Erstes Blatt.
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Verbände auf beinahe unüberwindliche Schlv'.c- rialeiten. Diese Frage wich jetzt in Spaa -öffentlich mit größter Sachlichkeit bebattbeti werden können. Ium Falle P a a s ch e erklärt der Minister, daß die Ossi- ziere der Reichswehr mit ihm eines Sinnes darüber seien, daß die Tötung dieses Mannes auf daS entschiedenste zu verurteilen sei.
dem der Gendarm und die beide« Soldaten herliefen und hinter dem Halt gerufen wurde, dem Gendarm nach der Festnahme entflohen sei und zur Verhinderung der weiteren Flucht und wach erfolgtem Anruf auf Paasche zwei Schüsse abgegeben hat, von denen bet zweite tödlich war.
Das; Paasche krankhaft veranlagt sei, ist in einem seinerzeitigen Verfahren gegen ihn festgestellt worden. Ec war unter dem Einfluß jener Veranlagung unb seines täglichen Umgangs- und weiteren Freundeskreises zu einem Verächter allen Rechts geworden und» betrieb beispielsweise die Wilddieberei gerade;« gewohnheitsmäßig.
Aus den Abstimmungsgebieten.
Breslau, 2. Juni. Aus Schlesien wird da- Auftonchen bewaffneter polnisch er Band en gemeldet, so im Gebiet von Beutben, Königshütte und ÄvSlowitz Die Bewaffnung der Polen geschieht unter den Augen der sranzöfischen BesahungSbehörden. . ~ Flensburg, 2. Juni. Hier verlautet mit groß- t«'Bestimmtheit, daß die ganze zweite Zone schon End« d.Mts. von den fremden Truppen geräumt sei« N wird.
In einer Versammlung der Vertreter sämtlicher tz-rwerkfch asten der ersten Zone wurde beschlossen, heute in den Aus st and einzu treten, da die Arbeitgeber sich weigern, den geforderten Stuudenlohn roit zwei Kronen zu bewilligen.
und Teilen von Mitwcdentschland im Hinblick auf die Haltung linksradilaler Kreise als gefahrdrohend a::ge- kehrn werden Zahlreiche Gutsbesitzer schicken ihre Familien in die Städte, weil fü befürchten, daß die Landarbeiterbewegung in naher Zeit gefahrbringende Jiormen annehmen könnte. In Teilen des Kreises Preußisch-Edlau sind die Landarbeiter in den Ausstand eingetreten. Sie fordern die Absetzung des Land, rates und dcs Kreisrates, Entwaffnung der Einwohner- wehren und Zurückziehung der Sicherheitspolizei. Sie drohen bei Verweigerung der Waffenabgabe die G ü t e r niederzubrennen.
Daß es sich hier nicht um „Wahlmärchen" u. bergt handelt, geht daraus hervor, daß auch die halbamtliche .,D. Allg. 31g." diesen Vorgängen ernste Bedeutung beimißt. Sie schreibt: „Nach mehrfachen Nachrichten, die bei u’^3 eingelaufen sind und die wir als zuverlässig werten, bat die Bewegung unter den Landarbeitern, die sich gegen eie Gutsbesitzer richtet teilweise recht bedrohliche Formen angenomme.l. Symptomatisch sind bandenmäßige, gegen die Gutsbesitzer gerichtete Ue Verfälle, die beklagens.^erter- Ircife in Mecklenburg, zum Teil auch in Pommern keine Seltenheit mehr sind. Die Gutsbesitzer sind zuw Teil gezwungen, ihre Familien in Sicherheit zu bringen. Tas Anwachsen derartiger Uebergriffe wäre vor allem arich im vollswirtschaftlichen Jnreresse höchst bedauerlich, da die Ernteaussichten, kn jenen Gebieten geradezu glänzend sind, aber in Frage gestellt werden, wenn Abhilfe nicht geschaffen wird. Wie mit «fuhren, sind die Regierungsstellen über die Sachlage unterrichtet.'-
Mannheim, 8. Juni. Zwei sraiizösifchk Soldaten überfielen am Rheinhasen ein Liebespaar, vertrieben dkN Liebhaber und vergewaltigten das Mädchen. Die Soldaten, Marokkaner, konnten noch nicht ermittelt werden. — General Tezoutte sprach von deck „sympathischen" nnd „fittenreinen" schwären Tnippciik
Die Erschießung Paasches.
leb. Berlin, 2. Juni. Das preußische Mi»i> sterium de? Innern verösfentlicht einen Bericht bre von iknn zur Untersuchung ber Angelegenheit Paalche entsandten Polizeirats, worin es ». ck. heißt: Nach dein Ergebnis der bisherigen Ermittlungen kann es als erwiesen angesehen werden, daß 1. die Verhaftung PaascheS weder von dem Negierungskommissar ver-, fügt noch von dem Militär oder dem mitwirkenden Beamten ausgesprochen morben ist, 2. ber mit ber Durchführung der Durchsuchung beauftragte Offizier vor ber Durchsuchung mit beut Besitzer bes Gutes hat sprechen wollen unb bie Gendarmen ersuchte, Paasch? zu ihm zu bitten, 8. ber Gendarm Paasche sagte, er möchte mit ihm weiter zum Hause gehen, wo ihn einige Herren erwarteten, 4. Paasch» mit dem Gendarm auf dem Waldwege zum Hause gegangen ist und die in in der Nähe des Hauses ausgestellte» beiden Posten aus einer Entfernung von 10—20 Meter erblick!« und daß er darauf sich sofort umwendete und den Weg zurück und nm den Schuppen herum in den Wild gelaufen ist, 5. Gendarm und Soldaten, die aus dem Weglaufen folgerten, daß Paasche von dem Gendarmen festgenommen sei, wiederholt jQuIt71 gerufen haben, 6. der «'ne der beide» Soldaten in biefer Annahme eingedenk ber ihm erteilten Instruktion, nach der er schießen dürfe, wenn ein Festgenommcner sich durch Flucht seiner Festnahme zu entziehen fudje und «uf dreimaligen Haltruf nicht stehe, hinter Paasch» zwei Schüsse abgegeben hat, ohne'ihn zu treffen, 7. P rasche durch daS Gehölz und den Abgang hinunter etwa 150 Meter weit gelaufen ist und beim Austritt aus dem Felde von einem anderen Posten gesichtet wnrde, 3. diese« $gfieg gagenemma hat« d^gl Kaaschr, Sinter
L Eine grüne Internationale.
Wb. Köln, 2. Juni. Wie her bayerische Sauern* sührer Dr. Heim hier in einer Versammlung der Christlichen Dolkspartei mkttMe, sind bei den sämtlichen bereinigten B-mernvereinen Deu'sch'ands, Oesterreichs, Ungarns, Belgiens, Hollands, Schwedens, Norwegens Vorbereitungen zur Schaffung einer „grftnert Internationale" für die gesamte Landwirt« schaftswel: mit dem Sitz im Haag in die Wege geleitet. Am 6, Juli findet in Passau-ine Besprechung der deutschen, österreichischen, ungarischen, bulgarischen und rumänischen Bauernführer in d.eser Angelegenheit fällt.
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Der Reichswehrrninister über • die Lage.
Berlin, 2.Juni. Reichswehrminisrer Tr. Gehler führte in einer Unterredung mit dem Chefredakteur des „Berliner Tageblatts" u. a. aus: Ter Gedanke eines Putschest mag er von rechts ober links kommen, wird von den Offizieren, Unteroffiziere» und Mannschaften der Reichswehr abgelehnt Ich komme soeben aus Schlesien zurück. Tie Truppe macht dort einen sehr guten Eindruck. Das Mißtrauen, was auS den Tagen des Kapp-Putsches her noch in manchen Stellen zwischen Truppen und Bevölkerung steht, wird, das hoffe ich, allmählich verschwinden. In dieser gespannten Lage kommt alles darauf an, die Ruhe zu bewahren und zu verhindern, daß an irgend einer Stelle der Funke in daS Vulv^saß geworfen wird. Sollte es zu Unruhen kommen, so ist es Sache der Polizei und Sicherbeilspolizei bezw. ber Länder ihrer Herr zu werden. Reichen ihre Kräfte nicht dazu aus, so werde» die Länder die Reichswehr zu Hilfe r:;;en. Bei aller Loyalität, mit ber ich entschlossen bin, bt» von ber Regierung unterzeichneten Friedens- Vertrag zu erfüllen^ kann ich doch darüber keinen Zweifel lassen, baß gerade jetzt die Durchführung einer weiteren Hecresvr". Minderung auf bie allergrößten Schwierigkeiten stößt. Wie die Geschichte der Auflösung ber Brigade Ehrhardt und auch der Freikorps beweist, stößt die Uebersührung dseser noch verhältnismäßig schwachen
Deutsches Reich. 7
— General v. Lüttwitz nicht in Oberschlesien. Zn der Meldung, baß bet frühere General v. LüttwiI sich Im Kreise Rosenberg aufhalte, erklärt ber Landrat des Kreises Roseiibcrg. baß es sich um den ehemaligen Hauptmann v. Lüttwitz handele, der mit General 3. Lüttwttz nicht identisch sei.
: — Anläßlich des Jahrestages der Schlacht am Skagerrak fand bei den Kriegsgräbern auf dem Skagener Kirchhof eine stimmungsvolle Feierlichkeit statt, zu der 400 Mann von der deutschen Minensuchflottille erschienen waren. Es wurden Kränze an den Gräbern nie- detgelegt. Di« Feierlichkeit schloß mit Predigt unb-Gebet bes dänischen Geistlichen in Skagen.
— Im bayerischen Landtag würbe bas neue Be- amten-Besolbungsstesetz erledigt. Entsprechend dem Regierungsentwurf nahm bas Haus zu dem Gesetz über die Bereinigung Coburgs mit Bayern einen Zusatz an, daß dem Freistaat Coburg bas Recht eingeräumt wirb, anstelle ber abzuordnenben Mitglieder drei Abgeordnete durch unmittelbar« Wahl in den bayerische» Landtag zu entsenden. Zu bet Interpellation Sänger (Soz.) bett, die Auswanderung Fremdet aus Bayern erklärte Ministerpräsident v. Kahr, daß im Interesse der Sicherheit solche Maßnahmen nicht zu entbehren sind. Die Zustände in Bayern könnten nicht ohne Einfluß j. auf die auswärtigen Staaten bleiben. Jeder einzeln« Fall der Ausweisung sei von den Behörden zu prüfen. Von den 20 000 Oestetreichern würden nur 65 ausge- wiesen. In bet Iubenftage sei selbstverständlich, daß bie Israeliten basselbe Recht finden mußten, wie jeder andere. Von einet Etdorsselung bes Frembenvetkehts könne nicht gesprochen werden.
— Einigungsverhanblungen zwischen Aerzten ttnb Krankenkassen. Am 31. Mai unb 1. Juni fanden im Reichsarbeitsministerium unter dem Vorsitz bes Unter« staatssekretär Dr. Caspar Einigungsverhanblungen zwischen den Aerzten unb Krankenkassen statt. 6U führten in ber Frage bes Arztsystems zu einer Verständigung der Parteien, die eine wesentliche Annäherung an die Durchführung ber freien Aerztewahl bedeutet. Ebenso wurde ein Einvernehmen über die Schaffun« von sozialhygienifchen Einrichtungen durch bie Krankenkassen erzielt, lieber bie Frage bet ärztlichen Vergütung mußte mangele einer Einigung der Parteien ein Schiedsspruch der Unparteiischen gefällt werden. Dieser sieht bet Bezahlung nach einzelnen Leistung« eine Berdoppelung bet bisherigen Sätze vor, bis auch bet der Bemesiugg einer Paufchalvergütung V»
„Reaktionäre Putschtruppen in Berlin."
Was von den Gerüchten über eine» bevorstehenden Recktspuisch zu halten ist, wird an folgendem Fall besonders klar, den das Wolff-Büro milteitt:
Tas ..Berliner Tageblatt" veröffentlicht unter her Ueberschrfft: „Ansammlung von reaktionären Pulsch- trupven vor Berlin" Nachrichten, nach denen in einigen Vororten Berlins Die bciehlSwidrige Ansammlung lon Truppen sestgest-llt und behauptet wird, daß in ber Nähe von Erkner und der Fangschleuse, ferner in Fürstenwalde und Potsdam süddeutsche Truppen, besonders auch solche bayerischer Sohtingente ei »gerückt seien Amtlich wird feslgestellt, daß alle diese Behauptungen in vollem Umfang unche- g rfi w bet sind. Es befinden sich im ganzen Bannkreise von Berlin keinerlei Truppen, Hie nicht befehlsgemäß sich dort auszuhallen haben. Wenn im besonderen behauptet wird, daß bet Bürgermeister von Fürstenwalde vergeblich dagegen protestierte, daß die Krankenhäuser dieser Stadt geräumt würden, ar.-- scheinend um mit Truppen belegt zu werden, so wird amtlich fcflgrfteKt, daß der Bürgermeister auf das ent« fckstcdeustc erklärt hat, daß an dieser Behauptung a u ch -Nichtsein wahres Wort ist. Tie um B-r'in lieg’ubeu Truppen fici-en geschlossen hinter ihren Führenr. Wenn' schließlich behauptet wird, daß Prinz August Wilhelm in Potsdam die Führung der an geb» lichen putschistischcn TrnppÄi übernommen hat, kann mitgeteilt werden, daß Prinz August Wilhelm sich zur Zeit nickt in Potsdam aufhält, sich vielmehr auf Reifen befindet. Die Meldung von einer RäumOig der Krankenhäuser in Fürstenwalde beruht vermutlich auf der Tatsache, daß die wegen Bildung ber 1. Kavallerie-Division neu nach dort verlegte Schwadkou des Reiterregiments 9 in einem Gebäude untergebracht werben soll, baS früher als Reserve-Lazarett biente.
Erklärung der preußischen Sicherheitspolizei.
Berlin, 2. Juni. In einer Sitzung ber Führer ber Sicherh.eitsPolizei Preußens im Ministerium bes Innern hat ber Chef ber Sicherheitspolizei Preußens im Namen aller Führer dem Minister Severing eine Erklärung abgegeben, in ber es heißt: Die Sicherheits- Vvlizei stehl fest hinter ber vom Volke eingcfebten verfassungsmäßigen Regierung. Jeden Putsch wird Öre Sicherheitswehr rücksichtslos unterdrücken. Die' Sicher- chitspolizei ist sich ber Größe ihrer Aufgabe bewußt und wirb in den kommendes Wochen beweisen/ daß sie das Vertrauen ber Regierung toürbig ist.
• Sonderbar?
Der „Vorwärts" melbet: Einen sonderbare« Vorfall beobachteten >o«r am Sonntag in Bamuschuleirwe». Dort kam ein Zug von etwa tausend Männern aus der Kömgs- l.ide. Sie trugen ein Schild mit der Aufschrift: K. A. P. D. Im Zuge gingen nur zwei weibliche Personen als Sanitäter. Tas wäre an und für sich weiter nichts Auffälliges. Als ber Zug auf ber Brücke des Tellow- canals angelangt war, ertönte plötzlich das Kommandos „4. Abteilung, Gruppenkolonne!" Sofort formierte sich die besagte Abteilung in militärischer Weise. — Dem .Vorwärts" kommt diese kommunistische militärische Uebung sonderbar vor. Anderen Leuten nicht.
Verschiedenc Blätter fuhren aus einer Versammlung der Unabhängigen in Trebbin (Kreis Teltow) an. Däu « mig habe gesagt, daß es notwendig zum Kam pfe a u s der Straße kommen müsse, tvenn die SS ab len nicht nach Wunsch ans sie le». Das Proletariat müsse sich sein Recht mit Gewalt hole». ,
Wahlterror. . ' '
' ffre »ff r. rt a. M., 5. Juni. Aus der tzela.fahrt von einer Wahlversammlung wurde um SoMtag.Li-l:-'- zwischen Steina» und Schlüchtern ans den Hladlv. Niidolpli, der im Treuste der Dcutschnatjonale» Vollsparlei i>>. Slcinau eine Wahlversammlung ab« gehalten batte, ein Anschlag verübt. Bisher nicht ermittelte Personen gabey auf ihn und ci'.nr in feiner Begleitung befindlichen Amtsrichter sechs Revol verschüsse auS unmittelbarer Nähe ab. Glücklicherweise Iras keiner bt-t Schüsse.
Darm st a d t, 2. Juni. Nultem bereits vor einigen Tagen eine öffentliche Wählcroerssmmlung bet Teulskhnalionalen Volksparlei durch Anhänger b»r U. S P. t erritett Word« war, wurde gestern Abend in einer ran der Deutschen LolkSpartci eiuberusenru Versammlung, bei der ausdrücklich nur die Mitglieder der bürgerlichen Parteien emgelaoen waren, der gleiche Terror geübt. Anhänger ber Unabhängigen hatten bie Tribüne des Saales besetzt, und kaum hatte der erste Redner dec Volksparlei gesprochen, sprengten sie mit einem Hydranten große 93 a ff e t m affen i n fc c n Saal und warfen Stühle herunter. DaS Publikum, unter denen Damen und Herren tu großer Zahl verletzt und vor allem ganz durchnäßt wurden, flüchteten schreiend in das Freie.
—a- —J über genügend Machtmittel verfüge,
allen Möglichkeiten gewachsen zu sein. In Wirk- Mn't entspringt oer Rücktritt Rauschs persönlichen ^fferenzen. So hat er vergeblich versucht, eine von 5”? geschriebene Broschüre auf dem Dienstweg in die ^^chswehr zu bringen.
i Auf der anderen Seit» müssen die Verhältnisse v*< »em Lande in Pommer», Mecklenburg, Ostpreußen
Sie Unruhe der letzten Tage ist nun durch einen *»rgaitg noch vermehrt worden, der sich' im Reicks- Mrinniiftcrütm ereignet hat. Der bisherige Zivil- Referent im Reickswehrministerium, der Mehrhrits- Mialist Rausch, der schon unter Noske tätig war, nach No-kcs Rückrritt auf seinem Posten blieb, W sein Amt niebergekgt. Er erklärt, daß er nach E^utnisuahme der Singe zu der llxberzeuguug ge- 1 Stilen sei, baß sich feit dem 13. März nichts geändert gfc. In der Truppe trete heute der „große Ofsiziers- ^iismiis frecher auf als je zuvor." Dee Reichswehr, ^«enllick ihr Offizierskorps fei durch die „reaktiv- Presse und die deutschnaliouale Tvuppenagttatio» ^EloS verhetzt". Wenn bie Dinge so weiter gingen, sei Re Reichswehr in kurzer Zeit eine „drutsck- i l's^uake Prätorianer Garde." So schlimm kann die Schlage wohl kaum fein; bnen General Reinhardt,- l-^Afch.rationaler Gesinnung gewiß fernstehend, fi.it rst versichert, daß die Regierung durchaus Herr
Solilltte SietierlDonount.
Eine unleugbare Nervosität beherrscht die Stunde. Tie gesamte politische Sage befindet sich in einem F^cr-Instaude. Mit der Wahlarbeit und dem Jnte- ftfie, das man dem Wahlergebnis entgesenbringt, han- ge diese Dinge weniger zusammen. Die (^annung tzatz Unruhe kommen vielmehr daher, daß man die Wicke jetzt schon über die lediglich als Etappe ange- f ischene Wahl hinauf nach dem Punkte richtet, an kta es sich entscheiden soll, was mit pnsercr politisch?» Deichaflsflihruna und mit unserem künftigen inner- wie Vßenvolitrscheu Schicksal werden soll. In diesen Sor- tze» liegt die Wurzel für all die Nervosität, bie wir febril Sagen um uns herum wahrnehmen.
Tie Zeitungen siab voll von Putschgerüchte». Ra- ISde Blätter saotcu bestimmt einen Putsch rechts- stcheLöer unb militärischer Kreise für den 28. Mii teiHU? Er kam nicht. Also sei er verschoben worden.
Blätter der Reckten warnen vor Umsturzversuchen fer Linksdadikalen, wie sie ja seit langem über Vor- tatttu’.rgc:t dazu (Organisation von „rsien Arm-en") Michte: haben. Während alle maßgebenden parla- merianschen und Parlcikreise der Rechte» von jeder» Tcrsuch eines aNvaltsamen Umsturzes abgrrückt sind, dr er ja die politische uni) wirtschaftliche Lage Deulsck- sdiids u o ch hoffnungsloser machen würde, als sie dhnehi» schon ist/also irgendwie ernst zu nehmende Kreise nicht hinter irgendwelchen Putschplänen ein- ßelner WirckSpfe, sofern solcke wirklich vorhanden fein elüen, stehcu, kommt den Umsturzabsichtc» der Links- fedi!alc>- zweifellos ernstere Bedeulung zu. Ist doch äebcrlwlt im Wahlkampfe selbst von MehrheilS-- tzLzMeu, obwohl sie doch aus dem Boden der Demo- Btii’ stehe», den Mehrheilswillc» also achten und an- cki-Uiwn wollen, mit dem $ürn,erfrieg gedroht worden, sste i as Ergebnis dev-Wahlen nicht ihren Wünschen Äsprcchen würde. Unb wie die Unabhängigen denken, ist annt. Sie wollen, wie ein Unabhängiger in einer keisümmlnng in Plauen erklärt hat, durch ihre Be- teiligü'.tt- an den Wahlen „nur eine Heerschau ab- hil.m " Der Cutscheidungskamps werde-aber nicht Kr Mrlümeut, sondern aus der Straße geschlagen dnrben. Tie Kommunisten beabsichtige» »ach ihre» ichrnen Worte» .mit'ihrer Wahlbeteiligung Störung rkr paliümcntarischen Arbeit. Man darf in diesem
-inieichauge auch daran erinnern, daß die „Rote jsc Sie", das Organ der Berliner Kommunisten, er« bat, daß der Kampf um die Machtstellung des Mifetariats „mit 21 Zentimeter- und größeren Ka- Klein" ausgefochlen Ivürde. Ein weiteres Moment pr Beurteilung der Lage ist die Tatsache, daß kürzlich •*»3 offe i aus dem Tcmpelhofer Felde bet Berlin eine de» iluabhängigen und Kommunisten geleitete Ber- Awunle.ua ha! fialcfindeu können, iit der zur sofoctigey ^vchaffuug einer roten Armee durch unverzügliche Be- kiSnuiig der proletarischen Arbeiterschaft unter Ausstich jedes bürgerlichen Elcmcules aufgerufen wurde. ; lDs ist habet von Interesse, daß die unabhängige -Freiheit", die noch eben am lautesten bie Verordnung chk- Reichspräsidenten bekämpfte, die angebliche Pulsch- der in Auflösung begriffenen Freikorps mit ÄWchuus bedrohte, jetzt gegen diese Verordnung lauf: als einen „Akt der Willkür". Die Unab- ^■«gigeit fürchten, daß diese scharfen Maßregeln nickt **t gegen rechts, sondern auch gegen links angewandt J **nhea könnten, unb int letzteren Falle würden die r* unabhängiger Seite geschaffenen ober »och in ber »Vilduua begriffenen roten Arbeiterwehren bedroht.
Marburg
Donnerstag, 3. Ium «Beach atottfe.)
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und auswärtige 1.— Mk., Reklamezelle 3.00 Mk. Jeder Rabatt gilt al, Barrabatt. UV. ö’JiHjl« Sei Auskunft durch wie Eefchäftsstelle und Vermittlung der Angebote 25 Pfa. Son- 4 Ann dergebiihr — Postscheckkonto: Sir. 5015 Amt Frankfurt a. Main. LvLv
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