Amtliches Verkiindrgungsblatt des Kreises Marburg
Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen
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schufte und andere Lel>eitsmtttägeschäfte halten Atlchlssfe«. ihrem Beispiel folgten viele Detail-Ge-
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D?ontafl, 3. Mai
— Der deutsche Minensucher „D. Z. 18", der vor einiger Zeit im Zuidersee angehalten und danach unter militärische Bewachung gestellt wurde, wurde gemäß eine» Beschlusses der Regierung an Deutschland zurück- gegeben. L» wurde von der eigens dazu hiiigesandten deutschen Besatzung von Nieywediep über Terschelling nach Deutsch!aut zurückgevracht. _
Die „Oberhesli'che Zeitung" erscheint je/ »mal wöchentlich. — Be,uq,vrei, inv. — Für auffallende Nummern infolge Streiks
Forderunlfrn der christl. Eisenba'merverbä»de
Dir in der neu errichteten Arbeitsgemeinschaft zu- lammengesch'.ojsenen christlichen Eisenbahnerverbända nahmen auf ihrer in Essen abgchaltenen Vertreter« konfklenz einftimmig Entschließungen an, in denen verlangt wird, für die Beamten sofort @e(bet flflf* sig zu machen, da viele Beamteufamilicn ohne Exi« steuzmittel seien. Da» starre GehaltSsystenr werde sich auf die Dauer als unmöglich erweisen? Die Teuerungszulagen müßten mit den Eisenbahn- arbeiterlöhnen in ein organische» Verhältnis gebracht werden. Schließlich wird „angesichts des 12 Militär- dendefiztts" erklärt: Der Eisenbahirberr-eb wird in der heutigen starren, staatSbürokratijchen Form nie wieder rentabel werden, noch den Erfordernissen der Wiederaufbauwirtschaft entsprechen. Wir fordern die Selbstverwaltung, bezw. die 8Ü* düng einer R«ich»eisenbahn« Gemeinschaft an der das Personal beteiligt istp für die ha Besitz des Reiche» bleibenden Eisenbahnen. Die» ist auch notwendig, um bet Gefahr zu entgehe», daß di» Eisenbahnen dem Privatkapital, besonder» bem an»- ländischen, vslLfLnoet werden^ wo» vielfach «woge» Wick." •• ' >» -’jhJ
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Lloyd George gab am 28. April im Unterhaus eine Erklärung über die Konferenz in San Remo ab und stellte fest, daß alle Mißverständnisse be« s e i t i g t seien. Jeder sei von den Ergebnissen b e. friedigt. Weiter sagte er: „Den Deutschen wurde mitgeteilt, daß von dem Augenblick an, wo die Truppenzahl im Ruhrg blet auf die in der Not, vom 8. April zngestandene Höhe zurückgebracht ist, die französischen Truppen Frankfurt und Darmstadt verlassen. Die Konferenz hat jeden Verdacht beseitigt, daß der Vertrag von Versailles nicht angewendet werden könnte. Wir beschlossen, zum ersten Male deutsche Minister zu einer Zusammenkunft einzuladen, um verschiedene Fragen zu besprechen. Es besteht keine Meinungsverschiedenheit über die Entwaffnung, aber bei der Forderung auf Entwaffnung stößt man auf die große Schwierigkeit, daß vielleicht niemand in Deutschland die genügende Macht besitzt, um diesen Beschluß auszuführen. Was die Entfchädigungsfrage anlangt, so wünschen wir zu erfahren, welche Vorschläge Deutschland zu machen hat, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Wir wissen seh» gut, daß Deutschland bei seinen heutigen Zuständen nicht bezahlen kann. Aber wir wünschen zu sehen, daß es feine Verpflichtungen anerkennt und nachdenkt, wie es sie erfüllen kann."
Ueber die Ruhrfrage erklärte Lloyd George, die kommunistische Gefahr hätte auch anderswohin übergreifen können. „Die Frage war deshalb, wer sie unterdrücken solle. Die Franzosen waren der Meinung, daß dies durch verbündete Truppen ge- chehen müsse, die anderen Verbündeten hielten da- für, laß es den Deutschen überlassen bleiben müsse, die Ordnung in ihrem eigenen Lande herzu- stellen."
Zn der Aussprache erklärte A s q u t t h,' es sei notwendig, daß in allen Ländern mit der Entwaffnung begonnen werde. Die Zeit komme heran, da der Oberste Rat sich auflösen könne und die Weiterarbeit am Wiederaufbau der Welt dem Völkerbunde überlassen werden müsse. Lloyd George ergriff nochmals das Wort und sagte: „Die drei Großmächte Europas sind die Pfeiler, auf denen der ganze europäische Bau ruht. Bis jetzt reicht der Völkerbund noch nicht aus. Unter den jetzigen Verhältnissen find die drei verbündeten Großmächte die einzigen, die den weiteren Bau am Frtedenswerk fördern können."
wb. Brüssel, 30. Avril. „Ration Belg«" meldet: Die internationale yinanzkonferenz, die Ende Mai in Brüssel zusammentreten sollte, wird um einige Tage verschoben werden müsse«, da der Oberst« Rat am 25. Mai in Spaa tagt.
SüddeutschlandS Reichstreue.
wb. Stuttgart, 30. April. Ter Handtag beriet heute eine Anfrage des Abgeordneten Bazille (Bürgerpartei) über die Gerüchte, daß sich Frankreich mit den süddeutschen Negierungen in Verbindung gesetzt habe zum Zwecke der Trennung von Süd- und Norddeutschland. Staatspräsident BloS erklärte, es sei richtig, daß die Bestrebungen, den Süden vom Norden zu trennen, noch nicht aufgegcben seien. Die kürzlich versammelten süddeutschen Regierungen tmb die Sachsens hätten eine entscheidende Erklärung gegen jede Lostrennung vom Reiche abgegeben. An den sNerüchten, Frankreich habe sich mit den süddeutschen Regierungen in Verbindung gesetzt, sei kein wahre» Wort. Präsident Keil faßte die Aussprache dahin zusammen, ba» württembergische Volk hange treu und fest an der Reichseinheit, und die beut» scheu Stämme seien auf das engste verbunden, und keiner Macht auf Erden, auch nicht Frankreich, werde ei gelingen, sie zu trennen.
Drei Fragen an den Reichskanzler in Spaa.
wb. Paris, 30. April. Wie der Lrmdoiier Korrespondent des „Temps" mitteilt, versicherte ihm eine Persönlichkeit aus der unmittelbaren Umgebung Lloyd Georges, der deutsche Kanzler müsse in Spaa die folgenden drei Fragen beantworten: Warum verletzt Deutschland so oft die Verträge? Wie will es dem in Zukunft vorbeugen? Welches ind die wirklichen Quellen, über die Deutschland verjügt. und welches sind seine Zukunftsmöglich- keiten? Man glaube in London, daß die Regie- rung von Berlin jede Hoffnung a u f g a b, den Friedensvertrag zu revidieren angesichts der Wil- lenseinheit der Verbündeten nach dieser Richtung.
Keine Herabsetzung der Schadenersatzforderuug.
kg. "Genf, 3. Mai. Havas meldet, die Wieder»' gutmachunzskomm!fsion habe am 30. April beschlossen, sie sei außer Stande, der Regierung eine Her- absetzung der Schadenersatzssrderung an Deutsch.
W'-älte. Die Post hat nur Sonntagsdienst ringrrich- Die Gast-- und Kaffeehäuser dagegen sind in vollem W'^urrge in Betrieb- Die von den sozialistischen Par- W-ien aller drei Richtungen am Vormittag in allen : Stadtteilen, und Vororten Berlins abgehaltenen Mai- ^Versammlungen waren sehr gart besucht.
kg- Berlin, 3. Mai. Die Forderung bet Gewerkschaften ait die Unternehmer, den 1. Mai als i Arbeitstag zu bezahlen, tit gestern überreicht worden. Sie verlautet, lautet die Antwott au» allen Betrieben
Die Deutsche Volkspattei stellte in Hessen-Nassau Geheimrat Riesier, Landwirt Heppe und Lrkomotiv- führet Selbett-Frankfutt a.M. auf.
Dom Landesausschuß der Deutschen BollSpartei in Hessen wurde an erster Stelle der Abgeordnete der Nationalversammlung FiNüiljminifter a.D. Dr. Becker-Darmstadt, aufgestellt.
Weimar, 30. April. Der Volks rat für Thüringen hat die Wahl zum Land tag des neuen Gesamtstaates auf den 20. Juni anberaumt
Die Stimmzettel
üc die kommenden Wahlen werden gegenüber dem bisherigen Zustand eine Veränderung aufweisen. Es wird nicht mehr notwendig sein, auf den Stimmzetteln alle Kandidatn aufzuführen, es genügt der erste Name aus der aufgestellten Liste. Selbst die allgemeine Parteibezeichnung auf dem Sttmmzettel kam»' genügen, sie muß nur deutlich erkennbar fein. Als ein« Folge der Papierknappheit ist die weitere Bestimmung anzusehen, daß die Stimmzettel nicht ute&r au» geglättetem weißen Papier bestehen müssen. E» werde« also auf Zeitungspapier gedruckte Sttmmzettel genügen.
Die Widm-Wz.
Heine Wahlen in den Ahstimmunss-gebieten.
Reichspräsident und Reichsregierung erlassen einen Aufruf an die Deutschen in Oberschlesien, t« Ostpreußen, in Schleswig-Holstein, Eupen und Malmedy und des Saargebiet», in dem gesagt wird, es wäre nicht zu verantworten, wenn die deutsch« Einheitsfront, die sich überall in den Abstimmung«- gebieten gebildet hat, durch Wahlkämpfe gefährdet würde. Reichsregierung und Nationalversammlung seien daher, wenn auch schweren Herzens, überetn« gekommen, die Reichstagswahlen in den Abstimmungsgebieten und in ihren unmittelbar benachbarten Reichsgebieten bis nach der Entscheidung über die nationale Zugehörigkeit zu verschieben. Das Gleiche soll für Schleswig-Holstein gelten, da die Entscheidung über die Grenzziehung in Nordschleswig noch nicht gefallen sei. Bis zur Vornahme ider Wahl gelten die str diese Bezirke in di« Nationalversammlung entsandten Vertreter al« Abgeordnete des Reichstags. Zum Schluß heißt es: „Die harten Bestimmungen des Friedensvertrages machen in Eupen und Malmedy und im Saargebiet eine Wahl unmöglich. Die deutsch« Heimat gibt diese Gebiete nicht preis. Den Brüdern und Schwestern in diesen hart bedrängten Gebieten verspricht die Heimat feierlich, auch wenn st« im Reichstag nicht vettreten find, daß fie für ihr« Sorge», Klagen und Schmerzen stets ein aufmerksames Ohr haben wird."
Ans dem besetzten Gebiet.
kg. Berlin, 3. Mai. Nach Meldung aus Frankfurt a. M. ist am Sonnabend eine neue farbige Wachabteilung in Stärke von 350 Man» aus Mainz nach Frankfutt verlegt worden.
Frankfu rt a.M., 2. Mai. Wie da» Polizri- präfibium mitteilh ist die nächtliche Straßensperre ausgehoben worden. Auch ist für das neubesetzte Gebiet kein Poßvismn mehr erforderlich.
Zustrom zur Srembenlegien in der Rheinpfalz.
Berlin, 1. Mai. AuS Landau wird vom .Bert. Tagebl." berichtet: Zuverlässigen Berichten au» der Rheinpfalz zufolge hat der Zustrom zur französischen Fremdenlegion in den letzten Wochen außerordentlich zu- genommen. Der Grund ist vielfach auf die herrschende Arbeitslosigkeit, zum Teil auf Versprechungen der Franzosen znrückzuführen. Im März und Apttl haben sich annähernd 3000 Mann zur Fremdenlegion gemeldet. Sie wurden in Landau in ein Sammellager gebracht, von wo der Weitectrauspott stattfindet.
Deutsche« Ersuche« um lläumung de« Maingaues.
kg. Berlin, 3. Mai. Eine Note der deutschen Regierung an die Verbündeten ersucht, nachdem di« neutrale Zone von deutschen Truppen geräumt ist, um unverzüglich« Räumung von Frank- int und der anderen Städte des Maingaues.
Der Beschluß, daß die bisherigen Abgeordnete» der Abstimmungsgebiete diese vorläufig im neu«» Reichstag weiter vettreten sollen, wird kein« Wirkung haben, da «in Verbot der Verbündete» ihm entgegensteht:
kg. E e n f, 3. Mat. Der „Temps" meldet: Di« Teilnahme der Abgeordneten der deutschen Natt«, aalversammlung au» dem Abstimmungsgebiet a» den Sitzungen des zukünftigen deutschen Reichstag« stand in der Sitzung des verbündeten Rate« zur Be» ratung. Es wurde beschlossen, die Teilnahme ab- z u l e h n e n, da ihre Mandate doch abgelaufe«
Die Wahl de» Reichspräsidenten.
kg. B e r l i n , 3. Mai. Nach einer Bekanntgab« in den Nachrichten der Gewerkschaften findet di« Wahl des Reichspräsidenten in der 1. Augustwoch« statt.
Der UMai.
Verkitt, 2. Mai. Trotzdem die gesetzgebenden KÄrpersch'aste» es abgelehnt haben, fccu 1. Mai als r. , i'r>. Feiertag zu erklären, zeigte gestern Berlin -- feiertägliches Bild. Die Angestellten der
Der Lnzeiqenvrei« beträgt für die »gelt. Zeile 75 4, amtliche nnk ««»eit- er a.i,, ttae 00 , Keflamejeile 2,00 X. Jeder Rabatt gilt «1» Lanabatt. Be Xiatxnft vM‘|< durch die Geschäftsstelle u. Vermittlung der Ingelete 25 J Londergebstbr.— 10OA
Postscheckkonto: Nr. 5C16 »mt Frankfurt a. ».
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land vorzuschlagen oder eine Herabsetzung zu befürworten.
Erneuerung de« englisch-französischen Flotte«- Abkommen«.
kg. Genf, 3., Mai. „Daily Mail" meldet die Erneuerung des englisch-französischen Abkommens über da» Mittelmeer, die Nordsee und über die Verteilung der beiderseitigen Verteilung der Flotte im Fplle des Angriffs einer dritten Macht.
Der Londoner Vertrag.
lob. Amsterdam, 29. April. Laut .Telegraaf" ist t«r Londoner Vertrag, der zwischen England, Frankreich, Rußland und Italien vor Eintritt Italiens in den Weltkrieg abgeschlossen wurde, veröffentlicht worden. Als Gegenleistung für fein Eingreifen in den Krieg, das binnen einem Monat nach Unterzeichnung zu erfolgen hatte, werden Italien für den Fttedcnsfchluß das Trenttno, Siidttrol, Triest, ganz Istrien bis zum Cuarnero (außer verschiedenen Inseln) die Inseln DalmattenS, die volle Souveränität über Balona und die im Ftteden von Lausanne vorbchaltcnen Rechte und Vorrechte in Lybrem und Gegebenenfalls eine Kriegsentschädigung im Verhältnis der von ihm gebrachte» Opfer zugesprochen.
Di« Antwort a« Ungarn.
Berlin, 2. Mai. Aus Paris wird gemeldet: Die Botschasterkonfernz unter Vorsitz Cambons hat den Donnerstag als den Tag festgesetzt, da der ungarisch« Abordnung die Antwort der Verbündeten übergeben werden wird und hat beschlossen eine Frist von 10 Tagen zu gewähren, um ihr zu ermög- lichen, ihre endgültigen Vorschläge in der Friedensfrage darzulegen. Die Konferenz prüfte ferner die Vollmachten der verschiedenen Kommissionen wegen Festlegung der Grenzen, im besonderen die Vollmacht derjenigen Kommission, die über die Grenze von Deutschland und Polen und die, welche über die Grenze Oesterreichs und Ungarns zu bestimmen hat.
geschlossen. Tie Bautätigkeit ruhte. In London und in den Hauptorten der Provinz wurden Kundgebung « veranstaltet. In einet Massenversammlung int Hyde- park wurden Reden in englischer, jiddischer, russischer, polnischer und sranzösischer Sprache gehalten. In einem Beschlußantrag wurden soziale Reformen und Friede mit Rußland verlangt.
Zusammenstöße in Pari«.
tvb. Paris, 1. Mai. (Havas). DaS Pariser Straßenbild hatte berät» in früher Morgenstunde ein festtägliches SeprSge. Alle Läden und Taf S 6’S ir:' einzelne kleiner« Betriebe haben geschlossen. St aße - bahn und Omnibusse versehen teilweise den Dienst. Die Wasser- und Nektrizitälswerke arbeiten regelmäßig. Der Eisenbahnerausstand ist nur teilweise.
wb. Paris, 2. Mai. Anläßlich bet Maifeier kam es in Paris bei Kundgebungen wiederholt zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Polizeipräfektur teilt mit, daß 102 Polizeibeamte verwundet und 103 Personen verhaftet werben fetal. Nach dem „Bon Soir" sollen 4 Personen getötet worden sein. Gegen die Abgeordneten Blanc und Baillant-Eouturier werde eine Strafverfolgung wegen Widerstandes gegen die bewaffnete Gewalt eingeleitet werden.
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Mt ZüsunmensW in MMsien.
Herausfordernd« Umzüge der Polen.
wb. B e u t h e n, 2. Mai. Heute fanden in ganz Oberschlesien anläßlich des polnischen Natio- nslfeiertages große polnische Demonstrationsum- züge mit polnischen Fahnen und Abzeichen statt. A«ch Hallersoldaten in Uniform nahmen in größerer Anzahl an den Umzügen teil.
I« Ratioor zogen einige tausend Polen, fast durchweg vom Lande, darunter auch Hallersoldaten in Uni^rm, mit polnischen Fahnen und Abzeichen durch die Straßen. Die deutsche Bevölkerung, durch das p«m»ozierende Verhalten der Polen in ihren Et'siMs« aufs tiefste verletzt, verlangte di« Ent- ferttttfig der polnischen Hoheitszeichen, gestützt auf die Sfetsrbnung der interalliierten Kommission in Oppetn, die das Tragen von Hoheitsabzeichen bet beide« beteiligten Staaten in Oberschlesien verbietet. Die Polen widersetzten sich diesem Verlangen mit Gemalt. Es kam zu h e f t i g e n b l u - tigerr Zusammenstößen. Auf beiden Seiten gab es eine größere Anzahl von Schwer- und Leichtsetletzten. Insbesondere wurden auch mehrere Angehörige der Sicherheitspolizei von den Pole« schwer mißhandelt. Die Polen veranstalteten vor de« Sitz der Kommission eine Kundgebung, die damit »«bete, daß die Polen die verbotenerweise rettgefgirrten Fahnen und Abzeichen ab liefern Httchten. Die gesamte Bevölkerung Ratibors, ins- befoudeke auch die Arbeiterschaft, fühlt sich durck- B anmaßende Verhalten der Polen in ihrer Si-
heit schwer bedroht. In der' Stadt herrscht rroldentUchr Erregung.
" Oppeln, wo die Polen ebenfalls einen Urn- ’tritt hatten, besetzte die Oppelner Bevölke- : !! 2 >ie Zugangsstraßen zur Stadt, um den Umzug 3« verhindern. Als die Polen in den Rachmittags- . stunoe« «»langten, kam es am Landgerichtsgebäude zu heftt«en Zusammenstößen. Die Polen wurden I Herbei ra die Flucht geschlagen. Vis jetzt wurden ei» T»ter und zahlreiche Verwundete gemeldet. Mehrere Verhaftungen sind vorgenommen.
4 . >- hrsinstitute, sowohl wie bie Eisenbahner haben sicD ftit die Maifeier erklärt. Der Verkehr in der Stadt und auch der Fernverkehr ist vollständig unterbrochen.
-chnken in Berlin sind geschlossen, einzelne Bor ’. trtbfn haben allerdings a»geordnet, baß ber «•'rieb aufrecht erhalten bleiben soll, boch ist ber
h der Schulen nut sehr mangelhaft. Die Meß-
Cassel, 1. Mat. Die heutig« Maifeier i@ ruh-g drrlaufew Die Meyrheitssozialisten hielten einen Um- »uz mit Musik, an bem 10—11000 Personen teil- Zahmen, während die Unabhängigen, die getrennt feier- :ten, etwas mehr als 1000 Mann auf bie Beine gebracht he.ttrn. Ter ^traßcnbahnvcrkchr ruht«, bie Ksstwirtfchafteii hatten nachmittags geschlossen.
Frankfurt a. M., 2. Mai. Der 1. «Olai ist Ifrne Avifchensall verlaufen. In den großen Betrieben würbe affgemcin gefriert, dagegen erlitt bas Geschästs- leben feilte Störung, btt Läden waren den ganzen Tag Über geführt. x
wb. Kten, 1. Mai. Die Maifeier ist in ganz Doste creich ohne Störungen verlausen. ES sanken fest- liche Bttsntzaliungen und Umzüge statt. Tie Behörden, und Geschäfte blieben geschlossen.
wb. Srnsterb am, 1. Mai. Der 1. Mai wurde in Holla«» in bei üblichen Wctse durch Versamm- ktrigen und Umzüge gefeiert, oy.ie daß es zu irgendwelche» Hw-tzhensal.'eu gelominen ist.
wb Be»», 2. Mot. Gestern sanüeir in der Schweiz ahlreich« Avbeiternmzüge und Versammlungen statt, die Lerall oh»» Zwischensalie Verliesen.
wb- London, 1. Mai. Anläßlich des Maiseter- waren Tunkende vpn FabEen und WertstLtten