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mit dem KreiSblatt für den Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

Der Lnzetaenvrei» beträgt für di« 6geh Zeile 60 4, amtliche and «useer» kk

ritte 70 , Reklamezetir i.SO^k. Zu allen Preisen io» , Aufschlag. Jeder Rabatt gilt OO -Ollly

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toi. Hagen i. M., 6. April.

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und mit vorgehalteuem Revol- Wertsachen, Kleidung, Wäsche usw. er-

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kSörangen ter tzels, preßt e n.

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dem Vorgehen der Franzosen in dec den Franzose* unterstellten neutralen ßone.

lr. Berlin, 7. April. Reuter verbreitet die fran­zösische Meldung von der Besetzung Frankfurts durch die französischen Truppen mit dem Zusatz, daß bei französische Vorgehen selbständig und auf Grund eigener Entschließung Frankreichs erfolgte. Di« Times" erfährt, daß dir militärischen Kreise Englands auf eine Besetzungsmaßnahme FrankrcichS in der neu­tralen Zone bis zum Sonntag nicht vorbereitet wax, daß aber daS Recht Frankreichs zu dieser Maßnahme aus Grund des Versailler Vertrages von den Ver- bändeten nicht bestritten werden kann.

wb. Brüssel, 7. April. Hrwos und Reuter glau­ben zu wiffen, daß Me belgische Regiertmg beschlossen habe, ihre Haltung angesichts de» deutschen Bormarsche» in die neutrale Zone der Haltung ihrer Verbündetem am zttpaffert.

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al« Barra darr. 8e Auskunft durch »te Sezchäftsstelle u. Bermtttlung »er An­gebote 25 4 Sondergcbüdr. Bsltsche<kk,»t,: flr. 5615 Amt Frankfurt a. M.

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Gewehre. Für diese Woche ist die LebettSmittet ^'lsrgvng ausreichend.

MUtmch, 7. April (Mmimrt)

Rückzug bet Reick-swehr verlangt.

Brrlin, 7. April. Rach demVorwärts" und der .Freiheit" lsicheu gestern die am Generalstreik beteiligten Arb^tnebmerorganisationrn und die Vertreter der Parteileitung der beiden sozialdemok-tischen Parteien gemeinsam folgende Forderung an die Regierung ge­richtet, deren schleunige Durchführung sie für nötig hal­ten, um der starken Erregung der Arbeitermaffen ent- gegenzuwirken:

1. Rückzug der ReichSwchrtruppen aus der neutralen Zone, wo'Ortslvehren nach den Bielefelder Besiblüsien zu bilden sind.

2. Kein Einmarsch der Reichstoehr südlich der Ruhr.

3. Bildung von Ortswehren in den weiter durch die Reichswehr besehten Gebieten und Rückzug der Reichs­wehr aus diesen.

4. Schutz der verfassungstreuen Offiziere und Mann­schaften, besonders in Wilhelmshaven und Oldenburg. B- strafung der unzuverlässigen Offiziere. Einstellung der »iunitionslieferung an Formationen wie die Brigade Ehrhardt.

5. Reorganisation der Sicherheitswehr in Preußen durch Einstellung organisierter Arbeitnehmer,

Streik» gitatia« verböte«.

ktz. Berlin, 7. April. Nach einer von der franzö- ischen BesatzungtLehörde zugelassenen Nachricht aus Frankfurt a. M. bestätigt e» sich, daß General Dägoutte allen staatliche« und Zivilbehörden in den besetzten Stabten durch eine Verfügung des Militärbefehlshabers eine Agitation zum politischen Streik verbietet.der als Packest gegen bte Besetzung von Frankfurt vorbereitet lverdeu sollte.

Die Haltung der Englünder und Belgier.

U Berlin, 7. April. Bon englisch -militärischer Sette wirb bet«Kölner Tageblatt" erklärt, daß eine Besetz«»- bei neutralen Ruhrrevier» nach der Räu­mung durch dir Reichswehrtruppen nicht in Aussicht gentmsuoi sei. Diese Haltnug bleibt unabhängig von

.*- Iserlohn, 6. April. In der Stabt und 2? Iserlohn ist alles ruhig. ES wurden bisher

LL-sfe n abgegeben. Die Waffenabgaüe vollzieht M Bvttrr in aller Ruhe. Auf die Nachricht daß

Sütitär in Schwerte fei, wurde der Vollzugsaaö»

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wb. Mainz, 6. April. Ei.:c Vckanulmachung des Oberbefehlshaber» dec verbündeten BesatzuugStruppeu Generals Degoutte besagt, daß die Städte Frankfurt, Homburg, Hanau, Darmstadt und Dieburg durch die französischen Truppen besetzt tverdcn. In den neubesetz. ten Gebieten ist der Belagerungszustand pro­klamiert.

General Degoutte erklärt in einer Bekanntmachung an die Bewölkerung, daß die Besetzung keine, feindselige Handlung gegen die arbeitsame Bevölkerung bedeute. Sie hat lediglich den Zweck, die Ausführung des Vertrages zu sichern und wird aufhörcn, sobald die ReichStvehrtruppeu die neutrale Zone vollständig geräumt haben.

wb. Wiesbaden, 6. April. Gestern nachmittag gegen 4 Uhr setzten sich die französischen Truppen bei Biebrich und gestern abend bei Wiesbaden in Marsch, nm Frankfurt a. M., Homburg, Hanau. Darmstadt und Dieburg heute im Laufe des Tages zu besetzen. In den neubesetzten Städten sowie in den Bezirken Wiesbaden Stadt und Land (außer Biebrich), KönigSstei», Langen- schwalbach. Höchst und Groß-Gerau wurde der Belage- rungSzüstand von den Franzosen verhängt und die ge> samte Verwaltung unter die Kontrolle der Delegierten der Rheinlandskommission in der Form gestellt, wie es während des Waffenstillstandes üblich war. Zwischen 9 Uhr abends und 5 Uhr früh dürfen keine Versamm­lungen stattfinden. Der Verkehr, der bisher noch unge­hindert war, steht unter militärischer Kontrolle. ES er« scheinen keine Zeitungen.

wb. F r a n k f u r t a. M., fi. April. Heute früh 5 Uhr - ist in Frankfurt a. M. das französische BesetzungS- kcmmando in Stärke einer Division, ettva 20 000 Mann, eingerückt. Eisenbahn, Post und Polizei wurden sofort besetzt. Der Belagerungszustand wurde ver­hängt. Starke französische Militärpatrouillen durchziehen .die Stadt. In der Stadt selbst ist alles ruhig. Die Be­hörden sind in ihrer Arbeit nicht behindert, arbeiten je­doch unter Kontrolle der französischen VesatzungSbchörde. Briefzensur. Telegraphen- und Tclephonspcrrc sind ver­hängt

wb. D a r m st a d t, 6 April. Der größte Teil der Franzosen lagert außerhalb der Stadt auf den Höhen östlich von Darmstadt. Man schätzt ihre Stärke auf 5000 bis 0000 Mann.

wb. Paris, 7. April. Ucber di« Besetzung von Frankfurt und Darmstadt berichtet Havas folgende Ein­zelheiten: Ilm 5 .30 morgens sind die französischen Tanks in die Stadt Frankfurt cingerückt. Ihnen folgte ein SMhenbataili'on und eine Kompagnie Genietruppen, die sofort di« wühtiasto« Teile, de« Bahnhof, die Kaserne am Bahnhof. Polizeipräsidium, das Post, und Telegraphen Amt und die Hauptzugä«ge der Stadt besetzten. In den Straßen der Stadt herrscht Ruh«, «8. ist nirgends zu Zwischenfällen gekommen. Mait rechnet mit alsbaldiger Wiederherstellung des normalen Lebens. Auch in Darm­stadt bat sich die Besetzung ohne Zwischenfall abgewickelt.

Entwaffnung der Frankfurter Sicherheitswehr.

wb. Paris, 8. April. Ein hier veröffentlichter amtlicher Bericht lautet toi« folgt: Die gegen Frankfurt und Darmstadt eingeleitetcn militärischen Operationen sind burchgeführt. Die daran beteiligen Truppen des 30. Armeekorps begegneten keinem Widerstand. Um 11 Ubr war die Einkreisung der beiden Stadl» und die Be­setzung der lvichtigsten Punkte im loesentlichen vollzogen. Am Nachmittag besetzte unsere Kavallerie Hanau, das von den deutschen Truppen geräumt worden war. Ein ^:u-sches Bataillon der Sicherheitswehr wurde in Frank­furt in der Kaserne überrascht und entwaffnet.

23® Bürgerouarsiere iii Frankfurt beschlagnahmt.

kg. Frankfurt a. M., 7. April. Die französische Mlitärbehört« hat für 238 französische Offiziere Bür - gerauartiere beschlagnahmt, was darauf schließe« läßt, daß sich die sranzösische Besatzung auf längere Zeit k« Frankfurt einrichtet.

Besetzung auch badischer Grenzvrt«?

kg. Karlsruhe, 7. April. Im französischen Brückenkopf Kehl werben fett Montag ungewöhnlich große Ansammlungen französischer Truppenbestände, darunter vieler schwarzer Truppen, walUgenowmeu. Die Straß burger Zeitungen *reffentlitbten bereits am 1. Öfter« feiertet Pariser Drahtungen, die vo« einer Besetzung badischer Grenzorte spreche«, solange die vertragswidrige Besetz««, des Ruhrgebieies durch deutsche Truppe« au- bnuere.

ten, wird Sonnabend dieser Woche die Besetzung Ruhrrcvicrs vollständig sein.

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Heftige Kämpfe vor Esse«.

lr. Berlin, 7. April. Seit gestern Dienstag mit­tag erfolgte der Einmarsch der Reichstvehrtruppen in Essen »ach heftigen -Kämpfen zwischen Reichs­wehr und der roten Garde Die Arbeiter in den Werken streiken. Durch Vermittelung wurde in Essen zlvischen den Reichsweürtruppen und der roten Armee eine Ver­einbarung getroffen, nach der die roten Truppen ab­ziehen und die Reichswehr langsam folgt. Der Kamp: ist einstweilen eingestellt. Die Gefahr der Plünde­rung ist trotz deS Abzuges der roten Truppen noch sehr groß.

Schwkki-'ifeiten in der Waffenabgabe.

Reue Vorstöße der Rotgardisten.

lr. Berlin, 7. April. Aus dem Ruhrrevier werden sehr ernste Konflikte gemeldet. Im Bochumer Bezirk machen die Vollzugsräte der Reichswehr Schwierigkeit in der Abgabe der Waffen. Im Landkreis Essen haben gestern die Arbeiter- und Vollzugsräte mit dem Rück­tritt vom Münsterischen Abkommen ge­droht, falls die abgeliefertcn Waffen nicht im Besitz der Vollzugs- und Arbeitcrräte bleiben. Nach einer Meldung aus Duisburg sind die Vorstädte von Duisburg seit gestern Vormittag wieder durch Rotgardisten beseht. Die innere Stadt wird von der Reichslvehr gehalten. Auch in Oberhausen sind wieder Rot-Gardisten eingerückt. Die Lage im Ruhrgebiet schien gestern Abend sehr unklar. Das Reichöwehrkommando gibt die Stärke der int Ruhrrevier operierenden Truppen auf 33 000 Mann an. Wenn die Operationen planmäßig fortschrci-

rsuge v. Mittags bildeten sich Battben von 510 Äettt-d, die nachmittags in die Villen und Häuser

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ob. Berlin, 7. April. Der Vormarsch im Rnhr- itbfr nimmt seinen Fortgang. Nachdem gestern t* ft M U n d besetzt worden ist, werben voraus­sichtlich heute früh die Truppen in Essen einziehen. See einer regulären Truppe in Essen kann zwar nicht «ehr die Rede fein, doch durchziehen marodierende Banden bi? Stadt. Der Eisenbahnverkehr ruht. Die Lebensmittelnot ist sehr fltojj; die Milchzusuhr stockt fast ganz. Wenn im großen und ganzen an­genommen werden kann, daß die Polizeiaktion im Industriegebiet ihre Hauptaufgabe in wenigen Tagen erfüllt haben wird, so darf doch nicht übersehen werden, daß die Wafsenabgabe unter allen Umständen gründ­lich gemäß dem Bieleseider Abkommen vorgenmnmen Werder, muß. Es ist nicht ausgeschlossen, daß auch dies noch einige Tage in Anspruch nehmen wird.

Die Landwirte Heffeu-Nassans gegen die Räterepublik.

Unterbindung jeglicher Zufuhr geplant.

Tie organisierten Landwirt« von Hessen-Nassau ver­öffentlichen eine Kundgebung, die sich mit den gegen­wärtigen politischen Ereignissen beschäftigt und fol­genden Wortlaut hat:

Für den Fall der Ausrufung der Räte-Rrpublik ist man sich im Klaren darüber, daß auch die landwirtschasl- lichen BerusSorgauisationen nicht Gewehr bei Fuß stehen dürfen. Jedes Mittel, am eine Diktatur irgend einer Boll-klasse in der Räte-Republik zu verhindern, miv angelvaiidt lverdeu, denn Räte-Diktaknr bedeutet Knech­tung des BaiternstaudeS, bedeutet Raub, Plünderung, Mord unb Totschlag. Unser Recht auf Dasein zwingt uuS unsere schärfste Waffe iu die Hand, und zwar Un­terbindung jeglicher Zusuhrpon Lebens­mitteln ind tc Städte, iu denen die'RSle- Republik ausgerufeu ist. Die Maßnahmen zur Durchführung sind getwfsew An euch in den Städten: Arbeiter, Bürger, Beamte wenden wir un» jetzt- Sn<6 droht das gleiche Unhell. ' Habt Verständnis für die Lage, und Ihr müßt unteren Schritt billigen. Stellt Euch auf unsere Seife. Wir kämpfen für Euch und für Eure Freiheit mit Durch die Hungerschlinge muß dem Bolschewismus die Kehle zugcschnürt lverden. Die Pre­diger des blusige» Terrors luattten wir. Aus ihnen lastet die furchtbare Vetanttvortung, wenn sie un- ,u diesen Maßnahmen zwingew"

Hinter dieser Kundgebung stehen sämtlich« BerusS- orgauisationen der Landwirtschaft in Knrhesskn und Nassau, sodaß sie als eilte eillmütige Willensäußerung der gefaulten hessischen Baurrnschast z» betrachten ist.

x Ter Pfälzische Bauernstreik.

wb. Ludwigshafen, 8. April. Die Verhand­lungen zlvischen Regierung unb landwirtschaftlichen Or­ganisationen der Pfalz haben dahin geführt, daß der pfälzische Bauernverein von der Teilnahme am Streik Abstand nimmt. Der Bund der Landwirte wird heute zu der finge Stellung nehmen. Die freie Bauernschaft ist der Auffassmig, daß besouberS bet Teil ihrer Forde­rungen, für deren Erfüllung bi« bayerische Regierung eintrat, in der Zeit seit der Neustadter Besprechung hätte erfüllt werden können. Es ist bamit z« rechnen, daß tn einiges Teilen der Pfalz die Bauernschaft heut« in den Streik eintreten wird.

Eise irttto SWnite.

kg. Berlin, 7. April. Die deutsch« Protestnote gegen die Besetzung von Frankfurt, Darmstadt und Hanau ist hrute dem Reichsminlftertuin de« Arußrrn zn- gegangcn. Ihre Neberreichnng tw Pari« issi morgen Dvuuerstag zu erwarte«. Ylleichzettig ist ein Protest der deutschen Regierung e« die Signatarmächte de« 8er« - feiner Vertrages abgegenqen. ,

wb. Berlin. 8 April. Der deutsche GeschäftS- iräger in Pari« ist angewiesen worden, der ftan,ösiscbm Regierung eine Note zu übergeben, in der es u. a. beißt:

Durch Not« vom 6 b. Ml». hat dir französisch? Re­gierung mitteilen lassen, daß der kommandierende General her Rbeinarmee Befehl' erhalte» habe, sofort die Städte Frankfurt, Homburg, Säumt, Darmstadt unb Dieburg zu besetzen, weil dem ftanzösischen Verlangen der Zurück- riebung der unberechsigt in die neutrale gone eimnav- ^cksierten deutschen Wehrkräfte nicht entsprochen worden srl. Die ftmlzösische Rrgierliug bat hinzttgefttgt, daß bfe Besitzung ihr Ende erreidren werde, sobald die deutschen Truppen die neutrale Zone vollständig geräumt hättrir.

Noch bevor die Note übergeben war, ist die Besetzung der bezeichneten Städte tatsächlich erfolgt. Die deutsch« Regierung muß aber gegen da« Borget«» bet franM- 'chen Armee, rm Namen des Rechts, bet Vernunft unb bet Menschlichkeit die schärfste Betwabmng einlege«, ES kann unmöglich Absicht des Vertrag» von Versailles gewesen sein, Deutschfond zu verhindern, in einem-Teü leine» Gebiet- bte Ordnung, bfe durch Stäubet« unb Mörder banden ans bo« schlimmste gefährdet worden rfl. f» nasch wie möglich wieder berzustelle«. Die Bewegung im Fndvstnegebiet, deren Gefahr leider auch jetzt noch nicht im Ausland und insbesondere i« Frankreich klar erkannt wird, hätte, wenn ihr nicht rasch entgegenaetrrten wor­den wäre, den Bestand der Republik innervolisisch tote wirtschaftlich erneut auf dos schwerste erschüttert. Die deutsche Regieruirg hätte unverantwortlich gebandelt, wen» sie länger zngewartet hätte in der optimistischen Holftnmg, daß btt Aufruhtbewegung im Ruhrgebiet auch ohne militärische» (Eingreifen ihr Ende finden tofltbe. Die Ereignisse haben ihr auch bisher Recht gegeben. Urtetaff dort, wo die Truvven hingelangt sind, ist die Bewegung msch zusammengebrochen. Der Gedanke, daß die Ent­sendung von Truppen in bas BufstandSaebiet irgend eine Bedrohung von Frankreich in sich schließe« könnte, ist fo absurd, daß et einet Widerlegung nicht bedarf. Deut« lcherleits darf demnach mit vollster Ueberzeugung bet Standpunkt vertreten werden, daß eine vorsätzliche Ver­letzung be» FnedenSvertragS, die eine Verantwortlichkeit der deutschen Regierung im Sinne de» Vertrages begrün­den kSmite. überhaupt nicht vorli-gt. Selbst wenn aber eine solche Verletzung begangen wäre, so wäre dadurch der von der ftanzösischen Regienmg jetzt vorgenommene n.ilitärische Gewaltakt noch nicht gerechtftttigt. Die alliier ten und assoziierten Rrgrerunaev haben in ihrer Rote vom 8.12 ». I erklärt, daß sich vom Eintreten de» FriedenSzustande» an bk Folgen einet etwaigen Nicht­erfüllung vertraglicher Verpslichtungen nur nach ben allgemeinen Bestimmungen de» RrifbtnSvertroge» sowie nach den vom Völkerrecht anerkannten acwöbnlichen Ber- fohrensarte« bestimmen sollten. Damit steht da- ietzige Vorgehen bet französischen Regierung in schroffstem Wsderfpruch. UtbetbH bat sich aber die ftanzösische Regrecung über gntnbtefltnbe Bestimmungen der Völker- bundakte hinweggesetzt, die einen integrierenden Bo» standteil deS Frieden-vertrage» bilden. Dk Lölung einer derartigen Streitfrage zwischen einem Mifolied und einem Richtmitglied des Bundes durfte nicht obire wertere« rott Gewalt, foitbetn zunächst in einem internationalen Schlich­tungsverfahren versucht werden.

Zum Schluß muß die deutsche Regierung mit allem Nachdruck daraus Hinweisen, daß bk von der ftanzösischen Regierung ergriffenen militärischen Zwangsmaßnahmen notwendigerweise dk schwersten Folgen in politischer trab wirtschaftlicher Beziehung haben to-chen. E» ist für jede Regkrung in Deutschlandfornmöglich.in dem unglückliche«, von tiefen Erschütterungen immer reichet betroffene» Sanbe Ruhe und Ordnung herzustellen und anftechtztret- halten, wenn sk aut Schritt und Tritt bei ihren bisherige« Feinden einem ungerechtfertigte« Argwohn begegnet trab immer erneuten Drangsalen rmSgesetzt bleibt unb wen« do» deutsche Wirlschaftrleben Störungen an-gesetzt wird. Tür denffchr BcsiernnU hatte rS brzrüßt« haß amfc Hl

aus dem Sonneuwald zu Kämpfen gekonnne». derfchftdkne Zivilisten wurden getötet. Auch in Duis- ist viel geplündert wordertt In 8Rul' Iti ui und Gelsenkirchen sind vorgestern die Rc- ^erttitgstnippen kampflos etngezogeu. Sert gestern ^fttsg erfolgt der Eimuarsch der Truppen in Esscu. . Zeit ist hier alles ruhig. Bei der Firma Krupp 6-:d auf den Bergwerken wird gearbeitet.

lr. Berlin, 7. April. Auch in Herne und Reck- Ahausen sind Reichswehrtruppen eingerückt. Vorher dreitägige .Kämpfe mit schwerem Ar- ^rriefeuer an- Rhein -Herne-Kanal getobt. Uebrrall ^deu die R.'gieku»gsiruppen durch die Bürgerschaft großer Freude a(i Reiter aus schwerster Be- kängniS begrüßt

h Elberfeld, 6. April. Zu Elberfeld ist altes Mg. Die Stadt ist mit Lebensrnitteln für mcheere gedeckt. Ter Aktionsausschuß, der aus Mehr- ^isfoziansten. Unabhängigen und Kommnuisten bt- eriuß geltet» eine Aufforderung gegen den Ge- l *tratstreil.

wb. Dortmund, 6. April. In der Nacht zum Sonntai- verschwanden der Vollzugs- und der At- . bkiterrat. Gestern vormittag rückten ffeitw Trupps

V Rt Reichswehr in Dortmund ein. Heute vormittag Men größere Trupps folgen. Der Beamten- und Geaerrllftreik ist aufgehoben.

wb. Bochum, 6. April. In Bochum ist alles ruhig. Es wird gearbeitet. Die Truppe» sind gestern über Bottrop nach Essen gekommen und in die Stadt c i n g e z o g e n. In Essen herrscht jetzt auch Ruhe. Die Wasfenabg-abe ist überall in vollem Gange.

tob. Esse r., 7. April. I» den letzte» Tagen der Telephonverkehr fast überall gesperrt. Außer- streikten die Etsenbahnec. Essen war fast voll- btg von der Außenwelt abgeschnitten. Da diese .lechLtnisse »och teilweise andauer», ist es unmöglich, eis genaues Bild über die Lag? ftn Industriegebiet zu geben. Tatsache ist, daß seit Tagen im Nordweste» tost Norden von Essen gekämpft wird. Tie große Zwrigertbrücke bei Essen ist baut Feinde gesprengt Vorgestern nachmittag und gestern nacht zogen sich : Teile der rote» Armee nach Essen und darüber hinaus pitüü unb vernichteten Maschinengewehre unb Ge-

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den Münsterischen bezw. Bielefelder Bereittbaruugen Formationei: der roten Truppen hier ein und lieferte» «uif dein Polizeipräsidium ihre Waffen ab. Als am Abend da3 Botrücken der Regierungstruppen bekannt tettbe, enlgliti den Führern der Arbeiter völlig die

I DieDberhtiiMe Bettung etiAetnt ieAemal wöchentlich Bezugvvrei, mo- n«tl. 3 X., durch b « Poll 3.15 -<Für au»savend« Stzu»m«rn infolge Streik» ober elementarer Ereign ffe kein Ersatz Verlag von Dr 6. Hitzervttz. Druck der llul» - "uchvc. doh F» h. Äug. Kack. Markt 21/23. $erni»te*et 55

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Scite«' *?hre initleks Handgranaten. Ter Rückzug hält auch tungen/l Rstrrn an. Am Karfreitag Morgen trafen entsprechend

Die »eirgebilbete Arbeiterwehr ging schärf- 8?ss gegen bie Plünderer vor, die sofort erschossen ^srfceu. Tri Streik der Eiseubahner ist für den aller- -4 Vößten Teft des Dircktwnsbezirks aufgehoben. Er | i besieht nur noch für den engeren Verkehr um Essen I örratn. In Tuisburg, das am Sonntag von bett AbgtermtgstNtppen besetzt wurde, ist e» beim Rachatts