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mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg
Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberhessen
1920
Erstes Blatt
Bit KMMkile.
M. 26
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die
Heranführung von Gemüse unterbinde.
bannt. David und Eiesberts behalten ihre
fieren. Aber man müsse fie da bin auffltai, daß für Deutschland nur eine tu&tge demokratische Entwickel unmöglich sei. Rur eine solche Entwickelung könne Deutsch» land auch eint achtunggebietende Stellung ix bet Welt wiedergeben. —
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„Vorwärts" beginnt mit dec Veröfftnttichung einer von Aufsätzen, in denen der bisherige Reichswehr- Nssls seine Politik verleLizt-
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Das preußische Kabinett.
Dem „8. T." zufolge ist gestern nachmittag auch das preußische Kabinett in seiner Eesamcheit zu« ruckgetieten. Die Neubildung dürfte der Sozialist N r ä f übernehmen.
Liste har jedoch bisher nicht ftattgefunden. — Der »Vorwärts" nennt Schmidt als Arbeitsminister
löt
aus.
lute Öe* ftr. L.
SlTtereCaffen zwischen 18 und 22 Jahren. Die Stärke der Rote» Armee wird auf etwa lOMOO Kann geschätzt. Tatsache ist jedeusaLs, daß Me Roten Truppen noch immer 8*W$ au» dem ganzen Ruhrrevier erhalten. Ihre Bewaffnung ist gut. Sie verfügen über eine Unmenge Gewehr». Maschinengcwehre, Minentverfer und zahlreiche Geschütze der verschiedensten Kaliber von bet Re» volverkanone bi» zum 15 Zentimeter-Geschütz.
Berichte au« dem Kampfgebiet bestätigen, daß der Kern der Noten Truppen aus Ausländern besteht. Buch deutsche Offiziers haben sich an die Spitze gestellt. So nennt der „Münsterer Artiger" den Hauptmann o. Beerfelde und den Hauptmann B o e l ck e, der Bruder des berühmten Kampffliegers.
Die Führung de» Kampfes ruht nach Blatte rmeldun- gen ausschließlich in der Hand der R o t e n Soldatenbundes, der von einer Beendigung der Kämpfe nichts wissen will und bereit» offen der Hoffnung Ausdruck gibt, daß der Sieg der Roten Armee im Industriegebiet das Signal zu einer bewaffneten Erhebung der gesamten revolutionären Arbeiterschaft im ganzen Reich« werden wird. Tie Bewegung ist damit in» rein komni u n i st i s ch e Fahrwasser geglitten. — Dar Gro» der gegen die Reichswehr und Polizeitruppen kämpfenden Roten Armee bilden vor allem Jugendliche, die zum Teil durch di« Luft am Abenteuer, zum Teil durch die in Aussicht gestellte hohe Löhnung airgelockt werden. Ten Rest bildet die Gefolgschaft der Kommunisten und Unabhängigen. Aber auch unter diesen überwiegen die
General v. Seeckt über die Alse.
Berlin, 26. März. Der ncuernannte Militärober- oeiehlshaber, Generalmajor v.Seeckt, äußerte sich in einer Unterredung mit dem Vertreter de» „Bert. Tagebl." über die von ihm nach dem Zusammenbruch de» Kapp- unternehmens getroffenen Maßnahmen. Er betonte, daß er die bolschewistische Gefahr in Berlin anfänglich überschätzt habe. Sehr ernst sei die Lage im Ruhrgebiet. Die Bielefelder Verhandlungen seien zwecklos gewesen. Mit den besonder» wichtigen Elementen, den Kommunisten, fei überhaupt nicht verhandelt worden. Die rote Armee fei gut ausgerüstet und gut geführt. Seeckt kam sodann auf die Heeresfrage zu sprechen und führte aus, der Frie« bensvertrag habe uns ein Söldnerheer aufgenötigt. Ein solch«» Söldnerheer bilde immer eine G e s a h r im Staate, tsolange wir do« Heer in seiner heutigen Gestalt hätten, müsse e» wenigsten» aus allen Schickten der Bevölkerung zusammen gestellt fein, Arbeiter und Bürger müßten dabei sein, Offiziere unb Truppen solle man nicht galiti*
n. lost.
t Ma.idg tftJiteüt
B « rlin, L6. März. Wie die „V. 3 “ meldet, wurde gestern in einer Konferenz der drei sozialistischen Parteien in Hagen einstimmig beschlossen, Abgesandte nach Wesel zu schicken, um den Abbruch der Kampfhandlungen zu veranlassen. Die Front löse sich bereits langsam auf. »
Kämpfe in Westfalen.
Berlin, 26. März. Wie die Berliner Blätter melden, wurden gestern 200 Mann der roten T-np- pen im Lager Dülmen (südwestlich Münster), bis wohin die roten Truppen vorgerückt find, angegriffen. Die roten Truppen haben schwere Bcr- luste erlitten.
Aufforderung zu neuem Generalstreik.
B e r l i n, 26. März. Nach den Blättern wurde in einer von etwa 1000 Betriebsräten der U. S. P. und der K. P. eine Entschließung angenommen, in der das Proletariat aufgefordert wird, sich auf eine neue Kraftanstrengung bereit zu iMchen und der Aktionsausschuß beaufteagt wird, sofort alle Maßnahmen für einen neuen General st reik zu treffen.
Etwa 1000 Betriebsräte der il. S. P. D. und der K. P. D. nahmen gestern in einer General- Versammlung zu der gegenwärtigen Lage Stellung und forderten die schleunige Cinbernfung eines Rsichsrätekongresfes.
Die Haltung Hollands.
Hoog, 25. März. In 'SHeerentarg falt die Bevölkerung groß? Angst vor der Ankunft der deutschen roten A-mee. Der freiwillig« Landsturm wurde anfgerufen Militärische Radfahrer sind ang-kommen. lueitcre militärische Verstärkungen werden erwartet.
Dortmund, 25. März. Der Wirtschaftsausschuss i*er Stadt Dortmund gibt bekannt, daß Holland jetzt auch
Aufruf brr Reilkisrea'mmq.
wb. Berlkn, 26. März. Die Reichsregiernng hat an die Bevölkerung von Rheinland und Westfalen einen Aufruf gerichtet, in dem es heißt: Der Anschlag der Reaktion, ist zurückgewiesen. Jetzt müssen — wollen wir nicht ganz verelenden — Staat und Wirtschafr schnellstens wieder in den normalen Stand zurück- aeführt werden. Die jetzt noch im Westen befindliche» Truppen und ihre Führer stehen auf dem Baden der republikanischen Verfassung und haben das Vertrauen der Regierung. Um weiteres unnützes Blutvergießen zu verhindern, haben zwei Minister an den Verhandlungen in Bielefeld mit Vertretern aller Parteien teil- genommen. Arbeitertruppen haben unter Bruch des Abkommens di« regierungstreuen Reichrwehrtnrppeu in Wesel angegriffen. Dieser schwere Vertragsbruch muß die schwersten Gefahren für da- Richrgebiet und für das ganze Vaterland herausbeschwören. Wir fordern alle besonnenen Arbeiter auf, jede Kampfhandlung einzustellen. Roch jetzt weiterkämpsennd« Arbeitertruppen müssen mit militärischen Mitteln zur Ordnung zurückgebracht werden. General o. Walter erklärt dazu für die ihm unterstellten Offiziere, daß sie fest zur verfassungsmäßigen Kegtettmg stehen.
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Hebet 61t Lase in Ml
wird der „Köln. Ztg." vom 25. März berichtet:
Bei Peddenberg haben die Spartakisten gestern abend einen Parlamentär zu den Negierungstruppen gesandt und Waffenniederlegung angeboten. Die Berhandlungen sind ab:. ohne Ergebnis verlaufen. Von den südlich Wesel stehenden Spartakisten ist heute vormittag ebenfalls ein Parlamentär eingetroffen. Der Abfchnittekom- mandeur General K a r b i s ch ist der Ansicht, daß diese Verhandlungen nur gesucht würden, um Zeit zu gewinnen und nach einer Atempause beit Kampf um so - nachdrücklicher wieder aufzunehmen, der trotz aller gegenteiligen Versichrrun- gen ganz^klar a"s die Festianng der Rätedikta, tut hinausltefe. Verhandlungen und Abmachungen feien daher zwecklos, zumal da der Gegner sich an seine Versprechungen doch nicht halte. So sei gestern eine Waffenruhe ausgemacht gewesen; der Gegner habe aber seine Streitkräfte Nicht nur nicht auf die Linie Dinslaken—Dorsten ru rückgenommen, wozu er sich verpflichtet hätte, sondern das Feuer auf die Stadt eröffnet. -
Heber di« Zusammensetzung der roten Armee gibt folgende Meldung desselben Blattes näheren Einblick:
.Heule mittag find bei einem Vorstoß der Tntpven in der Rickttm-t auf Friedrichsseld einig? Samtätsmannftbastrn der Stoßen Armee gefangen worden, die u. a. sollendes aussag-m:
1. Johanna Reuter, g-b-ren am 27. D«z?mb?r 1901, Arbeiterin, zuletzt in A-b«it bei einem Unter- n-hmer in Hamborn: Ich war am 22. März zum Ralbaus in Hamborn gegangen, um einen Ausreise- uaß nach Batzern zu bekommen. Dort wurde ich mit Gewalt festoehalten, 6-*^*» eine Rote-Kreuz- Wnde und einen Ausweis als Pflegerin. In Hamborn wurde ich bis gestern fest-p'halten und dann mit 30 bis 35 andern Frauen gegen unfern Willen zur Front gegen Wefel gefahren. Wählend des Gefechts heute morgen wurden wir, weil wir uns weigerten, vorzugehen, mit Waffengewalt gezwungen, d. h. es wurden neun eigene L"»fe, darunter auch Soldaten, die sich weigerten ------tachen, erschossen. Verpf'egung gab es nicht; ich! habe seit gestern morgen nichts gegessen. Die Truppe ist heute morgen, weil sie keine Verpflegung bekam- zur ückgegangen und hat ihre sämtlichen Waffen li«aevgAassen. Die Makchiuenge- wehre wurden an einem Hügel, wo ein großer Baum stehl, «ingegrabe». Unter den Soldaten befinden sich jitele, die zwa ngsweise eingezogen waren. Ihnen wurde gedroht, falls sie nicht mitgingen, würden fie" keine Arbeit mehr bekommen. Alles, was sich widersetzte, wurde erschossen.
2. Jakob Walter, geboren am 30. November .1899 in Köln, Beruf stud. med., wohnhaft Duisburg- Ich bin auf Grund eines Aufrufs, der von einem Arzt, der dem Vollzugsausschuß in Duisburg augehörte, unterzeichnet war, zur Roten Armee a!8 Krankenpfleger eingetreten. Am 24. März, nachmittags, bin ich mit einem Wagen, in dem sich weitere vier Pfleger und sechs Pflkgerinnen befanden, an der Front eingetroffen. Unter den Mannschaften an der hiesigen Front bei Lipperdvrf herrschte Uneinigkeit. Es wurde über die Führer geklagt. Veorpslegung habe ich einmal bekommen, Suppe aus einer Feldküche. Große Angriffslust ist nicht vorhanden.
Die übrigen Gefangenen, meist Sergleute aus der Essener Gegend, äußern sich ähnlich. Außer dem Studenten machten alle andern Leute einen gänzlich verkommenen Eindruck. Bon irgendwelcher Sanitätsausbildung hatten diese Individuen keinen Schimmer. Das Kräfteverhältnis der beiden Gegner scheint sich sehr zugunsten der Negierungstruppen zu verschieben, deren Zuversicht stetig zunimmt, während btt rote Armer anscheinend zir zerbröckeln beginnt.
und das Zentrumsmitgli-'d Hermes als Wirtschaftsminister. Bell soll das Verkehrsministe- tittm behalten.
Eo bedeutsam die Frage der Kabinettsbildung - «uch fern mag, noch größere Beachtung verdienen «e Nachrichten, die hier und da Über Abfonde- tengsbestrebimgen nicht nur im Rheinland, son- «tn auch tu Süddeutschland und in Hessen auf- tauchrn und au deren Nichtigkeit nicht zu zweifeln r ® Tet SßcUen und Süden steht dem Auf und Ab 6 **«b Hi??und Her in Berlin ablehnend gegenüber. Wenn auch nicht anzunehmen ist, daß diese Be- k mebungen auf Loslösung vom Reiche ausgehen, «st doch nicht zu verkennen, daß infolge der nee« putschen Politik bet zentralistische Gedanke eine Arte Einbuße erleidet zugirusten einer weiteren tederaliftifchsu Entwicklung auf Kosten Preußens.
title Miniftcrliste in Umlauf gesetzt, die Bauer sls Reichsarveitsu-iinster, den Demokraten Haas- Els It-siiznÜnisicr, Landsberg als Außen- viinister, Keßler als Reichswehrminister, Cuno rls Reichsfinan.- m iniste r nennt. Schmidt soll Tirtschaftsminisier bleiben, während das Etnäh- nrngsmsnfstcrinm mit einem Sozialdemokraten be- lttzc werden soll. Koch behält das Reichsmini- Rttium des Innern; als Reichsschatzminister wird »iebetum der Zent rumsabgeordnete Wirth ge-
drr Rstioiralversammlung in Berlin wieder an« gejagt, mußte aber plötzlich wieder abgesagt werden. da in den Mittagsstunden das Kabinett gleitet, wie wir in einem Teil der Auflage schon ge-rcm meldeten, plötzlich zinückgetreten war. Der Stein des Anstoßes, über den dieses Kabinett gestürzt war, war der Reichsjustizminister Schiffer, dessen Rücktritt die Sozialdemokratie verlangt hatte und zwar auf Veranlassung der Ee- werkschaften, weil er mit Kapp verhandelt hatte. Lui linkst adikaler Seite sah man nur mit Groll die albe Koalitionsregierung wieder erstehet. Da halte man eins reine Arbeiterregierung verlangt, ‘jtt ta? auch schließlich bürgerliche Aibeiter, wenn man sich ft) ausbrücken darf, gehören buften. Vor allem aber bestaub man im sozialistischen Lager auf her* Pakt vom 20. März, auf E nnb besten die Eewerffchüften zur Einstellung des Generalstreiks bewogen wurden und dafür einen entscheidenden Einfluß bei der Neubildung der Rrichsregterurg .erhalten koRten. Im Lager der M-ckrheits- Mja-rb man sich nun tu einer rech
wie eins reine Arbeiter-Regi<''—''g. Sollte k in oppositioneller bürgerlicher Block entstehen, so mußte mm» schon bürgerliche Elemente in bie neue Regierung aufnehmen.
Roch xarlamentar'scher Mitteilung haben am gestrigerr Nachmittag verschiedene ergebnislose Versuche einer Kabinettsbildung stattgefunden, on denen der Gewerkschaftsführer L e g i e n und Minister M ü I le r beteiligt waren. Die Lage ilribt noch rollig ungeklärt. Immerhin wurde auch «och in den Abendstunden in den Kreisen der Na- üonalverfammlring daran festgehalten, daß Her-
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„Hochverrat" und „Berfassungsbruch". 6< gibt fetal Worte, die fetzt häufiger durch die Press« bet Mehrheit»« ixirteicu gehen als biefe beiden, die natürlich nach den ta Deutschland nun einmal herrsckentan GepflogenheiteR M well es irgend geht varteipolitisch ausgemün»t tottbee, 9tiemanb, auch die Blätter unb Organisationen ou»ge« prägtest deutschnationalen oder alldeutschen Charakter» nickt, bekennt sich oder bat sich bekannt zu dem finnloken« verderblichen Unternehmen Kavv» nnb Lüttwitzs. In der Press« der Rechten wird es vielmehr anldrücklich verurteilt und festgestellt, daß man am allermeisten überrascht ivorden ist, und »war peinlich überrascht, weil es den Rechtsvarieien, für die die Zell von selbst arbeitete, nur abträglich sein konnte. Und e» bedeutet feine Partefe nähme für Kavv und seine Anhänger, wenn in der Treffe der Rcchts-Ovvosition betont wird, daß dem, der frint1 Macht selbst der Revolution verdankt, sittlich« Entrüstung über einen GegenrenolutionSversuch schlecht ansteht, der doch eben ohne vorherige Revolution nicht möglich gewesen wäre. Diesen Gedanken hat auch, tote im ParüamentSbericht damals kurz erwähnt worben ist, in der Nationalversammlung in Stuttgart der Vertreter brr Deutschen Bolk»variri Dr. Becker-Hessen »um Ausdruck gebracht al» Entgegnung auf die schweren Angriffe Scheideniann». Dr. Becker führte aus:
„Ist Herr Eckeidemaun, der die Revolution 6em Jabre 1918 genau fo unter Bruch der Ser* sassung gemacht bat, wie da» Herr Kävv versucht 6d int Jahre 1920, unter Bruch der Verfassung »u machen, ist Herr Scheibemann der berufene Interpret für da», was nersasfungsmäßig zulässig ist oder nicht? Sie (»n der Linken) beurteilen offenbar die Zulässigkeit ritte» derartigen Boraehms nach dem Erfolg, den es'hat. Jede erfolg* veich« Revolution holten Sie für gut und schön und iefec Revolution die keinen Erfolg gehabt falt, ist nach Ihrer Aussassnna mit den schärfsten Mitteln zu brandmarken und ’ zu bekämpfen! So urteilen Sie, meine Herren: wir urteilen anders: Wir verurteilen unb brandmarken jed« Revolution, mag sie Herr Scheibemann mit Erfolg ober Herr Kapp obne Erfolg macken. Da» ist tonfeauntf unb diese Konseauen» sollten Sie sich anaewöbnen: mta- destrns sollten Sie etwa» bescheidener in der Serurtcilung der Revolution von 1920 und mit Redewendungen tote Heuchelei ufw. sein." i
„Bruch der Verfassung": Gewiß. Herr Kavv hat w' stelle v-rf«sfnttasmäßig«r Mittel vaionette unb Maschine»« gewehre angewenbet, aber er begründete fein Vor,eben seinerseits damit, daß bie Regierung Ebert-Bauer mit Unterstützung der Mehrheitsparteien btauf unb brau war, bet Verfassung zuwider bett Reich-vräfidenten durch bei Parlament statt btt Bolksgesamtbrit wählen »u lassen und die allgemeinen Wahlen unrechtmäßig lang« binausfchob, Die „Deutfche Taaesrtg." hält daher Kavv. dessen Gv« waltstreich fie ebeusall» verurteilt, zugute, baß et die Bee» fassung in wesentlichen Punkten gerade habe burchführ« und wahren wollen. !
von dieser bestreitbaren unb umstrittenen Frage kamt tnon aber füglich abfeben. Ein offenkundiger und viel* facher Verfossungsbruch liegt anderswo klar tx Tage, ta dem Bielefelder Abkommen, da» »n den tttuee Punkten des Berliner Kompromisses noch acht iwtie« hinzufügt. Als wichtigste seien berausqegriffrn:
Der erste Punkt, der bei der Neubildung der Reafe- rnngen im Reich und in Preußen eine Verständigung mit den gewerkschaftlichen Organisationen vov- schreibt und ihnen überdies einen entscheidenden Einssnß ans die stkeutegelung bet wirtschaft»- und sozialpolitischen Gesetzgebung einräumt, verstößt gegen Artikel 46 btt Reichsveriasfting, soweit btt Btfetzung der Regierung in Frage kommt: denn diese stebt lediglich dem Reich»* Präsidenten »u, dem t» frei stehen fest, wessen Rat er rin* \ Hofen will . Nach Artikel 68 werden die ReichSgefttz« vom Reichstag beschlossen, und «ach Artikel 14 werden sie durch die LandesbeHSrden an-gtführl. Den Gewerkschaften ist eine Mitwirkung bei der Gesetzgebung, auch bä der wirtfchasts -ober sozialpolitischen, nicht eingeräumt. Wenn ein« solche Mitwirkung gewünscht wirb, fo müssen biefe Organe im Wege tat Gesetzgebung neu eingeschoben werden. Punkt 3 fordert eine gründliche Reinigung bet gesamten Verwaltung von „gegenrevolutionären" Persönlichkeiten. Er verstößt gegen Art. t3O bet Reichsvetfafe iung, tat lautet: „Die Beamten find Dienet tat Gesamd- heit, nicht einer Partei. Allen Beamten wird die Frtt* beit ihrer volitifchen Gesinnung unb die Bereinigungsfreiheit gewährleistet." Auch tat Forderung ta» 4. Punktes: „Schutllste Durchführung tat Verwaltungsreform auf demokratischer Grundlage, unter Mitbestimmung auch btt wirtschaftlichen Organisationen" ist Sache tat Gesetzgebung unb nicht eine» Vertrages zwischen Parieiver* tretens unb Geioerkschastsführera. Dem Punkt 8, der btt „Auslösung aller tat Verfassung nicht treu gebliebenen konterrevolutionären militärischen Formationen unb ihr» Ersetzung durch Formationen au» ben Kreisen bei zuverlässigen rrpublikanifchen Bevölkerung, in »befonbetl 0er organisierten Arbeiter, Angestellten und Beamten, for* x bert, wirb in tat Steife tat Artikel 79 tat Reichsverfof« fimg ent gegen gestellt, cem zufolge „bie Kedrverfassvn» de» deutschen Volte» unter Berücksichtigung tat befsn* tarn landsmannschairlicken Gigtunrten durch ein Rerck-5- gesetz einbeutich gerrg.tr" wird. Punkt 8 dagegen wo21 die Auslösu -tg dtr Reich » wrhr und die auSfchUeh'
1 42,11.- griffet? Piw, da tn-"1 sehr wshl wußte, daß eine : t-’s3 ftetR. f-oz!«!Ü-ssche Regierung ebenso-unmöglich sei
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Die MDber>riHf<b« Bettung“ erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezug»,reis mo- nett 2,fioJ<.—9rüc aurfaltenta Nummern infolge Streik» oder elementar er Errignfir kein Ersatz. — Vertag von Dr T. Hitzeroth. — Druck der Uni» • Äuchdr. »on J»h. Äug. ÄoA. Markt 21/23. — Fernivwcher 66.
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3)er „Per!. Lokalonz." meldet aus München, dir Re- vkrungen der süddeutschen Staaten sind bereits zur Füh- ^Snahm« tuitereincittar übergegangen, um gemeinsam •fgen bie Nachgiebigkeit Berlins Stellung zu nehmen.
baperssche Staatsregierung bat in Berlin energifchen ^wrrspruch gegen bie Art und Weise der Kabinettsbil-- erhoben. Ta- Verlangen noch einem Zusammen- foj von Süddeutschland und dessen Zusammengehen den Nheiulanben unter der Pawle „2 0 8 von rjttt Seit V' ist in den Bayern mächtig gewachsen. S6 Richtung bewegten, sich schon in den letzten ^Sen die-auch von uns wiedergegebeneu Ausführungen ** ivürtternbergischen „StaatSanzcigcrs" vom 22. Mär; *** wehre« Artikel der „Kölnischen Volkszeitung",
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Gefaiutrückttitt des Kabinette Bauer. — Müller Reichskanzler?
Fustr-rU - Die Regierung, die in der dritten Märzwoche Lit.Un Nieder in Berlin eingezogen war, nachdem die Ress giecung Kapp-Lüttwitz raum eine Woche gedauert zettel grch hatte, hatte doch nicht fo leichtes Spiel, wie sie zu haben gkmtbtc. Es galt eine Neubildung des Ka- . hinetts. Am Freitag war bereits die erste Sitzung
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