Amlliches VeMndigungsblatt des Kreises Marburg.
Mutig. Die Verfertiger des Versailler Vertrages Hütten als Idealisten Schiffbruch erlitten; sie
Antrag aus «nshedu», der
Boden entziehen, auf deut Spaa verhandluugsfähig zu
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der Regierung den stehen muß, um in scheinen.
Deutschnatianeü«
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Gazette^ macht darauf aufmerksam, daß der Jahres- Hq des Versailler Friedens in der Presse fast uner- Wühnt geblieben sei. Nur Poincare habe sich im „Temps^ vernehmen lassen, aber sein Artikel sei ein« Jereiniadr. Zweifellos herrsche^ tiefe Enttäu--
von Tag zu Tag verzweifelter werde. Die durch die allgemeine Einziehung hervorgerufrne Flucht der Wili- tärpflichtigen nehme täglich größeren Umfang an. Tie Polen versuchten mit den schärfsten Maßregeln dir Mwanderungen zu verhindern. An der Grenze seien Maschinengewehre ausgestellt, deren Bedienung der Be-
hitten akS Realisten schwere Rechenfehler, bedangen. Poincares Gedanke sei offenbar der, daß |k Verbündeten alle Ausmcrksamkeit nur auf das
«US angeblich zuverlässiger Quelle wird verschiedenen Blättern mitgeteilt, daß die Lage der Deutschen im Soldauer Gebiet unter dem p o l n i s ch e n T e i r o r
Der Rusjchatz für auswärtige Angelegenheiten.
Berlin, 1. Juli. Der Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten trat gestern zu seiner konstituierenden Giijung zusammen. Zum Vorsitzenden wurde gewählt der Abg. Stresemann (D. Volksp.) und zu dessen Stellvertreter der frühere Reichskanzler Abg. Müller- franlcn (Ssz.), zu Schriftführern wurde gewählt: Abg. Dr. Herschel lZentr.), Abg. Dr. Hoetzsch (Dtschn.). Der Ausschuß wird heute seine erste Sitzung abhalten, tg der d>e Verhandlungen in Spaa besprochen werden.
Wb. Mailand, SS. Juni. Der „Avantss'betoitt die friedliche Lösung bet Frage von Balo na, die von Giolittt in der Kammer angekündigt wurde. Sie sei dadurch mögliche daß die italienische strategische Basis beibchalten, de» Albaner» ab« die Verwaltung da Stadt überlasse« würde. Die strategische Basil solle durch die kleine Insel Staserno sichergestellt werden, die die Bucht von Balo na bcherrsche. St» solcher Vorschlag sei auch dem mUitärischen Kontmanda von Albanien gemaG worden, bevor zu den Massen. gegriffen wurde. » . >
Mißerfolg deo Generalstreik».
wb. Rom, 30. Juni. Der von einer Minderheit proklamiert« «eneralstrett hat keinen Erfolg gehabt. Nachrichten aus Mailand, Genua und anderen große» Städten und au» SizUW» verfichern, daß der Dienstag ruhig verlaufe» ist. — JBlotnale d'Italla" meldet, daß im Verlaufe von Haussuchungen, die in Ancona und anderen Städte« oorgenommen wurden, bet zahlreiche» Agitatoren und Anarchisten beträchtliche Geldsummes gefunden mürben.
WM« Mistig. .
Sitzung vom 30. Juni. I
Fortsetzung der Aussprache 16« da» Regirrungs» 1
Programm. |
Daus und Tribünen sind nur schwach besucht. Am , Ministrrtisch Vizekanzler und Reichsjustizminister Dr. .
Deinze. ,
Nach der Verlesung von Interpellationen» darunter die Jnterpellatton Arnstadt (Drutschnat.) über die PressemeLungen, denen zufolge von Organen der äußersten Linken Vorbereitungen für einen Generalstreik getroffen , werden, erklärt
Vizekanzler Heinze, daß die Regierung die Interpellation innerhalb der gesetzmäßigen Frist bczw. innerhalb der nächsten Tage beantworten werde.
Nach Berichterstattung des Abgeordneten Pfeiffer nimmt das Haus den Antrag Ledebour, die Strafe gegen den unabhängigen Abg. Mittwoch auszu- heben, an, desgleichen wird der Antrag der Deutschnationalen auf einstweilige Einstellung des Verfahrens gegen den Abg. van den Kerkhoff angenommen.
In der fortgesetzten Aussprache über die Regierungserklärung ergreift
Abg. Dr. Trim vorn (Zentr.) das Wort: Die Weimarer Verfassung müßte die unverrückbare Grundlage unseres Programms für den wirtschaftlichen Wiederaufbau sein. Er bedauere, daß die Mehrheitssozialisten sich zurückgezogen hätten. Er dankt« der Volkspartei, daß sie diesmal nicht abseits getreten sei. Das Verhaltun der Sozialdemokratie könne er nicht imponierend nennen. Den Anschluß an die Teutschuattonalen habe seine Partei nicht mitmachen können, denn das würde den Eindruck erweckt hoben, als ob eine Regierung oljne und gegen Demokratie und Arbeiter zustande kommen sollte. Man müsse bei jeder Regierungsbildung darauf sehen, wie die nicht am Steuerruder stehenden Parteien sich zu ihr stellen. Dem Kanzler Fchrenbach sei das Zentrum zu unauslöschlichem Danke verpflichtet: er sei das Opfer seines Pflichtbewußffeins. Der Redner tarn -f de" dornenvollen
Leidenstveg nach Spaa
zu sprechen. Forderungen, die wir nicht erfüllen könnten, müßte ein entschiedenes Nein entgegengesetzt toer- den. Von den Programmvunkten des Kabinetts sei ihm der über die Wahrung von Ruhe und Ordnung auch im Heer und in der Beamtenschaft der wichtigste. Die Herabminderung der Heeresstärke auf 100 000 Mann sei ein Ding der Unmöglichkeit. Ausgaben und Einnahmen müßten in Einttang gebracht werde». Die Steuergesetze seien energisch durchzuführen. Es sei notwendig Arbeit zu schaffen und dafür zu sorgen, daß noch mehr gearbeitet wirb als bisher. Eure Beseitigung der Zwangswirtschaft sei nicht möglich. Er appelliere an die Landwrite, ihre LiefenrngSverpflichtungeu zu er- füllen.
Abg. Dr. S t r e s e m a n n (D. vpt.) gibt zunächst eine Uebersicht über die Ereignffse bei der Kabinettsbildung und bedauert ,daß man sich, statt den Erfolgen der Rechten bei den Wahlen zu entsprechen, an der Ratlosigkeit der Sieger geweidet habe, als die Sozialdemokratie nicht mittat. Gr wandte sich nunmehr zur Rechte» unb bemerkte dem Abg. Dr. Hergt gegenüber, daß eine Kabinettsbildung mit der Rechten allein eine Unmög lichkeit gewesen sei. Eine Uebereinkunst mit den Deutschnationalen sei von seiner Partei niemals beschlossen worden. Stresemann kam dann auf die Sozialisierung zu sprechen unb meint, n»ch wichtiger als diese sei die Hebung der Produktion. Er begrüße
( die Entpolitisierung
der Auswärtigen Amt- und deS Berkehrsministeriums und bedauert, daß die wirtschaftlichen Ministerren noch nicht ganz entpolitisiert werden konnten. Da» war aber nicht möglich, weil nicht alle diese «emter gleichzeitig neu besetzt werden konnten. Dazu sei gekommen, daß angesichts der schwierigen Lage in Industrie und Technik jetzt Oie Kräfte, auf die eS angenommen sei, nur schwer entbehrlich getvefen seien. So sei die jetzige Regierung nur gewissermaßen eine Etappe, die nach Bedarf weiter entwickelt werden müsse. Der Abbau der Zwangswirtschaft sei noch lange nicht daS freie Spiel der Kräfte wie früher, denn uns fei durch da» Fehlen des internationalen Güteraustausche- die Kraft gebrochen. Tie ganze Frage des Wiederaufbaus sei überhaupt international und nicht bloß eine deutsche Angelegenheit, denn Deutschlands Zusammenbruch werde auch den der übrigen Welt nach sich ziehen. Ter Reichswirt- schaflsrat, der beute zusammengetreten sei. habe diesen Wiederaufbau vorzubereiten. Vielleicht würde seine Arbeit allmählich zu einer weiteren Entpolitisierung deS Wirt- schastslebens führen. Vielleicht könnten ohne Rücksicht auf die politischen Landesgrenzen Wirffchastsräte gebildet werden, welche die Produktion regeln sollten, für Wasser- und EleketrizitLtskräfte, für Klein- und Eisenbahnen sorgen müßten. Die übermäßige Zentralstation sei vom Uebel. Er habe noch viel zu sagen, leider habe ihm der Abgeochnete Trimborn wohl in sein Manuskript gesehen. Jedenfalls stimme er mit diesem überein. DaS lasse das Beste für die Zukunft erhoffen.
Die Unterschrift in Spaa
weiche schwerwiegender sein alS die von Versailles. Deshalb müßte genau erwogen weichen, was unterschrieben werden solle. Zwinge uns Spaa zum Bolschewismus, so bräche das Unheil auch über den Sieger herein. Er verlangte Unterstützung der Ausländsdeutschen, die ihr Vermögen im Ausland verloren hätten und jetzt dorthin zurücklehren roullwn, desgleichen der Staatenlosen
Polen.
Dl« MobilifiermG.
wb. H aag, 30. Juni. Wie auS London gemeldet wirb, mobilisiert Polen noch weitere Trappen unb hat alle Männer zwischen 20 unb 85 Jahren unter bi« Waffen gerufen.
Königsberg, t.Juli. Da» Buchdruckerpersonal der Allenstein« BerlagSanstalt, bk kürzlich von dem Polen Urbanski käuflich erworben wurde, trat zm» Protest gegen die für den 5, 7. in ganz Polen an- georbntte militärische Aushebung, die unterschiedslos Deutsche unb Polen trifft, in den Ausstand,
und bet auch in Feindes Hand befindlichen Kriegsgefangenen. In den besetzten Gebieten im Westen, sowie in Ost- und Westpreußen sollte gegen die Schikanierungen der deutschen Einwohner Protest erhoben werden. Er schloß mit dem Ausdruck deS Vertrauens. *
Abg. Schiffer (Dem.) erklärt, er wolle sich nicht so sehr in Parteipolitik einlassen, das Volk habe diese , Auslassungen satt. Seine Partei habe im Wahlkampf die schwerste Einbuße erlitten. Sie habe das verstanden nick sich zur Zurückziehung auS der Regierung entschlossen. Wenn sie sich schließlich doch zum Eintritt in die Regierung schlüssig machte, so habe die Bater- landspslicht daran schuld, wie das auch beim Zentrum der Fall gewesen sei. Der Sozialdemokratie müsse er aber Vorwürfe machen, wenn gleich er andererseits anerkenne, daß sie wenigstens Gewehr bei Fuß dastehe. Daß gegen die Deutschnationalen sowohl int Innern Deutschlands wie auch im Ausland ein gewisses Mißtrauen herrsche, sei wohl erklärlich. Das sei auch der Grund, weshalb ein Zusammenarbeiten mit ihnen nicht möglich gewesen sei. ^Der Redner geht dann zur Besprechung des Regierungsprogramms über und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß das Kabinett von Daner sein möge. Unsere auswärtige Politik dürfe nicht unter der inneren leiden. Die Auswahl der Persönlichkeiten sei die Hauptsache für die auswärtige Politik. Er freue sich, in Herrn Dr. Simon eine solche Persönlichkeit gesunden zu haben. Große Töne würden wir in Spaa nicht anschlagen, aber and, nicht kriechen. Gingen die Forderungen über das Maß des Möglichen hinaus, müßten wir Nein sagen. Die Hebung der Industrie und des Hancdls sei die zweite Forderung. Dazu komme die Aufhebung der Zwangswirtschaft, die allmählich erfolgen müsse. Die Kriegsgesellschaf- ten müßten verschwinden. Er schließe mit dem Ausdruck des Vertrauens zur Regierung.
Abg. Dr. Heim (Bay. Bpt.) verlangt eine Bilanz der unverfälschten Wahrheit unb der Tatsachen für diejenigen, die nach Spaa gehen. Uns lege man nur Lasten auf, die uns wirtschaftlich ruiuierten. Zur Hebung unserer Wirtschaft geschehe nichts. Schon heute hätten wir nicht genügend Kohlen um unsere Industrie aufrechtzu- eryalter:. Deshalb dürse uns Oberschlesien nicht genommen werden. Frankreich vergess-, daß e» uns nicht unter Druck halten kann, ohne sich selbst zu drücken. Er glaube haß eine Interessengemeinschaft zwi- schen Deutschland und Frankreich allein den Widerspruch lösen könne. Der Redner stellt ferner fest, daß die Landwirtschaft an den teuren Obstpreisen r.icht schuld sei, sondern der Zwischenhandel. Er warne vor der Erhöhung der Getreidepreise. Wnsoll- tcn Getreide nicht im Westen, sondern im Osten kaufen, wo die Valuta zu unseren Gunsten laufe. Er bitte ferner kas steuerfreie Einkommenminimum zu erhöhen und warnt vor zu großer Zentralisierung, die den ganzen Betrieb mtnnütz verteuere. Zum Schluß bittet er die Parteien, sich zu gemeinsamer Arbeit zusammenznfinden.
Präsident Löbe tritt dann mit, daß ein Antrag der Unabhängigen vorliege, wonach die Regierung nicht bas Vertrauen des Reichstages besitze.
-Nächste Sitzung Donnerstag, I.Juli, 3 Uhr nachmittags: Reichsnothaushalt, Fortsetzung der Aussprache über das Regierung-Programm. Schluß 6’/s Uhr.
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®er Mißtraveasantrag bet Unabhängige».
Berlin, 1. Juli. Wie bei „Vorwärts" mitteilt, wird bk sozialdemokratische Fraktion den Antrag der Unabhängigen ablehuen. Die Zustimmung würde
Marburg
Donnerstag, 1. Juli
(feuert.)
265 Milliarden Schulden.
wb. Berlin, 30. Juni. Im Haushaltsausschuß bei Reichstages gab bei der Beratung des Nothaus- frtliä Finanzminister Dr. Wirth die Gesamtschuld bt» Reiche- aus 2G5 Milliarden au.
Auslieferung des Kreuzers „Königsberg".
Wilhelmshaven, 1. Juli. Der Kreuzer Königsberg' ist laut Verfailler Vertrag Anfang Juli an Frankreich abzugeben.
Des Pudel» Ker»!
wb. Paris, 30. Juni. In der Kammer erklärte gestern der franzöfische Kolonialministet Sa rtau t «uf eine Anträge, daß die Regierung Vas Mandat über t h m« t -,r n in eine Annexion z u verwan- b« (n gedenke.
r M einem 3M
«KttäaftM« — Schiffbruch — schwere Rechenfehler.
>' wb. Amsterdam, 30. Juni. Die „Westminster
Valona von den Albanern besetzt.
wb. Belgrad, 80. Juni. Der „Prawda" wich unternt 29. 6. au» UeSkueb telegraphiert, daß bk albanischen Aufständischen Valona besetzt habe«. Die gesamt« italienisch« Garnison soll gefangen gw nommeu worden fein. ; '< , i :..! j . *
Zwangswirtschaft.
Berlin, 1. Juli. Die Deulfchuationalen haben im Reichstag einen Antrag gestellt, bk Regierung zu ersuchen, bk öffentlich« Bewirtschaftung für Lebensmittel mtt Ausnahme für BrotgetreLe unb Milcherzeugnisse unverzüglich aufzuheben und Maßnahmen zu treffen, um imrch die Steigerung der Brotgetreche- unb Milcherzeugung bk rasche Beseitigung bet gesamten öffentlichen Bewirtschaftung zu ermöglichen. Ferner beantragen sie, um ein Verderben eine» erheblichen Teile» der Ernt« $u verhüten und hierdurch die Voltsernährung sicherzustellen, unverzüglich eine Verordnung zu erlassen, durch die Arbeiterentlassungen und Aussperrungen in landwirtschaftlichen Betrieben, insbesondere während der Saat- und Erntezeft, von Anruf bet Entscheidung der zuständigen Schlichtungsausschüsse verboten werden und terroristischen Ausschreitungen jeder Art mit aller Entschiedenheit entgegengetreten wirb.
tzHeintal konzentrieren sollten, um bie Entwaffnung tmb Wiedergutmachung durchzusetzen. Eine solche Kon- znttration sei für England unmöglich unb werde dl Frankreich selbst anscheinend nicht gewünscht. Es wäre eine trübe Aussicht, sagt die „Westminster Ga- Kte77, wenn Frankreich und England entsprechend
m Wunsche der Verteidiger einer „großen Entschädigung" für ein Menschenalter oder noch länget Mc ihre Kräfte zur Ausübung von Zwang gegen Deutschland verwenden würden. Wir glauben nicht, hast >ie Heranwachsende Generation Europas darin ihr: Lebensaufgabe sieht. Es bleibt nur ein Aus- Arg: der Friedensvertrag muß so gestaltet werden, dH er der in der ganzen Welt wachsenden Abneigung Hegen neue Kriege Rechnung trägt, die Last Deutsch- Üifib» erträglich, das Bestehen einer friedlichen deut- sthen Regierung möglich macht und die schwebenden Streitfragen aus einer Arilndlage regelt, die Deutschland die Möglichkeit gibt, als loyales Mitglied des •4B5lferbitiiöe5 »ach besten Kräften Schadenersatz zu leisten. Endlich muffen mit Rußland die Beziehungen wieder hcrgestellt werden, die dieses Land als bedroh- I sichen FÄlor für den Weltfrieden ausschalten. 38enn I ßn diesem Anne die Grundsätze des Völkerbundes UMigewandk werden, dürfen wir hoffen, allmählich Ordnung in das Chaos zu bringen, wo nicht, so werden ßch Ht Verbündeten Weiter mit Problemen abauälen Müssen, die weit über ihre Kraft und ihren Verstand »chen. e
Set Änjetaenprei» beträgt für die Saesp. Zeile 75 Pf,. •«* 107. EE «Ynfc.e
e«b auswärtige 1.- Mk., Reklame,eile 8.00 Mk. Zeder Rabatt gilt -ts «arr-b-tt. U.
Bet Auskunft durch die Seschäftssteüe und Permitiluna dei Angebote 25 Ptg Sen- ’
dergebühr. — Sei Beträgen unter 20 Mk. mSsien wir das Pott» Hk die Rechanng I IQ/H
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Die ^Oberhefstfche Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich M. <EA 4 StC durch die Post 4.20 Mk. — Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder ItfV elementarer Ereignisse kein Ersatz — Berlag von Dr- T. H t tz e r o t h. — Druck der Univ.-Buchdruckerel von Joh. «eg. Koch, Markt 21/23. - Fernsprecher 55.
®t wies in längerer Rede auf bk Zusammensetzung und di« Ziel« de» ReichrwittschaftSrate» hin, dessen Arbeiten et den besten Fortgang wünsch«. Hieraus wurde der Entwurf einet vorläufigen Geschäftsordnung angenommen. Zum Vorsitzende« wurde bet Vertreter »et Landwirtschaft Unterstaatssekretär a. D. Edler v. Braun gewählt bet bet Versammlung fflt da» bewiesene Vertrauen dankte und iHv« Unterstützung erbat.
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Weitere Unruhen.
wb. Lübeck, 30. Juni. Nachdem die Obst- unb Gemüsehändler gezwungen wäre«, bk Waren zu billigeren Preisen abzugeben, brachen hier schwere Unruhen au». Plündernbe Mengen durchzogen die Straßen; sie hatten eS namenttich auf die Warenhäuser und Schuhwarengeschäfte abgesehen. Es würbe »iel geraubt. Als die Sicherheitspolizei auf die Meng» 'euerte, erwidert« diese da» Feuer. Bisher steht cst, daß zwei Sicherheitsbeamte erheblich verwundet wurden. . i
Im Laufe des Nachmittag» wurden wettere schäfte geplündert. Insgesamt sind wett Aber 100 Geschäfte der Dekleidungs- unb Schuhwarerchranche völlig ober zum Teil ausgeplünberl worden. Auch i, Lebensmittelgeschäften spielten sich wüste Szenen ab, Die Polizei mußte wkderhott von der Schußwafst Gebrauch machen. Bisher wurden drei Tote festgestellt. Abends verhängte der Senat den Ausnahmezustand. Gleichzeitig alarmierte er die Einwohnerwehr die im Verein mit Polizeimannschaften bk Hauptstraßen absperrten. Um Mitternacht schien der Haupt- sturm vorüber zu fein. !
wb. Belgard, 80. Juni. Bei dem im Kreist Bclgard ausgebrocheneu Land aibeiterausstand kam e» gestern Abend in Groß-Thchow zu schweren AuS- schreitungrn, bei denen bet deutschnationale Partzo» sekretär Pas sarg« schwer verletzt wurde. &uu Schwadron Bclgaroer Husaren ist inzwischen »ach Groß-Thchow abgerflckt. : -
Alterspräsident Kommerzienrat Bamberg die Sitz- —„ . , .
uns eröffnet hatte, »ch« bei Reichskaozlrr Cai WM-Ml erteittwurd^all^tzlüchiling« mederzuschreße«.
Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oherheffen ,
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Der vorläufigeNeichswirtschaftsrat.
Berlin, 30. Juni. Im Plenarsitzungssaale des vormaligen Preußischen Herrenhauses sand heute die erste Sitzung be» vorläufigen Reichswirtschaftsrates statt. Am Regierungstisch saßen u. a. bet Reichskanzler, bet ReichSwirtschaftsminister, bet Reichsminister bei Auswärtigen, der Reichsminister des Innern und der preußisch« WohlsahrtSminister. Nachdem der
Spaa.
kg. Berlin, 30. Juni. Zuverlässig wird gemeldet: Sechzehn Freistaaten des Reiches haben die Reichs- «egierung aufgesordert, die Forderung nach Auflösung bet E-icherbeiiswehr abzulehnen.
B« rli n, 30. Juni. Das „Achtuhr-Abendblatt" meidet: Auch der Reichsernährungsminister Dr. 8«f• et6 begibi sich zur Konferenz in Spaa, wo et über Deuffchiands Lebensmittellage berichten unb bie Rot- •enbigfeii von Lebensm ittelkrediten betonen dürfte.
wb. Paris, 30. Juni. Nach einer Meldung be» .Petit Journal" soll die Konferenz von Spaa bis zum 15. Jull dauern.
mb. Haag. 30. Juni. In einem Aussatz ilbet die be»mrftehende Konferenz in Spaa weist der „Rieuwe Tourani' api die verzweifelte wirtschaftliche Lage In ' Dnuschlünd und auf das Elend der deutschen Kinder hin unb fap:: Tatsächlich haben die Verbündeten tm ' Rovember 1918 oeriorechen, leihe Entschädigung zu fordern für den Schaden, brr ihrem Privateigentum ’ durch Angri'j« zu L'anbe, zu Wasser oder aus bet Luft Sugefilg: worden ist. Dieses Verfprechen ist durch den Fttedensoertrag einfach Lügen gefftraft worden. Darum der Vertrag von Versailles re vidi eit t »erteil.