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Tageszeitung für (bas früher kurhessische) Oberhessen

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Dte OberheMche Zeitung erWtnt fetbsmel wSckenNi»Rez«vrei, m,. atl 3 X durch bi« »oft 3.15 X. F»r au«ffl*enöe Huwwitrn mfelge Streik« «der elementarer Ereign.ff« f«m drfajt - «erlcaeen Dr <£. Siuer-ktz. - Druck berUnw.euA5r.mm Jod. «ug. K»ch. CTarft21/Ä $entwre*er»5

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Imrrsleg, 8. April (Oflmnori)

Der Bnzerqenorei« beträgt fit die 8 geh. Zeile 75 J, «MtNche und eueeät- tiae 00 , Reklame,eil« 2,00 X. Jeder Äabatt gtttala Barrabatt. Be lustnnft durch die 6e|d)ätt«ftetlt u. Vermittlung der Angebote Ä 4 Eandetgebihr. Postscheckkonto: Kt. 5015 Amt Frankfurt a. M.

55. Jitzr-, 1920

fei Besitz des deutschen Heeres ßtzwrrer Geschütze, die tirtra'-^n

ch lixsinben. (Sht Teil sia abzuliefern ober un­

brauchbar z» machen waren, feien durch VerschieLunz ober fenßtoie sogar in fern Besitz der Roten Armee aelonat. die Ne deutschen regulären Trmwen damit bekämpfe. Teni- ^genüdcr stützt sich die deutsche Negieruni darauf, daß Onar die Zahl der Einheiten in der besetzte» Zone höher Ns erlaubt sei, daß aber die Zahl der Mannschaften nur e m tv e n i g c tausend Mann die vorgesehene Kovf stärke über st c i <i e (Es trifft also nicht zu, doch Wie durch das Wolsf-Büro kürzlich verbreitet wurde, Deutschland gegenüber den erlaubten 17 500 Mann augen­blicklich nur 17000 Mann Truppen in der neutralen Zone nnierbakte.) Zudem ist die Lage noch dadurch tUsterewentlich verwickelt, daß das gesamte Zusatzab- fcmi.icit über Stationierung deutscher Truppen in der tintrjffn Zone a nt 10. April a b 15 u f t Vom 11. April ah würde mithin automatisch die Bestimmung k8 Friedensvertrages wieder in Kraft treten, daß in bet Ventralen Zone deutsche Truppen sich überhaupt nicht Mbr aushalten dürfen. Wie wir an anderer Stelle mit- teile !t, Widern die Franzosen in der Tat die Räumung der «strulen Zone bis zum 10. April.

Tie deutsche Reichsrrgierung hätte zweifellos befer getan, zunächst mit der vertragsmäßigen Trnppeumenge vorzugeheu, und die Erteilung der Er feubnis nbzuwarteu, bevor sie Truppennachschübe vor- uabm. Formell und dem Buchstaben nach ist die fr an» Eiche Regierung demnach im Recht, wenn sie der deut» kchen Regierung vorwirft, sich nicht an die vertraglichen Wmachungen gehalten zu haben. Aber gegen den Geist k5 Frieden-Vertrages ist nicht verstoßen worden. Die Begrenzung der militärischen Macht in der neutralen Seite sollte einem etioaigen deutschen Angriff gegen Furnkreich von vornherein die Aussicht aus febe» Er- M? nehmen. Heute kann jedoch kein Franzose im ®tn!: an irgend ein deutsches Vorgehen gegen Frankreich fc'.r<n. Jeder weiß vielmehr ebenso gut wie wir alle « Deutschland, daß wir genug mit uns selbst zu tun tewen, um überhaupt existieren zu können und niemand «genb welche kriegerische Unternehmungen nach außen «Skt. Wie sollte zudem die kleine deutsche Truppenmacht fe der neutralen Zone Frankreich gefährlich werden ton» en! Sind also einerseits alle französischen Bedenken NNn die deutsche Befreiungsaktion im Andustriegebie'. Anfällig, so hätte andererseits, sollte man meinen, Frank- ^'4 alles Interesse daran, daß so bald und so gründlich tek möglich dort Ruhe und Ordnung geschaffen werden Denn ie länger die Unruhe« im Ruhrgebiet dauern, umso wächst die Gefahr, daß Deutschland seinen ftobfen- «feiurtgsverpslichtungen nicht Nachkommen kann. Ab«-, wtche ruhig-sachliche Erwägungen- sind in Frankreich »>cht auSschlaggebeick. Man nimmt vielmehr jede Ge- tegenhejt wahr, die sich bietet, um dem herrschenden Macht-

RaLeüestreden Genüge zu tun. Zustatten kommt Krackreich dabei, trotz aller nachträglichen Proteste; die Doltnng der deutschen Regierung, die sich in der Note J®5 L. April mit dem Einmarsch französischer Truppen ", Frankfur!, Darmstadt usw. einverstanden er» für den Fall, daß unsere Truppen bei Ruyr- 2^ nicht innerhalb einer gewissen Frist geräumt hätten.

haben wir, wie diePofst" sehr richtig sagt,den «kineu Finger gereicht, haben den Franzosen den Gedanken Ms-'riert, daß die Besetzung deutscher Gebiete trotz des v^chenzzustandeS von der deutschen Li'egierung unter «wi-en Voraussetzungen für erwägenswert gehal» E« Wird." Unb schließlich kann ts nicht Wunder nehmen, r? ripgeachtet der inneres Wirren und der völligen

Bet WmM Nt 8t6ü$M

Die Entwicklung der Tinge bat denen Recht gegeben, hke feit Jahresfrist immer wieder darauf hingewiesen haben, daß die Unterzeichnung des Bersailler Friedens Deutschland vor einem Einmarsch Frankreichs auf die Kauer nicht sichern werde, daß die U n e r f ü l l b a r k e i t Her von Deutschland nnterschriebenen Bedingungen auto- matisch zu Konflikten führen müsse, die von Frankreich <chz Vertragsbruch bezeichnet und ausgenutzt werden toür- Heu. Man hat diese Einwände nicht gelten lassen und geglaubt, den Friedensvertrag unterschreiben zu müssen, N« de» weiteren Einmarsch zu vermeiden. Jetzt ist Frankfurt, Hanau, Homburg. Darmstadt und Dieburg gen französischen, zum Teil farbigen,' Truppen besetz! Igozitett Die französische Regierung stützt sich dabei zu» «Mit ans Artikel 44 des Versailler Vertrages, der be- sinnrnt:Falls Deutschland in irgend einer Weise den Destimckllingen des Artikels 42 und 43 (in dem die Anlage ecit Befestigungen, Unterhaltung von Truvpen innerhalb Her Fänfzig-Kilometer»Zone untersagt wird' z»wider bau sollte, würde dies als feindliche Handlung gegenüber kn Signatar-Mächten dieses Vertrages und als Versuch frei Störung des Wellsriedens l>etrachtet werden."

'Nach diesem Artikel würde Deutschland überhaupi IcitK Truppen in der neutralen Zone halten dürfen. Zu einem Zusatzabkommen vom 8. August 1919 ist der Deutschen Regierung nachträglich gestattet worden, in der Neutralen Zone 20 Bataillone Infanterie, 10 Schwadrv- Ä;: Kavallerie unb 2 Batterien Artillerie (zusammen 17500 Manul zu unterhalten. Die Franzosen erklären daß entgegen dem Wortlaut und dem Sinn der Abmachung Deutschland augenblicklich in der gesamten neutralen Zone 31 Bataillone Infanterie, 13 Schwadronen Ka- befferie und 23 Batterien Artillerir unterhalte. Ncbrr- tiie? seien Szvzialtruptvn (MinenwerFr, ÄanzerautoS, ein Vanzerzug, Scheinwerfertrnyvs) im Ruhraebiet ankvesend, ton denen int Zusatzabkommen überhaupt keine Rehe et- Wesen sei. Deutschland chobe ferner von deut KriralAate- kial so gut wie nichts abgeliesert Die Tanks, mit denen tfe deutschen Truppen in Duisburg einarrückt seien. ' dürsten nach km Friedensvertegge Überhaupt nicht m'br

Ilutilsk ÄWmstötzk

in

granffurt

Machtlosigkeit der deutschen Republik die Franzosen noch immer Mißtrauen und Besorgnis haben, wenn zu ihnen aus deutschem Mund« immer von neuem Porte wie .Militarismus",Reaktion",Mlitärkaste" ttfro. bin» üüerlchallen. Sie ziehen dann weitere positive Sicherun­gen schriftlichen Abmachungen vor. Freilich gibt ihnen die Tatsache, daß da? Zusatzabkommen deutscherseits dem Buchstaben nach nicht ganz eingebalten worden ist, noch lange n i ch t daS Recht, nun mitten im Frieden militärisch gegen Deutschland vorzugehen.

Die Franzosen verfolgen mit ihrem Einmarsch n«tür 'ich einen befonderen politischen Zweck. Ihnen schwebt immer noch als Ziel die Trennung von Süd - und Rorddeutschland vor Augen. In dieser Richtung weist ihr militärischer Bo-sioß, und mit großem Geschick haben sie dazu einen politisch güiMgen Zeitpunkt ge­wählt, in dem der Gegensatz zwischen Berlin und Süd- deutschland ohnehin stark hervortritt. Im Hinblick darauf verdient, der französische Vormarsch ernsteste Beachtung.

Der neue Reichskanzler, Herr Müller, wird sich ietzl wahrscheinlich nur ungern seiner Behauptung gelegent­lich der Vorsiellimg des Kabinetts in der Nationalver- iammliiüg erinnern, daß die deutsche Demokratie sich im steigenden Maste das Vertrauen der Westmächte erworben habe. Es ist bezeichnend, daß Herr Müller in derselben Rede von dem brobenben französischen Vormanch gegen Frankfurt und Darmstadt Kenntnis gab. Am Tage darauf teilte er in der Nationalversammlung mit Frankreich habe inzwischen Vw Trohungen zurückgezogen Dafür mußte Herr Müller sich in der französischen Preise Hohn, Spott und Schimpsr-den gefallen lassen. Unb wie falsch er in der Tat die Lage beurteilt, beweist die in» zwischen vollzogene Besetzung von wichtigen deutschen (Sc- bieten durch französische Truppen. Sie beweist weiter, daß Frankreich als augenblicklich aktive Vormacht der Verbündeten die deutsche Regierung beute noch genau so als Objekt ihrer Gewaltpolitik be handelt, wie im Frieden von Versailles. So steht es mit dem Vertrauen der West- mächtt zur deutschen Demokratie, deren Illusionen wieder mH nut in hellstem Lichte erstrahlt haben.

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Mmm ter mhfei iflfeMt

Wie wir an leitender Stelle ausgesübrt haben, läuft ft«S Zusatzabkommen über die Stationierung deutscher Truppen in der neutralen Zone am 10 April ab. Von ba an dürsen laut Friedens'wrtrag keine deutschen Trup­pen mehr in der neutralen Zone bleiben. Die Franzosen versteifen sich auf dieses Abkommen unb fordern die Räumung der neutralen Zone bis zum 10. April:

wb. Paris, 7. April. Havas meldet: Man weiß letzt in ganz Deutschland, daß die Franzosen «itfoune» sind, die schärf ft en Maßregeln zu ergreifen, wenn der Vertrag von Versailles nicht durchgeführt wird. In Frankreich hat die Entscklvsf-nbeit MiilerandS einftim- mlg Billigung gefunden. Am 10. 4. läuft der Ber- trag »em 9. 8. 1919 ab. der Deittschland erlaubt, nne gewisse Trnppenmhl in der neutralen Zone zu halten. In 4 Tagen also müssen sämtliche deutt'chen Soldaten diese Seite verlassen haben. Millerand erklärte Heren Mayer in seinem gestrigen Schreiben, daß die Ausfüh­rung aufs fdjarffte überwacht werden wird.

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Dik Eiilwolmtrwtlmn nUt iiietir qkstiitttt

tob. Berlin, 7. April. General Noliet hat in seiner Eigenschaft als V^äsfeeut der in^ralli'krtea militärischen Kontrollkommission bet deutschen Regie­rung eine Note überreicht, in der cs heißt: Es ist Vermerk genommen worden von hem Datum (20. Avril 1920) für die Auflösung der Jfeichswehrfreiwilligen. Was die Einwohnerwehren anbetrisst, so legt die inter­alliierte KontrolTommission Wert darauf, die folaendeii Punkte zu präzisieren: Die Einwohnerwehren können, trotzdem sie sich mit hem Charakter atl rein zivile Orqanisattvnen zu umsieideu versuchen, nicht mehr gestattet werden, welches auch immer ihre Rolle für die Aufrechterhaltung der Ruhe im Innern fein mag, da ihre Bewaffnung und ihre Eingliederung un­bestreitbar eine Blobitisalion begünstigen würde, und da die Einwohnerwehren 'm Widerspruch zu den Be­stimmungen der Art. Istll, 166, 175, 177 und 178 des Friedensvertrages stclpn. Dre Note sagt bann weiter, daß der 10. April 1920 als äußerste Grenze für die Ausführung der Brstrmmvngrn vom 1« Dezember 1919 bestimmt ist.

Ml'kfkNtnq btr letzten deutschen Kriegsschiffe.

wb. Bremen, 8. April. Die Ausführung der Be- stknlmung des Friedens Vertrages ist mit Ablieferung des letzten Restes der deutschen Kriegsschiffe beendet worden. Der erste Schifiszug, bestehend aus dem LinienschiffNassau" als Schlepper und dem Linien­schiffOsifriesland" als geschlepptes Schiff, ist heute früh in Firth vf Forth eingetroffe». Die liebet« sührungsmannschaftrn treten morgen mit bem Dampfer Rügen" Hie Heimreise an.

Lerhandlungen übet Srebitgewährung au Deitttchlcab.

wb. Haag, 7. April. Wie das Korr.-Büro erfährt, begibt sich dieser Tage bet Chef der WirtschaftSabteüung bei hLllärldischen MinisteriumA beS Aeutzerrr mit Be­amten seiner Stpariemeni» zu Besprechungen über de» an Deutschland zu gKährenbe» Kredit »ach Paris,

Frankfurt a.M., 8. April. Die Volksleiden- 'chaften führten gestern Nachmittag kurz nach 2 Uhr zu einem Zusammenstoß an der Hauptwache. Eine dichte Menschenmasse belagerte seit etwa 1 Uhr den von Marokkanern besetzten Schillerplah unb gaben ihren Gefühlen über den angeblich bevorstehenden Ab­zug der französischen Truppen Ausdruck. Aus bisher nicht aufgeklärten Ursachen gaben die Truppen einige Schüsse auf die Menge ab. Mehrere Personen stürzten tot zu Boden. Nach Mitteilung der Rettungswach» sind 6 Personen getötet und 35 verletzt worden. Die Salve bewirkte, daß für einen Augenblick Ruhe eintrat, und doch erschien nach wenigen Minuten wiederum eine lindnrchdringbare Menschenmenge auf dem Platz und erging sich in Verwünschungen. Inzwischen erschien der Polizeipräsident Erker und ließ sich von den Osfizieeen die Einzelheiten erläutern. Als Herr Erler mit einem französischen Offizier fein Auto besteigen wollte, drängte die Menge an den Wagen heran, dem noch Steine nachgeworsen wurden. Inzwischen hatte man in verschiedenen Kasernen die französischen Trup­pen alarmiert, die in dichten Zügen anrückten und die Hauptwache besetzten. Panzerautos fuhren un­mittelbar vor der Hauptwache auf. Maschinengewehre wurden an den Straßenecken aufnuÄitiert Doch un­bekümmert um die Todesgefahr durchwogte di« Menge die Straßen von der Hauptwache bis zum Frankfurter Hof. Auch vor dem Haiiptbahnhof spielten sich Zu­sammenstöße zwischen Bevölkerung und Truppe ab, doch konnten blutige Zusummeuflöße verhindert werden. Einige Zivilisten wurden verhaftet.

Frankfurt a. M., 8 April. Der Oberbürger­meister und der Polizeipräsident fordern infolge der heutigen Vorkommnisse in Maueranschlägen die Be­völkerung auf, Ruhe und Ordnung zu bewahren. Ter Oberbefehlshaber der Liheinarmee habe ausdrücklich er­klärt, baß die Besetzung nur vorläufig sei. Unbesonnene Haltung würde nur zu einer Verlängerung der Besetzung fuhren.

Der Magistrat und die Stadtverordneten haben als berufene Ber^reter der Frankfurter Bevölkerung beim Oberbefehlshaber der VesatzungStruppen in Mainz feier« lick)st Verwahrung eingelegt geg?u die dem Friedens­zustand widersprechende Besetzung der Stadt Frankfurt. Sie erwarten einmütig mit bet gesamten Bevölkerung, boß der völkerrechtliche unb gesetzmäßige Instand halb wieder hergestellt sein werbe.

Preffe, Poft- «nb Bahnverkrhr.

tob. Frankfurt a. M., 8. April. Den hiesigen Zeitungen ist bas Erscheinen heute früh kvieder gestattet unter der Voraussetzung, daß sie die gestrigen Bekannt­machungen der Polizeipräsidenten auf der Titelseite bringe«. Die Redaktionen sind jedoch für jeden Heh- artikel unb für jede falsche Nachricht verantwortlich. Für Zuwiderhandlungen sind hohe Geldstrasen, even­tuell Inhaftnahme des betreffenden Redakteurs vorgesehen. Der Telegramm- unb Telephonverkehr, der seit vorgestern früh vollständig gesperrt war, ist inzwischen wieder fieig«f?ü?H Wrden. Auch der Bahn­verkehr vollzieht sich seit gestern abend wieder in iror- maler Weise.

Die Frankfurter Zeitungen find bis jcht noch nicht erschienen, außer denFrankfurter Nachrichten."

Berlin, 8. April. Nach demL.A." sieht der Verein Frankfurter Presfe in einer Entschließung den gegenwärtigen Zustand Frankfurts all einen Bruch des Friedensvertrages an und lehnt eS unter diesen Um­ständen ab, bei Beschränkungen der Prefiefreiheit am Erscheinen der Zeitungen redaktionell mitzuwirken«

Sein Abzug ber Franzosen.

Frankfurt, 8. April. DaS Gerücht von dem Ab­zug ber franzöüsche» Truppen aus Frankfurt wirb von General Degoutte als falsch bezeichnet. Die vrseyung bleibt.

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Darmstadt.

wb. Darmstadt, 8. April. Beim Staatrpräst- benten Ullrich sprach gestern früh Oberst Wim pff en in Begleitung eines framzöstschen Verbindungsoffizier» vor unb teilte mit, daß er von der interalliierten Kom- mlsfios in Koblenz beauftragt -fei, die Verbindung zwi­lchen ber hessischen Negierung, der Bevölkerung, den diesigen BesahungStrUppen, dem französischen Oberkorn- tnanbo Mainz unb der Kommission in Koblenz herzil- stellen. Der Staatspräsident--wiederholte feinen bereits vorgestern auSgefprochenen Protest gegen die Besetzung, die er als unzulässig uni ungerecht betrachten müsse, da sie mit dem Frfedensvertrag und dem Rheinlandabkom­men nicht zu vereinbaren fei. Von Oberst Wimpften wurde wiedeichokt zngesagt.datz die hessische Regierung in ihrer Amtstätigkeit und im Verkehr mit den Reichrbehör- ben vollkommen frei unb unbehindert bleiben, daß bte Besetzung von Darmstadt sobald aI8 möglich eine wesarMche Verminderung erfahren K»b daß «üh Mög­

lichkeit eine dem Zustand in den bisherigen besetzten <ht* bieten entsprechende Lage geschaffen werden folle.

Die Besetzung HomburgS.

wb. Mainz, 8. April. Die in bet Gegend voll Frankfurt a. M., Darmstadt, Dieburg und Hana« unternommene militärische Operation ist im Laufe bei 7. April durch die Besetzung von Homburg v. b.y. ergänzt worben. Die Besetzung ging ohne ZwischenfaÄ vor sichk°

tob Koblenz, 7. April. Der Oberbefehlshobeß in Koblenz hat am 26. März eine Verfügung heraus-« gegeben, daß er mit Mcksicht auf in dem Grenz« gebiet der Besatzungszone sich abfpielenden revolutio« nären Handlungen vorübergehen. Die Zensur füH Post, Telefon und Telegraph Wicker einsührt.

Die ttristn SeriWeten art bet tHamarlfc

Ablehnende Haltung Amerikas. Keine rückhaltlos» Zustimmung durch Italien unb Belgien.

wb. Paris, 7. April. HavaS melbet auS Was« hingtou. Der französische Botschafter Jusseranb flbew gab am Montag die französische Note, in ber die Re« gierung bet Vereinigten Staaten um ihre Meinung!« äi'ßerung zur Besetzung von Städte« des rechten Rheim users ersucht wird. In unterrichteten Kreisen heißt es, von der Regierung sei darauf bis jetzt noch keine Antwort gegeben worden. ES fei auch wenig wahr« scheinlich, baß eine solche überhaupt erfolgen werbe. Die Haltung Amerika» fei nut bie eine» Beobach« terden die Ereignisse interessieren. Die Bet« einigten Staaten sehen in dem Vormarsch deutsches Truppen in das Ruhrrevier keine Komplikationen unter der Bedingung, daß bie Truppen wieder zurück« gezoge» würden, sobald bie normale Lage wieder hex« gestellt sei. ;

wb. Amsterdam, 7. April.Telegraaf" meldet an» Paris, daß bie Haltung bet Bundesgenossen Frankreich» gegenüber dem Borrücken bet französischen Truppen noch nicht geklärt HL Die Berichte auf Italien sind nicht sehr günstig. Die italienisch« Re« gierung soll bie französische bereits haben wissen lasser^ baß sie VersöhnungSversuche lieber gesehen haft«, all militärische Maßnahmen. Die Berichte auS Was« hingto« finb ebenfall» wenig befriedigenb. Auf bie direkte Unterstützung Amerika» hat Frankreich au| keinen Fall zu rechnen. Sogar von bet belgisch« Regierung erwartet man nicht, daß sie vorbehaltlol' den Beschlüssen Frankreichs juftimmen wick. Der dip­lomatische Berichterstatter be» LondonerEvening Standard" schreibt, bie Besetzung Frankfurts uni D armstabt» durch bie Franzosen habe eine ernste Lagt, geschaffen, bie in hohen diplomatischen Kreisen viel Sorge weckt.

Eiufpruchdnote vtlswiS.

wb. Berlin, 8. April, wie au» Kopenhagen ger meldet nucd, hat Wilson an den Obersten Rat eine 3h* gerichtet, in der et auf bie Gefahr aufmerksam macht, m die da» eigenmächtig« Vorgehen Franko reich» hineintreibt: den Bruch der Verbündeten her« beizuführen unb bk Lagein Europa zu verschlimmern.

Englische und hoSänbisch« Presieftiwme«.

tob. Amsterdam. 7. April. Einer Melbung bei Telegraaf" auS London zufolge besprechen alle Morgen­blätter ausführlich bk Besetzung Frankfurt» durch bk Franzosen.Daily Lhronicle" nimmt an. daß der Schritt mit Zustimmung England» und Italien» unternommen worben sei. .Moruing Post". »Datltz Telegraph" unbDaily Mail" billigen das Vorgehen Frankreich«Daily Retos" wirft Frankreich vor, daß e» die Verbündeten uwr eine vollzogene Tatsache gestellt habe.

Allgerneen Handelsblad" schreibt zu beet Vormarsch der Franzosen, für Menschen mit gesundem Verstau» müsse bk Politik Frankreich» sehr dunkel sein. Deck Organ ber niederländischen sozialdemokratischen 8«bei« eerparleiHet Volk" schreibt: Von neuem werden einig» 100 000 Untertanen de» besiegten Lande» dem Druck bet fremden Militärherrschaft auSgesetzt, tmb von neuem ho» da» erschöpft« Land erhöhte Teldlaslen zu tragen für bk Besatzung, die jetzt mehr kostet als da» gesamt« frühem deuftche Heer. Da« Watt nennt da» vorrücken bet Franzosen eine neue Gewalttat, ja fast eine KriezShond« lung. ®» ist der Ansicht, daß bet Protest dxr deutsch« Regierung in Englanb, Amerika unb Italien Eindruck machen tinrb.

Der springende Punft ist, daß bk Verbündeten Vktvak reich? sowie Amerika Frankreich nicht an bem Sotgrb« rechts deS Rhein-S gehindert haben. Hinterher Be« denken äußern und sich nicht en dem Vorgeben brttisiWM ist sehr bisirg iu«> näfet T-emschlond feinen Deut,