Plünderungen in Ludwigshafen. '■
tob. Ludwigshafen, 24. gebt. Heute Rach* mittag fand hier eine große Kundgebung der Arbeiter wegen der bestehenden Lebensmittelknappheit statt. Bei weiter schlechter Lebensmittelversorgung wird die Arbeiterschaft die Arbeit niederlcgen. Der Mob benutzte die Gelegenheit und plünderte zahlreiche Lebensmittelgeschäfte und andere Läden au». Französisch« Gendarmerie schritt ein und nahm Verhaftungen vor. Abend« war die Ruhe wieder hergestellt. — Der Oberbürger* meister wurde tätlich beleidigt.
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gtontrei*5 MdMMWt in gülrt 1911
Ron England und Amerika durchkreuzt.
Die bereits bekannte Tatsache, daß dir Bereinigte«^ Staaten ton Amerika nicht etwa durch den U -Boot- Krieg zum Eintritt in den Krieg bewogen wurden, sondern von Anfang an entschlossen waren ein* zugreisen, wenn ihre Schulde, England nnd Frankreich in Gefahr gerieten zu unterliegen, findet eine neue Bestätigung von maßgebender Seite. Gleichzeitig wird dadurch die Friedensbereitschakt Frankreichs nach der Marneschlacht ha Fahre 1914 festgestellt, das aber durch ein mit Blockierung drohe ndes englisches Ultimatum und das amerikanische Verspreche«. aus all« lfälle in den Krieg einzugreisen, zur Fottsübrun« dos Krieges bewogen wurde. Es handelt sich um Angaben, die der frühere französische Minister des Aeußere« Hanotaux in einer in Lieferungen erscheinenden Geschichte des Weltkrieges macht, zu der ihm die Akten bei französischen Ministerium des Aeußeren zur Verfügung gestellt »urben. In bet 101. Lieferung der Harro tau,- schon Kriegsgeschichte heißt es u. a.:
Als zur Zeit der Marneschlacht zahlreiche franz«- ‘ fische Politiker von Einstuß den sofortigen Frieden mtt Deutschland verlangten, schickte England ei«, Ultimatum nach Bordeaux, wohin die französische Regierung ihren Sitz verlegt batte, in dem gesagt wurde wenn Frankreich den Friedensschritt nicht rückgängig mache, werde seine Küste von der englische« Flotte blockiert. Frankreich hatte damals die Vermittlung der Bereinigten Staaten von Amerika ange- rufen. Bei der sramrösischen Regierung, so bekundet Hanotaur, erschienen drei amerikanische Gesandte — der damalige Botschafter in Paris mit keinem Vorgänger nnd seinem Nachfolger — und sagten ''tut amtliche«' Frankreich, es müsse durchhalten, weil die ve»> einigten Staaten auf alle Fälle l« den Krieg eingreifen würden. Da« war he Herbst des Jahres 1914. „Mr sind", sagten die drei Gesandten, „in Amerika vorerst nur 50000 einflußreiche Leute, die den Eintritt Amerikas in den Krieg vev- ftängen, aber in einiger Zeit werden wir hundert Millionen fein."
Weiter bekundet Hanotaux, daß zu derselbe« Zeit eine bekannte amerikanische Persönlichkeit sagte. He Summe, die notwendig wäre, um ein Jahr lang unter dem amerikanischen Volk, den Haß gegen Deutschland grvßzuziehen, werde zwar alle Begriffe übersteigen, aber sie werde sich lohnen. — Die drei erwähnten Amerikaner waren der Botschafter Herrick, sein Nachfolger Sharp und der Teilhaber des 8a«l* Hauses Pierpont, Robert Baco«,
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En Island.
Da» englische Heer.
wb. London, 24. gebt. (Unterhaus.) Anläßlich der Einbringung des HeereShaushalteS erstattete der Kriegsminister am Montag Bericht über die militärische Lage. Ter obligatorische Militärdienst wird in Großbritannien mit dem 31. März sein Ende finden. 8« demselben Zeitpunkte wird daS rund 200 000 Freiwillige zählende neue Heer geschaffen sein. Darin sind die in Indien dienenden Truppen nicht einbegriffen. Ter Minister führte dann weiter auS. daß Großbritannien auf der Friedenskonferenz mit wenig Erfolg für die Abschaffung der Aushebungsarmeen eingetreden sei. Die einzige große Armee, die dazu bestimmt werdens konnte, auf den obligatorischen Militärdienst zu verzichten, fei Deutschland, über er sei e» der Wahrheit schuldig, zu sagen, daß Deutschland dazu gezwungen wurde. Der Kriegsminister legte hierauf die Gründe dar, warum Großbritannien eine stärkere Armee al, vor dem Kriege benötige und verwies dabei inebe«: sondere auf die Lage ht Palästina. Aegypten, Syrien, die j türkischen Truppenbewegungen in Kleinasien und be» bolschewistische« Vormarsch tu» Horben,
Die Fruge der Internierung de» Kaiser». -x tob. London, 24. gebt. (Reuter.) Im Unter«: hau» fragte Brittain, ob Holland beschlossen habe, dest. Kaiser in Euracao unterzubringen. Bonar Law erwiderte, bisher fei eine Mitteilung über einen solchen Beschluß der niederländischen Regierung bei bet brüte, schen Regierung nicht eingetroffen.
Einberufung de» Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten.
Cassel, 24. gebt. Wie hier verlautet, hat «bg. Scheidemann al» Vorsitzender den Ausschuß füt auswärtige Angelegenheiten für Freitag, den 27. Februar, vormittag» U Uhr, nach Berlin einberufen,
mit dem Kretsblatt für dell llrcis Marburg
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Tageszeitung für (das früher kurheffijche),Oberheffen
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Marburg
Mtmch, 25. Frtrasr fßorsmg)
Die .Oderhelf>iche Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Der Bezugspreis beträgt monatlich 2/0 X. irei >nS fea«»; durch die Post 2.50 n. ohne Bestellgeld — «erlag eon l)r T. H: tzeroth. — Truck der Uni» - Buchdr. von I o h. A u g. Koch. D-artt 21/23. — Fernsprecher 55.
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brttes Blatt
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1 Wkrger Beantragt BiterWno i feiner öleiimnige'egkO-il.
\r Riederlegung seiner Dienstgeschäfte.
(f tob. Berlin, 24. Febr. Rach Bekanntgabe der flt= ßehlcnen Steuerakte« de» Neichsfinanzminiftee» Erz- letger in der Presse hat dieser unverzüglich beim Finanzamt in Charlottenburg eine Untersuchung gegen sich veranlaßt und damit seinerseits auf lebe Erwide- tung in der Preffe verzichtet, die der Untersuchung vorgreifen konnte. Gleichzeitig hat er den Reichspräsidenten gebeten, ihn bis zum Abschluß dieser Untersuchung von ler Wahrnehmung seiner Dienstgeschäfte zu entbt n • »en, damit auch nicht der Schein eine» Druckes auf dir yntersnchung des Finanzamte» fallen möge. Der Reichspräsident hat diesem Ersuchen de» NeichSfinanz- k »misterS entsprochen und angeordnet, die Untersuchung seit tunlichst.r Beschleunigung durchzufübre« und ihm ftfort Bericht über das Ergebnis zu gestatten. Mit der Stellvertretung des Minister» ist der UnterstaatsfekretSr USSle beauftragt.
.' In der „Deutschen Alkg. Ztg." wird ausdrücklich betont, baß cs sich bei dem Dispens des Reichsministers krzberger nur um etwas Vorüberg-ehendeS >handele. Verschieden« rechtsgerichtete Blätter, wie die j .Sreuzztg." -glauben in dem Schritt der Suspendierung ^Ne ersten Anzeichen be 5 Sturze» Erz» gßergers zu erkennen.
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si wb. Berlin, 24. Feor. In dem Prozeß Helfse »ich Erzberger behauptete der Angeklagte, daß Erz- Hsrger mehrfach bei Kapitalverschiebungen ins Ausland mitgelvirkt und wohl auch Borteil davon gehabt habe; er beantragte den Staatsanwalt 'der solche Fällr bearbeitet habe, zn vernehmen. Erz- derger Erklärte diesen Vorwurf, für ungeheuerlich. i|$i beantragte die Vernchmung deS Geheimrats jBscifser vom Rrichsmini^erium, den er von der Amts- i sterschoiegenheit entbinden werde. Zu der ©teuer» ! Mgelegenheit teilte der Oberstaatsanwalt mit, datz ein ftaatsanwalt liches Erm ittlungsver- ijähren neben demjenigen der Steuerbehörde schwebe, tfoet Zarge Oberst Gieseler von der Ein- und AnS- fuftrabtrilung das Kriegsministeriums bekundet, der -Dbg. Erzberger habe vier bis fünf Mal beim KriegS- ^tztinisterinm interveniert, für Thyssen die Ausfuhr-
Mmubnis für Schntzschilde nach Holland beführwor- ebenso die Reklamatio n von Fritz Thyssen ,A»d im Falle Lindner Einkäufe in Skandinavien iffir etwa 15 Millionen Mark befürwortet. Hier habe her Abg. Pfeiffer mitgewirckt. Erzberger habe zum Schluß deut Standpunkte des KriegsministeriumÄ : Acht gegeben, das für die Thyssenschen Schntzschilde ", pir Holland keinen niedrigeren Preis habe zugeben, 1 wollen, als Deutschland zahlen mußte. Helfferich be- ftnerkt dazu, ohne die Fürsprache Giefelers würde Erz- ;(berget das Reich um mehrere 100000 Mark gebracht habe«. Die Frage des Verteidigers, ob der Zeuge wisse, daß im Kricgsministerium ein Alten stück mit der ^kezeichnung „Schmerzensbergeti" existiert habe, wird >verneint. — Am Donnerstag soll Bethmann |6»Utoeg vernommen werden.
i Im weiteren Verlauf de» Prozesses fragt Helffe- 'j*ich, ob Erzbergers Reklamationstätigkeit ' vicht ein Teil der Leistungen war, für die ihm der z Thyffenkonzern 40000 Mark gebracht habe. Erz i berget erwiderte: Das muß doch Thyssen wissen. i«uf die Frage Helfferichs an den Zeugen Oberst i Gieseler zu dem Geschäft mit Otto Wolff, ob dem 1 Sengen, als Erzberger unb Geheimrat Strauß bei !Hm intervenierten, bekannt war, daß Strauß sucht Ditiichaber der Firma Wolfs war, antwortete er die- habe er gewußt. Es erschien ihm aber außerordentlich bedenklich» daß Strauß keine Mitteilung davon machte, daraus wurden Zeugen zum Fall „Oele und Fettti' I vernommen. Kommerzienrat Herz» der jetzige Lor, ; fitzende des Ausschusses für Oele und Fette, bekundet
ihm zwei Fälle bekannt seien, in denen Erzber- ilet intervenierte, jedoch beide Male erfolglos. Beide ®JaIe handelte eS sich um die Firma Ziegler und
Denk. — Der darauf vernommene Dr. Denk Etstätt, seit 7 Fahren mit Erzberger befreundet zu jedoch niemals finanzielle Transaktionen mit ifcönadit zu haben. Auf eine Arußrrung Erzbergers, W» seien wiederholt Klagen über den Kriegsausfchußt ■ i|k Oele und Fette zugekommen, von dem er gehört daß er nur eine Filiale der Deutschen Bank H verwahrt sich Dr. Helfferich entschieden gegen
etwaige Unterstellung, daß er als Staatssek- ^tiär auch nur einen kleinen Finger für die Jnte- ^ssen der Deutschen Bank gerührt hätte. Der dann i vernommene frühere Leiter des KriegZausschusses für
und Fette, Tirektor Weigel, erklärt daß Erz.
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ibergtr etwa in 4—6 Fällen bei ihm interveniert habe, so wegen der Versorgung der katholische« Kir- chen mit Lckl und der Herstellung von Seife au» faulen Eiern. Im Fall der Firma Ziegler und Dr. Denk habe diese der ihr nach der Freigabe von Oel- famen auserlegten Verpflichtung, Oel und Oelkuck-n abzuliefern, zuwidergehandelt, Al- sie darauf von weiteren Lieferungen ausgeschlossen wurde, habe Erzberge: sich am Weigel gewandt, jedoch ergebnislos und erklärt, daß der Firma Unrecht geschehen sei. Ein weiterer Zeuge, Salbold, bekundet, daß Erzberger der Firma Zieglev uni» Dr. Denk eine Einsuhrbctoil- ligung für Hosenträger, Baumwollstoffe und andere Textilien au» der Schweiz vermittelte. Als Empfänge- rin war eine Firma Jung in Frankfurt a. M. an« gegeben. Als die Reichs stelle für Textilwirtschaft ihre Gebühren von 10000 Mark bei der Firma erbeben wollte, kam 6r"n dort die Antwort, daß die Firma von der Sach« nichts wisse und die Bezahlung ablehne. Gleichzeitig traf von einem Herrn Swoboda aus München telegraphifch die Zusage rin, daß er die 10 000 Mark bezahlen wolle. Daraufhin schöpfte man Verdacht, und die Einfuhr der bestellten Waren wurde gesperrt Nunmehr kam eine große Anzahl von Tclogramme« von Dr. Denk, in denen wiederholt auf Staatssekretär Erzberger hingewie'en wurde. Trotzdem wurde die Wiederbewilligung zur Einfuhr vom Reichskommissar abgelehnt. Erzberger erklärt, vo« de« hier mitgeteilte« Einzelheiten nicht das Mindeste gewußt zu haben. Staatsanwalt Messerschmidt erklärt ÄH Zeuge, daß er über eine Beteiligung ErzbergerS an Geldverschiebungen nach btm Ausland nichts wisse. ES liege aber der Verdacht der Begünstigung vor. Ende 1919 fei bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige gegen den Schwerzer Rechtsanwalt Tr. Thalberg riugegan- gen, der der Kapitalverschiebung nach der Schweiz für Deutsche beschuldigt wäre. Tatsächlich feien schon nach wenige« Tagen etwa 4,2 Millioneü Mark beschlagnahmt worden. Ter ganze Betrag, den Thalberg verschoben habe, betrage etwa 10—15 Millionen. Zn den Angeschuldigten gehörte auch der Direktor einer Großbank, der. jowert der Zeuge sich erinnert, auch den Name« Erzberger genannt bade. Kurz darauf fei ei« anderer Angeschuldigter ein höherer Beamter des auswärtigen Dienstes, mit seinem Verteidiger bei ihm erschienen und habe erklärt, daß die Verfolgung der Angelegenhett an höchster Stelle nicht gewünscht werde. Tann habe er eines Tage- einen Brief von einem Rechtsanwalt Kahn auS München erhalten, der ihm schrieb, daß Erzberger der beste Freund Thalbergs fei und mit diesem in der Schweiz über die Geldangelegenheit gesprochen habe. Im übrigen fügt der Zeuge hinzu, sei Tl;alberg spionageverdächtig, «nd eS sei ihm verboten, nach Deutschland zu kommen.- Auf eine Frage Dr. Helsferichs erwiderte Erzber- ger, tt habe sich seines Wissens mit Thalberg in der Schweiz höchstens zweimal getroffen, erinnere sich aber genau, ihn bei feiner letzten Anwesenheit in der Schweiz nicht gesprochen z« haben. Hierauf wird noch GehrimrÄ Pfeiffer, Vortragender Rat im Rrichsfinanzmiuisterium, darüber befragt, ob ihm vor einer Verschiebung von Kapital durch Ercherger in daS Ausland etwas bekannt fei, was der Zeuge 6er- «eint.
Es wird fobtrn« der Fall PSplan erörtert. Ercherger gibt als Zeuge eine längere Erklärung ab, »rach der der ihm gemachte Vorwurf, eS beständrf ein Widerspruch Mnschtz« feine« damals in dieser Angelegenhett gemachten beeidigte« und unbeeidigten Aussagen, nicht begründet sei. Nach einer aussühr- llckM Darstellung der PSplau-Angelegenhett durch den als Zeuge vernommenen Staatsministers a. D, v. Soebell, wird die Verhandlung auf Mittwoch vertagt. -
Die $o*« ieltiti drM» Miel.
Berit«, 24. gebe. Rach einer Meldung au» Mefe- ritz überschritt gestern polnische» Mllttär die Reichsgrenze und besetzte da» Dorf Stott 1, das durch den Frieden»- vertrag Deutschland zugesprochen ist. Gegenmaßnahmen sind eingeleitet.
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Verhaftung eine» deutschen Gewerkschaftsführer» in Browberg.
tob. Bromberg, 24. gebt. Die «Ostdeutsche Rundschau* meldet: Ter frühere Vorsitzende des Brom- berger Arbeiterrates und jetzige Vorsitzende des Sewerk- schaftsbundeS, Baut Stößel, bisher Mitglied der Preußischen SanbeSberfammtung, wurde auf Anweisung des Oberkommando? in Posen am Freitag verhaftet und nach Posen gebracht.
Tie deutsch-polnischen BerketzrLverbandlungen.
wb. W a r s ch a i!, 24. gebt. Heute begannen im Ministerium des Aeußern die Beratungen über die Regelung des Bahn-, Post-,"Telegraphen-, Paß- und Zoll- verkehrs Wischen Bolen, Deutschland, dem Freistaat
Danzig unb dem Abstimmungsgebiet. An den Beratungen nahmen Delegierte auS Deutschland unb Danzig unb Vertreter der Absiimniungklommissionen der Verbündeten teil. L. a. wird bei den Beratungen die Frage der möglichst balbigcn Eröffnung dcS Bahn-, Post-, Telegraphen- und TclexhonverkehrS zwischen Pole« und den Abstimmungsgebieten erörtert
Tie russische Fraie.
Einigung in Loudon. — Keine Angriffe. — Wiederaufnahme der Handelsbeziehung:«. — Keine Anerkennung der Räteregierun^
tob. Paris, 24. gebt. Saint-Dri.e teilt im «Journal" mit, man habe sich in London grundsätzlich über die russische Frage geeinigt. Keine Armee, die gegen die SowsetS kämpfe, werde künftig irgend eine Unterstützung erlangen. Der polnischen Regierung soll anempfohlen werden, jede offensive Handlung gegen den Bolschewismus zu vermeiden, jedoch sollten Polen, Finnland und die Randstaaten unterstützt werden, falls sie einem bolschewistischen Angriff ausgesetzt wären Es wurde grundsätzlich b'schlosien. mit den Vertretern der Sowjet, filier die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit den russischen (Senoffenschaften zu verbandeln, jedoch zu vermeiden, über eine offizielle Anerkennung der bolschewistischen Regierung zu sprechen.
Tie deutsch-russischen Kriegs,efangeneu-Verhandlung:«.
wb. Berlin. 24. gebe. Die bereits an gekündigten Verhandlungen mit einem Vertreter der Sow-et-Re- gicrung über die gegenseitige Heimschofsung der Kriegs- pcfangenen werden von bet Zentralstelle für KriegS- tmb Zisilg-fangene durch ihren Vorsitzende«, Reichs- kommiffar Stückle«, und in deffcn Vertretung von dem stellvertretenden Vorsitzenden Schlesinger geführt. Die Ergebnisse der Verhanbtungen werden durck die Reich-?zentralst:lle bekanntgegeben; nichtamtliche Auslasiungen und sonstige an diese Verhandlungen geknüpfte Kombinationen erfahren keine Berichtigung. Tie Bcrsianblungm werben m>f rein bnmaniiärem Boden geführt. Da» Internationale Komitee vom Roten Kreuz, das gewifle Ausgaben übernommen hak, wird bei den Verhandlungen beteiligt fein. Die Beteiligung humanitärer Organisationen und Jnteressenverbände an der Durchführung der Aufgabe wird rechtzeitig erfolge«.
Die Kämpfe i« Südrußland.
tob. London, 24. gebt. Die britische Militär- misfion in Südrußland meldet, daß die Freiwilligenarmee am 20. Februar Rostow am Don eroberte. 1500 Bolschewisten wurden gefangen genommen, 22 Geschütze und viel Kriegsmaterial erbeutet
Die NrbtsisvMt in Nußlnnd« tzi
ht. Basel, 24. gebt. Aus Paris wird gemeldet: Ein vorn Eiffelturm aufgenommenet Funkfpruch berichtet über die neu eingeführte Arbeitspflicht in Rußland. Die Arbeit wird als obligatorisch erklärt, unb die Arbeitet werden für Lebensdauer einem Unternehmer zugewiesen.
Aus btm besetzten Gebiet.
Die Friste« für die Besetzu«, de» Rheingebiete«.
wb. Pari», 2S. gebt. Der AuslandSpolitiker des ,Slatin", Sauertoein, bet wiederum bett Ministerpräsidenten Millerand nach London begleitete, meldet feinem Blatt, eS sei in London kein Geheimnis für irgend jemand, daß die Aussprachen des M'ebergutmach- ungSauSschuffeS in bett letzten Tagen seht peinlich gewesen seien. Mit Ausnahme der belgischen Delegierten hätten ave Kollegen des Senators Jonnart gegen die Eingriffe, die die französische Regierung in Berlin hinsichtlich der Besetzungsfristen für die Rheinlande unternommen habe, Protest iert
wb Paris, 23. Febr. Die Wiedergutmachunaskom- mission hat Poincare einstimmig zum Präsidenten gewählt
Di« Bettoatt««, de» Saargebiet»
tu. Saarbrücken, 24. gebt. Die RegierungS- kommissio« für das Saargebiet tritt heute in ihr Amt ein. Raukt verfpricht in einer Proklamation Sicherheit bet Person und des Eigentums, Freiheit in Versammlungen, Schul« und Sprache. Er sagt weiter görbenmg der Industrie unb beS Handels zu, um die Produktion zu erhöhen. Er will eine feste Regierung in» Leben rufen und eine tüchtige Verwaltung aufrecht erholten.
wb. Saargemünd, 23. Febr. lbavaS.) Die au», ständigen Arbeiter der Kristallglaswerke i« St Ludwig und Münster ließen die Oefrn ausgehe«. Der Schaden beträgt 500 000 Franken.
verhaft««, eine» Bettee» von Dr. Dörte«.
Berlin. 24. gebt. Wie da» «Bert Tagebl." au» Köln berichtet, ist der Vetter des bekannten Sonderbündler» Tt. Dorten, der 22jähtige H. Torten, von der hiesigen Polizei wegen Diebstahl» verhaftet worden. Bei der Festnahme gab et 4 Schüfl« auf bi« Beamten ab, ohne jedoch zu treffen, dagegen verletzte er einen Arbeiter durch einen Schuß in den Unterleib. Di« Polizei konnte ihn nur mit Mühe der VoHSjusttz entziehen.
55 Iahrg.
1920 l