mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg
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Tageszeitung für fdas früher kurhessische) Oberhessen
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Die „Oberhestllcke Zeitung" erscheint sechsmal wöckentiich. — v«ug»prei« tno« n atl. 2,fiO jC.—Fiir au«fal'«ade Nunimern infolge Streik« oder elementarer Ereign ffe kein dtfak. — «erlog von Dr. L. tziUerotl». — Druck der Uni».• Vuchdr. nen Ioh. ® u g. Koch. Markt 21/23. — Fernsprecher 56.
Marburg
jRmdag, 22. Mir,
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55. Iahrg«
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tob. Cassel, 21. Marz. Die Sicherheitspolizei uahni heute im Reichswerk (früher Munitionsfabrik) eine gründliche Durchsuchung vor, wobei mehrere Autos über 100 Maschinengewehre, ein Geschütz und viel Munition beschlagnahmt wurde. In der Stadt herrscht Ruhe.
tob. Gotha, 21. März. In der Stadt herrscht Terror übelster Art. Die Ortschaften Warza und FriedrichSwerk sind in den Händen der Aufrührer.
Jena, 19. Mär». Im Einverständnis mit der wei- marischen Regierung sind die Um'rersitätSpwsessorcn Plate und Stoh in polizeilich« Schutzhaft genor - men worden. Sie sind der Beteiligung an den Umsturz-' bestrebunge» verdächtig.
Heber die Lage im Reiche läßt sich jetzt einiger- Naßen klar sehen. In Westfalen, dem nördlichen Teil des Rheinlandes und Thüringen haben die Kommunisten die Oberhand. Zn Sachsen, Schlesien, Brandenburg, Ostpreußen, Hannover, Heffen- Aajsau und Siiddetttschland hat die Regierung die Hewatt in den Händen. Zm einzelnen verzeichnen vir felgende Meldungen:
Der Latzriff auf Dortmund.
Dortmund, 1L Mär». Der Angriff auf Dortmund entwickelte sich, wie die „Rheintsch-Weftf. Ztg." berichtet. am 17. morgen au» der südlichen und südöstlichen Feldmark heran«. Echan in den frühesten Morgenstunden trafen Zehntausende auffallend gut ausgerüsteter Arbeiter au« Hörde, Hagen, Bochum, Iserlohn, au5 dem Süden kommend, hier ein und griffen in ausschwärmenden Schützenlinien die in der Märkischen Straße wachthabende» Einwohnerwehrmänner an. Gleichzeitig ging eine andere Abteilung au« dem Südosten gegen den Rheinischen Bahnhof vor, auf dem, wie man wußte, da« Korps Lichtschlag auf eine Abfahrtmög- kichkett wartete. Von Norden und Westen rückten dann bald noch übermächtige bewaffnete Arbeiterniaffen ein, so daß die Einwohnerwehr, da« Polizeiaufgebot und die Sicherbeitswehr dem Druck nicht mehr standhalten konnten. Der Südbahnhof war bereit« um 10 Uhr von den Arbeitern genommen. Hauptmann Heeringcn, der den Leuten immer wieder versicherte, daß sowohl er wie au* da« Korps Lichtschlag auf dem Boden der Verfasiung stünden, setzte sich an die Spitze einer Abwehrtrnppe, wurde aber gefangen genommen. Um dieselbe Zeit wurde eine fOO Mann starke Abteilung de« Korps Lichtschlag, die sich vom Düdbahnhof bi« zur Goebenstraste durchgesetzt hatte, zur Ueberga&e gezwungen. Die Verluste des Korps Lichtschlag sind so groß, dah man sagen kann, das Korps ist aufgelöst. Hauptmann Lichtschlag selbst ist anscheinend auch gefangen und nach Hörde gebracht worden, kühner der Arbeiter bei dem Angriff auf Dortmund war ein Lehrer au« Witten oder Hagen. Die Beamten muhten nach der Einnahme de« Stadthauses diese« räumen. Die Verwaltung wurde von einem Vollzugsausschuß, dem die Kommunisten Meinberg und Bormann und der Demokrat Braun angehören, übernommen. Im La.ufe d'» Nachmittag« wurden die Reichsbank und die Post besetzt. In einigen Straßen ist es zu gewaltsamen Beschlagnahmen gekommen. Der Vorsitzende des Vollzugsrat» Meinberg nahm da« frühere Oberbürgermeisterzimmer ein. Der .Dortmunder General-Anz." erscheint auster mit seinem früheren Kopf gleichzeitig mit einem Teil s-iner Ausgabe als Publikationsorgan de« „revolutionären Volke»".
entwaffnet, ohne daß e- zu Blutvergießen fam, \ Die Marine hat die weiße Flagge auf den Kren- »ern „Straßburg", „Regensburg" und „Wittelsbach" gehißt und ihre Offiziere festgesetzt. Der Kommandant der „WitttlSbach" hat sich, kur» bevor er entwaffnet werden sollte, erschossen. Der Beirat de» neuen Gouverneurs, Mnniral Ewers, ist wieder abgesetzt worden. ES scheine« neue blutige Zusammenstöße benot* »usteben.
In Schleswig-Holstein haben die Arbeiter die Städte Husum, Schleswig, Rendsburg, Neumünster, Heide und Kiel in der Hand. ES ist ein Aktionsg»isschuß Schleswig gebildet, der die höchste militärische Gewalt an sich genommen hat. Dieser Ausschuß erläßt einen Aufruf und teilt mit, der au» der Haft befreite Sozialdemokrat Adler werde als Beigeordneter bei der Negierung Schleswig bestätigt. Air Stelle Lettow-Borbecks hat der Ausschuß einen gewissen Karl Weltmann als Oberbefehlshaber in Schleswig eingesetzt. Gegen den Regierungspräsidenten Pmilh in Schleswig ist ein Haftbefehl erlassen. Der Ausschuß gibt sich als Stütze der Ebert-Bauerschen Regierung ans. Die Verhältnisse treiben aber der Räte wirtschaft eilends entgegen.
tob. BrrSlau, 20. Marz. Der sozialistische Ak- tionsausschns; hat einstimmig beschlossen, den Generalstreik abzubrechen, sich gber Vorbehalten, ihn rote» dercufzunehmen, wenn die Truppen in die Stadt zurück kehren und den Frieden stören sollten. Die Arbeit soll am Montag wieder aufgenommen werden.
Ten Morgenblättern zufolge ist General V. Sch nickt ow aus Befehl der R giernng durch General LeouiS ersetzt worden.
tob. Görlitz, 20. März. Die Eisenbahner in ganzen Eisenbahndirektionsbezirk Breslau sind ausständig.
Ms dem Bereich der Reichswehr-Brigade 1L
Easf-el, 2L März. In der Stadt herrscht vollkommene Rühe. *
Erfurt, 21. März. Die S^adi ijF in sicherer Hand der Truppen.
Eisenach, 21. März. Die Lage ist ruhiger geworden, das Einziehen der Truppen gesichert.
E o t h a, 21. März. Die Stadt ist in der Hand der Aufrührer. Verwundete Neichswehrsoldaten wurden erschossen.
Srh- trah MkMM.
tob. Königsberg, 21. März. Hier kam aestern auf dem Schloßplatz zu einer Schießerei, der 8 Personen verletzt wurden. 2 Personen sind zwischen gestorben.
kommen. Die Truppen hakten die Hauptgebäude besetzt. Der Generalstreik dauert fort.
3m Anurie-Met
wb. Düsseldorf, 21. März. In Düsseldorf sowie im ganzen Industriegebiet wurde die R ä t t» Republik ausgerufen. Die Kommunisten haben überall die Macht In der Hand. Die stark in der Minderzahl sich befindenden NeichswchrMlppen haben sich bis nach Wesel zurückgezogen. Ob sich die Errichtet bet Diktatur des Proletariats halten können ober nicht, hängt banon ab, ab es ihnen gelingt, bte Lebensmittelversorgung zu bewerkstelligen. Der Kommunistenführer Meinberg in Dortmunb hat sich an bte Verteikungsstelle mit bem drtngenben Ersuchen um Lebensmittel gewanbt, ba er sonst nicht für bte Aufrechterhaltung ber Rübe unb Ordnung garantieren kann. In Bochum findet heute eine Tagung sämtlicher Arbeiterräte der sozialistischen Parteien au» dem ganzen Jnbustgrie. gebiet statt.
Köln, 20. März. Die Beschießung der Stabt Essen Hot 20 Stunden gedauert. Es herrscht eine furchtbare Panik in der Stadt. Der angerichtete Schaden läßt sich noch nichst übersehen. Eine Abordnung der Räterepublik in Dortmund hat sich nach Essen begeben, um mit der Stadtverwaltung wegen llebernahme der S aht zu verhandeln.
S f f e k , 20. Mär». Der ans Arbeitern gebildete Aktionsausschuß erklärte die Diktatur des Proletariats und forderte die organisierten Arbeiter auf, der Arbeiterwehr &eiutfretcn . Die politischen Gefangenen sind befreit. Die Be borden arbeiten weiter.
wb. Dortmund, 20. März. Bon unterrichtner Seite wird mttgeteüt, daß die Reichswebr gestern Mittag Essen planmäßig geräumt hat. Der Abzug der Besatzung, etwa 700 Mann erfolgte mit voller Ausrüstung. Bon dem Militärbefeh'shaber des Duisburger Bezirkes wird erklärt, daß alle Maßnahmen zur Sicherung ber Stadt getroffen seien unb daß die begründet« Hoffnung bestehe, die Kommunisten hinter der Ruhr frstzuhalten.
D o r tm u n b, 19. Mär». Eine Bekanntmachung des neuen VollzugsratS lautet: Die Kosten für die zu bil- benbe Arbeiterwehr müssen von den Unternehmern getragen werden. Da die Gemeinschaft gegenrevolutionärer .Kapitalisten mit monarchistischen Staatsstreichleim fest gestellt ist, haben bk Unternehmer die Lohnausfälle (infolge des Ausstandess zu tragen.
Mülhei m (Ruhr), 19. März. DaS Freikorps Schulz ist aus Mülheim abgerückt in ber Richtung auf Wesel. Nach dem Abzug der Truppe« stürmte der Pöbel die Kaserne.
Düsseldorf, 20. Mär». Die ReichSwehrtruppen sind überall auf bas westliche Ruhrustr ausgewichen, da sie zu schwach waren, um den gut bewaffneten Arbeitern, die mit Gefchützen, Minenwerfern unb Maschinengeisehren ausgerüstet find, ernstlich Widerstand leisten zu können. Sie fammrfn sich in Wefel zu organisiertem Widerstand. Auf dem Rückzüge kam es verschie- dentlich zu heftigen Gefechte« mit Arbeitern. Der größte Teil der Truppe« konnte sich jedoch durchschlagen. In Düsseldorf herrscht Ruhe. Ueberatt wird dir sofortige Aufnahme der Arbeit auSgerufen, fodaß damit zu rechnen ist, daß am Montag im ganzen Industriegebiet gearbeitet wird.
Hamborn, 20. März. Heute kam eS zu schweren Kämpfen zwischen der von Ellen abgezogenen staatlichen Sicherbeitswehr und den Arbeiter«, die sich bewaffnet batten. Auf beiden Seiten gab es schwere Verluste. Am Montag soll die Arbeit auf allen Werken wieder aufgenommen werden.
tob. Hagen, 22. März. Die drei sozialistischen Parteien sandte« gestern Abend an de« Reichspräsidenten Ebert folgende« Telegramm:
Die drei sozialistischen Parteien de« Industriegebietes, die heute zu einer Konferenz versammelt waren, stellten sich einmütig auf ben Standpunkt, daß alle Kräfte ausgenutzt werden müsse«, um die Reaktion niederzuschlagen. Dir verlangen sofortige Einstellung ber Truppenbewegung, ba wir sonst gezwungen sind, in berechfigter Abwehr zum Angriff zu schreite«, in« zu verhindern, daß zusammengezogene reaktionäre Tmp- pen im Industriegebiet ben Weiße« Schrecken einführen. Die Konferenz lchnt einstimmig die Einführung ber Rätediktatur ab und stellt sich in ihrem Vorgehen auf durchaus legalen Boden, verlangt aber Garantie«, um vor der Reaktion gesichert zu sei«.
Reichswehr »•« den. Engländer« entwaffnet.
Köln, 20. März. Die interalliierte Nbeiuland- kornmission teilt mit: 1500 Mann unb’ ein General der Reichswehr haben gestern da« britische Besatzungsgebict betreten. Die Truppen find entwaffnet und unter britische militärische Bewachung gestellt worden, da diese« Vorgehen im Gegensatz zu Artikel 9 der Verordnung 3 der interalliierten Rheinlandkommissiou steht. Hierzu ist zu bemerken, daß e» sich nicht um ein freiwilliges Betreten bc» britischen besetzten Gebiete« handelt. Beim Sturm auf die Stadt Remscheid wurden die Re- gierungstruppen von der Nebermacht der Kommunisten zurückgedrängt und mußte« schließlich das britische besetzte Gebiet betreten. Unter ben Internierten besinnet sich der größte Teil deS 7. Jägerbataillons.
Königsberg, 20. März. Die sozialdemokratische Partei Ostpreußens st-llt u. a. folgende SVorherunaen: Enthebung des Generalleutnant« v. E st o r f f und seine? Stade«, Enthebung deS Obervräsidenten W i n n i g , de? deS Oberpräsidialrates v. Hasselt, deS Landeshauptmanns v. Bruenneck, des Regierungspräsidenten n. Brann sowie sämtlicher Landräte, bk der Regierung Kapv Gefolgschaft geleistet haben: Auflösung der be» stehenden Einwohnerwehr und Bildung einer neuen unter einer Führung, die unbedingt auf dem Boden der Verfassung steht. Auch bei Erfüllung dieser Forderungen behält sich die Partei volle HandlungSfteiheit vor. Gene- ralleutnant v. S st o r f f und Oberpräsideut v. Hasselt sind bereits ihrer Posten enthoben worden.
'' Heute vormittag wurde der Hauvtschriftlefter bei ..Ostpenißischen Zeitung" Eduard Kenkel, sowie dellen Stellvertreter Paul Sehr und der für innere Politil verantwortliche Pros. Rah« in Haft genommen, wie verkantet, unter dem Verdacht des Hochverrats.
tob .Stettin, 20. März. Generalleutnant v Bernuth ist seines Amte« aö Befehlshaber des Wehrkreises II enthoben worden. 8U seinem Nachfolger wurde General Behren« ernannt. Die in die Stabt eingerückten Truppen werden zurückgezogen. Der AfiionsauSschuß beider sozialistischer Parteien übernimmt es, für die Ordnung zn sorgen. Der Generalstreik geht weiter.
tob. Kiek, 20. Marz. Gestern Abend kam es in der Röhe der Hochbrücke von Holtenau wiederum zu ölittigen Zusammenstößen zwischen Truppen ber Brigade Loewenfeld und bewaffneten Arbeitern, lieber de» Ausgang ist noch nicht« bekannt. In beit großen Betrieben ruht die Arbeit noch immer. Die Zeitungen erscheinen nicht. Der Straßenbahnverkehr ruht seil acht Tagen vollständig.
wb. Kiel, 20. März. Die Marinebrigade Lö- wenfeld hat in der vergangenen Nacht die Kaserne Wiek verlassen und sich über die Hochbrücke bei Holtenau «ach Norden zurückgezogen. Bei dem Rückzug iam es zu Zusammenstößen mit den bewaffneten Arbeitern, welche die Umgebung besetzt hielten.
tob. Hamburg, 20. März. Bon der hiesigen Polizei mürben feflgenommee: Telegravhendirektvi Steinmann, Telegmvbeningenieur Eblert, Cberteiegry plienfekretär Dickhoif, Bizetelegraphendirektor Daumes. Sie sollen dem ehemaligen Garnison ältesten v. Wangenheim Vorschub geleistet haben, inoem sie verschiedene Leitungen im Fernsprechamt, darunter die znm Cher der Sicherheitswehr, bte deS Senats unb »um „Hamburger Echo" zerstörten.
Hamburg, 20. März. Der Lanörat von Eckern- färbe wurde bei seiner Dienstfahrt nach Schleswig von den Arbeitern verhaftet. Ter Bürgermeister von Eckernförde wurde von ben Arbeitern abgelebt.
Dk „Hamburger Nachr." meioen ans Stiel: Heute Vormittag wurde bas Militär tu: allen Stationsgebäude
Heftige Kämpfe im Norden und Oste«.
kg. Berlin, 22. März. Der Stadtbahnver- frfjt wieder aufgenommen. Der heutige Montag entscheidet, ob die Arbeiter der Aufforderung der mehrheitssozialistischen Gewerkschaften Folge leiste!» werden, die Arbeit wieder aufzunehmen f oder ob sie dem Auftuf der Unabhängigen und Kommun: sten folgen zur Fortsetzung des allgemeinen Generalstreiks, um die Ausrufung der Räie- Uevublik zu erzwingen.
Dr« ganzen Sonntag über hielten die Hefti g e n K n ui p f e im Norden und Osten der Stadt an. 3k Kommunisten schießen von den Dächern ; herab wuf die Rsichrwehrtruppen. Im Norden und ! Oste» bet Stadt sind ganze Straßenzüge von der Reichswehr gesperrt worden, nachdem in der Jn- valideuftraste der Pöbel mit der Plichtderung der Geschäfte und Privatwohnungen begonnen hatte. In der Levetzowftraße in Moabit wurden zwei Sxartaliften von den Dächern hrraSgeschossen. Ww Metkiner Bahnhof sind Stacheldrahtverhaue Ifil Barrikaden errichtet. Oesilich vorn Alerander- Ak ist ber gesamte Telegraphenverkehr eingestellt , worlien. Das Polizeip.i'sidium ist von der Reichs- - »esir «dgesperrt.
ikb. Berlin: 20. März. (Amtlich.) Der über 'M5 des ^fieichsivehrgrupvenkommandoZ I verhängte wrt schürfst; Belager'mgsznstand ist heute nachmittag aufgehoben worden.
Ilt WM 6« »Htohtlfll.
Frankreich fiir weitere« Vormarsch und gegen Milderung der Friedensbediugungen.
Haag, 21. März. Der Botschafterrat in Paris behandelte die Bemühungen Eberts rrt eine Abänderung der Fricdcnsbedingungen. Die britischen und die italienischen Vertreter sprachen sich dafür aus, dieser Bitte nachzukomme« und Deutschland wegen der Spartakistenunruhen einen Aufschub der Abrüstung zu gewähre«. Die Franzosen vertraten den gegenteiligen Standpunkt und verlangten die strengste Durchführung des Friedensabkoinmens ohne jede Aeuderung. Die Bussprache war ziemlich scharf. Eine endgültige Entscheidung wurde nicht erreicht. Wahrscheinlich wird diese Angelegenheit am Mittwoch weiter verbandelt werden. Mille» raud und Fach verlange« Vollmachten, die verbündeten Heere weiter in Deutschland verrücke« zu lasse« und wenn nötig das Ruhrrevier zu besetzen, damit Frankreich Steinkohle« erhalte. Dieser französische Wunsch sand jedoch bei de« Smetb faneen, Brite« und Italienern starke« Widerstand.
Frankreich „kein untätiger Zuschauer".
wb. Paris, 20. März. Ministerpräsident Millsrand erklärt, daß Frankreich nicht beabsichtigt irgend wie in die innere Politik Deutschlands ein» zue-reifen, aber Frankreich könne kein untäti» ger Zuschauer bleiben, wenn die nationale Sicherheit durch die Tinge in Deutschland bedroht wäiden.
Freigabe auch der letzten Kriegsgefangenen.
wb. Berlin, 20. März. Die französische Re- gicruug teilte der deutsche« Regierung mit, daß sie rtcftiügk» Kriegsgesaugeneu, die zur Zeit noch Di«« z, .niorstrafev zu verbüßen hätten, unter Berzicht
wb. B e r l i n, 21. ttstärz. Entgegen einer Nachricht, daß dem Antrag des Prinzen Joachim Albrecht aus Haftentlassung nicht entsprochen worden sei behauptet eine Havas Meldung, der Prjnz laufe frei itt Berlin umher. Diese Meldung ist falsch. Der Prinz j*ftnbet sich in sicherer Schutzhaft.
MlM der Segiermii «S Mn.
wb. Stuttgart, 21. März. Gestern Abend 11 Uhr ftihr die Reichsregierung an der Spitze der Reichspräs-dcnt, ferner die Minister Noske, Bell, Lntcrstaatsf-.rretär Mösle, ferner Präsident Feh- «ubadi. Vizepräsident Hausmann und der Abgeordnete ». Payer in einem Sonderzug nach Berlin ab, nechdem die Abgeordneten der Nationalvsrsamin- lung bereits um 8 1(1)r Stuttgart verlassen hatten. y.- Ar MO in LOzis.
wb. Li g, 21. März. Eine gemischte Stoß- abieilm!g stiM gestern über die Barrikaden in das «slkshaus/chsn Sitz der Kampsleitung vor. Nach Artillerievorbereitung wurde es im Sturm ge» x 3 m m e n und ging in Flammen auf. Eine andere Ltoßabteilung stürmte die Barrikaden im Narben bei Stadt, im besetzten inneren Stadtteil und angrenzendem Gebiet. Verluste tm Volkshaus: * Tote, 12 Schwer- und 1 Leichtverletzter. 50 Ge- tegesc wurden gemacht. Weitere Barrttaden wurd-« vielfach gebaut. Am späten Abend hat der tu einigen Straßen die Lebensmittelgeschäfte teplsiudert. Die Nacht war im übrigen ruhig. Di« Plünderung von Lsbensrnittelläden hält an. ®5 wird weiter versucht, die Arbeiter durch Lügen- ^chrichten zu erregen. Die Unabhängigen und ^brhrttssozialiften raten in einem Flugblatt zur Vwdoragsnahme der Arbeit.
Der Milikarbefehlshaber richtete ein in Aufruf <m *** BrüMerung, in bem es heißt: In ben jetzt von mrsrührerische» Mob besetzt gehaltenen Stadi- ^iken fejiunen sich immer mehr Anzeichen eine« aus- brechrub« volschetoistischen Terror« zu zei- 6°*» Brandlegungeu, Plünderungen, auch bte Er- von unbeteiligten Passanten werden gevtel- *Ek> Die notwendigen Säuberungsmaßnahmen wer-
Selroffe« werden.
iu Leipzig noch anwesenden ausländischen ^rsfehxsr,chxx befinden sich Wohl und sind ge- - nhühz. Abfahrt ist in nächster Zeit zu erwarten.
Dtz. Harte, 21, März. B-'t Ammendorf habe« - ^were Käirtpfe zwischen Reich;wehrtrup- E Und Arbeiter startgeftinden. Auch in Halle " - ist es in der Nacht zu schweren Kämpfen ge