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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

Tsiiegertsch« Buseinandersetzaitz Ländern tat Bereich der Mög-

Neue Kämpfe in Albanien

ferenz von Hylhe beschlossen worden fei, daß, wenn

$if:Lokalanzn'ger" heißt cs: Falls das Ml-- Deutschland es unterlasse, bte Bestimmungen de- Der- l1!«Si-i.* da Kadinrttsbiidnng keinem der bi- jeLtizaiiia^Vrrlrages^ju crsüiler^ dre Besetzung aus

55.3M

1929

geworden, daß eine zwischen den beiden lichkeit liegt.

weitere- d-u'sche- Gebet ausgedehnt irerse. Ao d George erwiderte, diese Frage sei in Hhthe nicht er­örtert worden. Die Politik der Verbünden,. wie fie n der Erllärung von Sa» Remo festgelegt worden ist, Ijote sich nicht geändert.

aiigegrifsen und diese bi- 4 Kilometer von ihrer be­seitigten Stellung ztirückgeuwr'en. Sie haben dabei eine Anzahl italienisch« Offiziere und Soldaten ge­fangen genommen und Waffen erbeutet.

mm: iniiito 6t» .'bei nh Siialmb.

Tie ^Spannung, die seit einiger Zeit zwischen Schweden und Finnland weyeu der Ao aadfrage b«* lebt, ist nach den Ereignissen auf Aaiand so groß

gw»aunten Männer gelänge, werde der Reichspräsident die Führer bei Parteien xu einer Besprechung einlad-n und sie ermahnen, daß da- Wohl de- Ganzen über oem an sich wohl begründeten Parteiin'.er-sse stebt.

Tie beiden Parteien der Rechten sowie die Demo­kraten hielten gestern Besprechungen ab. die heut; fort­gesetzt werden. Die Sozialdemokraten haben ebenfalls beraten, doch wirb ihre Stellungnahme erst in den Esten Tagen geNär» werden. Das Zentrum wird ich ebenfalls in den nächsten Tagen zu einer Be- prechung zusmnmenfinden.

Deutschnational« vollspartei und Putsch,«licht«.

DieKorrespondenz der Deutsch nationalen Bolk-par- tei" schreibt: In letzter Zeit ist von der Regierung wieder- bclt und mit »«nehmendem Ernst daraus bingewiesen tvorden, daß neben den unmittelbaren Gefahren ge­walttätiger Unternehmungen von links, nach den ihr iugeaangeuen Nachrichten, auch die Möglichkeit von Rechtsputichen bestände, die in-besondere von einigen früher dem Militär angehörigen Persönlichkeiten Der bereitet würden. Uns ist von derartigen Plänen nldn daS Geringste beteext und wir haben die Regierung., die neuerdings auch mit unS in dieser Angelegenheit Fühlung genommen hat» erklärt, daß wir keinen Anlaß zu einer Besorgnis vor tier^T'inaswidrigen Unterneh­mungen von recht-stehender 6« ' sähen. K.nn es aber tatsächlich Männer geben sollte, die trotz bet unheilvollen Lehre des ^apn-VutscheS. die ihnen zur Warnung dienen sollte, sich mit den verbrecherischen und aberwitzigen Ge- danken tragen, zuwider der Verfassung mit Gewalt die ordnungsmäßige Entwicklung der Geschicke deS deutschen Volkes $n stören, so lehnen wir jede Gemeinschaft mit ihnen ab uttb werden ein solches rechtswidriges Vor­gehen entsprechend unserem Grundsätze, daß nur auf verfassungsmäßigem Wege vorgegangen werden darf, entschieden bekämpfen. Wir erwarten ander- seits mit Bestimmtheit von der Regierung, daß sie 'jedem Versuche von links, der Verfassung Gewalt anzutun, mit allem Nokbdrnck tvehrt und zur Aufrechterhaltung von Re-chr und Ordnung ungesäumt uns rückhaltlos «egen die j Verbrecher einschreitet und von allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln Gebrauch macht.

Di« Sewerkschasteu.

" kg. Berlin, 10 Juni. Die Gewerkschaften haben sich in einer dringlichen Vorstellung an den Reichs­kanzler «egen die Einbeziehung der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei in die Reichsregiernng ausgesprochen. Di« Gewerkschaften behalten sich für einen solchen Fall bi« Freiheit der Entschließung vor und kündet denAppell an die deutsche Gewerk schast" an.

Cerhtgt» Steigen de» Maekkurses.

Rotterdam, S. Juni. Nachdem die Gesamt­zahlen der deutschen Reichstagswahlen in Rotterdan bekannt geworden Hab, zeigte bte Mark an der Rotter­damer Börse eine leichte Steige tu NH um vier Punkte. Auch in Amsterdam ist der Markkurs um t1n Geringes gestiegen.

Die Frag« der Ansdehuung der Besetz«»-.

Wb. Amsterdam, 9. Juni. Im englischen Unterbaute fragte ein Ntttglied, ob auf der Kon-

MMN btt Rtiietfls Ml.

Wb. Rom, 9. Juni. Nachdem Mi nistcrp. äsideut Nitti bet Kammer die Neubtldmrg de; Kabinetts und die Zurückziehung deS Dekrets über die Erhöhung de? Brotpreisks mitgeicilt hatte, überreichte er ang> sichts der gegenwärtigen partmuentartschen Lag.» den Rücktritt deS Kabinetts. Die Mitteilung wurde bei den Sozialisten mit Beifall ausgenommen. Prä­sident Rosst teilte hierauf mit, daß Orlando seinen Rücktritt alS Präsident dec Kammer gegeben habe.

fchitrfle einer tragfähigen politischen Mehrheit in genau berfeEkn Weife wie eine nach parlamentarischen Motiven tusammengefdtzt« Parieiregierung. ES würde aber vor «llkm Jrirrerta Basis für die Ausnahme und ersprießliche Führung der Berhandlungen in Spaa bilden. ES Würbe ten Ausao'g an den Todeskeim in sich tragen und müßte beim ersten schärseren Luftzug zusammenbrechen.

An den Rechtskreisen Wird als Ausweg vielfach, die Viwrrna eines Beamtenkabinett» nach frltbewm Muster cnwfohlen. Aber auch dieser Vorschlag dürste kine Aue-ficht ans Berivirllichung haben, weil zunächst rimnslfeer Lberrageude Faktor der Staatsautorität fehlt »und weil '.nm zweiten ein Beamtenkabinett ebensowenig lege« den Widerspruch einer großen parteiischen Kon- Nftrtws im Parlament regieren könnte. Wie jede andere komb-sLÄmt, die nicht eine ganz bestimmte und sichere sÄnkerstützuttg in der Volksvertretung hinter sich wüßte, r Keine lange Lebensdauer des

Reichstages?

Zn der Aerlßerung des NeichsposimiuisWrS Gies- iettl in derGermania", ihm erscheine eine itoaü- *H»n von Scheidemann bis Stresemann al» durchaus 'Nützlich ober ol8 wenig wahrscheinlich, und e3 bleibe tfciw itrig, den gegenwärtigen Koalitionsparteien so­lange die Führung der RegierungSgcfchäs.e zu über- lasse«, bis zum Herbst das Volk erneut Gelegen- beit erhalte, mit etwas ruhigeren Nerven und ge- Urteil über seine politischen Geschicke zu ent- srhrü>c», meint derVorwärts": Ob sich die alte ilWüfcu bi» zum Herbst halten könnte. Wollen wir rmtersuchen. Es dürfte fiat sein, daß die Sozial- demo^atze keine Neigung hat, weiter den Prltgel- t6i*en zu ftjirfen für Ding:, die sich in den letzten pndrrhakb Jahren abgespielt haben, ohne daß die 6oiiafcea»?ratie sie verhindern konnte. Aber daß .biepe Reichstag ohne Mehrheit keine lange Le» jchrnSd auer haben kann, wird jeberntann einleuchten.

Die HimöoMMf In jmtfltnilrtttiH.

Eine B**e deutsche Note.

wb. Pari», 9. Juni. Die deutsche Regierung richtete bereit» vor fünf Tagen an die verbündeten Mächte eine Note, in der erklärt wird, daß Deutsch­land sich rot der Unmögl ichkeit befinde, am 10. J.,li d. IS. die Bestand« der Netchswehr aus d'- iv- Friedensrertrag von Wersarsies vorgesehene Stärk? herabzuletzkn Die Note verlangt, daß der gegen­wärtige Stand von 200 000 Mau n beh'l en werde» önne.

England.

Die Auslieferung der deutsche« Luftschiff«.

tri Amsterdam, 10. Juni. In: Unterhrufe 'agte Ehurchill in Erwiderung auf eine An frage, die Auslieferung des deutschen Luftsch'ffeS 2 7i sei in den närbfkn Wochen zu erwarten. Man hoffe, durch -ine Probefahrten wertvoll« Erfahrung m zu machen. Ein zweites Luftschiff werde in den Besitz der B'r- einigten Staaten übergehen, lieber drei noch im Bau befindliche weitere Lusisch sse st-he esit Womtittt b - ror, durch das sie für Hande^szwecke nutzbar gemrcht werden Auf bie weitere Frage, warum L 71 noch nicht aukgeliefert sei, erwiderte Churchill: Wir sind nicht unbisciedigt über die Art, in der die Deutsch:» ihre Berpf ichtunoen erfüllen.

-Die in Aegypten internierten Deutschen.

Wb. Amsterdam, 10. Juni. Im englischen Oberhaus amtwortetc d?c Vertreter des Kriegsamtes auf eine Frage über die Behandlung der Paläst'na- betntdien, die Zahl der in Aegypten, r.itecai.'rten Deulfchen betrage noch 450. Es sei möglich, daß eine Anzahl von ihnen nach Deutschland zurückkehrlen.

Lugano, 10. Juni. LautEvo-a" haben Albaner mit großen Kräften die Italiener bei Balono

Rußland.

Schlecht reetitrt

Rotterdam, ll Juni. .Momingpoft" meldet durch Funkspruch au« Moskau: TW Wahl nur poeier Kommunist«« in ben deutsche» Reichst«, hat im Mos- tauet Sowjet zu »rotz«« Lärmlzme« geführt. ®e wurde btt abbitufu«» bei bolschewistisch«« Vertreter, i« Berlin, tWm Kopp gefordert, dem für di, Wahl, Propaganda 60 «llllo*«* Zarenrubel be­willigt worden wate»

DW teitisch-rusiischen FriebensverhandluRge«.

wb. Ä openhagen, v. Juni. Ta, hiesige lettisch« Teiegraphenbüro meldet au, Riga. Aus der Friedens­konferenz putsch«« Lettland und Sowsetrutzland t« Moskau wurden am vergangenen Sonnabend die etftt« vier Friedeusbedinguugen angenommen: 1. Abschluß des Krieges, 2. Anerkennung bet UnabbSngigfeti Lett­lands, 3. Abkommen über die Festfetzung der Erenz und 4. militärifche Sicherheiten.

6eotßie« und Aserbeidfch«.

wb. Pari«, A Juni. Noch einer Meldung au» Ännftantinopel haben Georgien und Aserbeidschan eineU achttägigen Waffenstillstand geschlossen.

gtt Ireppentimbaag her BolschewAl bl Peeste«- wfe Rotterdoo,, 8. Juni. Der Jileuroe lUtteu damscht Courant" meldet an, Teheran: Die v-llch« wisten halxn in Astara, 76 Meile, jwrwestUch M* *> jdi, Trupp«» gelatzbel, * ------

Tie Aaland-Jnselgruppe im Bottnischen Meerbusen, die seit 1809 zu Rußland gehört hatte, wird feit bet Selbständigkeitserklärung F nnlands im Dezencher 191 ? vor, diesem beansprucht. In Schweden besteht man edoch darauf, daß die Sauveränilät über diese Insel» gruppe, deren Bevölkerung schroedisches Gepräg- trägt, als ein,offene Frage" zu behandeln sei und daß den Aalänvern Gelegenheit gegeben werde» müsse, fidi bu ch eine Bolksabstimmung über bte Zugehörigkeit Aalands anszusprechen.

Auf finnischer Seite ist man überzeugt, baß sich di» Aaländer itit der von bet finnischen Verfassung ih.en zngeftandeuen Selbstverwaltung mit ber Zeii absidm würden. Die finnische Regierung hatw daher in Pari» beit Antrag gestel't. Finnland p ofisiriich bte V-'rwal- Jung der Aalands-Jnseln unter der Kontrolle de» Völkerbundes zu übertragen, bi» eine "neue Bolkrab- Ummung unter allen wünschens v-rten G rantieii statt» finden könnte. Die Aaländer haben in ber letzt.-« Zeit wiederholt ihren Wunsch nach einer SBiAemer» einißiuig mit Schweden kundgeg-ben. Anfang Mai >. I. faßte der Landtag der Aalands-Jnseln eine Ent­schließung, in der oaS vom finnischen Landtag be­schlossene Gesetz über die aaländische Selbstverwaltung al» unannehmbar verworfen und auf Grund des Selbst- bestimmungSrechts der Völker die Bereinigung mit Schweden gefordert wurde. Kürzlich ist bann diu Abordnung aus 25 Mitgliedern von aaländt ch?« Pro- vinzialverlcetuiigeu bei Khuig Gustav sowie der schwe­dische« Regierung hn gleichen Sinne vorsw/fea qero»t> den. Die Abordnung, die angeblich 90 Prözent da Vevolkecung Aalouds vertrat, machte geltend, baß big Bewohner bet Inselgruppe nur unter schwedischer her», schäft ein« national« Sicherheit von einiget Dane» erwarten.

Es hat nun ein finnksch-schwebsicher Notenwechsel stattgesunden. Finnland protestiert dagegen, baHsich bte schwedische Regierung ohne Rücksicht aus ba» Recht ber Interessen Fini-kanüs zum Sprecher eine» Teile» der Bevölkerung AalandS, bet u» rechn» äß-gerw-ise btt Trennung ber I» sei gruppe von Finnland sordert, auf­geworfen hat und dadurch dessen Vorhaben unterstützt Schweden erwiderte, ba^$ es ba» Verlangen Aalaud» sei« Schicksal selbst zu bestimme», «Ml» aus bete Selbst- bestinmnrugsrecht bet VSlket basierend aU vollauf rechtmäßig ausieht."

Tie finnische Regierung hat be«it» durchgreifend» Maßnahmen veranlaßt. Sie ließ die Hauptansübrer ber Aaländer, den Land tagsabgeordneten Suslow uh Polizeiditektot Bjeerkmann, verhaften und stellte st« tu Anllag« wegen Hochverrat» Ei» Bataillon final« scher Infanterie ist «ach ben Aalands-Jnseln abae- gangeu. Dort hab»« die Vorgänge «ine starke Er­regung hervorgetufen. Nachrichten au» Helsingfor» lassen keinen Zweifel, daß Finnland mit Waffen« g e tv a 11 bie Unabhängigkeit seine» Lande» verteidigen will. Militärisch bürfte Finnland Schweden bedeu­tend ültelegen sein. Groß« finnische Ttuppenmasse« sind «ach Aaland abgegangen, wo man einen Aufruhr erwartet.1

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He graut ter MnnWMMW.

h 10. Juni. Im Verlauf des gestrigen Tage-

fcOe RetchsprSsident Ebert längere Besprechungen mit JXReichskanzler Müller und später auch mit dem ftuetatfer Koch Zunächst dürfte, wie bereit» ge- der Bikung eine» neuen Kabinetts Hermann WjWki Wnftragt werden, der sich zunächst an die Um MchWtM« wenden wird, um sie zum Beitritt i« die zjAh^ige Kvalition auszuforderu. Nach den Presseäuße- nm»e« ki radikalen Linken tu urteilen, wird er dabei tof eiw adlehneu de Haltung stoßen. Immerhin dw Wlchc Anfrage bei ber Unabbängisen Sozial- fevwfeaSe vor Ablauf der Woche keine Erledizung sin- fe,, vnü bk zuständigen Persönlichkeiten in der Partei- , fr.jtrtru sicht in der Lage sein werden, eine solche Anftage tstfiCSWtmebmen. Die maßgebenden Führer sind nicht

Aetft«, dagegen traf heute der Zentrumsabgeordnete Eriwter« aus Köln in Berlin ein. um mit seinen gfirkiermiben zu beraten. Eine unverbindliche Be- bjrechsW der demokratischen Minister und ber zur Zeil in Srafci weilenden demokratischen Abgeordneten fand f gtSst« Lei dem preußischen Handelsminister Fisch-

Wemt dir llnabhäugigen ablebnen. wird voraussichtiiL tzxr M^fteag der Regierungsbildung an den Führer fe; &-;*um8 als der stärksten bürgerlichen Partei : Trimbs in ergehen. Da aber, um eine Mehrheit tu- ste^errchringen. die Einbeziehung ber Deutsche« Bolks- parkl ta bie Koalition notwendig wäre, diese Einbeziehung böer veu den Sozialdemokraten abgelehnt wird, so feerbe noch eine Koalition zwischen Zentrum, Deutfcker Vottsvarfei. Tentschnationaler BollSpartei und den kleine­ren bsrserkichen Gruvvcn übrig, denen allerdings nach fet fetziaen Berechnung 8 Sitze zur Mehrheit fehl'». Aber vielleicht besinnt sich dann bie demokratische Partei, fie sich noch immer zu den bürgerlichen zählt.

W»gk?cherw?ise wäre die Bayerische Volkspartei bereit, lit dir bisherige Koalition einzutreten, wodurch eine Mehrheit van 26 Stimmen erzielt würde. DerBayerische jSsvKt*5 rechnet mit diesem Falle, schreibt aber bauet, die : Dk-rCch- Volksvartei müßte dann zu einer Art wol'l- volleicher Neutralität sich verpflichten, wenn nicht zu ; »elegentllcher Unterstützung, obgleich sie nicht akttv in - sie Regkrnng eingeschaltet wäre.

Mfter ist der Plan einerunparteiischen" Regie­rung aurgtrauchl. Er käme darauf hinaus, ohne Nück- stchk mtf bk Parteikonftellation im einzelne» ein Kabi «ett uns vorwiegend tut wirtschaftlichen Leben Jkfenben Persönlichkeiten zu bilden und ihr« politische E Bugcfelr^feit fürs erste außer Acht zu lassen. Der Eedunfe Würde im wesentlichen den Gesichtspunkten «recht, die für die Schaffung und Zusammensetzung eine« KtrifHaftsparlamentS maßgebend find, wie «S ja ietzt i» wrlLusigen Reichswirtsckaftsrat vorgesehen ist. Den- | «och hat der Plan wenig Aussicht auf Gertvirklichmtg. ; Nanz erbgesehe« davon, daß auch für die Zufammenfetz- tag errr? Regierung aus lediglich wirtschaftlich orien- sierWs TersSnlichkeften kaum irgend tvelche positive« jWgkick'kelten vorhanden sind, muß man s:ch -immer bet Augen halten, daß der Reichstag eine voll tische Körverschaft ist .die vorwiegeick nach polittschen Gesichts- ptrnkke» orientiert ist. Auch das prakttsche Wirken eines solche«unparteiischen" Kabinetts Wäre kartm denkbar, »en« «§ wär« ja doch wieder in allen seine« Handlungen itof ba3 Vertrauen der politischen Parteien gestellt. Es

5tr dt«W fionlnl in Täbris itliftl

Tas deutsch« Konsulat in Täbris, der wichtigsten persischen Handelsstadt tn Nordwestpersien, ist ber Mit- telpunkt eine» Kampfes geworden, dem der deutsche Konsul Wustrow zum Opfer gefallen ist. Schon tm Sommer 1919 wurde Konsul Wustrow bei Gelegenheit der Skröffeuttichung ber schwarzen Liste von bet anglo- versischeu Regierung ausgefotdert, sofort Tätr8 zu ver­lassen. Er drohte damals, sich mit samt dem Konsu- lattgebäude in die Luft zu sprengen, wenn Gewalt an- gewendet würde. Damals ließ man von btt An­wendung von Gewalt ab. Wie bteDeutsch-Persische Gesellschaft" mitteilt, hatte Konsul Wustrow auS Grün­den der Menfchlichkeit eine Anzahl Flüchtlinge in» deutsch« Konjulat aufgenommen und ihnen ba» in Persien übliche Asylreckt ber fremden Vertrettingen zuteil werden lassen. Tie persische Regierung verlangte im Widerspruch z« Völkerrecht und Herkommen d>« Herausgabe der Flüchllinge. Der Konsul weigerte sich standhaft, die ins deutsche Konsulat geflüchteten Personen ihren Verfolgern auszuliefern. 1 Diese haben darauf unter Verletzung ber den Konsulaten tn Perlten zu stehenden Exterritorialität daS Konsulatsgrundstück von Bewaffneten umzingeln lassen, die die Flüchtling, mit Gewalt herausholen wollten. Dem widersetzte sich der Konsul. Er wurde durch $in von außen ein­schlagende» Geicboß getötet.

Di« englischen Truppen In Täbris habe« sich au Kätiwtn zurückgezogen. Di« «nglifcb« Bank verläß! Täbris. Zn Tchkitut wird lllrir KabinsttSkrifi» «vosrttt. ' -->

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Die Haltung des Auslandes.

kg. Z ü r i ch, S. Juni. Di« Agentur Stefani ver­breitet eine Auslassung der römischenTribuna" zu be» deutschen ReichStagSwahlen, wonach der flar*e nationale Einschlag bet deutschen Reich-wgswah'en als günstige» Sympto« füt die Wiederan­näherung Deutschlands an Italien «u^tt- fassen sei und für den Niedergang der bolick-vsi''iichen Wchtuug in der mitteleuropäischen Arb iter ch f. 8'nge.

tob. Pari-, 9. Juni. <E>:wohlJournal" tote Petit Parisien" sprechen heute von der Mögl'chknr einer nochmaligen Verschiebung der nun auf den 5. 7. festgesetzte« Konferenz von Spa». Journal' stellt sogar bte Frage, ob man überhaupt nach Spaa gehen solle; ob nicht etwa dir Lage, die durch btf deutschen Reichstag-Wahlen geschafft» sei, ohne von andern Hindernissen zu sprechen, den Bez nach Spaa rerkperre. Nach demPetit Parisien" müsse man ohne falschen Pessimismus feststellen, baß bte Bn> bündeten von einem wirklichen Wnverstänbnis unter­einander noch weit entfernt feien.

wb. Am st erb am, 9. Juni. ,L?>cstm'.nster ®k>- zette" ^spricht in einem Leitanffatz über ba» Er­gebnis der deutschen Reichstag-Wahlen be« doppllte» Ruck nach links und nach retfit» und sagt: Die Ver­bündeten müssen jetzt überlegen, ob sie nicht selbst eine kehr ernste Verantwortung für die gefährliche Verwirrung tragen, bk sich mit großer Wahrschein­lichkeit an? dem Mahlausfall für die deutsch: Politik 'ergibt. Diese Verwirrung ist eine Gefahr für bie ganze Welt Wir Haden die Pflicht, sie zn reryittder», falls eS möglich ist. Mit einer ernsten, f-tgerichttgen und konzilianten Polittk kann nock etwas g'tan werden, um einer gemäßigten deutschen Regierung die Lebens- Möglichkeiten zu gebe«. j

Mavbnva Ter «nt.taenpr.I, beträgt für bte 8aesp Zette 78 Vffl. und 10% «mtn»e

unb auswärtige 1.- Mk., Reklomezelle 8.00 STt ?ebei Rabatt «l. Parrabatt

10 Bet Auskunft durch bte EeschSftssteüe und lvermitiluna de, ««geböte » Xitg. Ean-

-UOnneiyluy, iu.OUnl dergebühr. Postichecklouto: Rk. 6015 Amt Fiankfur, a. Mat».

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