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Degen den Angaben des Gewährsmannes derVoss. Ltg.", baij die deutsche Industrie in der Lage gewesen Wäre, rechtzeitig und billiger das erforderlich« Tuch zu ftefern, erklärt das Ministerium des Innern, daß das »icht der Fall gewesen sei trotz allen Bittens und Drän» |ene. Da das Tuch aber dringend gebraucht wurde «mze Hundertschaften seien noch nicht eingekleidet, die Berliner Sicherheitspolizei muffe ein und denselben Anzug in und außer dem Dienst tragen hab« der Auftrag, nach England gegeben werden möffen.

Zusammenschluß der Bexbraucher-Organisationeu. Ein« Arbeitsgemeinschaft der Verbrauchernerbänd« ist tn Berlin gegründet worden. Sie setzt sich zum Ziel, im Nahmen der wirtschaftlichen 6 elbstverwaltungskörper besser al« bisher für die Interessen des Verbrauchs zu forgen, um auf diese Weise einen wirksamen Schutz der ketten Schichten der Bevölkerung vor übermäßiger Preissteigerung zu gewähren. An der Arbeitsgemein­schaft find beteiligt die vier groß« verbände der kom­munalen Selbstverwaltung (Deutsch« Städtetag, .Reichsstädtebund, Deutscher Landgemeindentag, Ver­band der Landkreise), weiterhin der Zentralverband Deutscher Konsumvereine Hamburg, der Reichsverband deutscher Konsumvereine Düsseldorf-Reishalz, der Deut­sche Beamten-Mrtschastsbund und der Berkxkdd deut­scher Haussrauenvereine Hamburg. Die Seschäftsleitung hat der Deutsche Siädtetag Übernommen.

Rückkehr Mr Mehrheitsfozialdemokratie. Der che- malige Redakteur derFreiheit" Dr. Rrstriepk« hat fich der alten sozialdemokratischen Partei, der er vor der Spaltung angehörte, jetzt wieder angeschllsss«. Er begründet seinen Austritt aus der A. S. P. imVor­wärts" mit den Beschlüsse» de» letzten Parteitages, die den Boden der Demokratie verlassen haben. Er kehrte zur Mehrheitssozialdemokratie zurück, durchdrun­gen von der Notwendigkeit ein« sozialistisch-demokrati­schen Programm«.

Die volksabstimmnng ht Ostyrenhen

Königsberg, 25. Mai. Nach einer Weldnng de» Reichskommissars für Ostpreußen im Abstimmungs­gebiet findet die Abstimmung.am 12. Juli statt. Zur Eintragung in die Abstimm,mgsliste haben fich über 160 000 außerhalb der Abstimmungsgebiete wohnende Stimmberechtigte gemeldet.

Di« bisherige deutschnationale Abgeordnete Frl. v. Gierke ist zchamme» mit ihre« Baler Geheimrat Prof. Dr. e. Gierke au« der Partei ««getreten. Sie war nicht mied« aus die Liste zur Reichstags wähl ge­setzt worden.

L.....

Kurze Anslandsirachrichten.

Feldmarschakl o. Boroevie ist in Klagenfurt infolge eines Herzschlage« gestorben.

Der Ungarn aufgezwungene Ariedensvertrag. In ihren Lettaufsätzen betonen di« ungarischen Blätter, : daß die Regierung de« Druck gehorchend den Friedenr- dertrag unterzeichnen müsse, di« nngartsch« Nation aber hi« ihr mit dem Friedensvertrag auferlegten verpfltch- tnngen nicht erfüllen könne und 'den Zustand, der durch de« «ertrag geschaffen wird, nicht el« Mrecht bestehend anerkenne.

Lei de» Millionendiebstöhleu in de« Dock« we Le Havre find ungefähr 80 Personen verwickelt. San hat bereits 15 verhaftet.

Der Kino in der ftanzöfischen Motte. Der ftauzö- fifche Marineminister hat angeordnet, daß all« Schiffe, die eine Besatzung von «ehr al» 80 M«m haben and mehr al« sechs Monate von der französisch« Küste ent­fernt bleibe», eine kinematographisch« «»richt», an Bord haben «Äsen.

Di« kchantungfrage. Di« chinesische Regierung Mb de« japanischen Borschaftrr in Peking die Antwort, dich sie da» Verlang«, Berhandstmgen Wer dir Schantnng- frage einzuleiten, ablehne.

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Marburg, ü. Mai.

Puszeichnung. Dem Gericht4asiW«t San» Irrbach am hiesigen Amtsgericht, früher ft» «saß tätig, imrnbe da» Eiserne Kren, am weih-schnurzen Band der-

Polizeiliches. Berqaugene Rächt ist am Gr- schästshans der R. @. Mwert'schen Univerü: äts-Buchband- kuug eine große Spiegelscheibe dadurch völlig zertrümmert kxnben, daß ein Unbekannter eine» dicken Sandstein «st großer Wucht gegen dir Rolläden schlenderte oder Hagegen stieß. Das Fenster enthielt politische Bilder

Die Casseler WhjahrsmsAellvag 1920 veranstaltet vom Kunstverein »ad der KunHakademie zu Kassel, wurde a« 9 Mat in Gegenwart der offizielle» Vertreter der stäb.iichen und Prvvinzialbehörden und der Direktoren der öffentlich« Sammlungen, der tunst» efabemk und des Kunstverems seierlichst «öffnet. Ge­heimrat Professor Bautzer begrüßte die Ausstellung als de» verheißungsvollen Auftakt künstlerischer Friedens- tzrbeit in Hessen, wandte fich in herzliche« Worten an hie junge Malergenerntion, der rin groß« $ der Ausstellung eingeräumt ist, und stellte die iährllche Wie­derholung der Beranstaltung in Aussicht. Darauf eröff­nete Oberbürgermeister Scheidemaun mit warmen Worten die Ausstellung und versprach, an der Schaffung der städtischen modernen Selene nach Kräften fördernd teitzunehmen, deren Gründung in nicht mehr allzu weit« Ferne stände.

Die Ausstellung gewährt einen Ueterbüd über die künstlerischen Leistung« in Hess«, üb« den man fich freuen darf. Die Veranstalter haben trotz b« Schwierig­keiten aus Liebe zur Kunstpflege in Hess« irx Künstlern rir.t Ausstellungk möglichkeift dem Freunde tnr Kunst eine Uebersicht geboren, an der er seheu kann, welche Kräfte heute in Hessen lebendig sind. Im kräudebause befiudeir sich Bilder alter Richtung, während im Kuustoevern bet Expressionismus «tu Heim gt artben bat. Ter repräsentabke Raum des Ständehauses entschädigt lech« nicht für die ungünstige Beleuchtung »nd die einzig dort msgliche ab« schematiche Ausstellung der Bilder aus Staffeleien in zwei Reihen. Ter Eppressio- »ismuS hat es mit stimm Raum im Kunsiverein besser. Ean muß es der Leitung dank wissen, daß sie den berblick üb« das Kunstschaffen durch die Hiuzuuahme scher Richtung so allgemein wie möglich gestaltet hat. Staun« bin ist es für den, d« aus dem Stäudehaus, wo He alte Kunst dar Szepter führt, schw«, sich mit Bildern Von Ewafo z. B. auSeinanderzusetzeu, jene müssen ihn anmuten wie dst Keniaten aus den verstossenen Jahr­märkten. Freilich hat »ns daS Leben unfern Zeit para» gewöhnt, krasse Gegnisätze nebeneinand« zu sthen »ndjedem gerecht zu werden.

Unter den Expressionisten fällt ein Blumenstilleben Ion Eb«r in seiner reichen Farbigkeit auf, sowie He auf sie Wand strebenden dekorativen, überlebensgroß« Bild« Bobfrergers. Dst übrig« in re;neu Farben «strahleud«

tu® >tt!irrK!i!!Ten, wv-rz sm) chUiivar ihn eine ».ar uns politischen Beweggründen handelt. Für die Ermittelung des Täters sind von der Spstgelfcheiben--Vers.-Gestllschass 500 Mark Beloynung ausgesetzt.

st Städtisch»« Eommertheater. Die Aufführung des LustspielsAls ich noch im Flugel- kleide", von Kshm und Frehfee, das feine Reist über eine ganz» Anzahl von Bühnen mit Erfolg bestunden hat, verbürgte von vorne herein auch hier die gefällige Aufnahme, die es am Pfingstsonntag vor ausverkauftem Hause fand. Hebet dem ganzen thront mit ihren Schwächen und Absonderlichkeiten in grotesker Altmo- dischkeit das alte Pensionsfräulein, deren eigenartige Pädagogik an der Ausgelassenheit ihrer in allen mo­dernen Typen vertretenen Schützlinge zerstiebt. Na­türlich fehlen auch der umschwärmte Oberlehrer und die obligatorische Mademoiselle nicht. Eine Hauptwürze gibt der Handlung noch die Rädelsführerin, ein schnod­deriger Backfisch, mit dem ausgesuchten Namen Haast, der Abscheu der Penfiousmuttcr und die tonangebende Range bei all« Stretchen. Hi» »nb wieder aber feit« taucht auch mal ein Stückch« guten Humors auf. Die Sentimentalität steht neben der Drolerie, die Schlagerszene neben der Burleske voll toller Ausge­lassenheit. Auch an Situationskomik fehlt es keines­falls.' Heb« manch«lei daneben geschätzteSchlag­wörter" hängt man in anbetracht des schwülen Maien­sonntags eben einmal den Mantel christlicher Nächsten­liebe. An der Spitze marschierte das räukejpinneude Oberhaupt Margarete Tabisins, mit herzlicher Frische und lost« Mundwerk, die dankbare Ito« mit rosenroter Laune durchfuhrend. Die Lerhindemng Hauptdarstellerin gab der Direktion den guten Gedan­ken einenErsatz" in letzter Minute zu engagieren, der wohlgeeignet war denLustigen Abend" zu dskumentic- ren. Alle komischen und tragisch« Moment- der Pen­sion s mutter, mit ihrem stereotypen tte! fanden wirksamsten Ausdruck in dem fel)i neckischen Spiel des Eharakterkomikers der Bühne. Er ver­stand es schnell d« Conner mit dem Publikum herzu­stellen. Derbe und temperamentvolle Hrwnchsigkeit entfaltete Esse Rabe als Mädchen für alles. In den Stubent«roll« gebührt die Palm« Erich Weiher (als Paul Gutbier), defl« Darstellung Schwung und Schmiß hatte. In len wrd Haltung gefiel als Rittmeister Hans Grell. Sen den andern Mitwirkenden gebührt den Dam« Reinhardt und Burkhardt Aner­kennung, ebenso dem guten Zusammenspiel aller Be­teiligten. Das Publikum amiisterte flch königlich! Quod erat demonstrandum!"

* Die Deutsche Volk?pari« hielt im Laust der vergangenen Woche eine Anzahl Versammlungen ab, tn denen über die Ziele der Deutschen Bolkspartei ein­gehend gesprochen wurde. So sprach Fra» Dr. Magnus in Cölbe und Hatzfeld, Herr Studienrat Steinhanfs i» Ernsthaus«, Seit. Oberleutnant a.D. Zinn in Oberasphe und FrMHaosen, Kr. Biedenkopf, Frau Tr. Pfeffer pnd Geh Rat Jeß in Maischt.

Der Marburger Hausfrauenoereiu schreibt: Was ist häusliche Nothilst? HUse wo Hilst not ist. Sie teilt fich in häuslichen Hrsssdienst und eigentliche Nothisse. Häuslicher Hisssdi . si wird ge­leistet, wenn auf Wochen oder Monate zur Hisse und Entlastung der Hausfrau ht eine Familie eingetreten wird. Nothilfe leistet man, wenn in besonder» Fallen 3»m Beispiel zum Flick« und Stopf«, Einmach« oder t» Krankheitsfällen tatkräftig emgefprmrgea wird. Häuslicher Hilfsdienst wie Nothilfe w«den gegen Ent­gelt geleistet. Wer soll Liest Hilfe leisten? Jede Frau und jede« Mädch«, die frei zum Dienst sind. Bor allem jede, der e» daran liegt ihr ungenügendes Eiukonnueu aufzubesse«. Arbeit« und nicht verzweifeln; Zugrci stn; Arbeit« adelt! Hnt«ern8hrte, überarbeitete MSt ter find ein Elmd mehr, an dem unser Vaterland droht z» gründe ja gehn.

Detter, genierte, Berfeeinriuaie» ufnu

* Deutschnationale Bolkspartei. Mit- gsiedrrversammlnng bei Lederer h«te Abend 1/s9 Uhr.

* Deutsche Bolkspartei . Auf dst honte abend bet Seebode stattfindende B«sammlu»g der Studentisch« Ortssruppe, in der Pros. Ls h le in üb«Reaktion und Reorganisation" sprech« wird, wessen wir nochmals hin.

* Der Gewerbeverei» hält »arg« Tmmerstag abend 8 Uhr bei Lederer eine HauiÄversammluns ab. Die Mchtigkeit der Tagesordnung bedingt zahlreiches Erscheinen. .

* * Oberhessischer @eb ic a 3»SB cre in. Nach­dem die letzte Wanderung nach den Mbergeu alle» Dessnehmern so hervorragenden Genuß brachte, soll auch die nächste Wanderung am Sonntag, den 30. Mai nach dem durch NatnrschSnheiten so reich gesegneten Hinter

Formmhfterien bet Frankfurter und Darmstädter Expre'- sionisten bieten nichts wesentlich Renes: die Gefahr, so sieht man hier, ist für die expressionifinche Gefühlswelt der Formalismus, d« g«abetoeg5 auf einen Wodemismus zusteuert. Bor bet Hand hiito«t freilich das Ren-teige, die ge wollte Desarmation des Natürlichen, zu «kennen, daß es sich auch bei bkfer ganz neuen malerifcheu- Erkenntnis vstssach um ganz alte Probleme in neuer Fassung handelt. Im großen und ganzen gibt der Epvrcs- sicmstensaal einen interessant« Querschnitt durch wesent­liche Züge des heutigen ExpressivnisrnnS. Im Stände- Haus befind« sich Werke bekannter Hessen »der hier schassender Künstler. Bon dm eigentlichen Hessin ist der Qualität und Wirkung noch an erster Stelle Professor Bautzer zu sennen. Er bringt neben zwei stimmungs­vollen Landschaften ein neueres und ein älteres Porträt, die ihn auf der Höhe seiner Kraft auch als Porträtist »eigen, lieber Professor Baums Kirnst, d« mit vier glänzend« Landschaften vertreten ist, die m diesem Saal zwar etwas ftcmd anmuten, ist schon aus führlich« hi« gesprochen, so daß fich stier weiteres erübrigt. In der Fülle des Gebotenen fällt eine klare, gvoßgeschene Landschaft von Altheim-Darmstadt auf. Die Casseler Akademie ist weiter vertreten durch Bnrmester und Witte, die beide einem lebhaft flotten farbenfreudig« Im­pressionismus huldigen, der erstere mehr von brr Farbe-, d« letztere von bei linearen Komposition her bestimmt. H. Giebel ist mit einer seinen ArbeitAlte Fran ror rotem Vorhang" gut vertreten. Merkwürdig w.nig bleibt von den beiden Landschaften Brachte-, wogegen die am Gesamtwert gemessen nicht gerade erschütternden Steinhaufens immer noch ein« starken Eindruck dieses manchmal soexprefsio- mstssch" fühlenden Nazareners geb«.

, Ein Wort noch üb« die Plastik, die nicht sehr stark vertreten ist. T« Franksiirter Bildhauer Prack bat einige lebensvolle Porträtbüsten dort. Am interessantesten ist wohl b« Versuch H.Wintet L, die Bewegung einer Schnhanziehrndci! streng stilistisch zu fassen.

Es ist nicht die Absicht dieser Zeilen die Ausstellung zu besprechen, wir wollen nur auf den interessanten und grunzen« Versuch nachdrücklich Hinweis«, bet hessischen Kunst nach außen hin wieder mehr Geltung zu verschossen.

# Der Kompanyl Georg Jraw ist le Alter von 62 Fahren gesiorbeg.

mit seinen eigenartigen Volkstrachten bringen. Auf schat­tigem Waldwege wird die Ueberschrcitung des Höhen­rückens zwischen Laon und Edd« auSgelührt »nb dabei die Luderburg, Stein und Didoll berührt, und bei 643,4 Met« Höbe wird eine prächtige Femsicht über da« obere Wderial von bnt Bergen des Sau«lande4 bis nach den Waldeckerbergeu und Knüll hohe» Genuß bieten D« Llbstieg erfolgt über das Lansseld nach Hatzfell) an der @bbcr, schön am Burgberg mit alter Ruine an der Wder gelegen. Nach ausgiebig« Mtttagsrast, begrüßt von dem dortigen Zweignerein und unter dessen Führung, er­folgt brr Rückweg über die 673,7 Meter hohe Sackpfeife mit dem neuen Nussichtsturm und umfassender glänzender Fernsicht ans herrlichen Waldwegen nach der Perle des Hinterlandes, dem Bergstädtchen Biedenkopf mit seinen glänzeudeu Bierverräftnifsen, von wo und der Abendzug nach 67 StmQcn SBanberanß zurückbriug« wird. Anmeldungen bis zum Freitag Abend bei Herrn Kauf­mann Weber, Lutherhaus, erbeten.

* Stöbt. Sommertheater (Direktion Otto Henuingt. Einen hochmteresfomen Theaterabend haben wir Donnerstag, 27. Mai, zu erwarten. Direktor Hen­ning wird au diesem Abend in eifriger Verfolgung sei­ner künstlerisch« Ziel« ^.Totentanz" (1. Teil) von August Strindbcrg aufführen. Die gewaltige Charak­terrolle des Kapitän Edgar zählt Direktor Henning zu sein« besi« darsiellerssch« Aufgaben. Die anderen Hauptrollen spielen Gerda Burkhardt, Rudoss Kerbs und Esse Rabe. Gewöhnliche Preise, im Abonnement. Ter 2. TeilTotentanz" wird später gegeben. Sams« t"-. de» 29. Mai. abend» 7 Uhr, folgt .Othello" (Der Aiohr von Venedig") von Shakespeare. Als Desdemem« wird zum ersten Mal Frl. Emmy Rem« Hardt, d« ein ausgezeichnet« Ruf vorausgeht, in einer bedeutenden Rolle vor das hiesige Publikum treten. DenJago" fpielt Dir. Henning, d«Othello" Rudolf K«bs. Gewöhnliche Preise, im Abonnement. Für die O>thello"-Auffähruug w«den für die Schüler der hie­sigen Schulen Donnerstag, 27. und Freitag, 28. Mai, nachmittags von 45 Hhr au der Theaterkasse Karten zu ermäßigten Pressen ausgegeben. Sperrsitz 3 X, 2 tel, 1. Rang 8 2 o«, Stehplatz 1 X.

* Das Zentral-Theater bringt ab heute ein besonders aus«!eseu^Z ProgrammDie Tragödie einer Intrigantin^, das zeigt. Umhin Liebe und Leibenfchaft ins Maßlose gesteigert fuhr« kann. Ein nettes Lustspiel wird das Programm vervollständigen.

* Die Lichtspiele, Bahnhofstvche, schreib«: Eine hochintrvessante tzstmschövfung, i»S bödentende Mrister- wer kDer Brunnen des WaLnfstm^ zeigt heute abend erstmalig das neue Programm. In prächtigen Bildern und Szenen, die lud in Oria.uallmsnahmeu ein wunde»- ssares Stife des Orient» geben, enthüllt sich die er- -greisinbe Hsndlumi, bie traurigen Stund« und Ersib- tzssse eines Forschers. Dem Programm läuft diesmal rin köstliches Lustspiel mit 3 Akten des tollsten Humors voraus. Erstmalige Vorführung freute 5 und 8 Hhr Anfang.

iiom-»»in» >nrwni« -tthtt

Rus technischen Gründen müsse» wir morgen die Zeitung früher eie sonst ab schließen. Wir Bitten daher, Anzeige» |e früh »le «»glich eufzugeb«.

:: Goßfelden. 26 Mai. Rach einem Vortrag beS Sxttii Bnchlmndter Sonnenschein wurde hier eine starke Dentschnatisnoie Orlsgruppe gegründet.

() Treisbach, 35. Mai, Am 1.Psingstsei«iagr sgich hier eine von der sozialdemokratischen Partei eiue- rusiuc Versammlung, statt, oder sie san^ vielmehr nicht statt, da fick) nicht ein einziger Zuhörer eiugefunden batte. Ebenso verfiel eint für den 2. Feiertag anb«aiimte Semo- kratifche Berfo.mmlnug. Auch sie mußte aussalleu. da nur zwei Zuhörer erschienen warm . Wir Treisbacher wsssen ,waS wir diesmal zn tun haben. Die Parole tautet: Wir wählen rechtsI

(:) Kirchhain, 23. A«. Die Rote Kreuz-Medaille 3. Klasse wurde verliehen dcu Vorstandsmitgliedern des hiesigen Vaterläadi'chei! FranenvereinS, Fran Mw. Mc. Prediger, Fran DavS» Strauß, den Herren KrefSassistcn- tm Heinrich Schmitt und Adolf M«nt.

);( Treysa, 23 .Mai. Der auf der Zeche Frielen­dorf beschäftigte Arbeit« Sch. auS Eaßüorf wurde aus dem FetdbahngteiS durch eine Lokomotive «faßt, zur Seite geschleudert und schwer verletzt.

Spie! «»d Spsrt.

Zu den gestern gemeldete» Ergebnissen der Faust- '-allwettspielen ist noch trage», daß in der R. Klasse T.-B. v. 1860 Marburg gegen T.-B. Wetter mit 35 :39 unterlegen iss. Die Endspiele finden mor­gen Abend 5,30 Nhr auf den. Hirscuftlv statt.

Hessen-Nassau und Nachbargebiete.

Cassel, 85. Mai. Eine außerordentliche

'S ring deutscher Bolksschnllehreriunen, dir während der Pfingsttage in Cassel stattfand, be­schäftigte sich n. a. mit der rechtlichen Stellung der Bolksschmlichreriuneu ün neuen Deutschland. Unter anderem wurden folgende Nichtlinien ausgestellt: Den erwählten Vertret ungeil (Lehrerkammeen) b« Lehrer und Lehrerinnen steht das Recht der Mitberatuug und Milbestimmung innerhalb ihr« zusiäudigen Auf- sichts- und Verwaltungsbehörden zu. Die Beruftiug von Lehrerinnen in die SnssichtS- und Berwalmngs- l-ehörden ist schleunigst zu volizieh«. At.e AuSnahnle- deßimmung« gegen weiblich« Beamte sind zu be­seitig« Lehrer und Lehrerinnen erhalten bei gleicher Leistung dos gleiche Geholt. Die heutige öffemlich- Haiiptvci-sammlung loar eine gemeinsame Veranstaltung des Verbandes deutscher Votks-chmlchrcruiaeri uub des Landesverbandes -«utzischer Volksschulle,. re rinnen, der seine 13. ordentliche Versammlung ebensalls in Cassel abhielt. Zustimmung sand sorgender Be'ch: Zur Er­reichung der gewerkschaftlichen Ziele weisen alle gesetz­lich zulässig« Mittel angewendet. Zu flies« gehört auch die Arbeitsniederlegung, ab« nur als letztes Mutet zu.' Wahrung der Beamtengrundrechte.

Frankfurt a. M., 26. Mai. Anläßlich der gestrige» Wahlrede des Staatsministers a. D. Dr. Helf ferich im Schumann Theater kam es bei dec Aussprache zu heftigen Süiftiittcn, die zu Prügelszenen ausartetcn, weil die Redezcir von 10 Minuten nicht eingehalteu wurde. D« Lärm steigerte sich zum Orkan, als rin Redner Helsiertchfeine eigene Schuld an dem militärischen und wirtschajüichm Niedergangs ent» geg«hielt. Das Schlußwort blieb infolge des all* gemein« Lärmes unverständlich.

Köln«.Rh., 25. Mar. Den Blättern zufolge «tdeckte die Polizei eine Anzahl Kisten geschmolzenen 6tfbetädbe8. die tu AiMnbr auf ein Rtieinschili vcr-

iod« wurden. 2-i Zentner Dild.'rVnren rm von ungefähr einer Millis-! wurden beschlagnahm Ter Absender ist mcht ermittelt.

ZeW« Sutrnim.

* Marburg, 25. Mai.

' Daß die Baenrnschaft bm Reichstagswahl« das größt, Interesse entgegenbringt, zeigte der stattliche Besuch ber heute iu den Stadtsälen abgehaltenen öffentlichen Bauern. Versammlung, die nicht nur Teilnehmer ans dem hiesige»' und d« umliegenden Kreisen, fondern sogar aus btt Schwalmgegend auswies.

Larckwirtschastsschuldirektcr Schlicht, der ben Vorsitz^ führte, erinnerte bei seiner Begrüßung an die Wahlen; dsismal ginge es um die Zukunft des brutschen Volke» und nannte dann die Namen der von der Bauernschaft Knrhessins erkorenen Kandidaten, die zum Teil heute er- schieueu feien. Leid« feitn die Herren Christian-Unter. li>herboch (Tentfchuational) und Bürgermeister Herbert- Zirkenbach ^Zentrum) am Erscheinen verhindert.

Als erster Redner trat der Vorsitzende der Nassauischen Bauernschaft. Kandidat Landwirt Hetzp aus Seelbach aus. Er wies auf die Wichtigkeit der Reichstagswahlen hin; bie jetzigen Zustände könnten nicht so bleiben und man wisse ja auch, baß die heutige Regierung nicht fo sehr laubwirrschafts'reuiiütich fei. D« Generalstreik, der al; Folge bes Kapp-Putfches gekommen, habe auch die Land, wirischaft, die in ihrer Frühjahrsbestellung gehindert! worden fei, sehr gefchädigt. Eine Regierung, die sich durch einen Generalstreik halten müsse, fei keine Re­gierung, fondern sie würde regiert. Die Massen hätten die Diktatur, dagegen mässe die Landwirtschaft fich auf- lehne«. Dxr Redner ging dann aus bie Gesetzgebung ein, bie ans eine Sozialisierung des Kapitals hinausginge. Gegen die Steuergesitze habe die Deutsche Bvlkspartci Sturm gelaufen und gerintztere Norschläge gemacht, die er < dann näh« z«glied«te. Die Lasten müßten auf zwei, Generationen verteilt werd« . In fein« weiteren Aus­führung« ging er auf das Sozialisierungsgesetz, das total versehlte Betriebsrätegesetz. das auch in ben kleinsten bäuerlichen Betrieb getragen werben solle, naher ein. Was daS Soziaiisiernngsgesch anbelange, so müsse man sagen, daß die Landwirtschaft schon durch die Zwangs­wirtschaft die Sozialisirrunck eigentlich habe. Durch -die Zwangswirrfchast sei die Landwirtschaft in ihr« Ent- ?, Wicklung gehemmt, sie würde entgegen den Versprechen nicht gemildert ,sondern verstärkt. Die Deutsche Volks- paruu les Ui' die Zwangswirtschaft abschass«, sie erstrebe den direkten Verkehr zwischen ben Erzeug«- itttb Fcrbrauchero»ganisatw»rsie wünsche die Schassung. von neuen Bauernstetlei'. für die sreiwerdeuden Laudwirtssöhne. I' Die Sozialdemokrane sei natürlich sihr dagegen. Weitere WiDnngsmöglichkriten für das Land müßten gefckasseu und die Religion der Schule erhalten werden. Der Redner schieß nach liefen Dartegnirgeu des Programms bei Teut- K scheu Bolksvartel mit dem Wunsche, daß sich alle Gegen­sätze zwisch« den cinzeim'u Keaäikerungsfchichten aus- gleichen möchten.. Das fei der einzige Weg zur Ge­sundung der Verhaituisse. Tas Vawrlan.d über die Partei. 'Lebhafter Beifall.)

Der folgende Redner, Herr Mink-Wolsshauseu, der ebenfalls als Kandidat dcr Teutschrn Bolkspartei sprach, kam eingangs seiner Aussühningen auch auf den Gene­ralstreik zu ftzrechen Diesir sei zu vergleichen mit der Hnngerbtoknde der Euzlä-chcr Alle Berussktafien Natten, ei» Recht zu streike»,.«nck dir SeiAwirte. Ein solcher : Streik würde natürlich, wie « näher aussübrte, ganz ander«! Folgen haben. Er »irs ferner auf die Wichtigkeit der bei-erMfnbfit Wahlen hin: die Landwirte, und darn gehörte» auch dir laudwirtichaftlichen Arbeit«, müßten e zusammenhaUen um ihre Rechte zu schützen. Dir Er- M Hali in»: nitb der Schutz des Banerustandes sei eine Haupt- fvrderung, besirnlb müßte» praktische Landwirte in den Reichst-rg riaziehrn. Er zergliederte anschließend das Programm bei Kaue«, das wir ja sch« in unserer Zeilung bei srüheren Gelegenheiten in seinen Einzelheiten mifgeteilt haben. Das Programm fei von verschiedenen Partei« anerkannt, auch von bet Deutschen Bofts- yattel Pflicht jedes Bauer» sei c-, nur so zu stimmen, bat auch feine Brrussgenossru iu den Reichstag komme». Es sei aber auch Pflicht, am 6. Juni zu wählen. Nur , durch Anspannung aller Kräfte würden wir wieder lwck- komm«. Mit Gott für Volk und Vaterland. (Leb­hafter Beifall.)

Bürgermeister und Landwirt L-l» aus Niederissigheim, bet auf bet Liste der Deutscher »wrl« Vvlkspartcr steht, sprach üb« die Bedeutung bet Landwirtschaft und den Zusammeuschluß bei Landwirte. Am 9. November 1918 hätten die Bauern beffrite gestaudeir, dir Eüugkeft habe gefohlt. Es hätte damals heißen müssen: »Hände weg". Die Znstörche, die gekommen, sehe man. Nur durch Ar­beit tarnen wir hoch, das deutsche Bauern Programm müsse j dnrchgesetzt werden, dann würoe es anch wieder bess«. ® Während des Krieges foi Raubbau getrieben worden, Sie Folge fefon bie geringer« Ernten. Die Regierung muffe die Vorschläge der Bauern anhöreii. Die Zwanaswir:- ichaft müsse auioösn, iueuu auch viele darüber lachten 3 oder zitterten. Wenn die Zwangswinschaft ehrenanurich j verwaltet würde, wäre sie bald weg. An den hol>eii Bveipreff« sei bie Landwirtschaft nicht schnL, dies feien - eine Folge ganz anderer Einrichtung«, die « emgeben) i chicherte. Wan möge allrnätziich mit der Zwa»-zs- - wirtschaft abbaurn, das sei der cmzig richtige i<?c. Auch die Haftrabgabe wurde 6*ti de« Redner ringeherrd besprochen. Ter Hafer sei für 20,50 Mar! verlangt Morden, die Fabriken hätte» für die H«serflocken jeösck 184 Mark »'«langt uub noch außerdem die UeLerbleibicl ' verkauft. Für 6 Pfund Raps, gleich 1 Liter Oel, erhalte »er Landwirt 2,40 Mark, der Liter Oel koste hastete* 19,50 Mark die Rapskuchei! würden mit 70 Marl ser ßewtw« erira berechn«. Tie Kartoffeln nmrben von ben HSichlern und Schirb«n verien«t und bann gebe man | ben Landwirte» die. Schuld. Da heiße es im Herbst Z aufgevaßt Er rechnete zuletzt mit den Kmllitionspar- trieu «b, die eilen Bauern interessen sei Mich ,vge u- j Übertaäelren und fcktlderie k-an» da« Programm der " Deurschnanormlen Volks Partei, die keinen Revanchesrieg j vor bereiten, fondern nur das Reich swei en im Innern «bntn wolle. Es fohle ein starker Mann, derden Soirstall ausmiste". Tie Landwirte verlangten Fach- 3 Minister und ft ine Tiletla«« Tie Beamten würden ftindig befchnnfftlr und vechirnten Schutz, sic müßten tei fein m ibrem Beruft Die benttae Regternng iri sii nicht in b« Lage, dem B.ileriand geordnete Zustande zu geben. DeZhalb müßten sich die icrliksstebenden Par­teien lujoiuuieniinbeu. iLebh«>ter Beifall.)

Geschästsführcr Schule lern Band der Landwirte - j wünschte, daß wieder mehr Zerantwortungsgesühl im Volke Platz greift. Tie Faulheit in den Großstädten j [. fei eine Errungcnfchast der Rervlution. Wenn der Schutt jj einmal eututranrnt foi, würde das Gute doch trieb'; zum - Vorschein kommen Die Landwirte würden sich nicht L - aus der Gesehgebuiig ausfchalten tonen und sich zn uxbrer. * wissen. Subauürrif. Lieftrstreir, Steurntretf, b«ie drei 3 Worte genügten weht Die ganze tzzeft-tzg.-danz sei chnitten au* Arvnterwünsche. In fernen weiteren A:** stlhrung« ging er aus die Rrichsichuteeu ein, die i>.« raxid vergrößerten . Vi ;. u»e dann das Reich ) -