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mit dem Krclsblatt für den Kreis Marburg
Tageszeitung für (das früher knrhchische) Oberhessen
1920
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Wb. Berlin, 23. März. Auch die vergangene Nacht und der heutige Vormittag sind vollkommen ruhig verlaufen. Kraftwagen mit N-üchSwehrsoldaten und Sicherheilsbeamten, teilweise mit Scheinwerfern ausgerüstet, streifen die in tiefster Fin^ernis liegenden Straßen ab, doch nirgends waren Ansammlungen oder gar Zusammenstöße zu verzeichnen. Der Fuß- oänaervcrkehr war heute bei schönem und sonnigem Wetter sebr lebhaft. Wilde Fuhrwerke für den Personenverkehr sind wied-r sehr zahlreich aufgetaucht. Die Hoch- und Untergrundbahn hat in der 8. Abendstunde den Verkehr wieder ausgenomen. Die Drucker verquicken neuerdings ihre Lohnforderungen mit p o li - tischen Wünschen Sie verlangen in den Zei- tungsbetrieben maßgebenden Einfluß auch nach politischer Richtung. Die Großbanken hielten zur Zeit des Umstürze- ihren Betrieb aufrecht, wenn auch in beschränktem Maße. Ein Fernsprechamt nach dem andern hat wegen Strommangel zu arbeiten aufgrhört. Heut« thrarbt auch das Amt Moritzplatz stromlos, sodaß jetzt fünf Aemter stilliegen. Das Groß- Berliner Rettungswesen leistete in den verflossenen acht Tagen 325 Personen, die bei den Unruhen verlebt
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Berli«, 23. März. Bon zuständiger Stelle verlautet: Der RriebSwebrrninister hat nach seiner Rück kehr sofort den Admiral v. Trotha, den frühere- Chef der Admiralität, seine- Amte- enthoben. Ar Generalen find vorläufig durch neue Männer ersetzt Generalleutnant v. Estorfs, Königsberg: Gneral keutnant v. Bernuth, Stettin; Generalmajor v.
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Ao!wM!nrll--n bal>en erstere alle Bestrebnuge« a b g e - lekat, die auf die Errichtung einer Räterpublik hin- Miklmefen.
Berlin. 23. März. Die Geschäfte bei Reichswehr, »ir Peri ums führt bertretungstoeise General M. S « eckt.
Lettvw-Vorbeck, Schwerin.
Oberst v. Schönstedt und Oberst AhrenS von Berliner Sicherheitspolizei sind vom Minister Innern vorläufig beurlaubt worden.
Die preußische R-giemng hat belasten, gegen
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Beamten, di« sich als Anhänger der verfassuugswidriaev Staatsstreichregierung bekannt, oder die die Ziele dieser Regierung in irgendeiner Weise gefördert haben. b:8 ziplinarisch vorzugehen.
Der Reichspräsident bankt in einem Aufruf de, Beamtenschaft für die bewiesene Treue sowie den in Berlin tätigen UnterstaatSsekretären für ihr mann hafteS und pflich^gctrmtes Eintreten für die Regierung
Wb. BreSlan, 23. März. Der Erste Staatsanwalt erließ einen Steckbrief gegen den Rittergutsbesitzer v. Kessel-Oberglauche (Kr. Trebnitz) wegen Hoch Verrats. Kessel hatte während der neuen Revolution den Posten alS Oberpräsident von Schlesien angenommen.
Der Chefredafteur der „Schkes. ßtg." Dr. Schottin und der deutschnationale Stadtverorisnete DzialaS. die wegen Hochverrats verhaftet wurden, sind auS der Haft entlassen worden.
wb. Krel, 23. März. Prinz Heinrich von Preußen war wegen Verdachts der Verfchwörnng npt Kapp und Genossen einige Tag» im Manenheim bf; Eckernförde inhaftiert. Der V'r^acht scheint sich aber nicht bestätigt zu haben, denn der Prinz durste wieder nach seinem Gut Hemmelmark zurückkchcen.
Der Anzeigenpreis deträqt für die »get» -seile 6n jt amtbdbe und «u«eät-| -1 q.l.a riae 70 , Reklame,eile i.50 X. Zu allen Vrt'frn 10*', Muffdiloa. Jeder Radarr aili f x'Hwiy« als Larradatt. Be Auskunft durck die kbetchSttsstell» u. Bermtttlun« ret In.
Berlin, 24. März. Nach elftägiger Pause sind die Berliner Zeitungen zum ersten Mole wieder erschienen. Sie enthalten vor allem zusammenhängende Schilderungen der Ereignifl« in den verflossenen bewegten Tagen und stimmen darin überein, daß der Schaden, den Kapp und seine Anhänger verursacht haben, ungeheuer ist und alle Kräfte angef panut werden müssen, um wieder aufzubauen, toa» sen« zerstörten. In der „Voss. Ztg.» schreibt Georg Bernhard: Die Regierung Bauer wird bei ihrer Rückkehr auS Stuttgart wohl erkannt haben, daß bk einmütige Äraftanspannung aller deutschen Kreise lediglich al» Protest gegen den versuch der Gewaltherrschaft von rechts, aber nicht etwa als Vertrauensvotum für di« alte Negierungspolitik gedeutet, werden darf. Der Politiker, nicht der Militär, bat jetzt da» entscheid.-nde Wort zu sprechen. Eines der am meisten befehdeten Zugeständnisse ist die Zubilligung de» Einflusses der Gewerkschaften auf die Zusammensetzung des Ministeriums und auf die Richtlinien der Politik. Di« Fraktionen, die dies« Bedingung gutgeheißen, müssen sich darüber klar sein, daß in ihr höchst gefährliche Keime schlummern. Roch einmal ist aber jetzt in den Gewerkschaftsforderungcn die Möglichkeit geboten, um auS der Enge und Planlosigkeit der Tagespolitik heran» in dir fruchtbaren Gefilde zu gelangen, wo die Saaten neuer Zeiten reifen. In einem Aufsatz .Die Herrschaft der 100 Stunden* sagt die „Deutsche Zeitung": Der Kappsche Husarenritt war in seinen Wirkungen ein Verbrechen am nationalen Gedanken. Kapp und dk um ihn stehenden Kreise scheiterten an politischer Unfähigkeit und Halbheit. Da» Furchtbarst« ist, daß diese politischen Ki n. der letzten Endes di« Geschäfte der Demokratk besorgt haben. Dk Regierung‘Bauer hat au »gespielt,
gebot« 25 4 Sondergebüdr. — Postscheckkonto: Nr. 5C15 Amt Frankfurt . M.
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Seikb-m im Kriege und Noch'riege da? Nachrichtenwesen in eiirm bewußt gehandhabten Mittel der Veein- stussuna der Volksmrinung und -stimmung geworden ist 'st rok b-im Paoiera-ld die Achtung davor rapid gesunken. Jede ?üaf rächt sich eben. Sicher laufen auch beute viele ll-dertreibungen mit unter. Wir möchten aber dock davor warnen, die Lage heute nicht bitter ernst ju nehmen Was an wahren Nachrichten zu uns kommt, genügt völli" den Ernst der Lage zu durchschauen. Hetze sowohl wie "Flaumachern sind eben so irreführend wie falsche Nachricht rre
Wir wiesen bereit» gestern darauf hin, daß die Nach- richtcuftellen und Zeitungen im Industriegebiet unter Kontrolle und Zensur der die Lage beherrschenden Arbeiterschaft stehen und daß die Meldungen danach bewertet werden müßten. Den bisherigen Berichten über dk Vorgänge in Ellen kann heute ein Bericht von anderer kette gegenübergestellt werden:
wb Elsen, 23 Mär,. Ein von anderer Seite »?r- bve-'teter Bericht über die Kämpfe in Essen entsprich« --öüt-uteils den tatsächlick-n Vorgängen nicht und ist sinnentstellt Die Kämpfe spielten sich nach den bis fept vorliegenden Meldungen folgendermaßen ab: Dir grün« S'cherheit?vos!i»ei nahm erst »or etwa <toci Monaten in Esiru den Dienst auf. ES waren bei Ausbruch der Unruhen nur drei Hundertschaften in Eisen, Mr im Vertäu' der Kämvle um weitere fünf Hundertschaften verstärkt wurden, io daß im ganzen dem Polizeipräsidenten "ou Ell-n nur etwa tausend Mann zur Verfügung standen Dieft nm dien verstärkt durch die dort noch bestehende Sicherheitswehr, dft aber auch nicht mehr stark war. do sie am 1 April aufgelöst werden sollt«, und eine Einwohnerwehr, die größtenteils auS Börgerkreisen gebildet war und deren Einberufung bei Ausbruch der Unruhen erfolgte. Außerdem bestand noch bk blaue Polizei Alle vier batten bei Ausrufung der Regierung Kapr nur da» Ziel im Auge: Aufrechterhaltung der Ordnung ■’r.b Veränderung verbrecherischer Neber grifft. Sie per- luchten, im besten Einvernehmen ihr« Ausgabe zu er- lßllen. auch als die Zahl der Kommunisten und Spartakisten bi» zu zehnfacher Uebermacht ansckwvll Die Kämvft spielttn sich folgendermaßen ab: Am Montao und Dienstag voriger Woche benutzten dft radikalen "Elemente tve Aufregung, die durch die Ausrufung der Regierung Kavv in dft Masien getragen war und heran- ^llewn größere Straßendemonstrationen. So sammelt« sich vor dem Ratbaus eine größere Menge, die m das Vatt-aiiS einzudringen suchte, um die Steuerakten heraus- ziihol-m. Der ganze Platz war schwarz. Ass die Meng« da? RatbauS zu stürmen versuchte, machten die Grünen nach öfterer vergeblicher Aufforderung, den Platz zu räumen, von der Schußwaffe Gebrauch. Am Mittwock' mar durch Sicherungstruvven die Ruhe wieder berge- siellt und dft radikalen Elemente in Eilen niedergeworftn Inzwischen waren ober im übrigen Industriegebiet auck> varke Kämvft gewesen, und die Svartakisten hatten dort 'eilweise, wo fast gar keine Reichswehr, Sicherheitspolizei nsw. waren die Herrschaft an sich gerissen. Sie versuchten mtn ihre Herrschaft auszubreiten. Ihr erstes Ziel war Essen. Dorthin ergoß sich ein zahlloser Strom, besonders 'wn Gelftukirchen. Als ein Lokomotivführer seine Ma fthine ahkuppelte und seinen mit Spartakisten voll besetzten Zug stehen ließ, verschafften sich dieft sofort Lastautos "ick kamen auf dftsen nach Essen zu. Andere batten im Nnbrgeb'et di« zwischen allen Städten fahrenden elektrischen Bahnen beschlagnahmt und war-n so auf den elek- trifdkn Bohnen hn Anmarsch. Die Essener Cicherheits- posizei trat diesen zuerst in Stovvenbcrg entgegen. Es -vtwickeften sich schwere Kämvft. Die Svartakisten waren etwa 2000 bis 8000 Mann stark. Während der Nacht rückten ans Gelsenkirch-n und Bochum weitere Scharen gut guSa-rülleter Spartakisten gegen Ellen. Im Innern der Stadt entspannen sich ebenfalls weitere neue Kämpft. Ttc Ordmmgstruvven wurden von allen Seiten einge- schsvssen. Bor der überaus großen Uebermacht weichend, zog sich die Sicherdeitswthr in die innere Stadt zurück. Der Kampf um den Schlacht- unb Biebhof und den Was- serturm am Ausaong nach Steele war besonders heftig. Am Freitag vormittag wurden vom Oberbürgermeister und dem Polizeipräsidenten Verhandlungen mit den Spartakisten eingeleitet. Gegen 12 Uhr mittags stellten die Spartakisten der Führung der Sich»rbeitsv«lizei ein Ultimatum, wenn binnen einer halben Stunde dir Sicherheitspolizei sich nicht ergeben hätte, so würde das Rathaus mit Artillerie beschallen. An der Ausführung dieftr Drohung wurde nicht gezweifelt, da die Spartakisten sich Minenwerftr und sogar 10,5 Zentim.-Grichütze verschafften. Sofort wurde au alle Abteilungen der Befehl durchgegrben: Verhandlungen im Gange, jegliches Schießen hört aus. Gefangene sind gut zu behandeln. Gleich darauf ging ein weiterer Befehl an alle Verbände - Waffenstillstand, bk grüne Polizei rückt mit allen Walsen und in allen Ehren au» Ellen ab. Dft» ward von den Führern der Spartakisten genehmigt und der Sicherheitspolizei zugesagt. Während nun die Sicherheitsverbändr sich an diesen Befehl hielten, wurden sie beim Abrücken in den engen Straßen plötzlich umstellt, durch Feuer aus den Häuften $um Waffen strecken gezwungen, und sodann von der wütenden Menge mit Kolbenstößen als Gesungene in bk Gesängnill« getrieben oder, nrie am Malierin rm, am Hauptpostamt und am Rathau«, ohne Erbarmen uied«rgestoch«n und erschlagen, sodaß nur einige, welch« zufällig in Zivil waren und sich reiten konnten, von beni lebt der fftunerade» Nachricht bringen lonntok , ,__j 4
Die Nationalversammlung.
tob. Berlin, 23. März. Die für Mittwoch anbe- ttBWk Sitzung der Naiionalversammtnng wurde nach eine« Beschluß be» Aeltesten-Au^-ulle» auf DcmnerS- jteg «rihmittap festgesetzt. Wie verlautet, will m«m vor , Oste« bie wichtigsten Gesetzesvorlagen erledigen. Die tFe-chsk»-» sämtlicher Parteien sind mit Rücksicht auf die r-olttikch« Lage und die int Gauge befindliche Kabinetts- »«tzffbtnm dauernd beisammen.
Berlin, 24. März. Wie das „Bsrl. Taoebl." hört, trirtz ftr den Kreisen der Regierung beabsichtigt, die KaRen gtrnt Reichstag Ende Mai—Anfang Juni statt- finden z« lassen.
oder sonst z« Schaden gekommen waren, die Hilfe. Auf den verschiedene« Stationen wurde« gesamt 18 Tote eingeliefert.
Wiedererscheinen bet Berliner Preffe.
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Milt»sch. 24.
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Di« Arbeiter drohen mH Zerstörung der Bergwerke. — Ein zweitägiger Waffenstillstand.
Bielefeld, 23. März. An der gestern hier ai- gehaltenen Besprechung Über die Lage im Industrie« Geb-et gab ReichSkommllsar Severing einen Uebev- blick Cf er die Lag» und erklärte, daß sich tm Industriegebiet eine komm unistische Kampfzentrale --«bildet habe. Reicbsminister GieSbertS, der hn Auftrag der Regierung mit den Arbeiter verhandelig soll, erklärte, daß ba« Kabinett einmütig darin sei, Be'banbluugen mit dieser Kamvfzentrale ab zu lehnen. Es wurde rine Kommission g bildet. um rin» Grundlage zu finden, damit dem Kampf der beide« Parteien ein Ende gemacht werde und daS Blutvergießen aufhöre. Die Vertreter der bewaffneten Arbeiter erflarten, bei einem Sieg der NegierungStGppeH^ würden die hinter ihnen stehenden Bergleute f 5m liche Bergwerke in die Luft sprengen Di« Kommission kam zu dem Ergebnis, daß ein zwei« tägigerWaffensttllstandmit 2i stündiger Kündigungsfrist sofort in Kraft treten soll. Heule werdcE
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•43c» er. Btiaett); üüc&cui »s zu tSJjtn« b; Zei» ttiftrn: Ijjucfet.
zr 011 rfurt, 23. März. Die Mehrheitssozial, letcotrokn haben sich, wie der „Franks. Ztg.' gemetbet-
’-trst; schm-I»; ; Ftsch.1 *roa«n »emüf« ; Kakao- h. Äii.
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EMtt Aussicht zu haben. Gebildet wird daS Kabinett iartcaie \ v-ehrr Xn dein Reichskanzler Bauer. In scharfen AuS- thtatättfetmugen her Führer der Nnabdännla- n mit den
Danach erscheint es noch ganz ungewiß, ob «in Ergebnis und gegebenenfalls welche? bei de« VerhandlunaeN erzielt werden wird. Dks« gehen parallel mit den Per« banblungen mit den Gewerkschaften in Berlin über bk Umbildung be» Kabinett« und bk übrigen Forderungen der Gewerkschaften fotok mit den Forderungen be» Aktionsausschusses in Hagen, aus bk jetzt Reichskanzler Bauer telegraphifch getrnttoortet bat. Herr Bauer lagt nt («tuet Antwort u. a.: „Di« Entwaffnung ber Race« truppen auch im Ruhrrevier wird durchgeführt. Genera! v. Matter gehört jedoch nicht zu den reaktionären Cfft# zieren, sondern hat sich nachweisbar in bet loyalste» Weis« hinter die ReichSregierung gestellt. Di« Ent« femung der wirklich reaktionären Offiziere wird et« folgen. Die Truppenbewegungen werden «inge« ! stellt. Voraussetzung ist, daß bk Ablehnung der Räte« : diktattir nicht''nur versprochen, sondern auch tn bk Tat - umaescht wird, daß insbesondere die verfassungSmäßiaeM i Organe und Behörden wieder in ihr Recht eingesetzt wer« j den. di« Arbeiter die Dafftn niederlegen unb zur Arbeit ? zurückkehren. Die sofortige Durchführung Mrfer Maß« t nahmen ist unerläßlich. Andernfalls ist bk ReickS« vegierung außerstande. RaHrunaSmittel von bet j Entente ober Holland zu erlangen, und auch ba8 ® in* . rücken der Entente zu derhindern."
Die Lage ist also fttzt so: Di« Truppenbeweanngen fm Jnbustriegebi«t werden eingestellt, wenn die Rätediktatnr nicht ducchgesührt unb wenn bi« Arbeit wieder aufae» nommen wirb. Darüber sowie über bk Forderunaen ber Gewerkschaften auf Gewährung des Mitbestimmung«« recht« in ber Frage bet Regierungsbildung ufro. werden Verhandlungen gepflogen. Dk Sozialdemokratie strebt eine reine Arbeite rregierung an. falls Zentrum und demokrattfche Partei damit einverstanden sind. Wk es scheint, ist jedoch mit einem solchen Einverständnis nicht zu rechnen, vklmehr soll an bet bischerigen Koalition festgehalten werben.
Der drohende £nwr.
Dortmund. 22. März. Gestern ttxtrf hier etn Flieger Flugblätter ab. ht denen ausgeführt wird, baß die Rätediftattir ein gräßliches Ende nehmen werde, weil stärker noch al» die furchtbare Waffe de» Bürgerkrieg» bk Gewalt be« Hungers fei. Der Dortmunder Voll« zuaSausfchuß antwortet hierauf: Da» ganze Industriegebiet sei im Besitz be» revolutionären Proletariat». Damit seien auch die Kohlenschätze Deutschland« in dessen Händen und tna» das Heike, könne ftder leicht ermessen. E« seien bereit« Verhandlungen im Gange, daß ftir ftbe Tonne Kohl«, die hinauSgehe, eine bestimmte Menge Lebensmittel eingetausckt werde. Der In« dustriebezirk werde keinen Hunger leiden, weil et da« beste Zahlungsmittel ber Welt besitze.
Die Bers-ondlungen .welche der Oberbüraermeisttt ber Stadt Ellen im Verein mit einigen Mitgliedern deS Essener Vollzngsrat» bei der Regierung in Berlin geführt bat, sind ergebnislos Verlauf»«. Da« Reich stellt dem Inbustrftgebftt weder dft aus den Reichsvorräten ihm zustebenden Lebensrnittel zur Verfügung, noch hat sich das Reick damit einverftanben erklärt, auf den Anteü zu vetzichftn, der ihm auS den aus der Kohleuaussiibt entünnbenm Devjftu zusteht. Ohne diesen Verzicht sind die Devisen nicht zu verwenden. Auch von Holland ist keine Hilfe zu erwarte», da Holland mit keiner Instanz verbandeln will, die mit dem Rätw gedanken irgendwft fvmpathisiert. Ein« weitere Verschärfung der Lage zeigt sich fttzt in der Knappbeft be« Geldumlaufmittel. E« sind fast nur Noten zu 1000 TOt zu haben, während an tlcincm Scheinen der Mangel immer größer toid) ,fe daß * Lohnzahlung sehr «m lchnxrt. Wen» nicht unmöglich gemacht toirISu
Duisburg, ö. Mürz. 8l« Geschäftsführer bet LebensmittelkonzecnS bei Gemeinden wurde der fcri* ftflüukus Dr. Sirvrrcht in öiecktmghcuiie» bestellt. 8*
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iF wi. Berlin, 23. März. Nachdem bereits heute LvrmÄgg der Allgemeine deutsche Gewerkschastsbnnd ß» Aickeitsgemeinschaft der freien Angestelltenverbände, hr Ausschuß der GewerksckmftSkommissionen für. Ber- En Ach Umgegend, das Komitee der Unabhängigen Bejiofceinofretic Deutschlands und die Sozialdemokra- t Kch? Partei Dcntschlands den Abbruch des Streiks ießdftftxn hatte, proklamiert nunmehr auch die Ber- 8a« Äfteiklcftugg die Wiederaufnahme der Arbeit.
5* tzk „Freiheit" wird die Vereinbarung ber ge- tzeurden Gewerifrhaften unb Parteien veröffent'ichtz ks 6fi§l darin: Nachdem die Vertreter der Req-r- | Tüng8jrarffien sich verpflichtet haben, für die Dusch' Ehrung der gewerkschaftlichen Forderungen, die bas f StflfSnk des Generalstreiks zufammenfallen, in ihren iiitichstggZfraktivnkn einzutreten und die soziasdemo- ftasisch« Fraktion deS Reichstages sich gllchlesft« hinter Forderungen gestellt hat, der Vorstand der U.
P>D. sie als Mindestforderungen anerkan-d ist. 7>ockd«m der Leiter der Reichsregientng die bin- Erklärung abgegeben hat, 1. daß die Truppen ri-.riii: bis auf die Spreelinie zurückgezogen werden, t dog der verschärfte Belagerungszustand sofort auf« ßchvbkn wirb, 3. baß die bewaffneten Arbeiter, be- dmbe-s im Ruhrrevier, nicht angegriffen toet- 4. daß mit den gewerkschaftliche« Verbänden Hf Hereinnahme der Arbeiter in die Sicherheits- Verhandelt werden soll, wird beschlossen, den 9tr» kikr», Angestellten und Beamten im ganzen Reich I* empfehlen, den Generalstreik mit dem 23. 3. zu W’tbt: »nd die Arbeit allenthalben wieder aufzu- ^s»g. Die unterzeichneten Gewerkschaften unb Par- ***» verpflichten sich, falls die Forderungen dec G'- ^erMasten nicht erfüllt und die Zusagen der Re- gebrochen werde«, von neuem zusammenzu- u»b über die er neu te Ausnahme deS General- w<<f# zu entscheiden.
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Verfahren gtsien die Kapp-Anh«nqer.
i. riK. Berlin, 83. März. Tie beim Reichsgericht «chwebextze Untersuchung wegen deS hochverräterischen l ^llerur^En? nimmt seinen Fortgang. ReichsgerichtS- k s ch i S g e r wurde zum Untersuchungsrichter Reichsgerichts ernannt. Unter den Personen, auf -lchr di« Boruntcrfuchnng inzwischen ausgedehnt tvor- 7ft’ lfi, befindet sich der frühere Unterstaatssekretär ^8«lk«nHausen. Tie Beschlagnahme des ° nd der Angrschnldigten ist tm Gange.
Berlin, 23. März. (Amtlich.) Die sofort den Rädelsführern wegen Hochverrats anfgenom- Ermittelungen ergaben, daß die Täter an- unmittelbar nach dem Fehlschlägen ihres Un- । ^d«e»S flüchtig gegangen find. H a f t b e - und Steckbriefe find gegen folgende Personen r^Wt: Generallandschastsdirektor Kapp, Regie- ^/^br5fih.tiU a. D. Iagow, Major a. D. Pabst, a. D. Bauer, Arzt unb Volkswirt Dr. fe«* Naumburg und den srühereu Rechtsanwalt
I vi« „rt-erhelH'*« peituna“ erscheint leckomal wöckentltck — V«,uasvr«is wo- ,-atl. ",50^.-Für au«fal'enbe9tui"mern infolge streik« ob««knwntatet Ereign fitem Ersatz — «trlaa von Dr T. Hiverotd. — Druck bet llntw « Vuchdr. non Ioh. A u g. Kock. Marft 21/23. — F«r»ivreck« ft5.
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- r;i Wirtz» mit der Neubilbung des Kabinett» befaßt. Unter wannt tcn tztsherigen Regierungsparteien habe e» keine v -kemmmsverfchiedenheit darüber gegeben, baß auch baS idit a!» neue Kabinett au« Sozialdemokraten, Demokraten unb ReiiefftL Zentrum gebildet werben müsse. Die Sozialdemokraten atü be-' Habe, gewümsckt, nicht mehr den Reickswehrmmister Dec a!« ^<-xx xu müssen. ES sind neuerdings Berhandlungeu ■'* pn Gouge, einem demokratischen General an