Einzelbild herunterladen
 

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

!"S!

M 105

Di«Obeehelli'che Zeitung" eri6et*t iedwwel «»»entlich B«jua,»rei, wo- nett. » durch bi« Post 8.1* X. Q-itr «it6fc»en6e Huttimertt ittfelge Streit» Ober eieme«t«re! Ereignisse kein Ersatz Serlag »en Dr. T. Hitzerath. Druck bet Uni» .Buchbr. *»n Fad. * u e. P» ch. Markt $tt*iere*er 55

MarburG

Freitag, 7. Mai

Der Nnzei-enarei« beträgt fit btt igel» Zeile 76 J, mb tuteir- lige vo , Reklame,eile 2,90 Jeher Rabatl gilt al» Barrabatt. B« Wiehixft burck bi« Geschaitsstellr ». Bermittlrn, bet 1 »ffbete 26 4 Eanbetgebitzt. Mi. bClb Amt gtexlfitri a. M.

55. 3«trg» 1S20

SrititBsfrtitn.

f\'f' Die deutsche Abordnung für Spaa.

i h Berlin, 7. Mai. Aus Paris wird gemeldet, daß die deutsche Abordnung, die sich nach Spaa be­geben wird, außer dem deutschen Reichskanzler den Retchsminister K ö st e r und eine Anzahl Finanz- Sachvcrsicudiger umfqffe» wird. Unter diesen Sach- versiänLtgeit wird Dornburg an erster Stelle genamtt.

Ker Antrag im amerikanischen Senat auf Friedens» Verhandlungen mit Deutschland.

n?K Washington, 5. Mai. (Reuter.) Im Senat begründete Knox seine Entschließung über die Erklärung des Friedenszustande«- mit Deutsch­land und Oesterreich und bemerkte dabei, genau so gut. wie der Kongreß zur Kriegserklärung berech­tigt M, habe er das Recht, den Kriegszustand zu be^ird k n. Knor schlug vor, daß mit Deutschland ohne Bezugnahme ans den Versailler Friedens- vertrag verbandelt werden solle und daß die Ber- Änigte» -Laoten und Deutschland allein sich gkaenieiiig Rechte ge,nähren und Verpflichtungen Vernctzme« sollen. Der Völkerbund in äffe voll- koMsen umgestaltet werden, denn wie er jetzt kon- ftit-i iert st'i, könne er nur Angelegenheiten dereiieir.

Di« deutsche Kriegsflotte.

wb. A m st e r d a m, 6. Mai. WieTelegraaf" aus London meldet, teilte gestern der Vertreter des Maiirrenkinisteriums im Unterhaus« mit, daß sämt­liche trnsgelieferten deutschen Kriegsschiffe abge- wrackt werddn sollen, mit Ausnahme von fünf leich­ten Krea.zcru und zehn Torpedosägern, die Frank- ' reich <rhä?t. ferner von zehn Torpedojägern für die italienische Flotte imd von je sechs Torpedobooten für Pokert und Brasilien.

, ' Der Friedenevertrag für Ungar«.

j' W i e ti\. 7. Mai. In Budapest wird als sicher \ «ucrruomnren. daß Graf Apponyk den Frtedensver- 1 trag nicht unterzeichnen wird. Falls es überhaupt | -vr Uitterzetchnung' kommt, wird ein Subalternbe- | «nter als Vertreter der Regierung nach Paris ent­sendet unrrdan.

---------.

Alls beit AbftiiiksnuvMebkkten,

wb. K i u! gsbecg, 6. Mai. Die iuteralliierte Komifsio-v hat für das wesipreußische Abstimmung?- tzrk-ich den Paßzwang Angeführt.

Wb. Flensbd. rg, 6. Mai. Anläßlich ziveier ge- ivaUger oetnsther K.nrdgeüuugeu gegen die Jntematio- Aalisikrungswünsche der dänischen Chauvtnister wurde «ine Enis-Hliesiniig angenommen, in der die mit dem Friedensvkriragc tu Widerspruch sichenden Bestrebun- gea, die zweite Zotte zu einem unter internationaler Verwaltung.stehenden Freistaat zu machen, zurück- Sewirler- n td eine Grenze gefordert wird, di« etwa btt Ti-dstlirrie entspricht.

wb. Kopenhagen, 6. Mai. Nach einem Tele­gramm des Pariser Korrespondenten derBerlingske Tiöende" bat der Botschafter«,,!- beschlossen, die Ber- hauolungen über die schleswigsche Frage bis nach der Ankunst LeL Kopeuhagener französischen Gesandten in Paris zu vertagen.

Berlin, 6. Mai. DieBolksztg." meldet aus LreÄan, daß das Gleiwitzer französische Kriegsgericht tn Sffeirtlicher Verhandlung den ftanzösischon Alpen­jäger Pasenti wegen Erschießung des Oppelner Süterverstchers Plazek §u<0 Jahren Zwangsarbeit bernrtklli bat.

n .*

Ao« dem bksktztko Webtet.

Frankfurt a. M., 7. Mai. Stadtverordneten- bvrstcher Hopf, der am 20. Aprll die Stadtverord­neten- Berfammlitng aus Anlaß der Erstattung drS NeschöstsLe rich.es mit einer Erklärung eingeleitet hatte, die auf die Besetzung Frankfurts durch dir Franzosen Bezug nahm und den Protest der Stadtbehörde gegen die Besetzung Frankfurts zum Ausdruck brachte, wurde dorn knumandierrnden General der Rheinarmer in »ine Gerdstrafe von 10000 Mark genommen. Das Vrteit ist damit begründet, daß dieser Punkt nicht auf der Tagesordnung gestanden habe. Dem Besitzer des »Eldvrodo-PalasteS" Dörr wurde wegen dauernder ' ÄeberßAevitung der Polizeistunde die Konzession ent­legen. Die gegen ihn ergangenen Strafbefehle lau­teten ans 95 000 Mark. Das Gericht erkannte auf 19600 Mark, wobei es als strafmildernd in Betracht tzog, daß die Wirte derartiger Lokale im allgemeinen die Polizeistunde zu übertreten pstegen.

Köln, 7. Mai. Ans der gestrigen hier abge- ; haltenen Tagung der rheinischen Bauernver-eine " teuren f J ter Kngeschlossrnen Vereine vertreten. Der enn-.-n-:dc Ern'h-uugsminister Hermes versprach durch t: : ! . Fkldernng der Produktion die Grund­

lage für die Gesundung des Volkes zu schaffen. Dir Zwangswirtschaft müsse für die wichtigsten Gebiete der Ernährung bei behalten bleiben. Das bedeute aber kein starres Feschaltey an den Formen mrd Arten der öffentlichen Bewirtschaftung. Mit allem Nach­druck werde er für eine angemessene Preisgestaltung eintreten.

krMtr Lardmn'emAlvllll.

1 4 3. Sitzung vom 6. Mai..

Zunächst wird über die Anträge bett, die Ein­wohnerwehren abgestimmt.

gen nicht tatkräftig genug erwies. Viele elsässische Abgeordnete erstreben die Bildung eines s«l b - ständigen Ministeriums für Elsaß-Loth- ringen. Man ist der Ansicht, daß die Neuordnung in Elfaß-Lvthringen nicht allein eine Frage der Verwaltung ist. Ein Ministerium des Landes werde ohn- Zweifel mehr Autorität besitzen als ein französisches.

-*

Italien.

Wb. Mailand, 6. Mai. Rach einer Meldung desSerolo" aus Geuua wurde in Erigoali ein Tisev-

Der Antrag Mols H o f f ma n n ans AuflösuiW; bahnrug von bett Eisenbahnern ange'-al'en, weche KO der Eimoohnerwehren und Einsammlung der Waffen Polizisten, die sichach Florenz beg-ben wollten, zum

unter Kontrolle der Gewerkschaften und Augestellten- verbände wirv abgelehnt.

Der Antrag Friedberg (2cm.) auf Einrichtung eines an die staatliche Sicherheitspolizei und die Gen­darmerie augetehnten Orts- und Flurschutzes wurde a n g e n o m m e n, ebenso ein Zusatz der Dsutfchnatio- iinleit, nach dem die Ortsweyre» nicht patter- politisch zusammengesetzt Werben dürfen.

Eine Novell« zum Gemeindeabgabengesetz wird in zweiter und dritter Lesung angenommen. Ein Antrag des Ausschusses für Bevölkerungspolitik über die Auskunftspflichi der Aerzte findet einstimmige An­nahme.

Es folgt die zweite Beratung des Gesetzes über die öffentlich« Krüppelfürsorge.

Aussteigen zwangen. Die Polizisten mußten ihre Fahrt nn Auto fortsetzen.

Die Blätter melden die bevorstehende Veröffent­lichung von Dekrete» des Finanzministors, durch die öffeutliche Schaustellungen und kinomathegraphische und Theatervorstellungen sowie ander« Lustbarkeiten erheblich besteuert tot-rinn. Ferner wird eine Regie­rungsverordnung veröffrnlkickl werden, durch bte den Zeitungsverlegern nüte^sagt wird, den Jahres- abonnementspreis einer d tu uz auf weniger als 50 Lire festzusetzen.

Rußland.

Uebeefatt auf einen englischen Hilsszug.

Der Ausschuß empfiehlt die Annahme des Ent­wurfes und eine Entschließung, worin die Regierung ersucht wird, der Volksvertretung eine Vorlage über hj,e tzlcwährung staatlicher Mittel zur Abbürduug der d«N Laiwarmen-Vcrbäudeit sowie den Stadt- und Landkreisen ans dieser» Gesetz erwachsene» Saften zu tuachen.

Das Gesetz wird mit der Entschließung des Aus­schusses in zweiter und dritter Lesung angenom­men, ebenso das Gesetz über ben Vorbereitungsdienst der Gericht»refcrendare, dessen Dauer auf 8 Jahre festgesetzt wird.

Der Gesetzentwurf zur vorläufigen Regelung des Haushalts für 1920 wird endgültig gegen die Stimmen bet Unabhängigen angenommen.

Der Ausschuß für Beamtenbesoldungen ersucht die Regierung, beim Reiche dahin vorstellig zit werben, daß die für die Reichsbeantten t:t den besetzten Ge­bieten in Aussicht genommene Besatzungszuluge auch den Beamten bet Länder in den besetzten Gebieten aus Reichsmitteln gewährt wird.

Der Antrag wird angenommen.

Nächste Sitzung Freitag 12 Uhr: Kleine Anfragen, Desoldungsborlage.

Ausstande.

Berlin, 7. Mai. Wie derL.A." meldet, he? hindern nach einer amtlichen Mitteilung sqndikasiüi'^r Binnenschiffer auf der Elbe die Zrchchr von Lebens­mitteln für die Großstädte. Zwei Kähne mit 10000 Zentnern Kartoffeln für Sachsen sind festgehalten wor­den. Weitere 10090 Zentner dänische Kartoffeln muß­ten unter großen Kosten vom Schiff aus die Bahn nm- gefrachtet werden, tim sie vor deut Verderben zu be­wahren.

tob. Magdeburg, 6. Mai. Infolge des Aus­standes der Binnenschiffer liegen in Magdeburg 200 Lastköhue und Schlepper fest mit insgesamt 130 000 Tonnen, darunter 20000 Tonne» Lebensrnittel, bte dem Berber ben ausgesetzt find. Die Hilfs ange­stellten des Magistrats sind heute in den Ausstand getreten, da der Magistrat es abgelchnt hat, ihnen eine Kartoffel- und Mehlzulage zu gewähren, welche die An­gestellten vom Handtt und der Industrie erhalten.

tob. Bochum, 6. Mai. Die Bankangestellten haben die Arbeit niedetgelegt.

Fraukreilh.

Albert Thomas in BE«.

B e-r I i n, 7. Mai. Der.französische sozialdemo­kratische Abgeordnete Albert Thomas, der ge­genwärtig Direktor des internatioalen Arbeits­amtes ist, ist gestern in Berlin angekommen. Tho­mas ist hier mit den deutschen Sozialdemokraten und Eewerkschaftsführern in Verbindung getreten, um mit ihnen über die Arbeiterfragen zu beraten.

Smbefreiten Elsatz-Lothring«».

Straßburg, 7. Mai. Im lothringischen In- dustrlebezirk werden feit einigen Tagen wieder um­stürzlerische Flugblätter verbreiteHmnnd zwar in deutscher und französischer Sprache, in denen zur Revolution aufgefordert wird. Die französische Polizei fahndete bisher »ergebens nach den Ver­breitern dieser Flugblätter. Die Stellung des fran- zösischen Generalkommissars gilt als erschüttert, weil er sich während des Eeneralstretts in Lothrin-

wb. R o t t e r d a m, 6. Mai. Aus Wladiwostok melden die englischen Blätter, daß ein Hilsszug des englischen Roten Kreuzes im Innern des Landes angehalten und das Personal gefangen oder erschos­sen wurde. Der Zug führte Verbandsmaterial, Heilmittel und Kleider für Flüchtlinge und war für Irkutsk^estimmk. *

Der Mißerfolg des Bolschewismss in Ehlna.

tob. London,' 6. Mai. Der frühere enZlifche Gesandte in Peking Sir John'Jordan, sagte in einer Unterredung, der Bolschewismus habe in China keine besonderen Erfolge gehabt. Rur in der Ge­gend der chinesischen Ostbahn seien einige Wirkun­gen zu spüren, doch für die große Masie des Volkes bestehe indeß keine Gefahr. Es herrsche viel Un­ruhe in China, aber der Bolschewismus sei dem chinesischen Wesen fremd.

Die Revolifti'su in Mexiko.

wb. Washing to-ef/W. Mai. (Reuter.) Amtliche Bericht? besagen, biEÄttteral Pablo Gonzales, der bisher atS zuverläiKafter Anhänger 'Cattaazas galt, sich den Aufständischen angeschlossen hab«. Er stand am 2. Mat mit zwei Regimentern einige Mellen östlich der Hauptstadt und hat beide Eisenbahnlinien nach Veracruz abgeschmttrn. Die Aufständischen von S?vrra haben Adolso Nuerto zum vorläufige» Präsi- dcnic'.i ernannt. Nuerto sagte bei der Uebernahme be^ Amtes, er werde den Zustrom fremden Kapitals »ach Mexiko ermutigen. Das Endziel der Revolution sei ein Verbot deS Handels mit Spirituosen und des Spielens.

wb. Amsterdam, 6. Mai. Der Times-Korrr- svondent in New Hork meldet, daß bte Führer der revolutionären Truppen in Mexiko den Rücktritt des Präsidenten Carranza bis spätestens 25. Mai gefordert haben.

---*---

Sie MWemmi.

Reichstags!» nbiba taten.

Frankfurt a.M., 6. Mai. Der am 6. Mai in Wetzlar zusammcup,rrtcn: Wahlkreisvertretertag der Deut­schen Bolls parier im Wahlkreis Hessen-Nassau beschloß ein­stimmig die endgültige Gestaltung der WaAllste. An erster Stelle wurde aufgestellt der bisherige Vertreter der Partei in der Rotionalversammlung Geheimrat Prof. Dr. N i e ß e r - Berlin. Für die zweite Stelle wurde im Ein­verständnis mit den Bauernschaften Landwirt Karl H e p p- Seelbach (Oberlohntteiss, der Vorsitzende der Bezirks­bauernschaft Nassau, nominiert. Den dritten Platz nimmt ein Lvkomvtivftihrer Seibert- Frankfurt a. M weiter­hin werden auf der Liste stehen: Rechtsanwalt Dr. Becker- Hersfeld, Hausftau Anna D r ü n e r - Frankfurt a.M., Briefträger Epstein-Wiesbaden, Maurermeister und Landwirt Feger-Flatenstcin, Bürgermeister und Landwirt G»ckes-Breithardt, Schreinermeisler Gut­heil - Hersseld, Landwirt H a tz s e l d - Driedorf, Seminar- tehrer Soll mann« Rotenburg a. F., Werkstattschloffer Kalkofen-Limburg, Sanöroirt Koch-Goddelsheim in Waldeck, Pfarrer Kopfermann-Bad Ems, Frau Dr. phil. M o g n u S - Marburg, Bankbeamter OsterhauS- Wiesbaden, Fabrikant A. Passavant (Michelbacher Hütte, Nassau), Stadtverordneter Metzgermeister Pfeif- fer-Fronksiirt a.M., Postsekretär Schellenberger- Wetzlar, Stadtverordneter Buchbindermeister Etöhr- Tassel.

Breslau, 6. Mai. Der Landesverband Nieder- schtesie» der Deutschnationalen Volkspartei hat für den Wahllvri» Liegnitz folgend« Panbibateu anfgestrllt: 1.

Staatsminister a.T. Herat, ü.Hermann Schröder, 3.Frau Dr. Käte Schirmacher, 4. Lebrrr ginget lieber die weiteren Pllltze wirb noch Beschluß gefaßt weche».

Stadtvat Dr. Wferner hat eine Kandidatur für die nächsten ReichStagswahien abgde&nt, da er sich di« Hände für den Ansba» der Parteiorganisation frei halten will.

Zur Deckung der Wahlkoften wird bte Deutsch­nationale Bolkspartet am 16.Mat einen nationalen Opfertag einrichten.

Auf eine Anfrage au» akademischen Kreise» erklärt der Vorsitzende der Deutschnationalen Voers- partei, daß er alles in seinen Kräften Stehende tun wtll, um die Interessen der deutschen Studentenschaft zu oerV treten und das Ansehen der akademischen Fugend zu wahren. Alle Verordnungen und Gesetze über di« kom­mende Hochschulreform sollen erst dann ergehen. Wenn sich die Hochschulen und die Studentenschaft geäutzert haben.

Vorwärts zu ben Wahlen 1920!" beißt eine Flugschrift, die beimReichsboten", Berlin SW., Dessauer Straße 36'37, in Massenauflage erschienen ist. Auf 16 Seiten ivcrden in dorblldttchcr Klarheit und Kürze alle politischen Fragen besprochen. Eine Fülle an Mate­rial wird geliefert Die Schrill kostet einzeln 60 Psg., bei Lieferung von 100 Exemplaren je 50 Psg., bei 500: 45 Psg., bet 1000 : 41 Pfg., bei 5000 : 39 Psg., bei 10000 und mehr 37 Psg. Porto und Verpackung zu Lasten des Empfänger».

Wtrknstmr der BtMmtfnrteL

Scheide««»» über Koalition und Wahlen.

Roskes Rechtfertigung.

Die sozialdemokratische Rcichskonferen» trat am Mitt vaoch iw Echimgssaale des Reichstages zusammen, un zu'den lvvorsteyenden Reichstoaswahlln Stellung zu netz wer,. Den Vorsitz tibernadm Abg. Bartel», der Bo» sitzende der sozialdemokratischen Fraktion tu der pve» Nischen Landesoenammlung. Er erSssnet« bte Konferenz mit einem Ü»r«n Ueberblick über die Stellung bei lozmidemokratischnt Partei zu bet Politik de» läge». Dabei führte er u a. auS: Da» Mißtrauen bet Ar­beiter sei gewaltig gestiegen, und da» Vcrkmlten bet bürger­lichen Konlitionsparteien in der letzten Zeit, besonder» die Ablehnung des 1. Mai alS gesetzlichen Feiertag, habe die Arbeitersclmft stark verstimmt. Der Verlaus der Mai- feier habe aber gezeigt, daß sich die Arbeiterschaft diese» Feiertag erzwingen könne, und die Maifeier fei »u einer Niederlage der bürgerlichen Koali­tionsparteien getoorben. Auch für bte Sozial­demokraten bilde bte Koalition kein Ideal. Ste sei unter dem Zwang der Verhältnisse zustande gekommen und auf­recht erhalten worben. Brächten die Wahlen rin« trabet« ^artei-Gruppierung, nämlich eine sozialistisch« Mehrh« it, so würde die so,ialdemokratisch« Bartei mit Erleichterung von bet Koalition Abschied nehmen. Sollte aber das Stärkeverhältni» der Parteien bestehe« bleiben, so würde auch weiterhin eine Koalittonsvolitll gemacht teerten Die Sozialdemokraten würden aber danach streben, sie nach link» ,u schieben. Sim Ausdehnung der KvalttionSpolitik nach recht» käme für si< nicht in Frage.

Dann sprach S ch e i b e m a n n: Ich bin kein unbe­dingter Freunb ter Koalltioiv Aufgabe unserer Wähler mutz eS sein, durch ihre EntscheStnng eine Koalition überflüssig zu machen. Damals war e» nur durch bte Koalition möglich, in ter Nationalversammlung eine große republikanische Mehrhett zu schaffen. Sie war nur eine Hilfskonstruktion. Aber ohne sie hätte dte Republik nicht einmal wenige Monate leben können. Tie deutsche Republik hat jetzt bte schlimmste Gesabrenzeit überwunden, ste konnte eS nicht ohne bte Koalition. Natürlich erstreben wir eine rein sozialistisch« Regierung ohne Koalition. Aber auch diese ist teü, Weihnachtsmann, der jedem bringt, was er sich wünscht Mit einer sozialistischen Regierung ist wohl ter A»- fang, ater noch nicht daS Ente des Wege« gefuriwe. Eine sozialistische Regierung kann notwendige (tnttm* lungsstiifen nicht überspringen. WaS unfett Stellung zum Rätesvstem betrifft, so stehe» wir diesem, solange M nur ein politischer Taschenspielertrick ist, um einer Mt» terheit die Macht zu verschaffe», ablehnend gegen­über. DaS wirtschaftliche Rätesvstem kann sich ,u einte wichtigen Organ deS Wirtschafttleben» tnttoitktl». Wtt sind nicht auS unteiderstehllcher Liebt zu den Dtmokrate» und zum Zentrum in dir Koalition gegangen, sondern au« einer Rotlage heraus. ES gibt mn ein Mittel, die Not­wendigkeit der Koalition auszuschließen: nämlich, so stark zu werden, daß max bte Koalition nicht mehr braucht.

' NoSke rechtfertigt« die tmt ihm verfolgte Polltll und kam besonders auf die Sagt im Industriegebiet »A sprechen: Obwohl unfett tigenra Parteigenossen u* auch bi« Unabhängigen Truppe» verlangten, habe» fle die Entsendung der Reichswehr mit einer Resollttia» beantwortet, in der da« Vorgehen der Regierung all etug Maßnahme der Reaktion bezeichnet und autgtfübrt entk daß man lediglich au» taktischen Gründen ben Einmarsch der Truppen nicht mit dem Generalstreik beantworte» wollte. Eine solche Stellungnahme ist doch eint Un­möglichkeit. Weiter erklärte tr: Lediglich bte Taktik bei Berliner Unabhängigen, die Vorgänge in Bremen, Brann- schmeig und München haben dazu geführt, daß wir »as- gedrungen Truppen aufstellen und zur Waffenanwendung greifen mußten. Daß ich hierzu gezwungen wurde, har wir