Amtliches VerküMgungsblatt des Kreises Marburg.
Tageszeitung für ldas früher kurhessische) Oberhessen
SS. Juni. Als Vergeltung für Hi
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der die
Entführung des Generals Luca» plündert« Soldaten i* Lismore, Grafschaft Waterford, mehrere Privatbaus«
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somit di« unbedingte Kontrolle bfl Warenaustausch nick den Außen
Nach' verbürgten Berichten hat Deutschland für Frankreich bereit- für 8—10 Milliarden Aufbauarbeiten geleistet. Dafür haben die Franzosen den Gefangenen, die an den Wiederausbauarbeiten mitwirkten den Hungerlohn von 20 Centimes täglich wohl versprochen, aber bisher n i ch t g e z a h l t.
anschlägen die Zurückziehung d«S Militärs und Polizei von der Striche und verbürgte sich für Achcrheit der Stadt durch eigene Ordner.
Geschäfte. In den Straßen wurde geschossen. ®l keine Verluste tu beklagen.
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gedenkt die Regierung zu tun, um endlich die Freigabe aller uvch tu Frankreich widerrechtlich zurückgeh alteueu deutschen Kriegsgefangenen durchzufchcn?"
und sind
legierung dem Oberkommissariat der Republik in rastlmrg 36 alte Kanonen übergeben, dir die deut- Tnippen 1870 erbeutet haben.
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Vollsschuldicnste, die nicht vor dem Beginn des 27. Lebensjahres erfolgen darf. Dienstzeiten an Privat- und Auslandsschulen werden angerechnet, wenn der Lehrer für jedes Jahr eine Einzahlung von 2200 Mark, die Lehrerin von 2000 Mark an die Landcsschulkasse leistet. Die anzurechnende Zeit darf 8 Jahre nicht übersteigen. Militär- und Kriegsdienstzeit werden als Schuldienst gerechnet. 1 -i
Das Lehrerruhegehaltsgesetz enthält die gleichen Aende- rnngen wir das Beamtenpensionsgesetz. Das Witwengeld soll miichestens 900 Mark im Jahr betragen. Die Vorschriften über Gnadeubezüge, Zahlungsweise deS Ein- kommenS, Umzugskosten werden den entsprechenden 89c* sti..Zungen der Beamtengesetze angepaßi.
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schaffen, lieber di« Vorgänge mich -heute sachlich zu äußern, muß ich mir versagen, da gegen das Urteil Berufung eingelegt und eS noch nicht rechtskräftig ist. Die Frage der EntfchÄugung der Hinterbliebenen der Getüteten taut erst nach der Rechtskraft des Urteils etfebiflt werden. Die Zeitfreiwilligen selbst standen unter Militärgerichtsbarkeit und waren als aktive Soldaten anzusehen. (Lärm 6. d. U. Soz.) Das Gesetz über di« Aufhebung der Militärgerichtsbarkeit liegt vor. Die Gründ«, weshalb es bisher nicht verabschiedet werden konnte, sind diesem Hause bekannt.
Die Besprechung der Interpellation wird an einem der nächsten Tage stattfinden.
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tfc-St« 11 i n, 30. Juni. Der Reichstag wird die politische Aussprache am Donnerstag, spätestens Frei- ü« leenbett. Der Reichskanzler reist Sonnabend früh Pit den deutschen Delegierten nach Spaa.
Auslieferung der Siegestrophäe» von 1876.
, wb. Paris, 28. Juni. Gemäß Art. 146 des Vrr-
Die deutsche Antwort. — Protest der deutschen Einzelstaaten.
kg. B e r l i n, 30. Juni. Die vorläufige Antwort brutjchlands auf die Abrüstungsnote ist Dienstag nach |6t« gegangen. Tie Unterbreitung der deutschen Ab- äistungesrage an die Konferenz in Spaa ist beschlossen »erden.
Außer Bayern hat die Mehrzahl der Freistaaten
wb .Pari-, 29. Juni. (Havas.) Nach einem Telegramm des „Petit Parisirn" aus HelsingforS hat Lenin ein Dekret unterreichnet, durch das daS Volkskommissariat für Industrie in ein solches für Außenhandel umgewanbelt wird. 5s n Zukunft wird niemand mehr ein Recht haben, Handelstransaktionen vorzuurhmen, ohne dazu von diesem Kommissariat ermächtigt M fei«.
Der Krieg in der Türkei.
wb. Paris, 99. Juni. Nach den „Eveniug News" sind die Griechen mit Hilf« englischer Truppe» in Pan derma gelandet. (Pandenna liegt an da Südküste des MarmarameerrS.)
Einer Meldung auS Konstantinopel zufolge habe« die Engländer Mudania, den Hafen von Bruffa, besetzt. Kemal Pascha erließ einen Appell a» bk Mohamedaner, um religiösen Hast hervorzurufen. Di, britischen Truppen haben da». Postamt in Stambul besetzt. I
Dem „Exchange TAcgraph" zufolge haben di« Bev- bündeteu die Schleifung der Dardastellenforts beendet. - । : 1
Die Zurückhaltung deutscher Kriegsgefangener in Frarckreich, die auch heute noch vergebens auf Freilassung harren, hat die deutsch-nationalen Abgg. Larerrenz und Graf Westarp zu folgender Anfrage im Reichstag veranlaßt: „Entgegen dem Frickensvertrage befinden sich Kapitänleutuant Kölle und Wrndlandt noch immer im Lager Roanne sur Loire in französischer Kriegsgefangenschaft. Auch eine größere Anzahl von Unteroffizieren und Mannschaften sollen dort noch chrer Befreiung harren. Ferner warten in A v i g n o n 481 Kriegsgefangen« dringend der Heimsenduna. BaS
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Mavburg
Mittwoch, 30. Juni
(Bru**#*>.)
Dieses Dekret hat Sowjets über den handel zur Folge,
England.
Der britische Botschafter in Berlin.
wb. London, 29. Juni. (Reuter.) Bonar Law teilte im Unterhaus« die Ernennung Lord d'Aber- n o n s zum britischen Botschafter in Berlin mit. Lord d'Abernon wird London in kürzester Zeit verlaffen, um seinen Botschaftsposten anzutreten. Rach einer weiteren Reutermeldung hat die Ernennung einen zeitweiligen Charakter und steht besonders in Zusammenhang mit dem Wirtschaftsproblemen, die eine hervorragende Rolle in Deutschlands internationaler Lage spielen.
Da» Verfahren gegen die Kriegsverbrecher.
wb. L o nd o n, 29. Juni. Im Unterbaust sagte Lloyd George auf eine Anftage über das kommende Leipziger Verfahren gegen die des Kriegsverbrechens Beschuldigten, ein klwSschuß der Verbündeten erwäge augenblicklich Schritte, um sicherzuftellen, daß dar Verfahre» nicht ungehörig hinauSgezögert werde. Das Nichtzustanbe- kommen be3 Kaistrprozesses bedeute keine Pfkichtver- säumniS der englischen Regstrung, da der Kaiser nichi erreichbar sei.
Kein« Aufgabe Mrfopotamiea».
wb. « msterdam, 29. Juni. Im Oberhaus sagte Lord Curzon, eS sei völlig unmöglich, nach dem von Lord Lanxington gemachten Vorschlag mit Frankreich eine Regelung zu tressen, nach der England im Falle der Räumung Syriens durch Frankreich Mesopotamien ausgebe« toüite. AuS Gründen der Ehre und Pflicht fotvie aus Gründen der Zweckmäßigkeit dürfe Mesopotamien weder jetzt noch in naher Zukunft ausgegeben werden.
Die Verhandlungen mit Krassin.
wb. London, 29 Juni. Reuter vernimmt, daß bie Verhandlungen mit Krassin einen befriedigenden Verlaus nehmen, obgleich einige Anzeichen dafür vorhanden feien, daß bie Ansichten in Moskau über die der britischen Regierung zu erteilende Antwort noch ein wenig aus- einanbergehen. Krassin wird neuerdings mit dem Obersten Wirtschaftsrat »usammentreffen.
Frankreich.
wb. Pari», 29. Juni. Der ftanzösische Handel»- minitzer Jfaac erklärte in der Kamme«, daß all« Dchensmittel mit Ausnahme de» Getreides, demnächst für den Handü freigeg eb en würden.
Der Kriegsminister richtete an alle Venera!« bei ftanzösische« Arm« ein Schreiben, demzufolge jedem Soldaten Landurlaub zur Bestellurql und Ernt« gegebenen werden muß.
Das Diensteinkommen der Volksschullehrer.
DaS neue Dstnsteintommengesttz für die Volksschullehrer ist der preußischen Landesversammlung zugegangen. Das Gesetz tritt an die Stelle des Anfang Mai verabschiedeten Notgesetzes. Während das Notgesetz nur die Ge- haltsstagen regelte, schasst das neue Gesetz auch für bie übrigen umstrittenen Fragen eine Neuregelung. Die Gehaltsfragen bleiben unberührt (6200—9300 Mk. gleich bett Beamte« in Gruppe 7). Neugeregelt wirb dagegen fol- gekckes:
Der Ortszuschlag beträgt bis 7000 Mk. Grundgehalt in Ortsklasse A 3000, B 2400, (£2000, D 1700, E 1400 bis 8100 Mark, 3000, 2800, 2300, 1950, 1600 Mk., über 8100 Mk. 4000, 3200, 2600, 2200, 1800 Mk. Verheiratete Lehrerinnen erhalten den Ortszuschlag zur Hälfte. Dienstwohnungen werden mit 30 v. H. angerechnet. Ferner wird bestimmt, daß den Landlehrern Hausgarten und Landnutzung zusteht. Bei Verbindung von Schul- und Kirchenämtern toerben Stellenzulagen gewährt. Die Leiter von Schulen mit sechs und mehr Klassen erhalten Amtszulage» von minbestens 1200 Mk. (Leiterinnen 1089 Mk.). Die bisher gewährten Naturalleistungen können verbleiben, Anrechnung auf bas Diensteinkommen ist zulässig. Das Besoldungsdiensi- alier der endgültig angestellten Lehrer beginnt mit dem Zeitpunkte der endgültigen Anstellung im öffentlichen
Polen.
Eingreifen des Bölkerbimde» im Krieg gegen Rußland.
wb. A m st e r d a m, 29. Jimi. Die „Time-" meldet aus Warschau, daß dort ei» Bericht eingetroffe» sei, wonach der Völkerbund in der polnisch-russie schrn Frag« «ingreifm werde. Dieser Schritt würde in Polen mit Freuden begrüßt werden, da die übergroße Mehrheit der Bevölkerung den Frieden herbei- sehne, wenn er auf ehrenvolle Weise erreichbar wäre.
wb> London, 99. Juni. Nach «i«r Meldung deS „Daily Telegraph" au» Kopenhagen hat Pol« alle Mänizxr zwischen dem 2h. und 80. Jahr motte, liftert.-' 1 1
Das Reichskabinett.
wb. Berlin, 29. Juni. Das Stabinett befaßte in d-r heutigen Sitzung hauptsächlich mit der (irren vorläufigen Regelung des Reichshanshalts r 1920. Es konnte sich den Gründen, die das ühere Kabinett zu seiner Zustimmung veranlaßte, dicht verschließen und stimmte daher dem Entwürfe Dt. Im übrigen wurde beschlossen, die Frage der ßece in fach ungderReichsbe Hörden und der Rknabgrenzuug der Zuständigkeit unverzüglich in Angriff zu nehmen.
Der Reichspräsident hat auf den Vorschlag des
1« Vertrages, der die Rückgabe der Kriegstrophäen £ ter beiden letzten Kriege vorschreibt, hat bie deutsche
> wb. Berlin, 29. Juni. Heber den Kreis Schien- lingeu. Provinz Sachsen, wurde auf Antrag des Regierungskommissar zuständigen Oberprästdenten
*r Provinz Sachsen und im Einverständnis mit dem preußischen Minister des Innern der Ausnahme- 1« stand verhängt.
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wb. Berlin, 29. Juni. Der Versuch, heute früh Lebensmittelunruhen in der Zentralmarkthalle hervor- zurufeu, ist durch Eingreifen der Sicherheitspolizei im Keime erstickt worden. D«r Rädelsführer, der ans Hamburg stammen soll, ist festgenoinmen worden.
Berlin, 30. Juni. Gestern Mittag zog «in Trupp von einigen hundert Männern und Frauen, bie Dhilder mit den Aufschriften „Nieder mit den Lebeiismittelschieberil und Wucherern" mit sich führten, vor das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Eine Abordnung wurde vom Minister Hermes, der gerade eine Unterredung mit Arbeitervertretern hatte, empfangen. Der Minister erläuterte der Abordnung die LebenSmittellage und machte sie mit idem Bestreben bekannt, die darauf hinzielen, eine Aenderung der Preise herbeizuführen. Die Abordnung nahin diese Darlegung entgegen und übermittelte sie den Demonstranten, die sich darauf in aller Ruhe entfernten.
Am Dienstag erhielte« einige hundert Geschäfte des Westens vorgedruckte Postkarten, in denen sie aufgefordert werden, die Preise bis 5. Juli auf die Friedenspreise herabzus-chen, andernfalls die Geschäfte demoliert würden.
Wie dem „Berl. Lokalauz." aus Stuttgart berichtet wird, haben bie Unruhen in Württemberg im allgemeinen ausgehört. Gestern kam es zu kleinen Schießereien in Ravensburg. Dabei gab es auf Seiten der Zivilisten einen Toten und etlich: Berlettze. Die Polizei ist Herr der Lage.
Die Bereinigung rheinisch-westfälischer Stadt- und Landkreise beschloß, einheitlich Höchstpreise für Frühobst und Frühgemüse festzusetzen.
In Gera wurde auf Veranlassung der Regierung und des Staatsrats ein Marktschutz ins Leben gerufen.
wb. Würzburg, 29. Juni. Gestern kam t9 hier zu schweren Lebensmittelunruhen. Am Rathaus feuerte Reichswehr auf die Menschenmenge, wobei mehrere Personen getötet und schwer verwundet wurden. Einige Geschäfte toutben geplündert.
wb. Frankfurt a. M., 29. Juni. Die vom Gewerkschaftskartett auf dem Römerberg veranstaltete Demonstrationsversammlung für den Abbau der Lebensmittel- und Bedarfsartikelpreise nahm einen ruhigen Verlauf. Die Teilnchmer zogen dann zum Bahnhof, wo sich der Zug auflöste. Demonstranten drangen in den Garten des Kaffees Astoria mit dem Ruf: „Hinaus mit den Schiebern", worauf sich di« Gäste entfernten und das Kaff« geschloffen wurde. Zahlreiche andere Lokale schlossen gleichfalls. — Die Preisprüsungsstelle gibt heute folgende Preise bekannt: Jtal. Frühkartoffeln 1,20 Mk., Johannisbeeren 1,10 Mk., Stachelbeeren 1,30 Mk., Heidelbeeren 2,30 Mk., Himbeeren 2,50 Mk., Erdbeeren 3,20 Mk., Frühbirnen ■2,50 Mk., Kirschen 2 Mk. da» Pfund. Bei Preis- Überschreitungen wird rüchichtSlo» eingeschritten. Die Zufuhr an Kirschen und Stachelbeeren auf dem Obstmarkt war heute sehr ger ing.
wb. Cuxhaven, 29. Juni. In Cuxhaven kam e» gestern Abend zu Plünderungen in der Kot* dersteinftraße. Die Polizei war machtlos. Die Küstenwehr wurde zu Hilfe gerufen, griff aber nicht ein. Heute forderte daS Gewerkschaftskartell in Mauer-
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fei der Reichsregierung Protest gegen die Auflösung Ihauseej ta Sicherheitsmehcen und die Herabsetzung der Reichs- »ehrsiärke erhoben unedle Reichsregierung um Ablehnung dieser Forderung ersucht.
Der Snjetgenprets beträgt für bie Sgefp. Zeile 75 Pfg. uni 16'/, Aufschluß, «utltche ■«, - , '
und auswärtig« 1.— Mk., Rellmnezeile 3.00 Mk. Jeder Heben gilt al» Berrebött. 33 IfilM Bet Auskunft durch die Geschäftsstelle und Vermittlung der Angebot» 25 Pfg. Eon« w‘, d«rg«bShr. — Sei Beträgen unter 20 Mk. müssen wir das Porst» für die Rühnung IQ7D berechnen. — Postscheckkonto: 5tr. 5015 Amt Frankfurt e. Stein. Iw LV
1919.
Jft 1575.— „ 3651.« „ 2790.«
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Der Wortlaut der Entwaffnungsnoten der Verbeten ist jetzt veröffentlicht worden. Der wesenüiche Ät wurde bereits auszugsweise mitgeteilt (Herab- ng der Reichswehrstärke auf 100 000 Mann, Aus«
ng der Sicherheiispolizei, dafür Verstärkung der men Polizei auf 150 000 Mann, Verbot der Her- tßuiig und Einfuhr von Luftfahrmaterial für 3 lonate nach Ablieferung des gesamten Materials), ^merkenswert ist noch folgende Forderung:
I Die Ordnungspolizei muß ihren Charakter als ort* und Geme! ndepolizei wahren. Sie erhält keinem Umfang und in leinet Weise eine zentrale lganisatioii. Sie wird mit einer Bewaffnung ausrüstet, die ihrem Zwecke entspricht, und von dem teralliierten Ueberwachungsansschuß festgesetzt eben wird. Ferner dürfen während der drei von Absendung der gegenwärtigen Note an bis zur ültigea Auflösung der Sicherheitspolizei laufenden late Soldaten der Reichswehr nicht in die Sicher itspolizei übernommen werde». Der Bestand der nbarmeric darf von 12 000 aus 17 000 Mann erhöht den.
Die Vorgänge bei Thal.
^^Nach der Rede des Reichskanzlers Fehrenba'ch Montag folgte die in dem Wolffschen Bericht ^Ucht erwähnte Interpellation Ledebour (U. Soz.) «er die Vorgänge bei Thal in Thüringen. Reichs- «ehrminister Dr. Geßler erklärte: In dem Bedauern über die traurigen Vorgänge, bei denen Deutsch« *®n Deutschen getötet wurden, weiß ich mich eins “il der gesamten Reichswehr, welche die Vorgänge ^flagt, die neue» Material zu Angriffen gegen sie
Dl» .JDber&»IM« Zeitung" erscheint sechsmal «Schentlich. — Bezugspreis monatlich 1 JA 4 Mk durch bie Post 4.20 Mk. — Für ausfallende Nummern infolge Streik» ob« K4S elementarer Ereignisse kein Ersatz. — «erlag von Dr. L. hitzerotd. — Druck bet Univ.-Buchdruckerel von Iah. «ng. Koch, Markt 21/23. — Fernsprecher 55.
Reichskanzlers Las BUtglied des Reichstages Dr. Uranus (Ztr.) zum ReichSarbeitSn'-inister ernannt.
Interpellation über die Geueralstreikpläne.
Di« deutschnationale Fraktion des Reichstags hat ßlzendc Interpellation eingebracht: Rach unwider- drochenen Mitteilungen in der Presse werden von Or- Mnen bet äußerste» Linken Vorbereitungen für einen Rencralstroik getroffen, der sich auch auf die lebens- »ichiigtil Betriebe erstrecken und unter Anwendung •en Gemaltmaßregeln durchgeführt werden soll. Aus ‘ben Mil^tlungcn geht weiter hervor, daß der Generalstreik zum Zweck des gewaltsamen Umsturzes brr Verfassung geplant wird. Sind dem Reichskanzler -diese Vorbereitungen bekannt, und was beabsichtigt er Ä tun, um die der deutschen Bevölkerung au» den verbrecherischen Absichten der Streikleitung drohenden Ge- ihbren zu beseitigen, das Wirtschaftsleben vot völliger Lahmlegung zu bewahren und die Berfaflung gegen sdie!» hochverräterischen Absichten zu schützen?
Italien.
wb. Rom, 29. Juni. In der Kammer cdlätit Giolitti, ein mit mehr als nur militärischen Vollmachten versehener Diplomat habe sich am Dienstag nach Albanien Begeben, um mit der albanisch« Regierung zu verhandeln. Es fei auf dies« Weise «tat rasche Verständigung mit Albanien zu echofsen. ®ie« litti sprach darauf von den Ereiguffsen in Aneona. Die Regierung wich« nicht zu hart mit den austührto scheu Eelenunten verfahren. Die Kammer beschloß bex Uebergang zur Tagesordnung mit 222 gegen 92 Stimmen. I-
In der Nachtsitzung beschloß bie Arbeiierkamme» den Gen eraltzreik für Dienstag morgen zu et* Karen. Die Straßenbahnen verkehren nicht.
wb. Mailand, 29. Juni. Der „Secolo" berichtet über neue Zwischenfälle in verschiedenen Städte* der Romagna. In Forli haben die Demonstrante* eine Brücke gesprengt. In Eesena wurde ein Soldat getötet. Zwischen Polizei und Demonstranten kam es in Rimini zu heftigen Zusammenstößen. Schwerer Natur waren die Unruhen in lernt Hier griffe« aufrührerische Elemente nach einer sozialistischen Versammlung da» Lokal der Bürgerlichen Vereinigung „Union" an, wobei e» vier Tote und 11 Lccwunöett gab.
Nach dem „Csprriere della Sera" hat sich bie Lage in Oberitalien bedeutend gebessert. In Ancona ist die Ruhe wieder hergestellt. Die Bersaglieri, bi« sich zuerst butch anarchistische Elemente beeinflusse* ließen, hckbrn sich später wichet den Anordnungen bet Führer unterworfen.
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