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Amlliches VerkündigungsblM des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (das früher kurhessische) OLerhessen

Kk.M

Die Okerhes^sche Beituxfl" erschei«t sechsmal «öcheatllch. Bezugspreis monatlich 4 Mr durch die Post 4.20 Ml. flrttr ausfallende Nummern infolae Streiks oder ehmeilettr 6telOn!|i« t«l« Ersatz - Ser iw von St §t|eret5. - Druck bet Uwi»1«Sii*biu<etei von 5»6. «»g.Koch, Markt 21'23. Fernsprecher 55.

Marburg

Dienstag, 13. Juli

l-eeert.)

Der r»-eisenprei« betrögt ffir die Sgesp. Zeile 75 Pf», und 10*/, Lufschleg. ««tllche und ««»»artige 1. Mk., KeHamejetle 3.00 Mk. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Bei Aurkunst durch die Eeschüftastelle und Vermittlung der Anaebate 25 Pfg. San- dergebühr. Bei Betrögen unter 20 Mk. müssen wir da» Port» kür die Rechnung berechnen. Postscherkkonta: Skr. 6015 Amt Frankfurt «. Main.

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richspl^ Mfamwen 104 859. Flic Deutschland stimmten 92, intie-feifl t'flr Olnfen *7 fi Oirnreni

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. 18=98 deutsch, 4919 polnisch: Kreis Marienwerder

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^rszenk, für Polen 7,6 Prozent.

L y5. Berlin, 12. Juli. Vorläufige Einzelergcb- Me der Abstimmung in Westpreusten: Kreis PiriknSurg 17 437 deutsch, 183 polnisch; Kreis Stuhm

die fast völlig verschwindende polnische Min- hechcii anfweisen, toittbcn bei der Bekanntgabe ju­belnd begrüßt. Mehrfach wird berichtet, daß noch in der Nacht Umzüge mit Fackeln stattsanden. Freudcn- ,feuer loderten zum Himmel empor, und die Kirchen- Flocken begrüßten den Tieg der deutschen Einheit und SeMs'enheit. Kein Mißton störte die allgemcinc ßroudr, von der alle deutschen Volkskreise ohne Unter­schied bti Standes und des Berufe» ergriffen waren. Die öffentlichen Gebäude haben Flaggenschmuck an-

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475» Ihr. hohe B»; läftsjleO» cktung.

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gr6t6* wurden in Westpreußen sür Deutschland »8882 Stimmen, sür Polen 7977 Stimmen abgegeben, " ------ "2,4

M deM« IHMbi.

- tob. Berlin, 12. Juli. Nach dem amtlichen

ggs}5 deutsch, 1506 polnisch; Kreis Rosenberg 33 684 deutsch, 1074 polnisch. In Ostpreußen: Allen- vein-Stodt 16 742 deutsch, 312 polnisch; Allcnsiein-

30441 deutsch, 4123 polnisch; Kreis Osterode <6138 deutsch, 1030 polnisch; Kreis Neidenburg 22 196 brutsch, 320 polnisch; Kreis Ortelsburg 43 999 deutsch, »49 polnisch; Kreis Johaunisbnrg 33 62/ deutsch, 14 i Mgisth; Kreis' Seusburg 31061 deutsch, 25 polnisch; : Preis Rchiet^WZ27 deutsch, 757 polnisch; Kreis Lotzen 89025 deutsch, 9 polnisch; Kreis Lyck 35374 deutsch, 67 polnisch; Kreis Oeletzko 28 619 deutsch, 2 polnisch.

wd. Königsberg, 13. Juli. Die aus den Ab- Rimmungsgebieten cinlauseudcn Berichte bekunden, daß pn glänzende Sieg des Deutschtums über lt große Vegeisterung hervorgerusen hat. Die einzelnen Er- tzebiüsse, die ein überwältigendes Ucbergewicht über

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Der WeichSkanzler sandte an den Oberprästdenien von Ostpreußen ein herzliches Danktelcgramm. die preußische 8taatsrcgiekn»g ein solches an die Staatskommissare in Allenstetn und Marienwerder.

kg. Königsberg, 12. Juli. Der Italienische Kommandant in Attenstcin beglückwünschte den Bürger­meister ,u dem ruhigen und würdevollen Verlauf der gestrigen Abstimmung. Zahlreiche Angehörige der ita­lienischen Besatzungstruppen nahmen an den deutschen Kundges-mgen teil. Das Polen-Komitee hat in den et» |ktt Morgenstunden das Abstimmungsgebiet verlaf-

rstelle.

Ta- glänzende Abstimmungsergebnis (in vielen Orica wurde keine e i n z i g e polnische Stimme ab-

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repariert

Eli) stkllt das vernichtendste Urteil über die Be- lurgen des Versailler Vertrages dar, die eine tbjiimmuug in 0-ebicten vorsahen, deren Be- dilkrrmrg sich zu 92 und fast 98 Prozent zu Deutsch­

land bekennen.

Hofstr. 11

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Dir Bemäntelung der Niederlage.

wb. Paris, 12. Juli. DerTemps" bekuerkt zu der Volksabstimmung in Allenstein-Marienwerder: Das p»lnisll)e Pressebüro erklärt, die Polen Hütten sich der Tdsriminuug enthalten. Das Ergebnis wird erst ht August bclanntgegebeii, da Einwände gegen die Aolksabstimmnng bis Ende Juli geltend gemacht wer-

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Rach Monaten!

A-n 20. April hatten die ostpreuhischen Abgeordneten

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ttttr Führung des Abg. D a l l m e r eine dringende Seine Anfrage wegen Sperrung des polnischen Kvrrl- . das, bi» damals auf 14 Tage ausgesprochen war, an 4 i Negierung gerichtet. In der Sitzung am 6. Juli iEe Mele Ansrage endlich beantwortet werden. Der <68. Dallmer lehnte es aber ab, diese Antwort jetzt noch Empfang zu nehmen, da die Regierung zwei und Einen halben Monat Zeit gebraucht hatte, um Eine Antwort zu finden in Fragen, die das Lebensinter- G und den Lebensnerv Ostpreußens treffen.

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Aus bem besetzten Gebiet.

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Berkin, 11. Juli. Der geschästssührende Ans­tich des Reichsverbandes deutscher Presse betöffent« W einen Protest gegen Mißhandlung der deutschen Zresfe in den besetzten Gebieten, insbesondere in der R-lz.

kd. Karlsruhe, 11. Juli. Nach Meldungen Els der Rheiripsalz sind in der Pfalz am Freitag und «Nnstag 2300 Mann neue Truppen eingenickt. Kaiserslautern und Pirmasens erhielten ie 500 Manu 11(116 Belegschaften.

Ve«j«igiing der Saarländer, die sogenannte Verftän- .-nng-partei, abgearbeneu Stimmen sind verschwind.-nd Mt\W,

in6. Saarbrücken, 12. Juli. Nach den bis setzt Erliegenden Ergebnissen stellt sich die Stadiverordncten- als ein Sieg der B ür g c r l i ch e n dar. Auf MtfniHrifen s/s der abgegebenen Stimmen, während ans -10 Uhr, \ Sozia» sien nur Vs entfallen. Die für die Wirtschaft-

Endgültige Entscheidung in der Kohlenfrage heute.

Die mnWbmn Wimen.

Wb. Spaa, 13. Juli. Gestern nachmittag V«4 Uhr traten die Chefs der auf der Konferenz vertretenen Re­gierungen zu einer Sonderbesprechung zusammen, an der deutscherseits Reichskmizler Fehrenbach uni> Reichsminister Dr. Simons teilnahmen. Zunächst wurde erneut die Kohlenfrage erörtert. Die verbün­deten Regierungen teilten mit, daß sie nach ein­gehenden Beratungen zu dem Beschluß gekommen seien, daß es grundsätzlich bei der im Friedcnsvertrag vor­gesehenen Festsetzung der deutschen Koh'enbcl'eieruna bleiben müsse, daß aber die von der Wieder- gutmachnngskommission auf nwnatlich 2/s Millionen Tonnen festgesetzte Kohlenmenge angesichts der deut­scherseits dagegen erhobenen Bedenken für die nächsten 6 Monate v ersu chsweise ans.2 Mllionen Tonnen herabgesetzt werden solle.

Reichsminister Dr. Sian o ns erklärte darauf nach Rücksprache mit den deutschen Sachverständigen, daß der deutschen Regierung anch ein Versprechen monat­lich 2 Millionen Tonnen Kohlen zu liefern, un­möglich sei. Zur Zeit könnten nur 11,1 Millionen Tonnen monatlich geliefert werden. Es sei aber eher zu befürchten, daß die Erzeugung zurückgchen würde, da die Belegschaft wegen mangelhafter Ernäh­rung immer unwilliger werde, Uebcrschichten za fahren. Könne man die Lebensmittelversorgung bessern, so werde sich die Erzeugung innerhalb weniger Wockfen so heben lassen, daß den Verbündeten etwa 300 000 Tonnen int Monat mehr zugesagt werden könnten. Wne weitere Hebung um 300 000 bis 400000 Tonnen Ivürde durch die Ansiedelung neuer Bergarbeiter mög­lich sein, aber erst im Laufe einer größeren Zahl von Monaten bis zu einem Jahre, sodaß die Liefe­rung auf 1,71,8 Millionen Tonnen monatlich erhöhk würde. Sofern ein Abkommen aus dieser Grundlage nicht möglich fein sollte, zöge die deutsche Regierung -vor, die Festsetzung der zu liefernden Mengen der MrdergntmachungSkommission zu überlassen, die dann die Verantwortung für die Folgen und die Sorge für die Durchführung ihrer Beschlüsse zu tülgen habe.

Die verbündeten Regierungsvertreter erklärten nach längerer Sonderbesprechung, daß es bei dem mitgeteil- ten Beschluß sein Bewenden haben müsse, fafeni nicht die deutschen Vertreter ihre Beschlüsse nochmals in Erwägung ziehen wollten, was besonders Lloyd George dringend empfahki

Reichsminister Dr. Simons vcrspraeh, nach noch­maliger Befragung der deutschen Sachverständigen, morgen die endgültige Antwort zu geben.

Dann wurde in die Besprechung der allgemeinen Wiedergut in achuugsfragen eiugetreten. Die verbündeten Regierungen machten den Vorschlag, zur Prüfung des ganzen Komplexes der von Deutschland gemachten Vorschläge eine gemischte Kommission einzusetzen, die ans den zuständigen Ministern der verbiludeteu Staaten, ferner aus den Botschaftern Frankreichs und Großbritanniens in Berlin und den Mitgliedern der Wiedergiltmachungskommission als Einzelprnsonen bestehen solle. Tie deutschen Dele­gierten stimmten diesem Vorschläge zu und überreichten im Anschluß daran ein Expose des Reichsernährungs- nüuisteriums, in dem vorgefchlagcn wird, auch für die Ernährungsfragen einen besonderen Ausschuß einzu­setzen. Die Sitzung wurde gegen 6 Uhr geschlossen und feine neue Sitzung der Regierungschefs auf heute nachmittag 1/J5 Uhr angesehz. Die gemischte Kom- iitüssion tritt heute vormittag 11 Uhr zum ersten Male zusammen.

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Die deutschen Arbeiter gegen die Kontrolle der Kohlen­förderung.

f(f. Berlin, 13. Juli. In der Sonnabendsitzung der Eewerkschaften wurde einmütig gegen die beabfich- ttgte Kontrolle bet deutschen Kohlenförderung Stellung genommen, für den Fall eines dahingehenden Spaaer Abkommens werde der aktive Wider st and der deut­schen Arbeiterschaft und der Generalstreik der Bergarbeiter als unmittelbare Folge gefordert.

Die Red« von Hugo Stimres.

wb. Spaa, 13. Juli. (Amtlich.) Die von einer Nachrichtenagentur verbreitete Meldung, daß der Reichskanzler oder Reichsminister Dr. Simons an den Generalsekretär der Konferenz oder em anderes Mit­glied der Konferenz ein Schreiben gerichtet habe, in dem er sich wegen der Rede des Herrn Stinnes in der Sitzung vom Samstag Morgen entschuldigt hätte, ist unrichtig. Es hat nur Reichsminister Dr. Simons ge­legentlich eines Gesprächs mit dem Generalsekretär der Konferenz auf dessen Frage wiederholt, was er schon vor der Rede des Herrn Stinnes in der Konferenz er klärt hatte, nämlich, daß diese Rede nicht mit ihm ver­abredet sei und daß er deshalb für ihre Form keine formelle Berantworttmg trage. ..

Wb. Spaa, 12. Juli. Der Sonderberichterstatter von Havas betont, daß die Deutschen mit der Rede des Herrn Stinnes, der sich übrigens als dec geschick­teste aller bisher in Spaa gesprochenen Deutschen erwiesen habe, gerade das Gegenteil von dem erreicht hätten, was sie beabsichtigten.

In We MdemImtmiM.

Die dcutt.be Regierung hat in Spaa einen ausführ­lichen Plan für die von Deutschland aus Grund des Frie­densvertrages zu leistenden sachlichen L e i st u n g c r: vorgrlegt. Es wird dann zunächst betont, daß der Wie- ! ergutmachungsausschüß bi? von Deutschland zur Wieder­herstellung der vom Krieg- betroffenen Gebietsteile der Verbündeten zu liefernde!, Wiedergutmachungsmateria- lleu. noch nicht festgesetzt hat. Um eine möglichst be­schleunigte und rrioungslofe Durchführung der Liefe­rns gen sicherzustrllen, wird ein genauer Plan vorgelegt. Dann heißt cs:

Dcittfchland schafft eine umfassende Orgauisätiou der gesamten Industrie einschließlich des Handwerks für bi? Durchführung der Lieferungen. Die Organisation ist zwei­facher Art: Soweit die Bestellungen speziell Material vetreffen, daS hauptsächlich von der Großindustrie hergestcllt wird, erfolgt die Vergebung durch die Fachver- bä,ld- der Industrie. Soweit es sich um Massenartikel sogenannte Kaialogware, haichclt, an deren Herstellung auch Handel und Kleingewerbe beteiligt ist, wer­den die Lieferungen durch eine Ausgleichsstelle an die ein­zelnen Länder des Reiches verteilt. Die Sauber vergeben die Lieferungen durch besondere Auftragsämter an In­dustrie und Handwerk. Tie Sachlieferungen sind zum Weltmarktpreise zu beschaffen. Alle Organisationen sind aufgebaut auf der Grundlage paritätischer Arbeitsge­meinschaft von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Sicherheitsmaßnahmen sind gegen Mißbräuche auSzu- arbeiteu.

Die deutsche Regierung siebt deu Zweck der iepsgcu Verhaicklungen darin, daß versucht werden soll, zu einer vereinbarten endgültigen Regelung ihrer gesam­ten stkeparatiouspflicht zu gelangen. Die Regierung weist darauf bin, daß nach ihren Berechnungen die bis zum 1. Mai 1920 zu zahlenden 20 Milliarden Goldmark nicht nur schon jetzt geleistet, sondern daß bereits ein er­heblich höherer Betrag gezahlt ist. Erne Regelung ffir die deutsche Zukunft, die die deutsche Regierung als erfüllt aneifeniteu soll, kann nur nach der wirtschaftlichen nnd finanziellen LeistungSfäbigkeit Deutschlands bemesse» werden. Hierbei ist besonders die Notwendigkeit z:r berücksichtigen, den deutschen Etat zu balanzieren. Für 5as Maß der deutschen Leistungsfähigkeit verweist die deutsche Regierung auf die überreichte Denkschrift. Sie geht davon ans, daß msbesondere keine weitere Schmäle­rung der Grrindlage der schon stark geschwächten deutschen Boltowirtschaft ci«tritt und die entbehrlichen weltwirt­schaftlichen Hilfsquellen wieder gewonnen werden. Na- mcritlich muß Deutschland die notwendigen Lebensmittel, Futtermittel, Düngemittel und sonstigen Rohstoffe zu ange- mcs-cnerr Zahlungsvcdiuguugen einführen können. Wird die deutsche Leistungsfähigkeit zu Grunde gelegt, so ergibt sich folaeudes: a) Die Entfchädiguugspflicht ist in An­nuitäten auszudrücken. Tie Mindesthöhe der Annuität in üstzustelken. b) Die Pflicht zur Zahlung von Annm- k ftcir wird auf die im Vertrag von Versailles bestimmte Frist von 30 Jabren begrenzt, c) Die Mnrdestannuität ist derart zu btmejfen, wie eS auf Grund der deutschen wirtschaftlichen und finanziellen Leistungsfähigkeit irgend- möglich ist. Sie umfaßt daher alle Verpflichtungen Deutsch­lands zu Sach- und Geldleistungen nach beut Beitrag von Versailles, also insbesondere auch die Verpflichtung zur Erstattung der Kosten der Okkuva- t i o n s a r m e e. d) Die Aunuitäteu werde» zum Teil durch die Sachleistungen, die auf Grund des Vertrages von Versailles tu bewirken find, gedeckt. Diese Sachleistun­gen fiiü? grundsätzlich zum Weltmarktpreis anzurechnen. Zu einer bestimmten andere» Zeit sollen die Annuftaten in bar bezahlt werden. Sixueit Deutschland Sachleistungen machen wird, die die durch Sachleistungen zu deckenden Annuitäten überschreiten, fiitb sie in bar zum Welt­marktpreis zu bezahlen, e) Da die wirtschaftliche Ent­wickelung der nächsten 30 Jahre jetzt nicht zu überblicken ist, soll eine Beteiligung der alliierten Regicningen an einer wesentlichen Besserung der Finanz- und Wirt­schaftslage Deutschlands vorgesehen werden, f) ES ist eine Höchstsumme zu bestimme», nach deren Ab­tragung Deutschland von jeder weitergehenden Entschädi­gung frei sein wird.

Der Wiederaufbau der zerstörten Gebiete.

Deutsch« Avregunge« und BorfchlSge.

wb. Spaa, 12. Juli. Anregungen für Ine Durch­führung de« Wiederaufbaues der zerstörten Gebiete:

a) Die Wiederherstellung der im Kriege zerstörten Gebiete bildet ein gemeinschaftliches Interesse der Völ­ker, da die Gefahr besteht, daß die Gefühl« de» Hasses und der Schrei nach Rache nicht verschwinden, solange sie nicht durchgeführt ist. Die deutsche Regierung hat deshalb, obwohl nach dem Frtedensvertrag ein« Ver­pflichtung zur unmittelbaren Beteiligung Deutschlands am Wiederaufbau nicht besteht, alsbald nach Lnter- jeichnusg be» <Jriebe®H?ertta®t ihre Bereitschaft erklärt.

sich an den Aufbauarbeiten zu beteiligen. Sie empfiehlt im gemeinsamen Interesse dringend, der Frage erneut nSherzutreten.

b) Die deutsche Regierung gibt daher die Anregung, den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete durch ein gro­ße» internationale» Siedlungsunternehme« vornehmen zu lassen. Der Plan ist folgendermaßen ge­dacht: 1. Es wird ein Internationale« Syndikat von Un­ternehmern gebildet, In dem allen Staaten die Be­teiligung offengehalten wird. 2. Da« Syndikats erhält die Aufgabe, Im einzelnen mit den unmittelbar be« Iciligten Regierungen die Ausräumung der zerstönen Gebiete durchzuführen, die industriellen, lanbroirtfMt- lichen und Verkchrsanlagen wieberhcrzustellen und neue Heimstätten für die bisherigen Bewohner dieser Gebiete ober anderer Siedler, die aus sonstigen Gebieten ber betiligten Länder sich dorthin wenden, zu schassen. 3. Das Syndikat zieht Unternehmer und Arbeiter au« bett verbündeten und neutralen Ländern sowie au» Deutsch­land Arbeiten heran. 4. Das Siedlungsunier-

nehmcii^t nach geschäftlichen, nicht nach bürefra« lichen Grundsätzen zu leiten und so zu führen, daß uue ihm fein übermäßiger Gewinn erzielt werde. 5. Alle Organisationen sind auszubauen auf bet Erundlaqc pari,' tätlicher Arbettsgcmeluschaft von Iltbeilgebetn und Ar­beitnehmern. Ein grundsätzliches Einverständnl, mit diesem Pla» wurde durch eine Besprechung Über bl« praktische Durchführung ober Zuziehung von Vertretern der Regierungen der Staaten, dl« sich an bem Syndikat beteiligen wollen, ferner von Vertretern der Bevält»- rung der zerstörten Gebiete sowie von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu veranlassen sein.

Sos $»loM Aek hie meMlen Mtzmen.

wb. Spaa, 12. Juli. (Amtlich.) Bon sranzisi^ scher Seite wird verbreftet, daß Deutschland durch bb am 9. 7. erfolgte Unterzeichnung der Protokolls übe« die Entwaffnung sich der von den alliierten MLHte» angedrohten Besetzung weiterer deutscher GebietSteilkd insbesondere des Ruhrgebiets, ausdrücklich unter« toorfen habe. Die deutsch« Delegation erklärt dies» Auffassung für völlig unbegründet und den Tat^ fachen widersprechend. Die deutscherseits am Schlüsse des Protokolls abgegebene Erklärung besagt lüiiglich, daß die deutsche Regierung von der Ent­scheidung der alliirten Mächte Kennt«!» nimmt, und daß sie die Bestimmungen, soweit sie Deutsch« land betreffen, d. h. iM positiv« Leistungen auferlege«, ehrlich «rfüll«n werd«. Außerdem erklärte der Reicht« niinister Dr. SimonS vor Unterzeichnung de» Proto« Solls in einer Sitzung der Konferenz ausdrücklich, daß dir deutsche Delegation ch« Zustimmung zu bei angedrohteu Besetzung weiteren deutschen GebietA nicht geben könnte, worauf der britische Premie« Minister Lloyd George erwiderte, daß eine derartig« zustintmende Erklärung der deutschen Delegierten weder erforderlich sei noch auch von chuen erwartet werde, weil sich ihre Zustimmung lediglich auf die Deutsch« land auferlegten Verpflichtungen zu beziehen brauche. Der Präsident der Konferenz Delacroix bestätigte dies« Auffassung ausdrücklich. Wenn in dein vsstztosen Be­richt über die Sitzung vom 9. 7. 1920 weiter gesag» Ivvrden ist, der britische Premierminister hab« bt* merkt, daß Deutschland bereit» im Protokoll vom 10. 1. 1920 seine Zustimmung zur Besetzung de» deutsch« Gebietes gegeben und der deutsche Reichskanzler dieser Auffassung zugestimmt habe, so ist hierzu folgende» festzustelleu: Der Reichskanzler hat sich mit dieser letzteren Bancrkung Lloyd George» tu keiner Weise einverstanden erklärt, soudern hat viümchr genau den gleichen Standpunkt wie der Reichsminister Dr. Simon« vertreten. Der Schlußpassus be» Protokoll» vom 10. L 1920 gab den Alliierten nut da» Recht, bi» zum Eintritt des Friesenszustande» wegen bestimmtbezeich­neter Wafsenstillstandsverlchungen militärisch einzu« schreiten. Diese Einschränkung, welche den Passu» völlig bedeutungslos macht«, da da Frieden»« zustand unmittelbar nach der Zeichnung be» Proto« kollS durch die Ratifikation eintrat, ist in dem vorher­gehenden Notenwechsel namen» bet Alliierten von TlS gehenden Notenwechsel namen» der AllÄnen von TlL« menceau schriftlich anerkannt word-en. Die Alliier« ten können sich also auf diese» Protokoll nicht be­rufen.

Entsprechende halbamtliche Ausführungen werden ln derDeutschen Allg. Ztg." gemacht. Am Schluss« wird festgrstellt: Seitdem der Friedensvertrag In Kraft getreten ist, können sich die Verbündeten nicht mehl auf diese Schlußklausel (vom Januar) berufen, sondern mit noch auf den Friedensvertrag. Da FriedeuK- vrrtrag selbst aber sicht die Möglichkeit da Besetzung weiteren GckietS al» Saukttou für Vertragsverletzungen »richt vor. Sollten also die Verbündete« gemäK ihrer Ankündigung spät« wieda einmal gur weit««