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1920

Erstes Blatt

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nicht irgendwelche entgegenkommenden Beschlüsie z« fgffa, bevor die bedtnguagrlose Unterwerfung erfolgt sei. -G wurde festgestellt, daß niemand zu irgendwelchen Maß» nahmen in dieser Hinficht berechtigt sei, al» die Re» gierung und die Nationalversamm ung. vertreten waren; Bayern, Sachse«, Vaden, Württemberg, Hesse« «ch! Hamburg.

Offtztene der Garnison wurden ab gesetzt. Zum Kom­mandanten von Luxhaven wurde der Feldwebel Gruse ernannt.

i»6. Düsseldorf, 17. Mär». Hier wurde der verschärfte Belagerungszustand verhängt.

(Barten» >m Korn, weit die icht,

miss 1.35 M. 8 Tonn» nach« w. L n» ttbtfxqe, Han».

Fordernnstm der UnMiinakqen.

tob. Stuttgart, 17. Aug. Die Reichsregierung lehnte das Verlangen der U. S. P. auf Entwaffnung der Reichs« und Einwohnerwehren und Bewaffnung der Ar­beiterwehren ab. Die Reichswehr unterstehe einem Organ des Reiches, nicht der toürttemöergischen Regierung. Die Einwohnerwehren ständen auf dem Boden der Verfassung. Zur Entwaffnung dieser Wehren und zu einer einseitigen Bewaffnung der Arbeiter könne die Regierung nicht die Hand bitten.

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wb. Stnttgart, 17. März. Die Mitglieder des Reichsrats, der heute unter dem Vorsitz des Reichs- muttster» Koch ta Anwesenheit de» ReichSpräsidemen Ebert zufammentrat, billigte rückhaltlos das Verhalten der RrichSregter-ng und verurteilte auf» jchänste die Merteret. E» wurde beschliffen, au» Gründen der un- parieüscheu Gerechtigkeit und der'inneren und äußeren' Psttrit, Verhandlungen mit Kapp M vermeide«, auch

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Sonstige Meldungen aus dem Reich.

DieFranks. Ztg.' meldet au» Harburg: Die Balti­kumtruppen, die sich in einer Schule verschanzt hatten, haben die Waffen gestreckt. Mehrere Lruppcnführrr wurden von der erregten Menschenmenge getötet In der Bevölkerung wurden 8 Tote und 80 Verwundete ge­zählt. Der Generalstreik wurde heut« beendet.

Weiter meldet da» gleiche Blatt au» Oldenburg: Di« Mannschaften derGarnffon Wilhelmshaven h-chen da» gesamte Offizierkorps wegen seiner Haltung zu Kapp verhaftet, insgesamt 400 Personen. Wilhelmshaven ist fest in der Hand der verfassungstreuen Truppen. ®ta« tionschef an Stelle de» Admiral» Michels«» wurde Deck­offizier Grünewald.

wb. Luxhave», 17. Mär». Amtlderwalter De. Spahmer ist vom Reichswehr Minister 8to»fc zum Garnt» scn-Acltesten ernannt worden. Der Stadtkommandant v. Wossidlow wurde in Schutzhast genommen. Sämtliche

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8W»e MO M MmeMe.

In Berlin.

tob. Berlin, 17. März. An verschiedenen Stellen der Stadt kam t» hier zu Zusammenstößen zwischen Reichswehr und der Menge. Es gab Tote und Ber- wnndete. An der Albert-Brücke wurde ein Oberleut­nant von dec M<nze inS Wasser geworfen und ist ertrunken.

tob. Berlin, 18. März, liebet die Zusammen­stöße in der Stadt im Laufe des Tages erfahren wir noch folgende Einzelheiten: In der Veteranenstraße wurde ein Mädchen schwer verletzt und in das Virchow« Krankenhaus gebracht. In der Brunnenstraße griff eine große Menschenmenge zssvei Sicherheitssoldaten an. Einer wurde schwer mißhandelt und ins Kranken­haus gebracht. Der andere Soldat warf in der Anafi seine Waffen fort wurde aber von der Menge ergriffen und verschleppt Obgleich sofort Reichswehr ein- griff, gelang es nicht, den Soldaten aufzusinden. Die Menge wurde zerstreut. Eine große Menschenmenge rückte dem Kottbuser-Damm entlang nach Berlin. An der Kottbuser Brücke griff der Pöbel einen Posten au und warf mehrere Soldaten ins Wasser. Reichs­tvehr eilte zur Hilfe und rettete die Kameraden.

I!i Reicht.

wb. Ohrdruf, 17. März. Auf dem hiesige» Trup. penüblingSplah ist zur Zeit ein schwerer Kampf zwischen Reichswelw und Unabhängigen auS Zella entbrannt, wobei auf beiden Seiten 0) e s ch L tz e benutzt wurden. Verstärkungen kamen auf beiden Seiten an. Die Lage ist noch unübersehbar.

ttL Leipzig. 17. März. Hier kam e8 zu schweren .stampfen zwischen Reichswehrtri-ppen und Arbeitern. Die Zahl der Toten und Verwundeten soll sehr groß fein. Genaue Angaben find noch unmöglich.

tob. Leipzig, 18. März. Die Straßenkämpfe dauerten mit geringer Unterbrechung bis in die späten Nachmiitagstunbe« an. Die Arbeiter sind -in das Innere der Stadt eingedr'.i^'.gen. Der bayrische Bahn­hof ist in ihrer Hand. Seit Mittwoch herrscht ver­hältnismäßig Ruhe. Es finden zur Zeit Verhand« lunge« unter Teilnahme des sächsischen Wirtschafts- Ministers Schloarz statt, lieber ihr Ergebnis ist noch nichts bekannt ,

In Plauen haben die Kämpfe 7 Tote und 11 Ver­wundete gefordert. Der Generalstreik ist dort beendet. Aus verschiedenen Orten deS Vogtlandes werden Un­ruhen gemeldet. Ueber die Vorgänge in Halle ist bisher nichts bekannt. Die Leipziger Morgenblätter sind heute nicht erschienen.

wb. Bernte*, 17. März. Im Laufe des gestrige» Tage? wurde das N a t h e * » und andere Gebäude g e - stürmt und die dort befindlichen Waffen und Ma­schinengewehre geraubt. Barmen befindet sich voll­ständig iu der Hand der Spartafisten. Gestern versuchten sie in Stärke von 46000 Mann nach Elberfeld zu ge­langen, wurden aber von Polizei, und Reichswehrtrup­pen angegriffen. E» entwickelte sich ein heftiges Gefecht. Die Verlust« sind ungewöhufich groß. Die Zahl der Toten und Verwundete» kann noch nicht angegeben werden.

tob. München, 17. März. Heute kam eS hier zu zahlreichen Zusammenstößen zwischen Reichswehr und der Menge, wobei auf beiden Seiten geschossen wurde. 18 P-rsonen wurden getötet und 40 ver­wundet. Der Generalstreik ist aufgehoben worden.

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Der Anzeigenoret, beträgt für die Sgeip. Zette 60 amtliche und auowär- » tiae 60 , Reklame,eile 1.60 Zu allen Preisen l0«i, Aufschlag. Hetzer Rabatt qtlr 02. OMlfl»;

als Barrabatt. Be Auskunft durch die Leichäftsstelle u. Vermittlung dec An­gebote 25 4 Gonbergebüät. Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Franffurt u. M.

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1906

stand.

tu. Berlin, 17. März. Die preußische StaalSregie- rung erläßt einen Aufruf, in bem es heißt: Mit dem gestrige» Tag ist die Militärdiktatur zusammengebrochen, papp und G. n-ral v. Lüttwitz sind von ihren angemaßien «lemtern zurückgetreten. Die Sicherheit der Reichshaupt­stadt übernahmen die der Negierung treu gebliebenen vestandteilc der Reichswehr. Die unter General v. Lütt- wih einmarschierten Truppen vw-rden ^-.nächst und späte­stens bis zum Donnerstag Al>end an? Berlin zurückge- »e8ea- Die Zwanasbesehung, Televhonzentur und die sonstige» von der Militärdiktatur angeordneten Maßnah' »en Serben sofort aufgehoben. Da? ganze Volk wird Re ne» erkämpfte Freiheit fite alle Zeiten zu wahren Wiffen.

A« die Arbeit!

»r. Berlin, 17. Mir,, iw ewtoetfttfrr »8 «krchskanzkers, Reichestrstizminister Schiffer, teilt h<?& die Kapp-Regierung bckingungslos zurück- »ktreten ist. Tie Reichsregierung drückt« allen sichten der Bevölkerung, die tu ber Verteidigung 2/ Demokratie treu zusammen stand und dadurch die ^rederkehr des versassnngsmästigen Zustande- ermög- »chie, ihren Dank au». Der dem deutschen Volk zu- VMgte Schaden sei unabschätzbar. Um de« völligen vusammenbruch zu verhindern, ruft die Reichsregierung «« gesamte Volk zur Wiederaufnahme der arbeit auf.

wb. Berlin, 17. März. Der Generalstreik der «Mbahner ist aufgehoben worden. Er hat volle «»rrkung gehabt. -

tob. Lettin, 17. März. Ter Ausstand der Eisen- «yner und Postangestellten ist beendet. Die Arbeit w morgen wieder aäfgenommen.

Stuttgart, 17. März. Die sozialdemokra- iwe Porter,erläMeinen Aufruf an da» deutsche Volk, te 'to zum Abbruch des General- und Volksstreikr, da- °ber zu stetiger Alarmbereiffchast und schärfstem tad'aL-mit aIIc ""deren Mitteln gegen di« Reaftion Qt!er 0r°®en unb kleinen Lüttwitze auf-

Antrag auf Strafperfolgung.

Frankfurt a. M., 17. März. Wie dieFrttks Ztg." erfährt, hat die Reichsregierung beim Ober« Keichs«nwalt in Leipzig die Strafverfolgung gegen folgende Führer der Berliner Meuterei bean- tragt: Generallandschastsdireffor a.D. Kapp, Gene­ral v. Lüi t w i h, Polizeipräsident a. D. v. I a g o w, Admiral v. Trotha, den Abg. Schiele, Haupt­van« a.D. Pabst, Rechtsanwalt Bredereck, Oberst a.D. Bauer und Kapitän Ehrhardt.

Rückkehr der Regier»», »ach Berlin?

te. Berlin, 17. März. Die Reichsregierung und »re Rational-Versarumlung werden nunmehr in Berlin erwartet. Die Nationalversammlung soll int ReichStagS- lebäube in den nächsten Tagen gufammcntrdett.

General v. Deeckt Oberbefehlshaber i» BerN».

wb. Berlins 17. März. General b. Seeck't hat «rs Anordnung der verfassungsmäßigen Negierung und «S Reichswehrministers Noske den Befehl über die Truppen in Berlin übernommen.

Die Besold»«, ber Reichswehr.

Stuttgart, 18. März. TxtS Reichskabinett hat »schloffen, daß die LohuungSsätzo für die Reichswehr, die ft» Entwurf der Besoldungsordnung vorgesehen sind, bvrbeholtlich der Zustimmung ber Nationalversanunlung, lcho» pom 1. April ab auSgezahkt werden.

Der Kaiser.

toh Haag, 17. März. Die Regierung teilt mit, er ^m'r 6-6e die Versicherung abgegeben,

.de sich der politischen Aktion enthalten und die '>. .be nicht in politische Schwierigkeiten bringen.

Der Rtstkenmflswechsel in Bnytrn.

München, 16. März. Die namentlich« Abstftll» mung über die Wahl eitles Mnisterpräsidenten ergoß 92 Stimmen für den Regierungspräsidenten von Obeti bofrn Staatsrat ». Kahr; 42 Zettff waren unbe« schrieben. Da der Landtag 180 Abgeordnete zählt trn| dir Wahl de» Mimsterpräsidenten mit mehr al» bei Hälfte der Gesamtstunmenzahl erfolgen muß, hat Dtd v. Kahr eine Stimme über die erforderliche Mivdefti zahl erhalten. Die weißen Zettel wurde« durchweh von sozialdemokratischer Seite, abgegeben. Nach bei Abstimmung nahm Dr. v. Kahr daS Wort zu einet Ansprache, in der er betonte, daß et da» Opfer be» Annahme seines neuen Amte» nur mit Rücksicht et| den schweren Ernst der Zeit bringe. Bisher hab« ei sich oom politischen Leben ferngehalten. Er betracht» sich alS den Treuhänder be» souveränen Volke» fti die kurze Ueber g^ugSzett bis zur Neuwahl bei Landtage». Er werde entschiede« an der Reichs« und der Landesverfassung festhalten und für die schleunigst» Erledigung deS Wahlgesetze» eintreten, sowie für eine baldige Durchführung der Wahl und strengst« Siche­rung der Wahlfreihett. Al» seine vornehmste Aufgabe betrachte er den Schutz von Ordnung, Ruh« und Arbeit aU den wichtigsten Grundlagen deS staatlichen Wiede» ausbaueS. Die Ernährungsfrage liege ihm ganz 6» sonders am Herzen; darum gelte sein Kampf in erste» Uni« bem Schieber-, Schleichh ändler« «nd Wuchs­unwesen und den Ausschreitungen der Schlemmerei. Sodann kündigte Dr .v. Kahr strenge Maßnahme« zur Verminderung ber Einwanderung von landfremde» Elementen an. St« weitere» Programm lege « im Augenblick nicht vor. Die Ansprache wurde vo« de» Rechten mit wiederholten Beifallskundgebungen «f« genommen.

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Die Regierung Kapp-Lüttwitz ist zusammengebrochen. Cyflr jeden, der die realen Machtverbältnisse. wie da? -Wir Zeit nun einmal noch beftebenbe Mißtrauen der Stände untereinander, auf dem letzten Endes die Hoch­spannung des PatteigeifteS in Deutschland beruht, kennt, Iran da» mit ziemlicher Sicherheit vvrauszusehen, und wen» Herr Kapp ein Programm entwickelt hätte, daS alle Sckwieriqfe,iten hätte lösen können, darunter wir zur Zeit in Deutschland leiden.

Mr haben zum Ausdruck gebracht, daß wir jede Putschtaktik, jede gewaltsame Revolution verurteilen, als Mittff die politische Macht zu erringen, und so haben wir diese wie jebe andere Revolution abgffehnt.

So ist nun durch den Versuch KavvS die Regierung zu stürzen, die Entwicklung, daßdaS Volk politisch wieder denken lernte, jäh unterbrochen worden. Abgesehen davon, s' der Ausnahmezustand die politisch« Diskussion er­schwerte, mußte jeder, der überhaupt allgemffn etwa» gegen btt Regierung sagte, in die Gefahr geraten al» An­hänger der Methode KappS gebraiümmrkt zu werden

Diese sachliche Diskussion ist einige Tage ausgeschlossen gewesen, ©ie wird mit verstärkter Kraft einsetzen, unb kein Nebel von Phrasen wird darüber hinwegtäuschen, wie da» Voll dentt.

Die Regierung deS Herrn Kapp wollte eine Koalition»- regterung, sie wollte Abschaffung der ZwangSwirffchast, sie wollte Fachministerien, sie wollte Wahlen »nd noch manches andere waS seit Wochen in der Diskussion steht und waS so lffchl nicht auS ihr veffchwinden wird. Nicht auf ibr Pwgramm kam eS im Augenblick an, stmdern auf ben Weg, den sie einschlug eS durchzusetzen, und die Tatsache, daß ein derartiger Weg niemals, jetzt gber sicher nickt auf Erfolg rechnen konnte. Die Regierung wird aber mit diesen Forderungen rechnen müffen. Sie wird in Zukunft wie es ja in wirklich parlamentarisch regierten Säubern tote England schon längst geschieht die sachliche Opposition auch ihr unbequemer Par­teien nickt so einfach an die Wand drücken. Sie wird in Zukunft Bedenken tragen, sich das Mandat ungebührlich ;u verlängern, denn schließlich hat da» Volk da» Recht 8u sprechen . Sie wird die Frage des Abbaues der ZwangSwittschaft ernsthaft ansafsen, denn die Sand- tmttschast beginnt sich spät aber umso schneller ihrer Macht bewußt zu werden und sie wird sich klar machen, daß das Volk der gewissenhaften Deutschen an der Spitze vieler Ministerien Fachleute sehen will, nicht nur reine Politiker oder Parteisekretäre.

lieber bk tatsächlichen Ereignisse im einzelnen wird sich erst sprechen lassen, wenn wirklich authentische Nach­richten vorliegen, es war ja wohl niemanden zweifffhast, daß da» Nachrichtenmateria! das durch daS Telephon kam zunächst mal zensiert war, und daß es verschieden war fe nachdem es von Berlin oder Franffurt kam, wenn eS nicht überhaupt bloß bewußter pattripolitffcher Beein­flussung dienen sollte.

SS ist denn auch kein Wunder, trenn die Nach­richten mit unverhohlenem Mißtrauen von dem denkenden Tffl des Publikum» je nach Partei- fifffftng ausgenommen wurden, man hatte im Kriege' uub in der Revolution zuviel an offenbaren Unwahrheiten geschluckt. An die Stelle mangelnder Nachrichten ttaten denn auch in Marburgtzstrüchte".

E» war zu erwarten, baß der Putsch glritbgeortete Versuche von link» herbeiffihren würbe, und baß e» zu blutigen Zusammenstößen kam, wie die Dinge nun rinma- liegen. Den Politiker entickuldigt daS beste Wolken nicht, wie oft iss dus von ber rechten Seite .Herrn v. Beth mann torgetoorfen warben. Es tarnt gm nicht klar genug herauSgestellt werden, daß das dertffche Volk tiefe Be­urteilung für alle gelten läßt.

Ueber die Stellung der Parteien der Rechten schreibt dieFranffurtor Zeitung" gestern, wohl zutreffend: Wir wissen zuverlässig, daß in den Partffen der Rechten die Situation heute mit dem allergrößten Ernst beurteilt wird. Die Deutschnotioualen unb die Deutsche Volks­pattff waren in ben ersten Tagen des Berliner Militär­putsches unsicher. Ihre Führer haben das Borgehen des Herrn Kapp niemals ge­billigt, trenn man von Leuten wie Dr. Traub und ähnlich gearteten Persönlichkeiten absieht. Aber man hatte au» ihrem Mund« ehte offizielle Verurteilung seine» Hau- dein» bis jetzt nicht gehört. Heute ist darin rin Wandel eingetreten. Männer Wie Helfserich, Hergt, Stresemann unb andere sind sich bewußt geworden, daß das Glück uno die Zukunft ho» deutschen Volkes in Frage gestellt sind. Auch Herr ^app dürfte davon unterrichtet worden sein."

Ler Mrift Ms.

to& Stuttgart, 17. März. Die Reichsregierung erläßt einen Aufruf an das deutsche Volk, worin sie mit» teilt, daß Kapp und Lüttwitz beditiguitgslos zurück- ßetreten sind. Vor der ganzen Wett sei damit be­wiesen, daß die Demokratie in der deutschen Republik keine Täuschung sei. Jetzt müsse der unterbrochene Wie- kraufbau von Volk und Wirtschaft wieder aufgenom- men werden. Dazu sei nötig, daß die Arbeiter ihre siärfite Waffe, den Generalstreik, uiedcrlegen. Je- kruraitn soll an die Arbeit gehen. Die Regie­rung werde die Urheber deS Hochverrates der strengsten Beftiafung entgegen führen und dafür sorgen, daß nie mehr eine Soldateska in die Geschicke des deutschen Vol­kes emgreifen könne.

tob. Stuttgart, 17. März. Die von Berlin tzerbreitete Nachricht, daß Kapp int Jnreresse des inne­ren Friedens zurück.,eireten und Lältwitz aus feinen 8ntro$ vom Reichspräsidenten seine? Amtes enthoben worden sei, ist unrichtig. Bon einer Einigung irgend weicher Art mit den Staatssircichleru kann keine Rede sein.

DieOberhejti'cke Zeitung" erscheint ierbsmol wöckentlich. Bezugspreis wo« rtati. 'V-0 JL(für ai,»saVendeRuil.mern infolge Streit« ober elementarer (Sttign [Je fein Ersatz Verlag oou Dr. <£. Hitzeroth. Druck der Uni» » Buchdr. »o« Ioh. 81 u g. ft o ck. Btartt 21/23. Fernivrecher 55.

mit dem Krelsvlatt für den Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessrii

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Marburg. 18. März (Lenzing).

* Der Oberpräside«! hat <m da» Lanb- ratSamt telegraphiert:Kapp» baldiger gusamme»- bruch zweifellos. Heute mitteilt Oberpräsident Münster daß ganze Provinz Westfale« fest z«r verfassungs­mäßigen Regierung stcht. Auch alle ssnst vorliegenden Nachrichten lauten günstig. Reichsregierung verlrngt bebingungSlofe Kapitulation Kapps und verweigert Verhandlungen. Ich warne.vor Berliner Wolff-Mel- dungen."

»Berichtig««». Wie im» von zuständiger «eite berichtet, wirb, wurde Ne für vorgestern Abend 6 Uhr an- gesetzte Versammlung um 11 Uhr mittags orbmmg»- gemäß emgemdbet, aber erst kurz vor 6 Uhr verboten, sodaß eine Benachrichtigung «mSgeschloffe« war. In einer weiteren Zuschrift wird bet Ansicht entgrgenge- treten, daß sämtliche Beamten an bem General streck teilnahmen. Z. B. hätten die Beamten be» Amt», und Landgericht» sowie der Siaat»anwattschast daran nicht teilgenommen, da ihre ArbeitNast dies gar nicht Wlaff«.

Eisenbahnverkehr. Sine Eingabe Wegende» früher zwifchen Gießen und Marburg verkehrenden Morgenzuge» 777, ab Niederwalgern 8 Uhr 52 Sim., ifi seitens der Cisenbahnvenoaltung dahi» beantwortet worden, baß dieser Zug jetzt leibet wegen Mangel an Kohlen und Maschinen noch nicht fahren können. S- solle, wen» e» irgendwie möglich zu machen sei, wieder im Somurerfahrpla« eingefügt werden. M» Mi» möchten die Reisenden ben Zug 701, ab 6 Uhr 8 Mm. Niederwalgern, benutze«.

Eine Stadtverordnetensttzung ftnba nächsten Dienstag, nachmittag» 5 Uhr, statt.

» Frühiahr»-Pferd«matkt und Fohlen, schau. Der heutige Frübicchf-Pserdemattt brachte der Stadt lebbaften Verkehr feiten» der Pferdebesitzer urt Interessenten au», bem hiesigen und ben umltegenbe^ Kreisen. Auf gestellt waren 216 Pferde unb Fohlen,

unter deren sich recht ansehnliche Tiere befanden. An> scheinend wurde auch eifrig gehandelt und Preise bezahl:, die sich zwischen 10- und 20 000 <X bewegten. Znglcu- wurden ber hierfür zuständigen Kommission auch eti.-c 60 Fohlen aus einer Anzahl Orte vorgeführt, unte; denen diejenigen Tiere herauSgesucht werden mutzten, d'< zur Ablieferung an ben Feindbund bestimmt sind. An. in anderen Orten be» Kreise» sollen, rott man hört, no<- betartige engere Schauen stattfinden.

Schöfsengricht. Lin Landwirt, der wegen Getretdcverhcimlichimg in eint Geldstrafe von 1000 / genommen worden ixSr, erzielte eine Herabsetzung dr: Dumme um 800 Jt. Ein wegen Beihilfe Mitangetlagtm muh 230 * bezahlen. Al» weiterer Bngeilagtet er­schien rin Mann, bei die Frau seines Hausherrn bebt? und den Mann rauSgeiBorfcn hatte. Urteil: 150 X. - Drei Jungen, die t» einem Neubau Blei gestohlen u: ' verkauft hatten- karre» mit ehum Brrwei» batwe.

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