Einzelbild herunterladen
 

mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessm

Der Inyt nenntet« beträgt für die 8geie. Zeile 60 4, amtlt<6e und «ucroär* er n.t.. ttge 70 , Reklame,eile 1 .SO ut. Zu allen Vreden l<>»t, Aufschlag. Jeder Rabatt giltJSwl je

1

1920

Russische Nnlerstsftznnq der Niitkbkwemlnq

1®

El

Italien einig zu (ein. DerManchester Guardian" schaftBmtnisterium vertreten sein.

al» Barrabatt, ve Auskunft durch die Le>ch8it»ftelle u. Bermittlnna ter An­gebote 26 4 Eondergebübr. Postscheikkouto: Nr, 6C15 Amt Frankfurt a. M.

(Hn Telegramm aus Funkspruch beS gro- 7 Stimmen 48 Mill.

Die roten Truppen rückten auf LüdingShaufen vor haben die Bahn bei Haltern erreicht und besetzt.

kg. Retferbem, 26. März. Kopendaeeu besäet, ein Moskauer Pen SowtetS in Moskau hat gegen

loerde erklären, daß eine derartige Tollheit die angenblicklichen Schwierigkeiten nur vergrößern könnte.

Der englische Arbeiterkandidat von Newcastle Tre - velyan, der dieser Tage aus Deutschland zurück- gekehtt ist, erklärte nach einer Londoner Meldung desPopulaire", er glaube, Deutschland sei unfähig zu militärischem Widerstand. Die nächste Kampagne der englischen Arbeiterpartei müsse sich gegen ein Ein­greifen in Deutschland richten, wie die letzte sich gegen eine solche in Rußland gewendet habe.

und freie Verpflegung, weibliche Personen 30 Mack Der Betrag ist von der Stadtkasse an den Vollzugsr.t unverzüglich anzuwrisen. Die Stadt ist, wie der Vollzug« rat gleichzeitig beschlossen bat, ermächtigt, die Kosten ffl; die Löhne und die Berpfftgunq von den Nnterneh- mern auzufordern. Auch die Streiktage sind vor den Unternehmer« zu bezahlen: es ist der volle Lohnausfall zu entschädigen.

Nack einer Meldung desBerl. Lokalanz." aus Köl" sind in der Umgegend von Wesel viele Personen in den Säufern getötet worden. Auch Krankenhäuser sind burtf1 Granaten beschossen worden.

Torrücken ber roten Truppen in Westfale«.

Da» französische Heer.

P a r i B, 25. März. Tas französische Heer zählte « L Januar 724 000 Mann, darunter 224 000 Eingeborene von Nordafrika und den Kolonien. DaS Heer soll künftig 610000 Mann stark sein; an Eingeborenentruppe« sind darin 197 000 Mann vorgesehen.

wb. Pari», 25. März. Lautgutrenfigeant* be­tragen die Kosten für die Besatzungstruppen im Rhein­land und in den der Volksabstimmung unterworfene« Gebieten für 1920 etwa 700 Millionen Franken. Davon entfallen auf die Besetzung der Rheinlande 563 Millionen.

Marbnra

Frrü-s. 26. Air, (Infm)

Die drohende Diktatur von link».

0 r eB l a u, 25. März. In der Nacht zum Mittwoch sind hier sowohl die Mannschaften der Bürgerwerder- Kaserne al» auch diejenigen der Wcstendkaserne mit allen Waffen, Bagagewagen und Kam« meroo träten zu de» kommunistische» Arbeitern übergegangen. Neben den der« fasiungsmätzigen Behörden hat sich ein Vollzug »rat gebildet, der die Bewaffnung der Arbetrerschaft vor­nimmt. Dem. Vollzugsrat gehören neben den sozial­demokratischen Parteien und den ftomtnuniften auch de« m 0 kratische Vertreter an. Im Waldenburger I» dustriegebiet regiert ebenfalls ein Vollzugsausschuß.

Mannheim, 25. März. Am Montag fand hi« eine Tagung der badischen Kommunisten statt, in der mitgeieilt wurde, in Karlsruhe, Freiburg und Stuttgart sei alle» zum LoSschlagen bereit. Die kauf­männische» und technischen Angestellte« der große«

Die Schwäche Deutschlands eine Gefahr.

wb. Amsterdam,25. März. Englischen Blättern «uietge erflärte Churchill im Unterhauie unter Betfall früher eB |et e» die Stärke Deutschlands gewesen, die eine Gefahr für Europa gebildet habe, fett Monaten je­doch sei die Schwäche Deutschlands eine Gefahr.

Holland soll vor dem Hunger helfen.

wb. Haag, 25. März. Wie das Korrespondenzbüro meldet, trafen im Haag Stadtverordnete aus Esten, Dr. Helm und Bergarbeiterführer Otto Hub und noch zwei andere Abgeordnete der rheinisch-westfälischen Städte hier ein, nm mit der niederländischen Regierung über eine sofortige Versorgung des Ruhrgebietes mit Le­bensmitteln zu verhandeln. Dr. Helm und Huö teilten mit, daß in Dortmund überhaupt fein Brot mehr vorhanden fei. Die Versorgung der anderen Städte des Ruhrgebietes könne nur noch für einige tage gewährleistet werden, sodaß, wenn nicht sofort noch dem Zustandekommen beB Frieden» zwischen den augenblick- lichen Machthabern des RubrgebieteS und der Reichs­regierung große Mengen Lebensmitteln heran gebracht würde«, mit einem Chaos gerechnet werden mäste. Helm sagte: Unter dem Eindruck dieser entsetzlichen Lage sind wir hierhergekommen, um die Hilft der niederländi­schen Regierung anzurufen.

Manbtfdw» Militär besetzt die Grenze.

kg. Köln, 26. März. Die holländische Grenze ist sei der Nacht bom Donnerstag von holländischem Militär besetzt toorben. Holländische Artillerie ist aufgefahren.

Internierung eine» deutschen Minensucher» in Holland.'

wb. Amsterdam, 25. März. Wie die Blätter ou5 Nieuwe Diep melde«, ist der deutsche Minensucher U. Z. 18 dort von einem niederländischen Torpedoboot einge­bracht und vorläufig interniert worden.

Das preußische Ministerium.

Berlin, 86. März. Auf Grund des Aktions­programms ber Unabhängigen hat die fozialdemokra- ttsche Fraktion ber LandeSversammlnng beschlossen, die Abgg Gräf, Limberis und Brandenburg zur Fraktion der Unabhängige« zu entsenden und mit ihr über die Bildung einer gemeinsamen Regierung zu verhandeln. Die Fraktion ber Unabhängigen hat jedoch durch die Abgeordneten Dr. Rosenfeld und Stöcker erklären lassen, daß fw nur an einer rein sozialistischen Ne­gierung teilnehme. Infolge der Weigerung der Un­abhängigen muß es bei dem bisherigen Koalitions- kabinrtt bleibe«. Für die ihr zustehenden Minister schlug die sozialdemokratische Fraktion folgende Ge­nosse« vor: Präsidium: Krüger, Finanzen: Lüde- man«. Inneres: Severing, Landwirtschaft: Brann, Unterricht: Haenisch; dazu kommen twch je zwei demokratische und Zentrums-Mitglieder.

kg. 93In, 26. März. Aus Hagen wird gemeldet:

------- unb

Nübel bewilligt zur Unterstützunz ber Sowjetbeweguug in Deutschland.

Frankreich.

Berhandlungcn llber ein deutsch-französisches Wirtschafts­abkommen.

tob. Paris, 25. März. Wie bi« Abendblätter mel­den, werde demnLchst eine deutsch-französische Kommis­sion zusammenrremn, um über ein WtrtschaftSab- kommen zwischen Frankreich und Deutschland zu ver­handel«. Deutschland werde durch den Ministerialdirek­tor GSppert. Vorsitzenden ber deutschen Friedensab- otbnuag und Ketzerin rm Le Snire vom Reuhtzwirt-

Schadtilersllhkiaqe qeqen RegierungS- Mitqlikdkr.

Hannover, 28. März. Große Jnbustriesirmen beS Bezirk» Hannover haben die Einbringung einer Schadenersatzklage gegen die mehrheitsfozialdemokra- ttsche» Mitglieder ber Regierung einschl. beS Reichspräsi­denten Vbert beschloffen und bereits eingeleitet, weil ihnen durch den Generalstreik ein großer Schaben ent­standen ist unb die «rbeitervertreter von ber {Regierung nicht gewarnt worden feie«.

Tie Ziele der Kommunisten.

In der Jgihung der Berliner revolutionären Betri-btz- ite am Sonntag erklärte der Sprecher der Kommunisten n.a.:Wir als Kommunisten fordern die Diktatur des P r v l r t a r i a t S, die Räterevubllk, aber tote wissen auch, daß diese Forderung heute noch mit dem Widerstand ^r prosten Mehrheit des Proletariats zu rechnen hat. Jede andere Regierungsform ist.ein Kompromiß mit rück- bändigen Anschauungen. Ist die Räterepublik möglich? teder Kommunist muh sagen: Nein, Deutschland uns» Re westeuropäischen Länder sind noch nicht so weit. 68 kommt für uns darauf an, sede bürgerliche und Koali­tionsregierung zu bekämpft». Die Arbeiter müssen sich :fire politische Kampforganisation schaffen, bie Ar Heiter­räte. Tie Kampfmittel, die dem Proletariat zur Bet* fiaitng sieben, find: Der Generalstreik und alS Steigerung des Generalstreiks der bewaffnete Aufstand. In kommen-

Kämpfen werden dft Genossen im Verkehrswesen ihre Pflicht tun müssen. Die Koalition muß vernichtet werden. Deshalb wollen wir den Stteik fortsetzen. Die 'aonwärtige Lage ist nicht reif für eine Räterepublik, 'andern für eine reine Arbeiterregiernng. Als evolutionäre Arbeiter ist uns eine reine Arbeiterregie- ung ansierordentlich erwünscht. Sie kann allerdings "r r-'ve IlebergangSPeriode bilden. Wir msisien die Arbeiterregierung erzwingen. Der rechte Flügel Ser U. S. P. bat diese Gelegenheit verpaßt. Die Ar­beiterregierung muß erzwungen werden, kein anderer Weg übrt zur Räterepublik."

Ein Teil bet Kommunisten wollte an das Anslieft- rnngsverlangen deS Verbände» anknüpftn und glaubte damals, als dieft Frage brennend wat, bie Stunde ge­kommen, um eine wirkliche Volksbewegung hinter sich z« bringen. Die Abmilderung de» Verlangen- bat ihnen irdoch den Wind au» den Segeln genommen. Die anbete Richtung wollte zum minbeften die Einbringung bet Ernte abgewartet wissen, um gegen den Generalstreik mit seiner Hungerblockade durch Stillegung der Ver­kehrsmittel besser gerüstet zu sein. Auch dieser Richtung ist aber durch bie letzten Ereignisse <n Strich durch bie Rechnung gemacht worden.

w tim Müßen KIMm?

, Aj-H den heute vorliegenden Nachrichten bars die toe im Industriegebiet etwas zuversichtlicher beurteilt werde:,. Der Bielefelder Berttag, ber den Gewerkschaften entscheidenden Einfluß auf die^Neubildung der Regierung gpj, i-fe Neuregelung der Wirtschafts- und sozialpolitischen Gefttze einräumt, im übrigen den Berliner Abmachungen entspricht (sosortige Sozialisierung, wirksame Erfassung her Lebensmittel, Ortswehren statt Einwohnerwehren, Meberaufnahme der Arbeit usw.), wird von dem Sagem Skttonsansschutz anerkannt. Alle AktionSauSschüsft wer­ben ae'gefordert, für dft Durchführung der Bielefelder ßftdimmngen zu sorgen. Dierote Armee" vor Wesel, hir entgegen den gestrigen Meldungen noch nicht in Wefri emgerückt ist, aber dicht vor der Festung fleht, soll jb Unterhandlungen bereit fein. Nach demBerl. Lokala." tzsikl sie eher nicht eher dft Feindfeligkeiftn einstellen, his bk gesamte Besatzung von Wesel sich ergeben habe, Nach einer Essener Meldung soll die endgültige Gestattung der Lage von dem Ergebnis einet Betriebs- räte«ftmmlung in Essen abbängen:

Fssen, 26. März. Gestern Nachmittag fand in kfftn eise Versammlung sämtlicher Betriebsräte deS Rnhr» gehiets statt, um zu den einzelnen Punkten des Biele- fKer Ahftmrnens endgültig Stellung zu nehmen. Von den 8r>ttbnissen dieser Beratung wird die Gestaltung ter Sage im Ruhrgebiet in erster Linie abbängen. In Useu selbst herrscht Ruhe. In und um Wesel ist feit gestern völlige Waffenruhe eingetreten. Beide Par­teien si»d in den gehaltenen Stellungen stehen geblieben Die bereits begonnenen Verhandlungen lassen auf eine .friedliche Einigung hoffen.

i Eimr Wolffmeldnng zufolge faßte dftfe Betriebs- kift-Versammlung eine Entschließung, wonach fofort ein -ezrrSrai in Essen zu wählen ist, der nach Einvernehmen mit der militärischen Leitung zu Verhandlungen unb Be- Wiffcn ermächtigt ist.

Lndkndorff.

Die sozialdemokratischen unb demokratischen Blätter bringen noch immer spaltenlange Abhandlungen über den Kapp-Pntsch, hinter denen bie Volk unb Reich tn schwerste Gefahr bringende« Vorgänge im Industriege­biet nahezu in den Hintergrund treten. Man sucht vor allem eine Schuld LudendorsfS an dem Kapp-Putsch M ertneifen. Nach einer Darstellung desVorwärts" habe Ludeudorsf am 12. März im Reichsmarineministerium, wo er fein Hauptquartier gehabt habe, den fozialdema» krattfchen Stadtrat Odenwciler au» Homburg v. d. Höh« gebeten, ihm Unterredungen mit dem sozialdemokrati« scheu Parte ivorstand und dem Vorstand des Allgemeinen deutschen GewerkschastSbundes zu vermitteln:Wir ha­ben bie Sacke mit Kapp nur gemacht, weil wir kein« Männer hatten, weil wir einen Mann mit «fer­nen Nerven brauchten. Leute wie Kardorff unb ©trefe» tnann finb doch nur Hampelmänner; wenn Sie un» Männer mit eisernen Nerven stellen, so sind wir bereit, auch mit I h n e n bie Regierung zu bilben." DerVor­wärts" sieht tnbte fer Erklärung ein volle» Geständnt», baß bie Kappbewegung eigentlich eine Subenborffberoeg- ung gewesen sei, und fährt fort:Tatsächlich hatte benborff mit Kapp unb Oberst Bauer 'zusammen schon feit Wochen ein Büro eingerichtet, ba8 mit Offiziere« Fühlung suckle. ES sprechen bie stärksten Gründe bafül. baß Cubenborff der eigentliche Urheber unb Leiter ge­wesen ist."

Was an diesen au» rein parteipolitischen Beweaqeün- ben erhobmen Aiischulbigungen wahr ist, wirb bie bevor­stehende Untersuchung ergeben.

Die BiMlmig her fiobinette-

DaS Nkichslabinktt.

Die Vewerkschafte« gegen Cane unb Schiffer.

Berit«, 25. Mäitz. Tte Verhandlungen über die Umbildung der Reichsregierung waren bis gestern so gut wie abgeschlossen. Bon dem Rücktritt de» GesamtkabinettS tootlre man Abstand nehmen. Fite das Wiederaufbauministerium stellten die MehrheftS- sozialdemokraten daS Mitglied bet preußischen Landes­versammlung Lüde mann. Gestern Nachmittao machten indessen die Gewerkschaften, auf die mit ihnen in der vergangenen Woche getroffenen Vereinbarungen hinweisend, Schwierigkeiten und forderten d'e Aus­schließung CunoS auS der Kombination sowie den Rücktritt deS sozialdemokratischen Arbeit-Ministers Schlicke onb bei demokratischen Iustizministerk Schiffet, weil beide in der vergangenen Woche fick auf Verhandlungen mit der Kapp-Regierung eingelassen haben. Nach langen Besprechungen ließen bie Gewerk­schaften den Einspruch gegen Schlicke fallen. Die demokrattsche Fraktion er Härte sich mit Schiffer soli­darisch und kündigtedenAuStrittberdemo- kratischeu Minister an für ben Fall, daß die Gewerkschaften auf ihr« Forderung bestehen bleiben sollten.

Berlin, 26. März. DerLok.-Anz." meldet, daß dft Gewerkschaften Schiffer» Rücktritt fordern. E» schwe. ben noch Verhandlungen wegen Cuno. Der Austritt ber Demokraten au» ber Koalition fei damit nicht mehr unmögllch.

Wb. Berlin, 28. März. Gestern Abend wurde folgende Aenderung km Reick-ministerium als fft- siehend erachtet: Finanzen E y n o;- ^thohmivistet Wirth; Wehrministet G e ß l e t; Wiederaufbau Lüdemann. Weitere Aenderungen sind nicht ein- getreten.

1 Die Oberhrf'llche Zeitung" erscheint letbsmal wöchentlich. Bezugsvrei« me- i w.)atl. 2,50 Für ausfallende Nummern infolge Stteik» ober elementarer Ereign-fft J19. I - tem Ersatz «erlag »on Dr (L httzeroth. Druck bet Uni» - «uchbr. h * | »on Iah. Lag. Kack. Markt 21/28. Frrmotrch« 56.

Berlin, 26. März. DemBerl. Lokalanz." zn- Mse erklärte der Zivilkommisirr Tbftlemann in Bi^efeld piff® Vertreter derKöln, ^g.", die rote Armee rcr kesel sei in ihrem Sieges ta um el kaum zu halten. Bie Reichswehrtruppen ftieu sehr stark unb holten den Auhrbejiti größtenteils umzingelt. Der VvllzngSrat Id kmLht, die rote Armee fest in der Hand zu behalten Ihtr ratt Ruhe unb Vernunft sei jetzt Ordnung zu schaffen.

M WiM dn SHihMfl.

5ine ErNSrmlfl ber amerikanischen Neaieruni'

tob. Berlin, 25. März. Herr Dresel, der al» Vertreter ber Bereinigten Staaten in Berlin weilt, hat am Mittwoch dem Reichsminister Müllet fol­gende Ervätung feiner Regierung übermittelt:

Die Regierung bet Vereinigten Staaten der folgt mit Sympathie bie Bemühungen ber deutschen Regiernno zur gleichzeftiaen Bekämpfung der Gewalten der milita­ristischen Reaktion und der Auarckft. Dft Reaftnrng der Bereinigten Staaten hat mit Befriedigung ftsistellen Wu­nen, daß da» deutsche Volk dft Regierung in ihrem erfolg reichen Widerstände gegen die Ungesetzlichkeit unterstützt bat und hofft nuumeht, daß dft Anstrengungen, dft Demo- ftutft aufrecht zu erhalten und Rübe und Ordnuna gegen dft dunklen antidemokratisch^ Elemente, deren Obsieaen DeutschlaUb Ä Anarchie unb Ebao» ftotte«roürbe. erftlareich sein werden. Die Regierung bet Bereinig­ten Staate« vertraut auf eine von dem gefunden Sinn dittierte Wtedetanfnahme bet Arbeit und des Handel» in Deutschland und würde eineu Umsturz der ge­setzliche« Ordnung, ber dft von den alliierte« unb asso­ziierten Ländern in Anrftcht genommenen Hilfsmaßnah­men unmöglich wacht, aufs tieffle bedauern. Die für den Wiederaufbau der deutschen Industrie notwendige Wiederaufnahme der Handelsbeziebungen würde dadurck sehr erschwert, wen» nicht überhaupt unmöglich gemach» werden.

Gegen bie französischen Bormarsch- bestrebungen.

tob. Paris, 25. März. Jean Longuet drahtet demPopulai«" aus Manchester von bet Tagung des VerwaltungSrats ber unabhängigen Arbeiterpartei über die Jntemattonale, bie englische öffentliche Meinung sei stark erregt, durch ben Feü>zug bet französischen bürgerlichen Zeitungen für ein Eingreifen bet Ver­bündeten in Deutsch and. Die Regierung Lloyd Ge­orges scheine einem Eingreifen ausgesprochen feind­selig gegenübcrzustehen unb bann mit Amerika und

Die Etellttttgskäisipfe an der Lippe.

DieKöln. Ztg." meldet aus Duisburg vom 24. März' In dir Zeiten der Stellungskämpft an den Fronten Ifcmbt man sich versetzt, locnn man sich über Dinslaken der Umgebung von Wesel nähert. Heftiges Raf^liiengewehrgeknatter bringt schon van weitem über IhS Gelände, nur ab und zu unterbrochen von den bimvftn Einschlägen schwerer Minen und dem scharfen, «ißendcn Krach explodierender Granate». Auf beiden Seitz.« wird Artillerie verwendet. Auf beiden Seiten Wirb mit großer Erbitterung gekämpft. Dft Gegner liegen in Schützengräben gegenüber, und ab und zu fchweben über ihnen die weißen Wölkchen von Schrapnells, kt besonders die Reichswehr verwendet. Diese bat einen ftäiffa Rückhalt an der Festung Wesel, die noch über einen drohen Vorrat an Munition verfügt. Die Arbeiter Ntits jedoch der Ansicht, daß sft dauernd Nachschub aus 0>ü»ster bekäme und dadurch in der Lage sei, weiter;!!- Kmt-ffn. Ihr Bestreben war dabet darauf gerichtet, duft Zujsihrung8^>M zu unterbrechen. Dftfe» ist ihnen «ch gelungen, ii>«m sie dft Bahnlinie, dft bei Reck- ^ghar-ft» nach Münster abbiegt, bei Dorste« ge- rttengt hi,ben. Wesel liegt gut geschützt zwischen ber «pre nd dem Rl/rin, unb deshalb können dft Arbeiter Mr ben zwei Seiten angreifen. Ihnen lag vor allem berou, ber die Lippe zu kommen; diese» ist ihnen, wenn *sch unter recht schweren Verluste», bei ihrem Wch Flügel gelungen, der gestern dft Lippe über- ptütet hat. Im übrigen muß zugestandeu werde», M in manchen Unternehmungen ber Arbeiter eine ge- ftbntfc Leitung und eine gewisse Organisation zu spüren Mt. Aus ber Straße zum Kampfplatz herrscht reger 8er- tehr. Ans bet Richtung Elbetftld und au» der Richtung Wen swen gestern neue Arbeitertruppen mit Geschützen to- T-ft Bespannung ist tote bei Kriegsbatterie« regel- Mit unb vollständig, zum Teil ganz neu. Dft Protzen fab besetzt mit bewaffneten und Ziaaretten rauchenden Hilden Gestalten, denen ähnliche, jedoch etwa» voll- M^-itzer aussehende Gestalten al» Führet Vorau reiten.

Geschützführer find durchweg ausgebildete, kriegS- krfthve« Leute, und mancher Bkzeftldwebel unb Ofsi- kttstelkvertreter findet sich zwischen ihnen. Von den l^ichstoehttruppen selbst Witt» berichtet, daß ba» Feuer Arbeiter meist planmäßig unb gut geleitet Dazwischen befinden sich vollbesetzte Lastauto«, deren und Schutzbleche oft noch mit Bewaffneten be- sind. Meldeautos unb Motorradfahrer jagen hin ** ber. Für regelrechte Ablösung wird gesorgt, denn lind genug Leute vorhanden. Kein Wunder bei den Jux ihnen geboten werde».

^Darüber berichtet die ,Köln. Ztg," ebenfalls Näheres: weniger al» 65 Mark täglichen Sold sowft Ver- ^gung und, soweit möglich, Ersatz für Kleidungsstücke ^ite» tu Duisburg nach einer Anordnung deS revolu» Vollzngsrals bie KamVftruypen vom Tage ihrer 5**1 cun8 an. Dft Mitglieder der Arbeiterwehr für den und dft übrigen im Dienste des Voll- arbeitenden Personen erhalten 40 Mark täglich