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Tie Lage auf der Pyrenäeuhalbinsel.

Wb. Madrid, 5. März. (DavaS.) Die portugiesische Gesandtschaft dementiert in aller Form die Nachricht vom Ausbruch einer Revolution mit sowjetmäßigem Cha­rakter in Portugal. Nachrichten von der portugiesischen Gren^ an daS spanische Ministerium des Innern besagen, daß Reisende, die aus Portugal kamen, erzählten, eS seien Unruhen auSgebrochen.

Wb. Amsterdam, K.Mär». Einer Blättermeldung auS Vigo zufolge wurde ein Militärzug in der Gegend von Bianno de Castello mit Bomben und Gewehrfeuer angegriffen.

Wb. Barcelona, b.Mär». Die Ueberwachung de? HaftnS ist auf die Nachricht hin, daß mehrere Bvlschewistcu mich Katalonien kommen wallen, um dort Propaganda zu machen, schärfer durchgeführt worden. Die Schisse werden erst nach peinlicher Unirrsuchung der Pässe und der Passa-

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dft Angelegenheit der Briey-Gruben und kommt zu dem Schluß, daß auch in diesem Falle Erzberger nicht der geringste Vorwurf gemacht werden könne. Er widerlegt unter Vorführung einer langen Reihe tatsächlicher Mo­mente den Borwurf, daß Erzberger nach seinem Austritt auS dem Tbtzssen-Kvnzern einen vollständigen GeiinnungS- wechftl vorgenommen habe. Weiter habe der FallBer­get mit ber Vermischung politischer und geschäftlicher Interessen nichts zu tun.

Geheimrat v. Gordon erwähnt dann die Ernennung Strauß' zum Geheimen Regierungsrat. Er erklärt die? damtt, daß er während der Straßenkämpfe in Berlin der Regierung große Geldmittel zur Verfügung stellte, um die wankenden Truppen festzuhalten. Er habe seine große Arbeitskraft in den Dienst der Regierung gestellt. Auf die Frage, wo Erzberger seine Millionen her habe, antwortet der Rechtsbeistand des Nebenklägers. Erzberge, verfüge im ganzen über 200 000 Mark, die nicht einmal vollständig sein Eigentum seien. Hätte Erzberger mit seinen Fähigkeiten sich auf das Erwerbsleben geworfen, wär« er heute wahrscheinlich Millionär. Eine Verquickung seiner Tätigkeit im Interesse seiner Tasche liege ihm völlig fern. Was den Vorwurf der Unwahrhaftigkeit anbelangt, so Hobe er Erzberger seine Verteidigung nicht so leicht ge­macht, wie in anderen Fällen.' Man dürfe aber nicht vergessen, daß Kaufmann, Jurist' und Richter gewöhnt seien, ihre Worte ernsthaft zu wägen und erst dynu aus­zusprechen. Anders sei es beim Parlamentarier, Ivo es weniger auf Eraktheit als auf politisches Wirken an komm«. Von einem Hang zur Lügenhaftigkeit könne nicht die Rede sein.

Rach Wiederaufnahme der Verhandlung kommt Gor­don auf die poütifchen Vorgänge zurück, die das Gericht in den letzten Tagen beschäftigten. In der Frage der Steuervorbigen habe vielleicht eine nicht ganz exakte Aufnahme der Tatsachen obwaltet, fHber man könne :»$ nicht von einem Beweis von Unwohrhaftigkcit reden.

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Gerechtigkeit widerspreche und mit der natio­nalen Eh e unvereinbar wäre, wenn sie unter dem Drängen der Mächte zulassen würde, dieses Gesetz zu verlassen und den aus holländischem Gebiet be­findlichen Flüchtling tie Rechte nrhmen würde, die dies Gesetz ihm zuerkenne. Wenn die Regierung die einmal ge-ebene Antwort aufrechterhalten mutz, heitzt es weiter in der Note, so ist sie sich doch vollauf der Pflicht bewußt, die ihr die Anwesenheit des ehemaligen Kaisers auf dem Gebiet des Rei­ches auferlcgt sowohl im Jntereffe des Landes selbst als in dem der int: nationalen Sicherheit. Von Anfang an ist die r-yr-g Ihrer.Majestät be- strebt gewesen, dem nachzukommen, was ihr ihre Pflicht vorschreibt, und sie wird auch weiterhin tun, wozu sie in der Lage ist und ihre Souveränität ausüben, um an Ort und Stelle genügende Vor- sorgematznahmen zu treffen, die notwendig sind, um die Freiheit des Hemaligen Kaisers den erforder­lichen Beschränkungen zu unterwerfen. Sie vertraut darauf, datz diese Erklärung den Beweis liefern werde, datz die Niederlande den Geist des Rechts schützen untssnicht verfehlen werden, die Be- sornisse der Mächte zu beseitigen.

Auf eine Anfrage Frau Dr. Schirmacher (Dnall.1 wird geantwortet, daß wegen der Mißhandlung und un­würdigen Behandlung deutscher Offiziere und Soldaten durch den polnischen Stadtkommandanten in Kolm« (Posen) die ReichSregrerung sich an die deutsche Dele­gation der Grenzscstsedungskommission in Pose« gewandt habe. Eine Antwort sei noch nicht eingegangen.

Auf weitere Anfrage Frau Dr. Schirmacher wirb geantwortet, daß wegen Aufhebung des Lehrerseminar* in Marienburg eine Entscheidung noch nicht getroffen sei, ES bestehe kein Anlaß zur Befürchtung für dar Weiter- - bestehen des Seminar».

«bg. K u n e r t (U. ®.) fragt an. ob bk ReichSregk- rung bereit ist, für einen Frieden mit Eowiet- r u ß l a n d cinzutreten obne diplomatisch« Hinterhältig­keit u und Geheimniskrämerei.

Staatsminister Müller: Die Regierung lehnt tf qh, aus eine in solchem Ton gestellte Anftage AntwoS zu geben. , , . .

Auf weitere Anfrage Kunert wird geantwortet, da» die Regierung nach der Annahme deS BetriebSrätrge- frtzeS nicht beabsichtige, eine Abänderung der Bestimmun­gen herbeizuführen. ,

Abg. Kunert (U. S.) fragt ferner an, ob die Reichs- regierung bereit sei, die amnestierten Meuterer und Deserteur«, die in bet v. Gerlach-Versammlung in Ebar- lottenburg. geführt von gleichgesinnten Offizieren, anstän­dige Staatsbürger in bestialischer Art mißhandelt hät­ten, zu entwaffnen und dieseHorde von Militärs mit Mske-Ausweisen" dem Gericht zu übergeben.

Von Rcgierungsseite wird geantwortet, daß der RKchS- wehrminister es ablehne, aus eine in solcher Form gestellt« Anfrage zu antworten.

Aus Anftage Laverren» (Deutschnatl.) wich geant- wortet, daß das EntschädigungSvcrsahren für Kolomal- deutiche möglichst beschleunigt wird. _

ES folgt die dritte Beratung eine» Gesetzentwurf« zur Ergänzung des Gesetzes zur

Erzberger über seinen Prozeß.

kg. Berlin, S. März. Erzberger hat gestern zu Parteifreunden aus dem Zentrum gesagt, « werde bei der 2. Instanz seine volle Unschuld be­weisen. Zu einem freiwilligen Rücktritt würde et nach dem Ausgang des jetzigen Prozehverfahren- keinen Grund sehen, als bis das Urteil rechte

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14 9. Sitzung vom 6. Mär»

Präsident Fehrenbach eröffnet bk Sihun* 1* I

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Ssmslikid, 6. ja«! (frnftig)

Rußland.

Weitere bolschewistische Erfolge in Südruhland.

wb. London, 5. März. (Reuter.)Daily Erpreß" meldet aus Konstantinopel vom 3., datz sich das dritte Kubankorps den Bolschewisten angeschlossen und Iekaierinodar genommen hat. Es wurde berichtet, datz der Ehef der briti­schen Mission, General Holman, gefangen genommen wurde.

tob. Amsterdam, 5. März. Wie derTele- graaf" aus London meldet, teilte das britische Kriegsministerium mit, datz die Generäle K u r o - patkin und Brussilow aktiv auf der Seite der Sowjetregierung an den militärischen Opera­tionen in Kurdestan teilnehmen.

Bolschewistischer Angriff gegen Finnland.

wb. Kopenhagen, 6. März. Am 3. er­öffneten die Bolschewisten nach Artillerievorberei­tung einen neuen Angriff gegen die finnischen Truppen bei Suutjaervi. Der Kampf dauert an.

Aufhebung der Sozialisierung dir Bergwerke!

wb. A m st e r d a m, 5. März. Wie dieTimes" meldet, beschloß die Sowjetregierung, zwecks-de- rung des russischen Kohlenbergbaues die So­zialisierung der Bergwerke aufzu- heben.

Die deutsche Abordnung nach Moskau.

Berlin, 6. März. Wie noch verschiedenen Blättern verlautet, werde der Führer der deut­schen Abordnung, die nach Moskau geht, Eeneral- direkior der A.E.G. Walter Rathenau sein.

Entsendung einer russischen Abordnung nach Landon?

London. 5. März. »Telegraaf* meldet, daß in London viel über die Ankunst einer von der Sowjet­regierung zu entsendenden Abordnung russischer Korpo­rationen gesprochen werde. Unter den rrstsischen Dele­gierten soll sich auch Litwinow befinden.

Uhr.

Auf Anftag« »«inbausen (Dem.) wick geant­wortet, baß wegen des Auftreten- von Offiziere« nutz Soldaten in polnischer Uniform in Oberschleskn der Vertreter des Auswärtigen Amt- in Oppeln Borstelluugr» ( bei der internationalen Kommission erhoben habe.

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I Holland besteht aus seiner Weigerung.

giere in beit Hafen gelassen. Gestern würben vier Russen an Borb eines Schiffes zurückgehalten unb einer strengen Ueberwachung unterzogen.

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Die Plädoyer» der Rechtsanwälte.

Berlin, 4.März. Bei ber Erörterung der ein- ;-lnen verbandelten Fälle sagte ber Verteidiger Dr. A l s b - r g u. a.: Die Julircsolution zeige, wie absolut berechtigt ber von dem Angeklagten erhobene Vorwurf der Unwabrhaftigkeit sei. In biesem verhängnisvollen Intrigenspiel wirb man vergeben- nach einer Person ober nach einer Partei suchen, bie für sich da- Vorrecht in Anspruch nehmen könnte, ba ßihr Erzberger bk Wahr­heit gesagt habe. ES verlohnt sich hier, einmal seine wibersprechenden Behauptungen zusammen- zustellen: 1. bem Kanzler hat er erzählt, baß er ihn stützen wolle: 2. den Herren Stresemann, Bauer, Harboy und durch deren Vermittlung, ber Obersten Heeresleitung, bat er erzählt, ber Kanzler sei ein FriedenShindernis unb müsse verschwinden: 3. dem Kronprinzen hat er erzählt, bie Zen- trmnSvortei habe den Rücktritt des Kanzlers beschlossen, der Kanzler könne mit dem Parlament nicht mehr zusam­men arbeiten: 4. das Zentrum bat er zu bet Absage an d-n Reichskanzler mit bet Behauptung gebracht, die Oberst« Heeresleitung lehne ein Zusammenarbeiten mit dem Kanzler ab: 6. den Sozialdemokraten hat er mit bet H-densresolution einen Annexionssrieden vorgezaubert, 6. bem Frbrn. v. Stein hat er bk Friedensresolution als ein Mittel hingestellt, mit dem er bk Sozialdemokraten und die Massen ködern wolle und da- für später unver- bikcklich sei. Am Schlüsse seine? Ausführungen erllärte Dr. Alsberg: Wenn nun formelle Beleidigung festgestellt werden soll, so widerspricht daS ber getroffenen Verab­redung. einzelne Ausdrücke nicht hetauSgreifen zu wollen. Im übrigen steht dem Angeklagten der Schutz deS § 193 zu. Es wäre eine Ironie der Rechtsprechung, wenn fk bem Angeklagten auf ber einen Seite dafür dankt, Reinlich­keit geschaffen zu haben, ihn aber auf btt andern Seite straft. Im übrigen braucht Dr. Helfferich den 8193 nicht in Aisspruch zu nehmen, well er sich in Ehren- Notwehr befand. ES kommt dabei nicht darauf an. daß er den Angriff begonnen hat, sondern darauf, daß bet Angriff von der Gegenseite fortgesetzt wurde. Mit reinen Zielen ist bet Angeklagte in diesen Kamps gezogen, mit reinen Zielen kehrt er aus ihm zurück. Die Sorge seiner Freunde, die die Schwere deS Kampfes gegen den mächtigsten Minister de- neuen Deutschland nicht unterschätzten, hat ihn in diesen Kampf geleitet. Heute aber kann et ihnen mit Stolz zurufen: Ich hab's gewagt!

wb. B e r l i n ,5. März. Im Prozeß Erzberger ergriff zn Beginn ber Sitzung ber Vertreter des Nebenklägers. Iustizrat Dr. v. Gordon, daS Wort, um in längeren Ausführungen bk PlaidoyerS ber Staatsanwaltschaft und des Verteidigers zu beantworten. Er behandelte zunächst den Fall Thhssen und sprach über die Gründ«, di« Thvssen seinerzeit veranlaßten. Erzberger zum Eintritt in den Aus- sichtsrat ber Thyssenwerke aufzusordern. Dr. v. Gordon weist bann weiter barftuf hin, daß auch im alten Reichs­tage zahlreiche Abgeordnete Aussichtsratsstellen belleidet hätten, z.B. Bassermann, Paasche und Dr. Stresemann: ebenso stehe eS jetzt in ber Nationalversammlung- Es komme lediglich darauf an, die gegeneinander wirkenden Interessen ber verschiedenen Gruppen miteinander aus­zugleichen. Ein Abgeordneter dürft niemals gegen das Gemeinwohl handeln, feine unberechtigte Bevorzugung vornehmen und niemals, wenn er etwas durchsetzen wolle, mit Repressalien droben. Diese Grenzen habe Erzberger stets einaebalten. Geheimrat v. Gordon erörtert bann

d.

ft-Ders, 1551

- . mit dem Krelsblatt für den Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

Ebenso Hege im Fall bet Reift Erzberger« nach ©kx und ber Aeußerung Erzberger-, er sei vom Reichskanzler zu dieser Reift beauftragt, nicht lluwahrhaftigkeit. iou- bern vielleicht ein salopper Fehler vor. In bet Frage bet FriedenSresolution habe Erzberger keinen Treubruch gegen feine vorhergegangeue Zusage begangen, daß alle« tfltfr sichtrvoll bebenbett werden würde. Die Berhältnisft seien manchmal stärkt alS die Absichten. Erzberger sek kein Idealbild. Gr habe viele Fehler, aber auch viel» Vorzüge. Gordon beantragt zum Schluß eine Bestrafung HelfferichS und zwar im Sinne des 8186 de« Strafgesetz» buchäes ,da ber Wahrheitsbeweis mißlungen sei.

Nach Gordon ergreift Rechtsanwalt Friedländer da» Wort und schiLert Erzberger als einen tadellosen, ungemein fleißigen, um sein Baterland sebr verdiente» Mann. Er habe lein Sprungbrett zum Weiterkomme» zur höchsten politischen Höhe gehabt, sondern sich durch rastlosen Fleiß emvorgearbeitet. Wa» Erzberger grta» habe, sei nicht unsauber. ES könne vielleicht hier und da alS taktlos bezeichnet werden, aber es liege nicht» vo^ waS berechttgen tonnte, ihn au» bet Gesellschaft der an­ständigen Menschen zu stoßen. An keinem Fall sei ftstgd- stellt worben, daß Erzberger heimlich und gewissermaße» hinten herum sich geschäftlich zu Gunsten seiner eigene» Tasche betättgt habe. Weller crklärtt RechtSanwatt Fried­länder, nach einer von ihm gemachten Aufrechnung hab« Erzberger in feiner Tätigkeit bei Thyssen, bei HnbobaL bei Berger, Ko watsch, bei Hapag etwa 196 000 Mark verdient, wovon noch 60 000 Mark ab gehen, bk et bei Richter verloren habe. In einem Zeitraum von neu» Iahten habe also eht angeblich al» Schwerverdiener an- zufehender Mann 136000 Mark verdient. Wenn das Gericht von dem, wa» et auSgefübrt habe, sich nicht habt überzeugen lassen wa» ihm nicht verständlich wäre bann wär« «S doch tichttger unb mutiger, den Angeklagte» ganz fteizusprschen ober, fall» e» nur eint formal» Beleidigung annehmen wollte, «ine Verurteilung zu 6 Mk., oder, toemt man bk nicht vorhandenen Erzbergersche» Millionen gegen bk Helfftrichschen Millionen abwäqe. z» 10 Mk. auSzusprechen. Dadurch könne mau sehen, da» Gericht habe eigentlich freisprechen wollen. Ein Mittel­ding gebe e» nicht. Das Gesamtbild bet Persönlichkeit Erzberger- könne unmöglich zu bem Urteil führen, daß der WahrbeitSbewei» gelungen fei.

Nach diesem dreistündigen Plaidoher wurde bk Sitzung >raf Montag Vormittag vertagt. Dann sollen bk Re­pliken, eventuell auch bk Replik Erzberger» stattfinden.

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Dämmernde Einsicht in Frankreich.

tu^. Basel, 8. März. Der Pariser Bericht- ersiaWr derNational-Zeitung" stellte fest, datz di« franMfche Regierung und die Pariser Presse Hegtzgr in der Frage der Revision des Friedens- nicht mehr üboieinstimmen. In einem ^fizieklen Lritaufsatz desTemps" liest der Bericht- Ustatler, datz nun auch für die französische Regie- tung die Erkenntnis gekommen sei, daß ein Deutsch- : land ohne Geld und ohne Rohstoffe unmöglich guter erzeugen könne und es ihm auch unmöglich ( sei, seine Berbindlichkeiten zu erfüllen. Diese Wen- tzung der französischen Regierung tritt bereits darin i|U Tage, datz bei der demnächst zusammentretenden Wernaiionalen Finanzkonferenz außer den Neu- chcalen auch Deutschlands Vertreter anwesend sein -verden. Man steht also vor einer Revision des Versailler Vertrags.

wb. Rotterdam, 6. März. DieTimes" «ekdet, datz das Manifest über die Teuerung und 'den wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas, das ifcfr Oberst« Rat aufgesetzt hat, augenblicklich der s jstanzösischen Negierung zur Genehmigung vorliege. [ .Ritti schlug vor, datz die Verbündeten vor allem Deutschland bei der wirtschaftlichen Wiederauf­richtung helfen sollten. Alle an Deutschland ge­stellten Forderungen sollen diesem Ziel unter« t geordnet werden. Die französischen Delegierten hätten jedoch darauf bestanden, daß der Wieder­aufbau der verwüsteten französischen Gebiete nssn- tzestens das gleiche Interesse zu beanspruchen habe. Mo.ch Georg- schloß sich in diesem Fall der A sich' jRittig nicht an. Der französische Abänderungs­antrag wurde schließlich angenommen.

. Ein« internationale Anleihe für Deutschland.

, tu. Zürich, 5. Mürz. Der Pariser Korrespon- [bent derSortiere della Sera" meldet: Der Oberste iRat hat beschlossen, der deutschen Regierung zu ge-

jpatten, eine internationale Anleihe von 3940 Milliarde» in den verbündeten und neutralen Län­der aufzunehmen. Ein Teil des Betrages dieser Anleihe, etwa 12 Milliarden, könne Den'sch land für den Ankauf von Lebensmitteln und Rohstoffen verwende». Der Rest werde wahrscheinlich auf Rechnung der Entschädigung, die Deutschland zu keiften habe, verwendet werden. Die Anleihe ver­folgt auch den Zweck, auch die Wechselkurse der Ver­bündeten ju heben. In diplomatischen Kreisen der -Friedenskonferenz erwartet man, daß die mit Deutschland in engen Handelsbeziehungen stehen­den neutralen Staaten die Anleihe sympathisch mifnehmen und daß auch die zahlreichen Deu'sichen In Amerika in dieser Weise dazu beitragen werden, die L<^en des Mutterlandes zu erleichtern.

wb. A in st e r d a i, 5. März. In Rewyorker Vankkreisen soll lautTelegraaf" sehr wenig Be­geisterung für den Plan, eine internationale An­leihe für Deutschland auszugeben, herrschen. Um Erfolg zu haben, nmsse die Anleihe einen Notzins- Ertrag von 7 Prozent einbringen.

Seine Milderungen in der Schifssablieferungs- frag«.

kg. Berlin, A März. Die wegen der Frage der Auslieferung der letzten deutschen Schiffe nach London entsandte deutsche Kommission kehrt am wachsten Freitag nach hier zurück. Der Kommission H es » icht gelungen, Zugeständnisse in der Aus­lieferung der Handelsflotte zu erhalten. Es bleibt Bei der Anlage 3 des Artikels 236 des Friedens- bertrages. ,

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i 1" wb. Haag, 5. März. Nach einer Meldung r des Korr.-Büros heißt es in der Antwort der nie- i irländische« Regierung auf die letzte Rote der Verbündeie« bezüglich der Auslieferung des frühe-

I ttn Deutschen Kaisers:

Die holländische Regierung werde erneut genau I j Untersuchen, was ihr im vorliegenden Falle ihre F Dflicht vorschreibt. Sie werd« jedoch zu keinem | itn b eien Schluß als dem kommen können, den sie | ifo ihrer Rote vom 21. L niedergelegt habe und der f lhr nicht gestatte, dem Verlangen der Mächte L Ootge zu leisten. Da es zu den höchsten Pflichten i ir Regierung Ahöre, die auf allgemeinen Rechts- | strundrätzen beruhenden verfassungsmäßigen Gesetze | is Reiches zu achten, dürfe sie nicht unterlassen, | U»ch einmal deutlik^ darauf hinzuweisen, datz sie Tat begehen würbe, die dem Recht und her

Cnqlllnd.

Die Abrüstung.

wb. Haag, 5. März. DerRienwe Eourant" "eldet aus London: Der Erste Lord der Admirali- ät te'lte im ^lnterhause mit, datz sich augenblicklich 'm Bau befinden: etn Sckssachtkreuzer, 9 leichte Kreuzer, 2 Flottillensegler, 8 Torpedojager, 13 lln- r"t-'cte, 3 Mutterschiffe für Flugzeuge, 5 Hilfs­kreuzer.

JtoE Par i S. 5. März. In Aegypftn wurde noch einer Meldiino aus Kairo seit dem 1. März bie Prä - ventivzensur wieder eingesnhrt.

-Der »nzeigenpret, beträgt für die Sgefp. Zeile 50 4, emtliibe »nb ««mär- rr

tiq« 60 -, Reklame,eii« 1.50 X. Zu ollen Preisen ltt»!,Auffchlaa. Jeder Rabatt qiU

als Bartabatt. Be Auskunft durch die veichäftsstelle u. Bermtttluna der An- «non geböte 25 4 Sondergebühr. Poftscheckkonto: Rr. 5015 Amt Frankfurt a. M. Iv&v

DieOberhessische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Der W* Ktt Bezugspreis beträgt monatlich 2,50. X. frei ms Haus; durch die Poft JI2. VV 2.50 ». ohne Bestellgeld Vertag do* Dr. C. 5> itzeroth. Druck der Univ - Buchdr. von J o h. A u g. Noch. Martt 21/33. Fernsprecher 55.