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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberhessen

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Erstes Platt.

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8?-dsrqutmachungsfrag« und Markkurs.

Mr ongeipanntcin Interest brrfoletn alle an dem Deutschlands Jnter-s'erten die Vorlereilnn gen für die Konferenz in Spaa. Dort soll hör allem hte Entfchädigimgsfragc einer llälunq entgegenqeführt Ifceebot. Deutschland soll Vorschläge darüber machen, wie «S sich die Tilgung der Verpflichtungen denkt, devcn <*? 'ich im Vecsa'ller Verjrag unterworfen hat. Der deutsch? StaakSkredit krankte bisher vor allem daran. daß die Höhe der deutschen Schuldenlast ein MweknmteS 3l war. Zweifellos haben diese unbe­kannte» Schulden der deutschen Republik in den letzten i Monaden auf den Kur? der Mark einen noch schär- ! fern« Druck aus»eübl, als die sichtbare Schuloenlast. Er ist Sein Znftrll, daß gerade die Amerikaner hinter i Ha Kulissen am schärfsten für eine Losung des deut­sches Sntschädigungsproblems arbeiten. Die ameri- kanisthci Geld- und Industriemächte wolle» Deutsch­land Lebensmrtlel- und Rohste sflle"itr gewähren, ro*i: ein M'sterben der deutschen Kaufkraft ihrer Ausfuhr schwere Wunden schlagen würde. Aber die Amerikaner wollen neue großzügige Rohstosfkrc lle erst dann ab- schließen, wenn die den;sehe Entschödigungsfrage in Kgeud einer Form ihre Erledigung gefunden haben e(r». Die Franzosen scheinen in Spaa zumindest zunächst ungeheuere Suin m e n fordern zu wollen Es ist aber bezeichnend, das; selbst HerrPoin- att<5 erklärt hat, man müsse daauf hinarbeiten, daß : Deutschland sich wirtschaftlich wieder erhebe, Herr P»i:rea«! besteht zwar tote Shylock auf Jdiiem Schein, d.h. auf der Erfüllung der ungeheuerlichen finanziellen 'Beding ngt'it des Versailler Friedens, aber er weist doch darauf hin, daß Deutschland d'ese Verpslichtuneen «uv erfüll ;i könne, wenn ihm die Verbündeten durch .«nir Tint helfen. Da nun aber für ernt derartige Auleihehckfe Frankreich ganz gewiß nicht in Betracht kommt, so dürsten in Spaa die französischen For­derungen durch die Mächte, die evcntl. für die föe- Währung einer Anleihe an Deutschland in Frage kom­men, einer tocscntlichc» Revision unterzogen werden. Zn diesem Zusammenhänge ist die Tatsache von Inte­resse, daß eine Abordnung englischer Bankiers sich «ach Deutschland begeben hat, um sich über die Ge­schäftslage zu unterrichten und die Grundlagen für den Plan der Ausgabe internationaler Bonds zu tzrDru.

Energisch muß gegen das B-rka»g«u der srvnzöfr- fchen Regiernngspresse Einspruch erhoben werorn, daß dir ichen Zahlungen, denen sich Deutschland unter­werfen soll, in dem Maße zunchmen sollen, wie die Wirtschaftlichen .Hilfsquellen Deutschlands nreber reich­licher fließen werden. Die Dnrchsührirng d f'es jran- Verlangens würde dahin führen, daß in Deutschland allmählich jedes wirtschaftliche Vorwärts- skreben erlahin c n müßte, da ja jede Besserung in erster Reche dem Auslände zugute kommen würde. Eine derartige Lösung würde auch den Auslands kredkl Deutschlands schädigen.

Die Kreditabkommen oer letzten Zeit mit Amerika, Holland und den skandinavischen Ländern haben den ftrtbit der Marknote weiter gefördert, zumal bekannt geworden ist, daß einzelne dieser Kredite sehr lang­fristig sind, so wird der holländische Kredit erst in fftnf Jahren, einzelne skandinavische Kretzne sogar erst i» zehn Jahren fällig. Die Stockung im internatio­nale» Warenhandel dürste für Deutschland wenigstens insofern eine gute Seite haben, als sie das Ausland zum Absthlnß weiterer Rohstoffkrtdite geneigter machen dürfte. Im übrige» hat sich im Auslande die Nach frage nach Marknoien weiter gesteigert, während daS Ekngebot, zr:m Teil infolge des guten Funktionieren- der deutschen Devisenbeschafsungsstelle, weiter erheblich ^chgelassen hat. Der Reichswirtschaftsminister hat jüngst erklärt, daß ein großer Teil der Devisen für di? Lebensmittelkredite bereit? beschafft ist. s

Wenn die Konferenz von Spaa ganze Arl>eit leisten will, so müßte sie nicht nur die Kriegseutschädigungs- fcage in großzügiger Weise und aus einer Basis lösen, w Deutschland den wirtschaftlichen Wiederaufbau er­möglicht, si' müßte auch zum mindesten die Vorarbeiten St eine Sanierung der deutschen Va­luta und damit aller europäische» Valuten leisten. Tie hat in der letzten Zeit eine gewisse Stetigkeit Gezeigt, wobei zu betonen ist., daß die Reichsbank »urch reichliche Ausnahme des herauskommenden Mate­rial) an Auslandsdevisen eine allzu schnelle Steige­rung der Mark verhindert hat. Die letzten Tage l«6to de» Beweis geliefert, daß die Mark sich auf öem gebesserten Niveau halten kann. Liegt da nicht Gedanke nahe, nun endlich an da- schwere Werk bwr Stabllisierung der Markvaluta heranzugehen? solange diese Frage nicht gelöst ist, wird Deu.fthland Der für seinen inneren Frieden so notwendige Abbau Der Preise nicht gelinge«, twtt trotz de- scharfen

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konnadend, 8. Mai

Der Nnzei,en»ret» beträgt fit die 8geiw Zeile 75 J, amtliche nnb

tiflf 00 , ReUanteaeilf 2,00X. Jeder Äabatt »ill «l» Barrabatt. Be Wielvnft durch bie ve>chäitsstelte u. Vermittlung bet Infrebete 25 4 Eaabertzebätzt. Bastsckeckkonto: Str. SCI5 Amt Frankfutt tu M.

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Preisrückganges vieler ausländischer Rohstoffe dir Preise der Fettigsabrikate weiter nach oben streben und sich immer mehr zmn Schaden der deutschen Kaufkrast 'en Weltmarktpreisen angleichen. So kommt es, daß als Fo^ge neuer Lohnerhöhungen und neuer Produk­tionsverteuerung die deutschen Verbraucher trotz der al'g-meinen Absatzstockung n i ch t in den Genuß nied­rigerer Preise kommen. Diese Ungew ßheit der Preis­frage erweist sich immer mehr als ein Krebsschaden der deutschen Wirtschaft, sie macht die deutschen Waren- häus-r und den deutschen Erporthandel zu Baluta- spekulanten. England und Amerika haben zu erkennen gegeben, daß sie unter Umständen die Garan­tie sür die an Deutschland zu gewährenden Wieder- gutmachungs- und Wiederaufbaukredite übernehmen wollen. Sollten da diese Möchte nicht noch einen Schritt weiter gehen wollen und die Vorbereitungen für eine Stabilisierung der Mark-Valuta und damit kür eine Gesundung des Valutaproblems überhaupt treffen? I» diesen, Falle, aber n u r in diesem Falle, könnte Spaa ein Wendepunkt für Deutschland und ein Abtar» der öligem et nett Wellkrifis bedeuten.

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Deutschland ersucht um Aufschub bet Konferenz ' von Spaa.

Brüssel, 7. Mai. Aus zuverlässiger Quelle wird gemeldet, daß die deutsche Regierung eine Note an die französische Regierung gerichtet habe, nit der Bitte um Aufschub der Konferenz in Spaa, die für de» 25. Mat festgesetzt ist, bis nach den Wah­len in Deutschland, die am 6. Juni stattfinden.

DemDaily Chronicle" wird geschrieben: Herr Müller, der deutsche Kanzler, der zur Konferenz eingeladen ist, wird ni cht an der Erörterung teil« nehmen, die den Betrag und den Zahlungsplan der Entschädigung betreffen.

Dr. Mayer bri Miller and. "

»^wb. Paris, 7. Mai. (HavasZ Der deutsche Geschäftsträger Mayer stattete heute vormittag dem Ministerpräsidenten Millerand einen Besuch ab und teilte mit, daß in den nächsten Tagen die deutschen Sachverständigen in Paris eintreffen wer­den, die mit den französischen Sachverständigen über die Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Be­ziehungen zwischen den be-den Ländern beraten sol­len. Er fügte dabei hinzu, datz seine Regierung diesem Meinungsaustausch günstig entgegensehr.

Der deutsche Geschäftsträger überreichte Mini­sterpräsident Millerand weiter eine Anfrage der deutschen Vertreter der Metall- und Textilindustrie, die eine Besprechung mit Mkkkerand wünschen. Mill'erand erklärte, datz die fnvrzöflschr Reeste-nng geneigt sei, das wirtschaftliche Zusammenarbeiten mit Deutschland zu begünstigen. Die Antwort, Millerands wurde von französischen Industriellen bestätigt.

Senator Knox gegen den Völkerbund.

wb. P a t i s, 7. Mai. Nach einer Meldung des .Echo de Paris" aus Washington hat Senator Knox in einer Rede sich scharf gegen den Friedensvertrag von Versailles ausgesprochen. Es fei nötig, daß dieser Völkerbund für die ganze Welt unschäd­lich gemacht werde. Der Friede der Welk sei nicht fichergestellt, sondern bedroht durch Abkom­men wie die, die man in Versailles getroffen habe.

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Aus den AbstinmmnqSlikblktkN

wb. F l e n s b u r g, 7. Mai. Der für die Ab­stimmungszeit als stellvertretender Oberbürgermei­ster von Flensburg eingefetzte Erotzkaufmann Holm bat die internationale Kommission, ihn aus diesem Amte zu entlassen. Dem Wunsche wurde ftattgegeben nud der bis zur Abstimmungszeit tätige Oberbürgermeister Dr. Todsen von der in­ternationalen Kommission wieder in sein Amt ein­gesetzt.

wb. Kopenhagen, 7. Mal.Berlingske Tidende" meldet: Im Namen der Internationalen Kommission schlugen der sranzösische Gesandte Elau- del und der norwegische Vertreter Hestyn in ihrem Bericht an den Obersten Rat vor, datz die südliche Grenze der ersten schleswigschen Zone im Osten derart reguliert wird, daß die Strecke an der Kup- fermühlenbvcht bis nach Vllrschersleben, bas dicht nördlich von Flensburg liegt, an die Dänen über­ragen wird. Durch diese Regelung werde die Mög- r'chkeit p schaffen für b-e Anlegung eines neuen Flensburgs, da die betreffende Strecke eine günstige Bedingung für die Anlage von Hafenan- tagen auf dänischem Gebiete biete.

D«r Ausstaub in Frankreich. Harms meldet, daß in Tünkirchen auch die Arbeiter der EisenbohnwerkpäiN die Arbeit nicderlegten. Tie Stadt ist ohne Gas. In Bordeaux foU sich bie Lage im Haken gebessert haben.

Sie MW in ZsiWSirlWt.

von Tr. Otto Hugo, Mitglied der National­versammlung.

Wohl keine Frage ist in Deutschland mit totntger sachlichem Verständnis behandelt worden als die Frage» ob Zivangswirtschaft oder freie Wirtschaft zweckmäßig fei. Die breite Masse des Volkes hat immer die Dinge vom Standpunkt der Preisfrage aus betrachtet und geglaubt, daß die Zwangswirtschaft niedrige Preise, die freie Wirtschaft hohe Preise bringe. Wie absolut falsch die Annahme ist, beweist der gegenwärtig durch die erhebliche Verbesserung der deutschen Valuta in Deutschland geschaffene wirtschaftliche Zustand. Die Besserung der Valuta hat auf all den Gebieten, wo freie Wirtschaft besteht,, zu einem erheblichen Preissturz geführt. Ter Reis, der auf 24 Mark i>st Großeinkauf gestiegen war, ist laut Hamburger Meldungen auf 10 Mark gefallen, well eben die er­höhte Stenffroft Mark die neue» Zufuhren zu erheblich billigeren Preisen auf den deutschen Markt bringt. Dke Häutepreißr sind angesichts der gestiegenen Kaufkraft der deutschen Mark von 36 Mk. auf rund 15 Mk. gefallen. Ter Preis für Bvdenlesrr hatte die Höhe von 180 Mk. das Kilo erreicht und wird int Großhandel heute zu 99 Alk. und darunter angcboten. Hier vollzieht sich die natürliche Rückwirkung der Va­lutasteigerung durch die Senkung der Preise. Wenn der letzte Konsument noch nicht der», gleichen Vorteil genießt, so stehen wir hier der Tatsache gegenüber, daß sich die Geschäftskreise noch gegen die Entwertung ihrer Warenbestände wehren. Aber wenn die Kauf- kraft der Mark nur stabil bleibt, so tritt zwangsläufig auch für den Konsum der erhebliche Preisrückgang ein, d. h. mit anderen Worten, der deutsche Arbeiter und Konsument wird durch die freie Wirtschaft in den Genuß der erhöhten Kaufkrast der Mark gesetzt, sein Lvbn wird wertvoller, auch ohne daß eint weitere Lohnsteigernng sich vollzieht. So wir bet diesen Waren, wird auch bei allen anderen dieselbe Erscheinung sich ergeben müsse», soweit sie der freien Wirtschaft unter­worfen sind.

Wie liegen nun die Dinge auf dem Gebiete der Zwangswirtschaft? Genau umgekehrt. Hier gerät der deutsche Konsument nicht zwangsläufig in de» Ge» der Rückwirkung der gestiegenen Kaufkraft der Mark. Ein paar Beispiele mögen das erweisen. Die MargarinezwangSpreisc find ausgerechnet in dem Augenblick, als die Kaufkraft der Mark siteg, von 8 Mk. auf 18 Mr. betausgesetzt worden, anstatt verbilligt zu werden. Ter Grund liegt darin, daß dir Zwangs- wirtschaft bif Oele nnb Fette zu ungünstiger Zeit tetter einaekauft hat und teuer arbeitete, nunmehr die War- garme zu «höhten Preisen abzusetzea gezwungen ist. Wäre freie Wirtschaft vorhanden, so würde die Zufuhr der infolge der Kaufkraft der Mark verbilligten Aus­landsware ohne weitcres den Preisrückgang hervei- sühreu müssen, auch sür diejenigen Quantitäten an Ware, die teuer eingekaust sind. Das Risiko würde der freie Handel tragen, den Vorteil der Konsument genießen. Ebenso liegt es um ein anderes Beispiel zu wädlen, beim Tabak. Tie Detag, die Zentraleinkaufs- stelle des Tabaks in Bremen hat zu einem ungünstigen Kursstand den Tabak eittgefauff und anscheinend auch in gualilatii'er Bczichuug keine sehr günstigen Ab- schlüsse getätigt. Ter deutsche Raucher muß nunmehr diesen teueren Tabak zu hohen Preisen abnehmen, während der jetzt in Holland käufliche Tabak ganz erheblich billiger fein würde. Die freie Wirtschaft würde in bet Lage fein, auch hier zum Vorteile des 'Konsumenten zu wirke». Tie Zwangswirtschaft schützt sich gegen Verluste aus Kosten des Verbrauchers. Die freie Wirtschaft kann das nicht. Andere Beispiele lassen sich zahlreich hinzusügrn. Noch nie hat die kommunale Lebensmittelwirtschast so teueruud n»kaufmän­nisch gearbeitet wie gerade gegenwärtig. Millionen nnb Abermillionen gehen an Kursverlusten verloren, die bei freier Wirtschaft der Haiwel, in btt Zwangs­wirtschaft der Steuerzahler ober Konsument zu tragen hat. Letzten Endes bedeutet die Fortsetzung der Zwangswirtschaft eine Benachteiligung des konsumie­renden deutschen Volkes in der Richtung, daß eS von der gestiegenen Kaufkraft der Mark, nicht beit Vorteil gewinnen kau», der ihm bei der freien Wirtschaft Zu­flüßen würde. Die Zwangswirtschaft bringt es mit sich, daß bie wirtschaftliche Lage der deutschen Ar­beiterschaft sich z. B. durchaus nicht wesentlich bessert, obschon die ihm als Lohn gezahlte Mark eine erheblich höhere Kaufkraft besitzt. Hier werden die einfachsten Zusammenhänge verkannt. Die Ware, die vom Welt­markt bezcgen werden muß, wird durch die Zwangs- wirtschaft nicht billiger gemacht, sondern muß, tuen» nicht au» Steuereinnahmen große Zuschüsse zur Ver­billigung der Ware gelcisttt werde», über den Well­marktpreisen abgesetzt werden. Der rein geschäfts­mäßige Umsatz der Ware wird aber vom freien Hande! erheblich günstiger, billiger und besser be­sorgt, eil von der Bürokratie der amtlichen Stellen. Der Einkauf durch den jreica Handel iZ unter Berück­

sichtigung der Konkurrenz für den Konsumenten eortetl« Hafter als der aurtliche Einkauf, der die Furcht vor dem Risiko, nicht kennt, sondern auf Kosten der Allgemein- beit draus loswirtschaftet. Die Zwangswirtschaft kann den niedergehenden Preisen nicht folgen »die freie Wirt­schaft muß eS zum Vortest bei Konsumenten. M<m kann wohl durch die Zwangswirtschaft Ware, bie i, Deutschland gewonnen wird, vir z. B. Getreide billig halten, und hier ist die Zwangswirtschaft ja auch zum Teil nach wie vor berechtigt und notwendig, aber unsinnio ist eS, diese Zwangswirtschaft fortgesetzt weiter au fsolchc Waren auszudehnen, die fast refftol auS dem Auslande bezogen toreben müssen. Di» Zwangswirtschaft ist nicht nur eht System, d iS die Vev- sorgung des deutschen Volkes mit Waren verteuert anb verschlechtert, sondern sie ist auch der Hinderung»» grund, die volkslvirtschastlichen Vorteile bet gestiegene, Kaufkraft der Mark den Konsumenten zugute komme, zn lassen. Es ist deshalb völlig verfehll, auf ba, Gebiete des rein geschäftlichen Warenumsatzes vom Auslantze zum deirkfchen Konsumenten an bet Zwang-» wirtschcht sestzuhlM«. Dobel können in der freie, Wirtschaft Sicherheiten gegen eine schädliche Urtw schwemmmig des dentschen Marktes mit Waren durch bi» Eiufuhrkontrolle durchaus gegeben werden. Mit de» Zwangswirtschaft stirbt dann zugleich da» toiberwätttg« Giftgezücht des Schieberturn». Parteidogrna verbaut hier ben Weg der Rückkehr zur wirtschaftlichen Ver­nunft und geschäftlichen Moral.

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BertitMi ktrtii. Mmnlmlni.

Annahme bet Befoldungsvorlag«.

144. Sitzung vom 7. April.

Abg Garnich (D.Bpt.) fragt an, ob die Staat!» tefitrnuffl in der Lage sei, nunmebr Ober da- Ergebnis der Untersuchung über die Richtigkeit der Steuererklärung bti früheren FinanzmimsterS Erzberger Auskunft , geben.

Ein Regierungskommissar antwortet, daß im Hinblick auf die Vorschriften der Steuergesetze und nach den bisher befolgten Grundsätzen bie Staatsregierung nicht in der Lage sei, bi? erbetene Auskunft zu erteilen.

Es folgt bie Berichterstattung über Me Befol» dungSvorlage. Die Staatsregierung hat den Do» setzentlvurs brtr. die Bereitstellirng von Mitteln zu Dienst« eiukbmmensverbesserungen als «in sogenannte- Manlet» gesetz mit nenn weiteren Geletzentivürfen gleichzeitig wt» gelegt, von denen sieben BesoldungSaufbeflerungen nnb rwei Vorschläge zur Deckung der entstehenden Mehraus­gaben enthalten.

Die Pfarrerbesvldung«« toetben gegen bie beiden tzmieldemokrosAchen Parteien bewilligt, ebenso M* beiden Deckungssesetze nnb ba- Mantelgesetz. Die A» ta bme fn der dritten Lesung erfolgt ohne jede (hörte- ruufl. Di« Verabschiedung in bet Schlußabftimmuu- erfolgt unter Beifall einstimmig.

Finanzminister Silbema nn : Namens bet Regierung und der Beanitenschast banke ich bem Hause für bie rasch» -ntgegenfommenbe Erledigung dieser wichtigen Vortag«. Sie stellt bie Besoldungsverhältnisse bet preußischen Be­amten auf eine ganz neue Grundlage und wird hosfent« lich dahin führen, daß bem Staat ein zufriedener arbeits­williger Beamtenkörper erhalten bleibt. Auch für M» vensionäre ist in ausgiebiger ffleife gesorgt. Mit dm Vorschuß- und Zuschußwirtschaft wird ein Ende gemacht werden. Di« neuen Gehälter werden mit größter Be» ichleunigung zur Auszahlung kommen.

ES folgt bi# erste Beratung des Gesetzes zur Aushebung der Standesvorrechte des Adels und zur Auflösung des HanSvermögenS. >

Ein Antrag v. Kraus« (D. Bpt.) auf Ueberweisunz 'T Vorlage an den RechtSausschuß wird gegen d« Rechte abiiflfbnt

Abg Heller (Svz.) beantragt die zweite und dritte Lesung morgen vorzunehmen.

Da ein Widerspruch von 16 Mitgliedern auSreicht, um die Durchsührung der »weiten und dritten Lesung am gleichen Tage zu verhindern und die getarnte Rechte wider­spricht, zieht Heller feinen Antrag zurück.

Nächste Sitzung: Mittwoch 28. Juni, 2 Uhr.

91t MWMMt.

Denlschnationale Volkspartef: Sibbaw iwver-Draunschw-ig: Staatssekrttär a.D. Dr. Hekf- serlch (kandidiert auch in Hessen-Nasiaus, Handelrkou»« mersyndikus Dr. Wienbeck, Hofbesitzer Logemann, 1aritän fc.SU Aller (Emden"): Breslau: die biSbertge, Abgeordneten Dr. Semmler und Eisenbadnsekreiä» Deglerk, ferner Bros. Dr. Frhr. v.Freytag« Loringhoven, Bezirksschorusteinfegermeister den» r ab.

Deutsche Bolkspartei: Breslau: Legation-« rat a.D. Frhr. v.Rheinbaben, Bäckermstr. Becker.

Deutsch-Hannoveraner: Stadtdirektor «.X Tramm (früher nationallib.). ,

Die Wahlkatten und SSäblerliften scheineu mit setz, wenig Socgiall und Genauigkeit angtiemgi ,i werben. 2» wirb derB. Z. an Mittag" von eine« Les» et* geteilt, daß auch seine lOrährige Tochter und fein 7iLtzri«M jisohtt fiSfhliflrtOl IigFnmm/M hahf ,