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Freltiz, 5. Milr,
Di« „Oberhessische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Der M» RK Bezugspreis beträgt monatlich 2,50 X. frei in» HauS; durch die Poft ViS» vv 2.50 *. ohne Bestellgeld — Verlag von Dr. T. Hitzerotb. — Druck der Univ - Buchdr. von I o h. A u g. Koch. Markt 21/23. — Fernsprecher 65.
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mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg
Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen
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|ed6e geworden ist, erwartet man den Rücktritt der Re
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Zmme» »och keine Neber,ab« der deutschen Gegenliste.
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'jij o e rst - , r man mit eigenen Händen da» Werk, da» in i 11 Batts NN mehr als einem Jahre aufgerichtet worden sei.
'mg .aus politischen Gründen die Ueberreichung für unangebracht" hält.
L. Pari», 4. März. Die nächste Konferenz der 'friu fterprätzdenten soll in San Remo stattfinden und k • Anfang April. Zu gleicher Zeit wird in Rom * interalliierte Finanzznsammenkunst, die der Bölker- ^rnd veranstaltet, erfolgen.
8ra nkfnrt a.M., 4.Mär». Die römische Bericht- kstatteri» der »Franks. Ztg." erfährt, bah N i t t i» Langer Bemühungen für eine politisch« und toittschastliche »kdjsi,, bti kerscriller Vertragt erfolgreich waren.
teufet?«# der Nandstaalcu und Näterußland beginnt an> 1 SMt»
Ae Tkthandlungcn zwischen Estland und Lettland Ikc Aolk wurden ergebnislos abgebrochen. Die idezichlMMn haben sich beiderseits erheblich zugcspiht.
Neitritt Dänemarks und Schweden» zum Völkerbund.
wb Kopenhagen, 5. März. (Rihau.l LandS- lhing und Folkelhiug stituinten deut RegiernngSborschlag tdicfr»> den Beitritt Dänemarks zum Wlkerbtmd zu.
SDWedischen Blättern zufolge wurde nach lebhafter fcörteraxfl mit 152 gegen 67 Stimmen der Beitritt Bchwedrus zum Völkerbund beschlossen. Die Erste Kam-
tfähdia, «schleif« ; «a'H talnsnte
Räh.ds der Tech
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zu kam M?r bcrhsndelte gestern über dieselbe Frage. Da zu- । ein 8 Kant ber Beitritt Schwedens zum Völkerbund zur Tat-
OernuI jtben Tag. Wie verlaute!, wird u. a. Staats- Knist»- Branting Mitglied des netten Kabinetts jtm.
Abänderung des ungarischen Friedeusvertra,«»?
wb. Paris, 4. Febr. Wie Pertinax dem „Echo de Daris" «tu» London meldet, hat der italieuisÄe Minister- Västdenk A i t t i den formellen Antrag gestellt, den un- Dsrifch-j» griedensvertrag u ni z u ä n d e r n. Die 3 Ei>.umtt. Magyaren auf südslawischem, rumänischen «nd tfch«ch»-slowakischetn Gebiet tnüßten Ungarn zuge- tttoche« werden. Pertinax meint, Lloyd George teile jfe Austcht seines italienischen Kollegen. Pertinax ist vazufr'-ede», denn er glaubt, durch ein« dcrarttg« Polittk
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Dir ersten Heimkehrer aus Russland.
wb. Berlin, 4. März. Die Reichszentralstelle für - und Zivilgefangcnc teilt mit: Der erste Trans- pert aus Sowjctruhland mit 600 heimkehrenden Juva- totii fstok Frauen und Kindern wurde bereits an der K-marNttionSlinic übernommen. Das Eintreffen des Erauöp«»ies in Deutfchlaitd kann in den nächsten Tagen Bti.tr!?: werden.
Die Naudstaaten.
wb. .-elsingforS, 4. März. Die Warschauer
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FkledMWii.
Mrd«« »Netter Güterverkehr »wisch«« Frankreich und Deutschland.
V». Aasel, 4. März. In Basel tagten am 3. und l Mr, «twa 50 Vertreter der französischen, belgischen, Nntsche» und schweizerischen Eisenbahnverwaltungen, M bt« Bedingungen für die Wiederausnahine des fett Aci^sbeItun unterbrochenen direkten Güterverkehrs »ische« Frankreich und Belgien einerseits und Deutsch- leib fi*»c«wfeit3. festzusehen. Nach längeren, unter den Urzeit »ech bestehenden Verhältnissen begreiflicherweise Mhsame» Verhandlungen, die durch den Präsidenten Nr Geuetmldirektion der schiveizerischen Bundesstaaten, Minkelmann, geleitet wurdet!, ist schließlich eine Einigung zustande gekommen, die eS ermöglicht, den direkter» Güterverkehr wieder aufzunehmen. Vom Zeit- pmft dcS Inkrafttretens der zustandegekommencn Vcr- tbt6acu«een an werden also Gütcrsendungett zwischen Emakreich und Belgieit einerseits und Deutschland an- krerfeHS fauch über die Schweiz) wieder wie von dem Kriege *«f Grund direkter Frachtbriefe und auf Grund |tr Bestimmungen des Uebereinkommcns über den inter- pationakI» Frachtverkehr (Berner liebereinkommen) befördert werden können. Da aber mit diesen Vor- Ichrunge» allein den Bedürfnisse» des internationalen Gütcrdcikehrß nur zunt Teil gedient wäre, sind nebenher auch Werhaiihlungen über die Wiederaufnahme der MzcnseikMN Wagenbenittztmg cingeleiet worden. End- ist auch tioch «ine Konferenz in Aussicht genonunett, tolche bl« Grundlagen für die Einrichtuttg des direkten P t , f o tt e n v e r k c h r s schaffen soll.
Nntzlan» und Deutschland müssen durch Pttfferstaaten getrennt werden.
wb. Poris. 4. März. Vor dem Kammerausschuss für audwärtige Angelegenheiten erklärte gestern der aus Irtßland und Polen zurückgelehrte General Masse-
!, dieP»r!cien in Russland seien de utsch fr e u n d- cu üblich. Wenn inan den Weltfrieden sicher Wett, müsse man Deutschland von Russland ch Pufferstaaten mit dem A u S g a n g 3ri?re trennen. Dis Nnabhängigkeit und die Mraine scheine ihm besonders
Wie verlautet, hat die deutsch« Regierung die Gegen- Di« Stet jene Angehörigen der verbündeten Länder, gi :*ten Bestrafung wegen Kriegsverbrechen ebenfalls gc- ^1-4 werden soll, bereits seit einiger Zeit fertiggestellt. IM» Wie Kiste jst sehr umfangreich und mit Begründungen Wesentlich Keffer versehen al» die Auslieferungsliste der D;»£Sner. Die deutsche Gegenliste wird jedoch vorderhand _ M *6) nicht überreicht werden, weil die deutsche Re-
Ter Ctrafmitrag gtgtil HOnch.
300 Mark Geldstrafe wegen formaler Beleidigung.
Berlin, 4. März. Im Erzberqer-Helffrrich-Pro- zeß beantragte Oberstaatsanwalt Krause nach noch, maliger Würdigung der einzelnen Ergebnisse der Beweisaufnahme gegen Dr. Helfferich wegen Beleidignng nach H 185 in Jdealkonkurrenz mit § 186 de» Ttrafge. fetzbuches eine Geldstrafe von 300 <M, ferner Publikationsbefugnis de» Nebenklägers und Vernichtung bezw. Einziehung der Broschüre „Fort mit Erzberger" und der zu ihrer Herstellung benutzten Platten und Formen.
Berlin, 4. März. In der Fortsetzung der Plä- dobers erklärte der Erste Staatsanwalt v. C l a u s e - Witz .dass der Fall Hertling auSscheide, da Gras Sxrtting tot sei. Es könne nicht mehr betoicfrn werden ob er mit Recht Erzberger Unwahrbastigkeit vottnarf Ebenfalls scheide der Fall wegen der belgischen Frage aus, da die Erörterung im Einverständnis beider Parteien unterblieb. Es sei auch zweifelhaft, ob Helffe- rich hierin bestraft tverden könnte, da er in Notwehr handelt«. Im Fall« Pöplau, wo die eidlichen Aussagen Erzbergers im direkten Gegensatz zu den nneidlichen ständen, erllärte der Staatsanwalt den B c- tveis von dem Angeklagten als geführt. In dem Falle, in dem Erzberger Helsserich vorwarf, dass er der leichtfertigste Finanzminister sei, weil er nicht für Kriegssteuern sorgte, stützte sich der Staatsanwalt aus die Aussagen Spahns. Auf Grund dieser dknssage bezweifelt der Staatsanwalt auch die Richtigkeit der Angaben Erzbergers betreffs der Konferenz bei Betbmamr Hollweg . Erzbergcr teilte nach der kategorischen Abweisung durch Bergmann Hollweg direkt hinterher das Gegenteil Spahn und seiner Partei mit. Der Staatsanwalt betrachtet auch hierin den Beweis der Wahrheit durch den Angeklagten als erbracht. Ferrier hält er für erwiesen, dass Erzberger auf andere Weise als über das Auswärtige Amt zu dem Ezerninschen Bericht kam. Bezüglich der Aktion über den U-Bootkrieg kam der Negierung daS Vorgehen Erzbergers überraschend. Der Staatsanwalt kommt zu der Ueberreugung. dass die Behauptung Heisse- rich's in dieser Beziehung als wahr sich erwiesen habe. Der Staatsanwalt stellt ferner in Ab- rcde, dass das Verhalten Erzb« rgers nach der Friedensresollltion der Regierung gegenüber offen und ehrlich gewesen ist.
Der Sdaatsanwalt beschäftigt sich dann mit den Vorkommnissen in der Verhandlung selbst, ans denen der Angeklagte den Beweis der Lügenhaftigkeit führen wolle. Die Bcurteiltrng dieser Fälle überlasse er dem Gerichtshof. Der Staatsanwalt geht die einzelnen Fälle durch, ftir deren zwei der Beweis nicht erbracht sei. Schließlich bemerkt er, für die Staatsanwaltschaft ergebe sich, dass bei dem Nebenkläger de r Sotir zur Unwahrhaftigkeit bestand. Der Staatsanwalt verbreitet sich dann über den Vottvurf der gemeinen Denunziation . Man müsse annehmen, daß die Beschuldigungen Erzbergers in Sachen der Bestrebungen in Belgien unter der Aegid« Helfferich? zur Aufnahme der angegriffenen Personerr in der Liste der Auszulieferndrn führen mußten. Die Staatsanwallschaft halte den Bo r-
Die Notwendigkeit der Hilfe für Deutschland.
wb. Haag, 4. März. Laut .,Nieuwe Courant" meldet „Evening Standard", daß der Oberst« Rat eine Denkschrift über di« Teuerung veröffentlichen wird, dessen beide erste Abschnitte sich mit Deutschland befassen. Es heißt darin, Deutschland fei für den gesamten Welthaushalt unentbehrlich. Ohne deutsche Erzeugüngskraft und deutsche Organisation gehe die Kaufkraft Europas zu Grunde, und Europa werde von Amerika und Japan überflügelt. Tie Verbündeten müßten Deutschland bei seinem Wiederaufbau behilflich sein. Wenn man Deutschland und Frailkreich nicht ungefähr in denselben Zustand zurückbringe wie vor dem Kriege, damft bie Industrien beider Länder wieder fortfahren können, zu arbeiten, könne dar wirtschaftliche Gleichgewicht der Welt nicht wieder hergestellt werde«.
tu. P a 118, 4. März. Das Manifest des Obersten Rates enthLt nach Paris getätigten Nachrichten zufolge u. o. folgende Punkte:
1. Die Verbündeten erklären sich bereit, eine größere Menge Rohstoffe an Deutschland zu liefern.
8. Die Verbündeten wollen sich an dem Wirder- aufbau der deutschen Wirtschaft beteiligen.
8. Die Frage des Wiederaufbaus der zerstörten Gebiete Frankreichs und Belgiens ist kein« nationale, sondern eine internationale Frage.
Rücktritt des türkischen Kabinetts.
wb. Konstantinopel, 8. März. DaS Kabinett ist zurückgetreten. Der Sultan berief Marschall Izzet Pascha zu sich.
wurf der Denunziation für erwiesen. Im Fall Jahnke, Aktendiebstahl im Deutschen Flottenverein, sei Erzberger mit Ausreden gekommen, er mußte seine Aussag« verweigern, weil er fürchte, wegen Verletzung des Urheberrechtes zur Verantwortung gezogen zu werden. Der Staatsanwalt fügte hinzu, er brauche über die Sache weiter nichts zu sagen. Das Verhalten Erzbergers im Falle des Briefes des Majors Düsterberg an den Kriegsminister wird vom Staatsanwalt stark bemängelt.
Oberstaatsanwalt Krause kommt nochmals auf den Fall Dombrowski zu sprechen und bezeichnet es als sehr bedenklich, mit welcher Leichtfertigkeit schwere Angriffe aegen prominente Persönlichkeiten erhoben worden feien. Durch solche Missbräuche werd? das Vertrauen des Volkes in die Richtigkeit und Zuverläffigkeit amtlicher Mitteilungen sehr erschüttett. Zur Begründung des Straian- trages übergehend erklärte der Oberstaatsanwalt, der Angeklagte habe zweifellos beleidigen und verletzen wollen. Er habe den Kampf immer wieder von neuem ausgenommen. Mii diesen Ausführnnge» wolle er nicht bestreiten, daß der Angeklagte von Beweggründen geleitet worden sei, die in erster Linie uneigennützig gewesen ‘feien. Trotzdem muffe die Staatsanwaltschaft die Bet - nrteilung beantragen. Zn berückfichUgen fei, dass dem Angeklagten ein grosser Teil des Wahrheitsbeweises geglückt fei, wenn auch viele schivere Beschuldigungen nicht erwiesen »verden konnten. Dazu komme, dass auch der Angeklagte von dem Nebenkläger öfter schwer beleidigt worden sei. Unter Berücksichtigung aller dieser Umstände und in Bctrachtzichiing der Vermögensverhältnisse des Angeklagten-beantrag? er die Verurteilung zu einer Geldstrafe von 300 M l. wegen formaler Beleidigung und weil an den Tatfachenbeleidigungen in einem Paukt?, in dem Per Rechtsbeugung, der Wahrheitsbeweis nicht erbrach! -vsrden sei, während in vier Punkten, dem der mlfauberen Bergmck'.lnq politischer Tätigkeit mit eigenen Interessen, dem der Unwahrhaftigkeit ,dcm der Denunziation ('m Falle Belgiens nnd dem brr Unanständigkeit (in her Beschaffung von Material), der 8V a h r h e > t s b e w e i s erbracht worden sei. ZanäEch'üss sagt« der Oberstaatsanwalt, die Staatsanwaltschaft habe auf alle politischen Betrachtungen vcr-ichtct. Sie habe sich streng auf den Boden der Strafprozessordnung gestellt. Mögen alle Politiker und Parlamentari^, mögen die berufenen Vertreter der Presse ihre Folgerungen aus diesem Prozess ziehen nnd möge dieser Prozess zur Reinigung nnd Gesundung des öffentlichen Lebens beitragen.
Darauf ergriff der Verteidiger Alsberg daS Wort iiitb ging ausführlich die einzelnen Fälle durch.
Berlin, 4. März. Wie in Zentrumstteisen verlautet, wird Erzbcrger durch Fraktionsbeschluss gezwungen werden, au8 der Zentrumspartei auszuschei- bc«, wenn das Urteil im Helfferich-Prozeß gegen ihn ausfällt.
Di« „Sozialistische Storr." sagt, dass der Versuch, da? Rcichswittschaftsministerium durch einen Zentrumsmann zu besehen, von der Sozialdemokratte durch Stellung der Kabin«ttsfrage zurückgcwiescn werden müffe.
Au.erifa
wb. W ashingt on, 4. März. Das Staatsdepartement dementt'ert die von einigen amerikanischen Blättern veröffentlichten Pariser Meldungen, nach denen sich di« Vereinigten Staaten von alten Kommissionen der Friedenskonferenz znrückziehen wollen.
wb. Paris, 4. März. Der Berichterstatter des „Echo de Paris" meldet aus Washington, bei ehemalige Präsident Taft klage Wilson an, auf bie Bettoerfung des Friedensvertrages von Versailles Hinzuarbeiteri, damit er keine Entscheidung über die Lobgeschen Vorbehalte zu treffen brauche. Senator Lobge sage, wenn das wahr sei, könnten Wilson und die demokrattschen Senatoren nicht bie Verantwortlichkeit für ben Mißerfolg be? Vertrages von sich abweisen. Er frage sich, ob bet verblendete Wilson aus persönlichen Gefühlen wirklich sein eigenes Werk zerstören wolle.
Abtretung btt wtstindischt« Insel« «« Amertt«?
wb. Amsttrdam, 4. März. Einem Telegramm der .Time»' au» Rewhork zufolge wird dort viel ton der Möglichkeit gesprochen, daß England seine Schulden an Amerika durch Abtretung der westindischen Inseln bezahlen könnte. Der Finanzsekretär Maea Adoo hatte dies für eine glückliche Lösung. Amerika würde 200 Millionen Pfund Sterling für einige dieser Insel« bezahle«,
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Aus den Abstimmungsgebieten»
6*. Setliw, 4. März AuS Ratibor wird gemeldet: Tschechisch« Agitatoren werben in den zum oberschlesischen Abstimmungsgebiet gehörigen Dörfern Haa^ Sandau, Kranowitz und Großpeterwitz für den Anjchdrß an Tscheche». Wie verlautet, ist der deutsche
Kommissar bereits angewiesen worden, g«g« die 8gU tOttos in schärfster Weise einzuschreiten.
Die MMt in MM-MtilN.
Weitgehende provinzielle Telbständigktit i«»efa*
Wir meldeten gestern, daß weitere Kreis« tn Schleswig-Holstein bei der Reichsregierung bk Forderung auf weitgehende Selbstverwaltung gt stellt haben. Eine Abordnung, bestehend au» den Abgeordnetol Iversen, Michelsen und dem Bürgermeister Timm- Rendsburg, wurde nun gestern tom Ministerpräsident«« Hirsch in Gegenwart des Innenminister» Heine «d de» Vertreter? des auswärtigen Amtes empfangen. Mi« nister Heine drückte in Uebereinstimmung mit btt preußisck>en Regierung die Zuversicht aus, daß bi« Schl«»« wig-Holsteiner ohne Unterschkd der Parteistellung a0e0 Streben und Wirken auf die Erbaltung diese» alte« deutschen Stammes beim deutschen Gesamtvaterraud« richten würden. Die preussische Regierung und Volk»« Vertretung seien durchdrungen, daß jeder deutsche Staun» auf seine Art unter Entwicklung seiner besonderen Kultur im Bildungswesen, in Kunst und Literatur an bet politischen, sittlichen und kultnrellen Erneuerung unsere» Volkes selbständig mitwirken müsse. Besonder» gelte dies von den deutsck)eii Stämmen an den Grenzen. Di« Negierung wolle, dass Schleswig-Holstein wie auch di« anderen Landesteik« möglichst weitgehend« Selbständigkeit in provinzialen und Gemeinde, angekegenheiien erhalte. Die Hülste der preußische« Vertreter im Reichsrat solle von den preußischen Pro- ' Hingen bestellt werden. Nach den neuen Entwürfen für die Selbstverwaltung solle überall da» Selbstbestimmungsrecht der kommunalen Körperschaften befestigt und erweitert werben. Tie Sonberrechte Sckl«»« ivig-.^olstotnS würben ausdrücklich gewährkerstet tverden. ->ie Amtssprache in den gemischtfvraLstchen Gebiet«» solle nach der Reichsverfassung nach den Bedürsnftse« auch der üvinderbeit bestimmt we-deu. selbstverständlich nicht ohne die Zustimmung des Vokkswillen» in ben 6u treffenden LandeSteilen. Auf bie Besetzung wichtig« »(erntet solle die Bevölkerung der Provinz Einfluss habe«. Es sei die zuversichttichc Hoffnung der Staatsr-gierurm daß die Schke swi a - Hel st ei ne r wie vor 70 Fahren jetzt M dr Abstimmung ihr Bekenntnis für da» T e i! s ch l u m ablegen, um ihr küufttge» Geschick al» Deutsche im Verbände mit den übrigen Deutschen selbst -u gestalten.,
RamenS der Abordnuua erwiderte Aversen: Die Abordnung erkenne die schwierig« La« der Staat»« regierung und Reichsregierung gegenüber den ton ihr vorgetrageuen Wünschen an, sie entnehme aber au» btt Erklärung der Staatsrcgierung. dass bie Wünsch« der Schleswig-Holstei'ner auf weitg-hende Selbständigkeit i« der kommunalen und provinziellen Se'bstverwastung bM friedigt werden können. Die Mend-churaer Versammlung und bie ganze Bewegung habe n i ch t» mit Sondtt« bcstrebuirgrn oderEigenbrädeleien fu tun, sie seien ge- boren au3 der Not der Stunde und getragen van teilt vaterländischen Gefühlen. Die Liebe zum großen Batet- lande und bie Liebe zur engeren 5-eimat sei in der 'Kundgebung zum Ausdruck gekommen. Dem Druck von Norden müßte ein starker Volkswille enigegen- springen.
Im Verlaufe der Besprechung wurde auch bk Verlegung be3 Oberpräsidiums von Kiel nach Schleswig berührt. Minister Heine sagte, die endgültige Belassun« des Oberpräsidiums in Kiel habe bk StaatSregieruNG nicht beschlossen. In der harmonisch verlaufene« sprechung ist das Bestreben be» wechselseitigen und tot« ständnisvollen Zusammenarbeiten» im deutschen **‘“*1» voll in Erscheinung getreten.
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Die Frage der Ntnwchlen.
Berlin, 4.Mär». Wie die „Berliner Börsen,lq." erfährt, bildet der Antrag bet Rechtsoppofitton auf Beschleunigung ton Neuwahlen noch in diesem Frühjahr dm Gegenstand von Besprechungen bet MehrheitSparteien. den einrelnen Fraktionen gibt «8 Anhänger einer Miete« Einberufung der Wahlen zu« neuen Reichstag. 3« diesen Kreisen dürfte man Einfluß auf die Regierung « der Richtung ausüben, dass fk sich ,nt Festfetzn^ und Bekanntgabe eine» weltzttlich früheren Wa«, termM al» bisher entschließen müsse. — Nach dem. »al die „B. 8 " au« be« Reihen bet MehrbertSvarteien hört, hat der Antrag der beLen Rechtrpatteie« auf Auflösung der Nationalversammlung im Mai keine Aussicht auf Annahme. Die MehrheitSparttim würden sich voraus- sichtlich stt Hinaus schieb««« der Wahlen bi» zu« Jahresende entschließe«.
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Umsturz kn Portugal?
in. Pari», 4. März. Havas meldet unter flBee Vorbehalt: Eine Depesche au» London « ben „P«t8 Parisi en" besagt, daß in Portugal eine Revolution auSgebroche« und die Sowjetregierung erklärt worbe« sei. '
wb. Madrid, 8. März (Reuter). Dir Eisenbahn« nab Telephonverbirümng mit Portugal ist vollkommM unterbrochen.
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