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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (bas früher kurhessische) Oberhessen

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Der ..Köln. Ztg." wird berichtet, daß der Prinz in der letzten Zeit aus Innern Beängstigungen und Wahn­vorstellungen nicht mehr herauskam. So stand er unter dem Einfluß der fixen Idee, man wolle ihm zetne Wohnung in der Villa Liegnitz nehmen.

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wb. Neichenberg (Böhmen), 19. Juli. In Stadt und im Bezirk Reichenberg wurde beute der gekündigte Generalstreik erklärt. Rur die

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bensmittelaelchäfte find geöffnet. Die elektrische Sira- ßenbahn stellte den Verkehr ein. Die Arbeiterschaft stellte verschiedene Forderungen auf, darunter die auf Entsendung von Vertretern verschiedener Minider'en zu Verhandlungen mit der Arbeiterschaft über die Er- nährungsfragen.

Er wurde sofort in das in der Röhe liegende St. Josefs- spital verbracht, wo festgestellt wurde, daß der Schuß die rechte Lunge durchbohrt und das Herz gestreift hatte. Alle Bemühungen, fein Leben zu erhalten, waren erfolglos. Um 1 Uhr in der Nacht zum Donntag erlag der Prinz feiner Verletzung. Prinz Eitel Friedrich war sofort an das Sterbebett seines Bruvers geeilt, obwohl er ursprünglich zu seiner schwer erkrank­ten Mutter nach Schloß Doorn reisen wollte.

Der «uzetgenpreis beträgt ftlr die 8aes». Zeile 76 Pf,, und 10«f, leftolet«ich» . ---

und ou.wartige 1.- ®tt, ÄetlemeieUe 3.00 SRI Zeder Aabott,»t et« Parrabatt.1 .

«et Auskunft durch die »eschältsftelle und vermittlun, der Angebote » Pf,. Sen- 7

»ergebübr. - «ei Beträgen unter 20 Mk. mSsien wir da» Porto für die Rechnung I 181g

berechnen. - Postlcheckkont«: Rr. 5015 Amt Frankfurt «. «atu. j 1*£'

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Polnische Waffenloser in Schlesien.

Berlin, 21. Juli. Nach einer Meldung der Volkszeitung" aus Breslau gelang es der Sicherheits­polizei, mehrere polnische Waffenlager aus­zuheben. Es wurden zahlreiche Gewehre, Maschinen­gewehre sowie Munition beschlagnahmt.

Ein Hilferuf au« beet annektierten Westpreußen.

wb. Königsberg k. Pr., 19. Juli. Mehr als 1500 deutsche Männer, die aus dem Soldauer Gebiet in den letzten Wochen flüchten, sowie Hab und Gut und ihre Angehörigen vcrlas'en müllten, um der rechts­widrigen Einziehung zum polnischen Heeresdienst zu entgehen, richteten an den Oberpräsidenten die drin­gende Bitte, alles daran zu schon, um Soldan und Um­gegend und einen Teil des ehemaligen Kreises Neidcn- burg für Deutschland zu retten. In dem Gesuch heißt eS: Im Kreise Neidenburg stimmten 98,5 Prozent für Deutschland. DaS Soldauer Land ist «och heute nach dem Willen der Bevölkerung treudeutsch und wird eS bleiben. Wir weid«» unS nie de« polnischen

Beratungen des Neichslabinells.

»b. Berlin, 19. Juli. (Amtlich.) Das Reichs- iabinck« usb« nachmittags in Gegenwart des Reichs- ,pt3itbet*n die Berichte des Ministers des Auswllrti- gen, des Reichswirtschaftsministers und Reichsernäh- rungsvri»isZets über die auf die wirtschaftlichen Fragen bezügliche» Beschlüsse der Konferenz von Spaa ent- pgen. An diese Berichte schloß sich eine mehrstündige ergehende Aussprache an.

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Marburg

Dienstag, 20. Juli

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wb. Berkin, 19. Juli. Bon zustätldiqer Seite wird mitgeteilt: Neftor und Deputation der Marburgs Philipps-vuiversitai wurden beim Minister sür Wissen­schaft, Kunst und Volksbildung wegen seiner Aeußerung über die Marburger Studenten vorstellig, die in einem Berliner Wendblatt Dom 7, Juli stand. Nachdem auch von der Studentenschaft mehrfach die Berechtigung der Anschauung des Ministers über die Schuld der beteiligten Marburger Studenten angefochten ist, er­suchte der Minister um die Beschleunigung der schon seit längerer Zeit angeorLneteu Einsendung der Ge- nchtsakten. Die Rolle, die die Marburger Studenten bei den bekannten Ereignissen in Thal spielten, wird aufgrund der Eingabe der Marburger Universitäts­behörde einer erneuten Prüfung im Ministerium unter­liegen. Falls eine nochmalige Prüfung ein verändertes Bild ergeben sollte, wird der Minister selbstverständ­lich bereit sein, diesem Umstande Rechnung zu tragen.

Br. 8mm ildn Spot.

Warum Dr. Simons unterzeichnet«.

19. Juli. Dem Herausgeber deSAckt- Hr-Pheudblattes" sagte Reichsminister Dr. Simons ßber 0|w« auf Befragen u. a.: Ich hätte die Beding- Xnge* nicht angenommen, wenn ich nicht in der Hal- tzlng der Sachverständigen gewisse Schwankungen bemerkt hätte, die meine ursprüngliche Stellungnahme, lnsbesarchr« in der Kohlenfrage, erschütterten. Auch hi« Erklärung Lloyd Georges inbezug auf die Ver- Wimg de, oberfchlesischen Kohl« hat bewirkt, mich j^twew« Herzens zur Unterschrift zu veranlassen. In Genf müssen Verhandlungen zwischen GeschäftS- p,Innern pattfinden, die die gegenseitigen Notwendig- Wste» md Möglichkeiten begreifen und ihnen Rech- tvmß taage«. Vor allem aber begrüße ich es, daß hie Konferenz zu Genf überhaupt besser vorbereitet ; zorrdea kann, als es bezüglich der Konferenz zu Spaa mSgkftß wer, iit die man höchst ungenügend vorbe­reitet gegewgnt ist. Auf die Frage:Kann an wirk­lich« MAerversöhnung in absehbarer Zeit geglaubt Verden »nd halten Sie die Aufnahme Deutschlands

England.

v Die irische Bewegung.

wb. Amsterdam, 19. Juli. Nach einer Lon­doner Meldung wurde in der Nacht zum Sonnabend der Postzug Velfast-Londonderry bei Delaghmore von bundert bewaffneten maskierten Männern angoha'ten. Dabei wurde die amtliche Post geraubt. Die amtlichen Schriftstücke sind dem Vizek-uig übersandt worden, eie tragen den Stempel:Geöffnet und zensiert durch die Frische Republik." Bei Burton Port ereignet« sich ein ähnlicher Vorfall.

Die Kümpfe in Mesopotamien.

wb. Bagdad, 19. Jult. (Reuter.) Die Opera­tionen in Mesopotamien dauern fort. Die Verbindung zwischen Basra und Samara sind mit Hilfe von Pan- zerzügen wiederhergestellt worden, die mit Schiffen und den Truppen zusammen operierten. Im Bezirk Scha- tiga herrscht große Gütung.

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i« den BSIerbund nach ihren in Spaa gewonnenen 1 Einbsfefei» für wahrscheinlich", meinte Dr. Simons:

Der Hast hpennt noch zu tief, und die Wunden sind «och zu stnsch, als daß ich solch« Bölkerversöhnung für absehts,, Zeit als wahrscheinlich ansehen kann, foei ich hafte es für die Pflicht eines jeden Staats­mannes, gkeichviel ob die Chancen groß oder gering sein Wäge», auf dieses Ziel hinzuarbeiten. Der Weg bis zu eine, Aufnahme Deutschlands in den Völker- i bund scheint mir jedenfalls noch reichlich weit zu

eine» bewafsneren Ausstand gibt dasBerk. Tagebl." Einzelheiten au- demLübecker Gencralanz." wieder. Danach führt Genosse Otto Kämpfer aus dem Ruhr­gebiet feit einigen Wochen d:c Leitung der Kampf- organisution, die in jedem Distrikt eine Kompagnie von 90 verläßlichen Parteimitgliedern besitzt, wozu weitere 150 Manu kommen sollen. Ein besonderes Augenmerk wird aus die sofortige Besihzunahme des Hamburger Hafens mit de» Lebensmittel­vorräten gerrchret» wofür der Zuzug auswärtiger Ge- nossen gesichert ist. Tie Kampsorganisation der Ham­burger Kommunistischen Arbeiterpartei wurde von den Unabhängige» übernommen. I» Versammlungen und Plakate» wird ansgcfordert, k e t» e Waffen abzuliefem, auch nicht die während der Kapptaze an dir Unab­hängigen. auZgegcbencu. DasDerl. Tagebl." bemerkt, daß die Unabhängigen de» v»:r ihnen empfohlenen mili­tärische» Abmachungen von Spaa entgegen handeln und den Verbündeten Anlaß zum Einschreiten gegen Deutschland geben.

Leipzig, 20. Juli. Der Leipziger Polizeipräsi­dent weist in einer Bekanntmachung darauf hin, daß von versaffungsfeindliche» Elementen Marsch- und Uebuugsverbäude gebiloet worden sind, die ihre Tätig­keit unter dem Deckmantel des Sportes aussühren. Der Polizeipräsiürnt erinnert an dir Verordnung des Reichspräsidenten vom 30. 5. 20, nach der eine Teil­nahme an solchen Veranstaltungen mit Zuchthaus bis 5 Jahren bestraft werden kann. Es handelt sich um kommunistische Arbeiterin',ppcn.

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Wie die Berliner und Marburger Studentenschaft, so erläßt auch die Studentenvertretung der Technischen Hochschule Charloltenbnrg eine öffentliche Erklärung an den Minister für Wissenschaft, Kunst und Volks­bildung, He -n Harnisch, in der gwn seine Rede­wendungen von demfeigen Meuchelmord der Mar­burger Buben an den 15 Arbeitern von Thal" schärf­ster Einspruch erhaben wird. Solche W»rt: trügen nur dazu bei, die durch gewissenlose P a rt e i p o l i t i k einiger Hetzer hervorgerufene Kluft zwischen Stu­denten und Arbeitern zu vergrößern. Erschwerend falle in? Gewicht, daß der UrteilSipnich erster Instanz auf Freispruch lautete, und daß der Minister als oberster Vorgesetzter der Studenten diese vor unge­rechten Anfeindungen mtb voreiligen Beurteilungen zu schütze» habe. Das Verhalten des Ministers sei um so befremdender, als er selbst im vorigen Jahre die Studenten ausdrücklich zum Eintritt in die Zeit- freiwilligen-Verbände aus gefordert habe. Die deutsche Studentenschaft könne einem Minister, der sie an höherer Stelle vertreten und schützen s»lle, nicht länger Vertrauen entgegenbringen, wenn er sich selbst aus irgendeine Art zum Mitkämpfer des klcfstnverhetzenden Feldzuges gegen die Studentenschaft

Deutsch-Oesterreich.

Protest gegen da, unberechtiate Besetzthalte» österreichische» Gebiete».

. Wien, 19. Juli Die Staatskorrefpondenz veröffenlicht folgende Erklärung: Nach allen Rechts- grundsähen wäre zu erwarten gew-'->, dah Süd > la - wien mit dem Inkrafttreten des S^atsvertroges von St. Eermain die Gebiete, die es im 8 e ( e n f a $ zu den Bestimmungen des Friedensvertrages in Steier­mark noch immer besetzt fit, unverzüglich räumen werde. Südslawien hat sich nun zwar beeilt, betreffs des Abftaller Beckens die formellen Konfeguenzen aus dem Inkrafttreten des Friedensvertrages zu ziehen und dieses rein deutsche, wirtschaftlich ausschließlich zu uns gravitierende Gebiet, dessen Zuweisung, wenn Erwäg­ungen des Rechtes und der Billtakeit trgendwte gelten sollten, unbedingt noch eine Reniäon erfahren mußte, gestern nachmittag militärisch besetzt. Hingegen wet- gert es sich, trotz der Anwesenbeit der unter der Füb- rung des englischen Obersten Kostet in dem Grei-me- fiiete erschienenen internationalen Räumunaskommt'stvn Radkersburg und Svielfeld und alle übrigen nach vem Frieden bei Oesterreich verbleibenden Gebiete fteiin- geben. Die österreichische Staatsregierunq hat gegen das Vorgeben des serbisch-kroatisch-slowenischen Staoies bei der Pariser Botschafterkonferenz telegravkffch schärf­sten Protest erboben und hierbei darauf hinge^iesen. dah sie mit Rücksicht auf die schon bisher nur mst''am in Schranken gehaltene Erbitterung der Grenzbevölkc- rung jede Verantwortung für "ble Folaen des recyts- widrigen Vorgehens Südflawiw» ableh«» müsse.

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Bon leimet führenden wirtschaftspolitischen Persön­lichkeit gehen uns über die Entscheidung in Spaa in bet Kohlenfrage folgende Ausführungen zu:

Am Abend der 15. Juli vollzog sich in Berlin ei» närrisches Schauspiel: Di« Unabhängigen demonstrierte« in Straßenumzügen für btt sofortig« Sozialisierung der Bergbaues. Um die gleiche Stunde mußte in Svaa da- Kohlenabkommen unterzeichnet werden, das keiner Sozialisierung" im Sinne der Unabhängigen mehr Rau« läßt, das vielmehr dieEnteutisierung" der deut« schon Kohlen-Werke in die Wege leitet!

DieKohlenfrage" ist zu Ende, unsere wirtschaftlich:» Leiden aber beginnen fetzt erst. Um die Unterschiede zwischen deutschem Angebot und Entente-Forderunge» zu erkenne», muß man zunächst hervorheben, daß bezüglich der Menge der zu liefernden Kohlen der Vertrag vo» Versailles schlechthin 40 Millionen Tonnen für das Jahr, also etwa 3l/s Millionen Tonnen monatlich fordert. Als die Verhandlungen in Spaa über diesen Punkt be­gannen, starcken die Dinge so: Entrnteforderung 21/« Millionen Tonne» monatlich, deutscher Angebot 1 Mil­lion Tonnen monatlich. Die Herabsetzung der Liefe» rnngsziffer um nicht weniger als 1 Million Tonne» geenüber den Versailler Bestimmungen läßt schon erkennen, daß sich die Entente überzeuge« mußte, daß die Auflage» des Versailler Dokumentes Unmöglichkeiten, Un­erfüllbarkeiten und direkte Ungeheuerlichkeiten enthalte». Trojcdem war die Differenz zwischen deutschem Angebot und Ententeforderung noch kehr erheblich. Trotz aller­größter Bedenken hat sich schließlich die deutsche Dele­gation zur Unterzeichnung einer Forderung von 2 Millio­nen Tonnen Kohlen monatlich bereiterklärt. Gegenüber dem heutigen Stande werben «vir vom 1. August monatlich 800 000 Tonnen Kohlen mehr an die Verbündeten z» liefern haben, als seither. Die Entente wirk» uns auf da? Wiedergutmachungskonto den Inlandspreis für deutsch« Kohle anrcchnen. Sie wird für Kohlen von gewisser Qualität eine Goldprämie von 5 Mark, also 50 Papier­mark, in bar bezahlen. Für diele Summe werden wir Lebensmittel beziehen, und weiter wird bis zur Höhr drtz AnIfnbrpreises der sich ergebende Betrag vorgeschosscn. Diese letzteren Vorschüsse haben das Peinliche, daß sie nicht über daS Wiedergutmachungskonto gehen, sondern daß sie wieder in bar dcntfcherfei'ts zurückbezahlt werde» muffen.

Die größten Schwierigkeiten, um die sich tagelang die betvcgtestcn Auseinandersetzungen drehten, betrafen einmal die Frage der Belieferung Deutschlands mit oberschlesifch« Kohle und zum zweiten die Forderung auf deutscher An­erkennung des Rechts zur Besetzung des Ruhr-Gebiets,

Was die obcrschlesische Angelegenheit betrifft, so hatte die denische Delegation vorgeschlagen, daß Deutschland von der oberfchlesischen Kohl« künftig monatlich eine Meng« von mindestens 1,5 Millionen Tonnen erhalte, llebcr Obcrschlefien und sein« Kohle haben tmr seit Verfailletz ja keine uumirielbnre Verfügungsgewalt mehr. Bisher erhielten wir mvuatlich 1,2 Millionen Tonnen Kohle. Für das deutsche Zugeständnis bezüglich der Liefern ag der künftigen Äohlenmenge galt es einen Ausgleich zu schaffen. Die Verbündeten hatten die deutsche Forderung ui 'tssggend dahin beantwortet, daß alsbald ein Abkom- tn?n über die Verteilung ttzer oberfchlesischen Kohl« durch eine Kommission getroffen werden soll, in der auch Deutschland vertreten sein werde. Damit konnten wir natürlich garnicht? anfangen. Um diesen Punkt wurde 'e gelämpst. Wir wollten unbedingt eine bestimmter« und womöglich bindende Zusicher-ung haben. Llolch George erklärte auf das Drängen der deutschen Delega­tion ausdrücklich, daß die Verbündeten grundsätzlich di« deutsche Anschauung teilten, und daß sie für die Kommis­sion Anweisung geben wollten, für die notwendigen Er­leichterungen zu sorgen. Auch damit konnte man sich noch nicht zufrieden geben. Den Deutschen wurde auf ihr Verlangen ein mit der Unterschrift des Generalsekretär- bestätigter authentischer Auszug aus dem Sitzungspro- tokott mit den Ausführungen Llond Georges übergeben, wodurch die Festlegung der Tetegattonsmitglieder erfolgt toar. Aber man muß es aussprechen, daß ein« klare Ent­scheidung in dieser Frage lewer nicht getroffen ist. Erst di- Umsetzung dieser Aüsfassung in die Wirklichkeit wird ans über den Wert der Erklärungen belehrem

Der krittsche Punft bei dieser Kohlen- wie bei der Entwaffnnngsfrage war aber di« Einmarschdrob- ung. Nicht erst nach Ablauf der 6 Monate, für die das Kohlenabkomnien geschlossen ist, sondern schon am 15. November 1920 soll militärische Gewalt zur Erzielung! der Ausführung des Kohlenabkommens augewendct wer­den. wen» an diesem Tage für die 3 Monate, August, Sep­tember, Oktober, nicht die zngesagten 6 Millionen Tonnen Kohlen bis auf das letzte Pfund geliefert sind. Es War fetbüverstöndlich. daß deutscherseits diese Drohung auf keinen Fall anerkannt werden tonnte. Es hat stunden­langer, dramatischer Verhandlungen bedurft, um bie Verbündete» zu bestimmen, aus die Unterzeichnung bicse- Teileö des Protokolls durch die Deutschen zu verzichten. Bei dem Geiste, der aber immer noch auf der Gcgenseit» herrscht, muß man sehr ernstlich im Zweifel fein, ob praktisch etwqs erreicht ist. Die Verbündeten werde», wenn es darauf »nkommt, erktär-n, daß sie für Maß­nahmen, die sie für richtig Holle», der Zustimmung de- Deutschen garnicht bedürscn. Man dars sich keiner Täu­schung darüber hingeben, daß die Eiumarschdrohung eint» Tages wahrgemacht wird auch ohne deutscheAn- erk-nn»ng" oder formelle Zustimmung.

Aber noch einen anderen nichl minder fchweren Stachel lassen diese Kohlenberatungen von Spaa im deutsche» Volke zurück. Nach der Anlage zu dem Kohlenabkomme» wird in Berlin eise ständige ruie^allnerte Lohlruk»»»

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Neue verfassungswidrige Bestrebungen.

Berlin, 19. Juli, lieber die Hamburger mciudcorganisation der linksradikalen Parteien

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ITieDlerWIW Zelwn," erscheint sechsmal «öcheattich. - SewgweU *e»etn<6 4 «k.. durch die Poft 4.20 Wf. - Für ausfallende Avmmern infolge LtreN, «der elementarer Lreignisse fei* Ersatz. Verlag eon Dr.E. Hitzerota. Druck der Unio.-Vuchdruckeret >1« Loh. «ug.Koch. Markt 21/2$. Feruiorecher 5».

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Vr»d»o een den Polen geräumt. Tarnopol eufgegebe».

Abnigsberg, 19. Juli. Nach einer Meldung 5« KeperrhagenerBerlingoke Tidende" haben vte Voken Lke Festung Erodno in der Nacht auf Sonn- Üend g c 18 u m t

Rotterdam, 19. Juli.Times" meldet: Der pelnifche HesreMericht vom Sonntag gibt den Ber- . «ist von Tarnopol zu. An der Straße nach Lem- : berg stehen die Polen in schwerem Kampf mit der 12. russischen Armee.

Di« Antwort aus den Wassenstillstandsvorschlag.

V mb. Loudon, 18. Juli.Daily Telegraph" glaubt I» dah England die Antwort Sowjetrutzlands «s den englischen Vorschlag für einen rusftschpolnischen Stieben erhalten habe. In dieser Antwort, die ziemlich Umfangreich sei, soll gesagt sein, daß Rußland keiner Ration das Recht einraume, zwischen der Sowjetregie- tung und Polen zu intervenieren. Die Sowjetregie- totg werde aber einen Waffenstillstandsvertrag mit Dolen einaehe», roenn Polen ihn verlange, denn Ruhlosd wolle den Frieden.

wb. London, 18. Juli. Wie betDaily Tele- ans Kopenhagen meldet, ist ein britisches Tor- Atdobost i» Reval eingetroffen, das die Mitglieder der MWchry Delegation, bestehend aus Krassin, Kohen und Äetgsn, nach England bringen soll. Informationen guter Quelle zufolge soll die russische Regieruug in detschfedenen Staatsbanken ungesäbr 25 Millionen Rubel m Sold hinterlegt haben. Diese Summe soll Bezahkuag bet Waren bestimmt sein, die Grotzvri- 'Mmien Rußland liefern wirb.

varrnatsch d«, Rätetrappe» in Armenien.

Db. Paris, 19. Juli. Nach einet Havasmelbung !" Teh««in vom 18. Juli hat die 11. bolschewistische flte» den Befehl erhalte», de» Vormarsch zu beginnen.

hat schon die Provinz Karabagh besetzt rind setzte, ^chdem st« Gherusü besetzt hat, bett Vormarsch aus «Ngunzur fort. Ihr offenkundiges Ziel ist, V e r - iwbung mit den nationalistischen Streitkräften Dustasa Kemal Paichas zu suchen.

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Aus den Abstimmungsgebieten.

Hindenburg, nicht Zabrze.

Breslau, 19. Juli. Den Abendblättern zufolge fhfa der Kreistag deS Kreises Hindenburg das Er- ^chtn der Kreiskontrolleure der intcral!iie-ven Kom- ^ffion auf Unlbeunung in Zabrze ab. Ter Sreis* M und dre Kreis,insschuß icilten 'diesen Beschluß ° ^neralrelhMrfchall v. Hindenburg mit uuo gaben " Freud«Stüber A.nsdnnck. oan der Geueralseidmar- > btt großen Lebensgefahr glücklich eatgargen sei.

Zum Tod des Prinzen Joachim.

Berlin. 19. Juli. Nach betB. Z." hinterließ der verstorbene Prinz Joachim feine Briese oder andere Aufzeichnunaen, woraus man auf seine Beweg­gründe zum Selbstmord schlietzen könnte. Man ver­mutet seelisck»rn Zusammenbruch. Es war in den letzten Tagen von der Umgebung des Prinzen wahrgenommen worden, daß sein Eemiirszustanb sich wesentlich ver­schlechterte. Der Prinz zeigte sich sehr erregt und war selbst dem Zureden seine? Bruders, des Prlnzen Eitel Friedrich, nicht zugängig.

Weiter wird über den Vorfall berichtet: Am Frei­tag kam der Prinz gegen .'12% Uhr nach Hanfe und be­gab sich alsbald in feine- Zimmer. Dm SonnaSen» er­hielt er den Besuch eines Verwandten. Die Dtencr- schaft suchte den Prinzen und man sand ih» endlich aus eine" Schußwunde in der Brust blutend und schwer röchelnd auf bf-u Boden feine» Sckfaftlmmers kiegend.