; « DoHshochschu!« Marburg. Man Mreibl uns: In der vorigen Woche wurde die erste Arlefungsreihe der hiesigen Volkshochschule zu Mgde geführt. Der Versuch, auch in Marburg eine L^ribildungsanftalt für weiters Kreise der'werk- Moen Bevölkerung beiderlei Geschlechts zu schaf- ^n/ist damit bis zu einem gewissen Grade geglückt.
dankenswerter Weise hatten sich Lehrkräfte der ^rschicdensten hiesigen Ilnterrichtsanstalten für die Abhaltung von Vortrügen zur Verfügung gestellt. An ihren Darbietungen haben im ganzen nahezu 200 Personen mit anerkennenswertem Eifer regel- ^Stzjg teilgenommen. Di« Zahl der Hörer wäre wahrscheinlich noch bedeutend größer gewesen, wenn ,icht einige künftig fortfallende Umstünde einer parieren Beteiligung im Wege gestanden Hütten. <^5 Kuratorium der Anstalt hat deshalb in feiner ätzten Sitzung auch beschließen können, das Unternehmen auf verbreiteter Grundlage fortzuführen. Ass Wunsch beteiligter Kreise hat man sich aber barauf geeinigt, die nächsten Vorlesungsreihen erst im Oktober ds. Is. beginnen zu lasten. Für diese haben die hiesigen Gewerkschaften eine weit stärkere Beteiligung ihrer Mitglieder in Aussicht gestellt. Auch andere Kreise bekunden für sie «in immer lebhafter werdendes Interest«. Es liegen bereits verschiedene Anmeldungen nueer Dozenten für allerlei Anregung bietende Wissensgebrete vor. Weiteren xereiterklärungen sieht das Kuratorium gern ent»
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gegen. Etwaige Wünsche der Hörerschaft können berücksichtigt werden, wenn sie früh genug geäußert werden. Hier sei schon mitgeteilt, daß besondere Luchführungskurse eingerichtet werden sollen. Die finanzielle Seite des Unternehmens ist gesichert, zumal die Stadt Marburg, die die Trägerin ist, für wroorhergesehene Fälle aus den lleberschüsten der städtischen Sparkaste einen Reservefonds von 3000 Mark zur Verfügung gestellt hat. Als ehrenamtlichen technischen Leiter hat das Kuratorium der Lolkshochfchule Herrn Rektor Hentze bestellt, der gern an jedem Schultage von ll%r-12% Uhr in der Südschule auf alle einschlägigen Fragen Auskunft erteilt. Ihm wird Herr stud. ter. pol. Scheller Hilfe leisten.
TechnischeNothilfe. Am 2. d.Mts. fatib tot He f! zum Ritter eine Monaisversammlung der Lrchni scheu Nolhilfe Ortsgruppe Marburg patt, dir leider auch wieder nicht so besucht war, wie man es wohl hätte erwarten können. Nach einleitenden Worten des Ortsgruppenführers, Direktor L a u t e m a n n, ergriff zunächst der zufällig anwesende Landesbezirkslciicr der Technischen Nothilfe Dipl. Ing. Grundel auS Cassel das Wort, um für den Gedanken der Techu.
tue deutschen LuSlandsstudenten und Damen, tie sich bald heimisch in der hessischen Bauernstube, fanden und sich nicht lange bitten ließen, unS interessante Einblicke in ihre Erlebnisse zu gewähren und durch Vorführung verschiedener Notionaitänze und Lieder, Gebräuche und Sitten in Rumänien, Rußland, Ungarn anschaulich zn skizzieren. Mit herzerfrischendem Humor, trefflichen Randbemerkungen und neckffchen Einfällen berfantb Frau Frohwcin das Ganze als Ellermutter köstlich- zu würzen, wohltuende Heiterkeit und Laune zu verbreiten und unter hingebender Mitwirkung eines Stabes avetitlich schmucker Bauernmädchen und Burschen alte Herzen zu erwärmen für die, die «8 anging. Dank auch gebührt Frau v.Blaucken- see für den formvollendeten Vortrag eine« von einer schwedischen Grässn verfaßten Gedichtes, da- edelmütiges Verständnis für unser« deutsche Eigenart wiederspiegelt. fine Genugtuung starker Erkenntnis gibt und «ns Grüße nordischer Freunde verm'ttelt Ein Schlußgedicht „An Marburg von Frau Johanna Hambsch (auS dem Gedichtband der in Altendorf a. 2. lebende« Verfasserin „Bon den singenden Brunnen deS Lebens", Verlag von B. Olpv in Calw) vorgetragen von Herrn stud. F r o h - wein, beschloß den wohlgelungenen Abend, der unS noch lange in angenehmster Erinnerung stehen wird und unS den hiesigen AuSlandSoeutschen, denen wir gerne brüderlich die Hand reichen, näher gebracht hat.
* Schulferien. Mir tonn morgigen Tage beginnen die großen Ferien. Der Unterricht beginnt wieder am Dienstag, den 3. August.
* Erledigte Schulstelle«, die zumeist auf* tragSweise verwaltet werden, stud au» dem neusten Amtsblatt ersichtlich. Im Reg.-Bez. Cassel sind eS 15 evang. und 1 kath. Lehrer und im Reg.-Bez Wiesbaden 1 evang Lehrer. »
* LaudarbeiterauSstände. In Ergänzung unserer gestrigen Meldung auS Kirchhain wird uns mitgeteilt, daß in folgenden Orten die Landarbeiter in den Ausstand getreten sind: Schönstadt. Reddehausen, Bernsdorf, Bürgel«, Betziesdorf, Großseelheim, Riederwald, Schönbach.
* Eine weitere Zugvergünstigung zum Bauernsest. Wie wir weiter erfahren, wird der um 10 Uhr 20 Minuten abends hier abfahrcnde. Zug am nächsten Sonntag wegen der Festteilnebmer aus der Schwäl- mer Gegend bis Treysa weitergeführt. Tie Ankunft dort erfolgt um 11 Uhr 31 Minute«.
Theater, Konzerte, Berfammfungen afw.
* Arbeitgeber-Berband für Käufmän- nische Angestellte. In Anbetracht der Aenderung des Gesetzes betr. den Steuerabzug bei Auszahlung des Gehaltes ist bte für heute abend 8 Uhr bei Lederer, Reit- gasse, angesetzte Versammlung des Arbeitgeber-Verbandes für Kaufm. Angestellte von besonderer Wichtigkeit. Arbeitgeber aus anderen Berufen sind als Geiste willkommen.
*„E anßergewehnliche S p i n n st uw w e". Von vielen Seiten ist die Wiederholung des lustigen Spieles gctvünscht worden. Die volkstümliche Handlung, die „Hcssespäß" der Frau Dr. Frohwein, die Tänze
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Rothilfe besonders unter der Studentenschaft zu werben.
und Gesänge der Auslanddeulschen sind die Veranlasfunfi
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Mit . was schloß
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Danach erstattete Frl. v. Loßberg aus Cassel das Hauptrescrat des Aberlds übet „Die Frau als Rot- Helferin." Mit überzeugender Eindringlichkeit wies sie daraus hin, daß der Frau im heutigeil Deutschland neben »neuen Rechten auch neue Pflichten ec> vmhfen feien. Auch sie müsse ihr eigenes Jntresse hem der Allgemeinheit unterordnen und im Falle dringender Not zum Wohle des Ganzen wirken. Auch der Frau steht in der Techu. Nothitse ein weites Feld der Betätigung offen fei eS in den Krankenhäusern, ix Küchen und Büros, ober auch bei Landarbeiterstreik-, wo sie für die Hausfrau und Haustochter «iuspriugen und so geübte Kräfte für die Feldarbeit sreimachen Wunen, wenn sie es nicht vorzieht, selbst einmal auf dem Felde zu schaffen und zu wirken. Im Schlußwort sprach dann Direktor Lautemann die Hoffnung aus, daß dieser Ruf an die Marburger Frauen, der Techu .Nothilfe zur Verfügung stellen werden, damit diese immer fähiger werbe, ihren Zweck A» erfüllen, nämlich dem Wohle deS Ganzen zu diene:!. Neue Beitrittserklärungen werde» jederzeit bei der Ortsgnrppe Marburg der Techu. Nochikse, Pilgrim- stein 36, entgegengenommen.
* Schöffen gerecht. Ein junger Mann, der bei einer hiesigen Firma ein Paket mit Tapeten gestohlen hatte, dieses dann auf den Bahnhof zur Aufbewahrung gab und spät abends durch eine Dame «bholen ließ, wurde zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt. — Ein Händler von hier, der ein Sparkassenbuch mit 600 Mark barem Geld gesunden hatte, halte dies nicht «ckgegeben, sondern war damit nach Frankfurt gefahren und verschaffte sich auf daS Buch, bas auf den Samen eines hiesigen Geschäftsmannes stmtete, weitere 600 Mark. Der Angeklagte gab an, bas Buch ohne die 600 Mark am Dammweg gefunden
dazu gewesen. Das Stück wird deshalb an diesem Freitag, den 9.Juli, abends 8Uhr im Philippshaus noch einmal aufgrsührt werden und zwar zu niedrigen,einheitlichen Preisen. Frau Tr. Frobwein wird noch eine Reihe „lustiger Stückelchen" extra zürn besten geben.
* Städt. Sommertheater (Dir. Otto Hen- mng). Nochmals sei auf die Aufführung von „N a ch t - a s 6 l", Szenen aus der Tiefe von Maxim Gorki, am Freftag, 9. Juli hingewiesen . I« dieser Vorstellung ist das gesamte Personal beschäftigt. Die Spielleitung Hai Herr Dir. Henning. — Sonntag, den 11. Juli findet anläßlich bei Trachtenfestes als 7. Abonnementsvorstel- lnng, 2. Serie, eine Ausführung des beliebten Bolksstüä S mit Gesang „Mein Leopow" von Adolf L.Arronge, Mi^ik tum R. Bial statt. Der Anfang dieser Vorstellung ist bereits um 7 Uhr. Gleichzeitig fei hier bereits mitge- tellt, daß am Mittwoch, 14. Juli, nachm. 4 Uhr eine einmalige Kitchervorstellung bei ermäßigten Preisen stalt- finfcet. Gegegeben wird das Märchen „Frau Holle" »on A. Mendel-Marburg, mit der Musik von Heinrich Spangenberg. Ter Kartenverkauf für die Märchenvorstellung beginnt am SamStag.
• Konzert des Berliner Domchores. Den Freunde« des a cspells-Gefanges dürfte die Nachricht willkommen fein, daß die Bereinigung von Mil- gliedern des Berliner Domchores am Donnerstag, den 15. Juli in der Lutherischen Pfarrkirche ein Konzert veranstalten wird. Ein Quartett von seltener Ausgeglichenheit der Stimmen, höchster Reinheit der Intonation, überraschender Deutlichkeit der Aussprache, feinster Nüancierungskunst, so singen die Herren ffi. Funk, <5. Wohlstein, O. Srau und I. König, die schon in der ehemals aus 8 Mitgliedern bestehenden Konzert-Vereinigung des einst König!. Hof- und Domchores eine führende Rolle spielten und heute zu den geschätztesten Vertretern von Solopartien in Vokalkonzerten gehören. Der Kartenverkauf in der Neufeldtschen Musikalienhandlung, Bahnhofstraße und Barfützerstraße, hat begonnen.
H:m« etter» eßiich liebe»
o.m war, Herrn civer- wor- „ge- : Der bitrn, Dfieue mblik t »e* wird geoer muß
Turm«, Spiel tritt Sperl.
Nachtrag »nm BezirkSfest. In der Jugendklasse 03/04 ist nachträglich fest gestellt, daß Riehl vom T. Sp L. 1860 mit 230 Punkten 1 Sieger im Dreikampf vor Gg. Schneider (B. f. B.) mit 222 Punkten ist. R. L.
Deursch-Akademischrs Olympia in Hannover Marburg rüstet für Hannover. Um einen Ueberbltck über die Leistungsfähigkeit unserer akademsschen Jugend zu bekommen, veranstaftet der Akao. Ausschuß für Leibesübungen Sonntag, 11. d. MtS., auf dem Uni».« Spielplätze Wettkämpfe, die gewissermaßen eint Bor- cha« für die Veranstaltung in der Leinestadt darstelleu ollen. Erfreulich ist das Interesse unserer Studierenden, daS sich am besten in den zahlreichen Meldungen kund- gibt. Tie Sorporarionen entsenden ihre Besten auf das Hirseseld. Lauf-, Wurf- und Sprungwettbewerbe ind gut besetzt und deuten auf harte Kämpfe. Neben den bekannten Größen gehen viele bisher weniger genannte
:: Mainzlar, 6. Juli. Gestern abend erschoß sich ein 20jähriger Dienstknecht aui Londorf in der Hof- reite seines Dienstherr«.
(— )3 iegenhain, 6. Juli. Gestern und heute fand hier die in weitem Umkreise bekannte Salatsirmes statt, zu der schon lange vorher umfassende Vorbereitungen getroffen wurden. Das Wetter war be#t Unternehmen im allgemeinen günstig. Der mit Geschick zu- auirnrugestellte Feflzug versinnbildlichte außer „Ziegenhain" und der „Salatsirmes" vor allem das „Schwälmer Leben und Treiben bei verschiedenen Anlässen".
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» erhalten, ivar der Hauptzweck des am DienStag in den vtadtsälen veranstalteten Volkstümlichen Abends, »n des.
schönem Gelingen sich in liebenswürdiger wie käme ^dschastlicher Weis« studierende deutsch« Herren und *amen des Auslandes und aus Marburg znsammenge- Sioiitn hatten. Nach einem einleitenden Vorwort von dran Joh. Hambsch, das in eine« Lobgesang auf
Musenstadt Marburg auSklang, erwarben sich mir ”t. recht beachtenswerten Wiedergabe von Beethovens ^rio E-moll. OpuSl, di« Herren Bogt tSioline), dtöhlich (Cello) und Hartmann (Klavier) wohl- *™';ente Anerkennung und Beifall. Schätzenewerte bia« Fähigkeiten offenbarte Herr Hartmann mtt einer gemein sorgsam kultivierten, »arten Anschlagstechnik. ^ geradezu bestrickender musikalischer Sprache »nd ^vhllaut war z.B. das Menutt. Die »vohldurchdachtc (^dezente Auslegung seines Parts gab auch den beiden Stimmen genügend freie Bahn, sich vortellhast Geltung zu setzen. Ganz besondere Anregung bot die »"u-tzcrzewehitljche ©tnnn nuoroe", ein von Fran Dr. ®5 « h ro e i n gedichtetes und geleitetes buntes Bühnenbild L*^tnriifter Art, das man mancher sogenannten „Lieb- rbühne" leuchtend vor Augen hallen kann. Außer-
. ---,------------ ------------ u.. Akademiker mit guten AnSsichtcn in den Wettkampf. AuS
wohnlich war das übliche Spinnstubeumilicu durch!den gewissenhaften Dorbereitungcu der Verbindungen ist
»ITINMIMM»WWUT«W»'» »WIMMeWIMMI» 'II MUil II111 ■ III
Wir bitten unser« Agenten, die Abonnement»- geßxt für die neu bestellten Zeitungen baldigst cinzusendr«.
B«rlag der „Oberheffifchcn Zeitung".
zu haben. In Frankfurt habe sein Geld nicht gereicht, wtd deshalb habe er sich von einem Mrt 600 Mark Segen Hinterlegung des Buches geborgt. Das Gericht i Raubte dem Angtklag.en nicht, sondern war der Ansicht, daß er auch die 600 Mark an sich genommen i habe und verurteilte ihn zu 3 Monaten Gefängnis.
«t. Volkstümlicher Abend. Wiederholt tourbc in unseren Spalten auf die Schwierigkeit hingewirsen. i *wct denen unsere deutschen Studenten auS dem Auslände insolge dcr durch den Volkskrieg gezeftigte« VeichLlt «isse leiden müssen, von ihren Angehörigen im Aus land abgeschnitten «nb auf den Schutz und d« llnterstütz- ihrer hiesigen Landleute angewiesen find. Wefterc Kreise nun von dieser Notwendigkeit zu überzeugen, in liebevolles Interesse für jene zu erwecken, sie zu ®rfetrn, ihnen beizustehen^ in ihnen das Deutschtum **> die Heintatliebe, der sie so manche» Opfer brachten.
ro schließen, daß «um vielleich? mit einkgen lleöerraschun- gen rechnen muß. Jedenfalls aber, dar steht fest, wird jeder Studterentoi feine höchste Ehre darin suchen, feine Korporation würdig zu vertreten. Auch heute aber möchten wir uns wieder die Anfrage erlauben: „Wo bleiben Die Anmeldungen unserer studierenden Damen?" Gewiß haben einige Studentinnen ein recht reges Interesse für Turnen und Sport und beweisen das auch durch die Tat, aber deren Zahl ist so winzig, daß wir sie gar nicht zu nennen wagen. Und doch ist gerade der Betrieb der Leibesübungen für unser zartes Geschlecht von besonderer Bedeutung. Hoffentlich geben auch diese Wettkämpke den noch fernsteheiwen Damen und Herren Anregungen und veranlassen recht viele, ihrer körperlichen Ausbildung besondere Sorgfaü zu widmen.
40 000 Mark für einen Spielplatz stiftete ein ungenannt bleibender Geber der Turngemeinde Hanau. In Marburg ist solch ein Freund der Vollsgesund- heit wohl nicht zn finden? Oder — sollte am Ende doch ?
E.W.
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Letzte Nachrichterr.
Kommifsiousvcrhanl-lungen in 6yaa.
»b. Amsterdam, 8. Juli. Der Korrespondent der „Times" meldet, daß die Konferenz von Spaa wahr» scheinlich am Sonntag beendet sein würde. Es- sei d» von die Rede, daß verschiedene Kommissionen ernannt werden sollen, in denen auch Deutschland vertreten sei« wird, um die Einzelheiten der Frage der Entwaffnung der Kohlenlieferung und der Wiedergutmachung zu besprechen, während die allgemeine Konferenz End« Just wieder aufgenommen werden würde.
tob. Amiens, 8. Juli. Das Kriegsgericht verhandelte gegen den ehemaligen Gouverneur von Givet-^har- lemont Oberstleutnant der Pioniere Pailla und sprach ihn von der Anklage der Jtapitulatto« am 318.14, bei» 'hm anvertrauten Posten ohne erschöpfende Ausnutzung der shrn zu Gebote stehenden Machtmittel übergeben zu haben, einstimmig frei.
Hessen-Nassau und Nachbargebiete.
Frankfurt a.M., 7. Juli. In der Stadtverordnetenversammlung erklärte der fozialdem. Stadtrat Liebmann: Mtt der Zwangswirtschaft kommen wir nicht weiter, das fei hier einmal offen gesagt. (Zurufe: Na, endlich!) Bo« dem Schlachtvieh verschwinden 80 Prozent im Schleichhandel und 20 Prozent totriien vertritt, bei ben Schweinen 99 Prozent im Schleichhandel und 1 Prozent wird verteilt. Höchstpreise für Obst im ganzen Land lassen sich nicht durchführen. Die Obstpreise sind durch da» wilde Einkäufe« der Händler und daS blinde Kaufen des Publikum- in die Höhe gegangen. — Die Strafkammer verurteilte sieben Friseurgehilsen wegen Land- und Hausfriedensbruchs zn je drei Monaten Gefängnis. Sie waren als Streikkontrolleure bei einem Streik Ende März widerrechtlich in das Geschäft eines FriseurS gedrungen, um die Schließung bei Geschäfts herbrizuführeu.
Hochschuluachrichten*
X Dee «e«e Rektor der Universität Gießen. Der ordentliche Profor für Ohren-, Rasen- und Halskrankheiten Dr. Karl v. Eicken wurde zum Rektor bet Gießener Universität für die Zeit vom 1 Oktober 1920 bis 30. September 1921 gewählt.
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Mitteilungen aus dem Leserkreise. Unter dieser Rubrik veröffentlicht die Schriftleilmw Stimmen aus dem Leserkreis. Für die hierin ausge- 'orochenen Ansichten und Tendenzen übernimmt die Slbristleitung (außer der preßgeietzlichen ) keine Verantworiung. diese bleibt vielmehr dem Ein- fenber überlassen.
Man braucht sich nicht so ängstlich quälen. Denn dort, wo die Begriffe fehlen. Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.. — Mit Worten läßt sich's trefflich streiten, ?i?it Worten rin System bereiten, usw.
So schrieb einst unser großer Dichter Goethe, und Herr Pocrsch scheint jetzt dieses Dichterwort, das ganz anders gemeint war, dkkzu mißbrauchen zu wollen, um unter-alten Umständen sein Zwangswirtschaftssystem zu retten. Er klantmert sich an das Wort „Vettoaltungs- kosten" und hofft dadurch vielleicht, um die leider unumstößliche Tatsache herumkommen zu können, daß die Brotverbrancher Marburgs durch das Zwangswirtschaftssystem gezwungen werden, von jedem Zentner Brotgetreide, den sie verzchren, 60 Mark .in die Rrichsgrirridestellr zur Deckung des Tesizits von 4,700 Mill.oiten Mark ab- zusühreu. Wenn die 60 Mark nur zur Senkung der aus- tändischen Lebensmitteleinkaufspreise gebraucht werden, wie Herr P. behauptet, fcami gestatte ich mir, ihm die Frage vorzulegen, wozu denn die vom Reiche, für die Verbilligung der Lebennsmiltcl bewilligten 10 MilliarDen Mark verwendet worden find? Und ans welchen Mitteln werden denn die 65 Millionen Mark BerwaltungSkostcu pro Jahr gedeckt, die allein nur die Benvaltung der Reichsgerreidestekle in Berlin, ohne den VenoaltungS apparat ’ßr Bro! s-.etretbe in den Provinzen, verbraucht? ilufere Schuld ist es nicht, wenn die Summen nicht aus- einandkr gehalten werden und sich niemand mehr in den Ri >.heuerempeln der Zwangswirtschaftsstellen in Berlin zurecht findet: Es liegt daran, daß die kriegswirtichast- lichen Pervoaituncisüeilen sich bekanntlich dagegen sträuben, öffentliche Abrechnung über die von ihnen verwirtschafteten Gek>er abzulegen. Solch« fummarischeu Nachfottientugen zur Deckung des Desizits geben leider enten ganz vorzüglichen Deckmantel für die Art der „Be- '/'.t tschgftung" ab. ES mangelt mir hier an Raum, um Herrn Loersch noch nähere Einzelheiten über das „segensreiche" Wirken der Kriegsgesellschasten und ihrer Nachfolger vorzulegen, ich möchte ihn nur noch kurz zum Nachdenken über die 900 Prozent Dividende der Äefellfchast, die uns mit „billigen" Heringen versorgt hat, auregen nfro. Weitere interessante Einzelheiten wird Herr Poersch für die Zukunft in unserer „Bauernzeitung" sinden, da ich den knappen Raum der „Oberh. Ztg." mit einem leeren Streit um „Worte" nicht mißbrauchen teilt Wenn Herr bersch das Zwangswirtschaftssystem noch entschuldig-u und verteidigen will, so ist bas schließlich seine Sache. D6 sich aber bie Verbraucher dies noch länger geialten lassen werben, möchte ich bezweifeln, da e8 sich jetzt doch 'chon überall auch unter ben Verbrauchern regt, den über- «iüssigen Verwaltungsstellen endüch ein Ende zn machen. Wenige nut sind «s «och, die dieses System vertridigeu und zwar neben etlichen „Unentwegten" vielfach solche, die durch die Abschasfung diese» Zwangswirtschaitsavt^- ratS um ihre schönen Berwallungsämter zu kommen fürchten. Ein boshafter Mensch hat neulich behauptet, wenn alle diese Posten Ehrenämter wären, dann wäre bte Zwangswirtschaft schon längst abgeschafft und würde keine Verteidiger mehr finde«. Fürst.
Zum Preisabbau.
Di« Zentrumspartei richtet heute an die Behörden des Stadt- und Landkreises Marburg, an die Stabtverord- uelitt, ben Kreistag, an bie Vertreter bet Landwirtschaft, bet Gewerkschaften, des BeamtenbunbeS, des Handels, des Handwerks 'und der Industrie bi« dringenbr Bitte, sich zu einer Besprechung bet Teuerung unb zu einer Beratung über ben allgemeine« Preisabbau zusammen- iufinben. Da eine einseitige Preisfestsetzung der Lebensrnittel vonseiten bet Stabt nut ben Erfolg aufzuweisen bat, baß bie Lebensmittel vom Markte verschwinden, ist zusammen mit ben Landwirte« ein Preisabbau aller Artikel, also auch bet Maschinen, Schuhvarrn, Kleidertone ufto. zu erstreben. Die «ach Ueberetnhinft alter Stände in verschiedene« Stabten Mitteldeutschlands erzielte Preisherabsetzung muß sich auch bet gutem Willen allerseits in Marburg erreichen lassen.
I.A. der Zentrumspartei: Parteisekr. Wüllcr,
Kirchlich« Rachtichten.
Ockersbansen: Donnerstag Abend V«9 Uhr: Mik« sionsstunde, Missionsinspektor KSberlm.
Handels, nnb VlarktNachrtchteR.
Schweinemarkt. Der heutige Schwrinemarkt mal sehr gut besucht. Aufgetricben waren 694 Stück. Ferkel kosteten je nach Alter 90—180 Mark: Läufer wart« tag Preis und wurden mit 400—700 Mark bezahlt $eg Geschäft war ruhig.
(Kaffei, 8. Juli. Aus dem gestrigen Casseler Zuchtschweinemarkt war gegenüber dem letzten Marft int Juni ein Rückgang im Auftrieb zn verzeichnen (842 gegen 1049 Stück im Vormonat). Während in den Preisen fftt Ferkel eine Abwärtsbewegung eintrat, wurden bie Läu- kerpreise beträchtlich in die Höhe getrieben. Die amtlichen Notierungen sind: Ferkel bis 6 Wochen alt 80—130 OTarL lletzte Not. 100—150, vorletzte 150—220), von 6—8 Wochen alt 120-200 Mark (letzte Not. 140—220, vorletzte 200—250), von 8—13 Wochen alt 200—300 Mark (letzte Rot. 250- 350, vorletzte 320—470), Läufer von 3—4 Mo». 300—500 Marr (letzte Not. 350—600, vorletzte 500—600), von 4—5 Mon. 600—700 Mark (letzt« Not 500—600 Ml.), über 6 Monate 700—1000 Marl (letzte Not. 600 -700 Mk ). .
Berlin, 7. Juli. (Produktenbericht.) Nachdem bereits gestern am Dasermarkt die Preissteigerungen sich nachbörslich nicht mehr behaupten konnten, gingen heute bie Preise in scharfem Tempo weiter zurück« weil zum Teil aus der Provinz viel angeboten war zu« bestmöglichen Verkauf. In Hülsensrüchten hat sich zunächst noch nichts verändert. In Heu und Stroh drückt« ein starkes Angebot auf die Preise.
Berliner Ladenpreise. Es werde« angeboten: Margarine (markenireil Psund 12 Mark. Faustkäsü Pfund 6.40 Mark, Schellfisch Pfund von 1,60 Mark an, geräuchert Pfund 2,40 Mark^ Mohrrüben Bund 80 Pfg^ Schoten Pfund 65 Psg., Weißkohl Pfund 60 Pfg.
Wetierausstchten für Freitag, 9. Zulik Veränderlich, doch vorwiegend bedeckt, RegenfSlle, vevi einzelt in Eewitterbegleitung.
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Verantwortsich für den politischen Tett: Kurt $>«f n ft| für den örtlichen unb promnz. Teil: Wilb. Wißner,
Kursbericht
des
Bankhauses Baruch SfrauA.
SRortturfl'u*» Frankfurt, btn 7. Zn» 1929.
Fernruf 29, 136 7371, 7372, 7373. Hansa.
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