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Amtliches Verkimdigungsblatt des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (bas früher kurhessische) Oberhessen

1920 i

um

zeigen, sei mit einer wenigsten- finanziellen Re

ImSeil. Tagebl." begründet der Generalsekretär Bürge meister, bet an» bet Deutschnationalen Volks- Partei infolge von geschäftlichen Meinung-verschieden- beiten auSgeschicken ist, seinen Austritt au- dieser Partei in einem umfangreichen Leitaufsatz, in dem er die Partei, der er bisher angrhürte, mit einem großen Haufen Dreck bewirft. Ehedem war et liberal, dann Sozialdemokrat.

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Freitag, 21, Mai

Die deutsch-französischen Wirtschastabesprechungen.

wb. Parte, 20. Mai. Der französische Handels- mtiiister veröffentlicht eine Note, die u. a. besagt: Der Meinungsaustausch, den die deutsche Regierung vorge- "dulden und den Ministerpräsident Mtllerand ange- r.nr.imen hat, um die Wiederaufnahme bet deutsch-fran-

'«i Wirtschaftsbeziehungen zu etmöglichen, hat f iide Donnerstag in Arris begonnen. Von deutscher Seite führt den Vorsitz der Geschäfts träger Minister Dr. Mayer. DerMatin" bemerkt, die deutsch-fran­zösische Konferenz habe keinesfalls zum Ziel, über Frte- densvertragsklaufeln zu sprechen oder sie etwa zu revi­dieren. Ihr Eegenand habe ausschließlich praktischen Wert für den Handel zwischen Frankreich und Deutsch­land.

Ein Meinungsaustausch über den Gegenstand bet* Beratungen und die Geschäftslage ergab völlige lieber« einstimmung. Sodann traten die beiderseitigen Sach­verständigen zu Einzelbesprechungen zusammen.

Die Wiederaufnahme de» internationalen Reife« verkehr».

wb. Pari«, 2V. Mai. Bei den Beratungen tech­nischer Delegierter der deutschen, französischen und bel­gischen Eisenbahnverwaltungen über die Wiederauf­nahme des Reiseverkehrs zwischen den drei Ländern und den Durchgangsverkehr durch Deutschland wurde folgendes erzielt: 1. Eine Vereinbarung zu dem Ver­trag über den ParisPragWarschauWien-Expreß, 2. eine Vereinbarung mit der französischen Ostbahn we­gen direkter Wagenverbindung mit Frankfurt, Prag, 28arschau, München und evtl, auch Wien, 8. eine Ver­einbarung mit der französischen und belgischen Nord- bahn und bet Internationalen Schlafwagengesellschaft wegen direkter mehrklassiger Wagenverbindung zwischen Pari». Ostende und Berlin sevtl. auch Warschau). Zur Behandlung weiterer Einzelpunkte zu 2 und 8 soll dem­nächst eine Zusammenkunft in Kehl stattfinden.

Wilson gegen den Frledenezuftarrd mit Deutschland.

kg. Rotterdam, 21. Mal. DieTimes" meldet an« Rewyork: Der Präsident hat den Beschluß de» Se­nat», den Kriegszustand mit Deutschland ohne Frte-

wb Serlitt, 20. Mai. Im HansbaltsauSschuß der Rationalversammlung beantragte die Regierung, die Nationalversammlung wolle sich damit ciiwerstanden er­klären, daß der Reichssinanrminister außer den durch den Notetat bewilligten 200 Millionen Mark zur Wie­derbelebung der Bautätigkeit durch Gewäh­rung von Reichsdorleben zur Schaffung neuer Woh­nungen und zur Fertigstellung anqesanqener Bauten insgesamt 450 Millionen Mark zur Verfügung stellt und ferner sich schlüssig mache, daß die aus Reichsmitteln aufjuwendenden 050 Millionen dem Reiche durch Abgabe von bebautem Grundbesitz bis 1925 wieder zuzuführen sind Der Ausschuß erklärte sich mit dem Antrag ein­verstanden.

Präsident Febreubach eröffnet die Sitzung um L'.lbr 30 Min. Erledigt werden kleinere Gesetzentwürfe.

Der Gesetzentwurf über den Personenstand wird in zweiter und dritter Beratung angenomn»i

Der Einspruch des Reicbsrats gegen die Einstellung hon 500 000 Mark zur Errichtung einer wissenschaft­lichen Abteilung ftr Volksbildung an bet Universität Frankfurt a. SOI. wird dem verfassungsmäßigen Aus­schuß überwiesen.

Erste Beratung eines Gesetzentwurfs bctrefferch daL Abkommen mit der russischen föderativen sozialistischen Sowjetrepublik, über die Heimschasfung der bei- krbitinen Kriegsgefangenen und Ziuilinternietten

Abg. Henke (U.S.) wünscht Anknüpfung sofortiger Bejiebungen zu Sowietrußland.

Aba. Scheidemann (So;.): Das Auswärtige Amt möge alle? versuchen. daß wir mit Sowietrußland in ein erträgliches Verhältnis kommen.

Der Gesetzentwurs wird in allen drei Lesungen ange- nvinmen, ebenso derjenige über den gegenseitigen Ge- fanoenrnaustansch roit der lettischen Republik.

Nächste Sitzung morgen 9V.» Uhr: Aushebung der Militärgerichtsbarkeit und anderes. Schluß nach 3 Uhr.

Reichsministet Koch: ES ist nicht angängig, den Ausnahmezustand überall aufzuheben, da die Wahl ge­sichert werden mutz. Doch soll geprüft werden, wie weit eine Milderung möglich ist.

Abg. Gielsing (Zentr.) ist gegen den Antrag.

Abg. Schnlze-Gävernitz (Dem.) stimmt dem Minister bei.

Der Antrag wird mit den Stimmen bet stark be­setzten s»zia demokratischen Parteien angenommen.

Es wird bann abgestimmt über den Antrag des Aus­schusses, die nachgesuchte Genehmigung zur Einleitung eines Eftrichtsuerfabaens gegen den Abg. Bratz nicht $u erteilen Die Abstimmung bleibt zweifelhaft. Bei Hammelsprung ergibt sich bei 207 Stimmen die Be­sch lu ß u ns ä h i g keit des Hauses.

Gtneralpardon für die Ruhraufrtthrer.

Die Agitation bet liukstadikalen Kreise gegen die Gerichte, vor denen die Ruhraufrührer zur Rechenschaft ge­zogen werben sollen und die Angrifft gegen den Reichs­präsidenten, weil er Todesurteile bestätigt hatte, haben Er- folg gehabt. Nach einer halbamtlichen Meldung ist be» stimmt worben,daß alle noch in Haft befindlichen Per­sonen, welche vor dem 2. April 1920 in Abwehr des rechts­widrigen Angriffs der Kappleute auf die Berfasfung an sich strafbare Handlungen begangen haben, mangels Bewußtseins dec Rechtswidrigkeit sofort aul bet Haft entlassen werden." Weiter heißt es: Zur Be- schlennignug der Durchführung werden sofort besonder» Beamte der Justizverwaltung entsandt werden, um a* Ort und Stelle über die sofortige Entlassung Entscheidung $1L treffen. Die außerordentlichen Kriegsgerichte sollen baldmöglichst abgebaut werden". Zunächst wird ihre gegenwärtige Zuständigkeit erheblich verringert und auf schwere gemeingefährliche Delikte eingeschränkt. Bezüglich der bereits ergangenen Urteile der anßerordentlichen Kriegsgerichte, die her vorerwähnten Auffassung bet Reichsregiernng über die Straflosigkeit einzelner Hand- lungen nicht entsprechen, ist eine sofortige und beschleu­nigte Nachprüfung eingeleitet worden, um im Gnadenweg« die verhängten Strafen aufzuheben und in allen geeigneten Fällen bk einstweilige Aussetzung der Strafvollstreckung zu veranlassen. Die Vollstreckung von insgesamt 154 standgerichtlichen Todesurteilen ist bereit» durch früher« Verfügung des Reichspräsidenten ausgesetzt und die Nach­prüfung dieser Fälle im Wege eines geregelten Gerichts­verfahrens aiißecrbnet worden.

In diesen Zilsammenhang gehört die Meldung bet D. TageSztg.", daß der Essener Oberlehrer Dr. Siem- sen, der sich wegen Beteiligung an den Umfturzereigmssen in Essen vor dem Kriegsgericht zu verantworten hat, da» Gericht hat wissen lassen, daß sein Standpunft bei Nichtstellung, weil seine Straftaten durch da» Mrleftlde» Abkommen geschützt seien, auch bet bei Kultusminister» Hönisch sei. Unter diesen Umständen habe bet Angl- klagte überhaupt nicht die Absicht, sich bem anßevordent* lichen Kriegsgericht in Essen »n stellen. In bet Tat setzt zurzeit btt Kultusminister alle Hebel in Beweg**,, Dr. Siemsen b«s Arm deS Essener Kriegsgericht» K

> entreißen. In diesem Bestreben habe bet KuItuSnltntftM

Sie Mltmm«.

Wahlversammlung»! eeroe.

wb. Lubwtg»hafe*,20. Mat. Irk einet von bet Deutschen Volkrpartet «tnberufenen großen öffent­lichen Versammlung sollt« gestem abend Im träte* Saale de» Eefellschaftshanfe» Dr. Stresetztan* über die politische Lage sprechen. Al» Strefemann spre­chen wollte, fetzte auf bet Galerie ein ohrenbetäubender Lärm ein, sodaß e» bem Redner unmöglich war, sein Referat zu halten. Seine wiederholten Verfuche, sich Gehör zu schaffen, wurden jedesmal durch neue» Johle» und Pfeifen vereitelt. Schließlich wurde die Erregung derartig groß, daß die Versammlung gefchlossen werde* mußte. Zum Schluß wurde noch eine Anzahl Stühle von bet Galerie in ben Saal geworfen. Dadurch brach eine Panik aus. Die In ben Saal fallenden Stühle verletzten eine Anzahl Personen. (Ein herbelge- rufene» Polizeiaufgebot räumte schließlich den Saal.

Die Umsturzplä««.

DieDortmunder Zeitung" schreibt zu den link»« radikalen Umsturzplänen: Au» politischen Kreisen et» fahre* wir, daß bet Linksradikalisar*» kein Hehl he­raus macht, baß et um die Zeit der Reichstagswahlen einen neuen Umsturz plane, dem unverkennbar einige Teile bet Mehrheitssozialisten nicht unfreundlich gegenüberstehen. Die Regierung hat daher auch nie­mals einen energischen Kampf um die Waffenabgab« im .Ruhrrevier durchgeführt und sie kennt auch di» Waffenlager des Linksradikalismus. Die Pläne wer­den diesmal so angelegt, daß Berlin dabei unberücksich­tigt bleibt. Ein Generalstreik ist selbstverständlich auch in Aussicht genommen.

Skelchstagskandidatureu.

Die Deutschnationale BolkSpartei hat in ihren Wahllisten folgende Offiziere aufgestellt: Kapitän z.S. v. M ü l l e r (Emden"!, Korv.-Kap. Frhr. v. F o t st- ner (ll Bootsührer), Hauptmann Brunk und den durch seinen Konflikt mit Erzberger bekannt geworbene Oberst!« Düsterberg. In den beiden^westfalischen"Wrchl- kreisenMrd" undSüd" haben bte Deuischnationale* eine Einheitsliste ausgestellt, die in den erste* Stellen folgendermaßen besetzt ist: Geh. Fiuanzrat Dr. Hugenberg, D. Mumm -Siegen, Landwirt Rien- häufen (Kr. Essen), ArbefterftkretSr RÜffer « Ältenit, X-rau Oberin L ö he - Bielefeld, HandwerkSkammersyndik'.!» Sackmann - Bieftfeld.

Im Wahlkreis Thüringen treten die vereinigten land- wirtschastlichen Mrufsverciuigungen Thüringens mit einer eigenen Landliste in den ReichStagSwahlkamps ein. An der ersten Stelle steht das Vorstandsmitglied de« Mei­ninger Landesvereins der D. V. P Landwirt und Dos mänonpöchter Fr. D ö b r i ch.

PräsLent Fehrenbach eröffnet die Sitzung 10,20 Uhr und macht Mitteilung von dem Eingang

Solit Ml 6M0.

Nm d't EntschädMMft-sttMNf.

wb. Amsterdam, 26. Mat. TieWchmtnsker Gazette" schreibt zu dem Ergebnis der Konferenz In Hythe: Wir sind und bleiben da-m überzeugt, daß es gut und richtig wäre, eine mäßige Entschädi­gung sfumme feftzufttzen, die die Deutschen voraus­sichtlich innerhalb von zwölf oder fünfzehn Jahren be­zahlen könnten und den Deutschen die Art der Bezah­lung zu überlassen, wöbet im Unterlassungsfall» gewisse Strafen feftzufttzen wären. Der Plan, von dem einige Korrespondenten sprechen, eine hohe Winde st summe feftzufttzen, beten Zahlung sich über einen Zeitraum von dreißig Jahren erstrecken würde und diese Summe In einem Matze in bte Höhe zu schrauben, rt- .Deutschland sich erholt und seine ..Zvlllungaiä-ll.ll vermehrt hat, ist unftres Erachtens durch unb durch schlecht. Er würde wahrichclnlich auf die Dauer gerade das Gegenteil des erstrebten Zieles erreichen. Niemauv kann die künftige Entwickelung während einer fo lan­gen Zeit wie es dreißig Jahr« sind, übersehen. Wir sind überzeugt, da'g solche Gedanken niemals Wurzel gefaßt hätten, wenn die Staatsmänner, die sie am Le­ben erhalten, sich nicht nach dem Waffenstillstanb selbst durch ihre Versprechen die Hände gebunden hätte*. *, sfc-n

Algemeen Handelsblad" meldet aus, Paris: Di« Konferenz in Hythe findet wahticheinlich ihre Fort­setzung in London. Lloyd George deutete an, batz er währenb des Krieges oft genug über ben Kanal gefahren fei. Sobald die Pläne in Hythe tn großen Linien festgele-:t und durch die Finanzsachverständigen weiter ausgearbeitet sind, reisen Millerand, . Marsal und bte Sachverständigen wieder nach London.

wb. London, 19. Mai. (Oberhaus.) C ham - 6 er I a t n erklärte, daß auf bet Konferenz in Hythe keine enbgültige Regelung bet Bezahlung bet fran­zösischen Schuld getroffen worden fei. Eine Lösung für Die aus diesen und ähnlichen Schulden des Einen an ben Anberen sich ergebenden Problem« fei aber als wünschenswert anerkaimt worden. Gleichzeitig müsse der Gesamtbetrag bet deutschen Wiedergutmachung und die Zahlungsmethoden sestgefeht werden.

Bei Energie und Ausdauer.

kg. Genf, 20. Mai. TieHumarüte" erfährt, daß dir Herabsetzung der EntschSdignugszahlung Deutschlands von Lloyd George und Nittt zu bestimm­ten Forderungen an Millerand gestaltet worden ist. Wenn die Deutschen in Spaa Energie unb Ausdauer

SuMe NtiMitrlmlui

Sitzung vom 20. Mai.

kg. Rotterdam, 20. ai.Daily News" meldet: In liberalen Greifen d-S Unterhauses sind al» zuver­lässig anzusehende Informationen verbreitet, wonach Lloyd George bi» zn einer auf 60 Milliarden Mark gehenden Herabsetzung der Wiedergutmachungs- sorberungen an Deutschland auf her Konferenz in Hythe eingetreten ist. Auch bieMvruingpost" schreibt, bte voraussichtliche Schadeuersatzsnmme durch Deutschland würde kaum 100 Milliarden Mark überschreiten und zwar auf Grund der wirtschaftlichen Berichte der eng­lischen Vertreter in Berlin.

Rotterdam,'20. Mai. DieTimes" meldet, die liberale und die Arbeiterpartei haben sich zu einen: taktischen Vorgehen int Unterlaufe geeinigt, um die wirtschaftliche und politische Revision deS Vertrags von Bersailles hetbetzufkhren.

Genf, 20. Mai.Echo de Paris" meldet, Mille- raitb hat nach seiner Nücklehr nach Paris bte Bürger­meister au? bem Wiedercutfbaugebiel empfangen. Der MinisterpräiLeut gab die Erklärung ab, baß er mit her Dnrchsüßtnng des Versailler Vertrages gegen ^ettlschkanb stehe »ns falle. Solange nut ci« Stein im zerstörien Gebiet noch nicht aufgebaut sei, werde Frankreich an feine Milderung der Pflichten Deutschlands denken dürfen.

Was Deutschland in Cpaa fordern will.

Berlin, 21. Mai. Der Pariser Korrespondent derNeuen« Züricher Zeitung" drahtet feinem Blatte, daß die deutsche Negierung unbeschadet des Vertrages von Versailles Richtlinien für die deutsche .Haltung in Svaa vereinbart habe. Deutschland Irwlle nunmehr folgende Anträge einbrinaen: 1. Eine nette Ausstel­lung über die Kriegsentschädigung unb den Zahlungs­modus, Dio deutsche Regierung will haltet auf die große Bedeutung Hinweisen, hir ein etwaiger Ver­lust O l> e r l ch l e f i c tt 8 für Deutschlands Zahlungs­fähigkeit haben müsse, ba DentMand in diesem Falle weder Koblen liefern noch feinen Anteil am Wiederauf- ban Frankreichs beitragen könnte. 2. wird die deutsche Regierung nachweisen, wie notwendig für Deutsch­land ein Teil feiner Kolonien t st; 3. die Unecläß- lichkeit eines Kredits zur Befchasfung von Roh­stoffen. Ter 4. Shittag beschäftigt sich mit den Transportfragen und Frachtbestimmungen. 5. wird die Notwendigkeit begründet, die Besatzungstruppen zu »ertniubern. Wenn bte Verbündeten diese Vediugungen an nehmen, so würde sich Deutschland dazu bereit er­klären und in bet Lage fein, die verwüsteten Gegenden in Frankreich wieder aufzubauen, und es wolle dazu deutsche Arbeitslose verwenden. Schließlich verlange Deutschland noch die Erlaubnis, ein Heer von 200 000 Mann halten zu bütfeu und bie sofortige Zulassung zum Völkerbund.

Hierzu bemerkt derLokal-Auz.", et habe die Rich­tigkeit dieser Meldung, tut amtlichen Stellen nicht feststekken können.

Mehrerer Gesetzesvorlagen.

Abg. Frau Röhl (Soz.) begründet ettie Interpellation «Her Fraktionen mit Ausnahme bet Unabhängigen betr.

Verwendung farbiger Truppen

A dem besetzte» Gebiet. Für Frauen und Kinder, Männer 18b Knaben seien diese Wilden eine schauerliche Gefahr. Mur brr kleinste Teil der Scheußlichkeiten werbe bekannt. Zn der ganzen Welt wachse bie Empörung. (Beifall.)

Reichsminister Köster: Bis gestern Abend war keine Nachricht einaelaufen von irgendeiner Zurückziehung sat- J-get französischer Truppen. (Hört! Hört!) Wir wollen nicht in eine Rassenhetze eintreten; wir denken an die Schwarzen hi unseren Kolonien, welche mit uns gefochten haben. Aber bie Verpflanzung von 50 000 Farbigen in fAS Herz Europas ist ein Verbrechen! Die Proteste Amerikas, Englands, Schwedens und Norwegens haben vvf die Franzosen ebensowenig Eindruck gemacht wie lmsere Proteste. Von einer ökonomischen Solidarität Kann nicht gesprochen werden, solange man Bie -tische Solidarität mit Füßen tritt. Wir wollen uus a,t bett Völkerbund wenden, damit der mora­lische Druck der ganzen Welt einsetzt. Den Brüdern im molken wir sagen, daß wir mit ihnen leiden und ei!; '"'-e Befreiung hoffen. (Beifall.)

?llm. Frau Zietz (U. ©.): Alle brutalen Instinkte »Mammen nur dem Militarismus, der überhaupt be- ftitigi werben muß. Wenn Deutschland die Bedinauu- gen des FriedensvertrageS über die Stärke seines Mili­tärs erftkklen würde, würde es ein geneigtes Ohr bei der kirtmte. für bie Verminderung der Besatzungstruppen freien. Die Interpellanten haben kein Wort gegen liie unsittlichen Rohheiten, die gegen deutsche Frauen durch deutsche Soldaten begangen worden sind, gesagt. Auch in Rußland, Belgien usw. haben deutsche Soldaten MW Greueltaten begangen. (Stürmische Unterbrechungen, juchaurrnde Entrüstungsruse: Pfui Teuftl!) Mit diesen Mrrusen heißen Sie die Freveltaten der deutschen Sol- bnlen nif. (Erneuter Lärm, stürmische Schlußruft. Die Rech!-, das Zentrum, die Demokraten und ein Teil der BojialNmofraten verll» ssen den ®aaL) Es ist Orr ein Rassenkampf gegen die Schwarzen, den wir nicht mitmachen.

Z, ASg. Frau Mende (D.Bpi.): Für die Vergewalti- tzer seiner Kinder kann niemand einen Funken Liebe «npsindtn: Vielleicht nützt es, sich an den Papst zu Weichen.

Wfeg. Laverrenz (Dntl.) begründet eine Jntet- pküatwu betreffend

Maßnahmen bet iitlernationale« Schke 8- wigkommission.

Ne von <VAtte Frakstonrn außer loi Unabhängigen unb her paverifchem Vteksparfti unterzeichnet ist. und bit sich Wegen der Erlassung dänffcher Gesetze und Einführung her Kionenwährung in der ersten AbstimmungSzone be­schwer!. Da bie Grenze noch nicht festgesetzt sei. seien besonders in der zweiten Zone schtverste Schädigungen «ncstanden.

Rcichsminister Dr. Köster: Dft Schritte bet däni­sch-» Ncsftrung sind weder mit dem Geist noch mit dem Wortlaut des FriedensvertrageS vereinbar. Wir haben vui 1! . Mai in einer Note in Paris unb später in Flens­burg protestiert, ohne Resultat. DaS Recht ist aus unserer Seite, aber leihet nicht die Macht, bftse' Kechtsb-ugung zu verhindern. Nach dem nahe bevor- fkbtiitra Abzug der Konrmission anS Flensburg werden tetr auch die Zollgrenze nach Süden legen können. Ganz Det.lluit.ind wird nicht ruhen, bis alle unzweiftlhaft beullkhcn Laribesstämme wieder mit un» vereinigt sind. iKeifall.)

Abg. P v h l in a n n (Dem.) begründet eilte Jnter- tzrllatiou aller Fraktionen mit Ausnahme der Unabhängi­gen belrrsftnd bie

Rechte bet deutsch-sprech enben Bevölkerung

h ben au Polen abgetretenen Gebieten. Dftft Rechte Wirten anbauernd auf» schwerste verletzt.

ReickSeninister Dr. K ö st e t: Dft SftichSregierung totrb We bisher in bet polnischen Sache ba8 klare Recht des ßeulfchen Volkes zu wahren suchen, insbesondere auch mündliche Verhandlungen mit bet Entente, soweit sich bie Möglichkeit bietet.

ES folgt bie Interpellation deS Abg. Schultz- Bnom[^rg (Dntl.) betreffend die

Feier des 1. Mai

totb die Erteilung von Urlaub an Arbeiter und Beamte ben Staatsbetrieben am 1. Mai.

Rerchsmtnister Schlicke erklärt, btt Fnterpellatton diuerlalb der geschäftsorbnüngsmäßigen Frist beantwor» im itt wollen.

> Wbg. S chultz-Brombcrg (Dntl.): Dann hat bie Regierung ein schlechttsGcwissen und will sich von et Beantwortung drücken. Eswäce Pflicht bet Regie- Wug gew'ftn, für bie Aufrechterhaltung der Arbeit am «.Mal zu sorgen. (Lärm bei ben Soz. unb Unabh.)

Präsident Fehrenbach: Diese Aussührungen sinb stesthäftsorbnungsmäßig nicht zulässig.

6Lg. Henke - Leipzig (U. S.) begrünbet einen gestern d^ebrachten Antrag Gchtr-Lupzig detrefftrck sofortige

AufhebnngdeS Ausnahmezustandes allen Teilen des Reiche»,

k Abg. Loeb- (So;.): will mit einem großen Test Wntr Partei für ben Antrag stimme*«

fv» «tu nuw »vviHyi*»,«» | ...............| btnseerttag f2r beendet zu erklär«*, sein« Zustimmung

Vision des Vertrags von Versailles jetzt zu rechnen, l nicht etitflL

I Die »Oberhefftsch« Zeitung- «ri*etnt M.m«! *i*entH*. - »«»ug.urei. »»-

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Der Unzeiaenprei, beträgt für bie Seel». Zeil« 76 4, amtlich« nb niait- er *(ert tige «0 Reklame,«ite 2,00 ^k. Jeder Rabatt gilt »1» Larrabatt, »e- *tunst «#«* i»*l5|e »urch bte Geschäftsstelle x. Vermittlung bet Nngebeke 26 4 6e«bet|ebHt. P»ftfcheckk»itt,: Ar. 6016 Amt Frankfurt a. M.