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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Tageszeitung für (das früher kurheffischej Oberhessen
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reich«« Frankreichs. Schon durch dir hohen Ütrieg?- :ulbtx England unb Amerika gegenüber, dann durch 8 Umschwung ie Rußland, bei tat viele« Beinen
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französischen Rentnern die Zinsen des einst dem Zarenreiche geliehenen Kapitals vorenthält, wuchs die Slot bet französischen Steuerzahler so sehr ,daß die Regierung demgegenüber nur immer wieder sich mit dem trostreichen Zuspruch helfen konnte: Deutschland wird und muß alles bezahlen. Deshalb auch die ständige Furcht vor der Revision des FriedcnsvcrtrageS. Nun, da England unb Italien aus reinen realpolitischen Gründen sich einer Verständigung gegenüber Deutschland geneigter zeigen, diese große Erregung in Frankreich.
Da beginnt nun in Frankreich ein neuer diplo- matisches Spiel: Man nenn, eine so hohe Entschädigungssumme, daß Deutschland sie gar» nicht leisten könnte, und weil man da» vorher toHfi. strebt man gleichzeitig schon daraufhin, eine gewisse Sicherheit zu echalten und läßt auch schon durchblicken, daß dieser Pfand am Rhein liegen soll. Dahin zielt aufr Neue die französische Politik, unter irgend einer Form Teile de? RheinlaudeS au sich zu ziehen, und zugleich dadurch Deutschland politisch weiter zu schwächen.
ES liegt nun nicht im Jckteresse der übrigen 58fr*. kündeten und besonder? der von England stets verfolgten Politik des europäischen Gleichgewicht-, diese französischen Eroberungs-Ansichten zu unterstützen. Mau darf deshalb auf den weiteren Verlauf der diplomatischen Auseinandersetzungen innerhalb der Verbündeten gespannt sein. Jedenfalls gewinnen unter diesen Umständen die Meldungen an Glaubhaftigkeit, die vorläufig eine Verschiebung der Konferenz auf Veranlassung der WesturLchie ankünden.
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Freitag, 14. Mai
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Erleichterungen in de» Ausfuhr deutschen Hausrats Mti Elsetz-Lothringen.
tov. Berlin, 12. Mai. Deutschen Bemühungen ist e» gelungen, in der Handhabe de» deulsch-französtschen Abkommen» vom IS. 11. 19 über die Ausfuhr von tu Tlsatz-Lochrtngen befindlichen Mobiliar de urschen Eigen- tum» namhafte Erleichterungen pi erzielen. Die von französischer Seite xugestandene Neuordnung besteht haupNachluh in der Beschleunigung de» GeschSfisganger bei den in Frage kommenden französischen Behörven, sowie der Vereinfachung der Nachweise, die vor der Auf- Hebung der Tequ-.ster» über die Dealeichung der Steuer und anberer bevorrrcchtigier Forderungen von den Franzosen verlangt Worten. Für Anträge tun Aufhebung de» Sequester» oder Erteiltmg der Lurftchr»
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erlaubni» ist nach wie vor die deutsche Möbelausfuhr« kommisfion in Kehl zuständig.
Starke deutsche Mehrheit im Reet» Flalm».
Flatow, 13. Mai. Im Kreise Flafow-Ost (pol- nifch-Westpreußen) sind bei den polnischen Reich-tag-- wahlen 6686 deutsche und 3327 polnische Stimmen abgegeben worden. Die Wahl hat also unzweideutig ergeben, daß der Kreis eine starke deutsche Mehrheit hat.
Wb. Parts, 13. Mai. Nach HavaSberichten verlautet, Daß nach den letzten Vereinbarungen die Zusammenkunft zwischen Lloyd George und Millerand Ende der Woche in Hythe, einem kleinen Orte bei Folkestone, stattfiichen wird. Millerand wird von Warsal begleitet sein. Im Laufe der nächsten Woche werden dann ht kngland Besprechungen zwischen Lloyd George, dem belgischen Minister de» Aeußern und dem belgischen Wirtschastsminister stattfinden. Nach der Konferenz von Folkestone dürfte dann mit Sicherheit zu erfahren sein, ob die Konferenz in Epaa verschoben wird oder nicht. Da» erste wird in maßgebenden Kreisen für das Wahrscheinlichere geleiten, da die Verbündeten Zeit zu haben wünschen, um die Wiedergntmachungsfrage in allen Einzelheiten zu prüfen.
tob. London, 13. Mai. Im Unterbaus wurde gestern der Haushalt in zweiter Lesung angenommen. Aus eine Anfrage erwLertr Sonar Sato, daß die vom Völkerbund einberufenr Finanzkonserrnz tvahr» scheinlich Ende Mai oder Anfang Juni in Brüssel statt- sindeu werde, jedenfalls werde sie aber nach der Zusammenkunft von Spaa stattfinden.
Ter Standpunkt der deutschen Negierung
Keine Beteiligung in Spaa unb Paris Var Räumung bei MaingaueS.
Berlin, 13. Mai. DaS Kabinett hat am Mittwoch Abend gemeinsam mit den in Berlin weilenden Minister- präsil»enten und Ministern der einzelstaatlichrn Regierungen dir von der deutschen Regierung in Spaa zu verhandelnden Fragen besprochen. Uebereinstimmnng ergab sich darin, daß die deutsche Regierung weder Vertreter zur Konferenz nach Spaa entsenden solle noH zu den in Paris stattfindendcn wirtschaftlichen Besprechungen, wenn nicht vorher die französischen Truppen aus Frankfurt und dem übrigen Maingau zurückgezogen seien, da jede Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Besetzung hinfällig genwrden sei.
Neichstagskandidaturen.
Deutsche VolkSpartei: DreSden-Bautzen' Staatsminister a.D. Dr. Heinze, Loschwitz, Dr. ing. Sorge, Präsident de» Reichsoerbandes der deutschen Jtckustrie, Berlin, Dr. Everling, Vorsitzender deS evangelischen Bundes. Nikolassee. Frl. Dr. Schurig, Drcsdcn-N., Gutsbesitzer Hasse, Lichtcnbain bei Schandau, Zimmermeister Noack, Dresden, Stadtrat Köni- feet, Zwickau, Dr. med. Dreschke, Freiberg. — Westfalen-Süd: Bergmann Winnefeld, Generaldirektor Dr. ing. Vogler, Dortmund, Sanbroirt Wester.- mann, Lüigen-Dottmund, Handwerks-Syndittls Dr. für. Grundmann, Hagen.
Unabhängige: Die Reichs liste weist u.a. folgende Namen auf: Toni Sender- Fraukfutt a. M., Dittmann -Berlin, Breunrg-Frankkutt am Main (Eisenbahner), Hertz« Charlottenburg, Geyer« Leipzig, Dr. Herzfeld, Dr. MoseS-Berlin
Die Abwanderung an» der demokratischen Partei.
In Thalheim bei Stollberg (Sa.) ist der gany über 100 Mitglieder zählende OrlSverein der benw» kritischen Partei geschlossen zur Deutschen Volksparrei übergetreten. In Thum (Erzgeb.) ist der Berein der demokratischen Partei in eine schwere Ärift» geraten, weil die meisten BorstandSmitglieder zur Deutschen VolkSpartei übergetreten sind.
Bon der pommerfchen demokratischen Parket har sich eine „Reformgruppe' abgesondert, die der Partei 6en Vorwurf macht, daß sie btt Interessen da» Großkapital» in der einseitigsten Weise vertrete und eint unehrliche Politik betreibe. Die Reformgruppe hat die Aufstellung einer eigenen Liste angekündigt.
Lin demekrafische» Urteil über Katzv-Putsch und Generalstreik unb seine Folgen.
Ter demokratisch« Abgeordnete der Nattonalversamm« lung Dr. Z 2 p h e l hat sein Amt al» 1. Vorsitzender de» Leipziger demokrattschen Verein» niedergelegt- weil er, wie die „Voss. Zig.' meldet, nicht wieder auf die demokratische Kandidatenliste gesetzt worden tfb AlS Grund dieser tofägttng darf da» Urteil angeieben werden, da» Dr. ZSphel in den .Deutsch-demokratischen Beiträgen" über da» verhalten der Negierung und der Drehrheitsparteien während de» Kapp-Putsche» cru»gesprochen hat. Dr. Mv6«l schreibt u. a.: „Betrachten wir zunächst einmal die Rolle, die die Regierung spielt, oder die ihr aufgenötigt wurde. Nun ja, man kam zuletzt wieder im Hafen an. Aber zunächst riß man au». Da» ivar klug und führte zum Erfolge, ober glorreich war e» nicht. Man entschloß sich zu einem verzweifelten Schritt, der dem Wahnsinn so ähnlich steht wie em ®i dem anderen: man rief zum Generalstreik auf Jede Regierung, die so eiitxt» unternimmt, erklärt sich damit bankrott; toa» aber soll man von einer Regierung sagen, die bisher ihre gesamte militärische Macht und die Technische Nothilfe fast ausschließlich dazu auf geboten hatte, um ben Generalstreik ,n zertrümmerns Man ff» Herrn NoSke prei », der immerhin da» Verdienst be» ansprucht, da» Reich vor der Anarchie geschützt zu Hanen, mag er auch au» Grünen der äußeren Polittk nicht mehr zu halten gewesen sein. Man kroch unter le» Joch der Gewerkschaften, indem man Herr« Schiffer verschwinden ließ. Und da» aste» stellt sich im Munde der RegierungArert reter al» ein Sieg buch und au» alledem hat man so gut wir nichts gäaW
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Die Kriegsschädeu tu Belgien und Frankreich.
tob. Berlin, 11 Mai. Die deutsche Kriegslasten- wrnmission in Pari» übergab dem WiedergutmachungS« auSschuß am 10. Mai Mei Denkschriften über die Kriegs- schäden in Belgien unb Frankreich. Die Denkschriften, die eine Zusammenfassung deS gesamten verfügbaren Material» über den Umfang u<b Wert der Sachschäden in den genannten Ländern enthalten, sind von der ReichS- entschÄigungSkommisfiou unter Zuziehung von Sachverständigen ausgearbeitet worden.
tritt« sranzSfisch« Mahnung an England.
tob. Pari», 14. Mai. Wie „TcmpS" aus London meldet, hat das engßfebe Ministerium de» Aeußern au» Pari» eine ausführliche Liste der angeblichen Verletzungen de» Friedensverttmg» durch Teutfcklcrnd erhalten.
England bi» jetzt Mefer Frage nicht die gleiche Auf- cksamkeii geschenkt $a6e wie Frankreich.
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Pb. Rom, 11 Mai. Ritti erklärte, daß da? Kabinett infolge der gestrigen Abstimmung dem Kon-' seinen Rücktritt unterbreitet habe.
Aus den Aeußerungen der Blätter über die Miuij.t; krise ist folgendes zu enttrehmen: Tas Kabruett Nitti ist nicht einer Frage der inneren oder äußeren Politik, sondern lediglich einer Frage der parlamentarischen Geschäftsordnung zum Opfer gefallen. Die Kammei zählt 508 Abgeordnete. Davon waren während bei Abstimmung 309 zugegen, von - denen sich vier b'-t Stimme enthielten. DaS Mißtrauensvotum war nur möglich dadurch, daß die kacholische VolkSpartei sich mit ben Sozialisten solidarisch erklärte.
Luga no, 13. Mai. Die Losung der italienischen Kabinettskrise schwebt immer noch im völligen dunkel. Nitti bezeichnet Mcka, ben konservativen Führer der Katholischen Volkspanei als seinen Nachfolger. Dieser erllärte Journalisten gegenüber, daß er weder eix Mandat für eine Kabinettsbildung, noch einen Platz du neuen Mrnijtcrium annehmen werde. „Osservarore Romano", das Organ deS Vatikans, gibt die Schuld der Kabinettskrise der katholstchen VolkSpartei. Der König Wirb Nittt zur Neubitoung deS Kabinetts etn« laden. Erst wenn dieser ablehnen sollte, kommen neue Kand'.daten in Betracht; unter diesen fehlt auch nicht G i o l i t t i. Giolitti will die Leitung erst nach der Lösung der Adriafrage übernehmen. Die ungewisse politische Lage wird genährt durch den Umstand, daß keine Partei im Parlament über die Mehrheit verfügt und daß die den Aasschlag gehende VolkSpartei selbst in zwei graste Lager, in das der nahezu bolschewistisch gesinnte» Bauern und daS der Großgrund- besitzer gespalten ist.
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Der Schn- der sckleswlMen Minderheiten.
Dänemark lehnt Verhandlungen ab.
Wb. Kopenhagen, 13. Mat. (Ritzair.) Da der deutsche Gesandte in seiner Note vom 11. Mai die Aufm-rksamkeit be» dänischen Ministers des Aeußern daraus lenkte, daß er bei feinem Besuch im Ministerium des Aeußern am 7. Mai den Minister des Aeußern gefragt habe, ob die dänische Regierung bereit sei, eine Uebeteinfunfl mit der deutschen Regierung be- tresfend Schutz de» schtoswigschen Milwerheiten avzu« schlikßen, hat der dänische Minister des Aeußern am 12. Mai dem deutschen Gesandten mitgeteilt, die bei der genannten Gelegeicheit vorgebrachten Aeußerungen seien von ihm nicht als Vorschlag, sondern nur als zufällige Bemerkung in der genannten Sache aufgefaßt Wochen. Der Minister habe daher die Sache seinen Kollegen nicht vorgelD, was andernfalls geschehen wäre. Weiter wurde dem deutschen Gesandten mitgeteilt, daß der Minister des Aetißern da jetzt airs der oben genannten Note hervorgehe, daß die ihm am 7. gemachten Aeußerungen als eigentlicher Vorschlag betreffend Absch'nß eines Uebeccin- kommenS über die Rechtsstellung der Minderheiten verstanden werden sollten, die Sache mit seinen Kol« legen erörtert habe und baß die dänische Regierung im gegenwärtigen Zeitpunkt bedauere, sich nicht im Stande zu sehen, Verhandlungen mit Deutschland ht dieser Frag? aufzunehmen.
Wiederaufnahme der Beförderungen in der Reichswehr»
tob. Berlin, 13. Mai. Au» dem Reichswehr- Ministerium verlautet: Die zahlreichen Verabschiedungen aktiver Offiziere in letzter Zeit, sowie die Fertigstellung der vorlättsigen Offiziersstellenbesetzung ermöglichen es, demnächst, unb zwar noch im Laufe des Monatr Mai, die Beförderungen im Rahmen deS zukünftigen Friedensheeres wieder aufzunehmen und damit einem lebhaften berechtigten Wunsche de» Offizierskorps endlich, soweit die Verhältnisse es gestatten, enigegeuzukommen. Soweit die zur Beförderung heranstehenden Offiziere für Etatstelicn be» endgültigen Heeres nicht vorgesehen sind oder hierüber eine Entscheidung jetzt noch nicht geltoffen werden tarnt, werden sie zunächst den Charakter eines höheren Dienstgrades erhalten, ohne daß ihnen hierdurch bei späterer Uebernahme in da» neue Heer ein Nachteil in dem Dienstalter und in der ettoaigen späteren dienstlichen Verwendung erwachsen soll. Von Beförderungen von Oberleutnants zu Hauptleuten und von Leutnants zu Oberleutnant» lourde für jetzt noch abgesehen, da h Offiziere infolge Beöckerungcn im Knege noch int...et erheblich günstiger im Dienstalter flehen, als vor beiH Kriege.
Tie Kohlen preise.
tob. Berlin, 12. Mai. Auf Antrag der Regierung ein-S Landes legte der Reichswirtschaftsminister dem ReichSwblenrat die Frage der Herabsetzung der Kohlenpreise vor. Der Reichskohlrnrat faßte nach eingehender (Erörterung der Preisfrage folgende Entschließung: Die Kvylenpreise bestehen jum weitaus größten Teile aus Lohnkoflen und Materialkosten. Auch die häufigen PteiserhShungen der letzten Zeit waren, abgesehen von ben Zuschlägen für BerzmannLwobnstätten und Beschaffung von Lebensmitteln für die Bergleute, verursacht durch MaterialpreiSsteigerungen. Diese wiederum waren verursacht durch dar Sinken der Kaufkraft be» Geldes und die Teuerung aller Lebensbedürfnisse als Fvlgeer- scheinung unserer »ugeringenGütererzeugung. Im Interesse der Gesundung unserer Wirtschaft muß die Kohlenförderung al» die Grundlage unserer Güter« erzengung auf da» äußerste gesteigert werden. Infolgedessen durften dem Bergbau die Mittel nicht versagt tvecken, deren er bedurfte, um Stockungen in der Förde- tung |u vermeiden und die Produktion nach Kräften zu heben. Aus demselben Grunde kann auch, solange sich die preiSbildenden Faktoren nicht ändern, eine Herabsetzung der Kvhleupreise nicht erfolgen. Vielmehr müssen alle Maßnahmen darauf gerichtet sein, die Kohlenförderung zu heben, nm so von der Kohle aus durch veimehrtt Güter- erzeugnug unterer Industrie und Landwirtschaft den Abbau bei allgemeinen Preisniveau» und damft auch der Kvhlenpreise einzuleiten unb durchzusetzen. Durch einen Beschluß de» ReichskohlenratS wird in Zukunft bei der Preisfestsetzung der Große Ausschuß des ReichStotzlenrrtte» mitwirken, womit der Einfluß der Bcr- bronchrr auf dir Kohlenpreife verstärkt wird.
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Kaum hatte die Konferenz in San Remo ben Be« fckluZ gefaßt, die deutsche Regierung zu den Verhandlungen nach Spaa einzuladen, um hier Deutschland die Gelegenheit zu geben, über die Wickergut- machungen unb die Höhe seiner Leistungen zu be* giiKimt, als auch schon in Frankreich Stimmen laut wurden, die auf alle mögliche Weise die Ausgaben unh btt Gleichberechtigung Deutschlands bet bet Teilnahme an dieser Konferenz herabzumindern und zu hintertreiben suchten. Man merkte au» diesen Stimme», daß Frankreich alle» in Bewegung setzen wollte, 'sm die ihm nicht genehme Konferenz — besser gesagt i— He nicht genehme Teilnahme deutscher Vertreter zu dnhiNbern versuchen. Da wurde denn auch schon von Froskreich ans, wenn auch über Brüssel die Meldung lanciert, daß Deutschland selbst eine Vertagung der Konferenz beantragt hätte. Als Begründung hierfür wurde angegeben, daß der Termin de» 25. Mai TeulWand nicht genehm sei, weil dieser Tennin mitten in die Rlichstagswahlen fiele. Richtig an dieser Meldung toer, daß allerdings bet Reichskanzler, al» ihm die Einladung zur Konferenz nach Spaa durch den italienikchen Botschafter überreicht wurden diesem gegenüber die Aeußeruug fallen ließ, daß allerdings der Termin wegen der ReichstagSwahl nicht besonders geurhm fei, daß er aber trotzdem die Einladung für Deutschland gern entgegennehme. Nun liegt die Sach« in der Tat auch so, daß Deutschland das «llergr-ßte Interesse an der baldigen Zusammenkunft dec Konferenz in Spaa hat. Denn erst dann wird stck wieder eine Hebung der deutschen Valuta und Kretz,t-Berhältnisse unb besonders de» deutschen Wirt- . . schaffclebens bemerkbar machen, wenn bestimmt sest- fiegk. toaS Deutschland an Gesamt-Schaden zu ersetzen H und wir hoch dir geforderte Entschädigungssumme ; M beläuft Je eher eine solche Festsetzung statt- Hnder» wn so besser für Deutschland. Also hat Deulsch-- l-tusi selbst an einem Hinousschieben der Konferenz oder gar an einem Nicht-Slattfinden nicht da» geringste :; F-tter-G».
Anders dagegen F r a n k r e ich Schon der Der- lauf und dann der AuSgaug der Konferenz in San Remo zeigten, daß die Ansichten innerhalb der Ver- bünbeton über ihre Haltung gegenüber Deutschland sehr ^verschieden feien, und daß gegenüber der Droh- und .MachttPolitik Frankreichs England und vor allem Julien eine versöhnlichere Haltung eiunahmen.
Diese günstigere Wendung in bet Politik Eng- • l«:>5 m:d Italiens ist nun keine »wegS au» Entgegenkommen für .Deufichland entstanden, sondern ti ist tiue Politik der Vernu nft, die eiikgefehen 1 I hoc, daß auf der einen Seite nur ein Deutschland zalsiungsfähig ist, dem man durch verständige» Ent- gegeHrptttiucu die Möglichkeit gibt, seine durch den Krieg völlig zerstörte Wirtschaft Wicker aufzubauen, daß «be,- -auf der anderen Seite ein Zerfall Deutschlands «>'d der daraus folgende völlige Bankerott ganz ibirova — sffo auch die Verbündeten — selbst mit in den Vbgrtrnb stürzen mürben. Da erhebt sich nun die Frage: Wie mag eS wohl kommen, daß Frankreich ttotz der gewiß triftigen Gründe be» englischen und italienischen Premiermtmster» sich nicht zu einer : i solchen Bernilnftspolitik bekennen mag oder will! Da bürfn; es wohl 2 Gründe sein, die vor allem für Frankreich ausschlaggebend sind, unb die es immer Wieder blenden und zu einer kurzsichtigen Politik Deutschland gegenüber verleiten. (Einmal ist e» die Känisijtt Furcht vor dem ÄBieberaufleben eines mili- । ttrisch erstarkenden Deutschland», bie fo tief ht ben fran?'-ftschcrl Führern wurzelt, daß sie nicht erkennen können eher erkennen wollen, daß tu Deutschland der «Militarismus" ein für alle ffllal abgetan ist; deshalb bollen sie auch keine irgendwie wirtschaftliche Er» Barf-ing mehr, weil auch dadurch allein schon Deutschland Wicker in die Lage kommen könnte — wenig« Feus nach französischer Ansicht —.militärisch |x er- ■|arldt
Wa» so alles brilben an nationalistischem und mili- ' iari.stischem Nebermut in Frankreich zurzeit dem ohn- dtächtigen unb besiegten Deutschland gegenüber die schießen und den Siegertrinmps fühlen läßt, das i»nn in Wirklichkeit nicmanb darüber hinweg tSu- daß für Frankreich dieser Endsieg im Weltkriege Jte Pyrrhu» -Sieg ist, ben e» ohne die Mithilfe feiner Verbündetest, vor allem Amerikas, nie- Aal» errungen hätte, und daß Frankreich selbst wirt- Hhafilich ebenso geschwächt ist, wie Deuischlarw unb mrem erstarkenden Deutschland gegenüber ohne toei- t tote» erliegen würde; daher auch die Furcht vor jckcm httrischen Soldaten über die Zahl der burch den Frie- , "Übertrag erlaubten Truppenstärke hinaus.
E» spielt abee auch noch eine weitere Frage mit »ie bisher eigentlick wenig in den Bockergmnd gerückr jNotben iß, das ist die fin anzielle Not des einst
Die »Obertzesijsche Zeitun," ersckeint feMmel »i6entli*. — Bezug,prei»
MS ffß ««tl. S X., durch di» Poft 3.16 X. — Fitr «ultalienbe Bummer« inf»l,e Streit*
w**- * «»er elemexteter ifoigntffe kein Ersitz — Verleg »»« Dr. C. Kitzer »ttz. —
Druck der Uni» -Buchdr. »•« I » d. Ang. ft» t Merkt 21/28. — Feresnrecker 55.
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