mit dem Kreisblatt für dm Kreis Marburg
Tageszeitung für (das früher kurhesstsche) Oberhessen
IDie „Dt-etfctfWdie Zeitung" ersckrtnt iedwmal wöchentlich. — Bezugoprei, mo- «atl. 3 X., durch die Poft 8.18 .X. — Für ausfallende Nummern infolge Streik« »der «leureutsre: Erei,n>!se kein Ersatz - Beileg eon Dr T. Hitzerstd. — Druck' der Uni» «Luckdr. mmJsh. Xug. «sch. Markt 21/23. — Fernsprecher 55
Freitag, S. April f-ßemrid)
Der Nnzeiaeuprei« beträgt fit die 8sei». Zeile 76 J, amtliche und auswärtige QO -, Reklamezeile 2,00 X. Jeder Rabatt gilt al» Verradatt. Be- Auskunft durch die Seichäitsfielle u. Vermittlung der Angebote 26 4 Ssndergediihr. — Postscheckkonto: Nr. 5015 Ämt Frankfurt a. M.
55. Jgtzrg.
1920
5m itMttn SMkkNt.
Y&, Frankfurt«. M., 8. April. Neber die Vor» ta Frankfurt von gestern wird milgcteilt: Um die strnrzMche Wache, die an der Hauptwache ausgestellt war, hatten sich zahlreiche Zuschauer gestellt. Als gestern ViittSF die Ablösung kani, wurde den Soldaten nicht so- fert genügend Platz gemacht. Als ein kleiner Junge eiim: Stein warf, gab der Führer der Wache das Signal zsm Schießen. Französische Soldaten wurde« im weiteren Derlausc niihhandelt, aber nicht getötet. DaS Gerücht sm ihrer Tötung flammt daher, daß einige von leim Apj>ell nicht zur Stelle Ivareu. Näheres fcnnle Siöhermcht sestgesicllt werden. Eine Untersuchung tz,.;; französischer Seite eingeleitct worben. Der stell- vertrotrnde NegjerungLpräsident Eoßmann und der Po- l-zelprÜssdent leiben auch ihrerseits eine Untersuchung einLekditet. Qeule früh wurde am Hauptbahnhof eine tzran durch den Fuß geschossen und etwa? später ein
Mädchen erschossen, weil sie die Aüsper- rrnzMtie überschritten Halle, welche die Franzosen um >=£ c-.-r Dauptbabnhof aufgeslelltcu Tariks gezogen hatten. Heute Micht ist ci.it groher Truppentransport in Stärke Mt einer Division nett in Frankfurt cinge- tEi'. ■ e
Lee französischen Paste» sind über baS Weichbild der gpuen Stadt verteilt, in den Kasernen, Wirtschaften, D)ä-rrr»- Remisen, vsfenllichen Lokale» und auf den Lmi»-ieasten Maschiim'grwehrposten und Kattoneu, die Mus.srelig ausgestellt sind. In der Gulleutkaserue ist ein gröberer Teil der BrscchungStruppea untergebracht, «achdrm die dort noch angetrossene grüne SickterbeilS- w he entwaffnet und nach dem Varackenlager Griesheim Lei Darmstadt g.bracht tvordeu war.
A.- Donnerstag erschienen alle Frankfurter Tages- i. ieder. •
Grußpflicht uniformierter Beamter.
T<: luwzösis<chäM»ll>erbefehlshaüer des Bezirks Frank« fc"; M., Oberst Deuvigue, hat folgende Anweisung
Wc§«t: „Die uMsrmttagendeu Deutschen, die der HceerSmacht, der Polizei, der Feuerwehr, der Zoll- und Ksr'st-ruraktuug angehörcn, sind znm Grusse der Fahnen N7.d uniformierte» Offiziere der verbündeten Mächte ber^fischlel."
BerlchrSvorschrifieu.
ssch aus deut VelagerungSgebiet nach dem uube- fetzlew Gebiet zu begeben, wirdci» deutscher Pass, visiert durch die in den einzelnen Städten befindlichen Besatz- rmzr-behärdc», verlangt, und ztoar für Frankfurt a. M. und Mainz daS Verkehrsbüro Frankfurt a. M., Taunus« asTzc 0, für Darmstadt und Umgegend das Berkehrs- küre Darmstadt, der Arinee-Oberkommanbant und seine DeiteziLrlen für die anderen Ortschaften. Um von dem «uLefchten Tculschland nach dem Gebiet des Belage« rimtzszrchandes zu kommen, wird ein Pass verlangt, am besieg ein Neiscvass mit Belmlligung der Besatzungsbc- hirdeck und genehmigt durch bk Verkehrsbüros Mainz, Wtasfrutt ober Darmstadt, tvohin auch die Gesuche ge- tichtei Iverdon.
über 14 Jahre allen Personen, Ivclcher Natio- delJä; fk auch angehörcn, die ihren bauernde«- Wohn- ßtz in kn- neu besetzten Gebieten haben, müsse» mit einer Krt.tilätökarte mit Photographie versehen fein, visiert te: ti« zuständigen deutschen Behörden unter ihrer Ber« Aktwo.ttichkcit. Anstelle beS Identitätsausweises genügt M'ch der deutsche Reisepass (weiss).
Unfälle.
Frankfurt q. M., 8. April. Beim Vormarsch der fr -zälischeu Truppe» nach Frankfurt und Hanau er« d.'yctsr sich einig« schteere Unfälle. I« Höchst explodierte äs ;TsuMscheS- P-.'.uzerauto, wobei die beiden Fahrer tem: der letzt wurden. — In Darmstadt wurde ehi AuS- «E: den einem Tank angefahren und nicht unerheb- lich Ersetzt. Weiter wurde ein achtjähriges Kind kn der Wlufkrsssc in Darmstadt von einem Militliranto über- M-RS "N? sofort getötet.
Eine Rngr des frarlzösischeu Stkdt- Ko»unattdanteu.
b». J-rauksuri a.M., 8. April. Der Stadtkom- Mvti^nl bet sranzösischen Militärverwaltung hat gestern *8 tvu Polizeipräsidenten folgende Mitteilung gerichtet:
T»r ltzmmaudierende General beauftragt mich. Ihm« MtUiuttugräc», daß er äußerst «»zu friede n ist über ■s Sn und Tveisc, in der dir deutsche Polizei von Frank- M <m Lause des 7. April ihren Dienst versehen hat. Die $ci in äußerst ungenügender Weise Menschenansamin- ‘Ui’*6ir. enigegeugcwirkl. Ich bitte Sie, für die Folge so
Bekohle hcrauLzugebe», dass der Herr kvmman- Wtrxnbe General bez .ich nicht genötigt sind, selbst jeden ^Sendiick cingteifen zu müssen. Ich muß Ihnen ein dkLaueruZwertes Ereignis mitleilen, da» sich, heute ■ternptfag in der Ggend der Hauptpost errignetr. Ein P&Kiber Jäger ist umgemorsen und verletzt »erben; pscEisri und Fahrrad wurden ihm entwendet. Der ft'teawbfcrenbe General der Besatzungstruppen ist ent- Feigheiten dieser Art nicht mehr zu dulden und f *4 besonders schwere Beleidigung für die Würde der ^Wchen Truppen anznsehen. Ich befehle Ihnen, un« nachzusvrschen, fall» Sie es nicht bereits getan fc^wer die Urheber dieses Angriffs gewesen sind, und °**"t Dtatznahmen zu treffen, daß sowohl daS Fahrrad als ^4 der Karabiner f» schnell wie möglich herbeigefchasst ■tike. Sie haben morgen 12 Uhr das Ergebnis Ihrer mitzuteilkN, sowie die von Ihnen getroffenen
$as Sih itr SimshinMni.
Wb. Berlin, 8. April. Der Reichsminister deS Innern hat den deutschen Landesregierungen die Note des Generals Nollet über die Einwohnerwehren mit« geteilt und hinzugefügt, wenn auch die Ansfübrnngen der Note zum größten Teil aus unzutreffenden Voraussetzungen beruhten, so sehe sich die Reichsregierung zu ihrem Bedauern doch gezwungen, von erneuten aussichtslosen Gegenvorstellungen abzusehen und dir Regierungen der Länder zu ersuchen, die Ausführung des Verlangens alsbald in die Wege zu leiten. Es werde anheim gegeben, dort, wo ein genügender Schutz durch Reichswehr, Sicherheitsposiz-i und ^andere Prli- zeiorgane nicht gegeben sei, gleichzeitig für einen Ersatz durch eine nach den örtlichen Verhältnissen zu gestaltende arrderweitige Sicherheitsorganisation zu sorgen, wobei jeder AnschÄu vermieden werden müsse, der auf eine Verletzung der in dem Schreibe» des Generals Nollet angeführten Bestimmungen des Friedensvertrages schließen lassen könne.
Das preußisch«. Staatsministerium hat heute beschlossen, die Einwohnenvehren auszulösen. Im Anschluß an den hierauf bezüglichen Erlaß der Reichs- rrgicrung sind die Oberpräsidenten sofort entsprechend angewiesen worden.
BtlMN beteiligt sich an der Besetzung.
Wb. Brüssel, 9. April. Der Mknisterrat beschäftigte sich heute mit der durch dir letzten Ereignisse geschaffenen Lage. Um Frankreich ein Zeugnis der Freundschaft zu geben, wurde beschlossen, die französische Regierung wissen zu lassen, daß Belgien bereit ist, sich an der infolge der Lage im Ruhrgebiet ergriffenen Bcschungsmaßnahme durch Entsendung einer Truppenabteilung zu beteilige n.
tob. Berlin, 8. April. Die Nachricht, daß Belgien eine Trnppenabteilung in das Ruhrgebiet entsenden sott^ hat in London großes Aufsehen erregt.
---♦----
Die Nationalversammlung.
tob. Berlin, 8. April. Infolge der durch die Besetzung Frankfurts usw. eingeiretenen Verhältnisfe ist die Nationalversammlung auf Montag 3 ilhr nachmittags znsammenbrn'.fen worden.
Eine deutsche Patrouille bei Friedberg beschoffkll.
Der Patrouillenfvhrer tot.
Wb. B e r l i n, 8. April. Zur Feststellung der vordersten französischen Postenlinie wurde gestern von der zuständigen militärischen Stelle drei Offizierspa- troidllen entsandt. Der mittleren Patrouille wurde in Oberwöllstadt (südlich von Friedberg) von einem Zivilisten gesagt, in Niederwöllstadt befinde sich eine französische Patrouille. Der Palrouillenführer Leutnant Graf Kalnein erklärte hieraus, er wolle zur Klärung der Lage wenn irgend möglich mit dem französischen Offizier selber sprechen. Als die Patrouille durch die Unterfühmng kur zvor Niederwöllstadt ritt, wurde sie von einem frauzüsischen Posten angerufen, worauf der Patrouillenführer Leutnant Graf Kalnein sofort antwortete. Während dieser Antwort drangen mehrere französische Posten vom Bahndamme auf die Straß«, so daß das Pferd des Lentnants Graf Kalnein scheute und Kehrt machte. Ohne weiteres gaben nun die französischen Posten ungefähr 12 bis 15 Schüsse ab. Die Patrouille machte Kehrt und ritt in der Richtung nach Oberwöllstadt zurück. Hierbei wurde der Führer Leutnant Gras Kalnein durch 2 Schüsse in den Unterleib und Rücken schwer verletzt. Er ist später seinen Verletzungen erlegen. _
---*---
Zusammenstöße tu Darmstadt. — An§- dehnnnq drr Besttzima? 7
kg. Mannheim, 9. ?lpril. In Darmstadt ist c5 gestern zu Zusammenstößen zwischen Einwohnern und der französischen Besatzung gekommen. Es gab mehrere V-w- letzte.
tg. Mannheim, 9 April. Die fron',ösifche H>nrni- son Ludwigshafen steht seit heule in AlarmbereitschaA. In Lttdwigshasen sind schwarze Truppen eingerückt. Auch in Speyer treffen die Franzosen militärische Vorbereitungen. Auch Artillerie tvird bei Speyer zusammengezogen.
kg. Bensheim a. d. Bergstraße, 9. April. Hier ist eine französische Quart» emacherkommission eingetrosfen.
kg K ö l n, 9. April. Nach einer Meldung aus Köln wird Vabenlurusen am kommenden Montag von den Frait- zosen beseht. Die dort liegende Reichswehr erhielt Auftrag den Ort vis znm Sonnabend zu räumen.
M SÄW ter BttHite!« IniRhfifc sowie der Vereinigten Staaten tritt setzt klarer hervor. Italien und Amerika, besonders letzteres, stehen dem französischen Vorgehen ablehnend gegenüber:
Berlin, 9. Avril. Wie mehrere Blätter melden, teilte der amerikanische Vertreter in der interalliierten stlbeinlandkommission bem Vorsitzende» der Kommission mit, er lehne es ab, au irgend welchen Beschlüssen der interalliierten Rheinlandkommiffion zugunsten des französischen Vorstoßes in das unbesetzte Deutschland teilzunehmen. Er habe feine Regierung von diesem Schritt verständigt.
wb. New York, 8. Avril. Der Korrespondent der „Associated Preß" teilt mit, daß Präsident Wilson mit seiner MeinnngSäußerung über daS Vorgehen Frankreichs in der neutralen Zone noch abwarten wolle, bis er in tiefer Sache umssrssendere Aufklärung erhalten habe. Andererseits gebe bas Staatsdepartement bekannt, dass am Mittwoch die Aussprache zwischen den Vereinigten Staaten, Frankreich, England und Italien wegen der französischen Truppenbewegungen fortgesetzt werde.
Zürich, 8. April. Die „Speca" meldet aus Paris, der italienische Botschafter habe im Auftrag seiner Regierung jede Berantwortung für den französischen Einmarsch ab gelehnt und der englische Botschafter habe eine gleichlautende Erklärung abgegeben.
Belgien dagegen beteiligt sich an den Be- setzuugsinaßnahmen mit einer Truppeuabteilung, wie wir weiter unten mitteilen. England tat das zwar nicht, mißbilligt aber andererseits auch die Aktion Frankreich? nicht, sondern hält an bem engen Verhältnis zu Frankreich fest:
wb. London, 9. April. Die britische Regierung hat Cambon mitgeteilt baß sie die Frage der französischen Juten.ention von einem anderen Gesichtspunkt be- krachte als die französische Regierung.
Lloyd George wird Freitag früh aSrciTen und sich nach San Remo begebe» und nicht, wie ursprünglich gemeldet, nach Paris.
Zürich, 8. April. „Sctolo" nimmt an, daß sich England mit Frankreich solidarisch fühle, aber doch eine vermittelnde Haltung einnehmen werde.
Nach Meldung englischer Blättern besteht volle Uebereinstimmung zwischen der englischen »nd französischen Regierung:
„Cvening Standard" behauptet, daß gewisse Minister die Besetzung der deutschen Städte durch die Franzosen ernst aufsassen. „Evening TieroJ" dagegen erfährt, Lord Derby, der englische Botschafter in Pari-, habe den Ausirag erhalten ,bei der Friedenskonferenz vollkommen • klarzustellen, dass die britische» Staatsmänner die Lage
in Deutschland von demselben Standpunkt au§ betrachten und unstreitig mit Frankreichs Haltung sym- vstbffierrn. Lkoyd George habe Lord Derby ermächtigt, in Pari? dar<ulegen, es bestehe kein Grund zur An- nahine, daß er den von Frankreich unternommenen Sch ritt- nicht billigen wird. Die „Times" meldet, daß bei den Be- sp-echungen zwischen der ftanzösischen und englischen Negierung über die Besetzung der deutschen Städte voll--- stiindige Uebereinstimmung erzielt iverden wird.
In englischen offiziösen Kreisen rechnet man mit einer baldigen Lösung des französisch-deutschen Konfliktes:
Z ü r i ch, 9. April. Der „Sortiere della Sera" meldet aus London: In dortigen offiziösen Kressen erwartet man binnen wenigen Tagen die Lösung de» sranzöfifch-deut- schen Konfliktes, das beißt, den Abmarsch der deut-» scheu Truppen aus der neutralen Zone und den der französischen au8 den von ihnen neuerdings besetzten Mieten. .Man setzt ferner voraus, dass sich weder Tngland noch Italien twch die Bereinigten Staaten an dem französischen Unternehmen beteiligen werden. In einigen Abendblättern sei vielmehr von einem in Paris -ingdrofienen Protest einer dieser Staaten die Rede.
Str Etlmdprmkt Frankreichs
wird nochmal» in einer Note dargelegt, die Millerand dem deutschen Geschäftsträger Dr. Mayer überreicht bat. Die Note betont, die französische Regierung sei entschlossen, die besetzten Städte von ihren Truppen zu befreien, sobald die deutschen Truppen die neutrale Zone vollständig verlassen haben. Die französische Regierung werde ihre Anschauung in bezug auf Deutschland, mit dem sie aufgrund der wirtschaftlichen Jilsammenarbeit in Handelsbeziehungen eintreten will, nicht ändern.
Au» welchem Geist das Vorgehen Frankreich entspringt zeigen folgende Prefsestirnmen:
Auguste Gauvain schreibt im „Journal des DebatS": Der Beschung werden andere Maßnahmen folgen, wenn fit nicht genügt, um die Reichsregierung auf den richtigen Weg zurückzusühren. Wie wir es immer gesagt fafren, der Vertrag von Versailles muß mit Gewalt durch geführt werden, wenn es im Guten nicht möglich ist. Frankreich hat nach Benachrichtignng seiner Verbündeten gehandett, jetzt können diese handeln. Unserer Ansicht nach müssten sie vorläufig dar Ruhrgebiet gemeinsam besetzen: werden sie darüber tücht einig, so bleibt Fwnkreich daS Recht, sich feine Sicherheiten zu nehmen. Dabei würde aber die einfache Pfatedbesetzunz von GebtetSteiten nicht hinreichen, denn
................. ■ ■ ' ■ "Hi*------- sie bietet ebensoviel Nachteile wie Vorteile, besonder-, wen» unsere Truppen weiterhin durch unsere Intendantur nnh Kassen unterhalten und bezahlt werden, anstatt von Deutschland. Nach dieser Besetzung, die eher eine Mahnung darsteklt als eine Sicherbett, muß man die Frage bet Durchsetzung aller Entwaffnungsbestimmungen fal Auge fassen, d.h. mtt der Möglichkeit rechnen, Gewalt anzutvenden. — Der „Matin" sucht den Verbündeten Frankreich- dessen Borgehen mit folgenden Behauptungen schumcklmst zu machen: „Unsere verbündeten müssen wissen, daß der deutschen Armee von 100000 Mann nur 10 000 Spartakiden oder Leute, die sich so nennen, gegen« überstehen, Mannschaften, die ungenügend bewaffnet - stich und bem ersten Angriff nicht widerstehen. Sie sollten auch berücksichtige^ wie die Reichswehr vorgeht. Jeder Gefangen« wird sofort erschossen: die Städte werden mit schweren Geschützen beschossen .Kanonen, Tanks, Maschinengewehre treten ohne jebe Notwendigkeit in Tätigkeit .. . Auch ist zu betonen, dass der deutsche Einmarsch erst erfolgte, als durch da» versöhnende Eingreilen bet Gewerkschaften die Rübe in der neutralen Zone wieder einzuziehen im Begriff war."
—-
MzWe WWmm
M MemdKUL
wb. Be rli n, 8. April. Bon amtlicher Seite wird mitgeteilt: Der französische Funkspruch Lyon „An Alle" vom 6.4. 9 Nhr abends enthält Entst-llun- gen und bewußte Lügen. Der Gewaltakt der fran« zöfischei! Regierung gegen deutsches Gebiet sollte gegenüber dem eigenen Volke ttnb der gesamten Welt den Schein eine- Rechts erhalten. ES ist u n w a hr, daß 150000 Mann deutscher Truppen im Ruhrgebiet operieren. Am 5. 4^ also mit Vorabend deS französischen Einmarsches, operierten im Ruhrgebiet 43800 Mann, davon 15000 innerhalb der durch den Friedensvertrag festgesetzten Neutralen Zone. Es Ist u u roa hr * daß den deutschen Truppen schlecht bewaffnete Spana- , fifleit in enter Anzahl von kaum 10000 Mann gegen« überstanden. Bei den Aufständischen im Rtrhrgebiet handelt es sich um militärisch organisierte, mit Artillerie, Maschinengewehren und modernen Kampfmittel ausgerüstete Kampftruppen, deren Gesamtstärke auf mindestens 30000 Mann zu schätzen war. In den Besitz der Waffen waren sie gekommen durch den ans Grund deS Waffenstillstandes erzwungenen und übev- stürzteit Rückzug der deittfchen Heeres, bet auch durch jene Gebiete führte. Die Waffen waren seitdem ver steckt gehalten worden. A ist unwahr, was der Lyoner Funkspruch behauptet, daß die Aufständischen beim ersten Angriff davongrlaufen wäre». Vielmehr habe» hartnäckige und blutige Kämpfe stattgefurden. Die bisherigen Verluste der Reichswehr — etiva 200 Tote und mehrere hundert Verwundete — sprechen eine andere Sprache. Eine bewußte Unwahrheit und Verleumdung der deutschen Wehrmacht ist die Angabe deS Lyoner Fnnk- sprttchs, daß jeder Gefangene erschaffen tuetbe und daß die Regierung wettet in der Verwendung ihrer Kampfmittel grausam unb rücksichtslos gegen die Bevölkerung vorgehe. Die Absichten, die französischer- seits mit solchen Lügen verfolgt werden, liegen klar zutage. Die Hilferufe der gequälten und schwer bedrückten Bevölkerung an Regierung und Reichswehr ferner ihr Dank an die Truppen nach erfolgtem Einmarsch, geben die besten Beweise von bet völliges Haltlosigkeit der französischen Beschuldigungen.
Die Meint d» Mseiieiet.
Berlin, 9. April. Der „Lvkalanzeiget" «tt- bet aus Duisburg, daß die im Industriegebiet gebildeten Standgerichte bisher 10 Rotgardisten, die sich , an den Kämpfen gegen die RegierungStruppen noch nach bem Abkommen bet in Münster beschlossenen Amnestie beteiligten, zum Tode verurteilt. ES wurde» aber nut 2 Todesurteile vollstreckt, da ein Telegramm der Regierung eintraf, weitere Todesurteile nicht yt vollstrecken. DaS Militärlager Friedricktztselbe ist tat den Rotgardisten völlig ausgeplüwvert und |<* stört worden. >
Berlin, 9. April. Es verlautet, daß heute «Sei morgen auch in Düsseldorf Reich8wehrtruppen ein- rücken. Hierbei scheinen strategische Gründe be» Gesamtplanes maßgebend gewesen zu fein, da hier Unruhen nicht vorgekommen und die bisher geflüt^eta roten Gardisten mühelos entwaffnet worden sind.
wb. Velbert, 8. April. Die Meldungen Äei Kämpfe, die hier zwischen roten Truppenteilen «6 Reichswehr stattgefunden haben sollen, sind unzutreffend. Bisher sind Reichswehrtruppen hier überhanpi nicht eingerückt.
lieber den StimmuNßSumschwuuß nach Aufhebuni der Rätezeufne
meldet die .Köln. 3*6-' aus Asien: Richt nur in der bürgerlichen Presse, sondern auch in allen linksstehenden Zeitungen macht sich ein startet Stimmung»nm, fchwung bemerkbar, nachdem bie Sleichtatehr für eUe