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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberhessen

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Erstes Blatt

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badener Verlagbuchhändlers A b i hon den Franzosen wegen eineS

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Rotterdam, 8. Juli. Der Korrespondent desNieuwe Rotterd. Courant in Brüssel hat gestern früh mit Marschall Fach, bevor er.sich zur Konferenz begab, eine Unterredung gehabt. Fach

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Hau? und Tribünen sind schwach beseht. Auf der Tagesordnung stehen zunächst kleine Anfragen.

Abg. Warmuth (Deutschnat.) fragt an, weshalb für die Lieferung von Militärstoffen für die Sicherheits­polizei trotz niedrigeren Angebots der deutschen Tuch- industrie der Zuschlag an englische Firmen erteilt worden sei, ferner was die Regierung gegen die pol­nischen Schikanen der Nichtanerkennung direkter deutscher Fahrkarten nach Ostpreußen und Danzig zu tun gedenke.

Von der Regierung wird erklärt, daß in dem ersten Falle besondere Dringlichkeit Vorgelegen habe und daß >M zweiten Falle die Schwierigkeiten, die uns die Polen fortgesetzt bereiten, uns zur Beschwerde in Paris genötigt hätten. Die meisten Bahnlinien seien für den Durch­gangsverkehr gesperrt, was eine offensichtliche Verletzung des Friedensvertrages barstelle.

Abg. Dr. Philipp (Deutschnat.) fragt, was die Regierung tun wolle, um die Haftentlassung des Wies-

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und nach Deutschland zurückgeschickt worden. Detz Prozeß gegen die letzteren werd« vor dem Reich«« gerichtshof in Leipzig stattfindrn. Da» Datum sei noch nicht festgelegt.

Die Kontrolleure.

kg. Berlin, 3. Juli. Di« hiesige Konti kommission der Verbündeten hat die deut,..,: Re­gierung um Aushändigung der von der Rational« Versammlung beschlossenen Steuergesetz«, «inschlirtz- lich der V e r m ö g en s a b g a b e n und ihrer 8«s« führungsbestimmungen ersucht.

(Weiteres stehe nächste Seite.)

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mit allem Nachdruck' versucht werden, endlich feste Grundlagen für die deutsche EnlschS ig mgspslicht zu schaffen und dem Jonglieren mit phantastischen Zahlen ein Eiche zu machen.

Tie zweite Hauptfrage, die in Spaa entschieden werden soll, ist die der Entwaffnung Deutsch­lands. Eigentlich ist sie durch die drei letzten Noten der Verbündeten bereits entschieden. Aber die entsetzliche Lage Deutschlands, von der sich weiteste Kreise noch immer keine rechte Vorstellung machen, fordert, daß die Reichsrcgierung noch einen letzten Versuch macht, die Verbündeten davon zu überzeugen, daß es für uns, und schließlich auch für sie, lebens- notwendig ist, über eine militärische Macht in einem Umfange zu verfügen, der Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung verbürgt. Mit einem Söldnerheer von 100 000 Mann unter gleichzeitiger Auflösung der Sicherheitspolizei das nicht möglich. Wenn neue Unruhen ausbrechen, womit stets gerechnet werden muß, so werden sie sich ans verschiedene Gebiete er­strecken. Die Aktionen gegen Bremen, München, Braunschweig, Leipzig usto. hab« Truppe» i» Stärke von 20 000 bis 40000 Mann erfordert. Der still­schweigend organisierten roten Arm« gegenüber wären 100000 Mann völlig machtlos. England hat gegen Irland, daS nicht größer ist als Süddeutschlcuid, allein 90 000 Mann mobil gemacht. Die Sicherheitswehr ist eine Ordnungspolizei ohne militärische Bedeutung. Sie hat keine andere Aufgabe als, wie ihr Namc schon sagt, die öffentliche Sicherheit ausrecht zu er­halten. Eine Ordnungspolizei, selbst in der gnädigst bewilligten Stärke von 150000 Mann, ist eine untaug- liche Macht, wenn ihr die zentrale Zusammenfassung und Leitung fehlt.

Wenn die deutschen Vertreter in Spaa auf die Unmöglichkeit der Erfüllung der Entwaffnungs- fordenmg mich im Hinblick aus die wirtschaftlichen Gefahren einer plötzlichen Entlassung von 100 000 Mann Hinweisen, so wird ihnen der nationale Wille der Mehrheit des deutschen Volkes zur Seite stehen, der gelegentlich der Auslieserungssrage schon einmal daS diktatorische Begehren der Westmächte in die gebührenden Schranken zurückgewiesen hat.

hing der deutschen Entschädigungssumme erzielt wurde. Die Italiener verlangen so viel wie die Belgier.

Fach» lächerlicher vorwand.

(U durchzusetzcn, der politischen Schreibens

träges von Versailles sichern, denn sonst wür­den uns die Deutschen, so fügte er hinzu, bis aufs Hemd auskleiden.

Di« Frag« derKriegsverbrecher".

wb. Amsterdam, 2. Juli. Nach einer Lon­doner Meldung sagte Donar Law im 'Unterhause, es sei die Absicht der Verbündeten, die Frage des Prozesses gegen die der Kriegsverbrechen beschul­digten Deutschen in Spaa zu erörtern. Auf ver­schiedene Anfrageni erklärte Donar Law, von 27 ge­fangenen U-Bootbefehlshabern befinde sich noch einer In England. Die übrigen seien freigelassen

Marburg

Sonnabend, 3. Juli

(Heuert.)

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an den preußischen Ministerpräsidenten verhaftet wor­den sei.

Regierungskommissar Lehmann erllärt, daß die Re­gierung demnächst in der Lage sein werde, volle Aufklärung zu geben.

Auf eine Anfrage des Abg. W e i l n b 3 ck (Deutschnat.) ob das ReichSfinanzministerium bereit sei, an die Landes­finanzämter Anweisung zu erteilen, zu viel gezahlte Kriegsstenern zurückzuersiatten, sichert die Regierung ernste Erwägung zu.

In der fortgesetzten Aussprache über die Regieruugs- «Aärung erhält zunächst der Reichscrnährungsminister Dc. Her««« das Wort. Er führte aus: Die Eniöcb- rungen in der Ernährung, die zu den Unruhen in den, letzten Tagen geführt haben, sind auf das H ö ch st m a ß des Er!ra lichen gestiegen und nötigen die Regierung einznareisen. Leider sind die Bedingungen hierfür sehr schmierig. Eine Preispolitik zu Gunsten der Landwirt- schast lehnen wir ab. Aber den Landwirten muffen Preise zugebilligt i-rben, die den Produktionskosten ent­sprechen. Hier dürfen keine politischen Ansichten sich vordrängen. Die Preissteigerung im Innern ist eine Folge der teuren Auslaichspreise. Trotz der Aufwendungen des Reiches von 10 Milliarden Mark konnten die Preise nicht nach den Wünschen der Bevölkerung eingerichtet werden. Das wird a u ch im kommenden Jahre der Fall sein müssen. Um den Landwirt zu schützen, sind für den Herbst d.Js. bereits Mindestsätze eingesetzt worden. Die Jndexkommission deS Reichscrnährungsministeriums hat nun genaue Zahlen festgesetzt und ist dazu gekommen, den Zuschlag der Produktionsverteuerung in diesem Jahre mit 55 Prozent festzusetzen. So wird die Tonne Roggen 1500 Mark kosten, die Tonne Kartoffel dagegen aus 500 Mark stehen bleiben. Diese unvermeidliche Erhöhung der Getreidepreise ist aber immer noch so gestellt, daß der

Brotpreis nicht teuerer

zu wecken braucht. Die Hauptsache ist, die heimische Ernte ganz zu erfassen. DaS wird erleichtert, wenn das Getreide gleich nach der Ernte ersaßt werden kann, und hierin liegt der Grund für die Bet- beh altung der Frühdrusch- und AblieferungSprämien. Die Rcichsgetreidestelle hat im Ausland geeignete Leute, nm die Versendung des AnslandsgetreideS dort zu be­schleunigen. ES steht zu hoffen, daß die Ausfuhr jetzt schneller erfolgen kann, desgleichen ist in diesem Jahre mit einer Frühernte zu rechnen. So wird die Reichs­getreidestelle hoffentlich wieder in die Lage kommen, Reser- ven zu schaffen und namentlich im Westen und Süden des Reiches größere Bestände zu lagern. Auch die Aus­sichten für die Kartoffelernte scheinen nicht schlecht. Tie Bestände an Schlachtvieh haben sich gehoben: die Preise dürften sich hier nm ein Drittel ermäßi­gen. Die ViehhandelSverbände müßte» aber recht bald verschwinden. (Beifall rechts). Auch die Milchproduktion sei in der Besserung, genüge aber noch lange nicht. Sehr übel sei es noch mit der Ver­sorgung von Oelen und Fetten »besonders die Margarine- fabrikation habe darunter zu leiden. Die Zuckerpro­duktion habe sehr gelitten. Die Regierung habe jedoch für kohlenzufuhren für die-Zuckerindustrie gesorgt.

werde aller zur Hebung der Zuckerprodaktion hm. Bftek gegeben könne der Zucker jedoch nicht werden. Daß Bestreben der Regierung sei auf eine

Verbilligung der Gem ü sepreise gerichtet. Es sollten nur noch solche Organisationen und Kriegsgcsellschasteu bestehen bleiben, die unentbehrlich sind. Zum Schluß appellierte der Minister an die Landwirt­schaft, anzuerkennen, was die Regierung zu ihrer Hebung tue, ebenfalls aber auch ihrer Lieferungspflicht nachzu­kommen. Andererseits mahne er daS große Publikum, di« Landwirtschaft zu achten. Keinem Bauern könne vorgo- schrieben werden, waS er bauen solle.

Da inzwischen der Minister deS Auswärtigen erschie­nen ist. verliest Fran B r Sn n ti (Dem.) ihre zunächst zu- rückgestellte Ansprache wegen deS Schicksals der von de» Polen widerrechtlich verhafteten Dr. Holtum und Dr. Wagner.

Minister Dr. Simon? : Die Regierung habe i» Warschau und Paris sofort protestiert: trotz aller th» mühnngen sei die Freilassung aber nicht erfolgt. ®e bis zum 1. Juli keine weitere Nachricht vorlag, hab« er den polnischen Geschäftsträger befragt, dessen unge­nügende Erklärung ihm nicht genüge und ihm mitgetfüi. daß er zu Repressalien gezevungen sei. Aus veo- handlungen werde er sich nicht mehr einlassen. lieber den Fall Wagner wisse er noch nicht« weiter, al« daß Dr. Wagner unter dem Verdacht der Spionage »ach Warschau gebracht fei. Der Minister protestiert «ege» das Verhalten der Polen bei der Festhaltung der nach West- und Ostpreußen unterwegs besiudlicheu Deutschen und empfiehft bis zur schnellsten Klärung sicherheitshalber den Seeweg. Der Minister besprach dann da« Verholte» der Polen gegenüber den Deutschen in den Qktnibet'rten, deren Einberufung den Friedensbt'dinguugen widersprech«.

Abg. Dr. Helfferich (Deutschnatl.) wird von bat Unabhängigen mit Lärm und höhnische» Zurufen empfan­gen und kann sich kaum verständlich machen. Die Kraft deS deutschen Volkes ist durch den Krieg und die Revo­lution geschwunden; jetzt wird dieses geschwächte Volk unter einem Druck gehalten. (Zurus der Unabhängigen: Durch Sie! Großer Lärm. Präsident Löbe bittet, de» Redner nicht sein Recht auf Redefreiheit zu nehmen.) Da« deutsche Volk hat sich durch das Wahlergebni« gege» jedes sozialistische Experiment ausgesprochen. (Erneuter Lärm.) Die Gedanken, die mit un« die Deutsche Volks- Partei vertreten hat, marschieren. (Stürmischer Lärm.) Wir haben uns bereit erklärt, uns an der Regie­rung zu beteiligen. Bedauerlich ist, daß die andere» Parteien sich nicht zu einem gleichem Entschluß durch­ringen konnten. Er konstatiere, daß die unabhängige Pav- tei die einzige Partei deS Hause« sei, die sich nicht vorbehaltlos auf den Boden der Verfassung stelle. (Er­neuter Lärm.) Er protestiere gegen die Art und Weise, wie die Methoden deS Wahlkampfe« hier im Hause toeitei fortgesetzt werden. Wenn er in einer Anfrage de« Ab«. Hoch alS Mitwisser bei den Bewucherungen de« Staate« durch die Kriegsrohstoff-Geselffchast bezeichnet werde, fc bezeichne et den, der da« ausgesprochen, für einen elende» Berleumder. (Furchtbarer Lärm. Präsident Löb« betont: Dieser Ausdruck gegen ein Mitglied de« Hanfe« entspreche nicht der Ordnung de« Haufe«.) Zur alte» Koalition habe seine Partei in einer gewisse» Opposition gestanden, jetzt sei ei ander«. Wir werden un« nicht von parteipolisischen Emvsindlichketien leiten lassen. Al Sicherstellung von Recht »nd Ordnung bleibt Mi Hauvtsache, damit atzet auch die Sicherung der Macht­mittel. (Laute Unterbrechung.) Hierzu «eWrt auch die Militäriustiz. Der Redner »endet sich dann gege» die Ausführungen bei Reichsfinanzminister« und betont, daß et im Einklang mit vielen Mitgliedern de« Häuft« während seiner AmfSperiode wieder und wieder auf An­hebung von KricgSsteuern gedrängt habe, wie aber stet« dagegen protestiert worden fei, namentlich von Seiten eine« ZentrumSmitgliede« namens Erzberger. (Schallende Heiterkeit. Hört, hört!) Auch Herr Schis­ser habe sich gegen Kriegssteuern gewehrt und alle« «d Anleihen nehmen wollen. (Erneute Unruhe.) Kein Mensch weiß, was erforderlich ist. um unsere Eisenbahnen unedel leistungsfähig zu machen, die nicht allein der Krieg zugrunde gerichtet hab«. Bei der Verreichlichung da Eisenbahnen sei nicht mit der gehörigen Sorgfalt ver­fahren worden. Vor der Verreichlichung hätten dft Landesbehörden noch rasch die Gehälter erhöht, und jetzt müsse das Reich Milliarden drauf zahle», Bit sind axf dem Weg »um _ _:_v : --.i_.

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Eine stürmische Reichstagssitzung

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Ablehnende Haltung der^Verbündeten. Deutsche Vorschläge nur bei Revision des Friedensverttages möglich.

wb. Paris, 2. Juli. Der Havas-Ssndcr- berichterstatter meldet aus Brüssel: Heber die deutschen Denkschriften hätten die Chefs der ver­bündeten Delegationen gesagt, <s handel« sich um Fühler. Wenn die deutschen Vertreter sehen wür­den, daß diese Art Begründung von den Verbün­deten offen gemitzbilligt werde, so würden sie in Spaa ihre Taktik ändern. Nichtsdesto­weniger zeigten die Denkschriften einen Oppo­sitionsgeist hinsichtlich der Ausführung des Vertrages. Wenn sie wirklich aufrechterhalten würden, dann würde die Begegnung in Spaa zwei­felsohne durch die Unmöglichkeit abgekürzt werden, in der sich die Verbündeten befinden, den Boden der Verständigung mit den Deutschen zu finden.

Der Sonderberichterstatter desMatin", Sauer­wein, erklärt, diese Denkschrift habe die Verbün­deten entmutigt. Deutschland halte das Angebot von 100 Milliarden Goldmark, das es 1919 gemacht habe, nicht mehr aufrecht. Weder das Saar­gebiet, noch Oberfchlefien, noch Danzig gehörten jetzt noch zu Deutschland, und es bestehe keine freie Ver­bindung mit Ostpreußen. Deutschland könne keine Vorschläge machen, es sei denn, daß die deutsche Ein­heit und die wirtschaftliche Souveränität wieder hergestellt würden. Ein Heer von 200 000 Mann sei ebenso notwendig als Lebensmittel und Roh­stoffe. Nur in diesem Falle könne Deutschland den Verbündeten Vorschläge machen, die es zu halten in der Lage sei. Der Deutsche fuße auf der voll­kommenen Revision des Friedensvertrages. Es zeigten sich hier nicht einmal die Anfangszeichen von gutem Willen.

Noch ftine Verständigung übet die Teilung.

wb. Paris, 2. Juli. Der Sonderbericht­erstatter desFntranfigeant" bestätigt die Meldung desEcho de Paris", daß man feit heute vormittag sicher wisse, daß eine Verständigung übet die Tei-

AWidende BiiMünnltn.

r Am Montag wird die Konferenz in Spaa eröffnet Derben, von der, wie der Reichssinanzminister Dr. Wirth im Reichstag mit Recht erklärte, das Schick- Dl der jetzigen und folgenden Gyieration Deutschlands jlntb darüber hinaus letzten Endes Europas abhängen fairb. Ihr Ergebnis wich entscheidender sein * daS von Versailles; denn in Spaa soll die ter finanziellen Leistung Deutschlands auf Grund' b- »Rgemeinen Bestimmung des Friedensvertrages in: Einzelnen erörtert und erledigt werden. Eine riesen- tzroße Verantwortung lastet auf den Schultern der deutschen Vertreter in Spaa.

Die Absicht der Verbündeten geht nach den Mel­dungen ihrer Blätter dahin, Deutschland eine jähr- 8chc Mindestleistung von drei Milliarden Goldmark «ufzuerlcgcn, wobei die Darstellungen darüber misein- Ondergkhen, ob zu diesem Betrage noch weitere Leist­ungen für die Zinsen der Gesamtentschädigungssumme kommen. Es handelt sich dabei um eine willkürlich gegriffene Summe, für deren Errechnung schwerlich 'Dgendwie stichhaltige Unterlagen erbracht werden kön-

Dte-Oberhefsssch« Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 4 Akk., durch die Post 4.20 Mk. Für ausfallend« Nummern infolge Streik, oder elementarer Treigniss« kein Ersatz. Verlag von Dr. E. Hitzerottz. Druck der Univ.-Buchdrucker«! von Joh. Lug. Koch, Markt 2123. Fernsprecher 55.

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Ren. Eine Summe, von der nichts feststeht als das Eine, daß wir sie nicht leisten können. Man braucht sich, um zu dieser Ucberzeugung zu kommen, Itza- titdif erst in die deutsche Wirtschaftslage zu ver­tiefen, es genügt, einen Blick auf die Finanzen zu hin, in deren Elend sich die erstere ja doch im Grunde Rur wiederspiegelt. Einstweilen wissen wir noch nicht, i facher die Ricsendcfizitc im Reich und in den Reichs- ietrieben gedeckt werden sollen. Woher sollen da die Mittel für eine lausende Entschädigung von 3 Milliar­den Gsldmac? y man bedenke habet den Stand unserer afitta - 'kommen? Es wird davon gesprochen, man Kelle uns die drei Milliarden 41 Jahre lang buchten lassen; als Gesamtbetrag unserer Verpslich- timgcn werden 10Ö, nach anderer Lesart 105 Milliar­den genannt. Der Versailler Vertrag ist zwar ein Un­ding; aber soweit geht sein Widersinn doch nicht, dass er Deutschland zwänge, unbesehen jede Rechnung hftiznnkhmcn und zu begleichen, die die Willkür irgend­welcher Stellen in den bisher gegnerischen Ländern »pszusteli'er: beliebt. Deutschland hat die Schäden juc bezahlen, die in Belgien und Frankreich entstanden ifüib; es hat den Schaden zu ersetzen, den die Füh- iffung des U-Bootkrieges im Gefolge Halle; es ist «lsahpslichng für die Zerstörungen an Leben und 'Eigentum aus den Lustangriffen, und es hat endlich Ruch, dank des Wortbuches des Präsidenten der Vcr- : billigten Staaten, die Militärkosten Frankreichs zu ;|6rr; ehmeii. Die sich ergebende Gesamtsumme bleibt nach sachverständiger Rechnung immer noch weit

Hinter den beabsichtigte n 100 oder gar 105 Milli- tobfit Eoldmark zurück.

i ; Ti: deutschen Vertreter werden also, unter grund­sätzlicher Anerkennung der aus dein Versailler Vertrag

. jelge.iben Verpflichtungen nachdrücklich verlangen müs- |tn, daß ihnen genau und ins Einzelne gehend nach- tzewieftn wird, wie sich die Schadenersutzsorderungen P-sammensetzen. Von der sich ergebenden Endsitmme (mb bann die bereits aufgebrachten Leistungen abzu- tziehen. Der Reichskanzler hat in seiner Programm- kede darauf hiugewiesen, daß Deutschland wett mehr heleiste: habe, als nach feiner wirtschaftlichen Lage tficartet weiden konnte. Tas und die Grenze der Leistungsfähigkeit Deutschlands wird in Spaa mit dem tzebstenen Nachdruck von den deutschen Vertretern dar- Delegt werden müssen. Die beiden in Paris, London, Nom und Brüssel überreichten Denkschriften sowie das beigefügte von 22 führenden Männern des deutschen Kirtschaflsiebcus unterzeichnete Gutachten bilden die Grundlage dazu. Es fragt sich nun, ob die Konferenz di Spaa genau so einDiktierapparat" sein teirb wie die in Versailles, wie der bayerische Abge-

:Rrbncie Schlittenb auer auf Grund von Mit- ieilungen aus zuverlässiger englischer Quelle befürchtet. ®ßer die Engländer sind viel zu klarsehende und fatfterf ab reue Politiker, als daß sie die Gefahren außer W ließen, die sich auch für England aus einer iteberspannuug der Deutschland auszuerlegenden Lasten ,«gchen werden. Wenn trotzdem von eiiglischec Seite Riit demDiktieren" in Spaa gedroht wird, falls von Deutschland keinbrauchbares Vorschlag gemacht Gerde, so erhofft man in London und Paris von diesem ^Schreckmittel, haß Deutschland eben einen solchen »brauchbaren" Vorschlag machen loerbe. Graf Revent- fcto warnt sehr richtig in derD. Tagesztg." vor Einer solchenPränumerando-Terrorisierung" der beut- (chen Regierung und des deutschen Volkes und erllärt, Gon dürfe in Spaa unter keinen Umständen Leistungen versprechen, deren Erfüllung nicht mit voller Sicher­et feststehen. Je offener von deutscher Seite ^iese Tinge behandelt werden, desto stärker wird ^kuifchlands moralische Stellung. Es muß in Spaa

Der Auz«igtnpr«>» beträgt für dl« 8g«fp. Z«ll« 75 Bfg. «nd 10 V» Ausschlag, ««tllch« w* w «.. und auswärtig« 1 Mk., Ketlemtjtile 3.00 Mk. Jeder Rabatt gilt al» varrabatt. JJ «§811. Bet Auskunft durch die Tefchäftrftelle un» Vermittlung der Angebot« 25 Pf» San- drrgrdühr. Bei Beträgen unter 20 Mk. müssen wir dar Port» für di» Rechnung IQjfl berechnen. Poftfcheckkont» : Jtr. 5015 Amt Frankfurt a. Main. Iw uw >

- - , - desgleichen fei eine Steigerung der Anbaufläche in diesem

betonte, er werde die Ausführung de, Frieden,-1 Jahr« »m IQ hi« 12 Prozent erfolgt, Die Stegiming