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Amtliches Derkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (das früher kurhesfifche) Oberhessen

St. 128

Die Oberheffffch« Zeitung" erscheint iechrmal wöchentlich Bezugspreis monatlich 4 Mk., durch di« Post 4.00 Mk. Für austallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag nnn Dr. E. Httzeroth Druck der , Univ.-Buchdruckerei von 2oh. Aug.Koch. Markt 2123. Fernsprecher 45.

Marburg

Sonnabend, 5. Juni

(Brachmend.)

Der »nzeigenprei, beträgt ffir die liaesp. Zeile 75 Pfa. und 10% Lusschiaa, amtliche und auswärtige 1. Mk., R»Uam«,rIl« 3 00 Mk. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Bei Auskunft durch di« lfieschäftsstell« und Vermittlung der Angebot« 25 Psg, Son» dergeviihr. Postscheckkonto: fit. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

55.3M

1920

Erstes Blatt.

WM«.

I Die letzten Tage vor den Wahlen scheinen wie immer unter der Devise zustehen:Such' nur die Menschen zu i tzerwirren, sie zu befriedigen ist schwer!" Was haben wir «llcs erlebt an Wahlblusfs mit Putschgerüchten Nach hemB. T." standen schonreak'ionäre" Truppen dicht »r Berlin! Alles von AZ erfunden oder Wahn­ideen! Man sucht das Volk wieder zu Stimmungswahlen pr veranlassen. wie sie im Januar 1919 so bezeichnend d»r sich gingen. Das deutsche Volk braucht aber Wahlen, , tzie Ausdruck seines Willens und seiner Einsicht sind.

nicht der llneutschlossenheit, Mangels anZivilkonrage" iwd Gleichgiltigkeit, auf die noch so viele zu hoffen scheinen, wenn die Parteiaussichten trübe sind.

Oder hat das Volk nicht sein Schicksal selbst in der tzand, in unserem heutigen Staate, von dem seine Begrünter rühmten, daß er der demokratischste der Welt fcfc Fast scheint es so, wenn man liest, daß die Partei, hie sich selbst als diedemokratische" bezeichnet, uns «mahnt, nicht rechts noch links zu wählen, sonst teohe der Bürgerkrieg!! Diese Bankerotterklärung dürste nnf das deutsche Volk wenig Eindruck machen. Putsche smd ein Verbrechen, Wahlen nach obiger Ansicht fiter» stössig, sa schädlich, sobald das souveräne Volk anders .wählt. Sieht so die Freiheit des Volkes aus?Unser lursürst absolut, wenn er unseren Wil­len tut." Dir Zukunft unseres Volkes verlangt Klar- 'heit von jedem Einzelnen, daS liegt in ter Verfassung, in ter wir heute leben.

Heute gilt es für den Staatsbürger sich die Frage vorzulcgen, ob die bisherige Art, das Volk zu regieren, weiter bestehen soll oder nicht. Soll weiter die partei- Wklitische Ge-sinuung mehr gelten als die persönliche ^WtigkeitFreie Bahn dem Tüchtigen" hieß das W Kann die Zwangswirtschaft weiter auf uns lasten? duoz a die hohen Preise und Gehälter wirklich Handel und MWustrie gehoben und die Lebenshaltung der Angestellten W»d Arbeiter gebessert? Seufzt nicht in der Tat jeder DMnzciue unter den harten Zeiten uitb was hat in den ®7e Jahren die Regierung mit kraftvoller Hand getan, 4nn die Verhältnisse von Grund aps zu bessern?Be­willigungen" sind doch immer nur ein HinanSschieben der Schwierigkeiten, die 'in Wahrheit bleiten und vergrößert werden. Ist stets alles geschehen, um unsere Würde auch nach außen zu wahren, unser Lebensrecht kraftvoll geltend Ä machen? Ist die Steuergesetzgebung mit ihrer schweren Belastung der Gewerbe und der Industrie, die Zerstörung

Vermögens und des Spartriebes im Volke geeignet, den Keg nach aufwärts vorzubereiten? Und was der Fragen wehr sind, die heute der Bürger stellen muß 'und auf die «morgen mit dem Stimmzettel seine Antwort geben soll. Die Unzufriedenheit des Volkes hat sie schon lange ge­sehen, jeder einzelne sagt es. Nun gilt cs, das Wort zur «t werden z» lassen: denn in den Wahlen hat das Volk wm Schicksal in der Hand, und es kann nachher sich niemand beschweren, er habe es anders gewollt.

Wir sind ter Ansicht, daß eine Aenderung unserer Deutlichen Zustände eintreten muß, soll unser Volk wieder

Weg nach oben betreten. Wobl liegen in den tat­sächliche» Verhältnissen ungeheure Schwierigkeiten, sie W verkennen ist nicht nur politische Bogelstraußpolitik, * ein Verbrechen; sie zu überwinden ist um so schwerer einer Zeit, in ter Tatsachen nichts, Programme alles wr gelten scheinen. Und doch muß ter Versuch gemacht werden, wollen wir. nicht ein sterbendes Volk sein, das sich ter Niederlage nach außen, von innen her zerfteischt. müssen wieder alle Teile des Volkes politisch zu- «Eung kommen, was'heute kaum noch auf dem Papier Echt- Und darum wird diese Wahl von großer Bedeutun« Wu, ganz gleich, ob die Parteien der heutigen Opposition jetzr eine Mehrheit bekommen werten oder nicht. Wir haben ja kürzlich schon daraus hingewiesen, daß z. B.

Zentrum ja jederzeit in ter Lage sein wird, auch nrt «teren Parteien eine Koalition zu bilden und es» auch wird, zumal in der Partei zweifellos der Zug nach srchts in die Erscheinung treten wird.

Die Wahlen solle» die Grundlage bilden für die poli- Zche Entwicklung bei Vaterlandes, mögen sie zum Aufstieg 5fcen.

Gebt denen, die Euch, verwirren wollen, die richtige wwvrt, fragt sie, was sie für Euch geleistet haben, Ihr sic wieder wählen sollt: das Schreien und ^»gemachen tut cs nicht.

Die Abgeordnete» «« de» Abstimmungsgebieten.

-kg. Genf, 4. Juni. DerTemps" meldet: Der berste Rat berät über die Frage der Zuläsiigkeit j**r Teilnahme der bisherigen Abgeordneten aus den Eckchen Abstimmungsgebieten an den Sitzungen der deutschen Reichstags. Dem Obersten Rat liegt ^Antrag vor, zu elitären, daß das Wahlrecht in den Emitimmungsgebieten bis zur Entscheidung, über die ^lsrechtliche Zugehörigkeit dieser Gebiete ruht und T^halb auch die Mandate der bisherigen Abgeordne- ** i»r Nationalversammlung endgültig erloschen

Anfrufe zu Kundgebungen für die Rätediktatur.

kg. Berlin, 4. Juni. In Eroßberlin fordern in Fabriken verteilte Aufrufe zu Kundgebungen der rbeiterschaft für die Rätediktatur am Tage vor ** Aeichsiagswahl auf. Die Aufrufe sprechen von nr» Aufmarsch des revolutionärey Proletariats ge» da» Wahlrecht. ___ ____________"J._________.

Deutsche Entschädigungsforderung für die Besetzung Frankfurts.

Genf. 5. Juni. Millerand hat das Kriegsgericht in Lille ausgefordert, einen Bericht über die deutschen Greuel während der Besetzung auszuarbeik«» und die in Frage kommenden Zeugen zu vernehmen. Dieser Bericht soll in Spaa »orgelesen werden und für die Festsetzung der deutschen Kriegsschuld terücksick'tiqt wer­den. Gleichzeitig wird aus Berlin gemeldet, daß die deutschen Delegierten in Spaa von Frankreich 9 Milli­onen Mark Entschädigung für die Bese°tzung Frankfurts verlangen werden.

Begnadigung von Nuhraufriihrern.

kg. Berlin, 5. Juni. Reichspräsident Ebert hat 02 im Bereich des Reichswehrkommandos Münster während der Unruhetage im Ruhrrevier ge­fällte Kriegsgerichtsurteile im Gnadenwege aufgehoben.

Nutzland.

Antrag ans Wiederaufnahme der diplomatische« Beziehungen zu Deutschland.

kg. B e r l i n, 4. Juni. Die Sowjetregierung hat durch ihren Berliner Vertreter die Wiederaufnahme diplckmatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland der deutschen Regierung angetraqen. Der Schritt des Berliner Sowjetvertreters ist am 1. Juni erfolgt.

England.

Unfreundlicher Gmvmn« ter Wiener Kinder in England. x

In derDaily News" wird die Ankunft des ersten Transports österreichischer Kinder geschildert, die zur Erholung und Kräftigung nach England geschickt wur­den. Das Blatt beklagt den außerordentlich unfreund­lichen Empfang, den die kleinen Käste, f>00 Kinder aus Wien und Umgebung, bei der Land'mg In Foftestone gefunden hätten. Bon os'izie^er Seite war nicht eine einzige Persönlichkeit erschienen, wn die Kinder zu be­grüßen. Auch das Publikum verhielt sich gleichgültig

» 1*

Der Abbau der Kriegsgesellschaften.

wb. Berlin, 4. Ium. Nach einer Meldung auS dem Reichsministerium für Ernährung u-d Land­wirtschaft Über den Abbau ter Zwangswirtschaft wer­ten bis zum l. 7 aufgelöst sein, der Krwqsaus- schuß für Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel und die Kriegskakaogesellschaft. Tie Kncgsnährmittelgcsell- schaft bat ihre Tätigkeit soweit abgcbaut, daß ihn Liguidatwn in wenigen Monaten hd"->d'g: «ein wird Tie Rcichsstclle für Gemüse und Obst wird bis zuni 1. 8. ihre bewirtschaftende Täftgkeit ganz eingestellt haken. In Bcr'nndung mit dieser Auflösung wird die Einfuhr vor. frischem Obst sofort freigegeben werden tri' Ausnahme von Luxusobst und Südfrüchten. Die Ein­fuhr von frischem Gemüse soll spätestens vom 26 6? ab erfolgen, wobei ebenso wie beim Obst Vorbehalte, bafr Einfuhrbewilligungen und andere Formalitäten notwendig sind, nicht gemacht werden. Ferner ist die beschleunigte Auflösung der Rcichsvcrteilungssftlle fftr Nährmittel und (Eier angeordnet Worten. Des­gleichen ft angeordnet Worten der beschlrunig» Abbau des Rcichskommissariats für Fischrersorgung. Hinsicht­lich der Neuregelung der Einfuhr von Fischen sch-vc- ben Behandlungen. Die Zentralstelle zur Beßh der Hceresverpflegnng hat ihre Tät'g eit mit dem 31.5. eingestellt und wird bis zum 15. 3 soweit aufgelöst sein, daß nur noch eine kleine Avtoicklungsstelle übrig sein wird. Ucber die Neuregelung der Fetttvirtschaft sind Verhandlungen im Gange. Im Zusammenhang damit wird der beschleunigte Abbau des Reichsausschusses für Oele und Fette erfolgen. Die Reichskartofsclstellc ist vollkommen aufgelöst. Die Geschäfte sind von einer besonderen Abteilung der Bczugsvereimgang der deut­schen Landwirte übernommen worden. Im Zusammen­hang mit dem Abbau der Zwangswirrschaft ist end­lich anch noch auf die Neuregelung ter Kartoffelver­sorgung zu verweisen, bei der eine wesentliche Locke­rung der fächerigen Zwangsbewirtschastung eintrefrn soll. Die Sicherung für die Versorgung brr städtischen Bevölkerung liegt hier bei den Staaten selbst, die spate- len« bis zum 19. 6. ihren Bedarf anzumekdcn haben, sofern sie beliefert werten wollen. Der Abschluß von Licferungsverträgen erfolgt auf Grund dieser Au» uieldung. ' ' ; ,

.....;

KurM Auslandsnachrichten.

Auslieferung eines Deutschen in Spanien an Frank­reich. Ein Deutscher, der sich als Baron v. König ausgab, der nach Zeitungsmeldungen die Polizei au Befehle de« Arbeiterverbande« aufmerksam machte 'wurde in Barcelona verhaftet, an die französische

Grenze gebracht und der französischen Polizei ausge- licfert.

Der Friedensvertrag mit Ungar» ist gestern nach­mittag 4 Uhr 30 Minuten in Paris unterzeichnet wor­den.

Dir Bolfchewkki nicht in Teheran. Der persische Mi­nister des Aeußern erhielt ein Telegramm aus Teheran, daß der Schah in Teheran eingetroffen ist. Der Bericht non der Besetzung Teherans durch die Bolschewisten ist unrichtig.

Dir Beulenpeft i» Mexiko. Man hat beschloffen, ein Dritte, der Häuser von Veracruz zu verbrennen, um die jetzt ausgebrochene Beulenpest zu bekämpfen.

Diamantenkrks« in Antwerpen. Nach derLibre Beloc" ist in Antwerpen eine Diamantenkrise infolge der Schwankungen ter Valuta ausgebrochen. Al» $o> beügungsmaßnahme ist dl» Arbeit auf einen Monat eingestellt worden.

Wb. W a s h r n q 1 o n: 5. Ium. (Hävas.) Staats­sekretär Polk reichte sein Rücktrittsgesuch ein, das non Nilson angenommen wurde.

Marburg und Umgegend.

Marburg, 5. Juni (Brachmond).

* Zur Reichstags wähl. Bei ter Uebermitt- luna ter Wablnochrichten ist es ratsam, wenn immer die R-nbenfolge, wie bei den amtlich mitgcteilten Wahl- «orfcbfäifn, eingcbaltcn wird. Dann ist jeder Irrtum «usaeschlofkn. Es muß also stets heißen: 1. Schwam, 2. Cchücking. 3. Zctsin, 4 Hclfferich, 5. Tißmann, 6. Rie­ster, 7. Scheidemann. (Nr. 1 Zentrum, 2. Demokrat, 3. Kommunist, 4. Deutschnati.nale Bolkspartei, 5. Unabhän- lige svz -dem. Partei. 6. Deutsche Volkspartci, 7. Mehr- bcitssozialist.) In ter gestrigen Notiz war irrtümlichee- iöeife die Parieibezeichnung bei 4. und 6. in den letzten Zeilcnaverwechselt. >

^DieDeutschnationalc Bolkspartei stellt '^ren kranken, und alten Mitgliedern am Wahltage einen Wagen zur Verfügung und bittet um rechtzeitige Wh- «vldung in der. Geschäftsstelle Hotel Schäfer, Buusen- straßc.

* Deutsche Bolkspartei Marburg. Inten letzten Tagen fanden.wieder verschiedene Wählcrvcrfamm- fungen in Marburg und Umgegend statt. Es sprachen am 31.5. bei Seebodc hier Frau Dr. Phil. Magnus, in Nikterasphc Herr Geh.-Nat Jeß, in Leidenhofen Herr Oberlehrer Händel, in Altcnlothcim Herr Oberleutnant a. D. Zinn. Am 1. 6. im hiesigenSchloßgarten" Herr Amtsaerichtsrat Dr. Lohmann-Weilburg. Am 3.6. in den Stadtsälcn Herr Dr. W. Spickernaael-Hamburg und Herr Wilh. Fecht-Frankfurt o.M., in Battenberg Herr Prof. Löhlein, in -Emstadt Herr Gch.-Rat Jeß, in Großseel- teim Herr Studienrat Klee, in Kleinseelheim Herr Ober» .lehrer Händel. Alle Versammlungen wiesen gute Betei­ligung aui und nahmen einen angeregten Verlaus.

* Ein G ed äch t n i sh ef t. Auf Veranlassung des Hauptmanns Prinz zu Solms-Lüh erschien soeben im Verlag Elnert rin Gedächtnisheft für die 1. Rad- ft.hrer-Kompagnic des Kurhessischen Jäaer-Batailions Rr. 11. Hierin sind Angaben aus dem Kriegstage­buch der Kompagnie 19141918 zusammengest ll.t. ein namentliches Verzeichnis aller Angehöriger der Kompaauie( Offiziere, Oberjäger und Jägers ist angc- f'igt. Den Gefallenen zum ehrenden'Gedächtnis, den Ucb-'llebcndcn zur Erinnerung an schwere Zeiten wurde dies Heft hcrausgegcbcn, und sicherlich wird auch man­cher Marburger, -ter Angehörige und Freund-: bei der Kompagnie hatte, sich gern ein Stück dieses in ter- hätknisinäßig nur kleiner Auflage hcrgestelltcn Heftes sichern. Der Preis beträgt im Handel Mk. 3.

* Jubiläum. Heute begeht der Eisenbahntele- araphen-Schlosier Georg Frank kein 25jährige» Dienst- iubiläum. "

* Polizeiliches. Ein Herr, ter in hiesi^n Instituten die Taschen ter dort hängenden Garderobe aus ihren Inhalt untersuchte, wurde schließllch bei dieser Arbeit erwischt und sieht nun seiner Bestrafung entgegen. Fetner wurden ein fremdes Pärchen, das sich so ;u- sammcngesuudcn und gestohlen hatte, sowie zwei junge Damen, die sich auch aus nicht ganz «inwandsreie Weise ihren Unterhalt erwarben, scstgcnommen.

* Deutscher Gymnasialverein. Der vom Gymnasialvcrcin am DMstag, den 2d. MtS., abends S1/! Uhr in der Aula te^Lhiliopinum veranstaltete Vor­tragsabend erfreute sich in Anbeiracht Der Verhältnisse eines überraschend reichen Besuches. Die Aula konnte die Zahl bet Gäste gerade noch fassen. Das verdankte der herein neben der Persönlichkeit des Festredner», Ge­heimrat Dr .».Dettingen, ter den älteren Marbur­gern noch von seiner hiesigen Privatdozentcnkät'gteit bei bekannt ist, und ter Zugkraft seines Themas, doch woh^ zum großen Teil auch, wie ter Sorfisente der Orts­gruppe, Herr Professor Dr. Wrede, richtig hervorhob. tem Bedürfnis weiter Kreise, sich auS der Oede bet poli­tischen Streiterei und ter Trostlosigkeit unterer Lage zu er­heben und zu erholen, dadurch daß man sich von einem ter besten Goethekenncr von Goethe erzählen und dadurch in eine reinere Sphäre unpersönlicher Interessen geleiten ließ. Und da» gelang vortresslich: Man vergaß Zeit und Ort über dem, was' und wie der Redner von Goethe tem Arbeiter und Sammler, ter neben dem Dichter in ter Regel vergessen wird, erzählte. Gewiß, die Dichtung Gvcthr» wird seine gelehrte Tätigkeit in Andenken bet

Menschen überdauern, aber die überragende Wirkung scineL Persönlichkeit beruht zum größten Teil aus feiner Tätig« feit als wissenschaftlicher Arbeiter und Sammler. Daß. gerade diese herausgekehrt wurden, war offenbar et» glücklicher Grift: an ibr erholt sich ter verzweifelnde Ginn. Dem Redner lohnte reicher Beifall, dem bet Vorsitzende warm empfundene und herzliche Dankeswort» hinzusügic. ,

* Der Gcslügelzuchtverein Marburg, gegt< 1877, hielt am l,d. Mts. seine Monatsversammlung bet M'tglied Fröhlich ab. Es hatten sich eine große Anzahl Mitglieder eingesunden. Der Vorsitzende, bet zufolge Einladung ter Hessischen Taiil-cnzüchter-Vereinigung zu ter am 30. v. MtS. m Nauheim stattgesundencn 8er- ämmlung vom Verein entsandt war, teilte mit daß beschlossen worden sei, die Verkands-Ausstettung bet Hessische» Taubcnzfichter in Marburg, zusammen mif unserer 6 Hessischen Junggcslügclschan (13. Allgemeines tattfinden zu lassen. Weiter schilderte er den Besuch bet Zuchtanstalt Rödgen, die 20 Minuten von Nauheim ente sernt liegt, als eine nach allen Richtungen bin mustev« giltige. Der ^Besitzer habe hier alle, der Geslügelzuchk nützendeerteile verwandt. CS wurde em gemeinsamer Bnsuch Wer Zuchtanfta» in Aussicht eenommen. Dir Äusfwllungs-B»»arbeiten, die schon seit längerer Zeit im Gange inb. schreite» weiter gut vorwärts. Der Vcv« ei» hat für eine Anzahl Ehrenpreise Vorsorge getroffen, Ein weiterer Punkt betraf den Verband der ^Hessische» Gsflügclzucht-Bcreine. Es hatte seit Jahresfrist fcitenl d«S genannten Verbandes eine Versammlung nicht statte gefunden, geschweige denn hat et ein Lebenszeichen von sich' hören lassen. Gegen dieses Gebühren nahm die Versamm­lung einstimmig Stellung und beschloß mit einem ente prechenden Rundschreiben an die anderen Verbands« vereine heronzutreten und sie zu bitten, unS alsbald ihre Ansichten bezw. Meinungen mitzuteilen, sich auch darüber zu äußern, ob.sie nicht auch für Abhaltung einet mög« lichst baldigen Verbandsversammlung, in ter evtt. zur Neuwahl des Verbandsvdrstandes zu schreiten sei, sich beseit finden würden. Es müsse auch vom Verband dafür eingetreten werden, daß das Verbot ter frachte freien Rückbeförderung des Ausstcllungsgeflügels wieder mrfgehsben werte. Der vom Verein in diesem Monat geplante Ausflug in den Sbsdorfer Grund wurde aus An­raten eines in dieser Gegend wohnenden Mitgliedes auf Ende Juli verschoben. Infolge der allgemeinen Teue­rung ist auch ter Bezugspreis für die Geflüaeltoelt höher geworden, wovon" der Verfammlung Kenntnis ge« geben Wurde. Schließlich wurde angeregt, ein Postscheck­konto cinzurichten, das unS zu unserer Ausstellung vo» großem Nuhew sein wird. Herr Dr. Schweckendiel empfahl diese Einrichtung sehr. Ein Beschluß hierüber soll erst in ter nächsten MonatSvcrfammlung herbeigeführt werten.

* Strafkammer. In mehrstündiger Vcrhante beschäftigte sich gestern das Landgericht mtt einer Ans klage gege'n eine« jungen Geschäftsgelllfen aus einen! Nachbarort, ter unter ter Beschuldigung stand, Bc» trügereicn begangen zu haben. Er hatte nämlich l< zwei Fällen durch selbst ausgestellte Rechnungen höhertz Beträge tm» den Auftraggebern für Arbeiten einkassiert, bezw. versucht, als wie sie in der ursprünglichen Rech­nung standen. Ebenso wurde ihm auch zur 2afl gel-.gl, Abonuemcutsg lder einer h efigeu Zeitung, di» er mituahm, behalten zu haben. Wegen der erflemt Sache war er geständig, bezüglich der Zeitungen wurde erwähnt, daß man dem jungen Mann täglich etto» 8 Stück mehr mitgegeben hatte, als wie in dem Orte Abonnenten vorhanden waren. Er wurde deshalb .a»ch n»r wegen der Sache mit dr» Rechnungen untetz Z»diiligung mildernder Umstände zu 3 Wochen Gte fängnis Vrstraft. Ta der junge Mann sich sonst tobd» los gesähe» hat, soll bedingte Begnadigung Platz greifen. Ein anderer Angeklagter, der sich cirul Haussrrctensbruchs schuldig gemacht halt, wurde eben­falls zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt. Wege» Uetenrctung ter Bestimmungen der Getreideordnung wurde ferner auf 250 Mk. wegen Höchstpreis-Ueber- schreitung auf 60 Mk. und wegen unbefugten Schlach« tenS »uf 350 Mk. Geldstrafe erlannt. s

Theater, fionyettt, »tefammlunflen usw. "l

* D t e Kun st- Ausstellung im Hörsaal 84 bet UnioersttSt ist täglich von 46, Sonntag, vo» 111 und Dtenstag« und Donnerstags von 810 Uhr abend, geöffnet; die Führungen sind auf Dienstag^ Donnerstag» und Samstag« 6 Uhr festgesetzt. Ein» trittskalten für da» ganze Semester 7,50 Jk, einschließ-, lich Führung 10,00 X, Einzelkarten 1 M.

*Das Zentral-Thea ter bringt, wie es mitteilt, j ten großen FilmDie Geheimnisse teS Zirkus BarrL" mit Harry Piel in ter Hauptrolle auch noch am Sonnte» Nachmittag. Grund hierzu ist ter auß-rvrdentliche An­drang an den beiten vorbetigeu Tagen, an denen eS nicht möglich wat, alle Besuchet wegen Uebetfüllung zuzulasie», Anderetseits aber auch, um temkniqtn Teil bei Publi­kum« chaS in bet Woche keine Zell hatte, bie Besichtigung dilffes außerordentlich svannendcn Filmes zu ermögliche». Die beiden letzten Vorführungen beginnen am Sonnte» Nachmittag 4 und 6 Uhr. In ter Abendvorstellung, 8 Uhr, wird erstmalig das große ffriminatbramaSklave» bei Kapitals" gezeigt wetten. Ein drciaktiges Lustspiel Sektperlen" vervollständigt dieses vorzügliche Programm, da» bis einschließlich Dienstag gezeigt werten wird. Mittwoch wird ter erste diesjährige Film mit Gunn« ToknaeS inDie Fahrt inS Glückiland" gezeigt werden. Es wird ibcjouder» darauf aufmerksam gemacht« daß b*