritische Lage der englischen Marine- kommanbant Befehl gegeben habe, bie Blockabe von neuem gegen Rußland anzuwenben.
wb. L o n b o n, 6. Aug. (Reuter.) Kamenew teilte der Oeffentlichkeit eine lange Note mit, die er gestern Lloyd George übersandt hat. U. a. teilt Kamenew mit, er habe sich bereit erklärt, die Mitteilung Lloyd Georges, daß die englische Regierung entschlossen fei, im Hinblick auf das Einrücken der Sowjettruppen in das ethnographische Polen di« Blockade zu erneuern, seiner Regierung zn übermitteln. 1
Im Unterhaus erklärte Lloyd George u. a.: Mit Rücksicht auf die Tatsache, daß die Sowjettruppen in da« ethnographische Polen eingerückt seien, würde di« englische Regierung wirksame Schritte ergreifen, um die Hindernisse zu befei»' tigen, die der Durchsendung militärischen Materials aus Danzig nach Polen im Wege standen. , i
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Jnternation. Bergarbeiterkongreß.
tob. Genf, L. Aug. Ter internationale Berg- arbetterfongreij hielt heute seine letzte Sitzung ab. "Ans Vorschlag der englische» Deleaatiou wurde die Errichtung eines internationalen Generalsekretariats beschlossen. Hue lDeutschland) begründete eine Entschließung, die die Verieilung der Kohlen und anderer Rohstoffe auf internationalem Wege regelt, und zwar soll mit dieser Aufgabe das internationale Slrbeitsamt betraut werden, dessen Direktor, Thomas, den Verhaudlungen des Kongresses beigewohut halte. Die internationale Kohlennoi sei nicht nur eine Folge der verringerten Kohlcnsörde- rung, solidem noch viel mehr ein: Schuld der schlechte n Verteilung. Weiter drückte der Kongreß in einer Entschließung seine Ansicht dahin ans, daß zur Erreichung des Zieles ber Smtionalifierung bczw. der Sozialisierung der Bergwerke alle Mittel angehxmbet werden müßten, desgleichen zur Berbessemng des Arbeitseinkommens. Als Endziel bekannte sich der Kongreß zum internationalen Generalstreik, dessenGrtnrd- lagen vor seiner Verkündung durch den internationalen Bergarbeiterausschuß zu prüfen feie». Zur Kricgssrage äußerte ber Kongreß die gleiche Ansicht, wie der internationale Sozialiftenkongreß, nämlich daß die Wiederkehr eines Verbrechens, wie des großen Weltkrieges, ber eine Schmach ber Menschheit barstelle. mit alle» Mitteln zu verhinbern fei, vornehmlich durch den internationalen Streik. Die Slnnahme dieser letzten Entschließung erfolgte einstimmig unter laugaubauemdem Beifall. Die Versammlung erhob sich mit dem Rufe: „Nieder mit dem Krieg!" und stimmte di: Internationale an. : t
Der Anzeigenpreis beträgt für bie Sgefp. Zeile 75 Pfg. uw> 10»/, Auffchla«, «intliche w # und auswärtige 1.— Mk., Reklamezeile 3.00 Mk. Jeder Rabatt gilt at» Barrabatt. 33 Aslfl Bei Auskunft durch die Sefchäftrstelle und Vermittlung der Ingebete 25 Pfg. Sen. *'
dergebühr. — Bei Beträgen unter 20 Mk. mühen wir da» Porto für die Rechnung I67H berechnen — Postfcheckkonta: Nr. 5015 Amt Frankfurt e. Main. *’“•
fonderer Betrübnis betrachten muß, weil die unmittel- baren nglischen Wirtschafts-Interessen eine Slusräunttmg f-—: deS Konflikts mit Rußland erfordern. England setzte
Lall fein, selbst wenn bie Westmächte unter Nichtachtung ;nnb Verletzung der deutschen Neutralität Truppen vom , ; Btelter. nach dem Osten auer durch Deutschland schaffen
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Um den ganzen Ernst dieser Enüvicklungsmöglichkeit ; -zuerfassen, muß man sich vergegenwärtigeir, daß tatsächlich ■tzie Westmächte heute schon im besetzten Gebiet Borbe- , |;Mutigen zu einer derartigen Uebersührung ihrer Truppen nach Polen treffen. Der Reichs Minister des Aeußern fc i -Dr. Simons hat diese Tatsache unter großer Bewegung bi des Hauses dem Reichstage noch in ber Schlußsitzung • • j em Donnerstag initgeteiff. Jetzt also steht es zur Ent- j- ischeidung. ob das Ostproblem mit den Waffen oder auf "dem Wege von Verhandlungen gelöst werden soll. Im 1 L ‘trfterfn Falle, werde» 'ivir einen 11 c ide n großen ’ -Krieg der Westmächte gegen Rußland in Szene gehen '.sehen, ber sehr leicht zu einem zweite» Weltkriege '.teerten könnte, in bem* das wehr- und waffenlose -Den t sch l a ub wieder, wie schon so oft in der Geschichte, ,daS Schlachtfeld oder zum mindeste» die Etappe iffir bie feindliche» .Heere abgebe» würde. Was bad fi beben!et, auch Wenn die deutsche Regierung die Reu-
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