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Amlliches DerkLndlgungsblatt des Kreises- Marburg.
Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen
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geschrieben haben soll, als der Spionage den Franzosen verhaftet worden. Abigt politisch nicht betätigt, sondern nur die Bevölkerung in der Mieterschubbewegung
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Ermordung von 15 Unschuldigen ge- 5 beabsichtigt der Herr Reichskanzler
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— Der * Bundestag de» Deutschen Ofsizirrbnnde» wählte zum Bundespräsidenten General d. Ins. j. D. o. Hutier, zum zweiten Vorsitzenden Gencra'Ieut» nant z. D. v. Delow, zum dritten Vorsitzenden (Bene*
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statt vor das ordentliche Gericht, vor ein Kriegsgericht gestellt worden sind?"
sekretär Grötschner nach Gestellung einer Kaution aus der Hast entlasten.
wb Wiesbaden, 24. Juni. Auch DirestorAbigt, der Führer und Gründer der „Heimkultur", wurde aus der Haft entlassen. Seine Freilassung erfolgte auf die Drohung der sozialdemokratischen Parteien hin, sofort in den Generalstreik einzutreten, falls er bis Mittwoch Mittag nicht entlassen sei. Direktor Abigt war am 15. Juni wegen eines Briefe-, den er an den Ministerpräsidenten
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Ein Demokrat als Verfechter der Diktatur.
In der demokratischen „Berliner Börsen-Z^g." schreibt der Abg. Frhr. v. Richthofen in einer Betrachtung über Spaa folgende höchst beachtenswerte Sätze:
„Das deutsche Volk hat die Wahlen zum eitlen Reichstag der deutschen Republik überwiegend mit dem Gefühl und nicht mit dem Verstand gemacht. Auch ein Demokrat muh vom auhenpolitischen Standpunkte aus zugeben, dah bei einer solchen unpoltttschen Eharakteranlage eines Volkes ein diktatorisches Regierungssystem unleugbare Vorteile hat. Hätten die Preuhen im Jahre 1809 ein Parlament zu wählen gehabt, sie hätten sicherlich das Be- freiungsjahr 1813 nicht erlebt."
Also weil das deutsche Volk, dessen unpolitische Charakteranlage auf einmal entdeckt wird, nicht nach den Wünschen der demokratischen Partei gewählt hat, werden einer Diktatur „unleugbare Vorteile" abgewonnen.
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Die nette« diplomatischen Vertreter in Berlin.
wb. Paris, 24. Zuni. Wie Havas erfährt, ist auf Grund des Beschlusses der Konferenz von Bau- logne, dah sich die Erohmüchte vom 1. Juli an in Berlin durch Botschafter vertreten lassen wollen, von der französischen Regierung als Botschafter in Berlin der Ehrenpräsident des Rechnungshofes, Charles Laurent, in Aussicht genommen. Die erbetene Zustimmung ist bereits von deutscher Seite erteilt worden.
Berlin, 25. Zuni. Wie das „Berl. Tagebl." erfährt, wird der italienische Geschäftsträger in Berlin de Martino sich noch im Lause dieser Woche zu Besprechungen nach Rom begeben. Seine offizielle Ernennung zum Botschafter Italiens wird in den ersten Tagen des nächsten Monats erfolgen.
wb. Brüssel, 24. Zuni. Der belgische Gesandte in Tokio Graf de la Failie de Leverghen wurde zum Gesandten in Berlin ernannt.
Albrecht
Die Wahl des Präsidiums.
Berlin, 24. Juni. Der Ältestenrat
efchlusifähi-gkeit des Hauses fest und seht Schste Sitzung auf Freitag nachmittag 3 Uhr er Tagesordnung der Wahl des Präsidiums schließt gegen 4 Uhr.
Marburg Freitag, 25. Juni (Sre*wwn>.)
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um die Hinterbliebenen der schuldlos ermorde- Lpfer schleunigst zu entschädigen? Wie rechtfertigt Aeichxchsnzler es. das zeiifreiwillige Studenten,
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Der Landarbeiterausstand i« Pommer«.
wb. Berlin, 24. Juni. In dem pommerfcheU Landarbeiterausstand hat der Landrat de« Kreise» Köslin nach langwierigen Verhandlungen nunmehr dl» technische Nothilfe zum Einsatz aufgerufen. 6» hat daraufhin die Rothilfe auf fünf Gütern des Kresse» zur Verrichtung der Rotstandsarbeite« eingesetzt. T« auch im Kreise Flatow ein neuer Landarbeiterausstand ausgebrochen ist, steht auch hier die Nothilfe bereit. SM übrigen macht die von der technischen Nothilfe eilig«, leitete Werbung unter d« landwirtschaftlichen Bevölkerung zur Durchführung der landwirtschaftlichen Rot- hikfe gute Fortschritte. So haben sich beisptelsweife vor einigen Tagen in Bergen auf Rügen allein an taurend Angehörige der Landwirtschaft zur landwirtfchafttrche« Nothilfe verpflichtet. In anderen Städten stellen sich die Fachschulen geschloffen mit ihren Lehrkräften der- landwirtschaftlichen Nothilfe zur Verfügung. f
Stettin, 25. Juni. Der Arbeit«ehmergruppe de» poimnerschen Landbundes ist folgendes Telegramm za« gegangen: Der Rationalvsrband dentfcher Emverke schäften verfolgt mit wärmster Anteilnahme den Der- teidigungskampf der dortigen 20 000 nationalen Landarbeiter um ihrs Koalitionsfreiheit gegen den tote«| Terror. Wir bitten die pommerfchen Arbeiter irren Arbeitsplatz bis zum äußersten zu behaupten und mit Entschlossenheit und Opfrrfreudtgkett nicht nur der Ernährung Deutschlands zu dienen, sondern auch unserem gemeinsamen Kampf um die Koalitionsfreiheit für alk Arbeitnehmer zum Siege zu verhelfen. Haltet aus für die nationale deutsche Gewerkschaft.
Este« ohne Wasser.
wb. Essen, 24. Juni. Die ausständigen Arbeiter haben das Wasserwerk stillgelegt. Die ganze Stadt, auch die Krankenanstalten, sind ohne Wasser. Mehrere industrielle Werke mutzten bereits den Betrieb schliegen.
Weitere Lebensmittelunruhe».
Berlin, 24. Juni. Die „Voss. Ztg." meldet aur^ Bremen über Lebensmittelunruhen: Die Warenbcsitzer auf den Märkten wurden von der Menge gezwungen, ihre Waren zu den von dem Volke festgesetzten Preise« abzugeben. Später wurde die Bewegung auch auf die Ladengeschäfte übertragen. Die Polizei mutzte sich da- rauf beschränken, schlimmere Ausschreitungen zu verhindern.
rob. Sternen, 24. Juni. Die Lebensmittelun- ruhen verstärkten sich über Mittag sehr, sodah die Polizei einige besonders lebhafte Ladenstratzen für dest allgemeinen Verkehr sperren muhte. Tie Demonstranten wandten sich im Laufe des Tage» auch gege» die Schuhwarenläden und größere Warenhäuser, denen sofort polizeilicher Schutz zuteil wurde. In erstere« fanden vielfach Zwangsverkäufe stakt. Auch Snne« Diebstähle vor. Viele große Ladengeschäfte der innere« Stadt haben wegen der bedrohlichen Lage schAdtze« müssen.
Maßnahmen gegen weitere Preiserhöhungen.
kg. Berlin, 24. Juni. Vom preussischen Ministerium des Innern find die Provinzialregierungen mit der Einsetzung von Preisprüfungskommisfionen beauftragt worden, um gesetzgeberische Matznahmen gegen eine weitere Erhöhung der Lebensmittelpresse und der Preise für Eebrauchsgegenstände vorzubereiten.
Der durch die Plünderungen in Krefeld angerichtete Schaden wird auf mehrere Millionen Mark geschätzt. Die städtische Lebensmittelkommiffion wird Lebensmitteln in grohen Mengen einkaufen und fie zunt Selbstkostenpreis an die Bevölkerung abgeben. r
Nus dem besetzten Gebiet.
Köln, 25. Juni. Ter Regierungspräsident gibt amtlich bekannt, daß die Bestimmung des Reichsfinanz. Ministers über den lOprozentigen Steuerabzug vom Ar- beitSlohn von der Rheinlandkommission genehmigt worden ist. Im Anschluß an diese Vekanntmachung teilt oaS Landcssinanzamt mit, daß der Ivprozentigr Steuerabzug am 28. Juni 1920 in Kraft tritt.
wb. Mainz, 24. Juni. Wie die hiesige „Volks- Deitung" meldet, wurde bet verhaftete Mainzer Arbritcr-
Die Kabinettsbildung.
Berlin, 24. Juni, ^iach den Abendblättern kann als feststehend angenommen werden, dah das Kabinett Fehrenbaft auf der Grundlage einer bürgerlichen Mitte zustande kommt. Die endgültige Ministerliste steht noch nicht fest.
Während die „Voss. Ztg." und das „Verl. Tageblatt" die Kabinettsbildung im wesentlichen als abgeschlossen ansehen, sagt die „Deutsche Allg. Ztg.": Die Bemühungen der Parteien, die Bildung des Kabinetts beschleunigt zustandezubringen, haben bisher noch zu keinem positiven Erg bn'.s geführt. Die verschiedentlich genannten Namen der in Betracht kommende« Persöttichketten treffen nicht zu. Es heißt, datz der der Deutschen Volkspartei an« gehörende Oberbürgermeister Scholz -Charlotten- burg noch nicht als endgiilt ger Kandidat für das Reichswirtschaftsministerium bezeichnet werden könne. Ebenso werde es bezweifelt, datz Landrat a. D. v. R a u m e r von der Deutschen Volkspartei, der als Reichsschatzminister genannt werde, diesen Posten erhalte.
Die Bedingung für Verricht auf „ausgesprochene Opposition".
kg. Berlin, 24. Juni. Reichskanzler Fehrenbach hat der mehrheitssozialistischen Fraktion eine Erklärung abgegeben, wonach die neue Reichsregierung sämtliche von der bisherigen Regierung ernannten Sozialdemokraten in den Ministerien und Verwaltungsbehörden in ihren Aemtern belassen wird. Auf diese Erklärung hin ist der Verzicht der Sozialdemokratie auf eine ausgesprochene Opposition erfolgt.
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14 6. Atzung vom 24. Juni.
Zur Beratung steht ein Antrag der Geschaftsorb- nmtgskommission. die Regierung möge die Haftentlassung des Aba .Kilian (U. S.) bewirken. Der Ausschußantrag wird gegen die Rechte angenommen.
Der Nothaushalt von 1920 wird in allen drei Lesungen ohne Erörterung angenommen.
Es folgt die Beratung eines Antrages de? Ver- sasfungsausfchusses, die Regierung möge aus eine A e n d e- rung der Reichsverfassung betreffend die preußischen Stimmen im Reichsrat hinwirken. Es handelt sich insbesondere um eine Fristverlängerung, die der Artikel 168 der Reichsverfassung vorschreibt, da die sämtlichen preußischen Stimmen des ReichsratS bis zum Erlaß eines besonderen Landesgesetzes, höchstens aber auf die Dauer eines Jahres, von Mitgliedern der Regierung abgegeben werden könne«. Weiter fordert der Aus- schuß, daß die Deiterberaiung der Gesetzentwurfs über die Bestellung von Reichsratsmftgliröern durch die Pro- vinriclvcrwaltung solange vertagt werde, bis die Entscheidung über die angeregte Aenderuug der Reichsver- sassung vorliege. Der Antrag wird angenommen.
Montag, den 5 Juli, 11 Uhr vormittags: lieber« gang der landesherrlichen Bergregale auf den Staat.
Zur Frage dcr Obstteuerung und ihrer Bekämpf- schreibt der Frankfurter Bürgerausschuß u. a.: „Es wär» ein Leichtes für die Schar der Konsumenten, angemessen» Preise zu erzwingen, wenn der Einzelne ein weni, mehr Selbstzucht und solidarische Disziplin aufzubringen vermöchte. Gewiß sind es auch hier wieder diejenigen, die heute auf dem Gebiete der „Lebensgenüsse" allzeit voran sind: aber von ihnen alleftz könnten Markt und Händler nicht leben. Da sind bM vielen — allzuvielen Hausfrauen, die der Lockung tzetz ersten frischen Früchte „mit dem besten Willen" nicht widerstehen können; da sind die zahlreichen Hausväter« die ihrer Familie eine kleine Freude bereiten wollen: b« ist daS bescheidene Ladenmüdel, der kuapplebeude Student: man muß doch mal ein bißchen frisches Obsi gegessen haben! Gewiß. baS Recht habt ihr alle, «be, ihr könntet e8 weit billiger buben, wenn ihr — jeder einzelne für fein teil — den festen Entschluß faßtet einige Tage lang auch nicht ein Viertelpfund der überö teuerteu Ware zu kaufen. Der Erfolg wäre sicher überraschend: bei einer reichen Ernte, wie wir fie Hadem würde der Preis schon innerhalb einer kurzen Fritz auf die Hälfte und darunter sinken» die HauSfratz sähe sich in der Lage. Einmachvorräte anzuschasfen — ei bedürfte keines Hilferufes an die Behörden, deren Maßnahmen ohne die Unterstützung der Konsumenten doch immer Halbheiten bleiben —, und Vorgänge, wie sie be, Börneplatz jah, wären kaum zu befürchten. Wirklich, es bedarf gar nicht» weiter zur durchaus notwendigen Regulierung mancher Preise al» ein wenig Selbstzucht und ein bißchen Solidaritätsgeftihl in den Reihen der Konsumenten!" — Der Frankfurter Hau»frauenver. veranstaltet am 25. Juni in den Römer hallen eine össenlliche Derfammburg gegen di« uuberrchti^ hstzr- Obstpresse,
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Auflösung der Sicherheitspolizei.
wb. B e r l i n, 24. Juni. Bei der deutschen Regierung sind zur Entwasfnungsfrage drei Noten eingegangcn. Die Forderungen decken sich un- der letzten Zeit hierüber ausgedrückt hat. Es wird grundsätzlich die Herabminderung des Heeres auf 100 000 Mann gefordert. Zugestanden wird eine örtlich organisierte Polizei.
Die erste Note zählt die verschiedenen Verstöße gegen die iililitärischen Bestimmungen des Friedensvertrags auf, die Deusschland zur Last gelegt werden. Es wird bann im einzelnen darauf hin- gewiesen, die Alliierten seien darin einig, datz die Bestimmungen des Fricdcnsvertrags "bei die Entwaffnung Deutschlands, sowohl was die Heeres- stärke, als auch was das Kriegsgerät betreffe, restlos durchgeführt werden mützten. Daher müsse es bei der Herabsetzung der deutschen Heeresstärke auf 100 000 Mann verbleiben. Die Sicherheitspolizei sei innerhalb dreier Monate aufzulösen. Dafür könne die schon vor dem Kriege bestandene Ordnungspolizei auf 150 000 Mann, somit um 70 000 Mann gegen ihren Stand von 1913 erhöht werden/ Ferner fordern die Verbündeten, daß die deutsche Gesetzgebung ausdrücklich in Einklang mit den militärischen Bestimmungen des Friedensvertrags gebracht werde, womit, wie aus der zweiten Note hervorgeht, insbesondere die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht durch Gesetz gmeint ist. Ferner werden in der Note gesetzliche Maßnahmen gegen die Ausfuhr von Kriegsmaterial verlangt. Endlich wird auf wirksamen Matznahmen zur Auflösung der Einwohnerwehren bestanden. Die zweite Note gibt insbesondere Einzelheiten über den Ersatz der Sicherheitspolizei durch die 150 000 Mann Ordnungspolizei. Die dritte Note fordert mit Rücksicht auf die unvollkommene Ausführung der Auslieferung des militärischen Luftfahrtmaterials, datz die Anfertigung von Luftfahrtmaterial in Deutschland, die an sich am 10. Juli wieder hätte beginnen können, erst drei Monate nach vollständiger Durchführung der Ablieferungsfrist wieder ausgenommen werden darf.
Spaa.
wb. Paris, 25. Juni. Der Londoner Korrespondent des „Newyork Herald" will aus guter Quelle erfahren haben, die Konferenz vor Spaa werde wegen der Lage in Deutschland jedenfalls nochmals vertagt werden. Die Verbündeten könnten Verhandlungen von der Bedeutung, wie sie in Spaa bevorständen, nur mit einer dauernden Regierung anknüpfen.
kg. Rotterdam, 26. Juni. Reuter meldet, die Konferenz in Boulogue habe beschlossen, datz in Spaa den Deutschen die Erfüllung der rückständigen Vertragsverpflichtungen bis 30. August als letzten Termin aufzuerlegen fei.
Der Biyelgeitpret« beträgt für He 8ge[p. Zeile 75 Pfa. unb 10•(, Ausschlag, entlüfte | CK •Yftfce* und auswärtige 1.— Mk., Neklamezeue 3.00 Mk. Zeder Rabatt gilt al» Barrabätt. I et). OllQlL Lei Auskunft durch die Geschäftsstelle unb Vermittlung der Angebote 25 vfg. Eon-' ----
dergebühr. — Postscheckkonto: Rr. 5015 Amt Frankfurt «. Main.
Neuwahlen i« Preuße» Ende August?
kg. Berlin, 24. Juni. Die Neuwahlen zur preutzi- scheu Landesversammlung finden, nach einer Mitteilung in bet Fraktionssitzung der Mehrheitssozialtsten der Landesversammlung, in der vierten Augustwoche statt.
Die „Oberhesfische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 4 4E 4 Mk., durch die Post 4.20 Mk. — Für ausfallende Nummern infolge Streiks »der Ur, Ht) elementarer Ereignisse teilt Ersatz. — Verlag von Dr. C. Hitzersth. — Druck der “ Unto.-Buchdruckeret von Ioh. Aug.Koch, Markt 21'23. — Fernsprecher 55.
■ * Fraktion. Beisitzer des Vorstandes sind: Frk. M. ehm, Hauxivorsitzendc des Eewerkoereins der Heim- >$ritc-ittnen Deutschlands: Väckerobermeister Bie - ki (Sechsen); Staatsminister Dr. v. Delbrück, Dr. Helfserich, Geheimrat Dr. Hugen- t r g, Landwirt Lind, Hessen - Nassau, D. Mumm, 'J ittergxt-Lefitzer Dr. Röstcke, Görsdorf, Graf Ostarp, Oekonomierst Weilnböck.
d^aü ben amtlichen Feststellungen hat die Drutsch- ^ionülr Bolksvartei im Reichstag 66, die Deutsche ^lsspartei 62 Sipe. Dabei sind die ans die Liste der landwirtschaftlichen Berufsvereinigungen Thü- ^enS gewahrten 3 Abgeordneten sämtlich der Deutsch- LollSpartei zugezählt worden, weil diese Liste brukschnatioualeii Reichsliste angeschlossen wat. S dieser ^rrordnrten gehören jedoch der Deutschen Bolkspartci !L Dazegeu ist der Kandioat der l>ereinigten Rechts- lieien in Oberbayern, v.Braun, nicht der Deutschen Espaerri, der diese Lifte angcschlossen war, sondern Teutschnationaken zuzuzählen. Dementsprechend zäh- 15 cü T<utsch,nationalen 65, die Deutsche Bolkspartci 63.
SnterpeHation wegen des Marburger Freispruchs.
, Berlin, 24. Juni. Die Ilnabhünglgen haben in Frattionssitzuug folgende Interpellation km ^chstoge beschlossen: „In Thal bei Ruhla sind am 24.
1620 15 Personen von zeitsreiwilligen Marburger b>denren widerrechtlich verhaftet und in grausamster *’-te ermordet worden. Eine Anzahl Studenten ist ^halv oor ein Kriegsgericht gestellt und fteigesprochcn *°rben. SBic gedenkt der Herr Reichskanzler dafür zu
t Bit tritt 6iiiiiu du Xeiislios.
[ Berlin, 24. Juni. Das Haus ist voll beseht, stsgieichen die Tribüne. Im übrigen deutet nichts sti iitcheren Ansehen des Saales auf die Bedeutung stefer ersten Sitzung des ersten Reichstags nach der ldimg hin. Der Alterspräsident Abg. Rieke
) eröffnet die Sitzung und ernennt die Abg. ilkewitz, Fran Agnes, Frau Bohm und . Pfeiffer zu provisorischen Schriftführern, stsordnungsmätzig wird sodann zum Namens- ttf der Abgeordneten geschritten, in dessen Ber- f sich ergibt, datz die meisten Minister im [entint Platz genommen haben, so z. B. die Abg. !irth, Giesberts, David, Blunck und Bauer. So rilärt es sich auch, daß auf der Ministerbank eichsminister Koch das gesamte Reichskabinett lftritt. Beim Aufruf des Namens des Abg. ittwoch (!l.S.) ruft Abg. Ledebour unter allcsder Heiterkeit des Hauses: „Er sitzt!" Zu «er ähnlichen Szene kommt es beim Aufruf des bg. Sünnes, Hier ruft Adolf Hoffmann: Eenn das Geld int Kasten klingt, der Stinnes in tu Reichstag springt!" Der Namensaufruf ergibt ie Anwesenheit von 432 Abgeordneten. 34 Ab- mdnete fehlen. Der Alterspräsident stellt die
eichstages einigte sich in seiner heut gen ersten itzvng dahin, die Wahlen zum Präflden en mor- n durch Stimmzettel, die der Schriftführer durch «ruf vorzunehmen. Die Reihenfolge richtet sich ich der Stärke der Fraktionen, so datz die Anab- sgigen, das Zentrum und die Deutfchuationalen cine« Bizepräfisienten erhalten, «ßn zwei Schrift- hrer kommen auf die Sozialdemokraten unb die rutsche Volkspartei.
Erzberger bleibt der Reichstagstagung fern.
Ve r li n , 24. Juni. Erzberger erklärte in der Wgeir Sitzung der Zenirumsfraktion, er leide k einem Halslatarrh und könne kaum sprechen.
1 müste sich auf ärztliche Vo'schrif" einer Kur fern m Berlin unterziehen und könne daher der emmertagung des Rerchstages nicht beiwohnen, lu Beschmutz über Erzberaers Verbleiben in der toftiert wurde nicht gefaßt.
'Str nru- Erzbergcrprozcß soll am 9.Juli Samen. Dr. .Helfserich glaubt, jetzt das endgültige iatrrial beisammen zu haben, das die SteuerhiNterzieh-
^3 Erzbergcrs bcioeiscn soll.
Der Vsrsianb der Fraktion der Deusschnationalen Bolkspartei
aus folgenden Mitgliedern: Staatsminister L 5 e r 61 Vorsitzender; stellvertretende Vorsitzende: rildgertchtsdirektor Schultz (Bromberg): Justiz- inrsier a. D. Düringer (Baden); Vorsitzender ves «ttalverSandes der Land-, Forst- und Welnbergs- Eiiter Deutschlands Behrens. Zum Vorstand ge-
l» mit fev-n Geb. Justizrat Dietrich, 6>. Malk.ewttz,
ist de» ^r-nmcister der Handwerkskammer Stettin und Guts-
, Achter und Fabrikant Schiele als Geschäftsführer