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Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

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DieOderdessiiche Zeitung" ersckeint lecdsmal wöchentlich. Der Bezugspreis beträgt monatlich 2,50 JL. frei >ns Hau»; durch die Polt 2.50 <!. ohne Bestellgeld Verlag von vr T. Hitzervtb. Druck der Univ »Buchdr. von I o h. Ang. Koch. Markt 21/23. sternsprech« 55.

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Merlin, 24. Febr. Wie die Polltisch'Parlamen» pchcißchie« Nachrichten mitgeteilt wird, ist die Be- tch«G»ahme der Broschüre HelsferichS ge- fseu tzrzderger auf Antrag des Geh. Justiz rat»

Kordon erfolgt, also von Erzberger selbst, aus-

W WMk 868« KeHtkitz.

Berlin, 25. Febr. In der heutigen Sitzung führte r,berget aus: Meine Frau erNSrte, datz sie Dr. jaltzerg absolut nicht kenne. Ich sah Tbalb-rg nur, ich setzt feststelle, einmal in Berlin. Ich stelle fest, ich em 17. August 1919 an die Reichsbank eine geschickt habe, worin ich bat, datz ich 4000 nach der Schwei» mitnebmen dürfte, was die nk genehmigte. Im Okwber 1918 wurde mir chaß mein einziger Sohn so schwer krank sei,

ich sofort abreisrn müsse, wollte ich ihn noch am Leben Ich reiste sofort ab und fand meinen einzigen in sterbendem Zustand. Meine Frau und meine Tochter waren ebenfalls schwer krank. Der Hans- erklärte, wenn Frau uni) Kind nicht sofort Höhen-

aAffuchen würden, lehne er jede Verantwortung ab. schickte meine Familie zu einem befreundeten Bankier ter Schweiz, der mir erklärte, daß ich bei ihm soviel erhalten könne, wie ich wolle. Ich nahm aber den nur in gewissen Grenzen in Anspruch, in der daß mir von jeder Auszahlung sofort Mitteilung wurde. Ich veranlaßte, daß der entsprechende «hi den Bankier von hier aus geschickt wurde, iee Familie blieb von Anfang Februar bis August 19 i» St Moritz. Wegen dieser Reise in die Schweiz rde ich seit einem halben Jahr in der breitesten Oeffent-

sucht.

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täti» j bchftst immer wieder angegriffen in dem Sinne, daß ich - * ' *at Erhörte Verschwendung triebe. Ich möchte den V_ Domfienvater sehen, der in einer ähnlichen Lage nicht . j - cheus» gebandelt hätte wie ich.

* Vorsitzender: Sie schassten also für die Reise tzr« Homilie nach der Schweiz kein Kapital dorthin? Brzberger: Nein. Cs kommen dafür lediglich die ÜDOI Franken für meine Reise in Frage. Ich schaffte

Arzbergers einstweilige Amtsenthebung.

i EftShrend die Regirrungspresse den vorläuffgen Charak- r1 b« Amtsenthebung Erzbergers - betont, wird, wie kurz erwähnt, von Blättern der Rechten diese Jkfcwtfmtc als der Anfang vom Ende der Erzbergerschen ^Eßerlonsbahn bezeichnet. DieT S g l. Rundschau" jetzt müsse im Hrlsferich-Prvzeß reiner Tisch ne« Atz werden und jene Erzbergerschen Elemente vor dem xebrandmarkt werden, die uns durch ihre Schie- w Erieg und jetzt im Frieden politisch und ^dchafikich ins Elend gestürzt haben. Da die Regierung der Außerdienststeilung Erzbergers bis zur letzten Amute gewartet habe, könne man nur sagen, daß sie sich ibr Verhalten arg kompromittiert habe. DiePost" L^ibi:Es ist auffällig, daß sowohl die Regierung wie j^rget nach der Beschlagnahme des Steuermateriais schlich genug Zeit haben verstreichen lassen, ehe sie zu Entschluß gekommen sind. Es ist beiden Teilen Z? windesten nicht der Vorwurff-zip ersparen, daß sie |7\ utrtet dem Druck der größeren Seffent« eJ6 f e i t, und dann noch nach einem dreitägigen Zögern, tu diesem Schritt entschlossen haben, der eigentlich doch nach Kenntnisnahme des Materials getätigt werden

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fitbesfefii, so fährt Erzberger fort, für private Zwecke Ja« Geld auf illegalem Wege wieder in die Schweiz t»tb ins übrige Ausland. Als Leiter des Propaganda- iieK*rS ließ ich allerdings für politische Zwecke 6SeS> tz«ch ber Schweiz und zwar stets offen durch die Deutsche Pa«? Überweisen. In btr Schweiz setzte nun eine itner» litte Nechfchnüfselei und Spionage gegen mich ein. Zwei Dersonen. die ich namhaft machen kann, erklärten mir, es bürte tu der Schweiz für Helfferich Material gegen mich i tesammett . In einer Bank in Bern lägen für diesen Zweck tue Million Franken zur Verfügung. Es müsse vor 1 «Leu Dingen sestgestellt werden, wieviel Geld ich von ; Fmufteich erholten hätte. Die Industrie gab für diese

Nateriatsammlung Gelder her.

Dr. Helfferich :Es handelt sich hier ganz offen» ter «m Klatsch und Tratsch. Ich möchte aber weiter fkag-,: Bekam Erzberger nicht in amtlichem Gepäck tes UuAoärffgen Amtes Gelder nach der Schweiz? Erz- leteet: Ich traf mit dem Auswärtigen Amt in dieser Hinsicht eine Vereinbarung, daß mir durch Kuriere « k? Iwewäriigen Amts Gelder für ganz bestimmte pvli- I tuchc Zwecke nach der Schweiz übersandt wurden. Die twix ter Auswärtigen Amts waren durchaus damit tifctrfhmben . Diese Gelder wurden dann für politische löte kirchljche Zwecke, die aber letzten Eitdes auch einen i MBffh Zweck verfolgten, nämlich die Stärkung 6e«<Wanb5, verwendet.

3m weiteren Verlauf bekundet Bankier Andreas tem Fntle der Firma Wolff, das Mich habe seinerzeit h Kolland Waren bestellt. Es war schtvierig, für den fcnAetret Deckung zu beschatten; deshalb wurde ein tesnuaex mit Wolff getroffen, der zur Deckung eines itoati^rigen Kredits 30 Millionen Mark Industrie- ftie« steh. Als Gegenleistung erfolgte ein Darlehen ten M Millionen ,das Wolff zu 4 Prozent verzinste.

ter Ansicht des Zeugen handelte es sich um ein Mfcyewte« Geschäft. Helfferich widerspricht dieser M'.iffaff«», und weist auf große Käufe der Firma Wolff mCerttinb Jndustrietverten bin- Andreae erklärt W Erzbergers Frage, das Geschäft habe zweifellos ®> 8»chsinterrss« gelegen.

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Räuff'.licht und zeitliche Ausdehnung der Besetzung.

wb. Park», 28. Febr. Der AutzlandSpolitiker des Matin", Saverwet«, erklärt t» einem Londoner Telegramm, Frankreich »erlange von England ein M i litärbündni», unabhängig von der Ratisizierung de» Friedensvertrags mit Amerika, ferner Besetzung der Rheinkande auf solange, al» not­wendig erscheine' und ihre Erweiterung aus da» Rnhrkohleugebiet, außerdem finen- ziclle und wirtschaftliche Unterstützung zum Wiederauf, bau und eine räumliche und zeitliche AuSdehunng der Besetzung. Dem englischen Oberkommando in den Rheinlanden sei es sehr unangenehm, daß Frankreich schwarze und marokkanische Truppen dort verwende. Mau erkläre, die Ausdehnung der Besetzung würde Frankreich und Deutschland und infolgedeffeu auch ganz Europa in einem Zustand erhalten, der weder Friede« noch Krieg sei.

Ein franrMcher Coz'alist für völlige Enlwaffiiliq TrntfdlfliM

Die verpaßte Stande von Kurt Eigner.

Wb. Paris, 25. Febr. In der gestrigen Sitzung der französischen Kammer wurde über die Einberufung der Jähresklaffe 1920 verhandelt. Nachdem der Bericht­erstatter den Antrag begründet hatte, erklärte der Abge­ordnete Ossola, Deutschland habe einen solchen Ader­laß erlitten, daß es nicht an Krieg denken könne. Der Sozialist Boncvur verlangte die v o l l st ä n feige Entwaffnung Deutschlands. Solange das französische Heer am Rhein stehe, sei keinerlei Gefahr vorhanden. Die deutsche Armee müsse aber baldigst auf die im Friedensvertrag vorgesehene Stärke zurückgeführt werden. Frankreich habe verschie­dene Gelegenheiten zur Enttoafsnung Deutschlands ver­paßt, namentlich die Stunde von Kurt Eisner.

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Ter midmMMbare Friedensvertrng.

wb. Bern, 2«. Febr Der Pariser Korrespondent derReuen Zürcher Ztg." hatte eine Unterredung mit dem französischen Nationalökonom, Professor Charles Gi»e. Professor Gine hält die wirtschaftlichen Bestim- mnugr« des Versailler Vertrags in der heutigen Form für undurchführbar. Er erklärte die Bestimmun, «eit des Vertrags, wonach der deutsche Steuerzahler min­destens so belastet sein müsse wie der der Verbündeten, durchaus für billig, fühlt sich dagegen einig mit den en«, lischen Kritikern des Vertrags in der Ablehnung einer Politik, die Deutschland wirtschaftlich ruiniere» und ihm gleichzeftig eine kolossale Kriegsentschädigung auferlegen soll.

Der gute Wille der deutschen Regierung.

wb. Haag, 25. Febr. Wie derRieuwe Courant" aus London meldet, erklärte Churchill im Unter­hause zur Herabsetzung der deutschen Hceresstärke, bis­her habe man nicht den Eindruck von mangelndem guten Willen der deutschen Regierung gehabt, die tatsächlich eine große Zahl von Bestimmungen des Friedensver­trags ausgefiihtt habe.

Die deutsch« Antwort aus bte Kohlennete

wb. Berlin, 25. Febr. Wie verlautet, beant­wortete die deutsche Regierung die Rote der französischen Regierung in der Kohlenfrage dahin, daß die sachlichen Voraussetzungen, von denen die Rote ausgeht, nicht zutreffen und die materiellen Fragen, die in der Rote erörtert werden, würden der WiedergunnachnngSkom- mission »orgelegt werden.

Die Zerstörung des deutschen Marinematerial».

wb. Pari», 26. Febr. Die Botschafterkonferenz hat gestern beschlossen, daß die Bewohner j>cr Stadt Memel diplomatisch tuiech Frankreich vertreten werden sollen. Mit der Zerstörung des deutschen Marinematerial» soll begonnen werden mit Ausnahme der Schiffe, bi« vor­läufig ober endgültig einzelnen Staaten überwiesen werden sollen. Des ferneren ist bestimmt worden, an die deutsche Regierung das Ersuche» zu richten, eine direkte SchnellzugSverbindung ParisPrag über Nürn­berg zu begünstigen.

Warum die Westmächte keine Verbannung be» Kaisers wünschen.

tob. « msterdam, 25. Febr. Der Londoner Be­richterstatter de»Algemeen Handelsblad" meldet: Ich erfahre aus sehr gut unterrichteter Quelle, daß die West­mächte e» nicht gern sehen würden, wenn die niederlän­dische Regierung auf den Vorschlag, bett Kaiser au» der Niederlande zu entfernen, eingeht. Die Westmächte seien vor allem gegen eine Verbannung des vormaligen Kaisers auf eine westindische Insel, und zwar wegen der Nähe der südamerikanischen Staaten, mit denen einige der Westmächte nicht in den besten Beziehungen stehen. Der Berichterstatter ist der Ansicht, daß sich die Westmächte schließlich mit einer strengen Bewachung des Kaiser» in den Niederlanden be­gnügen werden.

Deuffche Soldaten vor dem Liller Kriegsgericht.

Basel, 24. Febr. Di« Prehinformationen be­richtet aus Lille: Mitte dieser Woche beginnt vor Kriegsgericht in Lille der Prozeß gegen 4 deutsche Offiziere und 3 Unterofsiziere, die sich in der Festung in Haft befinden. Die Beschuldigten sind wegen Dieb­stahls und Plündening während der Besetzung von Lille anExklagt. Sie wurden im besetzten Rheinland vor kurzem verhaftet und nach Lille transportiert.

Der Nachfolger Frhrn. v. LersnerS.

Berlin, 24. Febr. Geheimrat GLppert,. der schon fett längerer Zeit zur Erledigung wirffchaftlicher Fragen in Pari» ist, ist als Nachfolger des Frhrn. v. LrrSner mit der Führung der deutschen FriedenÄlbord- nung betraut worden. "A'-

Di« Franzosen beseitigen den deutschen Rarnc» der Stadt Hindenburg.

Berlin, 25. Febr. DieTägliche Rundschau" mel­det auS Breslau: Die BesahungSommission ordnete in Ueberschreitung ihrer Befugnisse an, daß die Stadt Hindenburg wieder Zabrze zu nennen ist.

Die Französier»», der elsaß-lothringischen Schulen.

Berlin, 25. Jfebr. DerBark. Lokalanz." meldet ,aus Straßburg: 400 altdeutsche Lehrer und Lehrerirmcii schieden aus,dem Lehrkörper der elsaß-lothringischen Volksschule aus, und 600 altelfässische Lehrer und Leh­rerinnen verließen infolge der schikanösen Behandlungen der Franzosen Hre Stellungen. Dagegen wanderten 1000 Lehrpersonen aus Frankreich ein.

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121. Sitzung vom 26. Februar.

In der zweiten und dritten Beratung wird der Ge­setzentwurf betreffeNteffteuerliche Vorbehalte in eingemeine beten Ortsteilen auf Antrag des Gemeindeausschusses mit der Aenderuug angenommen, daß die rückwirkende Kraft nicht bis zum 1.10.1919 »sondern bis zum 1.4.1919 be» stimmt wird.

Darauf folgen bie namentlichen Abstimmungen über die hinsichtlich der

Hüchstmi«tenverordnung gestellten Anträge.

Der Antrag der Demokraten, wonach die Verordnung schleunigst der Landesversammlung zur Nachprüfung üjret Rechtmäßigkeit und Zweckmäßigkeit borgelegt werden soll, wird mit 186 gegen 70 Stimmen der Antragsteller und der Rechtsparteien abgeiehnt. Der Antrag Sonrab (Deutschnatl.), der darüber hinaus verlangt, daß die ergangenen Ausführungsbestimmungen durch solche ersetzt werden, die gleichmäßig den Interessen der Mieter wie auch der Mrnnieter gerecht werden, wird mit 186 gegen 67 Stimmen abgeiehnt. Der Antrag der Sozialdenw- kraten und des Zentrums, die Berorbnung der Landete Versammlung zur Kenntnisnahme vorzulegen, wird ein­stimmig angenommen.

ES folgt die Beratung eine- Antrages bet Ausschuss» für Bevölkerungspolitik, ber die Regierung ersucht, bk Reichsregierung zur schleunigen Vorlage eine- Gesetzent­wurfs zur Bekämpfung der Geschlechttkrankbet« ten und zur Regelung des Dirnenwesens zu veranlasse».

Abg .S ch r u b« (Dem.) empsiehlt den Antrag des Ausschusses. Im Interesse einheitlicher Bestimmung«» für die deutsche Volksgesundheit verzichtet Preußen <mf eine landesgesetzliche Regelung.

Abg. Gräf-Frankfurt a.M. (Soz.): ES sollten akk Aerzw in der Bekämpfung der Geschlechtskrankheit« ausgebildet werden.

Abg .Faßbender (Zentr.): Mit Gesetze« «Cd» ist ei nicht getan. Unserem Volk muß der Sinn kür Reinlichkeit wiederkommen. Auf der Straße, im Kin» und im Theater macht sich da» Laster breit. Mr be» grüßen den Antrag.

Abg .Negenborn (Deutschnatl.) empfiehlt einen An­trag B r o n i s ch, der das Wohlfahttsministerinm ersucht, schleunigst mit den zuständigen Staats-, Kirchen» m* Schulbehörden sowie Vereinen in Verbindung zu treten, um geeignete Maßnahmen ethisch-pädagogischer Art zur Bekämpfung der Prostitutton sowie zur Hebung der Äa- standes im Volk zu beraten und der LandeSversammlun» eine entsprechende Vorlage zu unterbreiten.

Abg .Dr. Weyl (Unabh.): Wir fordern Einsührim» bet allgemeinen gleichen Anzeigepflicht.

Abg. Stendel (D.Bpt): Wir sind Gegner ter Anzeigepflicht.

Ein Antrag Schüling (Z.) auf Beschäftigung von Kriegsbeschädiglen im Staatsdienst wird nach dem Ante, schußantrag für erledigt erklärt.

Nächste Sitzung Donnerstag 12 Uhr: Anträge. Schluß gegen 6 Uhr.

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Aus der Rede des Ministers ^tegerwald

am Montag, in der er ein Reichr-Höchstmieten- gesetz ankündigte, tragen wir der Bedeutung bet Ange­legenheit wegen noch folgendes nach:

mußte." Das Blatt findet e8 weiter auffällig, daß Etz- berger auf die Berichte in den Zeittmgen nicht mit einer knappen und klaren Antwort sagen konnte: da? ist nicht wahr, sondern, daß er in einet weitschweifigen Er­klärung nm die Dinge herumredete. Auch die Freiheit" häft Etzbergex für erledigt, wenn sich die Angaben über seine Steuerhinterziehungen auch nur zum Teil bestätigen sollten. Die Regierung könnte nicht wagen, eine derart kompromittierte Persönlichkeit länger im Amt zu behalten. Soviel stehe aber fest, daß der Kläger im Helfferich-Prozeß nicht als ber moralische Sieger aus ihm hervorgehen »erbe. Seine offenkundigen Sündenfälle seien doch zu zahlreich und zu bedenklich, als daß er noch weitet an tettenber und sichtbarer Stelle in einer Regierung verbleiben könnte, die noch ein Ivenig Wett auf ihren guten Ruf und ihr Ansehen lege. Erz-- berger weine man keine Träne nach. DerVorwärts" verweist darauf, daß die Untersuchung in der Ange­legenheit ber Vorwürfe gegen die Steuermoral ErzbergerS von Organen geführt wird, die bisher Sxrrn Erzberger als Minister unterstellt waren. Die Untergebenen könnten aber nicht, ohne daß der Verdacht einer Be- einflussnng. entstehe, die Handlungsweise ihres Vorge­setzten prüfen: darum sei es unbedingt notwendig ge­wesen, daß sich Erzberger von den dienstlichen Geschäften zurückzog. DieGermania" schweigt vor der Hand Wie man in demokratischen Kreisen über Erzberger denkt zeigen die mehrsachcn Kundgebungen gegen da? weitere Verbleiben des Ministers int Amt, von denen heute toieberuiu eine vorliegt:

A achen, 21. Febr. Der Hauptvorstand der Ortsgruppe Aachept der Deutschen demokratischen Partei hat folgende Entschiießuilg an die Reichs-,

Parteileitung in Berlin gerichtet: Im Hinblick auf Mederaufrichtung von Ordnung und Disziplin in unfern Vaterlan'oe erscheint e? uns verhäng- nis-voll, wenn die AutoritÄ der Regierung un­tergraben wird durch die Zugehörigkeit eines AabinettSmitgliedes, dessen Grundsätze so ver­werflich erscheinen, wie die deS Reichsministers Erzbergers. Wir bitten die Reichsparteileitung daher, ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß die Zusammensetzung des Kabinetts zu Bedenken besagtet Natur keinen Anlaß mcht gibt.

Die Beschlagnahme ber Broschüre mit be» photo­graphierte» Stenererklärnnge».

tob. Berlin, 25. Febr. Amtlich toird mitgeteilt: DerBerliner Lokalanzeiger" und dieDeutsche Ztg." behaupten in eigenartiger Hebereinftimmung, daß die Broschüre, in der die unter schwerstem Vertrauensbruch auS dienstlichen Akten entwendeten Steuerdeklarationen Erzberger» photographisch wiedergegeben waren, auf direkte Anordnung deS Staatskommissars für öffentliche Sicherheit beschlagnahmt worden sei. E» wird hiermit festgestellt, daß der Staatskommiffar lediglich die ihm vom Reichsfinanzministerium zugegangene Mitteilung über die bevorstehende Verbreitung dieser Broschüre pflichtgemäß an die in dieser Angelegenheit allein zu­ständige Staatsanwaltschaft weitergeleitet hat. Auf diesen Akt beschränfte sich die Mitwirkung des Staats- kommissar».' Alle weiteren Scl>ritte find lediglich von der StaatIanwaltschast ausgegangen.

Heute ist jede 16. Familie ohne geeignete Wohnung. Dazu kommt, baß jetzt 400 000 Deutsche aus der Ge­fangenschaft zurückkehrten. Da nur ganz wenige Baustoff« zur Verfügung stehen, kann von einer freien Wirtschaft keine Rede sein. Das Wohnungswesen eines 60 Millio» »en-Vvlkes kann bei den anormalen Verhältnissen webet dem Zufall noch dem freien Spiel der Kräfte preisgegeben weiden. Ter Wohnungsmangel führte dazu, daß die EinigungSämtet immer mehr umgangen wurden. I» einem Hause wat die Miete 15 v. H., im Nachbarhause um 200 v. H. gesteigert worden. Diese Beobachtungen habe« sowohl die Mieter tote die Vermieter beunruhigt. Deshalb wurde 1910 eine ??eihe von Berordniingen erlassen. Ei« Glied in dieser Kette ist die preußische Höchst Mietenver­ordnung. Während in den meisten Städten die Mieten um 10 bis 20 v. H. gesteigert wurden, gingen die Steigerungen in Berlin tellweise bis zu 100 v. H. In Berlin sind Fälle vorgekommen, daß für eine Sechszimmerwohnung 14 000 Mark verlangt wurden, für eine Dreizimmerwoh­nung 800 Mark monatlich. Im Herbst vorige« Jahres ist daS Wohlsahttsministerium von den Bet- mietet« und den Mietern gedrängt worden, es möge diesen unhaltbaren Zuständen ein Ende machen. Die Mieteinigungsämtet haben die Unterhaltungskosten sehr ungleichmäßig bewertet . Es hat sich herausgestelU, daß auch hort, wo ein hoher Prozentsatz bewilligt morde« ist, die Reparaturen nicht ausgesühtt wvv» den sind, weil die Materialien nicht vorhanden waten. Von den Hausbesitzern wird auch nicht bestritten, daß dir Häuser nicht genügend erhalten sind. DaS Kapital zeigt das Bestreben, daS aus den Grundstücken herausgezogen« Geld wieder in Grundstücksverwertungen anzulegen. Ma« zieht die Anlage in Häusern dem schlechten Papiergelde vor. Die immer noch steigende Wohnungsnot verspricht jai« Znkunfl bestimmt eine gute Verzinsung. Häuser mit freier Wohnung werden täglich in den verschiedensten Otten zum Kauf anaeboten. Gegenwärtig werden auf dem Grund­stücksmarkt große Schiebungen votgenommeu., Ueberall da, wo hohe Mietzinösteigerungen. vorgenommen worden sind, ist der Grundstuckswechfel sehr groß: wo e» nicht der Fall ist, da ist er viel geringer. Auch ein großer

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