1920
M124
Erstes Blatt.
Die MM in KM
fichtSlo» gelten muß.
Di, Ziel« der Deutsch-Ha»»«veranrr.
wb, Hannover, 81. Mai. Der Vorstand der Deutschhannoverschen Partei veröffentlicht eine Erklärung, nach der di« im „VollswiLe" veröffentlichten Briefe Ende vorigen Jahres vom Funddie^tahl stammend in Berlin im Herist 19 geschrieben find, al» die Gefahr einer Räterepublik in Berlin drohte und enthalten unverbindliche Privatäuherungen, die fich zum Teil widersprechen. Der von den Bezirksorganisationen des ganzen Landes gebildete Ausschuß der Partei, hat einstimmig folgendes als Ziel der Partei festgelegt: Ueber der Staatsform steht der Partei die Wohlfahrt des Volkes. Sie verurteilt daher den Versuch der gewalffamen Wiederherstellung der Monarchie in Deutschland und Hannover. Rur in Uebereinstimmung mit dem Willen de. Voll«, kann «in« Aenderung der Staatrform erfolgen.
vorgedrungrn zu sein.
Laut demselben Telegramm protestiert« Tschitscherin bei der österreichischen Rrzierung gegen die Lieferung von Kriegsmatenock an Pole» und droht mit Repressalien. Desgleichen erhob Tschitscherin auch bei der Tschechoslowakischen Regierung wegen der Durchfuhr öjierreichischen Kriegsmaterials »ach Pole» Protetz,
AmÜiches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg. -
Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen
Marburg
Dienstag, 1. 2urn (Bnnhmond.)
Die IkmMMMe SmnllhmsW In DfrtWtn. '
wb. Benthe n, 31. Mat. Wie die „Oberscklesische LandeSzeitg." meldet, wurden bei der Absperrung am SamSlag harmlos« Passanten von der französischen Kavallerie mit dem Säbel geschlagen, polnisch sprechende aber unbehelligt gelassen. SamStag wurde.. Passanten, die die Posten höflich um Durch! atz baten, geschlagen, geohrfeigt, mit dem Kolben niedergeschlagen. Dies hat sich heute Nacht wiederholt. Die Erregung der Bevölkerung ist sehr groß.
wb. Breslau, 81. Mai. Der von den Fran-
hänqen -dann wären wir aus dem Wege zum berufsständischen Parlament.
Die Frage ist, ob das ErgebniSdör Wahle» von allen Parteien als die Grundlage für die Bildung einer Negierung auch.« »erkannt wird, und ob zweitens eine Kcalition von Parteien möglich ist, die zu der Regie- rung sich zusammenlinden. Wenn ein deutscher Reichskanzler, der doch nicht nur Parteimann ist, sondern auch gelernt haben sollte, die Interessen des Ganzen zu »er- treten, z.B. im Voraus eine mit der Denllck-^
Vollsvartei für unmöglich erklärt, so strbt man vor trüben Aussichten, wenn man nicht annebmen will, daß das Wort in der Wahlpropaganda gesprochen, auch nur vrvpaoaicdistischen Zwecken dienen soll. Ernster erscheint die Gefahr, daß radikale Strömungen das Ergebnis der Wahlen durch den Versuch, eine Diktatur zu errichten, illusorisch machen wollen. Von einer demokratischen Regi-runa darf man verlangen, daß sie alles daran setzt, der Auswirkung des VoMw'^sns Geltung zu verschaffen. Wir stehen vor den Verhandlungen zu Spaa, die doch, wie jeder hofft und wünscht, eine Grundlage bilden sollen, für den Wiederaufbau des Reiches. Das dürfte aber keinem Zweifel unterliegen, daß die E-^nte nur mit einer Regierung verbandelt, dir wirklich der Ausdruck des Bolks- willens ist. Putschexperimente, Räteiegirrung und ähnliches würden gerade jetzt in unverantwortlicher Weife das Reich schädigen. Wenn auch diese Aussichten aus die Radikalen vielleicht wenig Eindruck machen, so wird die Mehrheit des Volkes doch zweifellos fich bewußt fein, um was es sich handelt, freilich auch fich mdhr von der Er- k-nne»is durchdringen-lassen, daß cs gilt, sest zusa.nm-n- zustehen. *
Der Anzeigenpreis beträgt für vte 8g«sp. 6«lle 75 Pfa. und 10•/, Aufschlag. anttlld)t| tX und auswärtige 1.— Mk.. Reklamezeile 3.00 Mk. Jeder Rabatt gtlt al» Varrabatt | OO. Ollfiy« Bei Auskunft durch die Geschäftsstelle und Lermtttluna der Angebot« 25 Pf« Son- vergebLhr. — Postscheckksat»: Rr. 5015 Amt Frankfurt a. Mal».
zssügen. Und wenn eine demokratische, aus die Freiheit »nb das mannhafte Vertreten der Ueberzeugung sich stutzende Partei davor warnt, Rechtsgerichtete zu wählen, tefif sonst der Bürgerkrieg drohe, so erscheint das als eia Zeichen starker Nervosität und politischer Hilflosigkeit. »Mannesmut vor Königsthronen" war einst ein stolzer demokratischer Grundsatz. Wer an «ine wesentliche Schwächung der sozialistischen -Parteien glaubte, wird kick getäuscht sehen. Auch die MehrheitÄozialistr» werden verlieren. Sie vertreten zwar, was oft verkannt wird, tbettfo das Erfurter Programm, wie alle anderen und berlangen demnach Verstaatlichung der Produktionsmittel, einschließlich von Grund und Boden. Sie teufen nicht daran eine Art bürgerliche Reformpartei zu sein, aber sic wissen doch, daß die Verwirklichung dieses Programms augenblicklich mit der Wirtschaft de» Reiches auch den Arbeiter zugrunde richten würde, ihre Mit- trbeit an der Regierung hat ihnen das gezeigt. Eine Abwanderung in die weiter linksstehende Partei mit radikaleren Forderungen und Wünschen nach schnellerem Tempo, ist in einer Zeit allgemeiner Depression nur Natürlich. Der unsinnige Kapp-Putsch hat zweifellos den ibeutschnationalen manche Sympathien, die sie al» Partei ti'.tschlosfener Opposition hatte, geraubt, well man sie, krack nuferer Uebcrzeugütig zu Unrecht, für dies« Taktik verantwortlich machte. Die Partei kann sich für die barteipolrttsche Ausschlachtung des Putsches bei der Re- «erung bedanken, wenn die Wirkungen der unsinnigen beschichte fich mehr und mehr verflüchtet haben. Wie schon die Uebertritte zur Deutschen Volkspariei ergeben iabeu, dürfte diese Partei, wenigstens in Mitteldeutschsand, den Riescngetvinn aus der allgemeinen Rechtsschwenkung davontragen.
Der Ausfall der Wahlen ist immer ungewiß. Daß er diesmal zu einer Stärkung der Rechten führt, dürfte Zweifel unterliegen, ebensowenig wie die Tatsache, -aß wir mit einer starken Sozialdemokratie zu rechnen Von nicht zu unterschätzender Bedeutung dürfte fcher auch ßein, daß diesmal der Bauernstand sich kraftvoll w den Parteien Geltung verschafft hat. Für die Zukunft Deutschlands ein vielversprechendes Ereignis. Kann Man doch sagen, daß dieser wichtige Berufsstand, der an Geschlossenheit dem Arbeiterstand nicht nachsteht, bisher u der Volksvertretung in keiner Weise genügend vertreten ^k. Ob die Bauernschaft nicht auch noch dazu kommen mit eigenen Kandidaten ihr Gewicht in die Schale " werftn 9 Bei Hen späteren Wählen wird viel davon ab-
•vu. Leitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich I
hk4 00 Ml - Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder I 4 Mk., durch die Po,r - Berlaa von Dr. C, Httzeroth. - Druck der!
Kot?, Markt 21/23. - Fernsprecher 55. |
Wahlversammlungen.
In einer großen Kundgebung d-r Deutschen Volks- vartei in Hamburg sprachen Dr. Wremer, v.Kar- dvrsf und Dr. Stresemann. Strefemann erklärte n.a., der Parlamentarismus werde nicht die Schäden ft-istn können, toentt er nicht feine Grmcksätze ändere, iöeate sei er lediglich ein« Parteibeuie. .Wenn di- Deutsche Bolksvartei in die Regierung eintr-ten solle dann würde sie verlangen, daß mit dreier Wirtschaft gründlich gebrochen werde. Dann werde sie eine Kammer der Arbeit fordern. Was wir für die Zukunft brauchten, fei eine Koalition auf der breitesten Grundlage. Nur durch das Zusammenwirken aller' Guten könne der at-danke d-r Arbeitsgemeinschaft durch- gefLbrt tverden. Wer die Rildnng einer 1-etn(initi iert Re- nftruna verhindere, trage die Berantwvrtuna ftzk Aufruhr und Bürgerkrieg, v. Kardorfs bemerkte, ob die Dnttsch-- Volkspartei in die Koalitionsregierung eintreten w-rde .hänge ganz da' on ab, ob man ihre Bedingungen erfüllen >verhe. Dr. Wienret erklärte, er fei bereit, mit den Sozialdemokraten, die die Stcmtsnotwendiak-iten anerkennten, zusammenznarbeiten, ober nur dann, wenn die Parteien de? Bürgertums al? gleichberechtigt anerkannt werden. Die Demokratische Partei sei nur eine. Schleppenträserin der Sozialdemokratie gewesen.
Am Reichsllub der D^itsck-v Volkspartei sprach Dr Stresemann. Nachdem er die Behauptung des Reichskanzlers ab absurdum gesübrt, der Eintritt der Deutschen Volkspartei komvromittiere uns vor dem Ausland, und demgegenüber betont hatte, daß gerade die Teilnahme der besten wirtschaftlichen Kövse an der Regierung das Vertrauen des Auslandes wecke, ging er, wie die „Köln. Ztg." schreibt, zu Nummer drei der geanerisck>en Anwürse über, der Wahlsieg der Deutschen Volkspartei bedeute den Bürgerkrieg. Liege nicht in einer solchen Behauptung der Bankerott der Demokratie ? Die Drohung mit dem Bürgerkrieg sür den Fall, daß der Mehrheitswille des Volkes anders entscheide als der Wille der derzeitigen Regierung, sei nichts weiter als ein Appell an die Feigheit des Bürgertums, dem die Vergangenheit leider eint gewisse Berechtigung gäbe. Sach« des Bürgertums sei es, diesen Appell zu- kchanden werden zu lassen. — Wenn man nur die Listen der bisherigen Koalition wählen soll, warum dann überhaupt Wahftn?
An Höxter mußten nach einem Bericht des Pressedienstes der Deutschen Volkspartei die Demokraten am Pfingsttage ihre Versammlung aussallen lassen, weil keine Zuhörer erschienen waren. Der Spitzenkandidat, Oberbürgermeister Dominikus, hatte sich vergeblich bemüht. Man setzte eine zweite Versammlung auf den 27. Mai an, obschon am gleichen Tage der Abgeordnete Dr. Hugo für die Liste der Volkspartei in Härter sprach. Während Dr. Hugo vor über 1000 Zuhörern sprach, hatten sich um den demokratischen Spitzenkandidaten einschließlich des Parteivorstandes 63 Zuhörer gesammelt. Aehn- lich ist baS Interesse der Wähler für die beiden Parteien im ganzen Wahlkreise Westfalen-Nord.
Eine beutschnationale Katholikenversammlung in Schöneberg wurde von Zentrnmsangehörigen unter großem Lärm und Handgemenge gesprengt. Die Sicher- heitspolizei löste die Versammlung schließlich auf. Sie konnte dann ungestört vor sich gehen.
Der beutschnationale Parteisekretär Schwedtmann, der sich in einer demokratischen Versammlung in Mecklenburg an der Aussprache beteiligt hatte, wurde nach her Versammlung von Sozialdemokraten überfallen und mit Knüppeln und Bierseideln schwer verletzt, so daß er blutüberströmt bewußtlos zusammenbrM). Ein auS nächster ‘v.’äbc abgegebener Schuß verfehlt« fein Ziel.
Handwerker auf de» deutjchnational«» Borschlagslifte».
Tas Handwerk ist auf de» Vorschlagslisten der D. N. V. P. für den Reichstag unter den Ernst-Kandidaturen besonder» zahlreich vertreten. So kandidieren
e I wt. Sonderbnrg, 81. Mai. Die Ueber nähme
Im ReickMehnninisterium wurde einem Mitar-1 Tekkgraphenverwaltnng in der ersten Zone Nordbeiter des „Berl. Tagebl." über bte Lage folgende Mit-1 sMeswigs durch Dänemark erfolgt atm >. Juli. D« teilung gemacht: Eine erneut versuchte Ueberrumpe-1 Uebcrnahme der Eisenbahn wird nächste Woche erfolg-n. lang von Berkin tvürde auf den schärfsten Widerstand I ____
stoßen. Die Regierung ist der hiesigen Reichswehr I sicher, und algeseben davon verfügt sie auch durch die Die KÜMvfe fit Rußland. Brigade Tökerrtz, für deren Haltung der Name Rein- .
Hardt eine sichere Bürgschaft ist, und mit der Sicher-! wb. Prag ^31. Mat. ^^ost«vakrtch- P. fi heitswebr über verfassungstreue Truppen in einer Z-Hl büro.) Dem Moskauer Kritstsbe^ und Bewaffnung, gegen di« jeder Angriff als aus- zufolge kämpfen rolcn ^ntppen östl ch von Wi - - - " - > noch immer auf bet Linie Vizi-Krivitfche an der
Bahn Polozk-Warschau bi» zum Polll-See. An der Beresina dagegen scheinen vor Minsf die roten Truppen bei der Mündung der Uscha auf da» linke Ufte btt letzteren gtworsen zu feilt Südlich von Kiew und nordwestlich von Taraschtscha meldet der Moskauer Bericht mit frischen Kräfte» unternommene heftige polnische Gegenangriffe. Der linke sMgel btt roten Front scheint bereit» bi» 30 Werst südöstlich von der Station Napnarka an bet Bahn ProSkurow-Odkfta
Parteien ^einschl. der Banernvertreter.)
Die Demokraten haben gegenüber der letzten Wahi ar (Gebiet
zwei Drittel, die Mehrheitssozialisten ein Viertel, die I ^US 0SM vefLyreN WCIHCU
Unabhängigen ein Fünftel ihrer Stimmen verloren, totl Ludwig shafena. Rh., 81. Mai. Der in während bk Deutsche Bolkspartei ihre Stimnieuzch! I Bsditsch.n AnUin- und Sodafabtik btfchäittgte v e r d o p p el t bat. Tie Deutschnationalen haben auf | Ingenieur Imhofs, der den Krieg zuletzt al» Haupt- Kosten des Bauernbundes, der sich an der vorherigen ltmnn mitmachte und der unlängst von deck Franzosen Wahl noch nicht als selbständige Parteiorganisation veihoftet wurde, ist wegen Diebstahls von Hau-grgen- beteiligt hat, die Hälfte der Stimmen verloren, ständen in Frankreich zu 16 Jahren Zwang»-
Im neuen Landidg haben die> Sozialdemokraten und I arbeit verurteilt worden. Bei einet Haussuchung He bürgerlichen Parteien je die Hälfte Sitze. Erne I fpHen 6et gestohlene GegenstLnde gefunden worden lozialistisch-d-mokratifche Mehrheit ist vorhanden, es I
darf ater bezweifelt werden, ob die demokratische Partei 1 mb Zwei brücken, 31. Mai. DaS Reichsarbeit-- ohne weiteres gewillt ist, mit den- jetzt allein maß-1 Ministerium hat einer Beschwerde stattgegeben, die bet gebenden Unabhängigen Zusammenarbeiten. Metallarbeiterverband gegen einen Schiedsspruch de»
----*---- Schlichtungsausschusses Zweibrücken erhoben hatte, de«- ™ , rv* . < c, !zufolge die Fachvereinigungen brr Schlosser, Spengler
General Reinhardt über die Lage. lHlb ^nftauatcure mit Rücksicht auf die wirtschaftliche
Berlin, 1. Juni. Ter frühere Kriegsminister!Lage des Gewerbes das Recht erhalten hatten, den Reinhardt führte in einer Unterredung mit einem iZehnstund-ntag loteber einzufuhren und T rip Mttarb«»er des „fflciL Tagebl.» über die Putsch- Verhandlungen ab-ulehnen. Der Demobilmachung^ vcrlere-tungen und die nlilitärifche Lage u. a. aus. 'ommifsar wurde oeaustragt, sogleich neue Berhand Ein :ve,entlicher Teil der Nachrichten über die Vor- langen mit beiden Parteien eii^uleiteii.
bercitungen eines Pntsches erllären sich ganz natüv-! wb. Aachen, 31. Mai. &tct f 6 P
-ich aus der gegenwärtigen uckfasfenden Umgestaltung I Familien, die aus Eupen und amy g dec militärisch^ Verbände. Wenn jetzt irgend wo, wiesen worden »'^e.ng«»fftn,
z.B. in Westfalen, Truppenteile aufgelöst werden zec- Mai^°Hmte Nachmittag sind auf
streuen fick die entlassenen Soldaten, bec ia durchweg I, v^- * ' * . «trafiett tns-
in den Eiitlafsungsorten kem ^^ckmftlrchrs Unter- » von hier und auswärts, darunter
Kommen finden können nach allen Richtung, n h m bct staatlichen und der englischen
Daon reisen sie zmn ä.eil in Nemen ^r.-pps, a. a. «uch . toegen Verdachts der Schieberei und de» noch Ostpreußen. Das erweckt Anschein von be- b verhaftet worden, die auf
stimmtet'. L.ruppenbewegungen, die aber in »ch n\ä)t S I ? englischen La st automobilen nach dem Polizeipräfi- Ecfahrvolles bitten. Wenn aber anderswo tatsacklich I ® , <
Piitschvorber-ikung-n getroffen werden - und daran I bium Spracht wurden.
**** f«". d-ß --Ei»- X"tn. rtK - Ä SÄÄS
SeoMInnj °°n P"«°°-b---'i»"--- P-lM« h«» bl».
Lne steht als unmittel.are Reserve dem Reich-..ehc-! indert die Reise nach der ersten Zone antteten
Mimtzet zur Verfügung. f können
zosen in Beuchen erschossene Heide ist al» Sohn eine»
_____ , Oberschlesier» vor 17 Iahten noch Australien auS- Starf« Verlust« der Sozialdemokraten ueb Demokraten.I gewandert und hat dort die britisch« Staat»™« Gotha, 1. Juni. Nach den endgültigen ZifiernI gehörigkeit erworben. >
der Landtagswahl in Gotha haben Stimmen echalten:! ®et,„
Deutsche Bolkspartei 12 686 gleich 3 Mandate, Deutsch- «eine «utonomie IPeooknz Pofe»,
nationale Volkspartei - 4217 gleich 1 Mandat, der wb. B re»>l<a u, »0 Mat. W« »be^efE vl^
81«« L
«ßSWÄ Äm “Ä? 8 Mandate. Der bisherige Landtag setzte sich zu-1 falturrlten Verhältnisse eine gewisse Autonomie in# ammen ans: 10 Unabhängigen, tl Mehrheitsiozi-l-1 pxz polnischen Staates »u behalten, endgültig listen, 4 Demokraten und 3 Mitgliedern der Rechts-tgescheitert.
der bekannte Mittelstandsfichrer und langjährige Land-1 tagsabgeordnete Hammer in Potsdam I, der Be- zirksschornsteinfesermeifter und Landtagvabgeoednete Conradt in Breslau, der Handwerkskammecvor-1 itzende Malkew itz in Pommern, bet frühere Reichs- tagsabg. Bäcketobermeifter Riefeberg in Magdeburg-Anhalt, die Mitglieder der Nationalversammlung Biener und Wetzl ich in Chemnitz und Dresden. Fn Hannover steht der Handwerkskammerfyndikus Dr. W i e n b e ck an aussichtsreicher Stelle. Der Führer des Thüringer Handwerks, Bäckerobermeister Dunkel, kandidiert In Erfurt. An nicht mehr unbedingt ftdjereit, aber zum Teil aussichtsreichen Plätzen kandidieren weitere 16 Handwerksmeister.
$Bt de» Mit».
' Nur wenige Tage trennen uns von den Wahlen N« wir bereit» schrieben, verlaust die Agitation men» zvüchig ruhig, in Marburg gewiß. Aber auch die Blätter her Mrvßstädte sind voll von der Beobachtung, daß tic ytaßlofe Ueberft'auuung -des Parteigetriebes7 die wir sctt der Revolution erlebt haben, in den Wählermassen nne Abspannung erzeugt hat. Das ist nur zu natürlich, sind doch sollte allein die Beobachtung, daß unser heutiges System den herrschenden Parteien die Mögsikeit gibt, ktaatsämter mit i h r°t n Gesinnungsgenossen zu be- fthen und aus dem Säckel der Allgemeinheit zu bezahlen, ohne daß jenianb das Recht hätte, nach der besonderen b!-:mng des Betrrsseuden für diesen Posten zu fragen, etrd. dem Gteichgültigsten die Wichtigkeit der Wahl vor <ifcc{n sübren, um nur das Sinnfälligste zu erwähnen. 8oii der Stenrrgesetzgebung, Achtung der persönlichen «Ä der Meinungsfreiheit und dem gimzeu Komplex der politischen Fragen ganz zu schweigen. Weite Hecke unseres- Volkes sind leider noch immer nicht daran Vwöhnt, daß nicht eine ferne Regierung, svndern jeder Tinzekue, mit dem Stimmzettel in der tzand, fein Schicksal bestimmt. Wenn auch in Deutschland jeder Einzelne möglichst «ine eigene Partei tziündeu iiröchte, so bringt es die Natur der Dinge llun einmal mit sich, daß er seinen politischen Willen tu r zur Geltung bringen kann, wenn er seine Stimme nur einer der bestehenden großen Parteien gibt, die ihm em nächsten steht, mag er im einzelnen noch soviel auS- Mter. haben . Parteiwut ist vom Uebel, Parteien muffen ftin.
Die Unzufriedenheit des Volkes, die Ratlosigkeit gegen» Wer den Ausgaben, die vor uns stehen, äußert sich schon vor den Wahlen vor allem auch darin, daß in den .jku selbst es vielfach kriselt: mit Ausnahme der "Uu'.schrti Volkspartei ist, soviel man sieht, keine Partei batvr. verschont geblieben.
Qir-bett Parteien flutet es hin und her und viele der Milglieder sind am Parteiprogramm irre geworden. Am stärksten in den Parteien der jehigen^Regiernng. Was das Zentrum anbetrifft, so sind alle Hoffnungen her Gegner auf eine etwaige Zersplitterung nur ein Leichen dafür, daß sie die Natur dieser Partei nicht Kimen. Immerhin dürsten" die Ereignisse eine Siärlung des rechten Flügels der Partei zur Folge ftitin. Man sagt nichts neues, namentlich nach den Wanieu der letzten Zeit, wenn man sür die demokratische Partei eine Katastrophe voraussagt. Eine Partei, die die Sammlung des Bürgertums wollte und in der Sirfmrg Zu schweren Erschütterungen der Stellung des BurgertUms im Staate die Hand bot, von der man sagte, daß ttc im Beiwagen ixr Sozialdemokraten fahre, muß it einer Zeit, wo alle bürgerlich Denkenden fich aus sich selbst1 zu besinnen scheinen, • an Anhängern verlieren. Sfas hysterische Geschrei beim Kapp-Putsch, mit der für eine bürgerliche Partei ungeheuerlichen Proklaiiiierung ks Generalstreiks, dürste der Partei schweren Schaden