Einzelbild herunterladen
 

tl

mit dem Kreisblatt für de» Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher knrhessijche) OLerhcffen

t,

*3

J'S 59 Bezugsp 0 06. 2.50 #. ol

144.

I

1473

glauben wir, dic

145«

vät ine reizen«

lich unparteiisch durchzuführen.

F. K.

das Ansinnen an genug ist das

n

>t n il

n

8

recht freigesprochen würden. Hnb da Austieferungsfrage sei erledigt!

Kein Deutscher wird wenn auch und für sich unerhört und schmachvoll

Gegr» die Auslieferung de» Reste- der Handel-flott«.

Wb. Breme«, 1. März. Nm Sonntag, den 29. 2., protestiert« der Deutsche Volksbund für Gerechtigkeit in Bremen in der Börse gegen die Suslieferung der Reste unserer Handelsflotte. Kapitän König vom U- Boot .Deutschland" hielt eine wirkungsvolle Ansprache. Di« hm vielen Lausenden einstimmig angenommene

'flh

i

8'

\ toN

pe et

1., im

R.

X.

r iselfl er

en

iößer

rsoh-

«8 »

1.65

f«n.

. d.

Die 45 probeweise zn Vemrteilenden.

tofc. Rotterdam, 1. März. Au» London wird gemeldet, von den 45 Kriegsschuldigen, die vor dem Leipziger Reichsgericht erscheinen sollen, werden 10 von der englischen Regierung bezeichnet, hauptsächlich wegen Grausamkeiten im U-Bootkrieg, 12 von den Franzosen. 15 von Belgien und von den Italiener und Polen je 4.

Erzberger nnb das parlamentarische System.

Aus der Nationalversammlung wird derKöln. Ztg." geschrieben:

Die Vertagung der Entscheidung über Sein oder Nichtsein Erzbergers bis zum Schluß des Helfferich- Prozesses ist natürlich nichts weiter als eine Ver- legenhettsmaßnahme, zu der nächst dem Zentrum auch Demokratie und Sozialdemokratie und auch das Kabinett gegriffen haben in dem Wunsch, Zeit zu gewinnen, um sich über die Lage bei der Aus­schiffung Erzbergers klar zu werden. Es ist ganz selbstverständlich, daß es sich hier nicht um einen einfachen Personenwechsel handelt, denn Erzberg'r ist nicht schlechthin ein Minister wie dieser und jener, sondern ein Träger und Vertreter der ge­samten derzeitigen Regierungspolitik, soweit sie sich in der Richtung sozialistischer Ideen bewegt. Darüber hinaus ist Erzberger die erste vollkom­mene Verkörperung desjenigen Parlamentaris­mus, den Demokratie und Sozialdemokratie als eine der herrlichsten Errungenschaften der Revolu- tipn feiern. Durch das Verschwinden Erzbergers aus dem Ramepnlicht der derzeitigen Parteiregie­rung würden sowohl die Verwirklichung der sozia­listischen Pläne mit Hilfe der steuerlichen Kap'tal- vernichtung als auch das System der parlamentari­schen Parteiherrschaft eine ihrer wichtigsten Stützen verlieren. Deshalb ist es begreiflich, daß die Mehrheitsporteien schon jetzt darüber nachsinnen, ob nicht der Fall'Erzberger einen Anlaß zu einer eingehenden Prüfung der derzeitigen Regierungs­systematik auf die Möglichkeit einer praktischen Aenderung hin bietet. Die verschiedensten Vor­schläge werden gemacht und besprochen, ohne daß man bisher den Umriß einer - Einigung sehen könnte. Nicht einmal über den Umfang der Fol­gen von Erzberpers Rücktritt auf den Bestand des Kabinetts ist man sich klar. Nur das Bestreben tritt hervor, die gegenwärtige Zusammensetzung der Parteien im Kabinett auch für die Folgezeit festzuhalten, wenn es nicht etwa im weiteren Ver­lauf der Entwicklung zu einem Zusammenbruch der Mehrhettspolitik und zur Auflösung der National­versammlung mit folgenden Neuwahlen kommen sollte. Auch diese Möglichkeit wird man ins Auge fasten müssen.

hübet inlis-

Präsident Fehrenbach eröffnet um 2,55 Uhr Mt Sitzung wieder: Vielleicht gelingt e8 den Herrn Fraktion«- führern, das Pflichtgefühl der Mgeordneten soweit zu stärken ,daß im Lause der Woche noch einmal eia be­schlußfähiges Haus zusammen kommt.

Die Beratung wird fortgesetzt. § 12 wird in der Au-- schußfassung angenommen, abgesehen von dem Antrag Wetzlichz zum Absatz 12, der »urückgestellt wirb?

Bei § 13 beantragt Abg. Wetzlich (Deutschnatl.), daß vom gesamten Betrage der Einkünfte auch abzuziebelt sei angemessene Rückstellung für Erneuerung.

Abg Go the in (Dem.) beantragt, daß auch abge­zogen werden dürfen Beiträge zu politischen, wohltätigen und kulturfördernden Bereinigungen »soweit diese 10 Proz. des Einkommens nicht übersteigen.

Uirterstaatssekretär Mösle spricht gegen beide 8> träge. Die Anträge werden bi» zur 3. Lesung zurück- gestellt.

Abg. Becker-Hessen (D.Bvt.) beantragt, daß Bei­träge zu den öffentlich-rechtlichen Berufsvertretungen usw. abziehbar sind.

Abg. Keil (Svz.) begründet ebenfalls mehrer« Ab- änderungsanträge. Nach weiterer Aussprache werden die Anträge Keil und der Antrag Becker angenommen, tvonach das Einkommen de« Hausboltungsvorstande« und seiner minderjährigen Kinder zusammengerechnet werden soll. Die §g 19 u. 20 werden zusammen beraten.

Abg. Seger (U.®.) begründet Abänderungsanträge seiner Partei, die eine Erhöhung des Eristenzmininmm« und «ine Weiterführung der Staffelung auf 85 vom 100 bezwecke.

Abg .ffeil (Soz.) begründet die Anträge. Dr. Blunck (Dem.) und Genossen, auf den sich die Mehr- heitsparteien und die Recht« geeinigt haben, wonach der dem steuerfreien Einkommen hinzuzurechnende Betrag sich bei einem Steuerpstichtigen, dessen steuerbares Ein­kommen 10000 Mark nicht übersteigt, um 200 Mart für die zweite um jede weitere zur Haushaltung gehörend« Person erhöht, sofern letzter« das 16. Lebensjahr nicht vollendet hat.

UnterstaatSsekretär MöSl« erklärt den Antrag b«r Unabhängigen auf Heraufsetzung der Grenzen für Steuer­freiheit für unannehmbar. Der Antrag Blunck sei mit einem nassen und mit einem heiteren Auge zu betrachten, aber schließlich könne man darüber reden.

6 19 wird mit dem Antrag Blunck angenommen, |20 in der Ausschußfassung.

Morgen l Uhr: Fortsetzung; vorher Anfragen, nachher weitere Steuergesetze.

Die Unabhängigen hatten beantragt, ihren Antrag bett, die Verordnung des Reichspräsidenten morgen ans die Tagesordnung zu setzen, da Widerspruch erfolgte, wird der Antrag erst Mütwvch verhandclt. Schluß LUhr.

Nach Pressemeldungen ist damit zu rechnen, daß der Reichsverkehrsminister Dr. Bell ausscheiden und durch den preußischen Minister der öffentlichen Arbeiten O e s e r ersetzt werden wird. Es würde bann aber eine weitere Umgestaltung des Reichskabinetts eintreten, da das Zen­trum nach dem Ausscheiden von Bell und Erzberger nur noch durch den Reichspostminister Giesbcrts vertreten wäre.

Als mögliche Nachfolger Erzbergers, an dessen Rücktritt kaum uoch zu zweifeln ist, werden die verschiedensten Personen genannt, so der Hamburger Senator Mel­chior, Reichsbankpräsident Havenstein, der frühere Reichsschatzsekretär Graf Roedern und Unterstaats­sekretär M ö Sl e, der Stellvertreter und vertrauteste Mit­arbeiter ErzbergerS Die letztere Kandidatur wird be- sonders von der Sozialdemokratie in den Vordergrund ge­schoben, die dadurch die Fortführung der von ihr be­fürworteten Erzbergerschen Steuerpolitik am ehesten ge­sichert glaubt. Der Kölner Oberbürgermeister Ade­nauer will die Nachfolgerschaft ErzbergerS nicht über­nehmen. Auch der badische Finanzminster Wirth kommt als Kandidat für den Reichsfinanzministrrpost'n in Frage

Marburg

Dienstag, 2. Mär; (ftnjing)

8u dem darauf behandelten FalleJanke", bei dem sich um die D ieb sta hla f färe im Flotten- ^erein l-ondelt, bekundet Zeuge Grundow, der als Kichter die Voruntersuchung gegen die beiden deS Dieb- -Mhls beschuldigten Janke, Vater und Sohn, führte, Erz- «rger habe auf die Frage, ob er wisse, wie und durch wen tzevisie Schriftstücke in den Besitz desBayer. Kuriers"

T1 rn S inden des Generaldirektors Rabes vom Konzern ein Betrag von 400 Millionen Mark «ruichädiauiur für die lothringischen Hüttenwerke

Sie MMkomMnn.

Sitzung der deutschen Nationalvtvt sammlung vom 1. Mär».

liegen eines Wettkämpfer» bei einer sportlichen Veran­staltung. Nicht durch ein Versagen der Frontdisziplin, sondern durch eine Art Undisziplin au» dem Innern de» Lande» heraus wurde Deutschland besiegt. Durch meine Behandlung der Kriegsgefangenen, die immer eine» Soldaten würdig und gerecht war, glaube ich gezeigt zu haben, daß ich nichts gegen einen deutschen Soldaten habe. Denkt im­mer daran, daß ihr deutsche Soldaten wäret, und als ehemalige Soldaten des alten Deutschen Reiche» sollt ihr es unter eurer Würde halten, euch irgendwelcher revoluttonären Bewegung anzuschließen. Denkt einmal an meine Worte, wenn Ihr daheim seid und macht Euch mit ganzer Kraft an den Wiederaufbau Eures Landes."

gezahlt worden sei. Erzberger lehnt in seiner Eigen­schaft als Reichsfinanzminister ab, sich darüber in der Oeffentlichkeft zu äußern. Es handele sich auch nicht nur um die Firma Thyssen allein, sondern um 16 Firmen.

In der württembergischen Eiufuhrangelegenheit sagen alle vernommenen württembergischen Zeugen übereinstim­mend aus, eine Einwirkung Erzbergers auf das Zustande­kommen des Vertrags habe nicht stattgefunden.

In vierter Nachmittagsstunde erklärt der Vorsitzende im Einverständnis mit allen am Prozeß Beteiligten die Beweisaufnahme für geschlossen.

hause»'

izeitig abtransportiert und sielen in die Hände der Belgier. Den Vorwurf der Denunziation weise ich mit großer Ent­schiedenheit zurück. Erzberger verliest eine Stelle aus dem stenographischen Protokoll der Nationalversammlung pmn 29. 7.1919, um zu beweisen, daß die Aeußerung: Dann können Sie sich nicht beklagen, wenn gewissen ^Persönlichkeiten das Mißgeschick vassieren sollte, auf die Mrslielerungsliste gesetzt zu werden" nicht eine Aeuße-

Ein englisches Urteil über die deutsche Niederlage.

DemSmttooten" ht Oldesloe teilt ein au» England he im gekehrter Kriegsgefangener den Wortlaut einer Ab- schiedSrede mit, die bet englische Major bei der Auf­lösung des Lager» an die Gefangenen hielt. Rach nähe­ren Ausführungen über gewaltsame Zurückhaltung deut­scher Kriegsgefangener durch die englische Regierung, die im Sinne England» unzweckmäßig wäre, sagte der Mo jor:Seid stolz, daß Ihr deutsche Soldaten gewesen seid. Al» solche habt Ihr eine al» Gefangene gute Disziplin gezeigt. Dentschland verdankt alle» feiner Diszipltn. Daß e» den Deutschen über- Haupt möglich war, der ganzen Welt, die Deutschland al» Feinde gegen sich hatte, vier Jahre lang zu widerstehen, verdankt e» allein der Disziplin der Sol­daten. Deutschland ist jetzt geschlagen. Die Nieder­lage der deutsche» Armeen ist zu vergleiche» dem Unter»

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung m» 1,25 Uhr.

Abg. Cohn (U.S.) bemerft vor Eintritt ln dk Tagesordnung zur Geschäftsordnung, seine Pattei wett» dm Lause der Sitzung einen Antrag einbringen, die Ver­ordnung des Reichspräsidenten auszuheben, welche dir Strafbestimmungen verschärft, indem sie Todesstrafe bet Brandstiftungen usw .einfühtt.

Der Gesetzentwurf zur Ergänzung bei Gesetze» zur Verfolgung von Krieg»verbrechen nnil Kriegsvergehen geht ohne Aussprache an be» Sa» sasfungsausschuß

Fortsetzung der zweiten Beratung de» Entwürfet des Reichseinkommensteuergesetze». i

Zu 82 (persönliche Steuespflicht) begründet Abg. D», Becker-Hessen (D. Vpt.) einen Antrag, der doppelt» Besteuerung auf daS Einkommen aus ausländischem Grundbesitz verhindern will, soweit glaubhaft ncnbgt» wiefkn wird, daß der Stcuerpflichtige sich nicht feine» inländischen Steuerpflichten durch den ausländischen Besitz hat entziehen wollen. ;

Abg. Blunck (Dem.): Der Antrag würde internatio­nale Abmachungen erschweren.

Regierungsseitig wird crklätt, daß bei doppelta Be­steuerung das weitestgehende Entgegenkommen geübt weo» den soll. '

Der Antrag Dr. Becker Witt» abgelehnt, §2 »M genommen,' ebenso weitere Paragraphen. i

Zu 8 12 begründet Abg. Wetzlich (Deutschnail-f einen Antrag, daß Gewinne aus Veräußerung von Grund­stücken nicht steuerbar sein sollen, e» sei denn, daß dt» Grundstücke innerhalb der letzten fünf Jahre erworben waren. (Vorlage 10 Jahre.) ,

Abg. Seger (U.S.) luenbet sich gegen eine in |H ausgesprochene Bevorzugung der Reichswehr durch Stenw freiheit ihrer Naturalbezüge.

Bei der Abstimmung über den Antrag Wetzlich bleibt daS Ergebnis zweifelhaft, «veil während bet Stimme»» zählung noch Abgeordnete den Saal betreten.

Präsident Fehrenbach: Es ist ein Elend, daß die Herren bei dec Abstimmung nicht im Saale sind, son­dern im Restaurant.

Der Hammelsprung ergibt die Beschlußunfähig- k e i t des Hauses. Für den Anttag haben 87, gegra th» 100 Abgeordnete gestimmt.

Schluß 2Vi Uhr. Fortsetzung 2»/. Uhr.

richst^ "bK . abj* t. 3L.

Entschließung wurde an die Reichsreglerung. di» Nationalversammlung und an den deutschen Geschäft»« träger in London telegraphiert.

&17» iN adem> bau*

M

Al» der Feindbund die Auslieferungsnote überreicht hatte, ging ein Schrei der Entrüstung durch unser ganzes Volk und als dann infolge unseres nationalen Wider­standes die Gegner auf die Auslieferungsforderung ver- zi bieten, da ging cs wie eine befreiende Beruhigung durch unser ganzes Volk. Ist denn die Auslieferungsfragc er­ledigt, haben denn die Feinde tatsächlich auf die schmachvolle Forderung verzichtet? Sie haben es getan, ja, aber nur unter Vorbehalt und zwar crttärte der Feindbund in seiner Nöte, daß das Ver­fahren vor einer Gerichtsbarkeit, wie sie von unserer Regierung vorgcschlagen wurde, in keinem Falle die Be­stimmungen der Artikel 228230 des Friedensvertrages beheben könne. Die (Segnet behalten sich also alle Rechte aus dem Friedensvertrag vor, d.h. auch die Auslieferungsforderung, etwa wenn nach ihrer Ansicht die Angeschuldigten zu lln-

Ming von ihm, sondern von dem Abgeordneten Rieß er bat, die er, Erzberger, in seiner R'de nur zitiett habe. .Der Sinn meiner Rede war jedenfalls ganz anders, als -kr Angeklagte ihn hier darstellt.

Vorsitzender: An die Nennung des Namens k$ Angeklagten in diesem Zusammenhang dachten Sie Mo nicht? Erzberger: Nein. Rechtsamoalt Als­berg: Auf den Namen Helsferich war doch aber schon sechs Tage verlier in derDeutschen Allg .Zeitg." zweimal hiirgewiesen worden. Erzberger: Mit Recht. Helf« iferich: Es ist nicht wahr. Ich muß diese Aeußerung "Nochmals als eine gemeine Denunziation bezeichnen. Der Vorsitzende rügt diesen Ausdruck. Helffe- irich behauptet, der stenographische Bericht, auf den sich bte Aussage Erzoergers stütze, sei abgeändert Kotten. Die belgische Regierung hat über meine Tätig­keit anders geurteilt als Sie! Erzberger: Das .Gegenteil ist der Fall. Von der belgischen Regierung Decken Sie als Haupturheber angesehen. Zeuge Geheim- '«t Rießer bekundet u.g.: In jener Rede, die hier

Frage stcbt, machte ich den Passus so, wie er mir in r.kn Mund gelegt wird, nicht. Meines Erachten» mußte lkrzberger sich bewußt sein, daß die scharfen Angriffe, we er gegen Geheimrat Hilgenberg, Helsferich, Ludendorff sich andere in seiner Rede vom 25.7. richtete, die «Aente veranlassen konnte, ihre Ansliefe» kuug zu begehren.

Hückzug aus Belgien wurden alle Akten über die belgische Krage durch die Nachlässigkeit eines Beamten nicht recht-

Di« .^Oderb elfische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Der Bezugspreis beträgt monatlich 2,50 <*. frei ins Hau»; durch die Post ohne Bestellgeld Verlag von vr. T. Hitzeroth. Druck der Univ -Buchdr. von I o h. 81 u g. Rod). Markt 21/23. Fernsprecher 55.

[ Str 3M 6r$6trgtr gegen MM.

Abschluß der Beweisaufnahme.

p Berlin, 1.März. Der heutige Verhandlungstag pjrd einaelettet mit der Erörterung der angeblichen De- nunzieruilg Helfferichs in der belgischen Frage. Helsferich erfiärt: Der VorwurfGemeine Donun- tzation" in meiner Broschüre bezieht sich auf den Vor- ß»ß, den Erzberger in derDeutschen Allg. Zeitg." am $3.7.1919 gegen mich bezüglich der belgischen Frage Htternahm. Er sagte darin:Unter Helfferichs Aegide Hürden die schwerindustriellen Aspirationen auf Belgien i ergamfiert." Deswegen mußte ich in diesem Angriff thie Drohung mit der Auslieferungsliste sehen und eine Denunziation an die Entente. Erzberger batte das 1 Objektive Bewußtsein, daß er mich in die Gefahr der .Auslieferung brachte. Ein Beweis dafür ist seine Rede, fe er sechs Tage später in der Nationalversammlung gehalten hat.

Erzberger wird hierauf als Zeuge vernommen, ft erklärt: Alle Behauptungen des Angeklagten auf feiern Gebiete kann ich unter Eid als falsch bezeichnen. Am übrigen wußten unsere Gegner über die belgische Frage sehr genau Bescheid, denn bei dem übereilten

Erscheinen vor einem rein deutschen Gc r i ch t, das nach rein deutschen Gesetzen und nach rein de.uts di em N echt urteilt, ab! ebnen, ,

Wohl aber muß sicher gestellt sein, daß die Ä u s - lieferungSschande nicht etiva nur auf deut­schen Boden- verlegt wird.

DaS deutsche Volk hat die Auslieferung deutscher Landsleute abgclehnt und muß deren Aburteilung a b l c h n e n , loenn der Feindbund auf seiner U n - Parteilichkeit beharrt und der Urteilsspruch de» Reichsgerichts nicht als unanfechtbar anerkannt wird.

Die Feinde haben also nur vorläufig und unter Vorbehalten auf die endgül­tige Auslieferungsforderung verzich­tet!

Wir müssen bedenken, daß die Ehre im politischen Leben einen Machtfaktor darstellt, das; tvir mit der Preisgabe unserer Ehre 1. unser Ansehen, unseren Kredit verlieren, 2. für ewig ausgelöscht werden aus der Reihe der europäischen Mächte.

Darum heißt e» handeln, bevor es zu spät ist.

Wir dürfen nur auf die Verhandlung vor dem Reichsgericht eingehen unter den Be­dingungen :

daß nur Handlungen, bte nach bestehenden deutschen Olesetzen strafbar sind, zum Gegenstand der Strafver­folgung gemacht toerben können;

daß der gesetzmäßig zustandegekommene Urteil»- spruch des Reichsgerichts geachtet und gegenüber allen Anfechtungen, von welcher Seit« sie auch kommen mögen, aufrecht erhalten wird;

daß die wegen Kriegsbergehen und Kriegsverbrechen zurückgehaltenen deutschen Kriegsge­fangenen unverzüglick, ihrer Heimat zu­rückgegeben werden, daß Festnahmen Deutscher wegen an­geblicher Kriegsvergehen und -Verbrechen innerhalb des Hoheitsgebiets de» Femdbunds unterbleiben unb, soweit sie stattgefunben haben, oufgchoben, sowie bic von bett feinblichen Gerichten in dieser Sache gegen Deutsche be­reit» ausgesprochenen Urteile annulliert werden;

daß der vom Feinde beabsichtigte politische Ein­druck bet Einseitigkeit be» Verfahrens nur gegen Deutsch« badurch vermieden werde, baß den feinblichen Regierungen ein Verzeichnis feindlicher im Kriege unb nach bem Waffenstillstände in den besetzten Ge­bieten begangener Vergehen und Ser« brechen überreicht wird, damit die feind­lichen Regierungen Gelegenheit erhalten, den von ihnen vertretenen Grundsatz von Recht unb Gevechttgkeit wirk-

Cur ofl* k. 9 Ä Ven Apo* ia b<t 1101

Sieben Woche», alte

mit dem 8kwerfen verweigert, daß er sich ki ihrer Beantwortung strafrechtlicher Verfolgung aus- "kn würde. Der Zeuge erklärt mit Bestimmtheit, daß Diebstahl gesprochen wurde. Rechtsanwalt Brr- »tarn erklärt, Erzberger seit langem zu kennen, und einem Gespräch mit ihm die Antwort erhalten zu Ein Diebstahl liegt nicht vor. Reichsminister '^Esberts erklärt, daß er sich an die Vorgänge, die mch 1916 um die Steuervorlagen drehten, nicht mehr Innere. Zur Juliresolution bekundet der Zeuge, er habe T® Ergehen ErzbergerS nicht als einen Vorstoß ange- Mg. Auf weiteres Befragen erklätt der Zeuge, daß nur 7? engere Ausschuß der Zentrumsfraktion von den Ab- Men Erzbergers wußte, lieber die vertraulichen Ver- MiLlungen des Parteitages des Zentrums in Franks» tt i®«. lehnt der Zeuge jede Auskunft ab, da sich alle ^Menben ehrenwortlich zum Stillschweigen tier- FWet hätten. Minister David führt aus, die sozial- ^»krattsche Partei habe 8kthmann Hollweg eiffgehend "^errichtet über die im Volke herrschende Mißstimmung, hab« eine klare Erllärung über die Kriegsziele gc« Ebert habe erklätt, das Volk hätte jede» Sei« zur Regierung verloren; es müsse reiner Tisch ^Waffen werden. Der Vorsitzende faßt die Stu»-- ?k Davids dahin zusammen, daß er den Vorstoß Erz­lagers nicht als etwas betrachte, auf das die Regie- tt*l3 gefaßt sein mußte. David erklätt, er wisse nicht, Regierung wissen mußte, daß diese Aktion gerade fe/.,^sberger ausgehen toerbe, aber die Regierung sei -aber unierrichttt gewesen, daß eine sehr kritische Situa- ^vorhanden war. Giesberts erllätt zur Frage ^ieuervorlagen, einer Aeußerung ErzbergerS, daß tz^^eichskanzler auf die Durchführung der Vorlage j^/11 lege, würde er sich unbedingt erinnern. Eine Aeußerung des Reichskanzlers wäre, wenn er $ tpy:t hätte, seinem Gedächtnis gewiß nicht entfallen.

-rich fragt Erzberger ,ob es ttchtig sei, daß vor

sserigt knttn und inwieweit Janke in Betracht käme, die Ant- Apo* lagss*

Der Anzeigenpreis beträgt für bi« 8ge|p. Zeil« 50 4, mntllcke unb auswär. er Nge 60 , Reklamezeile 1.50X Zu allen Preisen 10«!. Aufschlag, leber Rabatt gilt $3. -Lllylg, ol» Barrabatt. Be Auskunft durch die De,chäftsstelle u. Vermittlung der An. IAaa geböte 25 J Sondergebühr. Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. M 1VC\)